Archive for August, 2015

 

Mundanastrologie: Saturn versus Jupiter, mit Vernunft gegen Luftschlösser

"Weird Scenes Inside The Gold Moie"Leider ist die Gier nach Gold oder Geld immer noch der grösste Motivator des Menschen.

“Weird Scenes Inside The Gold Mine”
Leider ist die Gier nach Gold oder Geld immer noch der grösste Motivator des Menschen.
Oft ist es auch nur Katzengold: Wie das fraktale Eisenpyrit auf dem Bild.
Pyrite bilden den Ausgangsstoff für VITRIOL.

  • Der Motor von Entdeckung und Fortschritt ist häufig Gier, bestenfalls Neugier, leider aber hauptsächlich Geldgier oder Machtgier.

Auch wenn 2015 ein sogenanntes “Jupiter -Jahr” gewesen sein soll***: Mehr saturnische Verantwortung und Pflichtgefühl, aber auch Beschränkung des schrankenlosen Wachstums-Wahns täte uns vielleicht besser, als das Megalomania Phänomen namens Jupiter: Der steht nämlich auch für Globalisierung, Imperialismus und ewiges positives Denken ohne Realitäts-Sinn. An Kreuzzügen aller Art mangelt es gerade auch nicht. Den ihm ebenfalls zugeschriebenen Weitblick und seinen Sinn für ethische Normen zeigt uns der Jupiter eher weniger, in letzter Zeit. Mit den negativen Seiten des religiösen Aspekts des Jupiterprinzips wurde den kolonisierten Völkern immer auch der Glaube der neuen Herren aufgezwungen. Bei den Römern war es umgekehrt, sie erweiterten ihr eigenes Pantheon gleich um die Gottheiten der eroberten Gebiete, nach dem Motto: Man will es ja mit niemanden verscherzen …! Diese Art Einverleibung ist auch echt jupiterianisch, sie wird bereits in der Mythologie des olympischen Herrschers beschrieben. Man denke an die Geschichte von der Kopfgeburt der Athene.

Leider erweist es sich als besonders fatal, wenn das jupiterianische Expansionsprinzip auf Gier trifft: Daher gehen Risiken und Nebenwirkungen des rein wirtschaftsorientierten Fortschritts auch einher mit imperialen Bestrebungen zulasten sogenannter exotischer Länder (eine Domäne des 9. Hauses und des Zeichens Schütze, wo Jupiter herrscht):

Antike:

Julius Cäsar und seine kaiserlichen Nachfolger nach dem Ende der römischen Republik:

  • “Collateralschaden”: Genozid an den Kelten des Festlandes, Auslöschung von deren kultureller Identität, Ausplünderung und Sklaverei. Ursprung der “Barbarenlüge”.

Mittelalter:

Carolus Magnus und seine Weltherrschaftsträume

  • Collateralschaden: Genozid an germanischen Stämmen, die weder eine Monarchie noch den christlichen Glauben annehmen wollten, Zwangsmissionierung- und Taufen, Zerstörung der indigenen Kultur.

Bei diesen Beispielen kam wenigstens ein reformiertes, einheitliches Rechtssystem als “Goodie” mit im Gepäck der Eroberer: Das römische Recht, bzw. die Halsgerichtsordnung von Karl dem Grossen. Ersteres war schon sehr fortschrittlich, letzteres versuchte nördlich der Alpen die Urteilsfindung nach Fakten statt Gottesurteil und Blutrache zu etablieren. Die Rechtspflege ist ebenfalls zum Jupiter-Prinzip zugehörig. Mit den niederen Ständen, der Landbevölkerung oder gar Sklaven gingen beide Gesetzeswerke nicht zimperlich um, oder ignorierten sie einfach. Schon in der antiken Welt war die olympische Religion mit ihrem Jupiterkult bei den Bauern eher als Sache der Oberschicht angesehen worden. Besonders bei den Römern verehrte man lieber Natur-Götter, wie Bona Dea, Laren und Manen. Der oberste im Pantheon war Saturn, der Gott der Ernte, der Feldarbeit und der Disziplin. In ihm und nicht in Zeus/Jupiter sah man den Herrscher des Goldenen Zeitalters.

Beginn der Neuzeit:

Columbus und seine Epigonen in der Neuen Welt:

  • “Collateralschaden” Genozid an autochtoner Bevölkerung in Nord- und Südamerika, Sklaverei, Umweltzerstörung, Zwangs-Christianisierung.

Abel Tasman und sein Nachfolger, das Britische Empire in Australien:

  • “Collateralschaden” Genozid an autochtoner Bevölkerung, Massenausterben, Zwangs-Christianisierung.

Moderne:

Globale Industrialisierung und Vormacht ebensolcher Konzerne, Wirtschaftssystem basiert auf unbegrenztem Wachstum (wie ein Krebs):

  • Collateralschaden: Klimaveränderung, Umweltzerstörung, Massenaussterben (wir sind hier nicht ALLEINE!).

Halbgare Entwicklungs”hilfe” ohne Aufklärung, Bildung und gesellschaftlichen Wandel in Drittländern, damit man die Bevölkerung dort knechten kann. Dazu noch die Segnungen der Waffenlobby an die dortigen korrupten Regime und zweifelhafte Missionstätigkeit:

  • Collateralschaden: Unsinniges Bevölkerungswachstum, dadurch soziales Elend, Landflucht, Massen-Migration – da erwischt uns dann der Bumerang – Hungerkatastrophen, Seuchen, Kriege, Hexenverfolgungen und anderer religiöser Extremismus.

All dieser Aufwand an Energie und Menschenleben für die egoistischen Ziele einiger Weniger hätte auch bei mehr Achtsamkeit und weniger Einfluss manipulativer Kräfte dem Guten dienen können.

Dem eigensüchtigen Streben der wenigen Profiteure folgt das Elend der Vielen auf dem Fuss. Und um es noch auf die Spitze zu treiben, besteht auch noch eine unselige Rückkopplung und gegenseitige Verstärkung der Schad-Effekte.

Brauchen wir weniger Fortschritt und Wachstum?

Sicher weniger Wachstum in materiellen Belangen. Fortschritt für humanitäre Ziele – da könnte man GLOBALISIEREN, und ein Mehr an Wissen, jederzeit! Aber auch hier gilt: Achtsamkeit, Achtsamkeit, Achtsamkeit, wem wir die Früchte vom Baum der Erkenntnis überlassen wollen.

Dabei ist es eigentlich simpel:

  1. Es gilt der Kant’sche Imperativ, nicht nur gegenüber Menschen, sondern in Verantwortung für alle Lebewesen.
  2.  Alles steht in einem Gleichgewicht, an dem man in anthropozentrischer Arroganz nicht einfach herumschrauben kann.

    RWS_Tarot_14_Temperance

    Temperantia – Mässigkeit, Karte 14

  3. Vor Allem, weil man manche Parameter des komplexen Systems “Erde” noch gar nicht richtig interpretieren kann.
  4.  Wegen Punkt 2 trifft es uns letztlich auch immer, wir können uns aus der Gleichung nicht einfach herausnehmen.
  5. Und endlich ein anderes Werte-System, bei dem Geld und Macht nicht mehr die Messlatte für Ansehen sind.
  6. Terraforming-Träume und Szenarios mit Kolonien auf anderen Planeten sind Dummfug! Wir haben nur den einen Planeten, auf dem wir leben können, daran ändert sich auch nichts.

Also, eine gute Prise Saturn täte schon wohl. Aber das wird vieleicht durch Pluto, der gerade den Steinbock (Saturn-Prinzip) passiert, geregelt. Der Unterwelts-Boss steht nämlich auch für die Weltwirtschaft: Da wird’s mit dem Wachstum und der Expansion langsam enger, das merken auch die dickfelligsten DAX-Anbeter. Die Zeit wo er den Schützen (Jupiterprinzip) durchlief  (1996-2009) und “Greed is Good” und Zocken ohne Gnade an der Tagesordnung waren sind wohl vorbei. Dazu kommt noch, dass Saturn im Dezember 2014 seine zweijährige Reise durch das Schütze-Zeichen angetreten hat. Dadurch wird der Effekt der Erdung und die nüchterne Betrachtung von Problemen zusätzlich gestärkt. Auch mehr Gerechtigkeit kann entstehen: Das Saturn-Prinzip der Verantwortung verhilft den positiven Aspekten des Jupiter, Recht, Ethik und Sinnhaftigkeit, zu tatsächlicher Geltung in der Welt.  Vieleicht klappt es dann bald auch wieder mit den drei Ständen: Durch Verstand und Anstand schaffen wir Wohlstand für viele.

Ein wenig mehr Mässigkeit , Vernunft und Fairness täte allen gut, wie es in der Tarot-Karte “Temperantia – Mässigkeit” vorexerziert wird. Diese Karte wurde in der Vergangenheit auch “Prudentia” genannt, Klugheit, eine der alten Kardinaltugenden. Ein Fuss an Land, einer im Wasser, steht eine geflügelte Gestalt in einer gefährlichen Grenzregion, dem Ufer. Rechts von ihr ist ein Sumpf mit Schwertlilien abgebildet. Der richtige Pfad führt über den gerechten Ausgleich: In beiden Gefässen soll der gleiche Füllstand erzielt werden. Im Hintergrund der “Goldene Mittelweg”, der zur Erleuchtung führt. Die geistige Kraft (Dreieck nach oben) führt zum höheren Selbst (Sonnenscheibe auf der Stirn des Engels). Also, herrscht Vernunft über dunklen Trieben, dann landet man nicht im Morast.  Temperantia steht wie “Die Ausgleichung – Gerechtigkeit”, Karte 8 mit den Sternzeichen Virgo und Libra in Zusammenhang. Wie bei den “Liebenden, Karte 6″, den Zwillingen zugeordnet und mit ebenfalls einer dualen Symbolik, geht es um eine Abwägung, eine Verstandesentscheidung, die Domäne des Merkur. Dieser herrscht in der pragmatischen, dienstbaren Jungfrau, aber auch im Kommunikationstalent “Zwillinge”, ebenfalls einem “Denkerzeichen”.  Die Lösung hier liegt also im Denken und der Zurücknahme eigensüchtigen Strebens zugunsten des Ausgleichs. Gespräch und Verhandlung, statt Konfrontation.  Alles zu seiner Zeit, jedes Ding an seinem Platz, ein rechter Platz für jedes Ding – und nichts im Übermass. So steht es auch am Apollonheiligtum in Delphi. Auch darauf weisst das Sonnensymbol des Engels hin, Apollon ist die archetypische Verkörperung einer solaren Göttergestalt. Für die resultierende Harmonie ist Venus Urania zuständig, die Herrscherin im Zeichen der Waage, Teilaspekt der Sternjungfrau, die auf der Karte “Gerechtigkeit” abgebildet ist: Asträa hält die Waage des Ausgleichs – Spiegelsymbol zu den zwei Wassergefässen der Mässigkeit.

Allerdings hat sie auch ein Schwert!

 

 ***Die beliebte Jahreszuordnung zu Planeten ist nach einem willkürlichen 7-Jahreszyklus bezogen auf den Hundertjährigen Wetterkalender des Zisterzienser-Abtes Knauer zustandegekommen. Sie ist NICHT astrologischer – eher abergläubischer Natur.
***Man kann es auch zynisch sehen, wenn man die Planetenjahre verwenden mag – seht mal was uns Jupiter 2015 geschenkt hat – eine Menschenlawine oder Völkerwanderung, wieder ganz im Sinne grenzenloser Übertreibung.
 

Posted by on August 26th, 2015 Kommentare deaktiviert

Bevor die Sonne den Löwen verlässt: Schnell noch ein paar Sonnenblumen

Letzer Gruss der Sommersonne: sonnenblumen im August und September

Letzer Gruss der Sommersonne:
Sonnenblumen im August und September
©beast666

Keine Blume repräsentiert das Zeichen Löwe besser: Stolze Sonnenblume, ihre  imposante und auffällige Gestalt von bis 2m Höhe zieht sofort bewundernde Blicke an.

Der lateinische Namen Helianthus setzt sich aus den griechischen Worten helios (Sonne) und anthos (Blume) zusammen. Ihren botanischen Namen verdankt sie der Interpretation eines Gedichtes des römischen Schriftstellers Ovid:

Ein junges Mädchen namens Clytia hatte sich in den Sonnengott Helios oder Apollon verliebt, der ihre Liebe leider nicht erwiderte. Ihre Leidenschaft war so groß, dass sie die ganze Zeit damit verbrachte, ihn anzuschauen; letztendlich verwandelte sie sich in Helianthemum, die Blume, die sich stets zur Sonne dreht.

Die Sonnenblume und einige andere Arten wenden stets die Blüte, manche auch ihre Blätter der Sonne zu. Das bezeichnet man als Heliotropismus. Diese Eigenschaft nutzte man in alten Zeit als Zeitmesser und auch zur Bestimmung der Himmelsrichtung. Daher nennt man die Sonnenblume auch eine Kompasspflanze.

Die Blüten erinnern tatsächlich an eine große Sonne und die Blütenköpfe wenden sich im Laufe des Tages auch der Sonne zu. Der Blütenboden kann einen Durchmesser von 50 cm erreichen und besteht aus ca.18 000 spiralförmig angeordneten Blüten, die von einem Ring aus leuchtend gelben Blütenblättern umrahmt sind. Die Spiralen sind im Samen-Stadium besonders gut sichtbar und folgen den Proportionen des Goldenen Schnitt oder der Fibunacci-Folge.  Auch im vegetativen Bereich sind die Seitenorgane (Blätter und Blütenstände) so angeordnet, dass die Pflanze die beste Lichtausbeute erzielt. Der Versatz um das irrationale Verhältnis des Goldenen Winkels sorgt dafür, dass ein Organ nie genau senkrecht über einem anderen steht, sondern diese sich bei optimaler Raumnutzung gegenseitig nur wenig beschatten. Der reichliche Nektar wird gern von Insekten, besonders auch der Honigbiene, gesammelt. Die Blütenblätter werden auch als Färbemittel benutzt und schmücken Kräutertees.

Fibunacci-Proportionen

Fibunacci-Proportionen

Aber nicht nur Optik hat die Pflanze zu bieten: Wie viele Gewächse mit Sonnen-Signatur enthät sie wertvolle Öle oder Harze, hier findet man sie in den grossen, dunkelschaligen Kernen. Ihre Inhaltstoffe machen sie zu begehrten Feldfrüchten. Daher wird die Sonnenblume auch regelrecht angebaut: In der Toskana oder Südfrankreich, aber auch der Ukraine und Südrussland breiten sich goldene Felder aus, in manchen Regionen prägen sie sogar das Landschaftsbild. Aber auch in unseren Breiten sieht man die eindrucksvollen Blumen seit einiger Zeit nicht mehr nur im Bauergarten. Für die Landwirtschaft stehen mittlerweile Ertrags-Sorten mit besonders grossen Kernen zur Verfügung. Als Einstreu ist Stroh aus den Grün-Anteilen nicht gut geeinget, dafür fertigten in Ungarn Hirten aus den hohlen Stengeln der Sonnenblume gerne Flöten.

Je nach Sorte entwickeln sich aus den schönen Blüten graugrüne oder schwarze Samen, die Sonnenblumenkerne, aus denen dann das begehrte Öl gepresst wird, das einen hohen Anteilan essentieller Linolsäure hat, und im Zusammenhang mit gesunder Ernährung als z.B. Vitamin E-Träger eine wichtige Rolle spielt. Es kann erhitzt werden und eignet sich in der Küche für vielerlei Zwecke, da es relativ geschmacksneutral ist. In der Kosmetik wird das Öl der Sonnenblumenkerne wegen seiner lindernden und schützenden Eigenschaften verwendet. Außerdem sind die Sonnenblumenkerne bei Backwaren wie Brötchen oder Brot, in geschälter Form oder ganz auch als Snack beliebt. Vögel schätzen die nahrhaften Samen als Winterfutter. Nicht zuletzt sind Sonnenblumenkerne auch ein guter Eiweisslieferant.

Die Pflanzengattung der Sonnenblumen stammt ursprünglich aus Peru und Mexiko und wurde als Symbol des Sonnengottes verehrt und an vielen Kultstätten abgebildet. Archäologische Funde belegen, dass die amerikanischen Ureinwohner bereits vor 5000 Jahren die ölhaltigen Samenkerne sowie auch die Stiele, Blüten und Wurzeln der Pflanze in der Medizin nutzten. Ab dem 15. Jahrhundert wurde sie von den Spaniern in Europa gezüchtet und gelangte danach in andere europäische Länder. In der russischen und ukrainischen Volksmedizin wird Sonnenblumenöl für Ölkuren verwendet. Bei der auch als Ölziehen bezeichneten Praktik soll der Organismus entgiftet und entschlackt werden. Hinweise auf eine Wirkung gibt es allerdings nicht. Wobei das schwer nachzuweisen ist, da die Schulmedizin das Konzept von Schlacken bisher ablehnt. Biochemisch gesehen gibt  sie aber tatsächlich: Toxische Metaboliten, deren übermässige Anhäufung in z.b. Zellzwischenräumen schon für gesundheitliches Misbefinden sorgen können. Purgiermittel waren in der Medizin des Altertums in allen Kulturen verbreitet. Die russische Ölziehkur errinnert mich an ayurvedische Methoden, die ein ähnliches Ziel verfolgen.

Die Sonnenblume
möchte dich begrüßen
dieweil sie sich so gern zur Sonne wendet.
Nur steht zur Zeit
sie noch zurückgewiesen;
doch du erscheinst
und sie ist gleich vollendet

Johann Wolfgang von Goethe

Die Sonnenblume bewahrt etwas vom sommerlichen Glanz.

Die Sonnenblume bewahrt etwas vom sommerlichen Glanz.
©beast666

Posted by on August 20th, 2015 Kommentare deaktiviert

Venus im August: Feuerherz

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Flammende Leidenschaft: Feuerzeichen Venus

Über die Eigenschaften der Venus in den Zeichen habe ich schon in einem anderen Post berichtet.

Die Feuer-Venus ist gekennzeichnet von “grossen Gefühlen”, Spontaneität, aktiver Eroberung und Direktheit.  Ein Mauerblümchen-Dasein fristet sie bestimmt nicht, besonders die Löwe-Venus braucht die Bühne, um sich auszudrücken. Am besten im Gala-Outfit und viel Glanz und Gloria. Spielerische Annäherung und heisser Flirt sind ihr ebenfalls wichtig. Die amazonenhafte Widder-Venus hat vielleicht stattdessen einen Kampfanzug zu hause und zieht den Sportplatz der Cocktail Lounge vor. Ihre Leidenschaft ist schnell entflammt, allerdings manchmal wird nur ein Strohfeuer daraus. Die Eroberung ist für sie wichtiger als die Dauerhaftigkeit. Im Schützen entfaltet die Venus eher ein “seid umschlungen Millionen” und zeigt ein Faible für grandiose Naturkulissen: Think BIG! Eine Safari-Lodge oder generell Liebe unter Palmen, aber auch ein gemeinsamer Trip auf einem Nature-Trail in Neuseeland, zur Not auch ein Wohnmobil-Adventure stimmen sie romantisch.

Gemeinsamkeit aller Feuer-Venus Zeichen ist eine gewisse Bindungs-Scheu, irgendwie scheint sie immer im Aufbruch begriffen: Das Gras auf der anderen Seite des Zauns ist stets grüner … Selbst im fixen Löwen will die Venus zumindest ihrem Spieltrieb nachgehen und sich in der Bewunderung potentieller Eroberungen sonnen.

Zur Erinnerung:Die Zeichen des sogenannten Feuer-Trigons sind:

  • Widder (21. März-20. April)
  • Löwe (23. Juli-21. August)
  • Schütze (22.November-21.Dezember)

Der tiefere Teil unserer romantischen Natur steckt vor allem in der Stellung des Mondes im Horoskop. Dort ist auch die Fähigkeit zu Bindung und Familiensinn und Mutterschaft angelegt. Venus bestimmt generell die Einstellung zum Du, das beinhaltet auch Geschäftsbeziehungen, die Domäne der Stier-Venus (Pandemos)*** und des erdhaften 2.Hauses: An eine Art Vertrag waren lange Zeit auch Fortpflanzung und die Institution Ehe als gesellschaftliche Norm gekoppelt. Denn Nachkommen waren auch Arbeitskräfte und man konnte ihnen etwas vererben: Der Gegenpol der Venus im Stier ist Pluto im achten Haus der gemeinsamen Ressourcen und des Erbens und Vererbens.

Die musische Waage-Venus des luftigen siebten Hauses regelt neben  “Schmetterlingen im Bauch” auch künstlerische Aktivitäten, daher kann man an der Venus-Stellung auch ästhetische Vorlieben und musische Neigungen ausmachen. In den Feuerzeichen findet man oft eine grosse Schaffenkraft in Bereichen, die körperliche Aktivitäten beinhalten: Bildhauerei, Performance-Kunst aber auch Schauspielerei sind hier beheimatet. Natürlich muss man dazu noch Haus-Stellung und Aspekte mit berücksichtigen, die einen kräftigen Einfluss auf die Planeten-Archetypen besitzen.  Der Gegenpol der Waage-Venus (Urania)*** befindet sich im ersten Haus, das unsere Weltsicht bestimmt, und die Art wie wir von unserer Umgebung wahrgenommen werden wollen. Der Mars, der im ersten Haus (Aszendent) regiert, ist nicht nur Kriegerarchetyp, sondern auch Teil unserer schöpferischen Kraft, des Antriebs und Willens sich auszudrücken. Mars und Venus als Rohform von Animus und Anima bestimmen in ihrem Zusammenspiel auch die Einstellung zur Sexualität und zum anderen Geschlecht allgemein.

 

Elemente-Pentagramm

Elemente-Pentagramm
Wasser-Feuer-Erde-Luft
Obere Spitze: Pneuma – Geist

***Venus trägt durch ihre zwei Domizile (Stier/Haus 2) und (Waage/Haus 7) deren beider Eigenschaften in sich. Die alten Griechen unterschieden daher auch in Venus Urania und Venus Pandemos.

 

Posted by on August 17th, 2015 Kommentare deaktiviert

Auf Teufel komm raus: “Der Heide in der in der Hölle”

Der Heide in der Hölle
von HANNELORE VONIER  30. Nov. 2006 ·

BSD Daemon Copyright 1988 by Marshall Kirk McKusick. All Rights Reserved. Permission to use the daemon may be obtained from: Marshall Kirk McKusick 1614 Oxford St Berkeley, CA 94709-1608 USA or via email at mckusick@mckusick.com

Nemesis von TUX – der BSD Dämon*

Ein Anhänger der alten Religion findet sich, nachdem er gestorben ist, auf einmal in einem dunklen Gang wieder. Ein Schild verweist: “Zur Hölle”. Er hat keine andere Wahl als diesem Gang zu folgen.
Nach geraumer Zeit steht er an einer Tür, die nicht verschlossen ist. 
Der Heide betritt die Hölle und traut seinen Augen nicht. Heller Sonnenschein, angenehme Temperaturen, Palmen, Meeresstrand, alle 100 Meter eine Strandbar, fröhliche Menschen tummeln sich, kurzum paradiesische Verhältnisse.
Der gerade verstorbene Heide wandert am Strand entlang, bis er plötzlich eine Gestalt mit Hörnern, Pferdefuß und Schwanz in einem Strandkorb sitzen sieht. Er geht auf das Ungeheuer zu und fragte ihn, ob er denn der Teufel sei. Dieser bejaht und begrüßt den Neuankömmling äußerst herzlich.
 Er schickt den Heiden nach dem Geplauder zu einer der Strandbars, um sich dort einen Drink zu besorgen. Der Heide nimmt einen Daiquiri und schlendert weiter am Strand entlang, um die Hölle weiter zu erkunden. Zwischen Dünen entdeckt er ein großes, tiefes Loch. Neugierig blickte er in die Tiefe und erschrickt fürchterlich.
Tief unten sieht er wimmernde, unbekleidete Menschen. Ein heißes Feuer lodert und wilde Bestien schlagen auf die Körper der Menschen ein. Sogleich rennt der Mann verwirrt zum Teufel und fragt aufgelöst, was denn das für ein Loch sei?
Der Teufel versteht die Frage zuerst nicht und so fragt der Heide nochmals nach dem tiefen Loch mit dem Feuer, den Bestien und den Menschen dort hinten bei den Dünen.
“Ach so”, grinst der Teufel, “Das ist für die Christen. Die wollen das so…”

Vorstellungen von Höllenstrafen gibt es in vielen Kulturen, aber nicht mit einer Art “Höllenfürst”, der als dualer Gegenpol zu Gott gesehen wird. Das wurde erst mit dem verstärkten Einfluss des Zoroastrismus auf die Religionen des Nahen Ostens ein Bestandteil von Judentum und später Christentum. In den Glaubensvorstellungen anderer Völker gibt es zwar so etwas wie Dämonen und deren Herrscher, aber im Vergleich zu den höheren, lichten Götterwelten sind sie eher machtlos. Sie fristen ein Schattendasein, im regelrechten Wortsinn. Der Dämon Mara der Buddhisten wird z.B. lediglich als Trugbild der eigenen niederen Triebe interpretiert. Die Chinesen kennen zwar schaurige Höllen, aber als Polytheisten haben sie keine Figur, die als Verkörperung des Bösen dient, wie der Teufel in den monotheistischen Religionen. Bei religiösen Kosmologien, die auf  Wiedergeburtskreisläufen basieren, ist eine Hölle, falls es sie überhaupt gibt, sowieso nur eine Art Durchgangsstation. Im hinduistischen Samsara wird das Leiden eher in der materiellen Daseinsform gesehen, die man nicht aufgeben kann. Wofür die Seele abgestraft wird, ist z.B. im Christentum oder Islam, bei dem es ebenfalls sehr plastische Beschreibungen der Hölle gibt, meistens Ausdruck sozialer Normen der entsprechenden Epoche, aus der die jeweilige Höllenvorstellung stammt. Ebenso die Art der Strafen. Das sieht man besonders in den Beschreibungen bei Dante’s “Inferno” oder auf Bildern von Hieronymus Bosch. Buss- und Höllenpredigten sollten die Schäflein durch Furcht “in der Spur” halten, auch als Möglichkeit einer Einnahmequelle waren sie durchaus brauchbar. Messen für Verwandte im Fegefeuer oder Ablasshandel waren ein einträgliches Geschäft, nicht zuletzt wurde der Petersdom teilweise damit finanziert. Also so eine Form viralen Marketings der Angst- schon im Spätmittelalter und der Renaissance!  Zeitweise spukten Teufel und Hölle mehr in den Köpfen als der Glaube an eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott. Schlimmster Auswuchs dieser Teufelsfurcht war wohl die Hexenverfolgung zu Beginn der Neuzeit. Auch die Reformation änderte daran nichts, im Gegenteil, Luther war ein überzeugter Anhänger der Vorstellung des Teufels in personifizierter Form. Erst die Aufklärung setzte dem Höllenwahn ein Ende.

glastony

Glastonbury – das keltische Annwn:
Tor nach Sommerland, der Anderswelt von Ahnen und Göttern.
Keine Hölle, nur ein Zwischenstop zur nächsten Stufe.

Hier herrscht Gwyn Ap Nudd, König der Elfen. Annwn oder Annwyn ist etwa vergleichbar dem Elysium der alten Griechen.

*Nebenschauplatz – der kleine BSD-Teufel hat es mir angetan. Ich hatte schon Ende der 1990iger ein Derivat der BSD-Famile auf meinem Hades 060 laufen: NET-BSD. TUXi ist halt einfacher zu installieren, aber als eingefleischtem Mac OSX-user sollte einem das BSD schon lieb sein, da es einen wesentlichen Bestandteil des Darwinkernels stellt.

 

Posted by on August 10th, 2015 Kommentare deaktiviert