Ouroboros: Unendlichkeit – Lemniskate, Skorpion – Weltbruderkette

Die Lemniskate - Symbol der Unendlichkeit, eine liegende Acht.

Die Lemniskate – Symbol der Unendlichkeit, eine liegende Acht.
©scrano 2015

Ouroboros (Weltschlange, wie Midgardschlange, Kundalini, die universelle Urkraft). Der aus Ägypten stammende Ouroboros ist mit der Lemniskate, dem Symbol für Unendlichkeit ( der karmischen Zahl 8) und dem Phoenix, stellvertretend für die Ewigkeit verwandt.

Adler=Phoenix & Schlange=Ouroboros repräsentieren zusammen das astrologische Zeichen Skorpion, das für Tod, Transformation  und Erneuerung steht. Die Symbolik wurde im Christentum für den Apostel Johannes übernommen. Alle vier Evangelisten stehen für die vier Weltecken, in denen das Christentum gepredigt werden soll, daher werden sie durch das fixe Kreuz der Astrologie dargestellt.

  • Lukas: Stier
  • Marcus: Löwe
  • Johannes: Skorpion
  • Matthäus: Wassermann
oroberos-rosenkreuz

Ouroboros, Symbol der Unendlichkeit, zusammen mit der Lemniskate
ein Sinnbild der Transformation, auch in der Alchemie.
Kundalini repräsentiert ebenfalls den Ouroboros,
aber auch gleichzeitig die dualen Schlangen des Caducceus.

Diese astrologischen Entsprechungen findet man in der Ikonographie der Tarotkarten: 21. “Die Welt” und 10.”Das Rad des Schicksals” wieder. Die liegende Acht ist ein zentrales Symbol der Hermetik. Auch um den Hermesstab bilden die verschlungenen Schlangen eine Lemniskate. Daher wird Hermes Trismegisthos immer mit einer solchen Figur abgebildet. Die Bedeutung liegt in der Überwindung und Verbindung des Gegensätzlichen durch den Geist.

Die Lemniskate gehört zu diesen Karten der grossen Arkana:

  • I “Der Magier” beherrscht die 4 Elemente und die Gegensätze des Lebens.
  • XI “Die Kraft” vereint das egoistische Streben des solaren Löwen mit dem humanistischen Wassermannprinzip

In den kleinen Arkana taucht sie ebenfalls auf:

  • 2 der Münzen: “Spiel des Lebens”.

Die Namensgebung ezieht sich auf den griechischen Begriff „lemniscos“ =“ Band, Schleife“. Geometrisch ist die Lemniskate definiert als der Ort aller Punkte P, deren Produkt der Abstände von zwei festen nicht identischen Punkten F1 und F2 gleich dem Quadrat des halben Abstandes zwischen den zwei Punkten F1 und F2 beträgt.
In der Mathematik wird die liegende Acht als Glyphe für Unendlich gebraucht: Wegen der unendlich hin- und her schwingenden Bewegung, die die Form der Schleifenkurve impliziert, immer abwechselnd zwei Brennpunkte  umkreisend, gilt die Lemniskate in der Hermetik als Symbol für die Ewigkeit, aber auch für Unus Mundus, die unteilbare kosmische Ganzheit. In der Werklehre des Freimaurerbundes wird die Lemniskate als Sinnbild für die Welt-Bruderkette verwendet. Der Magier aus den Grossen Arkana des Tarot hat sie über dem Kopf (Sitz des Willens und Geistes) schweben: Er verbindet das Untere mit dem Oberen, weiss, dass alles miteinander verlinkt ist und steht stellvertetend für Hermes Trismegisthos in uns selbst. In manchen Meditationsübungen  wird mit ausgestreckten Armen die Form der Lemniskate nachgefahren, um die Verbindung zwischen den beiden Gehirnhälften zu intensivieren. Einige der Mudras im Tantra haben denselben Zweck.

Lemniskate Hyperbel.jpg

Eine Lemniskate umkreist zwei voneinander verschiedene Punkte (Pole wie bei Yin und Yang) in gleichförmiger Weise.  Deshalb kann die Lemniskate als Symbol für eine ausgeglichene Balance zwischen den unterschiedlichen Polaritäten, gleich welcher Art auch immer, verstanden werden. Über eine Inversion am Kreis wird eine Hyperbelkurve in eine Lemniskate transformiert – und umgekehrt. Durch diese “Quasi-Spiegelung” am Kreis werden alle vier ins Unendliche verschwindenden offenen Enden der Hyperbel auf den einen zentralen Punkt in der Mitte (M) der Lemniskate abgebildet. Aus der grössten Distanz wird das Allernächste, das Zentrum, der Mittelpunkt. Die Vier kontrahiert sich zur Eins, über die Acht. Die Vier ist ein Symbol der physischen Welt, in der Alchemie steht sie für die Materie: 4 Elemente, 4 Himmelrichtungen oder Weltecken. Der 90° Quadrataspekt in der Astrologie ist ein Synonym für die Fixierung oder Blockade. Im vierten Haus erfolgt die Geburt, es symbolisiert die eigene Basis. Die Eins hingegen ist das Zentrum, die Sonne, der Fokus, der (göttliche) Wille, “Unio mystica und höheres Selbst. Sonne und Aszendent (1.Haus) stehen für das gereifte Ego (Selbsterkenntnis)  und die  Welt(ein)sicht: (Apollon’s – Gnothi Seauton). Der 0° Aspekt, die Konjunktion, die zur Eins gehört, zeigt die Fähigkeit zur Verschmelzung und Zentrierung der Kräfte, die benötigt wird, um die Vereinigung mit dem Göttlichen zu erlangen. Erreicht wird dies schliesslich durch die Tranformationszahl Acht, die auch gleichzeitig Symbol für das weltliche Ende und die Unendlichkeit darstellt. Die Lemniskate steht daher auch für eine Rückverbindung mit dem Überweltlichen = religio.

Während die vier Enden der offenen Hyperbel das “In-die-Welt-geworfen-sein” des Menschen in eine duale Welt andeuten, so  zeigt die Lemniskate eine harmonische, aber dynamische Balance, ein “Eingebunden-Sein in einen ständigen, aber stabilen Zyklus, der ein Einschwingen auf die eigene innere Mitte ermöglicht”. Vielleicht könnte man die mathematische Abbildung der Spiegelung am Kreis als Fokussierung auf das Wesentliche oder auch als den Weg des “Erkenne Dich Selbst” verstehen?

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This entry was posted on Freitag, März 27th, 2015 at 07:10 and is filed under Alembik, Astrologie, Freimaurer Ecke, Galerie, Geschichte, magisch, Mathe-Magisches, Philosophie, Physik, Pluto, Pythagoras. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

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