Archive for September, 2014

 

Galerie im September: Uranos und Gaia

 

Zur Artikelserie über Uranos, schon vorab eine kleine fraktale Impression:

uranus1

 

    •  Er herrscht über den Wassermann, das XI. Haus, ein transpersonaler Planet mit kollektiver Wirkung.
    • Während Saturn die stetige Verbesserung erstrebt, stellt das Uranusprinzip die Quantensprünge der  Evolution dar: Den Innovationsschub, die Mutation, den Kreativ-Impuls.
    • Sein Symbol nach Bode, auch die alchemistische Glyphe für Platin:
    • Eine Mischung aus Mars und Sonne oder aber eine Art Antenne: Nach Herschels Initialen gestaltet.
Uranos und Gaia

Uranos umschlingt Gaia. Himmel und Erde sind noch ungetrennt.
©scrano 2013

Uranos ist der sternüberzogene Himmel und der fruchtbare Regen.
Ein personifizierter Ort, nicht ein Gott, der den Ort regiert.
Gaia ist die personifizierte Erde. Ocker galt als Farbe des Lebens, der Erdmutter – es wurde als Blutersatz für Opferungen und bei Begräbnisriten verwendet. Die Spirale ist altes Symbol für den Kosmos.

Vor seinem Sturz durch Kronos/Saturn und seiner Entmannung mit einer eisernen Sichel war er mit Gaia untrennbar verschlungen. Erst dieser Gewaltakt trennte Himmel und Erde und liess Raum für die materielle Schöpfung.

Fraktalbilder meiner Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

Posted by on September 29th, 2014 Kommentare deaktiviert

iPhone 6 Reloaded

  • Verbogenes i-Phone 6, schlechte Verarbeitung – billiger Chinaschrott zu Fanatsie-Preisen?
  • Dann das Desaster mit den Update von iOS 8, dem i-phone Betriebssystem ….
  • Ausprüche wie … “das haben die Ingenieure wohl nicht bedacht” krönen das Ganze.
  • … und Akku Blähungen wie nach Bohnengenuss

Was sollen Ingenieure und Konstrukteure denn sonst tun – die Produktqualität sicherzustellen gehört zu den ersten Schritten im Produktrealisierungsprozess. Dieses Smartphone  ist wohl vielmehr der Profitmaximierung zum Opfer gefallen.

Ok, ich revidiere meine Meinung aus meinem ersten Beitrag über Apple’s neue Produktlinie:

APPLE ist jetzt eine Spielzeugfirma. Die neuen Gadgets sind für die Katz’! Vielleicht sollten sie zukünftig an Cat-Toys  denken …

Dann hätte wenigstens meine Katze was davon.

minijamiminijamiminijami

 

 

Posted by on September 25th, 2014 2 Comments

Ebola heute in Afrika, morgen bei uns ?

Leo, der Metzger.König von Belgien und Wütwrich im Kongo.Liebe Frau Merkel, nicht Deutschland hat in Afrika das meiste Leid verursacht, wie Sie unverschämterweise zum Besten gegeben haben.Sie sollten wohl Geschichtsunterricht nehmen.

Leo, der Metzger.
König von Belgien und Wüterich im Kongo.
Liebe Frau Merkel, nicht Deutschland hat in Afrika
das meiste Leid verursacht, wie Sie
unverschämterweise zum Besten gegeben haben.
Sie sollten wohl Geschichtsunterricht nehmen.

Auf erschreckende Weise hat die Ausbreitung der tödlichen Virus-Krankheit Ebola in afrikanischen Ländern überhand genommen. Vor allem befördert durch unhaltbare hygienische und politische Zustände. Ein wenig Furcht schleicht sich ein, ob einer möglichen Ausbreitung bei uns. Davor war Ebola eine Randnotiz der Nachrichten irgendwo da draussen, “ganz weit weg”. Nun ja, heute reist der schwarze Tod per Flugzeug, ganz modern. Angelegenheiten von “da draussen” landen sehr schnell bei uns, im realen Wortsinn. Spät, vielleicht viel zu spät haben wir Europäer gemerkt, dass es in Afrika auch Menschen  gibt, die ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben haben. Vor Jahrhunderten schon sind sie als Sklaven nach Amerika verkauft worden, wobei portugiesische und britische Sklavenhändler Stammeskriege anzettelten um an mehr “Ware”, die Kriegsgefangenen solcher Konflikte, heranzukommen. Auch arabische Interessen gab es in dieser Hinsicht, viele der Menschenhändler kamen aus den jetzigen Golfstaaten. Oder die autochthone Bevölkerung wurde in Quasi-Leibeigenschaft gehalten, um in den afrikanischen Kolonien als billigste Arbeitskräfte oder als Sexobjekte ihren weissen Herren, meist reichen Landbesitzern zu dienen. Die Sklaverei wurde zwar schon lange abgeschafft, doch hat die farbige Bevölkerungsmehrheit erst gegen Ende des letzten Jahrhundert ihre Rechte als nahezu gleichberechtigte Bürger erhalten. Sexuelle Ausbeutung gibt es noch immer in grösserem Ausmass, nur AIDS verhindert ironischerweise eine regelrechte Sextourismus-Industrie wie in Thailand. Auch heute gibt es noch rassistische Anschauungen, welche die Afrikaner als Untermenschen betrachten, weil sie angeblich so dumm wären. Abgesehen von fehlenden Bildungschancen, wenn wir der gleichen Mangelernährung und schlechten medizinische Versorgung ausgeliefert wären, würde es uns auch nicht besser gehen. Wissenschaftlich ist es bewiesen, dass gerade für die Gehirn-Entwicklung eines Menschen in jungen Jahren besonders wichtig ist, eine vernünftige ausgewogene, an Vitaminen und Protein reichhaltige Nahrung zu bekommen. Die Benachteiligung entsteht schon auf dem Teller. Ein übler Kreislauf: Zu viele Kinder, Mangelernährung, Intelligenzminderung, schlechte oder keine Bildung, zu viele Nachkommnen …

Jahrhunderte lang haben wir Industrienationen Afrika ausgebeutet, um selbst sehr gut zu leben und Profit zu machen. Wirklich geholfen hat den Afrikanern keiner. Die vielen sogenannten Förderprojekte aus Europa und den USA hatten als Motivation eine Markterschließung Afrikas für unsere Produkte. Seien es Landmaschinen, Pestizide usw. oder abgelaufene Medikamente und unser Müll. Nicht zuletzt Waffen an zweifelhafte Regierungen.  Oder man entwickelt einen Landstrich, nur um dort billigst an wertvolle Rohstoffe heranzukommen: Öl, Coltan, damit die SMS weiter flutscht, oder Edelsteine. Dazu erzeugt der Klimawandel durch unsere Egomanen-Wirtschaft noch zusätzlichen Druck auf die einheimische Landwirtschaft.

Dabei wäre es angebracht, den Menschen in Afrika wirklich zu helfen, damit sie gute Lebensmittel selbst erzeugen können und eine vernünftige Schulausbildung erhalten. Sicherlich würden dann endlich auch die Frauen sich wehren, als Arbeitsmaid und Bruthenne ein unterdrücktes Dasein zu fristen. In Pilotprojekten mit Frauen als Kleinstunternehmerinnen funktioniert das sehr gut. Eine Verbesserung des sozialen Status der Frau bringt Wohlstand und senkt die Geburtenrate. Vor allem “Bildung für alle” ist DER Schlüssel zum Aufschwung in jeglicher Form. Und den Extremisten aller Art, religiös oder nur durch Machtgier motiviert, muss Einhalt geboten werden. Es gilt den Menschen zu zeigen, dass sie auch zu Hause eine Alternative zu ihrem derzeitigen tristen Leben haben könnten. Dann landen sie sich auch nicht mehr als Treibgut im Meer oder strömen zu Heilsversprechern, die ihnen eine Waffe in die Hand drücken. Erneuerbare Energie wäre ein Hoffnungsträger: Aber nicht Felder mit Pflanzen für Treibstoff, das ist Zynismus pur!

Was die aufgefischten Flüchtlinge anbetrifft: Wir tun ihnen nichts Gutes, wenn wir sie als Entwurzelte nach Europa holen und wiederum als Menschen zweiter Klasse behandeln. Da man sie nicht so ohne weiteres integrieren kann, werden sie doch nur bestenfalls als billigste Arbeitskräfte missbraucht. Für religiöse Gruppen wieder ein paar arme Schäflein mit denen man sich publikumswirksam ablichten lassen kann. Für Neo-Nazis eine neue Opfergruppe, aus Frust schliesslich eine neue Tätergruppe.

Wir können den Afrikanern dort helfen, wo sie geboren wurden, und eine Heimat im eigenen Land ermöglichen. Wir müssen ihre Kultur verstehen lernen und nicht gleich versuchen Sie zu “missionieren” oder zu Europäern  zu machen! Gestattet ihnen ihre eigenen Glaubensvorstellungen, ob christlich, islamisch oder die alten Götter, und deren Eigenarten. Keine Radikalislamisten mehr, die ganze Landstriche terrorisieren. Lasst die übereifrigen Missionare bei uns in Europa, denn häufig genug ängstigen sie die Menschen mit Angst vor Höllenstrafen und dem Satan. Der ist besser bei den Evangelikalen in Amerika aufgehoben. In Afrika haben diese einfältigen “born again” Typen schon blutige Hexenverfolgungen ausgelöst. Finsteren Aberglauben, damit meine ich nicht die lokalen Heiler, die oft wertvolle Dienste in ihren Dörfern leisten, sondern die sogenannten “schwarzmagischen Praktiken” und die bizarren Genitalverstümmelungen bei Frauen, bekämpft man am Besten mit Aufklärung.

Vielleicht ist es aber auch unser verdientes Los, dass über Reisende die Seuche Ebola in unsere “zivilisierte” westliche Welt  eingeführt wird. Wahrscheinlich von hirnlosen Afrika-Touristen, die den Kontinent als Realversion eines Disney-Vergnügungsparks mit “echten” Eingeborenen und Kuschel-Löwen im Streichel-Safari Zoo ansehen.

“Ist der Massa gut bei Kassa, fliegt “First Class” er nach Mombassa”  … Die österreicherische Satiriker&Musikertruppe EAV geisselt genau diese Thematik in ihrem Song “Afrika”:

  • Da sah er zehn kleine Negerlein
  • mit geschwollenen Bäuchen, also muß das sein?
  • Der Ober schenkt ihm einen Cocktail ein.
  • Da fällt eines um und es waren nur mehr neun!
  • Das hat dem Otti den Urlaub vergällt.
  • Tja, das ist der Reiz der dritten Welt!

Das war 1983! Seither hat sich leider nur wenig zum Guten verändert.

In diesem Sinne, gute Reise!

 

Posted by on September 24th, 2014 Kommentare deaktiviert

Galerie im September: Uranus-Mythologie

Venus

Gewaltätiger Schöpfungs-Akt: Geburt der Venus

 

Uranos, ungezähmter Himmel

Götterdämmerung: Uranos, ungezähmter Himmel

Mehr zu Uranus:

Fraktalbilder meiner Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

 

 

Posted by on September 23rd, 2014 1 Comment

Waffenlieferung an Kurden im Irak

Gestern hiess es, wir werden an die Kurden keine Waffen liefern. Heute sind sich alle einig, bis auf die Linken, dass wir den Kurden unbedingt Waffen liefern müssen, damit Sie mit unserer Hilfe die ISIS zurückdrängen.

Wissen denn unsere Politiker überhaupt noch, was Sie gestern gesagt haben? Oder wird dann gleich an unsere Waffenindustrie gedacht, deren Lobbyisten bestimmt schon die Türen eingerannt haben, damit man wieder Geschäfte macht? Doublespeak, Doublethink und das Ministry of Truth von George Orwell’s 1984 fallen einem dazu ein. Was wird uns verheimlicht? Wer ist wirklich die bestimmende Kraft? Die Nato, Obama oder die Rüstungs-Lobby?

Bei Waffenlieferungen in solche brisanten Gebiete sollte das Volk entscheiden und nicht eine Regierung, die nicht mal mit 2/3-Mehrheit gewählt wurde. Wo bleibt die vielbeschworene Transparenz ?

Wer übernimmt die Verantwortung für unsere Soldaten, die schlecht ausgerüstet  dann vielleicht noch von unseren eigenen Waffen beschossen werden, die von ISIS erbeutet wurden und an ihre Taliban-Freunde im Hindukusch weitergegeben werden könnten. Auch diese Art Proliferation gibt es. Wie will unsere Familien- äh- Verteidigungsministerin Frau von der Leyen das den armen Halbwaisen unserer gefallenen Soldaten beibringen? Gut, wenn man erfährt dass von 50 Kampfhubschraubern gerade mal die Hälfte flugtauglich ist, und das nur eine weitere Episode unter den vielen Peinlichkeiten ist, die aus aus der Rumpelkiste der Vaterlandsverteidiger, ehemals bekannt als Bundeswehr, zu Tage gefördert werden, wundert einen gar nichts mehr.

Vielleicht sollte unsere Kampf-Uschi lieber Babytragen aus Kevlar ordern und dazu ganz kleine Kampfhelme, damit der Familentag äh Kampfeinsatz nicht tragisch endet.

Posted by on September 22nd, 2014 Kommentare deaktiviert

Rezensionen: Bücher, Filme etc.

Ich werde immer wieder Bücher, die auf der Reading List stehen, besprechen.

Die Reading List wechselt vorläufig monatlich, später wöchentlich.

Viel Spass beim Schnuppern und lesen!

 

Ambrosia

 

Fellow Craft

A Mason At Heart

Posted by on September 20th, 2014 Kommentare deaktiviert

Zivilcourage

Ehrwürdiger Meister, würdige und geliebte Brüder,

das Thema meiner heutigen Zeichnung befasst sich mit dem Begriff Zivilcourage.

Nie wieder darf es heißen:

  • Als die Nazis die Kommunisten abholten, habe ich geschwiegen, ich war kein Kommunist.
  • Als sie die Sozialdemokraten abholten, habe ich geschwiegen, ich war kein Sozialdemokrat.
  • Als sie die Katholiken holten, habe ich geschwiegen, ich war kein Katholik.
  • Als sie die Juden abholten, habe ich geschwiegen, denn ich war kein Jude
  • Als sie mich dann holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte!

Dieses Zitat stammt von Martin Niemöller, einem politisch engagierten Theologen. Er wurde wegen seines Widerstandes gegen die Nazis sieben Jahre in Konzentrationslagern gefangen gehalten. Was verstehen wir unter dem Begriff der Zivilcourage? Schlagen wir diesen Begriff in der freien Enzyklopädie Wikipedia nach:

  • Der Begriff Zivilcourage setzt sich aus den beiden Wörtern zivil (lateinisch civilis, 1. bürgerlich – nicht militärisch, 2. anständig, annehmbar) und courage (französisch, Beherztheit, Schneid, Mut) zusammen. Er kann als bürgerlicher, anständiger Mut übersetzt werden, mit dem ursprünglich ausschließlich das entsprechende Auftreten gegenüber nicht-zivilen Autoritäten (Militär, Polizei) gemeint war. Diese Auslegung erfuhr seit dem 2. Weltkrieg eine Veränderung – heute wird unter Zivilcourage das Auftreten gegen oder für die herrschende Meinung verstanden, mit dem der Einzelne, ohne Rücksicht auf sich selbst, seine persönlichen Werte oder die Werte der Allgemeinheit vertritt.
  • In westlich orientierten Gesellschaften zeigt derjenige Zivilcourage, der die Wertorientierungen der jeweiligen Gesellschaften, wie z. B. die “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte”, offen und ohne Rücksicht auf eigene Nachteile vertritt. Dies erfordert Mut, da derjenige, der Zivilcourage zeigt, die Repressionen der Herrschenden, der herrschenden Meinung oder des Mobs herausfordert. Zivilcourage kann nur jemand zeigen, der Verantwortung übernimmt und aus der Überzeugung handelt, die in einem sicheren Erfassen der anerkannten Wertvorstellungen, die unser Zusammenleben regeln, gründet. Zivilcourage verlangt zwar Wagemut und Einsatzwille, aber nicht ein Handeln um jeden Preis !
  • Nur derjenige kann Sie zeigen, aus der Vertrauen in sich selbst handeln kann, der also Selbstachtung und auch Selbstsicherheit besitzt.

Früher nannte man das schlicht Rückgrat haben, was bedeutet aufrecht zu stehen statt ein schleimiger Kriecher oder ein buckelnder Radfahrer zu sein. Mit Tapferkeit hat der Begriff nur wenig zu tun, eher mit dem Widerstand gegen Gruppendruck. Schon Bismarck schalt die Deutschen als wenig zivilcouragiert. Sie zeigten ihren Mut stattdessen lieber auf dem Schlachtfeld.

Dies scheint das Wesentliche der Zivilcourage zu sein: nicht vor den Mächtigen zu kuschen, sondern an der eigenen Meinung festzuhalten, auch wenn es inopportun ist und Nachteile bringt. Zivilcourage ist in diesem Sinn eine genuin demokratische Verhaltensweise: Ohne Amt und ohne öffentlichen Auftrag, allein im Namen der Vernunft und der Sittlichkeit gegen die Lüge und das Unrecht einzutreten. Zivilcourage darf aber nicht verwechselt werden mit kleinlicher Besserwisserei, mit Nörgelei, pathologischer Kritiksucht und bloßer Aufmüpfigkeit. Vielmehr braucht man sie gleichermaßen für zweierlei: Für das berechtigte Nein-Sagen, um Unrecht zu entlarven und Ungerechtigkeit zu verhindern, ebenso wie auch für das Ja-Sagen, um das als Wahrheit Erkannte durchzusetzen.

Oft müssen wir erleben, dass Menschen tatenlos bei Gewalttaten, Unfällen, Streitigkeiten oder allgemein Ungerechtigkeiten tatenlos zusehen. Dies geschieht durchaus in dem Bewusstsein, dass man sich bei unterlassener Hilfeleistung (z.B.: Ersthelfer ) strafbar macht.

Was hindert Menschen daran, Zivilcourage zu zeigen ?

Die Hemmnisse, die Menschen daran hindern, Zivilcourage zu praktizieren, sind zahlreich. Die Notwendigkeit, eingreifen zu müssen, wird oft gespürt, aber die Widerstände tatsächlich einzugreifen sind in den Menschen zu stark. Häufig ist es die Scheu vor Unannehmlichkeiten, die Menschen daran hindert, aktiv zu werden. Oder die Angst zu versagen, der Situation nicht gewachsen zu sein. In unserer überhasteten Zeit sind Menschen oft auch so stark in ihre Alltagsproblematik eingebunden, dass sie gar nicht mehr Zeit finden, Schwierigkeiten anderer Menschen wahrzunehmen. Sie sehen reflexartig weg, um nicht in etwas verwickelt zu werden, das sie fordert oder aufhält, weil sie selbst genug am Hals haben.

Wie kann man den Menschen die Notwendigkeit von Zivilcourage vermitteln ? Um auf das Zitat von Pastor Niemöller zurückzukommen, muss man den Menschen vor Augen halten, dass auch sie Opfer werden können, und Hilfe von Mitmenschen benötigen. Man kann zwar von einem Menschen nicht fordern, dass er eingreift in einer Situation, die er nicht verändern kann, ohne selbst zum Opfer zu werden. Aber es gibt viele Möglichkeiten des Eingreifens, auch ohne Märtyrertum. In den oben geschilderten Situationen sind neben dem Mut zum Handeln vor allem auch Umsicht und gezieltes Vorgehen gefordert. Für Alltagszwischenfälle wie Pöbeleien oder den Ersthelfereinsatz gibt es Trainingskurse, die einem helfen, solchen Situationen nicht unvorbereitet zu begegnen.

Die Grundlage für souveränes Handeln wird schon durch die Erziehung geschaffen. Was kann also schon im Kindesalter unternommen werden, um den Menschen das geeignete Rüstzeug mit zugeben ?

Ein mutiges „Nein“ oder ein engagiertes „Ja“ auch in unangenehmen oder gar gefährlichen Situationen zu sprechen, muss nicht nur im Elternhaus, sondern auch in der Schule gelernt und geübt werden. Voraussetzung dazu ist, ein Kind zunächst in seiner Selbstsicherheit zu fördern, indem es als Person ernst genommen und in seiner Spontaneität gefördert wird. Zu den Aufgaben einer Erziehung zur Zivilcourage zählt ferner die Herausbildung ethischer Normen des jungen Menschen, die ihn falsche Gruppensolidarität oder angemaßte Autorität erkennen und ablehnen lehrt. Zudem muss die Bereitschaft unterstützt werden, Verantwortung in den alltäglichen Situationen des Schullebens bewusst zu übernehmen. Dazu gehört auch die Fähigkeit zur Deeskalation von Konflikten und mutiges Einschreiten von Schülern gegen Unrecht in den Alltagssituationen des Schullebens, z. B. bei fragwürdigen Ordnungsmaßnahmen oder gegen Ansätze von Gewalt unter den Schülern selbst. Erst Erziehung zur Zivilcourage stärkt das Rückgrat der Jugendlichen soweit, dass sie sich nicht einer modernen Variante des Untertanengeists willfährig hingeben. Leider ist oft zu bemerken, dass die Persönlichkeitsbildung in diesem Sinne durch Schule und Elternhaus nicht in dem gewünschten Umfang stattfindet.

Ungünstige Einflüsse durch Vermittlung fragwürdiger Vorbilder und Verhaltensweisen (wie Werbung, Unterhaltungsindustrie) prägen Jugendliche heute oft wesentlich stärker. Leider ist die Botschaft dieser „Idole“ oft eine Definition des Selbst durch Statussymbole rein materieller Art oder ein Lobgesang auf den Egoismus, bzw. beides zusammen. Die Rolle des gemobbten Aussenseiters als Sündenbock für die Frustrationen des Schulalltags und des Elternhauses ist mehr die Regel als ein Einzelschicksal geworden.  Unregulierter Gruppendruck fördert Duckmäusertum, wie gewünscht. Explodiert ein Opfer dann in einem Amoklauf, heuchelt man Ratlosigkeit, leugnet aber das wirkliche Problem.  Denn welcher Art Regierung wünscht sich wirklich souveräne Persönlichkeiten als Untertanen? Der stromlinienförmige, gut “eingefettete” Erfolgstyp dürfte da eher dem Wunschbild entsprechen, denn der ist berechenbar, und notfalls käuflich.

  • “In Deutschland kommt man mit Kriechen schneller vorwärts als mit Meckern”sagt die Schnecke zur Ziege, in einem bekannten Witz aus dem 1000jährigen Reich.

Was können wir als Freimaurer dafür tun, dass der Verdrängung humaner Werte und Ziele in unserer modernen Gesellschaft entgegengesteuert werden kann? Die Freimaurerei wird von einem inneren Wertesystem bestimmt und zusammengehalten.  Symbolisch stehen dafür die drei Säulen, auf denen die Loge ruht und die uns zugleich Anleitung geben, mutig beim Tempelbau voranzuschreiten. Die Säule der Stärke macht uns standhaft für die Auseinandersetzung mit der profanen Welt und leider auch manchmal in unserem Kreise. Die Schönheit hilft über manche Dunkelheit und Hässlichkeit des Alltages hinweg, und die Weisheit schließlich gibt uns die Fähigkeit, unser Leben auszurichten und zu ordnen. Wir nutzen die Stärke und die Weisheit, um uns für die Tapferkeit die notwendige Vernunft geben. Dieser Idealzustand wird aber, wie bereits gesagt, nicht vorgegeben, sondern ist der Lohn für die Arbeit am rauen Stein, die vor allem auf Selbsterkenntnis und Achtsamkeit fusst. Ein Quelle der Kraft, sich solchen Herausforderungen zu stellen, liefern auch die Tempelarbeit und die Gespräche mit den Brüdern. Durch die Bruderkette im Geiste findet man Rückhalt für die eigenen Überzeugungen. Doch wie ist es um die Praxis der Zivilcourage bei uns als Gruppe bestellt? Sollen und wollen wir uns z. B. öffentlich gegen oder für Dinge der profanen Welt aussprechen ? Was kann die Organisation der Freimaurer tun?

Oder wollen wir es allein dem einzelnen Bruder überlassen? Als Loge oder Verein könnten wir zum Beispiel Aufklärung durch öffentliche Vorträge zu diesem Themenkreis leisten. Auch wäre eine Unterstützung von Vereinigungen, die sich den Auswirkungen einer von immer mehr stromlinienförmigen Menschen geformten Gesellschaft entgegenstellen sinnvoll und notwendig. Wir können im Bewusstsein des oben gesagten in der profanen Welt versuchen, ein Vorbild zu sein und unsere Stimme gegen den Verlust ethischer Grundsätze in einer von Angst und Konsumwahn regierten Gesellschaft erheben. Nicht nur im stillen Kämmerlein, sondern durch Öffentlichkeitsarbeit. Wehret dem Unrecht, wo ihr es antrefft ! Diese Aufforderung sollte jedem Bruder wohlbekannt sein.

Zeigen wir doch mal Zivilcourage !

 

Ehrwürdiger Meister, meine Zeichnung ist beendet.

 

Posted by on September 16th, 2014 2 Comments

ABI 2014

News Ticker heute: Zuviel Handy-oder Game-Gedaddel lenkt ab und macht unkonzentriert oder nervös, weil man sich nicht mehr bewegt. Dafür gibt es dann Pokemon – Go!

News Ticker gestern: Das Acht-Klassen Abi überfordert Jugendliche und macht Kopfschmerzen … die Kids haben gar keine Zeit mehr für Hobbys.

Was denn nun? Freizeit für Gameboy, SMS und sich gegenseitig per Handy-Cam abzulichten ist ja wohl da ….

Dann liest am Auto eines zukünftigenHoffnungsträgers stolz: ABI 2014.

Oh Himmel, das Abitur war zu unserer Zeit einfach ein Mittel zum Zweck um dem Elternhaus zu entfleuchen und ein Studium anzufangen, keine besonders grosse Sache. Ach ja und wir hatten auch schon den Numerus Clausus. Der war aber strenger, und es gab trotzdem mehr Studenten.

Dazu eine allgemeine Vogel-Strauss-Politk. Besser niemand merkt, dass das Bildungsniveau und der Leistungsanspruch an unserern Schulen sowieso dem absoluten Nullpunkt zustreben. Die weiterführenden “Bildungsinstitutionen” entlassen heute nach dem Abitur nicht mündige Bürger, sondern Spätpubertierende, häufig antriebslos oder in einer “Findungsphase”. Was auch immer dies heißen mag. Schuld an der Fehlentwicklung sind auch die Jugend-Psychologen, die am liebsten die “Kleinen” möglichst bis ins Alter von 20 jahren nicht überfordern wollen, damit sie länger in einer Spielphase verweilen können. Das grosse Spiel des Lebens geht unterdessen vorbei, oder man will erst gar nicht mitspielen, zu real, zu langweilig zu UNCOOL. Was daraus geworden ist, zeigen die diversen PISA-Studien, die man aber mittlerweile besser zu manipulieren gelernt hat.

Sind die angehenden Akademiker erst einmal an der Universität, geht dieser Trend weiter:  Thema Noten-Inflation. So werden Arbeiten nach einem “neuen” Benotungschema beurteilt. Die schlechteste Note ist dann eine 2-.

Da werden Veteranen des akademischen Bildungsganges aufhorchen – Wie Bitte?

Ganz einfach, ein Professor kann doch keine schlechtere Note vergeben, denn dann würden ja keine Studenten mehr zu ihm kommen. Wenn sich erst einmal herumspricht, dass er schlechte Noten erteilt. Und Studenten, die Ihre Masterarbeitet oder Doktorarbeit machen,  sind nun mal billiges und williges Arbeitsvieh, auf das der Herr Professor nicht verzichten kann.

Falls sie sich als  totale Nieten erweisen, kann man sie ja den Stabsmitarbeitern aufbürden, die werden dann schon eine Art “Abschlussarbeit” zusammen basteln. Bei manchen dieser Kandidaten wirkt wohl eine Mischung aus Kindchenschema und Mitleidseffekt bei ihren Betreuern. Allerdings  kann man so leider gute junge Akademiker, die wirklich etwas können, und schlechte, denen fast noch die Arbeit geschrieben wurde nicht mehr unterscheiden. Für in diesem Umfeld entstehende Doktorarbeiten gilt dann oft die Devise: “Nicht sagen, nichts fragen”.

Aber das zählt vielleicht bei Bewerbungen sowieso nicht mehr, da muss der Mitarbeiter zu uns passen, sein fachlicher Hintergrund ist eher unwichtig. So der O-Ton eines HR Fachmanns einer grösseren Automobilfirma in einem TV-Interview.

Na dann gut Rückruf und Patente ade!

Aber die haben sowieso schon die Chinesen.

 

 

 

 

Posted by on September 9th, 2014 1 Comment

Schamlos ohne Ende …?

Gott mit dir, dem Bayernvolke,
dass wir, uns’rer Väter wert,
fest in Eintracht und in Frieden
bauen uns’res Glückes Herd!

Bayernhymne, 2. Strophe …

Wie moralisch verkommen muss man sein, dass man in Anstalten von psychisch Kranken Modelle herstellen lässt und sie teuer in Amerika verhökert? Gibt es da nicht Parallelen zum 3.Reich, als sich die Nazi-Bonzen der diversen Talente ihrer eingesperrten Opfer skrupellos bedienten?  In den USA gibt es solche Praktiken schon länger, unter anderem in Gefängnissen, das nennt sich dann euphemistisch: “Made with pride in the USA. Wie kann so etwas in einem sogenannten Freistaat geschehen und die Justizbehörde duldet es? Muss man da nicht befürchten, dass das nur die Spitze des Eisberges ist?  Dass kann durchaus kein Einzelfall sein, Filzokratie ist leider so bayrisch wie das Wiesnhendl, auch wenn das Oktoberfest von einem Preissn erfunden wurde – lol! . Schon Wilhelm Busch karikierte das, und auch in der beliebten  Krimiserie “Der Bulle von Tölz” wird das “Bavarian Networking”  von Baulöwe Rambold, Landrat, Abgeordneten und Staatsanwaltschaft zur Schau gestellt. Nur dass hier auch noch unter der Kleriker-Kutte des flinken Prälaten der schwarze Qualm hervorquillt.
Wie lange sollen wir Bürger diese Filzokratie – Auswüchse noch hinnehmen ? Immerhin werden Dinge ruchbar und der Teppich dünner, unter dem sie stecken, wie weiland die Beschäftigungsaffäre im Landtag gezeigt hat. Hoffentlich findet auch eine generelle Verdammung solcher Praktiken statt, auch indem man potentielle Kandidaten für Staatsämter etwas deutlicher unter die Lupe nimmt. Dass sie gerade nicht aus dem hochgedienten Parteikader  stammen, sondern wegen ihrer persönlicher Integrität gewählt werden.

 mppig

animation:sevenoaksart.co.uk

 

Posted by on September 8th, 2014 Kommentare deaktiviert