Archive for November 1st, 2014

 

Sigillen exotisch: Veves im Voodoo

VeveBrigitte

Veve Maman Brigitte

 

 

VeveBaronSamedi

Veve Baron Samedi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Quellen Veve: Wikimedia.

Baron Samedi und Maman Brigitte, passend für den Monat November als Verkörperungen der Wächter der Unterwelt, der Friedhöfe und in ihrer Rolle als Seelenführer.

Samedi hat Ähnlichkeiten mit Saturn/Pluto, sein Name bezieht sich auf Samstag, dem Tag des Saturn, Samedi auf französisch. Die Namen mancher Voodoo Loa stammen aus der Sprache der französischen Kolonialherren der Karibik, vor allem Haitis. In einigen Veve findet man auch freimaurerische Symbolik, da viele der Abolitionisten, die den Sklaven auch auf Haiti zur Freiheit verhalfen, Angehörige des Freimaurerbundes waren. Loa, vor allem die sogenannten Rada Loa (=helle Loa) sind nicht nur Götter sondern vielmehr vergöttlichte Ahnen oder Menschen mit besonderen Verdiensten, die verehrt werden. Eine interessante Parallele existiert zu den katholischen Vorstellungen von Seligen und Heiligen, so dass wegen solcher Entsprechungen eine synkretische Vermischung der alten afrikanischen Yoruba Religion mit dem Christentum leicht möglich wurde. Die dunklen Loa, oder Petro Loa, sie sind ambivalenter Natur, in manchen Zügen entsprechen sie den Dämonen christlicher Prägung. Wobei sie aber eher den wilderen Naturkräften gleichen, als Höllengeistern. Die Sigillen der Loa oder Veve basieren auf ähnlichen spirituellen oder magischen Denkweisen wie die Navajo “Sand Paintings” oder buddhistischen Mandala. Oder das Anbringen von Augen-Grafitti  gegen den bösen Blick. Die Vorstellung von Anrufungen und Manifestationen überweltlicher Wesen durch das magische Malen von Symbolen ist ein uraltes religiöses Menschheitserbe.

Maman Brigitte, ebenfalls eine französisierte Variante einer solchen europäisch-afrikanischen Glaubens-Vermischung, hat Wurzeln bei der Heiligen Brigitte oder ihrer Ursprungsform, der keltischen Brigid, und der christlichen Maria Magdalena. Von letzterer hat sie ihren Bezug zum Totenbrauchtum, da sie Jesu Leichnam gesalbt hat, daher auch auch ihre bildliche Darstellung als Maria mit dem Salbgefäss, wie Magdalena auch bezeichnet wird. Zur Ikonographie von Brigitte gehören ebenfalls die roten Haare der Maria Magdalena. Allerdings trägt sie häufig eine Sonnenbrille, die auch manchmal bei ihrem Gemahl Samedi zu finden ist. Sie ist Herrin über das Schicksal, wie Hekate und belohnt Menschen für ihre guten Taten, wie Frau Holle. Daher wird sie als Schutz-Loa betrachtet und ihr Veve findet sich auf Talismanen.

Baron Samedi ist der Herr der Unterwelt und achtet darauf, dass die Toten nicht unter den Lebenden wandeln. Er wacht darüber, dass die Körper der Verstorbenen wieder in den natürlichen Kreislauf zurückkehren, entsprechend dem “Asche zu Asche, Staub zu Staub”, wie es auch bei christlichen Beerdigungen thematisiert wird. Allerdings ist er auch fähig Leben zu erhalten, wenn die Zeit des Endes für einen Menschen noch nicht gekommen ist, ähnlich wie bei unserer Vorstellung von “Gevatter Tod” im Märchen. Deshalb wird Samedi auch um Hilfe bei schweren Krankheiten angerufen, wie Hekate im antiken Griechenland.

 

Posted by on November 1st, 2014 Kommentare deaktiviert