Archive for August 10th, 2015

 

Auf Teufel komm raus: “Der Heide in der in der Hölle”

Der Heide in der Hölle
von HANNELORE VONIER  30. Nov. 2006 ·

BSD Daemon Copyright 1988 by Marshall Kirk McKusick. All Rights Reserved. Permission to use the daemon may be obtained from: Marshall Kirk McKusick 1614 Oxford St Berkeley, CA 94709-1608 USA or via email at mckusick@mckusick.com

Nemesis von TUX – der BSD Dämon*

Ein Anhänger der alten Religion findet sich, nachdem er gestorben ist, auf einmal in einem dunklen Gang wieder. Ein Schild verweist: “Zur Hölle”. Er hat keine andere Wahl als diesem Gang zu folgen.
Nach geraumer Zeit steht er an einer Tür, die nicht verschlossen ist. 
Der Heide betritt die Hölle und traut seinen Augen nicht. Heller Sonnenschein, angenehme Temperaturen, Palmen, Meeresstrand, alle 100 Meter eine Strandbar, fröhliche Menschen tummeln sich, kurzum paradiesische Verhältnisse.
Der gerade verstorbene Heide wandert am Strand entlang, bis er plötzlich eine Gestalt mit Hörnern, Pferdefuß und Schwanz in einem Strandkorb sitzen sieht. Er geht auf das Ungeheuer zu und fragte ihn, ob er denn der Teufel sei. Dieser bejaht und begrüßt den Neuankömmling äußerst herzlich.
 Er schickt den Heiden nach dem Geplauder zu einer der Strandbars, um sich dort einen Drink zu besorgen. Der Heide nimmt einen Daiquiri und schlendert weiter am Strand entlang, um die Hölle weiter zu erkunden. Zwischen Dünen entdeckt er ein großes, tiefes Loch. Neugierig blickte er in die Tiefe und erschrickt fürchterlich.
Tief unten sieht er wimmernde, unbekleidete Menschen. Ein heißes Feuer lodert und wilde Bestien schlagen auf die Körper der Menschen ein. Sogleich rennt der Mann verwirrt zum Teufel und fragt aufgelöst, was denn das für ein Loch sei?
Der Teufel versteht die Frage zuerst nicht und so fragt der Heide nochmals nach dem tiefen Loch mit dem Feuer, den Bestien und den Menschen dort hinten bei den Dünen.
“Ach so”, grinst der Teufel, “Das ist für die Christen. Die wollen das so…”

Vorstellungen von Höllenstrafen gibt es in vielen Kulturen, aber nicht mit einer Art “Höllenfürst”, der als dualer Gegenpol zu Gott gesehen wird. Das wurde erst mit dem verstärkten Einfluss des Zoroastrismus auf die Religionen des Nahen Ostens ein Bestandteil von Judentum und später Christentum. In den Glaubensvorstellungen anderer Völker gibt es zwar so etwas wie Dämonen und deren Herrscher, aber im Vergleich zu den höheren, lichten Götterwelten sind sie eher machtlos. Sie fristen ein Schattendasein, im regelrechten Wortsinn. Der Dämon Mara der Buddhisten wird z.B. lediglich als Trugbild der eigenen niederen Triebe interpretiert. Die Chinesen kennen zwar schaurige Höllen, aber als Polytheisten haben sie keine Figur, die als Verkörperung des Bösen dient, wie der Teufel in den monotheistischen Religionen. Bei religiösen Kosmologien, die auf  Wiedergeburtskreisläufen basieren, ist eine Hölle, falls es sie überhaupt gibt, sowieso nur eine Art Durchgangsstation. Im hinduistischen Samsara wird das Leiden eher in der materiellen Daseinsform gesehen, die man nicht aufgeben kann. Wofür die Seele abgestraft wird, ist z.B. im Christentum oder Islam, bei dem es ebenfalls sehr plastische Beschreibungen der Hölle gibt, meistens Ausdruck sozialer Normen der entsprechenden Epoche, aus der die jeweilige Höllenvorstellung stammt. Ebenso die Art der Strafen. Das sieht man besonders in den Beschreibungen bei Dante’s “Inferno” oder auf Bildern von Hieronymus Bosch. Buss- und Höllenpredigten sollten die Schäflein durch Furcht “in der Spur” halten, auch als Möglichkeit einer Einnahmequelle waren sie durchaus brauchbar. Messen für Verwandte im Fegefeuer oder Ablasshandel waren ein einträgliches Geschäft, nicht zuletzt wurde der Petersdom teilweise damit finanziert. Also so eine Form viralen Marketings der Angst- schon im Spätmittelalter und der Renaissance!  Zeitweise spukten Teufel und Hölle mehr in den Köpfen als der Glaube an eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott. Schlimmster Auswuchs dieser Teufelsfurcht war wohl die Hexenverfolgung zu Beginn der Neuzeit. Auch die Reformation änderte daran nichts, im Gegenteil, Luther war ein überzeugter Anhänger der Vorstellung des Teufels in personifizierter Form. Erst die Aufklärung setzte dem Höllenwahn ein Ende.

glastony

Glastonbury – das keltische Annwn:
Tor nach Sommerland, der Anderswelt von Ahnen und Göttern.
Keine Hölle, nur ein Zwischenstop zur nächsten Stufe.

Hier herrscht Gwyn Ap Nudd, König der Elfen. Annwn oder Annwyn ist etwa vergleichbar dem Elysium der alten Griechen.

*Nebenschauplatz – der kleine BSD-Teufel hat es mir angetan. Ich hatte schon Ende der 1990iger ein Derivat der BSD-Famile auf meinem Hades 060 laufen: NET-BSD. TUXi ist halt einfacher zu installieren, aber als eingefleischtem Mac OSX-user sollte einem das BSD schon lieb sein, da es einen wesentlichen Bestandteil des Darwinkernels stellt.

 

Posted by on August 10th, 2015 Kommentare deaktiviert