Wunderschöne Bretagne

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Cote Sauvage: Halbinsel Quiberon

Wir verbrachten unseren Urlaub während der letzten 10 Jahre sehr häufig in der Bretagne, der Seeluft und der Landschaft wegen. Auf der Flucht vor den Pollen, vor allem im Juni, wenn Getreide wie Roggen und Weizen ihr ganzen Reizpotential entfalten. In der Bretagne kommt der Wind von der See, Ärmelkanal oder Atlantik, so dass die Pollenkonzentration in Meeresnähe gering ist. Die imposante und vielfältige Küstenlandschaft lädt zum Wandern und Klettern ein. Wegen des enormen Gezeitenhubs sind während der Ebbe ausgedehnte Begehungen des freigelegten Meeresbodens möglich: Neben der direkten Exposition der Atemwege mit Meerwasserdampf (Inhalation frei Haus) hat man auch die Gelegenheit Gezeitentümpel mit deren Mini-Biotopen zu beobachten, oder den Seevögeln zuzusehen, wie sie eifrig die vom Wasser freigegebenen  Strände “abweiden”. Historische Stätten zum Besichtigen gibt es ebenfalls genug: Von den Zeugnissen der Megalith-Kultur bis zu den malerischen mittelalterlichen Küstenörtchen und den gotischen Fachwerk-Städten im Landesinneren. Wie man sieht, eine gute Rückzugsmöglichkeit für Stressgeplagte und Allergiker.

Allerdings – mit einer Einschränkung: Wer Ruhe sucht, meidet besser die Zeit des “Franzosensturms” im Juli und August! Dann schwärmen viele Campingbegeisterte aus der Hauptstadt in die Bretagne aus, vor allem um Badeferien zu machen. Wer Trubel will oder braucht, während der französichen Sommerferien  ist auch die Zeit der “Fest Noz” und der vielen ländlichen irisch-bretonischen Tanzveranstaltungen, der ist im Juli und August allerdings gut bedient. Für Freunde einsamer Strandspaziergänge: Die beste Zeit ist der Mai oder die zweite Junihälfte, letztere, da hier bereits alles geöffnet hat und die prächtigen Blumensträucher schon blühen. Wer nur Natur pur möchte, ist auch mit dem Herbst: September/Oktober noch gut beraten. Da finden auch die “Grandes Marees” statt, mit dem stärksten Gezeitenhub.

Zur Unterkunft: Hotels scheiden meistens aus. Der Klassiker ist und bleibt neben dem Campingmobil das Ferienhaus. Wir nutzen das Feriendomizil einer befreundeten Familie am Rand des netten Örtchens Plouezec an der Cote de Goelo mit ihren fantastischen Steilklippen. Es ist vollständig ausgestattet, vor allem wie in Frankreich üblich, mit einer kompletten Küche, so dass man auch die Vielfalt der regionalen Produkte samt der passenden Rezepte ausprobieren kann. Mein Mann gibt allerdings lieber den Auftrags-Griller … lol! Waschmaschine und Trockner besitzen die meisten Ferienhäuser, so auch unseres, was das Gepäckvolumen erheblich verringert.

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Altes Bauernanwesen in typisch bretonischem Baustil,  restauriert als Ferienhaus.

Typisches Bretagnebild: Das meistfotografierte Postkartenmotiv, ein Küstenhäuschen zwischen Felsen nahe “Le Gouffre”, einer spektakulären Klippenformation.  Ohne die Autos, die die Besitzerin sonst davorstellen lässt um professionelle Fotografen abzuschrecken. Erwischt!

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Felsen-Hexenhäuschen

Ruine einer gotischen Abtei gleich in der Nähe: Sie dient auch als Kulisse für Musik-Festivals. Nachts im Vollmond sollen hier die Elfen tanzen – es ist schliesslich Keltenland …

Malerische Ruine: Abbaye Beauport, bei Paimpol.

Malerische Ruine: Abbaye Beauport, bei Paimpol. Wie in Schottland …

Unser Lieblings- Ferienhaus hat auch einen gemauerten Kaminofen mit Glastür und einen schönen Wintergarten: Wer das bretonisch-launische Wetter kennt, weiss dies zu schätzen! Unsere Katzen waren immer wild darauf, ein kuscheliges Plätzchen vor dem Ofen vorzufinden, oder von ihrem “Ansitz” hinter sicherem Glas die Umgebung zu beobachten. Dazu kommt noch ein grosser Garten, eine Garage mit Stellplatz, eine Dependance mit Gartenmöbeln und Wäschetrockner und ein Freisitz mit Gartengrill(kamin). Es bietet grosszügigen Platz für bis zu acht Personen und kann von Br. Freimaurern gemietet werden. Haustiere sind erlaubt. Der nächste grössere Ort ist Paimpol, zum Baden eignet sich die nahe Plage Brehec (kinderfreundlicher Sandstrand). Der Steilklippen-Wandertrail liegt quasi vor der Haustür. Und nicht vergessen: Zuallererst einen Gezeitenführer besorgen! Und einen Wochenmarkt-Plan … Supermärkte haben sonntags vormittags geöffnet, auch der in Plouezec. Der örtliche Bäcker, Metzger und Konditor ebenfalls – sogar der Blumenladen, so dass man seiner Angebeteten auch frische Blumen für den Frühstückstisch mitbringen kann (Männer rafft Euch mal auf)! Die Apotheke findet man direkt gegenüber der Kirche. Einmal wöchentlich gibt es frischen Fisch direkt aus Port Lazo, dem kleinen Hafen der Gemeinde, das wird dann per Anzeigetafel bekannt gegeben. Zu unseren diversen Bretagne-Aufenthalten werde ich eine kleine Artikelserie mit Bildern einstellen – vielleicht findet der eine oder andere ein neues Urlaubsziel …

  • Bei Interesse email an Ambrosia: ambrosia(at)athanor-und-alembik.de, ich leite den Kontakt dann weiter.
Jamilla an ihrem Lieblingsplatz im Wintergarten.

Jamilla an ihrem Lieblingsplatz im Wintergarten.

Zur Kultur: Die Verbindung mit Irland habe ich schon erwähnt. Die Bretagne wurde nach den Völkerwanderungswirren durch Einwanderer aus Wales, Cornwall, Irland und zu geringeren Anteilen aus Schottland rebesiedelt. Sie gehört zur keltischen Sprachgemeinschaft. Das moderne Bretonisch stammt im wesentlichen vom Walisischen und Cornischen ab und wird in vier Dialekten vor allem im Finistere und in der Südbretagne gesprochen. Obwohl diese keltischen Idiome vom Aussterben bedroht sind. Allerdings hat man versucht, durch sogenannte Diwan-Schulen, das Interesse an der heimatlichen Sprache wiederzubeleben. Orts-Schilder und andere offizielle Bezeichnungen findet man überall in der Bretagne bilingual: Französisch und darunter der jeweilige keltische Landesdialekt. In der Westbretagne herrscht auch mehr Bereitschaft zu europäischer Zweisprachigkeit: Mit Englischkenntnissen kommt man da eher voran als im restlichen Frankreich. Jedenfalls sind die Bretonen wieder stolz auf ihre Herkunft von den Inseln: Sie nennen ihr Land Breizh, ausgesprochen als Bre, und fühlen sich in  der Pan-Keltischen Bewegung zuhause.

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Fahne der Bretagne:
Erinnert ein bisschen an die US-Flagge.
Die “Sternchen” sind aber Hermeline

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Pan-Keltische Fahne:
Bretagne, Isle of Man, Schottland, Wales, Cornwall, Irland. Die Triskell ist das Symbol der keltischen Muttergöttin Danu

Strassenschild in Rennes

Strassenschild in Rennes

 

 

 

 

 

 

 

  • Alle Bilder ausser Flaggen und Schilder: ©beast666.

 

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