Mundanastrologie: Saturn versus Jupiter, mit Vernunft gegen Luftschlösser

"Weird Scenes Inside The Gold Moie"Leider ist die Gier nach Gold oder Geld immer noch der grösste Motivator des Menschen.

“Weird Scenes Inside The Gold Mine”
Leider ist die Gier nach Gold oder Geld immer noch der grösste Motivator des Menschen.
Oft ist es auch nur Katzengold: Wie das fraktale Eisenpyrit auf dem Bild.
Pyrite bilden den Ausgangsstoff für VITRIOL.

  • Der Motor von Entdeckung und Fortschritt ist häufig Gier, bestenfalls Neugier, leider aber hauptsächlich Geldgier oder Machtgier.

Auch wenn 2015 ein sogenanntes “Jupiter -Jahr” gewesen sein soll***: Mehr saturnische Verantwortung und Pflichtgefühl, aber auch Beschränkung des schrankenlosen Wachstums-Wahns täte uns vielleicht besser, als das Megalomania Phänomen namens Jupiter: Der steht nämlich auch für Globalisierung, Imperialismus und ewiges positives Denken ohne Realitäts-Sinn. An Kreuzzügen aller Art mangelt es gerade auch nicht. Den ihm ebenfalls zugeschriebenen Weitblick und seinen Sinn für ethische Normen zeigt uns der Jupiter eher weniger, in letzter Zeit. Mit den negativen Seiten des religiösen Aspekts des Jupiterprinzips wurde den kolonisierten Völkern immer auch der Glaube der neuen Herren aufgezwungen. Bei den Römern war es umgekehrt, sie erweiterten ihr eigenes Pantheon gleich um die Gottheiten der eroberten Gebiete, nach dem Motto: Man will es ja mit niemanden verscherzen …! Diese Art Einverleibung ist auch echt jupiterianisch, sie wird bereits in der Mythologie des olympischen Herrschers beschrieben. Man denke an die Geschichte von der Kopfgeburt der Athene.

Leider erweist es sich als besonders fatal, wenn das jupiterianische Expansionsprinzip auf Gier trifft: Daher gehen Risiken und Nebenwirkungen des rein wirtschaftsorientierten Fortschritts auch einher mit imperialen Bestrebungen zulasten sogenannter exotischer Länder (eine Domäne des 9. Hauses und des Zeichens Schütze, wo Jupiter herrscht):

Antike:

Julius Cäsar und seine kaiserlichen Nachfolger nach dem Ende der römischen Republik:

  • “Collateralschaden”: Genozid an den Kelten des Festlandes, Auslöschung von deren kultureller Identität, Ausplünderung und Sklaverei. Ursprung der “Barbarenlüge”.

Mittelalter:

Carolus Magnus und seine Weltherrschaftsträume

  • Collateralschaden: Genozid an germanischen Stämmen, die weder eine Monarchie noch den christlichen Glauben annehmen wollten, Zwangsmissionierung- und Taufen, Zerstörung der indigenen Kultur.

Bei diesen Beispielen kam wenigstens ein reformiertes, einheitliches Rechtssystem als “Goodie” mit im Gepäck der Eroberer: Das römische Recht, bzw. die Halsgerichtsordnung von Karl dem Grossen. Ersteres war schon sehr fortschrittlich, letzteres versuchte nördlich der Alpen die Urteilsfindung nach Fakten statt Gottesurteil und Blutrache zu etablieren. Die Rechtspflege ist ebenfalls zum Jupiter-Prinzip zugehörig. Mit den niederen Ständen, der Landbevölkerung oder gar Sklaven gingen beide Gesetzeswerke nicht zimperlich um, oder ignorierten sie einfach. Schon in der antiken Welt war die olympische Religion mit ihrem Jupiterkult bei den Bauern eher als Sache der Oberschicht angesehen worden. Besonders bei den Römern verehrte man lieber Natur-Götter, wie Bona Dea, Laren und Manen. Der oberste im Pantheon war Saturn, der Gott der Ernte, der Feldarbeit und der Disziplin. In ihm und nicht in Zeus/Jupiter sah man den Herrscher des Goldenen Zeitalters.

Beginn der Neuzeit:

Columbus und seine Epigonen in der Neuen Welt:

  • “Collateralschaden” Genozid an autochtoner Bevölkerung in Nord- und Südamerika, Sklaverei, Umweltzerstörung, Zwangs-Christianisierung.

Abel Tasman und sein Nachfolger, das Britische Empire in Australien:

  • “Collateralschaden” Genozid an autochtoner Bevölkerung, Massenausterben, Zwangs-Christianisierung.

Moderne:

Globale Industrialisierung und Vormacht ebensolcher Konzerne, Wirtschaftssystem basiert auf unbegrenztem Wachstum (wie ein Krebs):

  • Collateralschaden: Klimaveränderung, Umweltzerstörung, Massenaussterben (wir sind hier nicht ALLEINE!).

Halbgare Entwicklungs”hilfe” ohne Aufklärung, Bildung und gesellschaftlichen Wandel in Drittländern, damit man die Bevölkerung dort knechten kann. Dazu noch die Segnungen der Waffenlobby an die dortigen korrupten Regime und zweifelhafte Missionstätigkeit:

  • Collateralschaden: Unsinniges Bevölkerungswachstum, dadurch soziales Elend, Landflucht, Massen-Migration – da erwischt uns dann der Bumerang – Hungerkatastrophen, Seuchen, Kriege, Hexenverfolgungen und anderer religiöser Extremismus.

All dieser Aufwand an Energie und Menschenleben für die egoistischen Ziele einiger Weniger hätte auch bei mehr Achtsamkeit und weniger Einfluss manipulativer Kräfte dem Guten dienen können.

Dem eigensüchtigen Streben der wenigen Profiteure folgt das Elend der Vielen auf dem Fuss. Und um es noch auf die Spitze zu treiben, besteht auch noch eine unselige Rückkopplung und gegenseitige Verstärkung der Schad-Effekte.

Brauchen wir weniger Fortschritt und Wachstum?

Sicher weniger Wachstum in materiellen Belangen. Fortschritt für humanitäre Ziele – da könnte man GLOBALISIEREN, und ein Mehr an Wissen, jederzeit! Aber auch hier gilt: Achtsamkeit, Achtsamkeit, Achtsamkeit, wem wir die Früchte vom Baum der Erkenntnis überlassen wollen.

Dabei ist es eigentlich simpel:

  1. Es gilt der Kant’sche Imperativ, nicht nur gegenüber Menschen, sondern in Verantwortung für alle Lebewesen.
  2.  Alles steht in einem Gleichgewicht, an dem man in anthropozentrischer Arroganz nicht einfach herumschrauben kann.

    RWS_Tarot_14_Temperance

    Temperantia – Mässigkeit, Karte 14

  3. Vor Allem, weil man manche Parameter des komplexen Systems “Erde” noch gar nicht richtig interpretieren kann.
  4.  Wegen Punkt 2 trifft es uns letztlich auch immer, wir können uns aus der Gleichung nicht einfach herausnehmen.
  5. Und endlich ein anderes Werte-System, bei dem Geld und Macht nicht mehr die Messlatte für Ansehen sind.
  6. Terraforming-Träume und Szenarios mit Kolonien auf anderen Planeten sind Dummfug! Wir haben nur den einen Planeten, auf dem wir leben können, daran ändert sich auch nichts.

Also, eine gute Prise Saturn täte schon wohl. Aber das wird vieleicht durch Pluto, der gerade den Steinbock (Saturn-Prinzip) passiert, geregelt. Der Unterwelts-Boss steht nämlich auch für die Weltwirtschaft: Da wird’s mit dem Wachstum und der Expansion langsam enger, das merken auch die dickfelligsten DAX-Anbeter. Die Zeit wo er den Schützen (Jupiterprinzip) durchlief  (1996-2009) und “Greed is Good” und Zocken ohne Gnade an der Tagesordnung waren sind wohl vorbei. Dazu kommt noch, dass Saturn im Dezember 2014 seine zweijährige Reise durch das Schütze-Zeichen angetreten hat. Dadurch wird der Effekt der Erdung und die nüchterne Betrachtung von Problemen zusätzlich gestärkt. Auch mehr Gerechtigkeit kann entstehen: Das Saturn-Prinzip der Verantwortung verhilft den positiven Aspekten des Jupiter, Recht, Ethik und Sinnhaftigkeit, zu tatsächlicher Geltung in der Welt.  Vieleicht klappt es dann bald auch wieder mit den drei Ständen: Durch Verstand und Anstand schaffen wir Wohlstand für viele.

Ein wenig mehr Mässigkeit , Vernunft und Fairness täte allen gut, wie es in der Tarot-Karte “Temperantia – Mässigkeit” vorexerziert wird. Diese Karte wurde in der Vergangenheit auch “Prudentia” genannt, Klugheit, eine der alten Kardinaltugenden. Ein Fuss an Land, einer im Wasser, steht eine geflügelte Gestalt in einer gefährlichen Grenzregion, dem Ufer. Rechts von ihr ist ein Sumpf mit Schwertlilien abgebildet. Der richtige Pfad führt über den gerechten Ausgleich: In beiden Gefässen soll der gleiche Füllstand erzielt werden. Im Hintergrund der “Goldene Mittelweg”, der zur Erleuchtung führt. Die geistige Kraft (Dreieck nach oben) führt zum höheren Selbst (Sonnenscheibe auf der Stirn des Engels). Also, herrscht Vernunft über dunklen Trieben, dann landet man nicht im Morast.  Temperantia steht wie “Die Ausgleichung – Gerechtigkeit”, Karte 8 mit den Sternzeichen Virgo und Libra in Zusammenhang. Wie bei den “Liebenden, Karte 6″, den Zwillingen zugeordnet und mit ebenfalls einer dualen Symbolik, geht es um eine Abwägung, eine Verstandesentscheidung, die Domäne des Merkur. Dieser herrscht in der pragmatischen, dienstbaren Jungfrau, aber auch im Kommunikationstalent “Zwillinge”, ebenfalls einem “Denkerzeichen”.  Die Lösung hier liegt also im Denken und der Zurücknahme eigensüchtigen Strebens zugunsten des Ausgleichs. Gespräch und Verhandlung, statt Konfrontation.  Alles zu seiner Zeit, jedes Ding an seinem Platz, ein rechter Platz für jedes Ding – und nichts im Übermass. So steht es auch am Apollonheiligtum in Delphi. Auch darauf weisst das Sonnensymbol des Engels hin, Apollon ist die archetypische Verkörperung einer solaren Göttergestalt. Für die resultierende Harmonie ist Venus Urania zuständig, die Herrscherin im Zeichen der Waage, Teilaspekt der Sternjungfrau, die auf der Karte “Gerechtigkeit” abgebildet ist: Asträa hält die Waage des Ausgleichs – Spiegelsymbol zu den zwei Wassergefässen der Mässigkeit.

Allerdings hat sie auch ein Schwert!

 

 ***Die beliebte Jahreszuordnung zu Planeten ist nach einem willkürlichen 7-Jahreszyklus bezogen auf den Hundertjährigen Wetterkalender des Zisterzienser-Abtes Knauer zustandegekommen. Sie ist NICHT astrologischer – eher abergläubischer Natur.
***Man kann es auch zynisch sehen, wenn man die Planetenjahre verwenden mag – seht mal was uns Jupiter 2015 geschenkt hat – eine Menschenlawine oder Völkerwanderung, wieder ganz im Sinne grenzenloser Übertreibung.
 

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This entry was posted on Mittwoch, August 26th, 2015 at 04:15 and is filed under Daily Sledgehammer, Freimaurer Ecke, Galerie, Geschichte, Jupiter, Philosophie, Planeten-Archetypen, Pluto, Political Incorrectness, Saturn, Vitriol, Zeitgeist. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

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