Sylt, Metropolis und Zardoz: Distanzklassen – Klassendistanz ?

Metropolis1927

Manager verzocken fremdes Eigentum und werden nicht zur Rechenschaft gezogen und erhalten, nachdem die Kosten für ihre Fehler der Allgemeinheit aufgebürdet worden sind, wieder die gleich hohen, oder gar höhere Bezüge. Frei nach dem Motto: Berühmt oder berüchtigt, bleibt sich gleich, Hauptsache bekannt! Die Beispiele “Deutsche Bahn” und der Berliner Flughafen “Nimmermehr” lassen grüssen. Weder Politiker noch sonst eine Instanz können oder wollen dem wilden Treiben Einhalt gebieten. Der Supermarkt-Kassiererin hingegen werden wegen ein paar Euro “veruntreuten” Flaschenpfands gleich Handschellen angelegt. Wer die Macht (bezahlt) hat, hat auch das Recht. Gesetze lassen sich ja einem “Tailoring” unterziehen, wie es so schön im Business-Denglisch Jargon heisst.

Derweil hält man sich die “Untertanen” möglichst auf Distanz, so dass ihr Protest ignoriert werden kann. “From a distance, there is harmony“, singt Bette Midler. Am besten entfleucht man gleich auf eine angenehme Insel: zum Beispiel nach nach Sylt – ein neuer Vortex wie in “Zardoz” ? Die einheimische Bevölkerung verscheucht man, indem man es für sie einfach zu teuer werden lässt, in ihrer angestammten Heimat zu leben. Das Feld beackert wird dann, statt von heimischern Bäuerlein, fleissig von Immobilien-Schiebern aller Art. Zugegeben, ein klein wenig Schuld liegt auch bei den Bewohnern, in den VIP-Feriengästen sah man zu lange eine gute Einnahmequelle, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Wenn ich mir da die im Winter leerstehenden Luxus-Ferienhäuser auf einer Geister-Insel vorstelle: Wäre diese Quartiere nicht geeignet für Flüchtlinge oder lohnende Beute für Piraten ? Störtebeker ist ja leider Geschichte, vorbei die Zeit der “Likedeeler” und “Vitalienbrüder“. Die Pfeffersäcke sind geblieben. Vielleicht Gastpiraten aus Somalia … ? Apropos Filmzitate – wer kennt noch John Boormans dystopischen Film Zardoz, mit Sean Connery im Lendenschurz?

Neulich erst habe ich die restaurierte Version von Fritz Langs “Metropolis” gesehen. Dystopia 1926, sozusagen. Abgesehen von dem Mega-Kitsch am Ende, eine sehr treffende Metapher für das, was uns erwartet. Wobei die Sehnsucht nach mehr “Herz” in einer Welt der sozialen Kälte vielleicht auch nicht ganz an der Realität vorbei geht. Das gab sogar Fritz Lang am Ende seines Lebens in einem Interview in Berlin aus dem Jahre 1971 zu. Er war immer skeptisch gegenüber diesem “Schmalz-Finale” von Thea von Harbou, seiner Ehefrau und Drehbuchautorin, gewesen. Doch dann bekam er durch Kontakte zur jungen Menschen in den USA vermittelt, was sie am Stärksten vermissen würden: Menschliche Wärme, mehr Herz. “… und da wundere ich mich also:  Vielleicht hat die Harbou zum Schluss doch hundertprozentig recht gehabt.” Politiker leben mittlerweile in ihrer eigenen Welt, einem Vortex sozusagen, abgeschirmt von Pressesprechern und Interessenverbänden. Sie stehen den Probleme der Bürger, die sie gewählt haben, zunehmend gleichgültig gegenüber. Es ist viel verlockender, die Wünsche ihrer zahlreichen Sponsoren, sprich Lobbyisten, zu erfüllen.

Zum Beispiel das fragwürdige US-Freihandelsabkommen TTIP durchzudrücken, das hier keiner will. Zu Recht, denn es stellt eine Gefahr für unsere demokratischen Grundrechte dar und liefert uns der amerikanischen Plutokratie vollends aus.!

Nachtrag: Langsam erhöht sich die Spannung! Mittlerweile sind wir für Gabriel Pack und Bundesmutti ist ihren amerikanischen Weltführer losgeworden – und die Gesetze werden sogar schon von Richtern mit Füssen getreten: Oh Brave New World – that has such people in it! Oder wie die Chinesen sagen: Mögest Du in interessanten Zeiten leben … wenn sie jemanden die Pest an den Hals wünschen wollen.

Nachtrag II: Unser Dickerchen hat uns verlassen, nur um vom nächsten Globalisier-Trompeter ersetzt zu werden. Leute, lasst Euch nicht täuschen, unsere Interessen werden von diesen Söldnern der Superreichen nicht vertreten. Sie sind wie Barbie und Ken, nur aus Plastik und ohne Aufsehen austauschbar.

 

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This entry was posted on Donnerstag, Oktober 9th, 2014 at 11:08 and is filed under Daily Sledgehammer, Political Incorrectness, Vitriol. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

2 Responses to “Sylt, Metropolis und Zardoz: Distanzklassen – Klassendistanz ?”

  1. old boy Says:

    Sie haben mir aus der Seele geschrieben. Es sind doch eigentlich unhaltbare Zustände, die sich bei uns in Deutschland manifestiert haben. Ich wundere mich allerdings, dass die Bevölkerung sich nicht stärker zur Wehr setzt. In Frankreich, mit seiner Protestkultur, würden Autos brennen. Uns geht es wohl allen noch zu gut. Trägheit siegt – leider!

    Prima Beitrag, weiter so!

    Grüße

    old boy

  2. beast666 Says:

    Ja danke für die Blumen.

    “Wenn sich die Regierung vor dem Volk fürchtet, herrscht Freiheit, wenn sich das Volk vor der Regierung fürchtet, Unfreiheit, hat Thomas Jefferson einmal gesagt.
    Ein weiter Weg …