Archive for April, 2015

 

Schafgarbe: Segen von Rain und Wiese

Schafgarbe – Achillea millefolium

Botanik: Ausdauernde krautige bis teilverholzende Pflanze  40 – 60 cm hoch, Pionierpflanze für trockenen Boden. Sie liebt sonnigen bis leicht schattigen Standort. Sie blüht über den ganzen Sommer bis zum Spätherbst in auffallenden doldenartigen, leicht filzigen Blütenständen, obwohl sie zu den Korbblütlern gehört. Ihre auffallenden Blätter sind doppelt- bis 3fach fiederspaltig. Die Blütenfarbe ist woll-weiß oder ila, bei Ziersorten auch dunkelkarminrot und sogar goldgelb. Die Blütenstände scheinen zu leuchten. Alle Vertreter der Pflanzenfamile duften aromatisch. Die Schafgarbe besitzt große Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürre, Hitze und Kälte. Es heißt „sie schießt unter dem Zahn der Tiere nach“, denn wenn sie von Weidetieren abgenagt wird wächst sie sofort wieder nach. Sie ist weit verbreitet und mir aus der frühen Kindheit bekannt, weil ihre Stengel so zäh sind, und sie deshalb schlecht für das Blumenpflücken mit der Hand für Blumensträuße geeignet ist. Hingegen kann man schöne Kränzchen flechten, zusammen mit Margeriten oder Kamille, die in vieler Hinsicht ähnliche Eigenschaften hat.

Die Schafgarbe wächst auf trockeneren Wiesen, Bahndämmen, am Wegesrand, Feld-Rainen, Waldlichtungen, Geröll-Felsfluren, Äckern, Feldern und Schutthalden. Einige Arten wachsen sogar in alpiner Höhenlage.

Pflanzenfamilie: Korbblütler – Asteraceae

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Proazulene, Campher, Thujon, Cineol, Eukalyptol, Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe, Cumarin, Mineralsstoffe.

Mythologie:

  • Die Bezeichnung Achillea kommt von Achilleus oder Achilles, dem Helden vor Troja, der durch Mut, Schnelligkeit und Schönheit ausgezeichnet war. Er soll die Wunden seiner Krieger, der Myrmidonen (Ameisen) mit der Schafgarbe geheilt haben. Seine Kenntnisse erlernte er vom weisen Centauren Chiron, der viele der antiken Heroen in den Geheimnissen der Natur unterrichtete.
  • Millefolium kommt von Mille = tausend, und Folium = Blatt, also Tausendblatt, wegen der vielfach gefiederten Blätter.
  • Schafgarbe heißt sie weil angenommen wird, dass Schafe die Pflanze bei Krankheit gefressen haben, bzw. damit gefüttert worden sind, und Garbe leitet sich vom althochdeutschen garwe ab was so viel bedeutet wie Heiler, Gesundmacher, garwa heißt „die Heilende“.

Volkstümliche Namen: Achilles, Blutkraut, Bauchwehkraut, Blutstillkraut, Edelgarben, Frauenkraut, Garbakraut, Garb, Garbe, Garbenkraut,  Herrgotts Ruckenkraut, Heil der Welt, Soldatenkraut, Schabab, Schafszungen, Stankt Margarethenkraut,  Tausendblatt, Wundheiler, das ausgewachsene Blatt wird auch als die Augenbraue der Venus bezeichnet. Es ist wohlgeformt, die feinen Verästelungen wirken elegant.

Heilkunde: Der griechische Arzt Dioskurides bezeichnete die Schafgarbe als ausgezeichnetes Mittel bei Bauchflüssen, Geschwüren und Fisteln. Hildegard von Bingen, Hieronymus Bock und Matthiolus lobten die Heilkraft der Schafgarbe als „köstlich Wundkraut bei allen inneren und äußeren Wunden, gegen geronnenes Blut und übermäßige Mensis“. Es wurde auch eine Wundsalbe mit Schafgarbe, Sanikel und Goldrute gebraucht, ein weiteres Wundsalbenrezept wurde mit Schafgarbe, Bilsenkraut, Beifuß und Brennnessel beschrieben.

In vieler Hinsicht gleicht die Achillea der Kamille, die auch ein Korbblütler ist. Sie wird sowohl in der modernen als auch der antiken Medizin auch oft gleichwertig verwendet. Auch die Schafgarbe enthält ein blaues ätherisches Öl mit dem bestandteil Azulen (azur=blau), das enorm wirkräftig aber auch fast unbezahlbar ist.

Folklore: Sie ist ein Bestandteil des Kräuterbüschels das an Maria Himmelfahrt geweiht wird und eines der sogenannten Bettstrohkräter, was schon ein Indikator für die Frauenheilkunde ist. Schafgarbenbüschel an den Stall gehängt sollen vor Blitzeinschlag schützen. Schafgarbenkränze wurden als Schutz vor Pest ans Haus gehängt. Die Blätter sollen auch eine Ähnlichkeit mit dem Rückgrat haben deshalb wurde ihr auch Heilkräfte gegen Rücken- und Kreuzschmerzen zugesprochen, deshalb auch der Name Herrgotts Ruckenkraut.

 Sie gehört zu den Berufkräutern:

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Farbschafgarbe (Wildform)

Die Schafgarbe soll auch eine schutzmagische Wirkung haben und die Wurzel könne als Amulett getragen oder die ganze Pflanze geräuchert werden. Zum Schutz wurden auch Schafgarbenbüschel getrocknet und ans Haus gehängt. In der magischen Sympathiemedizin wurde die Schafgarbe bei vielen Krankheiten gebraucht. Dabei gab es besondere Sammelrituale, z.B. wann und wie sie gesammelt werden musste, anschließend mussten spezielle Verse aufgesagt werden, so glaubte man, sei die Krankheit auf die Schafgarbe übertragen worden.

In Asien ist sie eine Orakelpflanze: Das sogenannte I-CHING oder I-Ging, eine Vorhersagemethode ähnlich dem Runen- oder Knochenwerfen, benutzt Schafgarbenstängel. Diese werden dann in Trigrammen gedeutet, Anordnungen von jeweils 3 Stängeln in 8 Gruppen:

Acht Trigramme – Wikipedia

Acht Trigramme – Wikipedia

Signatur: Venus/Mars, Mond/Saturn, Merkur/Jupiter(Neptun). Fast schon Panacea: Ein Allheilmittel.

Element: Erde, Wasser (Blüten)

Ein Pflanzendestillat wurde zusätzlich bei: Würmern z.B. Spulwürmer (Saturn), Mundfäule (Venus), zur Stärkung des Zahnfleisches (Saturn, Mond) und bei Hautproblemen (Mond,Saturn) verwendet. Die Schafgarbe war auch Bestandteil in Lebenselixieren, sie sollten das Gedächtnis (Mond) stärken, die Vernunft(Merkur) schärfen,  die Melancholie und Traurigkeit(Saturn) austreiben und die natürliche, angeborene Wärme (Mars) unterstützen sowie die „leblichen Geister erquicken“ (Mars, Jupiter) und vor dem „Schlag“(Jupiter)  bewahren.

Am liebsten als Tee:

Teedroge, frisch oder getrocknet, wobei das ganze Kraut Verwendung findet. Auf ½ Liter heißem Wasser etwa 4,5 g Schafgarbenkraut; 10 min., ziehen lassen und über den Tag verteilt trinken. Für einen Zyklustee oder Wechseljahresmittel kann man auch nur die Blüten verwenden.

Im Magen-Darm-Bereich:

  • Zur Anregung des Gallensaftes (Mars)
  • Bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Blähungen (Merkur)
  • Gegen Krämpfe im Magen-Darm-Bereich (Mond, Merkur)

Als echtes Frauenkraut leistet es gute Dienste bei allen Art von weiblichen Beschwerden:

  • Bei Blasenentzündung (Mond,Venus)
  • Schmerzhafte Regelblutung und Unterleibskrämpfen (Mond,Venus)
  • Unregelmäßigem Zyklus (Mond,Venus)
  • Zu starker Menstruation (Mond,Venus)
  • Wechseljahresbeschwerden (Mond,Venus)
  • Weißfluss (Mond)
  • Myome (Mond,Venus)
  • Juckreiz der Scheide (Mond,Venus)

Am besten bei einer naturheilkundigen Frauenärztin oder Heilpraktikerin nach der passenden Anwendungsform erkundigen. Vorher Ursache der Beschwerden abklären!

Bei nervöser Unruhe:

  • Schafgarbenkraut als Tee getrunken. (Neptun,Merkur)

Atemwegserkrankungen:

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Der magische Trank: Panacea Achillea.
Libation ©scrano 2013

  • Bronchitis und Husten  (Merkur) bei Erkältung.
  • Gut z.B. bei Zahnfleischblutungen

Venenmittel: (Venus und Saturn)

  • Bei Venenschwäche
  • Hämorrhoiden
  • Krampfadern

Über Arzneien mit Schafgarbe gibt es in der Apotheke Informationen, da die Heilpflanze ein recht gebräuchliches Mittel ist. Vorsicht bei Allergien gegen Korbblütler!

Kulinarisch:

Frische, junge Blätter vor allem im Frühjahr zu Wildkräuter-Salaten, zur Blutreinigung und Entschlackung***.

Die Blüten können wie Löwenzahn-oder Holderblüten für Sirup verwendet werden, er ist aber deutlich bitterer:

  • 100g frische Schafgarbenblüten oder 2 EL getrocknete (OHNE Kraut!)
  • 1 Bio-Zitrone, Schale in dünnen Spiralen
  • 2-3 EL Ahornsirup oder Honig

Schafgarbenblüten mit 1/2 Liter Wasser aufkochen, 10 Minuten simmern, abkühlen lassen. In lauwrmen Zustand durch ein Teesieb und ein Kaffefilter giessen, süssen. Kaltstellen und mit Sekt oder Prosecco geniessen. Mit der Zitronenspirale dekorieren. Dieses Getränk ist ein hervoragender Aperitiv.

Weitere Hinweise findet man in:

  • Jacobus Theodorus Tabernaemontanus Neu vollommen kräuter Buch 1731
    Reprint 1975 by Verlag Konrad Kölbl
  • Gerhard Madaus: Lehrbuch der biologischen Heilmittel,
    mediamed Verlag ISBN 3-922724-05-1
  • Paracelsus: Sämtliche Werke

By Ghislain118 http://www.fleurs-des-montagnes.net (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Gelbe Schafgarbe, hübsch im Blumenbeet.

***Das leidige Thema Schlacken:

Natürlich gibt es sie nicht im simplen Deutungszusammenhang, aber unerfreuliche Stoffwechselzwischenprodukte, sog, toxische Metaboliten, die sich ansammeln und schädlich (z.B. entzündlich) sein können, werden durch sogenannte Blutreinigungskuren mit Pflanzenmitteln durchaus ausgeleitet. Im Körperfett aber auch in anderen “Abfallsammlern” des Körpers können solche Stoffe zusammen mit Umweltgiften lange Zeit eingelagert werden. Wenn man abnimmt muss man daher sehr viel trinken, da die Konzentration der problematischen Substanzen ansteigt, sie werden regelrecht mobilisiert. Das regelmässige “Durchputzen” (wichtig dabei : auch hier sehr viel trinken) entlastet den Organismus, vor allem wenn man bei der Frühjahrskur ein wenig Winter-Speck verliert.  Welche Konzentrationen abgesehen von pathologischen Leveln, wie sie bei Menschen mit Nieren und Leberschäden auftreten (dann muss man zur Dialyse, oder die Stoffe im Darm binden und ausspülen) beim Gesunden kritisch sind, ist wohl auf ewig strittig. Andererseits, der Mensch ist kein Wassereimer sondern besteht aus lebendigen Mikrostrukturen, deren Funktion bei lokalen Toxizitäten wohl auch schon gestört werden kann,  wenn die Blutkonzentration noch nicht gleich tödlich ist. Daher: Eine Pflanzenkur von Zeit zu Zeit schadet wohl nicht, auch zur Anregung der Verdauung. Von solchen Brachialmassnahmen wie mit Druckwasserspülung am Enddarm anzusetzen, halte ich allerdings persönlich nichts. Das ist quasi die “verkehrte” Richtung. Ausser bei hartnäckiger Verstopfung sind solche Methoden wohl eher unangebracht. Übrigens ist diese sogeannte Darmreinigung nichts Neues: Sie wurde besonders gern bereits im 18. Jhd. und auch der Viktorianischen Zeit des 19. Jhds. praktiziert. Schriftlich bezeugte  Ursprünge liegen wohl im alten Ägypten aber auch in Griechenland und Rom oder der ayurvedischen Medizin. Es wurden neben Laxantien auch Klistiere angewendet, da alle diese Medizinformen von einer Reinigung der Körpersäfte zu Therapiezwecken ausgehen. Trotzdem waren diese antiken Verabreichungen wohl milder und weniger “tiefgehend”.

 

Posted by on April 22nd, 2015 Kommentare deaktiviert

Und dann war da noch …. Lilith

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Lilith, chtonische Ur-Eva mit der Schlange der Erd-Mutter.
Das oft dämonisierte Tier symbolisiert
Weisheit und Wiedergeburt. Nach J.Collier.

Lady Lilith

Of Adam’s first wife, Lilith, it is told
(The witch he loved before the gift of Eve,)
That, ere the snake’s, her sweet tongue could deceive,
And her enchanted hair was the first gold.
And still she sits, young while the earth is old,
And, subtly of herself contemplative,
Draws men to watch the bright web she can weave,
Till heart and body and life are in its hold.

The rose and poppy are her flower; for where
Is he not found, O Lilith, whom shed scent
And soft-shed kisses and soft sleep shall snare?
Lo! as that youth’s eyes burned at thine, so went
Thy spell through him, and left his straight neck bent
And round his heart one strangling golden hair.

( Dante Rossetti, Collected Works, 216)

Wie im Talmud berichtet wird, schuf Gott an Adams Seite eine Frau namens Lilith als völlig gleichberechtigt und ebenbürtig, daher verstand sie sich als ein freies Wesen, dem Unterordnung völlig fremd war.  Ihr stolzes und selbstbewusstes Auftreten, ihre Weigerung Adam zu dienen, stiessen nicht gerade auf die Zustimmung Gottes, der Adam als Ebenbild seinesgleichen sah und damit den Freiheitswillen der ersten Frau als Rebellion gegen sich verstand. Interessanterweise heisst es aber an anderer Bibelstelle: Als Mann UND Frau schuf er sie, nach Seinem Bilde.  Wie die ersten Menschen des Zeus, die Hermaphroditen waren, und aus Angst vor deren Machtpotential vom Olympier-Chef in Mann und Frau gespalten wurden. Ein wahrliches: “Teile und Herrsche!”

Auch der kabbalistische Adam Kadmon wird manchmal als gemischtgeschlechtlich dargestellt. Es wird weiterhin erzählt, dass Lilith beim Sex die Missionarsstellung verweigerte. Adam aber wollte die dominante Position nicht aufgeben, und schließlich kam es zum Eklat zwischen den beiden. Lilith verwendete den geheimen Namen Gottes  “Schem Hammeforasch”, als Zauberformel, und flog davon. Eine Version, wie man sie auch von Medea kennt, die fortflog als sie ihre und Jasons gemeinsamen Kinder getötet hatte.  Oder Morgan le Fay, nach ihrem Verrat an Artus Auf Adams Flehen hin sandte Gott drei Engel (Sanvi, Sansanvi und Semangelaf) aus, um seine Ex-Frau  zurückzuholen. Lilith brach in schallendes Gelächter aus ob deren Versuche und Adams Wehklagen. Sie hatte sich an der Küste des Roten Meeres niedergelassen und mit den dort ansässigen Luftgeistern  viele  Nachkommen. Als Preis für Liliths Freiheit verlangte Gott  jeden Tag 100 ihrer Kinder zu  töten.  Aus Trauer und Zorn fing Lilith an, den Kindern der Sterblichen (Adams Nachkommen) nachzustellen. Hier wieder eine Parallele zu Medea, und den späteren Vorwürfen gegen der Hexerei verdächtige Frauen. Auch soll sie die Schlange im Paradies gewesen sein, welche Eva die Frucht vom Baum der Erkenntnis angeboten hat. Eine echte Feministin: “Betty Friedan” im Paradies, sozusagen. Für Adam, der mit der fügsameren Eva ein angenehmes Leben führte, hatte damit das Müssiggängerdasein ohne Sorgen wieder ein Ende. Bekanntermaßen mussten er und Eva aus dem paradiesischen Zustand heraus in die harte Wirklichkeit des Arbeitsalltags.

Dante Gabriel Rossetti [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

Dante Gabriel Rossetti: Lady Lilith mit roten Haaren und Mohnblüten.

 

Soweit die Geschichte von Lilith, die aus den sogenannten apokryphen Schriften des alten Testaments stammt – ja das gibt es nicht nur im Christentum, das Judentum kennt auch einen offiziellen Kanon. Überhaupt sind die überlieferten Hinweise zu Lilith recht spärlich und noch dazu stark geprägt vom Zeitgeist. Trotz verstärkter Recherchen auch aus den Kreisen der feministischen Theologie – im Christentum und Judentum, hat sich nicht viel Neues ergeben. Durch die gesamten sogenannten heiligen Schriften haben sich die Patriarchen aller Konfessionen redlich Mühe gegeben, Lilith als dämonisches Weib darzustellen. Eine verruchte Verführerin und widerspenstige Gottesgegnerin, die sich Männern entgegenstellt, um sie vom rechten Weg abzubringen.

Trotzdem, für die feministischen und emanzpatorischen Bestrebungen der Gegewart bleibt Lilith seit den Siebzigern ein starkes Symbol für Freiheitsdurst und Kampf um Unabhängigkeit. Die ersten Frauenbuchhandlungen und Frauencafés aus dieser Zeit nannten sich oft Lilith. Auch als weiblicher Vorname wurde Lilith beliebt. Der Lilithmythos beschreibe die Selbständigkeit der Frau und den Versuch der Männer, diese mittels einer höheren Autorität zu unterdrücken. In Lilith sehen einige die Gegenheldin zu der biblischen Eva, die in der patriarchalen Tradition stehe, obwohl eine Verbindung der beiden Archetypen, der sozialen Eva und der wilden Lilith wohl ein wirklicheres Bild der natürlichen Persönlichkeit von Frauen darstellt.
Die zwei scheinbar gegensätzliche Eigenschaften der Frauen – Sinnlichkeit, Leidenschaft und Autonomie (Lilith) und Fürsorglichkeit, Fähigkeit die eigenen Bedürfnisse nach hinten zustellen und Zuwendung zur Familie (Eva)  sind schon im Tierreich bei allen Vertreterinnen der Säugetiergattung angelegt und coexistieren durchaus eim Einklang miteinander. Man denke an Löwinnen, Bärinnen aber auch in anderen Tierarten sind oft die Weibchen im Ernstfall einerseits die gefährlichern und trotzdem gleichzeitig die besser sozialisierbaren Vertreter. Das Perfide an der Lilith-Story ist eher die Verweigerung eigener Vorstellungen von Sexualität und der Besitzanspruch gegenüber dem weiblichen Körper seitens der Männer.

Mythischer Ursprung: Der Name Lilith wird vom babylonischem Wort Lilitu abgeleitet und bedeutet übersetzt Windgeist. Im alten Testament (Jesajas 34,14) wird sie als weiblicher Dämon ( eine Nachtfahrende) erwähnt, ihren Ursprung hat sie allerdings eher in der babylonischen Mythologie, wo sie als Nachtherrscherin auftritt, und als ein Aspekt der Inanna/Ishtar angesehen wird. In den Talmud wird sie als ursprünglich als Unholdin übernommen, sie gilt sie blutsaugendes Nachtgespenst, das vor allem Kinder bedroht – eine Art Anti-Hekate. Erst im 9. Jhd. wird sie zu Adams Ex, und danach vor allem in der Kabbala erwähnt. In anderen antiken Kulturen wird sie eher in ihrer ursprünglichen Form als Schutzgöttin gesehen, wie z.B. in Griechenland, weil sie der Hekate ähnelt, wohl wegen ihrer übereinstimmenden Bildsymbolik z.B. dem Uhu oder der  Schlange.

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Lilitu mit Schlangen (wie die kretische Allmutter) und Eulen.
Eulenfüsse- und Flügel als Symbol für die Nacht.
Aber: Man beachte die eigentlich solaren Löwinnen
der Ishtar zu ihren Füssen!

In der Ikonographie von religiösen Lilith-Darstellungen wird sie von Kopf bis Nabel als wunderschöne Frau abgebildet, hüftabwärts aber als brennendes Feuer, was ein  eindeutiger Verweis auf ihre starke erotische Leidenschaft sein dürfte. Bei den babylonischen Lilithfiguren findet man häufig Eulenfüsse- und Flügel, Das ihr zugeordnete Tier ist der nachtaktive Greifvogel, der sowohl als Sinnbild der Weisheit, als auch als Totenvogel gilt. In Griechenland war die Eule sowhl Athena als auch Hekate heilig. Desweiteren findet man auch die bereits erwähnte Schlange, was wohl in die Paradieslegende eingflossen ist – obwohl die Schlange am Weltenbaum schon eine deutlich ältere Überlieferung ist.

In der Astrologie bezeichnet Lilith einen sensitiven Punkt, den „dunklen Zwilling des Mondes“ (auch „Schwarzer Mond“). Als materieller Trabant unseres Planeten wurde er 1918 von dem esoterischen Astrologen Sepharial postuliert. Das heute teilweise in Horoskopen verwendete Planetensymbol Lilith (eine Sichel) ist jedoch kein realer Himmelskörper, sondern entweder der (neben der Erde) zweite Brennpunkt der elliptischen Mondbahn oder aber das Apogäum derselben. Daher wird Lilith manchmal auch als schwarze Erde bezeichnet, dem Unterweltsapekt von Gaia. Zur Positionsbestimmung geht man von der Umlaufbahn des Mondes aus. In dieser Ellipse werden die zwei entferntesten Punkte mit einer Achse miteinander verbunden. Auf dieser Achse liegt Lilith der Erde gegenüber, mit gleichem Abstand zum Mittelpunkt der Ellipse. Ein Umlauf dauert dauert 8,9 Jahre. Durch diese Eigenschaft als “blinder Fleck” der Mondbahn ergibt sich die missverständliche Bezeichnung Schwarzmond, aus der bereits Rückschlüsse auf ihre Wirkung gezogen werden können. Sie verkörpert die andere (naturbedingte, archaische) Seite der Weiblichkeit, die unsichtbar, eben dunkel bleibt. Sie gibt nicht nur Leben, sondern ist auch Todesbringerin, Trägerin von Schmerz und Entbehrung. Lilith ist das Lebens-Blut aus dem alles entstand, entsteht und entstehen wird. Psychologisch zeigt sie uns die Schattenseiten unserer durch die Notwendigkeit zu Sozialisierung verdrängten Persönlichkeit, unser versagtes und unerfülltes Verlangen, unser Aufbegehren und Ablehnen. Durch initiierte Ereignisse während kritischer Transite kann sie uns zur Selbsterkenntnis und Annahme der dunklen Aspekte führen, oder aber zum Scheitern bringen, wenn wir uns weigern, diese Lebenslehren anzunehmen. Die Eigenschaften von Lilith ähneln einer Vebindung von Venus und Pluto, Eros und Thanatos oder der Thematik der Häuserachse: 2/8.

In Goethes Faust I erscheint sie in der Walpurgisnacht.

Auf Fausts Frage nach ihr erhält er von Mephistopheles die Antwort:

  • „Lilith ist das.“
  • Faust: „Wer?“
  • Mephistopheles: „Adams erste Frau. / Nimm dich in Acht vor ihren schönen Haaren, vor diesem Schmuck, mit dem sie einzig prangt. / Wenn sie damit den jungen Mann erlangt, / So läßt sie ihn so bald nicht wieder fahren.“

Wie bei dem oben zitierten Gedicht von Rosetti findet sich der Hinweis auf Liliths Haarpracht: Goldenes Haar, Quelle der Verführung?

Wohl eine Überblendung mit Eigenschaften der germanischen Freyja oder auch der Sif, mit ihrem goldgesponnenenm Zauberhaar. Man denke auch an das Märchen Rapunzel oder den biblischen Samson. Das Haar gilt als Sinnbild der Lebenskraft und Sexualität. In vielen Kunstwerken der Präraffaeliten und auch später im Jugendstil führt das häufig rote Haar der dargestellten weiblichen Figuren oft ein regelrechtes, schlangenhaftes Eigenleben. Fast wie bei der Gorgone Medusa. Ein Anklang an das chtonische Erbe der alten Muttergöttin.  In der jüdischen und islamischen Moraltheologie soll die Frau als Zeichen der Keuschheit das Haar bedecken.

Auch im christlichen Mittelalter kam die verheiratete Frau “unter die Haube“, Witwen trugen ebenfalls einen Haar-Schleier, aus dem die Nonnentracht hervorging.  Mönche aller Glaubensrichtungen scheren sich die Haare, ägyptische Priester im Altertum unterzogen sich ebenfalls dieser Prozedur, sogar am ganzen Körper. Ein Rückfall in vorpubertäre, kindliche Körperlichkeit, ein Zeichen der Unterwerfung gegenüber der Gottheit, als Symbol der wiedergewonnen Unschuld und Reinheit. Büsserinnen schor man den Kopf, die Entfernung der als sündhaft und Quell der Verführung geltenden Haarpracht galt als Geste der Demut und Abwendung von der Unmoral. Bei Trauerfällen in der Familie war die Haar-oder Augenbrauenrasur ein lange erhaltener Brauch im Mittelmeerraum.

Die Bedeutung: Jetzt herrscht hier Thanatos, nicht Eros. Die anschliessenden oft ausgelassenen Totenfeiern symbolisieren den Wiedereinzug des Lebens in die Gemeinschaft. In vielen Religionen versprechen sie auch Hoffnung auf Wiedergeburt. So wie das Haar wieder nachwachsen wird.

 

Posted by on April 14th, 2015 Kommentare deaktiviert

Astrologische Pflanzensignaturen – ein kurzer Überblick

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Schätze aus der Natur: Wiese in der Bretagne, Abbaye de Beauport.

Pflanzen und ihnen zugeordnete astrologische Prinzipien, Planeten-Signaturen:

• Nicht jede Pflanze ist dem Menschen substantiell zunutze, da viele der planetaren Archetypen, die in ihr herrschen, rein zum Gedeihen der Pflanze ausgeprägt werden. Es sind immer alle sechs Achsen des ZODIAK angelegt, allerdings in unterschiedlich sichtbarer Form.

• Es gibt kein Unkraut, das ist rein anthropozentrisches Denken.
• Die Zubereitung/Anwendung bringt oft erst den Wirkstoff hervor.
• Jeder gärtnerische oder andere Einfluss auf eine Pflanze wirkt auf ihr Wesen zurück.
• Was im Garten “anfliegt” oder von selbst ums Haus herum wächst, ist ein Fingerzeig, dass es für die Bewohner ein Heil in sich trägt. Oder ein Problem aufdeckt!
• Jedem Ort wächst seine Medizin, nicht nur den einzelnen Bewohnern.
• In der Pflanze findet man etwas von der Qualität des Standortes, an dem sie wächst.

• Orte können durch Pflanzen “gereinigt” werden. Defizit oder Übermass wird ausgeglichen, da Pflanzen nicht nur miteinander und anderen Lebewesen an der Oberfläche, sondern auch mit allem was im Boden vorhanden ist kommunizieren.  Das Hirn der Pflanze steckt sozusagen im Boden, da hier wesentliche Anteile des Informationsaustausches geschehen. Auch der überdauernde (Saturn) Anteil von mehrjährigen Pflanzen steckt in der Erde. Einjährige Gewächse überlassen sich der Vergänglichkeit (Mond) um in der nächsten Generation weiterzuleben.  Generell werden Fortpflanzungsorgane  von Pflanzen dem Himmel und dem Licht entgegengestreckt, damit sie für die Geschöpfe und Manifestationen des Luftelementes (Wind, Insekten, Vögel) zugänglich werden, die den Pollentransfer übernehmen.

Das Milieu, die Qualität eines Ortes kann sich durch Bepfanzung stark ändern. Umgekehrt zeigen Pflanzen sehr schnell Änderungen in ihrer Umwelt an. Wie stark man sich solche Interaktion zunutze machen kann, sieht man am Bergbau der alten Kelten, die Erzadern im Boden anhand der Art der Pflanzendecke ermitteln konnten. Man sagte früher, was irgendwo von selbst wächst, gehört auch dort hin, inklusive der “Eingeschleppten”, der Neophyten. OK, das gilt leider nur für intakte Biotope, die klägliche Reste, die wir hierzulande antreffen müssen immer wieder vom Menschen “unterstützt” werden. Wie traurig!

• Bäume und alte Pflanzen dokumentieren die Qualitäten eines Ortes auch zeitlich, das zeigen uns Baumring-Uhren, die gerne von Klimaforschern und Archäologen bernutzt wrden.

• Jede Pflanze hat einen Namen und dieser Name hat eine Bedeutung : Der Volksmund ist oft von erstaunlicher Intuition geprägt, und auch von langen Erfahrungszeiträumen.

• An Vollmond und die 3 Tage davor nichts sammeln, da sind die Pflanzen nach dem Volksbrauchtum wässrig, anscheinend “ziehen” Bäume in dieser Zeit mehr Wasser, sie schwellen gering, aber messbar an. Ihre Bast-Schicht quillt regelrecht. Der Mond scheint neben seiner Lichtwirkung auch einen kleinen Gezeiteneffekt auf Planzen auszuüben.

Wer die klassische Signaturenlehre kennt, merkt, dass ich nicht nur durch die Miteinbeziehung der trans-Saturnier über die alte Systematik und Deutung hinausgehe, sondern auch durch die konsequente Anwendung des hermetischen Grundsatzes der Polarität, des Achsenprinzips.

In jeder Pflanze ist jedes der sechs zodiakalen Prinzipien vertreten – nur sind nicht alle in jedem Entwicklungsstadium sichtbar, oder überhaupt den Sinnen zugänglich, manche Charakteristika werden auch erst durch die Wirkung einer Pflanze sichtbar, an ihrer Umgebung, durch ihre Inhaltsstoffe (z.B. bestimmte Toxine oder Hormone, pflanzliche Botenstoffe, mit denen die Pflanze mit ihrer Umwelt interagiert). Wenn ein Prinzip in höchstem Masse ausgeprägt ist, ist der Gegenpol jedenfalls vorhanden, vielleicht nur nicht im Äusseren sichtbar.

Die Rose, die von Dichtern besungene personifizierte Venuspflanze, trägt kriegerische Mars-Stacheln. Entfernt man diese durch gärtnerischen Eingriff, nimmt man der Pflanze ein wesentliches Merkmal. (Es gibt tatsächlich dornenlose Rosen, z.B. die kletternde Zephyrina Droughin, meistens duften sie nicht.)

Signatur

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Paracelsus entwickelte die Signaturlehre.

Jedes Ding und jedes Leben teilt sich mit. Die Sprache der Pflanze liegt in ihren Farben, ihrem Geruch, in Wurzeln, Blättern, Blüten, Früchten oder Sporen, ihrem ganzen Habitus. Eine Pflanze hat eine regelrechte Ausstrahlung, wie eine Art Persönlichkeitsmuster.

Diese Muster kann man lesen und interpretieren: An der Art wie, wo und wann es wächst, in welchen Gemeinschaften und Umständen ein Gewächs anzutreffen ist.

Da hier ebenfalls Archetypen oder Plato’s ideale Formen eine Rolle spielen, die auch der Astrologie zugrundeliegen, lässt sich in die Sprache der Pflanzen in astrologische Prinzipien übersetzen. Oberflächlich gelesene Signatur (z.B. verästelte Blattzeichnung des Lungenkrauts als Hinweis für Lungenkrankheiten) funktioniert nicht. Manchmal tatsächlich doch, aber das ist eher zufällig. Solche volkstümliche Signaturbezeichnungen sind eine Merk- und Lernhilfe aus einer Zeit der mündlichen Überlieferung von Kenntnissen, teilweise durchdrungen von christlich deformierten heidnisch-magischen Vorstellungen. Auch Paracelsus selbst verwehrte sich gegen solche simplen Vorgehensweisen und nannte sie dummen Aberglauben.

Zur Schau einer Pflanze gehört nicht nur die Erfassung ihrer Merkmale zur Zeit der Betrachtung, es geht um die Wahrnehmung ihrer Lebensweise das Jahr hindurch. Etwas Systematik  a la Linne ist dabei durchaus sinnvoll: Aus welcher Pflanzenfamilie stammt das Exemplar? Keimt sie bei Wärme oder Kälte, in der Erde oder einfach an der Oberfläche? Ist die Pflanze ein- oder zweihäusig, wechselt sie das Geschlecht, ist sie ein- oder zweijährig, überwinternd oder immergrün? In welchen Regionen und Lichtbedingungen  wächst sie, bildet sie Symbiosen, oder schmarotzt sie,  ist sie einsam oder gesellig, wie ist ihre Entwicklung? Lockt sie Insekten, wie sehen die Samen oder Früchte aus. In welcher Form hält sie Ruhezeit. Wie durchlebt sie den Jahresrhythmus – Herbstfärbung, Austriebsfarbe und Geschwindigkeit. Wie sieht sie abgestorben aus?

Hat man die dominierenden Prinzipien bestimmt, ist es möglich sie mit entsprechenden Heilwirkungen astromedizinisch in Beziehung zu setzen: Derartige Korrespondenzen kann man heilend, gleichsinnig (verstärkend) oder antiphatisch ausgleichend einsetzen. Was aber genauso interessant ist: Über Analogien lässt sich auf den Standort rückschliessen, an dem eine Pflanze wächst, sich angesiedelt hat – eine Pflanze ist quasi eine der vielen Sprachen, mit denen ein Ort seinen “genius loci” Gestalt werden lässt.

Mars (Feuer, 1.Haus, kardinal)

Frühjahrskeimer, Zwiebel, marshafte Pflanzenteile: Knospen (austreibend, erste Blätter), Keimling . Rot, spitz, stachelig, brennend, schneidend, splitternd, zackig, gezahnt, reizend. Pionierpflanze, Neophyt, Frühlingsbote, knallig, samen- oder pollenschleudernd, viel Pollen in aufälligen Faben, allergieauslösend. Roter Saft, scharfer Geruch oder Geschmack. Wehrhafte Ausstrahlung.

Venus im Stier, (Erde, Venus, Pandemos, 2. Haus, fix)

Blühreife Knospe (geschlossen), üppige Wurzel , speichernd, stärkehaltig, wohlgeformte Gesamterscheinung, schwerer Duft, Kelchblüten, dicker Stempel, Starkzehrer (Erdbeere), rosa, pink, ölig, schmackhafter Same, fünfer-Symmetrie, üppige  grün-saftige Erscheinung. Dickflüssiger, auch süsser Saft. Bienenweide. Appetitlich wirkende Gewächse. (So richtig zum Reinbeissen … lol!).

Merkur in den Zwillingen (Luft, mutabel, 3. Haus)

Zwittrig (wechselt das Geschlecht) Pollen wird weit verbreitet (Windesbtäuber oder extremer Insekteliebling, wie z.B. Doldenblütler), Flugsamen, 3, 5-Symmetrie. Schmale, grazile Blätter (Bambus), ätherischer Geruch, filigranes Blattgerüst mit “Nerven”, aufrechte Gestalt oder aufrecht rankend. Beweglich schon durch “Windhauch”, dann “flirrender” Eindruck.  Gut enwickelter Bast, Ableger, Ausläufer, Epiphyten (mit Uranus). Nicht aggressiv ausbreitend (ausser beim verflixten Giersch***, mit seiner zusätzlichen saturnischen Zähigkeit) , einjährig. Ätherische Öle, Bienenweide, Schmetterlingstankstelle.

Mond (Wasser, Kardinal, Krebs, 4. Haus)

Saftig (Sukkulenten, Kakteen) , wässrig, blass, durchscheinend, amorph, drüsig, linkswindend oder die Windungsrichtung opportun wechselnd, mit weichen Treiben dahinwuchernd,  druck- und frostempfindlich, weich, fad-süss, Rübenwurzeln (bei Rüben zeigt sich Mond/Saturn deutlich) mit Wasserkammern, Dunkelkeimer, liebt Moosboden. Nachtblüher, weisse Blüte, Nachtfalter (Motten) oder gar Frucht-Fledermäuse (Pluto) als Bestäuber. Graue Überzüge an Blättern, oder unterseits weiss. Schleimiger Saft, Milchsaft.

Typisches Beispiel Kaktus:

  • Mond: Sukkulenz, melonenartiger Körper, Nachtblüher, Blüten vergehen schnell.
  • Saturn: Harte Haut, einsames Wüstengewächs, starkes Wurzelwerk. Genügsam, langlebig. Der Gegenpol!
  • Mars: rötliche Dornen (wenn stachellos dann auch Gift!), Viele auffällige Staubgefässe.
  • Venus: Duftende schöne üppige Blüten, süsse, saftige Früchte. Der Gegenpol.

Sonne (5. Haus, Löwe, fix)

Scheibeförmige Blüte, oft leuchtend, grossblütig, aromatisch duftend, sonnige Plätze, dreht “Gesicht” nach der Sonne, gross, Solitär, Bäume, aufragende Blütensträucher, dominieren den Standort, Symmetrie: 1, rechtswindend, Ölpflanzen, Harze -> Goldgelber Saft. Bienenweide. Balsamischer Duft. Leuchtende Ausstrahlung.

Merkur in der Jungfrau (Mutabel, Erde, 6.Haus)

Zierlich, unscheinbar, Symmetrie: 5, Kultur-Nachfolger, essbar, heilend, kriechend, viele kleine Blüten (Lavendel) oder Blattdetails (Fiederung), verzweigt, “dankbar”, klettig (anhaftend), eingeschleppt, Ähre, Fruchtstiel, Blattadern, nervige oder lanzettliche Blätter, bodenverbessernd, scheckig gemustert, wirkt “adrett”. Graue oder bläuliche Blattfarbe. Wenig Saft, Bienenweide.

Venus in der Waage (Kardinal, Luft, Venus Urania)

Ästhetische Blüte, reicher Duft, schöne Gesamt-Erscheinung, glatt, symmetrisch, 6 oder 5, kühl, zart, Blätter herzförmig, Blüten vulvaförmig, Rachenblütler,  der Waagevenus ist oft das zugeordnet mit dem eine Pflanze kokettiert: Das, was an einer Pflanze zuerst angenehm auffällt. Süsser, aromatischer Saft. Bienenweide. Harmonisierende, sinnliche Ausstrahlung.

Pluto und Mars im Skorpion (Wasser, fix, 8.Haus)

Myzel, Pilz (Neptun), modrig, Mutation, erbgutverändert, befallen(d), Symmetrie: 8, oder keine, giftig, würgend, ätzend (auch Mars),  Schmarotzer oder Symbiont(Neptun), im Verfall, generelle Herbstfarbigkeit, Sporenbildner, Urzeitpflanze (mit Saturn und Neptun: Moose, Farne), musterhaft selbstähnlich, tierhafte Anmutung (Orchideen), gärend, Mimikry, rost-braun, fleischfressend, extreme Details, fesselnd, “glotzend”, z.B. Belladonna-Kirsche. Lila, bräunliche, dunkelrote Blüten. Aasgeruch, von Schmeissfliegen bestöubt. (z.B. Stapelien). Hier finden sich Alkaloide, wie bei Mars- und Saturnpflanzen. Übelriechender Saft, gärend. Bedrohliche Ausstrahlung. Schamanenpflanzen.

Jupiter im Schützen (Feuer, mutable, 9.Haus)

Violette, Orange-Gelbe oder buttergelbe Blüte, üppig, kräftig wuchernd, stattlich, angenehm bitter, Nüsse, stark fruchtend, nahrhaft, Symmetrie: 3,9,  Blätter: gross, lappig, glänzend, perennielle Pflanzen, hoch, schnellwachsend, farbig, fett, hohle Stängel. Säuerlicher oder herber Saft. Bienenweide. Beschützende Ausstrahlung.

Saturn im Steinbock (Erde, kardinal, 10.Haus)

Wintergrün, hart, zäh, Borke, verholzend, Symmetrie: 8,4,10,  Nadeln, Flechten, dunkelblau, schwarz, dunkelgrün, galle-bitter, alt, dürr oder abgestorben wirkend, knorrig, Schattenverträglichkeit, scheinbar unfruchtbar, stinkend (mit Pluto). Düstere Ausstrahlung, Gifte, lebensfeindlich, Gerbstoffe, Pflanzen der Felsenregionen. Wenig Saft, oft sehr bitter, adstringierend.

Uranus und Saturn im Wassermann (11.Haus, Luft, fix)

Spontanmutation (Verbänderungen, Farbabweichungen), bizarr, bunt, in grossen Höhen vorkommend, vegetativ vermehrt (Salvia divinorum), übergreifend (räumlich), springend, gerillt, “elektrisierende” Ausstrahlung, immergrün: Epiphyten, Bromelien. Wenig Saft, kein oder “unpassender” Duft. Aussergewöhnliche, sogar künstliche  Ausstrahlung: Fällt aus der Art – z.B. Lärche, ein Nadelbaum, aber nur sommergrün.

Neptun und Jupiter in den Fischen (12. Haus, mutabel, Wasser)

An Überschwemmungszonen von Ufern, Algen, Wasserpflanze, Hybride, Symbionten, Parasiten, Pilze, unbestimmbar, blaugrün, psychoaktiv, betäubend, schmerzlindernd, Hormonwirkung – schwer definierbare Erscheinungsmerkmale und Ausstrahlung. Wenn Blüten, dann betäubender Duft. Viel Saft, auch salziger Geschmack, mystische Ausstrahlung. Psychoaktive, entheogene Pflanzen.

Prof._Dr._Thomé's_Flora_von_Deutschland,_Österreich_und_der_Schweiz,_in_Wort_und_Bild,_für_Schule_und_Haus;_mit_..._Tafeln_..._von_Walter_Müller_(Pl._369)_(7982397698)

Gemeiner Giersch: Aegopodium podagria
quelle:wiki

*** Der invasive, wuchernde Giersch, auch eine Mars-Signatur?

In erster Linie ein Doldenblüher, daher Merkur/Neptun/Jupiter zugeordnet. Er wächst agressiv, da denkt man an Mars-Symbolik, allerdings eher unterirdisch (Saturn) und hat weisse Blüten (Mond). Das wilde Wuchern ist auch eine Jupiter-Eigenschaft. Er hilft gegen Gicht, besonders Fussgicht (Jupiter/Neptun), Arthritis und Arthrose (Saturn) Schmerzen, Entzündungen und Fieber. Giersch wurde auch gegen Eingeweidewürmer angewandt (Saturn). Er reguliert den Wasserhaushalt des Körpers (Mond). Und vieles andere mehr. Eine Panacea, wie Schafgarbe und Bestandteil der Neunkräutersuppe. Also nicht gleich teeren und federn wollen, wenn er vorbeischaut. Ich habe das Kraut auch im Garten, einen Teil unter dem Holunder (wegen der Ähnlichkeit mit Holderblättern wird Giersch auch Geissfuss genannt) lasse ich ungeschoren, der Rest wird weg-gemulcht (schwarze Folie und viel Geduld). demnächst wird auch Waldmeister und Bärlauch an seinem Standort angesiedelt, die helfen auch beim Begrenzen der Ausbreitungsfreude.  Also dann -  einen Strauss Giersch pflücken und einen leckeren Salat oder Spinat zubereiten. Rezepte für allerlei “Unkraut” gibt es hier bald auch.

Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

Posted by on April 13th, 2015 Kommentare deaktiviert

Sybille – eine heidnische Göttin in den Märchen der Schwäbischen Alb

Sybille oder Freyja ?
Golden Tears of Freyja ©scrano 2014, BG by ashensorrow

Die Sage von der Sibylle von der Teck

Tief unten im Sibyllenloch, einer grossen Höhle am Fuß des Teckfelsens, lebte Sibylle. Sie war weise und schön und immer hilfsbereit. Ihr goldenes Haar leuchtete wie die Sonne, und wie Rapunzels Zopf war es zauberkräftig. Sie kannte sich aus in den Heilkunst und der weissen Magie und konnte sogar die Zukunft deuten. Niemand stieg zu ihr vergeblich den steilen Weg empor, wenn er unverschuldet in Armut geraten war und der Hunger ihn quälte. Wenn die Trockenheit die Ernte zu vernichten drohte, kam sie sogar selber ins Tal herunter und tröstete mit ihren Tränen die vom Hunger Bedrängten. Auf wundersame Weise erholte sich die Natur dort, wo ihre Tränen geflossen waren. Die Wiesen wurden wieder grün, das Getreide richtete sich auf und bekam größere und goldene Ähren. Man fand sogar, dass das Brot von diesen Ähren besser schmeckte und die Milch der Kühe, die auf jenen Wiesen  geweidet hatten, viel nahrhafter war. Ja man spürte sogar, dass die tägliche Arbeit sich viel leichter erledigte, wenn man von diesem Brot gegessen und von dieser Milch getrunken hatte.

BurgTeck Gesamtansicht

Burg Teck Gesamtansicht mit Sybillenloch.
Heute ein internationaler Pfadfindertreff mit rustikalem Charme.

Die drei Söhne der Sibylle waren jedoch wilde ungeschlachte Kerle. Unhold, Raufbold und Saufbold waren üble Gesellen, die nicht bei ihrer Mutter leben wollten, und so bauten sie ihre eigenen Burgen. Der Älteste errichtete seine Burg auf dem Rauber, der Zweite auf dem Wielandstein und der Jüngste baute die Diepoldsburg. Auf Felsnestern hausten sie als Raubritter und bedrückten die Bauern oder plünderten die Kaufleute und ihre Wagenzüge aus.

Voller Kummer über ihre ungeratenen Söhne fasste Sibylle den Entschluss ihr Höhlendomizil und das Land zu verlassen. Auf einem goldenen Wagen, der von zwei riesigen, feurigen Katzen gezogen wurde, fuhr sie eines Abends talabwärts durch die Lüfte und wurde nie wieder gesehen. Jedes Jahr, wenn die Ackerfrüchte zu reifen beginnen kann man den Weg verfolgen, den sie genommen hat. Die Spur ihres Wagens ist deutlich zu sehen. Die Wiesen sind dort grüner, das Korn trägt größere Ähren und Äpfel, Birnen und Kirschen sind saftiger und süßer. Die Spur ihres Wagens nennt man heute noch die “Sibyllenspur.”

Im Jahr 1982 wurde bei Grabungen des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg entdeckt, dass es sich bei der Sibyllenspur” um die Fundamentreste des römischen Limes handelt. Die Archäologen konnten feststellen, dass zwei parallele Gräben das Tal durchzogen. Im Lauf der Zeit wurden diese Gräben mit Kalksteinen und fruchtbarer Erde aufgefüllt, so dass dieser Streifen heute noch ein besseres Wachstum ermöglicht als das umliegende Ackerland.

Liest man die Beschreibungen des Äusseren und auch der Eigenschaften der Sybille, erkennt man deutlich, dass es sich um die Wanen-Göttin Freyja oder Freya handelt, die in der Überlieferung als Märchenfigur noch in den Köpfen und Herzen der Menschen überlebt hat. Freyjas berühmtes goldenes Haar besass Zauberkraft, wie das von Rapunzel, ihre Tränen regten die Fruchtbarkeit der Pflanzenwelt an. Sie war eine Seidkona, der Magie kundig, wie etliche Götter des älteren Wanengeschlechts. Seidr hängt mit Sieden zusammen, seine Beherrschung erfordert also auch das Kochen von Zaubertränken. Daher kannte sie auch alle Formen der Heilkunst und galt als den Menschen und Göttern in Güte zugetan. Wegen der Beziehung der Bereitung des magischen Suds zum Kochen, war Seidr eine Magie speziell von Frauen, die von den Männern eher geringschätzig betrachtet wurde.  Um so erstaunlicher ist die Tatsache, dass sich gerade Odin der Allvater des Asengeschlechts in diesem magisches Wissen um Tränke, Ritualsprüche und die Gestaltwandlung in Tiere oder andere Geschöpfe, unterrichten liess. Freyjas goldener Himmelswagen wurde von einem Katzengespann gezogen, sie trug einen hellblauen Federmantel, manchmal auch Falkenflügel. Die Höhle der Sybille war wohl ein alter Kultplatz der Freyja, zu dem hauptsächlich die Frauen pilgerten. Der Name der Sagengestalt Sybille geht auf die antiken Wahrsagerinnen mit der Bezeichnung Sybille zurück:

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Sibylle von Cumae

Die archaischen Ursprünge der Sibylle liegen vermutlich im Orient. Die Wurzeln ihrer Verehrung sind möglicherweise in Kleinasien im Umfeld von Mysterienkulten einer „Erdmutter“ wie Kybele zu suchen. Durch die Begegnung mit Formen altorientalischer ekstatischer Prophetie entwickelte sich im Laufe der Zeit das Verständnis der Sibylle als Prophetin, als weibliches Pendant oder Gegensatz zum Propheten. Die ursprüngliche Verbindung der Sibylle mit chtonischen Göttinnnen zeigt sich oft in dem ihr zugeschriebenen Aufenthaltsort, in wilden Schluchten, am Fusse grosser Felsenblöcke (Findlinge)  oder in einer Felsenhöhle, der Sibyllengrotte. Letzlich ist auch die delphische Pythia in diese Kategorie einzuordnen, ihr Name geht auf die chtonische Schlangengottheit Python zurück, die in Delphi lange vor Apollon verehrt wurde, und deren Priesterinnen ebenfalls Trance-Medien waren. Auch die Sibyllen weissagten  in selbst herbeigeführter “Entrücktheit”, die einer schamanischen Erfahrung wohl ähnlich war, und standen damit im Gegensatz zu beispielweise Los-Orakeln und Zeichendeutung. Sybillinische Ekstase-Prophetinnen waren im hellenistischen Griechenland weithin bekannt.

Eine Frauengestalt names Sibylle spielt später bei der legendären Stadtgründung Roms eine Rolle, denn es ist die cumaeische Sibylle, die Aeneas nach seiner Landung in Italien als Führerin in der Unterwelt dient; sie ist es auch, die ihm die große Zukunft der Stadt vorhersagt, so Vergil in der Aeneis. Auch sie ist eine chtonische Figur, die ebenfalls auf den Kybele-Kult zurückzuführen ist. Die Version 2.0 der Gründung Roms mit Urvater Äneas von Troja ist erst eine Spätzutat, als der kleinasiatische Kybele-Kult im römischne Reich bereits Einzug gehalten hatte. Im Religionsverständnis zur Spätzeit des Römischen Reiches, vor allem in Provinzen mit vorwiegend hellenischem oder orientalischem Kultureinfluss, war die Sibylle als Medium der Gottheit vielen ein lange vertrautes Konzept. Daher konnte man sie auch im frühen Christentum als Verkünderin der Heilsbringung und als Ersatz für die den „Heidenchristen“ fremden Propheten des Alten Testamentes dienen. Kirchenväter wie Augustinus durchforschten auch die beliebten Sibyllinischen Bücher, eigentlich nur eine Sammlung von Orakelsprüchen ohne echten Bezug zur Sibylle ausser ihrem Namen, nach “Worten Gottes”. Dadurch wurde die Sibylle auch Bestandteil  der schriftlichen Tradition des Christentums. Besonders populär wurde Sibylle von Erythrai, die auch bei den von Augustinus benannten 10 Sibyllen vorkommt, dann im Mittelalter, durch ihre Worte vom „Tag des Gerichts“ ( Dies Irae).  Apokalyptische Visionen sind wohl ein Alltime-High der Geschichte. Sibyllendarstellungen findet man auch häufiger im Figurenschmuck gotischer Kirchen. Durch Legendenbildung im volkstümlichen Glauben blieb die Popularität der Sibyllen lange erhalten, schliesslich wurden sie zu Märchengestalten.

Sybillenloch unter der Teck

Sybillenloch unter der Teck

Doch zurüch zu Freyjas Magie: Die Kunst des Seidr ist wohl auch mit schamanischen Praktiken, wie der Geistreise, der rituellen Gestaltwandlung in z.B. Vögel, wie den Falken, einhergegangen. Die germanische Vorstellung von Religion, ihre Kosmologie hat starke Ähnlichkeite mit der von Völkern, in denen heute noch Schamanismus lebendig ist, etwa die Sami Norwegens oder die Tuva im Altai. Es ist interessant, dass die ursprünglich germanische Freyja zuerst zur römischen und dann wohl zur (früh)christlichen Weissagerin mutierte, um dann ins Märchenlager überzuwechseln, wobei das Magie-Element,  die Prophetie und das Wirken als Glücksbringerin erhalten geblieben sind. Erstaunlicherweise hat auch ihr positives, menschenfreundliches Wesen in der Sage überlebt, was heidnischen Gottheiten in der christlichen Rezipierung sonst eher nicht passiert. In vielen anderen Überlieferungen wird Freyja häufig mit Hexerei in Zusammenhang gebracht.

Pflanzen der Freyja: Natürlich der Holunder , über den sie zusammen mit ihrer Winterform Holle regiert, die Linde, auch ein Marienbaum des Christentums, Frauenkräuter, die astrologisch mit Mond/Saturn und Venus/Pluto verbunden sind.  Dass Freyja wie auch Hekate*** ursprünglich eine All-Mutter war, sieht man am Symbol des Falken, einem solaren Tier (Sonnengott Horus, Circe, die Tochter des Helios heisst Falke), und der Tatsache, dass ihre Tränen zu Bernstein werden können, wie bei der Sage um den Sonnensohn und Unglücksfahrer des Himmelswages, Phaeton. Seine Schwestern weinen Bernsteintränen nach seinem Sturz in den Ozean. Bernstein ist ein Sonnenstein, als Harz stammt er aus der Pflanzenwelt. Freyja herrschte wohl über Sonne (Tag) und Mond (Nacht, Unterwelt), besass aber auch Venus-Aspekte (Fruchtbarkeit). Wie die sumerische Innana, die babylonische Ishtar oder die ägyptische Hathor hatte sie auch einen kriegerische Seite, statt der Löwen der Göttinnen aus dem Morgenland waren ihr zwei Katzen zugesellt. Der Unterweltaspekt blieb ihr erhalten: In ihrer Form als Frau Holle oder Perchta regiert sie über das Schicksal und zusammen mit Odin führt sie die wilde Jagd der Kriegerseelen und Walküren an. Im Christentum versuchte man sie zu Maria zu sublimieren, wo das nicht gelang wurde sie zusammen mit der römischen Diana zur Hexenkönigin. Die ihr heilige Linde, jetzt Marienlinde, einst auch Gerichtslinde: Ein Echo der Himmelskönigin Astraia, der universellen kosmischen Sternenjungfrau, Sinnbild des natürlichen Rechts ?

  • Heilig waren ihr Katzen, Falken und das Schwein, das Tier der Grossen Mutter schlechthin (auch die keltische Cerridwen wird mit der Muttersau, aber auch dem Eber assoziert).
  • Angerufen wurde sie auch als Vanadis, Hulla (Holle) und Bertha (Perchta).
  • Freyjas Farben: Gold, Grün, Rot
  • Lindenblüten wirken antientzündlich, kühlend und fiebersenkend, sowie heilsam bei Magenbeschwerden, Bluthochdruck und Migräne. Die Linde ist auch ein Bienenliebling und liefert einen wunderbaren Honig, der einen leichten Minzgeschmack hat. Lindenblütentee gehört zu den milden Haustees und wird neben Verbena (auch ein Venuskraut) besonders gerne in Frankreich getrunken.

***Hekate war Teil eines Zwillingspaars, das Tag und Nacht repräsentierte. Hekate und Hekatos, dieser Name wurde dann ein Beiname des Sonnengottes Apollon.

Lindenallee, der Baum hat mit seinen runden, einhüllenden Formen etwas Beschutzendes.

Lindenallee, der Baum hat mit seinen runden,
einhüllenden Formen etwas Beschützendes. Am Randecker Maar ©beast666 2015

 

Posted by on April 8th, 2015 Kommentare deaktiviert