Archive for Oktober, 2014

 

Und noch einmal die Acht: Alchemie und Kamea des Mercurius

Manifold of Infinites: Neptun trifft die Lemniskate

Manifold of Infinites:
Neptun trifft die Lemniskate: Gegenpol des Merkur
©scrano2015

Sigille auf der Kamea des Merkur
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Magisches Quadrat, Kamea des Merkur

Die Sigille des Merkur basiert auf  dem 8×8 Quadrat, dessen Spalten-, Zeilen- und Diagonalsumme  ergibt 260, die Quersumme wieder 8. Neben der 3, ist auch die acht dem Merkur zugeordnet, dem alchemischen Merkurius und dem Hermes Trismegistos.

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Hermes Trismeghistos mit der Lemniskate:
Sie umgibt die beiden grossen Lichter – Sonne und Mond.
Bei Jung symbolisieren sie Animus und Anima,
die im alchemistischen Prozess der Seele (chymische Hochzeit) vereint werden müssen.

Auch hier ist sie Sinnbild der Transformation. Daher hat auch der grosse Hermes der Alchemie stets eine Lemniskate als Teil seiner Ikonographie: z.B. in den Schlangen des Caduceus.

Die Zahl acht hängt auch mit der Ishtar-Venus zusammen, in einem Verlauf von acht Jahren beschreibt der Planet Venus sein Pentagramm der unteren Konjunktionen. Weiterhin hängt die Venus mit der 13 (8+5) zusammen, welche im Maya-Kalender die Basis der Monatsberechnung lieferte. In den acht Erdumläufen für das Pentagramm umrundet die Venus die Sonne genau dreizehn mal. Die 13 verbindet auch die beiden weiblichen Archetypen, Venus und Mond. Der Mond durchläuft in einem Erdjahr 13 Zyklen.

In Babylonischer Überlieferung wird deshalb der Morgenstern als Symbol der Ishtar/inanna mit acht Strahlen dargestellt. Auch auf der Tarotkarte: “Der Stern”, die das Wassermannprinzip verkörpert, finden wir acht achtzackige Sterne der Venus, aus ihrer mythologischen Geburt im Uranus-Mythos.

Diese Karte mit der Nummer 17, ihre Quersumme ergibt ebenfalls acht. Aus dem Sturz des Uranus entsteht Venus als neuer Schöpfungsarchetyp. Wiederum das Thema der Regeneration und Transformation.

Der berühmte Mathematiker Leonard Euler (*1707) fand heraus, das sich dieses Quadrat auf ein Schachbrett projizieren lässt. Folgt man den Ziffern, kann man sich mit dem Springer (Pferd) per Schachzug durch alle Zahlen der Reihe nach (also 1, 2, 3, 4, 5, …, 61, 62, 63, 64) bewegen! Vielleicht der Ursprung des Schachspiels – erfunden von einem Reitervolk aus Persien.

 

Posted by on Oktober 29th, 2014 Kommentare deaktiviert

Zahlenmystik: Die Macht der Acht

Ein kleiner Auszug aus meinem Vortrag: “Die Macht der Zahl”.

Acht:

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Pluto – Buddha – Lemniskate – Tarot

Bei den Pythagoräern war die Acht herausragend durch die Tatsache, dass sie die erste Kubikzahl unter den natürlichen Zahlen darstellt. Sie symbolisierte Freundschaft und Gerechtigkeit, da sie die Potenzierung der ersten geraden Zahl ist. Als Erhöhung der Zwei symbolisierte sie die Gleichheit aller Menschen und den Ausgleich durch das Naturrecht. Ausserdem legt die Zahl acht durch die Oktave in der Musik die Ordnung der natürlichen Tonreihe fest. Daher gehört die Acht auch zur Maat, der Asträa und damit zur Tarot-Karte Gerechtigkeit, und nicht die 11. Die Zuordnung der Lemniskate (Acht) zur Ikonographie von Magier und Stärke hängt mit Prozessen der Überwindung zusammen: Der Elemente beim Magier, des eigenen Stolzes und Egoismus bei der Stärke. Letztere passt daher eher zur 11 des Wassermannprinzips: Der Löwe, Gegenpol des 11. Hauses wird nämlich in der Symbolik durch den Geist in Form einer Frauengestalt  überwunden.

Im Christentum war die Acht die Zahl der Auferstehung, da die Aufaddierung aller gematrischen Werte des Namens Jesu in griechischen Buchstaben 888 ergibt. Es gab acht Seligpreisungen in der Bergpredigt.

Im Judentum:  Acht Menschen werden mit der Arche gerettet, acht Tage nach der Geburt fand die Beschneidung statt,  am 8. Tag nach Beginn der Monatsblutung gilt die verheiratete jüdische Frau wieder als rein. Das Fest der Tempelweihe dauert acht Tage: Es wird „mit Öl gefeiert, das acht Tage lang brennt“; die Worte Öl (schemen), Acht (schmona) und Messias (maschiach: Öl-Gesalbter) als „König des achten Tages“ hängen im Hebräischen untrennbar zusammen.

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Pluto: Astrologische Chiffren. Coatlicue: Aztekische “Magna Mater”.

Die Einheit mit Gott als Neuanfang und Weltvollendung (Verklärung der Materie: 2³ -> die Materie, der Körper aus dem 2. Haus mit der göttlichen Drei zusammengeführt). Die Zahl der Unendlichkeit, daher auch die liegende Acht als Symbol des Unendlichen in der Mathematik. Acht im Zodiak stellt das Prinzip des Hauses dar, in dem das Plutoprinzip und der Skorpion regieren. Tod, Loslassen und Lösen von Bindungen, Kreisläufe und Wiedergeburt, Erneuerung und Transformation. Wie der Schmetterling von der Raupe über die Puppe zum Falter wird, wobei er seine Form zwischendurch vollständig aufgeben muss, hat auch das Zeichen Skorpion drei Phasen: Skorpion oder Schlange, Adler und Phönix. In dem archaischen Bild erkennt man noch Reste des alten sumerischen Etana-Mythos, welches im Kern das uralte Schöpfungsepos von Schlange, Adler und Weltenbaum der schamanischen Kosmologie enthält. Die Reifungsstufen des achten Hauses durchläuft der Mensch nur, indem er sich seiner dunklen Seite stellt: Hier herrscht Pluto, der Schatten, der Gegenspieler des Prinzips des Begehrens aus dem 2. Haus und des solaren Ego. “Total Eclipse of The Heart” , wie im Song von Bonnie Tyler beschreibt dieses Gefühl, von seinem Schatten überwältigt zu werden. Eclipse heisst: Finsternis, die Bedeckung der Sonne durch den “Schwarzen Mond”. Die astrologische Symbolik des Pluto ist interessant, abgesehen von PL (nach Percival Lowell, seinem Entdecker), einerseits eine Ähre, wie Pluton, “der Reiche” als Bündel auf dem Kopf trägt. Eine Verbindung zum Demetermythos. Dann die Schalen-oder Kelchartigen Chiffren: Allesamt sehr weiblich, pures Yin, ein dunkler Mond. Eine schwarze Mutter, wie die atztekische Coatlicue, die auf der Abbildung dargestellt ist. Eine chtonische Figur, wie die alten “Magna Mater” Göttinnen, gleichzeitig erd-und mondhaft, der voreisenzeitlichen Gesellschaften. Immer der Gegenpol zum solaren Prinzip: Schön ausgedrückt wird dies im Mythos von Apollon, der in Delphi die Erdschlange, den Python bezwingt und dessen heilige Stätte zum Ort seiner eigenen Verehrung macht. Der Name Pythia für die Orakelpriesterinnnen lässt das noch erkennen: Deren Weissagung entspringt den Dämpfen einer Erdspalte. “Gnothi Seauthon”: Erkenne Dich Selbst, stelle Dich Deinem Schatten.

Auch in hinduistischen Glaubensvorstellungen ist die Zahl acht wichtig: Sie ist die Zahl Shivas, acht Speichen hat das kosmische Rad der Veden. Generell ist im indoeuropäischen Raum die Acht ein Symbol für die Zeit: Acht Eckfeste gab es bei den Kelten: 4 Mond- und 4 Sonnenfeiern. Acht ist auch die Zahl des Saturn, neben dem Pluto der andere Herrscher über die Endlichkeit. Zusammen mit Asträa/Nemesis verkörpern diese Archetypen das Prinzip: “Abgerechnet wird zum Schluss!” Im asiatischen oder indischen Kulturraum bedeutet das Karma. Auch hier ist die Acht vertreten: Das alte China verehrt diese Zahl ebenfalls als kosmisch: Es gibt acht Weltecken, die acht ist die Grundlage des I-Ching: 8×8 Hexagramme. Global anzutreffen ist das Phänomen der Verbindung der Acht mit Schlangen oder Drachen, was in der Chiffre selbst schon zu sehen ist.

Die allegorische Figur hierzu liefert der Ourobouros, der schon im alten Ägypten bekannt war: Die Schlange, die sich in den Schwanz beisst. Ebenso ein Symbol der Alchemie, da das achte Haus des Zodiak auch für Transmutation steht, vor allem aber für die Putrefaktion. Er lieferte auch die Grundform der Lemniskate, der liegenden Acht für Unendlichkeit.

Im Buddhismus gibt es dann den “Achtfachen Pfad zur Erleuchtung“. Der Weg zur Erkenntnis führt über vier edle Wahrheiten und das Verständnis der Ursachen für das Leiden:

  1. Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
  2. Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
  3. Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
  4. Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad.

Das klingt ganz nach der Thematik des achten Hauses und des Skorpion-Prinzps.

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Der achtfache Pfad zur Erleuchtung

Nach der Krise der Materie in der Acht, nun die Weisheit der Neun: Sinnfindung, das Erlangen eines höheren Wertesystems, Ethik, Weitblick. Die potenzierte 3, Göttlichkeit im Quadrat sozusagen, wenn da nicht … aber davon mehr später. Der Zusammenhang zwischen 2, 3, 8 und 9 spielt auch in der Freimaurerei eine Rolle. Last but not least: Eine mathematische Kuriosität, diese Abfolge 2^3 -> 3^2, einzigartig in der Welt der natürlichen Zahlen. Bewiesen wurde diese Tatsache vom Mathematiker Catalan 1851.

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Shiva tanzt

In meinen Vorträgen gibt es eine noch ausführlichere Darstellung der hier umrissenen Thematik. Für Brr. Freimaurer habe ich eine komplette Vortragsreihe zur Zahlenmystik im freimaurerischen Ritual und dessen Symbolik zusammengestellt, die auch in Form eines 1-2 tägigen Workshops stattfinden kann.

 

 

Posted by on Oktober 28th, 2014 Kommentare deaktiviert

Hekate’s Zaubergarten: Korrespondenzen, Symbolik und kleine Rituale

Guardian

Drachen gehören zu den Attributen der Hekate. Sie sind eigentlich ein urweibliches Symbol
der Erdmutter und der dunklen Mondin. The Keeper ©scrano 2016
Medea, Priesterin und Tochter der Hekate besass ein Gespann feuriger Drachen.

Hekate wird häufig, vor allem seit der Spätantike mit der “Alten” gleichgesetzt. Genauso wie Frau Holle und der Mond hat sie aber viele Gesichter. In ihrer ursprünglichen Heimat wurde sie eher als jüngere Frau dargestellt, oder in der weit verbreiteten Dreigestalt mit den zu ihr gehörenden Tieren: Pferd, Schlange und Hund. Ihre Attribute: Zwei Fackeln, Schlüssel, Geissel, Strick, Messer.

Hekate: William Blake, dreigestaltig mit Esel/Pferd, Uhu und Reptilien.

Hekate: William Blake, dreigestaltig mit Esel/Pferd, Uhu und Reptilien.
Quelle:PD

Korrespondenzen

Farben:

  • Schwarz und Weiss, dunkles Purpur, ähnlich Pluto oder Saturn.

Zeitqualität:

  • Sternklare Nacht vor allem des Winters, Nacht des Neumonds, letzter Tag des Monats (war im griechischen Kalender zu Neumond). Für Frauen die Zeit ihrer Menstruation.

Monate:

  • November, die Zeit des Skorpions, Februar, der 16.2. ist das griechische Hekatefest, generell die Zeit des Vorwinters und des Spätwinters.

Minerale:

  • Schwarze oder silbrige, eine Mischung aus Mond und Saturn/Pluto, wie auch bei Frau Holle:
  • Onyx, dunkler Labradorit-Mondstein, Jet, schwarzer Turmalin, Hämatit, Obsidian, Schneeflocken-Jaspis, Rauchquarz.

Zahlensymbolik:

  • Mit dem Mond und der Unterwelt verbunden: Die 9 (3×3) und die 8.

Zur Tarotmeditation:

  • “Die Hohepriesterin”, “Das Schicksal” (Das Rad, Das Gewebe), wie bei Pluto auch die Achten.
  • Acht der Stäbe: Auflösen der Hindernisse, Willensblockaden.
  • Acht der Schwerter: Loslassen von fixen Gedankenmustern, Zwangsgedanken.
  • Acht der Kelche: Loslassen von obsessiven Gefühlen.
  • Acht der Münzen: Reproduktion, Neu-Erschaffen.

Tiere:

  • Uhu, Wolf, Hund, schwarze Tiere, Kröte (Symbol des Fötus), Schlangen und Reptilen (chtonische Tiere), Spinnentiere.

Mythische Kreaturen:

  • Cerberos, Drachen, die Schicksalsgöttinnen:  3 Parzen, 3 Moiren, wie die 3 Nornen nördlich der Alpen.

Pflanzen: wie bei Frau Holle: Saturn, Pluto und Mondsignaturen:

  • Holunder, Mandragora, Nachtschattengewächse, Knoblauch, Minzen, Zypresse (Saturn), Thuja (Pluto), Sadebaum, Eibe (Pluto), Pappel, Weide, Schierling, Eisenhut (aus dem Geifer des Cerberus), Lavendel (Merkur), Myrrhe (Mond), Patchouli (Venus), Granatapfel (Venus,Pluto).

Zur Meditation nicht nur für Frauen:

  • Themen wie Vergänglichkeit, natürliche Kreisläufe, Schicksal, Loslassen, Überwindung, Abstreifen schädlicher äusserer und innerer Prozesse, Reinigung des Hauses und der Psyche.
  • Ein Archetyp, den man in sich erwecken kann, bei Problemen: Gerechtigkeit, Krisen, Grenzerfahrungen, zum Schutz, zum Erwecken der eigenen Intuition. Die Stimme der Altersweisheit. Verbindung mit den Ahnen.
  • Charitable Unternehmungen wie Spenden von Nahrungsmitteln an z.B. “Die Tafel”, entsprechend dem Hekate Deipnon. Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickeln: Nicht “Ending is better then mending”, sondern Recycling.

In extremen Lebensphasen besonders für Frauen:

  • Für die Geburtsvorbereitung, beim Eintritt der Menopause.
Hekate

Hekate, mit Granatfrucht, Messer und Schlüssel.
Man beachte:
Sonnenrad-Schmuck an DREI Ketten und Mond-Sichel!

Generell kann man mit Hilfe von mythischen Figuren wie Hekate, durch Rituale, die sich mit deren Symbolik beschäftigen Kraft für Übergänge zwischen Lebensphasen schöpfen.

Räucher-Ritual:

  • 3 Teile Sandelholz
  • 2 Teile Zypressenholz
  • 1 Teil Minzeblätter oder Patchouliblätter

An Neumond im Mörser zermahlen auf Kohle oder Räuchersieb (geht gut, da keine klebrigen Harze) verräuchern.

Wer lieber Aromaöle mag:

  • 3 Tropfen Myrhhe
  • 2 Tropfen Zypresse
  • 1 Tropfen Patchouli
  • 1 Tropfen Minze

Entweder in die Aromalampe geben (Wasser nicht vergessen!) oder dem Badewasser zufügen. Nur naturreine ätherische Öle verwenden, keine Parfümöle oder synthetische Düfte!

Diese Duft- und Räucherzeremonien eignen sich auch zur Erinnerung an verstorbene Familienmitglieder, Freunde oder das geliebte Haustier. Wem solche Rituale Kraft geben, kann sich einen kleinen Schrein einrichten, wie man ihn auch aus asiatischen Kulturen kennt, mit Fotos, liebgewordenen Erbstücken, persönlichen Gegenständen. Ein Platz an dem man sich wieder zurückerinnern, eine Verbindung zu seinen Wurzeln herstellen kann. Für solche Momente sind Rituale mit Kerzen, mit ihrer lebensspendeneden Lichtsymbolik, und Räucherungen einfache, aber sehr wirkungsvolle Hilfsmittel.

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Colchicum autumnalis, nach der Heimat von Medea,  Priesterin von Hekate aus der
Argonautensage. Das historische Colchis lag in Georgien. ©beast666 2016

Auch ein Platz mit einem der Jahreszeit entsprechenden Schmuck aus Blumen, Früchten und Gegenständen ist ein kleiner Fokus, der in unserer schnelllebigen Zeit, in der alles verschwimmt, einen Moment Atempause verschaffen kann. Eine Rückverbindung mit der Natur und ein wenig Struktur, die die saisonalen Festtage, Weihnachten, Ostern etc. nicht mehr geben können: Man denke nur an Lebkuchen im September und Weihnachtsschmuck im Oktober. Kaum ist der Niklaus aus dem Haus, nähert sich schon drohend, mit wackelnden Plüschohren oder aus Schokolade der Osterhase. Alles für den Kommerz.

Hekate wurde auch mit Heilwissen in Verbindung gebracht:

  • „Der Trank der Hekate“
    Ein schmerzlindernder, fiebersenkender, antirheumatischer Tee aus Weidenrinde und Pappelknospen, welche beide Salicinsäure (Aspirin) enthalten.
    Pappel und Weide stehen  - wie Hekate selbst - im Mythos mit Tag, dem Teilaspekt der Magna Mater, der auf Apollon Hekatos überging, und Nacht, mit Leben und Tod in Verbindung, denn beide Baumarten symbolisieren mit ihrer hellen und dunklen Blattseite das Leben und die Schattenseite, die Unterwelt..

Pappelknospen waren lange in der Volksheilkunde ein Bestandteil von Schlaf- und Fiebersalben. Auch in den Rezepturen sogenannter Hexen- oder Flugsalben spielen sie eine Rolle.

Hekate hatte zwei berühmte leibliche und geistige Töchter, die Zauberpriesterinnen (nicht Hexen) Medea und Kirke, letztere eine Tochter auch des Helios, der Verkörperung der Mittagshelligkeit. Ein letzter Sonnenstrahl für Hekate, das solare Merkmal, den Falken teilte die Kirke auch mit Freya, der germanischen Meisterin der Magie. Beide Frauengestalten hatten schon deutliche ambivalentere, bei Kirke etwa, oder düstere Züge, wie bei Medea. Ein Anzeichen für die die Tendenz zur Dämonisierung des Weiblichen, schon in der Antike.

Die botanische Welt der Hekate zugerechneten Gewächse ist vielfältig, aber man trifft auf sehr stark pharmakologisch wirksame Drogen, darunter auch potente Giftpflanzen.

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Düstere Ausstrahlung:
quelle: Aconitum napellus.

Neben den typischen Hexenpflanzen mit der Saturn-, Mond- und Plutosignatur findet man auch eindeutig solare, wie den Safran, der auch Bestandteil einer ihrer Anrufungen ist.

Allerdings ist auch der Safran psychoaktiv, wie viele andere Hekate-Pflanzen: Mohn oder Bilsenkraut.

Natürlich dürfen die toxikologischen Schwergewichter nicht fehlen:

  • Herbstzeitlose: Colchicum  (Saturn, Pluto), äusserlich ähnlich dem Safran!
  • Eisenhut: Aconitum (Saturn, Pluto)
  • Mandragora (Saturn, Pluto)
  • Sadebaum, Thuja (Saturn, Pluto)

aber auch Alpenveilchen, Wacholder, diverse Minzen, besonders Poleiminze, welche zusammen mit dem Sadebaum oder der Thuja als Abortivum gebraucht wurde. Generell wachsen etliche emmenagoge und krampflösende Pflanzen, die in der Frauenheilkunde Verwendung fanden, im Zaubergarten der Hekate. Sehr passed für eine Beschützerin von gebärenden Frauen. Schliesslich war sie auch die  Patronin der Hebammen in der Antike und zusammen mit den drei Parzen oder Moiren wurde sie auch als Schicksalsgöttin verehrt. In ihrer triformen Gestalt beherrschte sie die Wegkreuzungen, und damit auch im weiteren Sinn die Entscheidungen und Grenzsituationen des Lebenswegs.

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Aconitum mit fratzenhaften Blüten. ©beast666 2016

 

Posted by on Oktober 25th, 2014 Kommentare deaktiviert

Sonne im Skorpion: Pagan Poetry

Pagan Poetry

Fraktalbaum: Pagan Poetry, inspiriert von Björk.

“Pagan Poetry”

Pedalling through
The dark currents
I find
An accurate copy
A blueprint
Of the pleasure
In me …

Auszug aus dem Songtext

Björk, Sängerin, Schauspielerin, Avantgarde Künstlerin. Aus ihrem Album “Vespertine”.
 

Björk, eine Ausnahmekünstlerin aus Island, geprägt von Uranus, Pluto und Neptun. Pluto ist ihr Geburtsherrscher: Sonne, Mond und Aszendent im Skorpion, der Pluto steht mit Uranus eleviert am MC. Der Song, dessen Text oben präsentiert wird ist ein sehr intensives Stück, das dazu gedrehte Video war ein Skandal. Sowohl die Art der Performance, als auch die geschilderte Thematik ist typisch für Pluto und Uranus: Schmerzliche Leidenschaft, Obsession bis zum Fetischismus (Pluto), Sexualität als “Petit Mort”, das zweite Thema des achten Hauses, sein Ego loszulassen, die Bereitschaft zur tantrischen “Unio Mystica”. Die drastische, schockierende bildliche Darstellung (Uranus), in ihrer Symbolhaftigkeit sehr aufschlussreich. Ein weiteres ihrer avantgardistischen Musikstücke trägt schon den passenden Namen: Pluto. Dass sie auch eine neptunische Seite besitzt, zeigt sie in dem sehr dunklen Film: “Dancer in the Dark”, eigentlich ein Musical!  Ihr interessantes Horoskop mit einer Kurzbiographie ist Thema eines weiteren Posts. Ich werde es anlässlich ihres Geburtstages am 21.11. besprechen. Auch dem Pluto werde ich noch mehrere ausführlichere Artikel widmen.

Posted by on Oktober 18th, 2014 Kommentare deaktiviert

Magie der Worte: Abrasax – Abraxas – Abrakadabra – Avada Kedavra

Schutzmagie: Abrasax- Abraxas - Abrakadabra.

Schutzmagie: Abrasax- Abraxas – Abrakadabra.

Abraxas ( ΑΒΡΑΞΑΣ, Variante von Abrasax, ΑΒΡΑΣΑΞ) war ein Wort mit mystischer Bedeutung im Glaubenssystem des Gnostikers Basilides. Damit meinte er den “Grossen Archon” ( megas archōn), den Herrscher über die 365 Himmel (ouranoi). Die Anzahl sieben für die Buchstaben des Wortes ist ein Hinweis auf die sieben klassischen Planeten – Sonne Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, und Saturn. Die gematrische Quersumme aller Lettern ergibt 365, eine Verbindung zur Sonne und dem Kosmos. Neben gnostischen Texten findet man es auch in Hellenistischen Zauberpapyri. Auf Schutzamulette wurde das Wort ebenfalls eingraviert, welche eine weite Verbreitung bis ins Mittelalter hatten. Abraxas (ΑΒΡΑΞΑΣ), das vermutlich aus der Verwechslung der griechischen Buchstaben Sigma und Xi in der lateinischen Übersetzung entstanden ist, wird in der Volksmagie zum gemeinhin verwendeten, populären Begriff, obwohl ABRASAX in den gnostischen Texten nur in der richtigen Schreibweise zu finden ist.  Auch die Zauberformel Abrakadabra könnte von ihm abstammen, obwohl auch andere Erklärungen existieren. Die seltsam-atavistische Gestalt des Abraxas wurde wahlweise als eine ägyptische Gottheit oder ein Dämon angesehen. C.G. Jung bezeichnete ihn als eine Vereinigung der kosmischen Gegenpole, in dem sich die Figuren des christlichen Gottes und des Teufels vermischen. Schon in der Antike war Abraxas als Allegorie vielen Gottheiten zugeordnet, vor allem solchen mit sonnenhaften Bezügen: Mithras, Jesus, Belenus oder sogar Yahweh. Er war sehr populär und sein Kult hielt sich bis ins Mittelalter, wobei er immer mehr ins dämonische Lager wechselte. Seine Gestalt als Portrait eines hahnenköpfigen (solares Prinzip, der Hahn begrüsst morgens die Sonne als erster) Mannes auf Schlangenfüssen, (vom Caducceus der Hermes stammend), die Geist und Wort versinnbildlichen, mutet etwas bizarr an. Er trägt den Schild der Weisheit (Athenas Gorgonenschild) und die Geissel der Macht, letzteres wohl ein ägyptischer Einfluss, den man von Darstellungen von Pharaonen kennt. Manchmal fährt er einen Wagen mit einem Gespann von vier Pferden, die die Elemente symbolisieren. Es finden sich oft auch Chiffren: IAΩ, das die göttliche Allheit bedeutet, ähnlich wie AUM im Hinduismus: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft oder Werden, Sein, Vergehen. Dazu noch die Anrufung: Ewige Sonne. Das Ganze erinnert auch ein Bisschen an die Tarot-Karte: “Der Wagen”.der-wagen Diese wird mit dem Willen, der Durchsetzung und dem Triumph in Zusammenhang gebracht. Hierzu passt auch die Kartennummer 7, hier solar im Kontext mit der 7-Tage Woche und den 7 klassischen Planeten zu sehen, sowie die Darstellung des Wagenlenkers mit Horus-Schild und den Zügen des Apollon. Zur Zeit der Wiederbelebung antiker Glaubensvorstellungen in der Renaissance liessen sich auch viele Künstler von den ABRAXAS-Darstellungen und ihrer Symbolik inspirieren. Leider wird der Abraxas trotz seiner lichten Herkunft heute aufgrund seiner blasphemischen Deutungsmöglichkeit oft mit satanistischen Strömungen in Verbindung gebracht.

Abrakadabra (auch: Abracadabra) gilt als das Wort, welches in den meisten Sprachen die gleiche Aussprache hat. Es ist ein bereits in der Antike als magische Anrufung geläufiger Begriff, der möglicherweise hebräischen, arabischen, persischen oder römischen Ursprungs ist. Erwähnt wird es als „abracadabra“ zum ersten Mal nachweisbar im Liber medicinalis von Quintus Serenus Sammonicus (um 200 n. Chr.). Er rät, gegen Malaria das Schwindeschema (s. u.) der Zauberformel in einem Amulett bei sich zu tragen.

Die Abkunft des Wortes ist vieldeutig (in Anlehnung und Ergänzung zu einem Artikel in Wikipedia).

  •  A-Bra-Ca-Dabra spielt mit den ersten 4 Buchstaben des lateinischen Alphabets und kann sich aus Buchstaben-Magie und Alphabet-Zauber erklären, die in der Spätantike weit verbreitet waren: Das Alphabet hat magische Kraft, weil sich mit ihm alle Dinge der Welt darstellen lassen. Ein Alphabet symbolisiert den Kosmos, ebenso wie die Zahl 365, für das solare Jahr, auch wieder ein Hinweis auf Abraxas:
  • Ein Zusammenhang besteht wahrscheinlich auch zu Abraxas, einem Wort, das in der Gnosis ein Wort für die All-Heit Gottes war. Im Hellenismus wurde zudem es für die Anrufung eines mächtigen Dämons gebraucht. Dazu passt der Gebrauch als Schutzformel. Auch Abrakadabra als Kurzformel für die Anrufung der 365 persischen Tagesgötter passt hier ins Bild, da diese Zahl einen solaren Bezug hat.
  • Abrakadabra kann aber auch von dem arabischen Zauber „abreq ad habra“ abgeleitet sein, was angeblich „den Donner, der tötet“beschwört, ein erster Hinweis auf den Todesfluch des “Harry Potter” Magie-versums:
  • Avada Kedavra oder der tödliche Fluch (aramäisch avd/אבד, „verlorengehen, verschwinden“; aram. ke/כ, „wie“; aram. davar/דבאר, „die Sache“; Zauberformel: Avada Kedavra), der Lebewesen auf der Stelle tötet. Während der Ausführung dieses unverzeihlichen Fluchs ist ein greller, grüner Blitz zu sehen; das Opfer ist schon vor dem Aufprall auf den Boden tot. Am Körper des Opfers bleiben keine Spuren zurück, durch die auf die Todesursache geschlossen werden kann. Für Avada Kedavra gibt es keinen Gegenfluch. Eigentlich ist der Zusammenhang mit Tötungsabsicht aus dem Wortsinn nicht ableitbar. Ausser es ist gemeint, das Leben solle verschwinden. So wie beim Golem aus emet (Wahrheit) met (Tod) wird, indem ein Buchstabe des magischen Siegels entfernt wird, das dem Kunstgeschöpf das Leben einhaucht.
  • Es kann sich um verballhornte Formen der hebräischen Wörter ברכה (b’racha) „Segnung“ und דבר (dabar) „Wort“, „reden“, aber auch „Seuche“ handeln. Vielleicht leitet es sich vom hebräischen הברכה דברה „ha-bracha dab’ra“ ab (deutsch etwa: „Sprich die Segnung“). Eine analoge Version existiert in der Verwendung der Konsekrationsformel der Wandlung aus der lateinischen Liturgie „Hoc est (enim) corpus meum“ als Zauberformel „Hokuspokus“.
  • Eine weitere Herleitung stammt aus der kabbalistischen Tradition. Abra vom aramäischen ‘bra’, bedeutet “schaffen”, Ka wird mit “während” übersetzt und Dabra ist die erste Person des Verbs ‘daber’, “sprechen”. Abrakadabra bedeutet demnach: “Ich schaffe, während ich spreche.”  Eine mögliche Erklärung, da die Wortmagie, vor allem der magischen Namen in der Kabbala eine wesentliche Rolle spielt: Der wahre Name Gottes als Schlüssel zur höchsten Magie bzw. Erleuchtung. Dagegen spricht die Verwendung in Zusammenhang mit dem Verringern von üblen Einflüssen, das entspricht mehr dem Ursprung aus Wörtern, die mit Verschwinden zu tun haben.
  • Ebenso das Schwinde-Schema:
Abrakadabra im Schwinde-Schema

In der Symbollehre des Gnostizismus wurde das Wort verwendet, um drohendes Unheil abzuwenden, insbesondere um Krankheiten zu vertreiben. Hierbei deutete es als Inschrift oder Gravur auf Amuletten im Schwindeschema das schrittweise Zurückweichen des Bösen an. Die Vorschrift verlangte in der ersten Zeile das Wort vollständig niederzuschreiben, danach um jeweils einen oder in manchen Anweisungen auch zwei Buchstaben zu verkürzen, bis zuletzt nur noch ein Buchstabe übrig blieb. Die Inschrift sollte Dreiecksform besitzen. Man glaubte, so wie das Wort mit jeder Zeile einen Buchstaben verliert, so schwindet auch die Krankheit.

Noch ein Nachtrag:

Hokuspokus:

“Hoc est enim corpus meum”

Eine bekannte Theorie sieht einen Ursprung in der früher in lateinischer Sprache abbehaltenen Eucharistiefeier der katholischen Kirche. Der Zelebrant spricht dabei während der Transsubstantiation die Weiheformel: Hoc est enim corpus meum, was bedeutet: „Denn dies ist mein Leib.“  Gemeint ist der Leib Jesu Christi. Die Gläubigen, die kein Latein verstanden, hörten nur so etwas wie Hokuspokus. Da nach katholischem Verständnis tatsächlich etwas verwandelt wird – nämlich die Hostie in den Leib Jesu Christi – war der magische Zusammenhang geschaffen. Andere vermuten eine Form der Verspottung der katholischen Zeremonie durch Reformatoren, deren Bestrebung die Abschaffung der lateinischen Texte in der Liturgie zugunsten der regional gesprochen Sprache war. Dort wird auch der magische Zusammenhang aufgehoben: Nicht mehr: “Dies IST mein Leib” sondern “Dies BEDEUTET mein Leib”,  ist jetzt die Aussage der Wandlung. Auch der Klerus-kritische Goethe gebrauchte den Begriff Hockuspockus für eine kirchliche Zeremonie, eine Kerzenweihe in der Sixtinischen Kapelle, die er während seiner Italienreise beobachtete.

Posted by on Oktober 13th, 2014 Kommentare deaktiviert

Oktobersonne – Waldspaziergang

Oktoberspaziergang

Oktoberspaziergang in der Schwäbischen Alb: 2013 und 2014.
©beast666

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

 

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

 

Leider wird es nichts mit dem “Goldenen Oktober” dieses Jahr. Es sieht eher aus wie November, die graue Zeit des Jahres fängt schon früh an.

 

 
 

Posted by on Oktober 13th, 2014 Kommentare deaktiviert

Sylt, Metropolis und Zardoz: Distanzklassen – Klassendistanz ?

Metropolis1927

Manager verzocken fremdes Eigentum und werden nicht zur Rechenschaft gezogen und erhalten, nachdem die Kosten für ihre Fehler der Allgemeinheit aufgebürdet worden sind, wieder die gleich hohen, oder gar höhere Bezüge. Frei nach dem Motto: Berühmt oder berüchtigt, bleibt sich gleich, Hauptsache bekannt! Die Beispiele “Deutsche Bahn” und der Berliner Flughafen “Nimmermehr” lassen grüssen. Auch Mr. “Air Berlin” bekommt 4.5 Millionen Euro Abfindung. Weder Politiker noch sonst eine Instanz können oder wollen dem wilden Treiben Einhalt gebieten. Der Supermarkt-Kassiererin hingegen werden wegen ein paar Euro “veruntreuten” Flaschenpfands gleich Handschellen angelegt. Sozial-Renter werden beim Flaschensammeln von der Polizei verfolgt. Wer die Macht (bezahlt) hat, hat auch das Recht. Gesetze lassen sich ja einem “Tailoring” unterziehen, wie es so schön im Business-Denglisch Jargon heisst.

Derweil hält man sich die “Untertanen” möglichst auf Distanz, so dass ihr Protest ignoriert werden kann. “From a distance, there is harmony“, singt Bette Midler. Am besten entfleucht man gleich auf eine angenehme Insel: zum Beispiel nach nach Sylt – ein neuer Vortex wie in “Zardoz” ? Die einheimische Bevölkerung verscheucht man, indem man es für sie einfach zu teuer werden lässt, in ihrer angestammten Heimat zu leben. Das Feld beackert wird dann, statt von heimischern Bäuerlein, fleissig von Immobilien-Schiebern aller Art. Zugegeben, ein klein wenig Schuld liegt auch bei den Bewohnern, in den VIP-Feriengästen sah man zu lange eine gute Einnahmequelle, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Wenn ich mir da die im Winter leerstehenden Luxus-Ferienhäuser auf einer Geister-Insel vorstelle: Wäre diese Quartiere nicht geeignet für Flüchtlinge oder lohnende Beute für Piraten ? Störtebeker ist ja leider Geschichte, vorbei die Zeit der “Likedeeler” und “Vitalienbrüder“. Die Pfeffersäcke sind geblieben. Vielleicht Gastpiraten aus Somalia … ? Apropos Filmzitate – wer kennt noch John Boormans dystopischen Film Zardoz, mit Sean Connery im Lendenschurz?

Neulich erst habe ich die restaurierte Version von Fritz Langs “Metropolis” gesehen. Dystopia 1926, sozusagen. Abgesehen von dem Mega-Kitsch am Ende, eine sehr treffende Metapher für das, was uns erwartet. Wobei die Sehnsucht nach mehr “Herz” in einer Welt der sozialen Kälte vielleicht auch nicht ganz an der Realität vorbei geht. Das gab sogar Fritz Lang am Ende seines Lebens in einem Interview in Berlin aus dem Jahre 1971 zu. Er war immer skeptisch gegenüber diesem “Schmalz-Finale” von Thea von Harbou, seiner Ehefrau und Drehbuchautorin, gewesen. Doch dann bekam er durch Kontakte zur jungen Menschen in den USA vermittelt, was sie am Stärksten vermissen würden: Menschliche Wärme, mehr Herz. “… und da wundere ich mich also:  Vielleicht hat die Harbou zum Schluss doch hundertprozentig recht gehabt.” Politiker leben mittlerweile in ihrer eigenen Welt, einem Vortex sozusagen, abgeschirmt von Pressesprechern und Interessenverbänden. Sie stehen den Probleme der Bürger, die sie gewählt haben, zunehmend gleichgültig gegenüber. Es ist viel verlockender, die Wünsche ihrer zahlreichen Sponsoren, sprich Lobbyisten, zu erfüllen.

Zum Beispiel das fragwürdige US-Freihandelsabkommen TTIP durchzudrücken, das hier keiner will. Zu Recht, denn es stellt eine Gefahr für unsere demokratischen Grundrechte dar und liefert uns der amerikanischen Plutokratie vollends aus.

Nachtrag 2016: Langsam erhöht sich die Spannung! Mittlerweile sind wir für Gabriel Pack und Bundesmutti ist ihren amerikanischen Weltführer losgeworden – und die Gesetze werden sogar schon von Richtern mit Füssen getreten: Oh Brave New World – that has such people in it! Oder wie die Chinesen sagen: Mögest Du in interessanten Zeiten leben … wenn sie jemanden die Pest an den Hals wünschen wollen.***

Nachtrag II 2017: Unser Dickerchen hat uns verlassen, nur um vom nächsten Globalisier-Trompeter ersetzt zu werden. Leute, lasst Euch nicht täuschen, unsere Interessen werden von diesen Söldnern der Superreichen nicht vertreten. Sie sind wie Barbie und Ken, nur aus Plastik und ohne Aufsehen austauschbar.

Nachtrag III 2017: Die Qual der Wahl … Jamaika, liebe Kinderchen funktioniert nur unter sehr starkem Einfluss von Cannabis … äh – Weihrauch, wie er von den einheimischen Rastafari zu religiösen Zwecken verwendet wird. Vielleich lasst Ihr Euch dahingehend von den Grünen beraten – bei “Brave New World” gab es bekanntlich Soma gegen Depessionen und Unmut. Anders weden die Ausdünstungen eines derartigen Polit-Gebildes sowieso nicht zu ertragen sein.

***Apropos Pest:  Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord … leider wieder Realität. Viel Spass beim Urlaub dort, ihr Vielflieger-Meilen-Jockeys! Die Inkubationszeit bei Lungenpest beträgt 7 Tage – Impfungen existieren nicht. Also besteht die Gefahr der Einschleppung, da hier nicht die Ratte sondern der Mensch selbst der Überträger ist – wie bei Grippe.

 

Posted by on Oktober 9th, 2014 2 Comments

Galerie im Oktober: Herbstgefühle

Herbstimpression

Fraktale Chrysantheme: Herbstgefühle  ©scrano 2014

Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll,
Unchristlich oder christlich,
Ist doch die Welt, die schöne Welt,
So gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz –
Stoß an und lass es klingen!
Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz
Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur,
Doch warte nur ein Weilchen!
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,
Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an,
Und ehe sie verfließen,
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,
Genießen, ja genießen!

Theodor Storm
(1848)

 

Posted by on Oktober 8th, 2014 Kommentare deaktiviert

Mars: Mut, Wille, Lebenskraft

Warrior Spirits: Mars, Ares, Thor und Tyr.

Warrior Spirits: Mars, Ares, Thor und Tyr.
©scrano 2014

Mars, die Antriebskraft: Ich will, ich führe, rohe Form des Animus.

  • Herrscher über 1. Haus, Widder und Skorpion (mit Pluto)

Dignität:

  • Domizil: Widder, Skorpion, als Mit-Regent
  • Exil: Stier, Waage
  • Fall: Krebs
  • Erhöht: Steinbock

Tag: Dienstag

Zeit: Frühling, Ostara mit Venus

Farben: rot, orange mit Sonne

Zahlen: eins, neun

Qualität:

  • Kardinales Feuer, Yang,
  • Gegenpol zur 7 in der 1/7 Achse: Ich-Wille, Durchsetzung/ Du-Kompromiss, Partnerschaft.

Chakra: 2. oder 3. oder Achse Widder/Waage (Anahata, Chakra 4), je nach System

Dosha: Pitta

Alchemie: der Wolf, Zerstückelung, die Hitze, das Eisen

Kristalle: Magnetit, Hämatit, Granat, alle Pyrite, vor allem Eisenpyrite, Diamant.

Richtung: Süden, Erzengel Michael

Metall: Eisen

Tiere: Widder, Bock, männliche Tiere, symbolisch: Salamander (Feuer), Drachen (mit Pluto), Geier (mit Pluto).

Symbol: Mars_symbol Kopiedie Materie über dem Geist.

Pflanzen:

  • Rote Blüten, stachelige, wehrhafte, rote, brennende, ätzende, scharfe Gewächse: Brennessel (Mars+Venus), Distel (mit Jupiter), Pionierpflanzen, scharfe Gewürze: Pfeffer, Piment, Chili, Paprika, Ingwer (mit Sonne), Kakteen. Euphorbien (mit Mond). Blutbildende, eisenhaltige Pflanzen. Echinacea → Abwehr. Basilikum (mit Jupiter), Senf, Meerettich (mit Mond), Zwiebel, Knoblauch, Zaunrübe (mit Mond), Bärlauch, Schnittlauch, Raute, Rettich, Aloe (mit Saturn und Mond). Enzian (mit Jupiter/Merkur), Eisenkraut (mit Venus, Jupiter/Merkur),
  • Mars-Pflanzen unterstützen Sonnenpflanzen in ihrer aufhellenden, stärkenden Wirkung,
  • Bei gleichstarker Ausprägung des Venuspols → potente Aphrodisika.
  • Baum: Hasel, Schlehe, Weißdorn (mit Saturn), Berberis, Sanddorn, Sauerdorn

Duft: Litsea Cubeba, Asa Foetida, Drachenblut, Galgant.

Organe und Körperfunktionen:

  • Männliche Geschlechtsorgane (mit Pluto), Potenz, Testosteron, Immunabwehr. Stirn, Schläfen, Galle, Muskeln, Nacken, Faust, Hirnhaut, Blut und blutbildende Organe, Eisenspeichersysteme. Haare und Augenbrauen (mit Pluto), Stirnpartie über den Augen+ Haaransatz (Pluto). Mars am Aszendenten oder Mond im Widder zeigen sich oft durch rote oder auffällig buschige Haare.

Krankheiten:

  • Kopfschmerz (gefäßbedingt), Verletzungen, Entzündungsneigung, Blutungen, Hirnschlag, Migräne. Stirnhöhlen-Infekte. Cholerik. Unfälle durch Überschätzung, Wagemut.

Metall als Heilmittel: Eisen – Ferrum allopathisch und homöopathisch..

Kabbala: Geburah

Tarot: Tod (mit Pluto), fünfen, Kaiser (mit Saturn), der Magier mit Merkur.

Rituale:

  • Mut, Zuversicht, Schutz, Macht, Kraft, Neubeginn, Initiative, Krankheit, Eros, mit Venus – nicht Liebe → Empfindungen regiert der Mond. Männer-Initiationen – mit Sonne.

Götter:

Mars, Ares, Ziu, Tyr, Thor (Hammer → ein Phallus), Athena, Morrigan, Marduk, Huitzilopochtli, Sechmet, Ogun.

Es sind wie bei der Venus zwei unterschiedliche Archetypen, die sich verschieden zivilisiert zeigen:

  • Ares, der griechische Wüterich, mit Zornesausbrüchen wie ein Kleinkind. Destruktivität und Egomanie, Trotz und Impuls.
  • Mars, der diszplinierte Soldat und Heimatverteidiger der Römer. Opferbereitschaft und Mut. Strategie und Vaterfigur.

Diesen Split einer viel älteren Vatergottheit sieht man bei dem Gespann: Tyr, Thor und Odin, jeweils ein Kriegs-, Fruchtbarkeits-und Himmelsherrscheraspekt eines schamanistischen “Vater Himmel”.

Verkörperung der Archetypen: Krieger, Soldat, Arbeiter, Athlet, Pionier, Erzeuger.

Lebensbereiche:

  • Lebenskraft, Virilität (Animus in Roh-form), Wille, Selbstbewusstsein, Durchsetzung, Zeugungskraft, männliche Fruchtbarkeit, Mut.
  • Das männliche Selbstbild im Männerhoroskop, das männliche Suchbild im Frauenhoroskop.
  • Kraft, Impuls, Motivation, Initiative, Führung, Verteidigung, Beschützer.
  • Aufrichtigkeit, Belastbarkeit, Leistungsfähigkeit, Vitalität, Grenzen setzen, psychologische Abwehrstrategien.
  • Agression, Kampfeslust, Rivalität, Zorn, Wut, Zerstörungsrausch → Berserker-Wut der Germanen, Furor celticus der Kelten, die nur mit blauer Farbe bemalt nackt in den Kampf zogen.
  • Egoismus, offene Dominanz, Revierverhalten, Killer-Instinkt.
Ares Ludovisii

Ares, der wilde Berserker. Vorbild des Achilles.
quelle:wikimedia commons

Ares - die Wut, rohe Lebenskraft, Aggression, die Feuersbrunst, Stürmer, Ungeduld. Ungezähmte männliche Dominanz: Plündern, Zerstören, Unreife, naive Impulsivität.

Gegenpol: Athena, die planvolle Führung, Strategie und Disziplin mit Kriegertum vereint.

Die beiden griechischen Kriegsgottheiten verbindet eine interessante Geschichte mit dem olympischen Regentenpaar Jupiter/Zeus und Hera/Juno.

  • Zeus → Athena, aus Furcht vor Machtverlust aus dem reinen Vaterprinzip geboren, ohne emotionale Beteiligung, symbolisiert den zivilisatorischen Überlebenskampf.
  • Hera → Ares, weiblicher Zorn als verselbstständigter Archetyp pathenogenetisch geschaffen, daher ohne mentale Führung → blinder Überlebenstrieb, roher Instinkt.

Hera gebar den Ares aus Trotz gegenüber Zeus aus sich selbst heraus, weil letzterer Athena durch eine regelrechte Kopfgeburt hervorgebracht hatte. Vorher hatte er ihre schwangere Mutter Metis, die Göttin der Weisheit verschlugen und sich so ihre Eigenschaften einverleibt.

“Hell has no fury like a woman scorned ! Dieser fleischgewordene Zorn der gedemütigten Hera brachte dann einen emotional ewig dreijährigen, aufbrausenden und kindlich naiven Gott hervor. Nur durch Aphrodite konnte er gezähmt werden. Die Griechen verehrten ihn nicht in Schreinen oder Tempeln, seine Weihestätte war das Schlachtfeld, der Tempeldienst der Krieg selbst. Er war stets von Phobos und Daimos, Angst und Zwang umgeben. Eine weitere Begleiterin war Eris, die Zwietracht, seine Vorbotin.

Ganz anders der römische Mars - die Führung, Disziplin, Tugend und Ehrenhaftigkeit – das gebändigte Feuer, Soldat, Anführer, vereint Aspekte von Ares und Athena und ähnelt dem nordischen Thor : Beschützer der Bauern, des Gastrechts und die grüne Triebkraft des Frühlings (Virirdis). Mythologische Herkunft aus der bäuerlichen Lebensweise der Römer, wie auch beim Thor der Germanen. Auch diesem ist der Ziegenbock heilig. Der Thorshammer ist ein Phallus-Symbol, weniger eine Waffe.

Der griechische Ares wirft einen sehr dunklen Schatten: Furcht und Schrecken (Phoibos und Daimos, seine Begleiter), Grausamkeit, Brutalität, Blutdurst im Kampf. Dagegen die Begleiter des römischen Mars: Honos (Ehre) und Virtus (Tugend). Trotz aller Negativpropaganda hat auch Ares eine lichte Seite: Er zwang sich nie einer Partnerin auf, im Gegensatz zu Zeus, Poseidon und Hades! Zwar hatte er keine feste Beziehung aber er war ein Beschützer seines Nachwuchses, egal ob Tochter oder Sohn. Diese Haltung sieht man wieder in der spartanischen Wehr-Gesellschaft reflektiert, welche kein patriarchalisches Rollenbild kennt.

 

Mandala: Schild des Ares

Mandala: Schild des Ares
Firestarter ©scrano 2013

Kulturen:

Amazonen der Skythen: Nach der Sage war Ares der Gott der skythischen Amazonen, ein in die Erde gestecktes Schwert symbolisierte seine Anwesenheit. Harmonia, die Tochter von Ares und Aphrodite/Venus erklärten sie zu ihrer Stamm-Mutter. Der Name Areopag als Gerichts-und Versammlungsplatz soll von ihnen stammen: Als sie Athen belagerten, errichteten sie dem Ares eine Weihestätte auf einem Hügel vor der Stadt. Dieser hiess von da an Areopag. Wer ein Fan der TV-Serie Xena-Warrior Princess ist, kennt die Story. Eine andere Legende besagt hier hätte Ares sich einem Gericht der Olympier wegen einer Mordanklage stellen müssen.

Spartaner, eine ständig im Kriegszustand befindliche Gesellschaft, in denen aber die Frauen gleiche Rechte wie die Männer hatten, solange sie sich der plutonischen Schicksalsgemeinschaft unterordneten. Dazu gehörte das Aussetzen zu schwacher oder behinderter Kinder: Mars und Pluto Prinzip (Überleben und Notwendigkeit (Ananke)). Und das Behandeln der ebenfalls griechischen Urbevölkerung des Peloponnes als Untermenschen, fast wie im Faschismus (Pluto: Sippe, Macht & Ohnmacht). Ein Heldentod ist Eure Pflicht, pflegten die Mütter der Spartanischen Hopliten zu sagen. “Ein Heldentod ist unser Recht”, sangen die Pimpfe der Hitler Jugend. Überhaupt haben die Nazi-Ideologen weniger von den eher demokratisch organisierten germanischen Stämmen, als vielmehr von den sozialdarwinistischen Spartanern und militaristischen Römern abgekupfert.

Mars Victor

Römischer Mars: Pflichtbewusster Soldat.
Quelle: wikimdia commons

Römer, mit ihrer ebenfalls militarisierten Gesellschaft und ihrem Pioniergeíst bzw. Expansionsdrang. Zusammen mit dem pragmatischen Saturn, ihrem zweiten Hauptgott (nicht dem Oberschichts-Gott Jupiter) galten hier Strenge und soldatische Disziplin als Haupttugend.

Die Bedeutung des Animus im weiblichen Horoskop:

Die verdrängte weibliche Aggressivität durch die patriarchalischen Gesellschaft, die noch aus der Geschichte von Hera und Ares spricht, findet hier ihr Ventil in Pluto. Dieser ähnelt dem dunklen Mondgöttin-Aspekt der matriliniearen Kulturen und verkörpert das ultimative Yin Prinzip. Die verdrängten alten Animus-Anteile der Frauen äussern sich dann in Machtspielen und subtiler Manipulation. Diesen Gegebenheiten entspringt auch die lange andauernde sexuelle Unterdrückung und Verweigerung von Selbstbestimmung, da beide vom Marsprinzip durchdrungen sind. Durch diese Verweigerung wurde auch der Gegenpol geschädigt, die Venus (Anima) des 7. Hauses: Partnerschaft. Die Pluto-Venus Achse des 2. und 8. Hauses, der eigenen Sexualität (eigner Wert) und der des Partners (gemeinsame Werte) wurde ebenfalls durch falsche Moralzwänge ins Abseits gedrängt: Man denke nur an das Madonna oder Hure Modell der katholischen Kirche. Frauen mit starker Marsbetonung haben es jetzt, in unserer modernen Industriegesellschaft, leichter: Sie finden ihren Platz in Militär, Polizei, der Führungsetage und der Politik. Letztlich gilt für beide Geschlechter: nur ein Mars-Animus der sich entwickeln kann, erreicht schliesslich seine reife Form, für Mann und Frau ist das dann der Sonnen-Archetypus. Dieser wird zum innere Fokus, dem Kern der Persönlichkeit.

Problematischer Mars:

  • Retrograde: Internalisierte Wut.
  • Opposition zu Uranus: Unberechenbare Wutausbrüche.
  • In Spannungsaspekt zu Mond: Passiv-Aggressiv.
  • Spannungs-Aspekte zu Jupiter: Konflikt mit Autoritäten, Gesetz
  • Spannungs-Aspekte zu Saturn: Unerschütterlicher Wille, Durchsetzung, Ehrgeiz. Grausamkeit, Repression und Depression.
  • Mars in 12: Verdrängte Wut -→ projizierte (Neptun!) Wut auf Sündenböcke. Selbstzerstörerische Tendenzen.

Der astronomische Mars:

Der Mars ist, von der Sonne aus gesehen, der vierte Planet im Sonnensystem und der äußere Nachbar der Erde. Er zählt zu den terrestrischen Planeten.

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Mars in natürlichen Farben. Quelle: NASA.

Sein Durchmesser ist mit knapp 6800 Kilometer etwa halb so groß wie der Erddurchmesser, sein Volumen beträgt gut ein Siebentel der Erde. Damit ist der Mars nach dem Merkur der zweitkleinste Planet des Sonnensystems. Mit einer durchschnittlichen Entfernung von 228 Millionen Kilometern ist er rund 1,5-mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Sein Orbit nimmt 2 Jahre in Anspruch, daher verweilt er ca. 2 Monate in einem Zeichen.

Wegen seiner orange- bis blutroten Farbe wurde er nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt und wird oft auch als der Rote Planet bezeichnet. Diese Färbung geht auf Eisenoxid-Staub (Rost) zurück, der sich auf der Oberfläche und in der extrem dünnen CO2-Atmosphäre verteilt hat. Das bedeutet einen hohen Eisenanteil in seinen Mineralien, obwohl er eine relativ geringe Dichte hat. Auf seiner Oberfläche wurden Ansammlungen von Hämatit-Kügelchen gefunden, auch ein Mineral des astrologischen Mars. Zwei kleine Monde, Phobos und Deimos (griech. Furcht und Schrecken), umkreisen den Mars. Sie wurden 1877 von dem US-amerikanischen Astronomen Asaph Hall entdeckt und nach den in der Ilias überlieferten beiden Begleitern, die den Wagen des Kriegsgottes Ares (lat. Mars) ziehen, benannt.

Interessant ist, dass der Hauptstern im Skorpion, der rote Riese Antares, wegen seiner Nähe zum Mars in der Phase seiner besten Sichtbarkeit seinen Namen erhalten hat: Ant-Ares – Gegen-Mars, sozusagen. Im Skorpion hat der Mars in der klassischen Astrologie sein 2. Domizil.

 

Posted by on Oktober 7th, 2014 Kommentare deaktiviert

Sektenprobleme 2.0: Sittenwächter und Seelenfänger

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Huitzilopochtli: Kriegsgott der Azteken – seine Nahrung waren die Herzen der Geopferten.
Das Herz wurde als Sitz der Seele und Zentrum der Lebenskraft angesehen.
Die Anhänger seines Kultes berauschten sich in ihren Ritualen bis zur Raserei.
Der Gott, eine Art Mix aus Sonne und Mars, galt als Erhalter der Weltzeitalter.
Krieg als Grundlage des Kosmos, für eine militaristische Kultur, wie die Azteken,
wohl eine passende Vorstellung. Damit es genug Opfer gab, wurden “heilige Kriege”
veranstaltet, deren Gefangene dem Huitzilopochtli “geweiht” waren.

Sie tragen Schutzwesten wie Unfallhelfer, Bärte und nennen sich Scharia-Police: Wo liegen die wirklichen Ziele dieser islam-puritanischen Moraltruppe? Warum haben sie überhaupt Zulauf?

Die Zeugen Jehovas und ähnliche missionseifrige Gruppen, meist aus dem 19.Jahrhundert, oder die Glatzköpfigen (nein, nicht Skinheads!) aus der “Hare-Krishna” Ecke waren zwar nervig, aber friedfertig. Da gab es nur geistige Verdauungsstörungen durch die Lektüre der Wachturms-Postille zu befürchten. Oder einen Zuckerschock, ob der süsslich-naiven  Weltanschauungen. Psycho-Sekten wollen wenigstens nur Dein Geld. Hier aber sollen labile Menschen geködert werden, um sie über eine Gehirnwäsche zu willigen und aggressiven Zombies zu machen. Dann kann man sie entsenden, damit sie für andere ihre Haut zu Markte tragen, in einem Machtspiel, das sie gar nicht durchschauen.  Ein Zustand, wie bei den Kinderkreuz-Zügen des Mittelalters!  Diese rief man ins Leben, um die armen Pilger-Tröpfe auf den Sklavenmärkten des Orients zu versteigern. Ausbeutung von frommem Idealismus dieser Art lieferte wahrscheinlich den wahren Hintergrund für die Geschichte vom  ”Rattenfänger von Hameln”. Rattenfänger, ja genau: Wie unselbstständig, unsicher und orientierungslos muss ein denkendes Wesen in unserer aufgeklärten Zeit sein, wenn es zu  Versammlungen fundamentalistischer Fanatiker geht, um dort von selbsternannten “Beauftragten Gottes”  jeglicher Richtung eine Heilslehre zu empfangen? Ob Evangelikale oder Salafisten, über den Erfolg von soviel dummdreistem Gehabe kann man nur staunen. Diese Herrschaften haben immer schon ein Paket geschnürt,  mit der Lösung für alle Probleme. Am besten, man vertagt diese ins Jenseits, ins Paradies oder zu den Ausserirdischen.  Nebenwirkungen garantiert, manchmal fatal.

Wo bleibt da der Verstand? Sind viele von uns schon “spaced out”, dass sie solchen Typen hinterlaufen? Wenn ich mir einen Großteil der heutigen Jugend betrachte, muss ich sagen leider ja. Waren es die Atomwaffenversuche in den 50-iger Jahren? Ist es die Umweltverschmutzung? Hat es etwas mit Tschernobyl zu tun? Der Intelligenzquotient sinkt laut Forschungen immer weiter. Jetzt haben wir schon 20 Punkte weniger als zwei Generationen zuvor. Wo führt das hin, bis wir beim Affen gelandet sind ?! Dann reicht statt Seelenheil auch eine Banane als Belohnung – vielleicht weniger gefährlich.

Aber Scherz beiseite, warum sind diese Heilsversprecher wirklich attraktiv?

  • “Fromm sin wa nur wenn wa nischt mehr zum Fressen ham”. Der aus einem Witz stammende Ausspruch einer frechen Berliner Göre zum Pastor ihres Sprengels, enthält wohl mehr als ein Körnchen Wahrheit:

Vielleicht ist es auch unsere korrupte Gesellschaft, die Fluchttendenzen auslöst. Die Reichen werden dadurch immer reicher, dass sie ihre Mitmenschen ausbeuten und über den Tisch ziehen. Undurchsichtige Netzwerke führen dazu, dass die dümmsten Bauern die größten Kartoffeln ernten. Realen Wettbewerb auf dem Stellenmarkt gibt es oft nicht mehr, da ausgeschriebene Positionen (besonders die lukrativen) schon vorab “unter der Hand” vergeben werden. Der Rest an Menschenmaterial wird gleich im billigeren Ausland rekrutiert. Für die anderen bleibt der zerplatzte Luftballon enttäuschter Hoffnungen. Früher hiess es, wenn Du dich anstrengst, Leistung bringst und gute Abschluss-Noten hast, wirst Du sicher ein vernünftiges Auskommen finden. Das ist heute leider nicht mehr der Fall. Die oben etwas überspitzt dargestellte Bildungsunlust und der Mangel an Eigeninitiative rühren auch von dieser dauernden Demoralisierung. Ist es vielleicht nicht vor allem diese Auswegs- und Aussichtslosigkeit, die junge Menschen die Hände dieser Scharlatane treibt?

Die Kirchen oder Moscheen der moderaten “main stream” Glaubensauslegung bieten keinen echten Trost oder eine Zuflucht. Es mangelt dort an Selbstkritik am eigenen Machtgerangel und der Bereitschaft wirklich über den Tellerrand der angestaubten Dogmen hinaus zu sehen.  Dazu kommt : Die “Coolness”, ein “Ego-Shooter Feeling” mit einer Heilslehre zu verbinden, ist uns seit der Zeit der Glaubenskriege und Kreuzzüge zum Glück abhanden gekommen. Die Attraktivität einer solchen Kombination aus Abenteuer-Trip und religiöser Indoktrination bildete aber schon die Basis der Nazi-Jugendbewegungen, mit trauriger Erfolgsbilanz. Und zeigen wir nicht nur auf den Islam, Anders Breiviks Untaten waren auch vom “Wahren Glauben” inspiriert. Jüdische gewaltbereite Extremisten gibt es ebenfalls, wenn auch selten in globaler Form. Die abrahamitischen Religonen sind allerdings besonders anfällig für eine Radikalisierung, da sie alle glauben die einzig wahre Offenbarung zu sein.

Ein echter Mangel an positiven männlichen Identifikationsfiguren in der Familie, bei Breivik belegt, bei den Jung-Dschihadisten zu vermuten gehört wohl auch mit ins Bild. Eine von Frauen dominierte Männererziehung ist wohl auch nicht so das Gelbe vom Ei: In Stammenskulturen wäre und ist so etwas undenkbar, da die mit der Pubertät aufkeimende natürliche maskuline Aggressivität hier nur unterdrückt, aber nicht zivilisatorisch abgefangen und angenommen werden kann. Fight Club Dschihad? Wie wäre es statt dessen mit den guten alten Pfadfindern – zu spiessig? Gemeinsinn und jeden Tag eine gute Tat – zu anstrengend ? Djihad bedeutet nach seinem Wortsinn “Anstrengung”, es ist der Name eines Berges, der sinnbildhaft überwunden werden soll, und nicht der Aufruf zu Mord und Totschlag. Bei den Pfadfindern kann man auch etwas über Toleranz und soziale Kompetenz lernen: Aber diese Art “soft skill” Training ist wiederum in unserer Gesellschaft nicht sonderlich gefragt, es baut nämlich auf Charakterstärke und unabhängiges Denken, statt auf Stromlinienförmigkeit.  So müssen wir mit den Nachteilen und dem Strandgut  der Globalisierung und neoliberalen “me first” Haltung wohl auskommen.

Wenn unsere Gesellschaft sich nicht von Grund auf ändert, wird das Heer der Anhänger fanatischer Gruppierungen immer größer. Dann bekommen wir die Quittung für  Ignoranz und soziale Kälte.

Posted by on Oktober 1st, 2014 Kommentare deaktiviert