Hekate’s Zaubergarten: Korrespondenzen, Symbolik und kleine Rituale

Guardian

Drachen gehören zu den Attributen der Hekate. Sie sind eigentlich ein urweibliches Symbol
der Erdmutter und der dunklen Mondin. The Keeper ©scrano 2016
Medea, Priesterin und Tochter der Hekate besass ein Gespann feuriger Drachen.

Hekate wird häufig, vor allem seit der Spätantike mit der “Alten” gleichgesetzt. Genauso wie Frau Holle und der Mond hat sie aber viele Gesichter. In ihrer ursprünglichen Heimat wurde sie eher als jüngere Frau dargestellt, oder in der weit verbreiteten Dreigestalt mit den zu ihr gehörenden Tieren: Pferd, Schlange und Hund. Ihre Attribute: Zwei Fackeln, Schlüssel, Geissel, Strick, Messer.

Hekate: William Blake, dreigestaltig mit Esel/Pferd, Uhu und Reptilien.

Hekate: William Blake, dreigestaltig mit Esel/Pferd, Uhu und Reptilien.
Quelle:PD

Korrespondenzen

Farben:

  • Schwarz und Weiss, dunkles Purpur, ähnlich Pluto oder Saturn.

Zeitqualität:

  • Sternklare Nacht vor allem des Winters, Nacht des Neumonds, letzter Tag des Monats (war im griechischen Kalender zu Neumond). Für Frauen die Zeit ihrer Menstruation.

Monate:

  • November, die Zeit des Skorpions, Februar, der 16.2. ist das griechische Hekatefest, generell die Zeit des Vorwinters und des Spätwinters.

Minerale:

  • Schwarze oder silbrige, eine Mischung aus Mond und Saturn/Pluto, wie auch bei Frau Holle:
  • Onyx, dunkler Labradorit-Mondstein, Jet, schwarzer Turmalin, Hämatit, Obsidian, Schneeflocken-Jaspis, Rauchquarz.

Zahlensymbolik:

  • Mit dem Mond und der Unterwelt verbunden: Die 9 (3×3) und die 8.

Zur Tarotmeditation:

  • “Die Hohepriesterin”, “Das Schicksal” (Das Rad, Das Gewebe), wie bei Pluto auch die Achten.
  • Acht der Stäbe: Auflösen der Hindernisse, Willensblockaden.
  • Acht der Schwerter: Loslassen von fixen Gedankenmustern, Zwangsgedanken.
  • Acht der Kelche: Loslassen von obsessiven Gefühlen.
  • Acht der Münzen: Reproduktion, Neu-Erschaffen.

Tiere:

  • Uhu, Wolf, Hund, schwarze Tiere, Kröte (Symbol des Fötus), Schlangen und Reptilen (chtonische Tiere), Spinnentiere.

Mythische Kreaturen:

  • Cerberos, Drachen, die Schicksalsgöttinnen:  3 Parzen, 3 Moiren, wie die 3 Nornen nördlich der Alpen.

Pflanzen: wie bei Frau Holle: Saturn, Pluto und Mondsignaturen:

  • Holunder, Mandragora, Nachtschattengewächse, Knoblauch, Minzen, Zypresse (Saturn), Thuja (Pluto), Sadebaum, Eibe (Pluto), Pappel, Weide, Schierling, Eisenhut (aus dem Geifer des Cerberus), Lavendel (Merkur), Myrrhe (Mond), Patchouli (Venus), Granatapfel (Venus,Pluto).

Zur Meditation nicht nur für Frauen:

  • Themen wie Vergänglichkeit, natürliche Kreisläufe, Schicksal, Loslassen, Überwindung, Abstreifen schädlicher äusserer und innerer Prozesse, Reinigung des Hauses und der Psyche.
  • Ein Archetyp, den man in sich erwecken kann, bei Problemen: Gerechtigkeit, Krisen, Grenzerfahrungen, zum Schutz, zum Erwecken der eigenen Intuition. Die Stimme der Altersweisheit. Verbindung mit den Ahnen.
  • Charitable Unternehmungen wie Spenden von Nahrungsmitteln an z.B. “Die Tafel”, entsprechend dem Hekate Deipnon. Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickeln: Nicht “Ending is better then mending”, sondern Recycling.

In extremen Lebensphasen besonders für Frauen:

  • Für die Geburtsvorbereitung, beim Eintritt der Menopause.
Hekate

Hekate, mit Granatfrucht, Messer und Schlüssel.
Man beachte:
Sonnenrad-Schmuck an DREI Ketten und Mond-Sichel!

Generell kann man mit Hilfe von mythischen Figuren wie Hekate, durch Rituale, die sich mit deren Symbolik beschäftigen Kraft für Übergänge zwischen Lebensphasen schöpfen.

Räucher-Ritual:

  • 3 Teile Sandelholz
  • 2 Teile Zypressenholz
  • 1 Teil Minzeblätter oder Patchouliblätter

An Neumond im Mörser zermahlen auf Kohle oder Räuchersieb (geht gut, da keine klebrigen Harze) verräuchern.

Wer lieber Aromaöle mag:

  • 3 Tropfen Myrhhe
  • 2 Tropfen Zypresse
  • 1 Tropfen Patchouli
  • 1 Tropfen Minze

Entweder in die Aromalampe geben (Wasser nicht vergessen!) oder dem Badewasser zufügen. Nur naturreine ätherische Öle verwenden, keine Parfümöle oder synthetische Düfte!

Diese Duft- und Räucherzeremonien eignen sich auch zur Erinnerung an verstorbene Familienmitglieder, Freunde oder das geliebte Haustier. Wem solche Rituale Kraft geben, kann sich einen kleinen Schrein einrichten, wie man ihn auch aus asiatischen Kulturen kennt, mit Fotos, liebgewordenen Erbstücken, persönlichen Gegenständen. Ein Platz an dem man sich wieder zurückerinnern, eine Verbindung zu seinen Wurzeln herstellen kann. Für solche Momente sind Rituale mit Kerzen, mit ihrer lebensspendeneden Lichtsymbolik, und Räucherungen einfache, aber sehr wirkungsvolle Hilfsmittel.

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Colchicum autumnalis, nach der Heimat von Medea,  Priesterin von Hekate aus der
Argonautensage. Das historische Colchis lag in Georgien. ©beast666 2016

Auch ein Platz mit einem der Jahreszeit entsprechenden Schmuck aus Blumen, Früchten und Gegenständen ist ein kleiner Fokus, der in unserer schnelllebigen Zeit, in der alles verschwimmt, einen Moment Atempause verschaffen kann. Eine Rückverbindung mit der Natur und ein wenig Struktur, die die saisonalen Festtage, Weihnachten, Ostern etc. nicht mehr geben können: Man denke nur an Lebkuchen im September und Weihnachtsschmuck im Oktober. Kaum ist der Niklaus aus dem Haus, nähert sich schon drohend, mit wackelnden Plüschohren oder aus Schokolade der Osterhase. Alles für den Kommerz.

Hekate wurde auch mit Heilwissen in Verbindung gebracht:

  • „Der Trank der Hekate“
    Ein schmerzlindernder, fiebersenkender, antirheumatischer Tee aus Weidenrinde und Pappelknospen, welche beide Salicinsäure (Aspirin) enthalten.
    Pappel und Weide stehen  - wie Hekate selbst - im Mythos mit Tag, dem Teilaspekt der Magna Mater, der auf Apollon Hekatos überging, und Nacht, mit Leben und Tod in Verbindung, denn beide Baumarten symbolisieren mit ihrer hellen und dunklen Blattseite das Leben und die Schattenseite, die Unterwelt..

Pappelknospen waren lange in der Volksheilkunde ein Bestandteil von Schlaf- und Fiebersalben. Auch in den Rezepturen sogenannter Hexen- oder Flugsalben spielen sie eine Rolle.

Hekate hatte zwei berühmte leibliche und geistige Töchter, die Zauberpriesterinnen (nicht Hexen) Medea und Kirke, letztere eine Tochter auch des Helios, der Verkörperung der Mittagshelligkeit. Ein letzter Sonnenstrahl für Hekate, das solare Merkmal, den Falken teilte die Kirke auch mit Freya, der germanischen Meisterin der Magie. Beide Frauengestalten hatten schon deutliche ambivalentere, bei Kirke etwa, oder düstere Züge, wie bei Medea. Ein Anzeichen für die die Tendenz zur Dämonisierung des Weiblichen, schon in der Antike.

Die botanische Welt der Hekate zugerechneten Gewächse ist vielfältig, aber man trifft auf sehr stark pharmakologisch wirksame Drogen, darunter auch potente Giftpflanzen.

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Düstere Ausstrahlung:
quelle: Aconitum napellus.

Neben den typischen Hexenpflanzen mit der Saturn-, Mond- und Plutosignatur findet man auch eindeutig solare, wie den Safran, der auch Bestandteil einer ihrer Anrufungen ist.

Allerdings ist auch der Safran psychoaktiv, wie viele andere Hekate-Pflanzen: Mohn oder Bilsenkraut.

Natürlich dürfen die toxikologischen Schwergewichter nicht fehlen:

  • Herbstzeitlose: Colchicum  (Saturn, Pluto), äusserlich ähnlich dem Safran!
  • Eisenhut: Aconitum (Saturn, Pluto)
  • Mandragora (Saturn, Pluto)
  • Sadebaum, Thuja (Saturn, Pluto)

aber auch Alpenveilchen, Wacholder, diverse Minzen, besonders Poleiminze, welche zusammen mit dem Sadebaum oder der Thuja als Abortivum gebraucht wurde. Generell wachsen etliche emmenagoge und krampflösende Pflanzen, die in der Frauenheilkunde Verwendung fanden, im Zaubergarten der Hekate. Sehr passed für eine Beschützerin von gebärenden Frauen. Schliesslich war sie auch die  Patronin der Hebammen in der Antike und zusammen mit den drei Parzen oder Moiren wurde sie auch als Schicksalsgöttin verehrt. In ihrer triformen Gestalt beherrschte sie die Wegkreuzungen, und damit auch im weiteren Sinn die Entscheidungen und Grenzsituationen des Lebenswegs.

aconitumm Kopie

Aconitum mit fratzenhaften Blüten. ©beast666 2016

 

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