Katzenminze – nicht nur für Katzentrips – bei Bast!

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Kräuter-Tante Jamilla: Katzenminze ist famos!

Die Echte oder Grosse Katzenminze (Nepeta cataria) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehört. Eine Untergattung ist die kleine Katzenminze (Nepeta fassenii), ein hübscher Bodendecker mit blauen Blüten, die besonders gerne von Hummeln besucht werden.

Herkunft und Verbreitung:

Ursprünglich aus warmem Klimazonen in Südeuropa und Afrika stammend, ist die Katzenminze (engl. Catnip) seit Mitte des 18. Jahrhunderts auch in Mitteleuropa heimisch. Der Lippenblütler bevorzugt nährstoffreichen, trockenen Lehm- oder Sandboden und liebt Wärme und Licht. Katzenminze wird zwischen 60 und 100 Zentimeter hoch. Die grau-grünen Blätter der Pflanze duften angenehm nach Minze oder Zitrone. Sie sind leicht filzig und gezähnt, wie bei der Taubnessel. Die Blüten treten stets dicht nebeneinander zu fünft auf und bilden so einen Kelch, der meist in blau-lila, aber auch in weiß, rosa oder gelb erstrahlt. Generell sind sowohl die Blätter als auch die Blüten der Katzenminze bei jedem Exemplar individuell verschieden. Katzenminze eignet sich hervorragend als Garten- oder Balkonpflanze, sie ist trockenheitsverträglich. Vermehrung sowohl durch Stecklinge, als auch durch Teilung des Wurzelstocks oder durch Aussaat. Sie ist sehr fleissig beim Aussamen, bei Stecklingen hatte ich bis jetzt kein Glück. Die mehrjährige Pflanze ist frostresistent und sehr robust. Der Name Nepeta stammt wahrscheinlich von der etruskischen Stadt Neppet, wo die Pflanze früh kultiviert wurde.

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Grosse Katzenminze (Nepeta cataria) zwichen Dachwurz-Körben.
Hexenkräter ©beast666 2016

Geschichte:

Im Universal Herbal, einem englischen Kräuterbuch aus dem Jahre 1820, steht geschrieben: “Wenn man sie pflanzt, wird sie von Katzen umtanzt; wenn man sie sät, kommen die Katzen zu spät. Wenn man beim Pflanzen oder Ernten das Laub verletzt, kommen die Katzen von überall her, wälzen sich, zerfetzen die Blätter und fressen sie.”

Inhaltsstoffe:

Im Öl der “Echten Katzenminze” finden sich bis zu 0,2 bis 0,7 % ätherisches Öl, das hauptsächlich aus α- und β-Nepetalacton, Nepetalsäure und Epinepetalacton in wechselnden prozentualen Anteilen besteht. Desweitern findet man Citronellol, Geraniol, α- und β-Citral und in geringeren Mengen auch Campher, Thymol, Carvacrol, Citronellal, Nerol, Humulen, Caryophyllen, Farnesen, Myrcen, Piperiton und Pulegon.

Wirkstoff-Cocktail:

  • Iridoide und derenDerivate wie α- und β-Nepetalacton, Epinepetalacton, Dihydronepetalacton, Isodihydronepetalacton, Nepetalsäure, 7-Deoxylogansäure und Epideoxylogansäure
  • Flavonoidglycoside und lipophile Flavonoide
  • Fettsäuren wie Linolensäure (57 %), Linolsäure (18 %), Ölsäure (12 %), gesättigte Fettsäuren (6 %)
  • Phenolcarbonsäuren wie Rosmarinsäure
  • Alkaloide wie (−)-Actinidin
  • Tannin und Melanin in Spuren

Das ätherische Öl von “Nepeta faassenii” besteht bis zu 40 % aus Menthol und bis zu 10 % aus Menthon, Epinepetalacton (= trans-cis Nepetalacton, Hauptbestandteil) und freier Ursolsäure.

Nepeta Fassenii, kleine Katzenminze und Liebling von Hummeln und Miezen.

Nützliche Zierde: Nepeta faassenii, kleine Katzenminze,
Liebling von Hummeln und Miezen.

Nepetalacton, das Hauptagens:

Nepetalacton ist chemisch gesehen ein Iridoid-Monoterpen.

Isolacton

Nepetalacton

Es wurde erstmals 1941 aus Nepeta cataria isoliert und 1954 identifiziert und seine Strukturformel bestimmt. Nepetalacton wirkt antiviral und antimikrobiell, außerdem ist es ein Kontaktinsektizid gegen Pflanzenschädlinge und wirkt stark abschreckend auf Flöhe, Mücken und Schaben (deshalb kann Katzenminze-Öl als effektives Repellent verwendet werden). In Katzenminze kommt Nepetalacton als Isomerengemisch (Cis-trans-Isomerie) vor; das eine Stereoisomer riecht zitronenartig, das andere nach Pfefferminze. Für Menschen ist Nepetalacton nur gering toxisch.

Der Duft lockt potentielle Bestäuber an und wehrt parasitische Insekten, Schadpilze und Bakterien ab. Die anziehende Wirkung auf Katzen verhilft der Pflanze ebenfalls zu einem Vorteil, denn wenn sich die Katzen über die Pflanze wälzen, bleiben oft Klausenfrüchte, wie auch bei der Melisse, im Fell haften und fallen nach einigen Metern, aber spätestens nach der nächsten Fellpflege, wieder zu Boden (Epizoochorie). Bei der Gelegenheit werden die Katzen auch ihre auch Flöhe los, eine fast symbiotische Beziehung.

Insektenrepellent, vor allem für Kinder, wer möchte sich schon mit Giftwolken einnebeln ?

Katzenminze kann Mücken nach Beobachtung amerikanischer Chemiker bis zu zehn Mal effektiver fernhalten als viele chemisch hergestellten Insektenschutzmittel. Das Öl ist demnach für Mücken deutlich abstoßender als künstliche Mittel mit der Substanz DEET (N,N-Diethyl-m-toluamid). Über diese Entdeckung der Wissenschafter von der Universität von Iowa berichtete die Gesellschaft Amerikanischer Chemiker (ACS). Die gleiche Forschergruppe hatte vor drei Jahren beobachtet, dass Katzenminze Kakerlaken vertreibt.

Katzen-Haschisch:

Während Katzenminze für Menschen auf den ersten Blick nichts als eine Pflanze mit hübschen Blüten ist, scheint sie auf Katzen eine magische Wirkung zu haben. Von dieser Eigenschaft hat sie auch ihren Namen. Sobald sie in die Nähe der duftenden Pflanze kommen, geraten viele Stubentiger in einen ekstatischen Zustand, wälzen sich auf dem Boden, tänzeln euphorisch herum oder zerfetzen die Blätter. Auch gefressen wird das Kraut gerne. Der Wirkung ist besonders stark bei erwachsenen Katzen (die Gründe dafür sind noch unklar – eine Wirkung als Aphrodisiakum kann ausgeschlossen werden, da auch kastrierte Katzen auf Nepeta ansprechen). Gefährlich ist Katzenminze für die Miezen jedoch nicht. Im Gegenteil, viele Katzenhalter füllen beispielsweise getrocknete Katzenminze in kleine Säckchen und nutzen sie so als Spielzeug für ihre Lieblinge. Wer mit dem Gedanken spielt, Katzenminze in den eigenen Garten zu pflanzen, der sollte sich jedoch darauf gefasst machen, bald sämtliche Katzen der Nachbarschaft im Blumenbeet beim “Gemeinschaftskiffen” versammelt zu sehen. Cat Nip Toys kann man sehr gut selber machen. Die Grosse Katzenminze lässt sich schlecht im Topf ziehen – aber die kleine Katzenminze “Nepeta fasseni” ist genauso wirksam und eher zimmertauglich. Letztere ist auch eine schöne Unterpflanzung zu Rosen. Die Rausch-Reaktion der Katzen ist anscheinend genetisch bedingt und nur bei etwa der Hälfte der Katzen ausgeprägt;  manche lässt sie völlig kalt, andere geraten total aus dem Häuschen. Im Gegensatz zum Baldrian, der mehr auf Kater wirkt, gibt es keinen geschlechtsspezifischen Unterschied. Jungtiere und sehr alte Katzen zeigen nur geringe Anziehung. Nicht nur die Hauskatze, auch Großkatzen (Löwe, Tiger) werden “high”; Nager wie Ratten und Mäuse soll der Geruch hingegen vertreiben. Es sollen schon Katzen mit einem ausgebauten Vertriebsnetz erwischt worden sein, bei illegalem Handel mit Nachbarskatzen …. Wenn das der grosse Katzenforscher  Leyhausen wüsste!

Signatur:

  • graufilzige Blätter, Bronchialmittel, Lippenblütler, vielfarbig: Merkur,
  • psychoaktiv, schmerzlindernd, entkrampfend: Neptun
  • mensfördernd, harmonisierend, diuretisch, katzenaktiv: Venus
  • Das Zeichen Jungfrau, es regiert die Haustiere, im 6. Haus. Dort herrscht der Jungfraumerkur.
  • Venus im Stier.
  • Mars/Pluto zeigt sich in der Insektenabwehr.

„Nepeta cataria Sturm24“ von Johann Georg Sturm (Painter: Jacob Sturm) - Fig. from book Deutschlands Flora in Abbildungen at http://www.biolib.de. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nepeta_cataria_Sturm24.jpg#mediaviewer/File:Nepeta_cataria_Sturm24.jpgAuch für Menschen birgt die Pflanze interessante Inhaltsstoffe: 

  • Im 15. Jahrhundert verwendete man die frischen Blätter zum Würzen von Fleisch. Einen frühen Beleg für die Verwendung der Katzenminze und deren Heilwirkungen findet man im Jahre 827 im Lehrgedicht “Liber de cultura hortorum” des Abts Walahfrid Strabo.
  • Aus Katzenminze-Blättern kann Tee zubereitet werden. Für einen lagerfähigen Tee werden Blätter und Blüten in der Zeit zwischen Juli und August geerntet und an der Luft bei Raumtemperatur getrocknet. Der Tee soll bei der Zubereitung nicht bis zum Kochen erhitzt werden, da sich sonst die ätherischen Öle mit dem Wasserdampf verflüchtigen. Die Naturheilkunde schreibt ihm Linderung bei Erkältung, Grippe und Magenverstimmung zu, er gilt als fiebersenkend und schweißtreibend, krampflösend, entgiftend, harntreibend und leicht euphorisierend. Auch entzündungshemmede und krampflösende Wirkung wird berichtet. Ein gutes Mittel gegen Darmwinde und Menstuationskrämpfe. Gerne wurde der Tee als Sedativ genutzt, auch bei Kindern, die Zahnen. Früher wurden die Blätter auch gegen Zahnschmerzen gekaut. Die beruhigende Wirkung wurde in den 1970iger Jahren nachgewiesen. Er soll auch bei chronischer Bronchitis helfen und aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften Infektionen vorbeugen.  Vor dem Essen wirkt er appetitanregend, nach dem Essen verdauungsfördernd. Diese Wirkung wird von dem psychoaktiven Alkaloid Actinidin und den verschiedenen ätherischen Ölen verursacht. Auch aus den frischen Blättern kann ein Tee zubereitet werden, man benötigt dann aber mehr frisches Kraut.

 Als “legal high” und Marihuana-Ersatz:

  • Die getrockneten Blätter werden pur oder in Rauchmischungen geraucht. Der Extrakt kann auch auf andere Rauchkräuter gesprüht werden.
  • Ein Tee aus gleichen Teilen Katzenminze und Damiana (Turnera diffusa) (je 2 Eßlöffel auf einen Viertelliter Wasser, 5 Minuten ziehen lassen) soll leicht euphorisierend wirken. Das in der Katzenminze enthaltene aromatische ätherisches Öl wirkt beim Menschen wohl hauptsächlich über das das psychoaktiv wirksame Alkaloid Actinidin.  Die Nepetalactone haben wohl eher einen der Aromatherapie entsprechenden Effekt. Der Tee mit Damiana dürfte auch aphrodisierend wirken, vor allem bei Frauen. Damiana ist ein Venus-Kraut, auch die Katzenminze hat teilweise eine Venus-Signatur, schon die Katzenwirkung spricht da Bände … Freya, Venus und Bastet, Herrinnen von Lust und Fruchtbarkeit, mit ihrem Mondaspekt auch beschützend für Kinder.
  • Dass gerauchte Katzenminzenblätter psychoaktiv wirksam sind, wird vielfach, auch in seriöser Literatur berichtet. Erstaunlicherweise sind die Wirkstoffe der Katzenminze (Nepetalactone) auch in Insekten vorhanden. Der Stoff wurde im Gift der kalifornischen Ameisen der Gattung Myrmacomecocystus nachgewiesen. Diese Ameisen wurden von kalifornischen Indianern lebendig (in Adlerflaum gehüllt) geschluckt, um veränderte Bewußtseinszustände für Initiationen auszulösen. Die Ameisen haben anscheinend in die Bauchwand gebissen und so den Wirkstoff in die Blutbahnen abgegeben. Brr ….. naja manche lecken ja auch an Kröten.
Ginger

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“So etwas finden wir grotesk!” meinen unsere Katzen.

Miau, wir sehen uns im nächsten CatNip Shop!

 

 

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This entry was posted on Freitag, Mai 29th, 2015 at 06:08 and is filed under Alchemistenküche, Heilpflanzen, Jamilla sagt, Katzen, Kräuterhex, Mond, Planeten-Archetypen, Signaturen, Venus. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

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