Archive for April 13th, 2015

 

Astrologische Pflanzensignaturen – ein kurzer Überblick

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Schätze aus der Natur: Wiese in der Bretagne, Abbaye de Beauport.

Pflanzen und ihnen zugeordnete astrologische Prinzipien, Planeten-Signaturen:

• Nicht jede Pflanze ist dem Menschen substantiell zunutze, da viele der planetaren Archetypen, die in ihr herrschen, rein zum Gedeihen der Pflanze ausgeprägt werden. Es sind immer alle sechs Achsen des ZODIAK angelegt, allerdings in unterschiedlich sichtbarer Form.

• Es gibt kein Unkraut, das ist rein anthropozentrisches Denken.
• Die Zubereitung/Anwendung bringt oft erst den Wirkstoff hervor.
• Jeder gärtnerische oder andere Einfluss auf eine Pflanze wirkt auf ihr Wesen zurück.
• Was im Garten “anfliegt” oder von selbst ums Haus herum wächst, ist ein Fingerzeig, dass es für die Bewohner ein Heil in sich trägt. Oder ein Problem aufdeckt!
• Jedem Ort wächst seine Medizin, nicht nur den einzelnen Bewohnern.
• In der Pflanze findet man etwas von der Qualität des Standortes, an dem sie wächst.

• Orte können durch Pflanzen “gereinigt” werden. Defizit oder Übermass wird ausgeglichen, da Pflanzen nicht nur miteinander und anderen Lebewesen an der Oberfläche, sondern auch mit allem was im Boden vorhanden ist kommunizieren.  Das Hirn der Pflanze steckt sozusagen im Boden, da hier wesentliche Anteile des Informationsaustausches geschehen. Auch der überdauernde (Saturn) Anteil von mehrjährigen Pflanzen steckt in der Erde. Einjährige Gewächse überlassen sich der Vergänglichkeit (Mond) um in der nächsten Generation weiterzuleben.  Generell werden Fortpflanzungsorgane  von Pflanzen dem Himmel und dem Licht entgegengestreckt, damit sie für die Geschöpfe und Manifestationen des Luftelementes (Wind, Insekten, Vögel) zugänglich werden, die den Pollentransfer übernehmen.

Das Milieu, die Qualität eines Ortes kann sich durch Bepfanzung stark ändern. Umgekehrt zeigen Pflanzen sehr schnell Änderungen in ihrer Umwelt an. Wie stark man sich solche Interaktion zunutze machen kann, sieht man am Bergbau der alten Kelten, die Erzadern im Boden anhand der Art der Pflanzendecke ermitteln konnten. Man sagte früher, was irgendwo von selbst wächst, gehört auch dort hin, inklusive der “Eingeschleppten”, der Neophyten. OK, das gilt leider nur für intakte Biotope, die klägliche Reste, die wir hierzulande antreffen müssen immer wieder vom Menschen “unterstützt” werden. Wie traurig!

• Bäume und alte Pflanzen dokumentieren die Qualitäten eines Ortes auch zeitlich, das zeigen uns Baumring-Uhren, die gerne von Klimaforschern und Archäologen bernutzt wrden.

• Jede Pflanze hat einen Namen und dieser Name hat eine Bedeutung : Der Volksmund ist oft von erstaunlicher Intuition geprägt, und auch von langen Erfahrungszeiträumen.

• An Vollmond und die 3 Tage davor nichts sammeln, da sind die Pflanzen nach dem Volksbrauchtum wässrig, anscheinend “ziehen” Bäume in dieser Zeit mehr Wasser, sie schwellen gering, aber messbar an. Ihre Bast-Schicht quillt regelrecht. Der Mond scheint neben seiner Lichtwirkung auch einen kleinen Gezeiteneffekt auf Planzen auszuüben.

Wer die klassische Signaturenlehre kennt, merkt, dass ich nicht nur durch die Miteinbeziehung der trans-Saturnier über die alte Systematik und Deutung hinausgehe, sondern auch durch die konsequente Anwendung des hermetischen Grundsatzes der Polarität, des Achsenprinzips.

In jeder Pflanze ist jedes der sechs zodiakalen Prinzipien vertreten – nur sind nicht alle in jedem Entwicklungsstadium sichtbar, oder überhaupt den Sinnen zugänglich, manche Charakteristika werden auch erst durch die Wirkung einer Pflanze sichtbar, an ihrer Umgebung, durch ihre Inhaltsstoffe (z.B. bestimmte Toxine oder Hormone, pflanzliche Botenstoffe, mit denen die Pflanze mit ihrer Umwelt interagiert). Wenn ein Prinzip in höchstem Masse ausgeprägt ist, ist der Gegenpol jedenfalls vorhanden, vielleicht nur nicht im Äusseren sichtbar.

Die Rose, die von Dichtern besungene personifizierte Venuspflanze, trägt kriegerische Mars-Stacheln. Entfernt man diese durch gärtnerischen Eingriff, nimmt man der Pflanze ein wesentliches Merkmal. (Es gibt tatsächlich dornenlose Rosen, z.B. die kletternde Zephyrina Droughin, meistens duften sie nicht.)

Signatur

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Paracelsus entwickelte die Signaturlehre.

Jedes Ding und jedes Leben teilt sich mit. Die Sprache der Pflanze liegt in ihren Farben, ihrem Geruch, in Wurzeln, Blättern, Blüten, Früchten oder Sporen, ihrem ganzen Habitus. Eine Pflanze hat eine regelrechte Ausstrahlung, wie eine Art Persönlichkeitsmuster.

Diese Muster kann man lesen und interpretieren: An der Art wie, wo und wann es wächst, in welchen Gemeinschaften und Umständen ein Gewächs anzutreffen ist.

Da hier ebenfalls Archetypen oder Plato’s ideale Formen eine Rolle spielen, die auch der Astrologie zugrundeliegen, lässt sich in die Sprache der Pflanzen in astrologische Prinzipien übersetzen. Oberflächlich gelesene Signatur (z.B. verästelte Blattzeichnung des Lungenkrauts als Hinweis für Lungenkrankheiten) funktioniert nicht. Manchmal tatsächlich doch, aber das ist eher zufällig. Solche volkstümliche Signaturbezeichnungen sind eine Merk- und Lernhilfe aus einer Zeit der mündlichen Überlieferung von Kenntnissen, teilweise durchdrungen von christlich deformierten heidnisch-magischen Vorstellungen. Auch Paracelsus selbst verwehrte sich gegen solche simplen Vorgehensweisen und nannte sie dummen Aberglauben.

Zur Schau einer Pflanze gehört nicht nur die Erfassung ihrer Merkmale zur Zeit der Betrachtung, es geht um die Wahrnehmung ihrer Lebensweise das Jahr hindurch. Etwas Systematik  a la Linne ist dabei durchaus sinnvoll: Aus welcher Pflanzenfamilie stammt das Exemplar? Keimt sie bei Wärme oder Kälte, in der Erde oder einfach an der Oberfläche? Ist die Pflanze ein- oder zweihäusig, wechselt sie das Geschlecht, ist sie ein- oder zweijährig, überwinternd oder immergrün? In welchen Regionen und Lichtbedingungen  wächst sie, bildet sie Symbiosen, oder schmarotzt sie,  ist sie einsam oder gesellig, wie ist ihre Entwicklung? Lockt sie Insekten, wie sehen die Samen oder Früchte aus. In welcher Form hält sie Ruhezeit. Wie durchlebt sie den Jahresrhythmus – Herbstfärbung, Austriebsfarbe und Geschwindigkeit. Wie sieht sie abgestorben aus?

Hat man die dominierenden Prinzipien bestimmt, ist es möglich sie mit entsprechenden Heilwirkungen astromedizinisch in Beziehung zu setzen: Derartige Korrespondenzen kann man heilend, gleichsinnig (verstärkend) oder antiphatisch ausgleichend einsetzen. Was aber genauso interessant ist: Über Analogien lässt sich auf den Standort rückschliessen, an dem eine Pflanze wächst, sich angesiedelt hat – eine Pflanze ist quasi eine der vielen Sprachen, mit denen ein Ort seinen “genius loci” Gestalt werden lässt.

Mars (Feuer, 1.Haus, kardinal)

Frühjahrskeimer, Zwiebel, marshafte Pflanzenteile: Knospen (austreibend, erste Blätter), Keimling . Rot, spitz, stachelig, brennend, schneidend, splitternd, zackig, gezahnt, reizend. Pionierpflanze, Neophyt, Frühlingsbote, knallig, samen- oder pollenschleudernd, viel Pollen in aufälligen Faben, allergieauslösend. Roter Saft, scharfer Geruch oder Geschmack. Wehrhafte Ausstrahlung.

Venus im Stier, (Erde, Venus, Pandemos, 2. Haus, fix)

Blühreife Knospe (geschlossen), üppige Wurzel , speichernd, stärkehaltig, wohlgeformte Gesamterscheinung, schwerer Duft, Kelchblüten, dicker Stempel, Starkzehrer (Erdbeere), rosa, pink, ölig, schmackhafter Same, fünfer-Symmetrie, üppige  grün-saftige Erscheinung. Dickflüssiger, auch süsser Saft. Bienenweide. Appetitlich wirkende Gewächse. (So richtig zum Reinbeissen … lol!).

Merkur in den Zwillingen (Luft, mutabel, 3. Haus)

Zwittrig (wechselt das Geschlecht) Pollen wird weit verbreitet (Windesbtäuber oder extremer Insekteliebling, wie z.B. Doldenblütler), Flugsamen, 3, 5-Symmetrie. Schmale, grazile Blätter (Bambus), ätherischer Geruch, filigranes Blattgerüst mit “Nerven”, aufrechte Gestalt oder aufrecht rankend. Beweglich schon durch “Windhauch”, dann “flirrender” Eindruck.  Gut enwickelter Bast, Ableger, Ausläufer, Epiphyten (mit Uranus). Nicht aggressiv ausbreitend (ausser beim verflixten Giersch***, mit seiner zusätzlichen saturnischen Zähigkeit) , einjährig. Ätherische Öle, Bienenweide, Schmetterlingstankstelle.

Mond (Wasser, Kardinal, Krebs, 4. Haus)

Saftig (Sukkulenten, Kakteen) , wässrig, blass, durchscheinend, amorph, drüsig, linkswindend oder die Windungsrichtung opportun wechselnd, mit weichen Treiben dahinwuchernd,  druck- und frostempfindlich, weich, fad-süss, Rübenwurzeln (bei Rüben zeigt sich Mond/Saturn deutlich) mit Wasserkammern, Dunkelkeimer, liebt Moosboden. Nachtblüher, weisse Blüte, Nachtfalter (Motten) oder gar Frucht-Fledermäuse (Pluto) als Bestäuber. Graue Überzüge an Blättern, oder unterseits weiss. Schleimiger Saft, Milchsaft.

Typisches Beispiel Kaktus:

  • Mond: Sukkulenz, melonenartiger Körper, Nachtblüher, Blüten vergehen schnell.
  • Saturn: Harte Haut, einsames Wüstengewächs, starkes Wurzelwerk. Genügsam, langlebig. Der Gegenpol!
  • Mars: rötliche Dornen (wenn stachellos dann auch Gift!), Viele auffällige Staubgefässe.
  • Venus: Duftende schöne üppige Blüten, süsse, saftige Früchte. Der Gegenpol.

Sonne (5. Haus, Löwe, fix)

Scheibeförmige Blüte, oft leuchtend, grossblütig, aromatisch duftend, sonnige Plätze, dreht “Gesicht” nach der Sonne, gross, Solitär, Bäume, aufragende Blütensträucher, dominieren den Standort, Symmetrie: 1, rechtswindend, Ölpflanzen, Harze -> Goldgelber Saft. Bienenweide. Balsamischer Duft. Leuchtende Ausstrahlung.

Merkur in der Jungfrau (Mutabel, Erde, 6.Haus)

Zierlich, unscheinbar, Symmetrie: 5, Kultur-Nachfolger, essbar, heilend, kriechend, viele kleine Blüten (Lavendel) oder Blattdetails (Fiederung), verzweigt, “dankbar”, klettig (anhaftend), eingeschleppt, Ähre, Fruchtstiel, Blattadern, nervige oder lanzettliche Blätter, bodenverbessernd, scheckig gemustert, wirkt “adrett”. Graue oder bläuliche Blattfarbe. Wenig Saft, Bienenweide.

Venus in der Waage (Kardinal, Luft, Venus Urania)

Ästhetische Blüte, reicher Duft, schöne Gesamt-Erscheinung, glatt, symmetrisch, 6 oder 5, kühl, zart, Blätter herzförmig, Blüten vulvaförmig, Rachenblütler,  der Waagevenus ist oft das zugeordnet mit dem eine Pflanze kokettiert: Das, was an einer Pflanze zuerst angenehm auffällt. Süsser, aromatischer Saft. Bienenweide. Harmonisierende, sinnliche Ausstrahlung.

Pluto und Mars im Skorpion (Wasser, fix, 8.Haus)

Myzel, Pilz (Neptun), modrig, Mutation, erbgutverändert, befallen(d), Symmetrie: 8, oder keine, giftig, würgend, ätzend (auch Mars),  Schmarotzer oder Symbiont(Neptun), im Verfall, generelle Herbstfarbigkeit, Sporenbildner, Urzeitpflanze (mit Saturn und Neptun: Moose, Farne), musterhaft selbstähnlich, tierhafte Anmutung (Orchideen), gärend, Mimikry, rost-braun, fleischfressend, extreme Details, fesselnd, “glotzend”, z.B. Belladonna-Kirsche. Lila, bräunliche, dunkelrote Blüten. Aasgeruch, von Schmeissfliegen bestöubt. (z.B. Stapelien). Hier finden sich Alkaloide, wie bei Mars- und Saturnpflanzen. Übelriechender Saft, gärend. Bedrohliche Ausstrahlung. Schamanenpflanzen.

Jupiter im Schützen (Feuer, mutable, 9.Haus)

Violette, Orange-Gelbe oder buttergelbe Blüte, üppig, kräftig wuchernd, stattlich, angenehm bitter, Nüsse, stark fruchtend, nahrhaft, Symmetrie: 3,9,  Blätter: gross, lappig, glänzend, perennielle Pflanzen, hoch, schnellwachsend, farbig, fett, hohle Stängel. Säuerlicher oder herber Saft. Bienenweide. Beschützende Ausstrahlung.

Saturn im Steinbock (Erde, kardinal, 10.Haus)

Wintergrün, hart, zäh, Borke, verholzend, Symmetrie: 8,4,10,  Nadeln, Flechten, dunkelblau, schwarz, dunkelgrün, galle-bitter, alt, dürr oder abgestorben wirkend, knorrig, Schattenverträglichkeit, scheinbar unfruchtbar, stinkend (mit Pluto). Düstere Ausstrahlung, Gifte, lebensfeindlich, Gerbstoffe, Pflanzen der Felsenregionen. Wenig Saft, oft sehr bitter, adstringierend.

Uranus und Saturn im Wassermann (11.Haus, Luft, fix)

Spontanmutation (Verbänderungen, Farbabweichungen), bizarr, bunt, in grossen Höhen vorkommend, vegetativ vermehrt (Salvia divinorum), übergreifend (räumlich), springend, gerillt, “elektrisierende” Ausstrahlung, immergrün: Epiphyten, Bromelien. Wenig Saft, kein oder “unpassender” Duft. Aussergewöhnliche, sogar künstliche  Ausstrahlung: Fällt aus der Art – z.B. Lärche, ein Nadelbaum, aber nur sommergrün.

Neptun und Jupiter in den Fischen (12. Haus, mutabel, Wasser)

An Überschwemmungszonen von Ufern, Algen, Wasserpflanze, Hybride, Symbionten, Parasiten, Pilze, unbestimmbar, blaugrün, psychoaktiv, betäubend, schmerzlindernd, Hormonwirkung – schwer definierbare Erscheinungsmerkmale und Ausstrahlung. Wenn Blüten, dann betäubender Duft. Viel Saft, auch salziger Geschmack, mystische Ausstrahlung. Psychoaktive, entheogene Pflanzen.

Prof._Dr._Thomé's_Flora_von_Deutschland,_Österreich_und_der_Schweiz,_in_Wort_und_Bild,_für_Schule_und_Haus;_mit_..._Tafeln_..._von_Walter_Müller_(Pl._369)_(7982397698)

Gemeiner Giersch: Aegopodium podagria
quelle:wiki

*** Der invasive, wuchernde Giersch, auch eine Mars-Signatur?

In erster Linie ein Doldenblüher, daher Merkur/Neptun/Jupiter zugeordnet. Er wächst agressiv, da denkt man an Mars-Symbolik, allerdings eher unterirdisch (Saturn) und hat weisse Blüten (Mond). Das wilde Wuchern ist auch eine Jupiter-Eigenschaft. Er hilft gegen Gicht, besonders Fussgicht (Jupiter/Neptun), Arthritis und Arthrose (Saturn) Schmerzen, Entzündungen und Fieber. Giersch wurde auch gegen Eingeweidewürmer angewandt (Saturn). Er reguliert den Wasserhaushalt des Körpers (Mond). Und vieles andere mehr. Eine Panacea, wie Schafgarbe und Bestandteil der Neunkräutersuppe. Also nicht gleich teeren und federn wollen, wenn er vorbeischaut. Ich habe das Kraut auch im Garten, einen Teil unter dem Holunder (wegen der Ähnlichkeit mit Holderblättern wird Giersch auch Geissfuss genannt) lasse ich ungeschoren, der Rest wird weg-gemulcht (schwarze Folie und viel Geduld). demnächst wird auch Waldmeister und Bärlauch an seinem Standort angesiedelt, die helfen auch beim Begrenzen der Ausbreitungsfreude.  Also dann -  einen Strauss Giersch pflücken und einen leckeren Salat oder Spinat zubereiten. Rezepte für allerlei “Unkraut” gibt es hier bald auch.

Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

Posted by on April 13th, 2015 Kommentare deaktiviert