Archive for September, 2015

 

Galerie im September: Gemeinschaft

Schicksalsgemeinschaft

Wo geht die Reise hin?
Neue Schicksalsgemeinschaft: Social Network ?
©scrano 2015

 

Stell dich in Reih’ und Glied,
Das Ganze zu verstärken,
Mag auch, wer’s Ganze sieht,
Dich nicht darin bemerken…
Das Ganze wirkt, und du
Bist drin mit deinen Werken.

Zur Weggenossenschaft
gehören beide Gaben,
nicht bloß ein gleiches Ziel,
auch gleichen Schritt zu haben.

Friedrich Rückert (1788 – 1866)

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Blood Moon: Mondfinsternis am 28.9. um 4 Uhr

Mondfinsternis

Lunar Eclipse ©scrano 2013.

Am Montag, dem 28.9.  früh, in der Morgendämmerung, können wir mit etwas Glück einen sogenannten Blutmond sehen: Eine totale Mondfinsternis, wobei diesmal der Mond im Widder, die Sonne in der Waage stehen. Totale Mondfinsternisse gibt es nur bei Vollmond, da dann Sonne und Mond in Opposition stehen, so dass der Erdschatten auf den Mond fallen kann.

Dazu kommt noch, dass der Mond die grösste Erdnähe erreicht, ein sogenanntes Perigäum.

Näheres hierzu bei wikipedia.

Ablauf einer Mondfinsternis.

Ablauf einer Mondfinsternis.
Foto: Luc Viatour / www.Lucnix.be

 

Zur Mondfinsternis gibt es zahlreiche Geschichten und Mythen:

Seit jeher führten dramatische Himmelsereignisse zu allen möglichen Spekulationen und Aberglauben. Das trifft natürlich auch auf Mondfinsternisse zu. Vor allem die blutrote Farbe galt den Menschen als unheimlich und bedrohlich.

  • Nordische Völker: Man glaubte, ein riesiger Wolf namens Hati wäre der Verursacher einer Mondfinsternis. Die Menschen glaubten, dieser Wolf des Hasses jage hinter dem Mond her, fängt er ihn, versucht er diesen zu verschlingen. Sein Bruder Sköll hetzte die Sonne, und war daher verantwortlich für die Sonnenfinsternisse. Beide Ungeheuer waren die Söhne des Fenris-Wolfs, der an Ragnarök die Sonne entgültig frisst.

  • China: Der Drache des Chaos verspeist den Mond und gibt diesen erst wieder heraus, wenn auf der Erde  tüchtig Lärm und Krach gemacht wird. Daher wird in asiatischen Ländern bei Mondfinsternissen geböllert.

  • Ägypten: Der Gott Seth, welcher für die dunkle Seite der Natur steht, würde zum Zeitpunkt einer Mondfinsternis versuchen, das Auge des Horus, das als Mond am Himmel wandert, zu stehlen. Dabei spielt auch eine Rolle, dass Seth den Beinamen “der Rote” trägt, was die Farbe des Blutmonds wiederspiegelt.

  • Griechenland: Dort war man der Meinung, Hexen seien die Ursache, dass sich der Mond blutrot färbt. Daher gilt im Abendland die Vorstellung, dass am Blutmond der beste Zeitpunkt für Schwarze Magie sei.

 

Mondfinsternis und Supermond 201528.9. 2015 4:45

Mondfinsternis und Supermond 2015
28.9. 2015 4:45

 

Posted by on September 27th, 2015 Kommentare deaktiviert

Äquinox: Der Herbst ist da!

Coalescence ©scrano 2014

Feurige Herbstfarben: Coalescence ©scrano 2014

 

Herbstbild

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel
(1852)
Späte Rosen: Fall Fire ©scrano 2014

Späte Rosen: Fall Fire ©scrano 2014

 

Nun laß den Sommer gehen,

Laß Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,
Wie könnt ich traurig sein?

Eichendorff, Joseph Freiherr von
(1788-1857)

 Fraktalbilder meiner Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

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21. September: Mabon, Fruchtfest – Apfelernte und Klimaproteste

mabon

Gartenelfe mit Aroniabeeren aus unserem Garten

 Wieder so  viele Äpfel dieses Jahr, wie 2014?

In der Menge ja, aber in der Qualität leider nicht, wegen der Trockenheit sind die Früchte eher klein. Unsere Apfelbäume als “Alte Sorten” tragen nur im Zwei-Jahresrythmus reichlich, daher ist nächstes Jahr auch nicht viel drin. Es gibt aber immer noch genug, um sich auf Apfelstrudel, Most und Bratäpfel zu freuen!

Mabon, das Frucht-und Weinfest ist eines der Erntedankfeste. Daher sollte man an all die Gaben denken, mit denen uns Mutter Erde versorgt – und wie undankbar sind wir dafür.

Überall macht sich eine Räuber- und Plünderermentalität breit, statt Achtsamkeit und logisches Denken. Grenzenlose Dummheit ist wohl ein echt globales Phänomen. Denn letztlich sägen wir am eigenen Ast: Die Erde kann sehr wohl ohne uns – wir aber nicht ohne sie. Auch wenn einige Spinner schon von Terraforming träumen: Was für eine Heuschreckenmentaliät. Das was uns anvertraut wurde, verwüsten wir, aus anthropozentrischer Arroganz und Gottesgnadentum. Wobei zu letzterem auch sehr schlichte Weltanschauungen diverser Buchreligionen beitragen. Von den Nihilisten aus dem Plutokratenlager ganz zu schweigen. Terraforming ist eine komplette Idiotie, wir haben unser eigenes Ökosystem nicht einmal richtig verstanden, schon überlegen wir wie wir andere Planeten zugrunde richten können. Von einer fragwürdigen Moral abgesehen: Terrraforming heisst unter Umständen den auf dem Zielplaneten bereits existierenden Lebensformen den Garaus zu machen. Eine typisch technokratische Überlegung, von Hybris und Zynismus befeuert. Vielleicht auch nur von niedrigen  Instinkten getrieben wie im Ameisenstaat bzw. Heuschreckenschwarm. Selbst in SciFi-Serien wie Stargate SG-1 hat man die mangelnde Ethik solcher Planspiele kritisiert.

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Apfelsaison zu Mabon, dem Fest der Frucht- und Weinernte.

Wenn man noch mit dem natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten im Einklang ist, empfindet man das September-Äquinoktium  auch als den Punkt einer ersten Rückschau, der inneren Sammlung, des langsamer Werdens.  Es ist der Höhepunkt des Herbstes.  Zeit zum Innehalten und der stiller werdenden Natur zu lauschen. Den letzten Flammen des sommerlichen solaren Feuers in den bunten Blättern nachspüren. Sich bewusst als Teil der Natur empfinden: Dann fühlt man das lebendige in Allem auf dieser Welt, und dass es kostbar ist. Entschleunigung täte not, aber das stört den Konsummotor, und man hätte Zeit nachzudenken, statt den neuesten Trends nachzujagen. Doch damit ist man nur der Erfüllungsgehilfe für die Wünsche anderer. Überbordender Konsum heisst die Erwartungshaltung derer  zu erfüllen, die daraus einen Vorteil ziehen. Zu viel von  Huxley’s “Brave New World” in dieser Zeit.

Für Menschen, die sich noch den Naturreligionen verbunden fühlen, ist die Herbst-Tag-und Nachtgleiche tatsächlich noch die Zeit für das zweite Erntefest: Mabon, an dem für die Gaben der Frucht- und Weinernte gedankt wird.

In diesem Sinne: Ein fröhliches Mabon, einen reichen Erntesegen, und einen guten Start in den Winter. Seid achtsam auf Euch selbst und werdet aktiv! Der Wechsel der Sonne an den Sonnenwenden/Equinoktien findet immer in ein kardinales Zeichen statt: Das heisst mutig voranschreiten, wie der Widder, dem Bauchgefühl folgen wie der Krebs, gerecht sein wie die Waage,  und ausdauernd wie der Steinbock. Um noch eine Chance auf ein gutes Ende zu haben, für eine Zukunft, die wir mitgestalten müssen, soll davon noch etwas übrigbleiben.

Ambrosia

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Mabon ist eines der acht Eckfeste, die bei den vorchristlichen, europäischen Völkern mit Feuerzeremonien in Verbindung standen:

Mabon: Herbstfeuer

Sonne an Mabon: Herbstfeuer ersetzen jetzt ihre Wärme

Doch jetzt noch was Leckeres:

Apfelstrudel:

  •  300 g Mehl (Wiener Griessler, doppeltgriffiges Mehl klappt am Besten)
  • 5 El Öl (Raps, Saflor)
  • 50 g Butter
  • 50 g Sultaninen ohne Schwefel
  • 4 El brauner Rum
  • 50 g gehackte Mandeln
  • 100 g Butter
  • 50 g Semmelbrösel (selbst gerieben!)
  • 110 g  Demerara-Feinzucker
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 kg säuerliche Äpfel , (z.B. Boskop, Elstar,  Geheimrat Dr. Oldenburg oder mein Liebling: Sternrenette – eine alte Sorte mit rot geädertem Fruchfleisch***)
  • 0,5 Tl Zimtpulver
  • 1 Prise Salz
  • Mehl zum Bearbeiten
  • Außerdem:Küchentuch & Backpapier
  • Holz-Backbrett

Zubereitung

1. Sultaninen mit Rum mischen und ziehen lassen (über Nacht). Mandeln in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten und beiseite stellen. 50 g Butter in der Pfanne zerlassen und Semmelbrösel kurz darin rösten. 50 g Zucker hinzufügen und abkühlen lassen.

2. Mehl, 1 Prise Salz, 4 El Öl und 150 ml lauwarmes Wasser in eine Schüssel geben und verrühren. Den Teig auf einem Holz-Backbrett mit den Händen kneten, bis er glatt und geschmeidig ist. Maximal 8 Minuten kneten – sonst wird der Teig zu fest und reißt. Zu einer Kugel formen, mit dem restlichen Öl einreiben und auf einen Teller legen. Den Teig unter einem heißen Topf ruhen lassen. Dazu etwas Wasser in einem Topf aufkochen, ausgießen und den Topf über den Teig stülpen. Im 50° warmen Backrohr und einem nassen Tuch über einer Keramikschüssel  geht der Teig auch gut. Mindestens 30 Minuten ruhen lassen.

3. 1 Tl Zitronenschale fein abreiben und 4 El Saft auspressen. Äpfel schälen, vierteln, Kernhaus ausstechen und in 5 mm dicke Spalten schneiden. Apfelscheiben in einer Schüssel mit Zitronensaft und -schale, Sultaninen, Rum, Mandeln, dem restlichen Zucker, Zimt und 1 Prise Salz mischen. Zitronensaft verhindert das Braunwerden der Äpfel.

4. Butter zerlassen und beiseite stellen. Den Strudelteig auf einem leicht bemehlten Küchentuch flach drücken, dann mit einem Nudelholz ausrollen. Teig mit beiden Händen hochheben und über den Handrücken hauchdünn auf ca. 60 x 60 cm ausziehen, dabei drehen.. Den Teig mit der Hälfte der Butter dünn einpinseln. Semmelbrösel auf dem unteren Teigviertel verteilen, dabei jeweils einen 3 cm breiten Rand lassen. Die Apfel-Füllung auf den Bröseln verteilen. Die Außenseiten über die Füllung klappen. Den Strudel mithilfe eines Küchentuchs aufrollen und mit der Nahtstelle nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Strudel mit der restlichen zerlassenen Butter bepinseln. Im vorgeheizten Backofen auf der 2. Schiene von unten bei Umluft, 180° C, 30–35 Minuten backen. Abbgekühlten Strudel mit Puderzucker bestäuben. Eignet sich auch gut zum portionsweisen Einfrieren.

5. Vanille-Sauce: Aus Saucenpulver zum Kochen, nicht das aufdriglich aromatisierte Instant-Zeug verwenden!

Hüftgold: 450 kcal/Stück

Immer Bio-Zutaten, wenn möglich mit Transfair-Label!

wicca

***Sternrenette liefert auch ein tolles Apfelmus, pfisichrosa mit wunderbarem Aroma.

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Reife Birnen: Alexander Lukas, eine feste Kompottbirne, besonders lecker:
Engemacht mit Zimt und Nelken, das gab es immer bei fiebrigen Erkältungen.

Auch Birnen werden jetzt geerntet, die Traubenlese beginnt. Im Garten sind auch noch späte Holunderbeeren und Aronias (Aronia melanocarpa) anzutreffen, beide liefern violett-schwarze Früchte mit verborgenen Schätzen: Vitaminbomben und voller sekundärer Pflanzenstoffe, die als Antioxidantien wirken.  Wohlschmeckende Marmelade, Saft oder Likör lässt sich daraus zubereiten. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ertrag und der Resistenz gegen Schädlinge der nordamerikanischen Apfelbeere, wie dieser fruchttragende Busch auch heisst. Die Aronia-Pflanze ist als Rosengewächs wirklich mit den Äpfeln verwandt, obwohl ihre Doldenblüten eher an Ebereschen erinnern, mit denen sie zum Obstbau in Russland sogar gekreuzt wurde. Auch unsere Gartenelfen freut soviel wertvolle Nützlichkeit. Mit der Sonne in der Waage werden die Hagebutten reif, Frau Venus sorgt mit den Früchten ihrer Wappenblume für die Vitamin-C Versorgung der Menschen im Winter. Hagebuttenmark und getrocknete Schalen waren sehr wichtig gegen Skorbut, als es im Winter kaum Frischobst gab. Aus den Kernchen wurde Tee bereitet, der nach Vanille duftet.

In der antiken Welt waren in der Zeit der Herbst-Tag-und Nachtgleiche die Mysterien von Eleusis angesiedelt, deren Inhalt der Kreislauf von Werden und Vergehen, aber auch die Unsterblichkeit der Seele thematisierte. Die antiken Kulte der Grossen Mutter, zu denen auch  die Feierlichkeiten von Eleusis gehörten, werde ich noch gesondert behandeln.
Bei den alten Germanen wurde um diese Zeit das große Herbstthing abgehalten. Sie dankten in erster Linie dem Donnergott Thor für die glückliche Einbringung der Ernte. Die Schnitter klopften nach dem Schärfen ihrer Sensen mit deren Holzgriff dreimal auf den Schleifstein, mit der  Anrufung Thor, Thor, Thor, oder der älteren Variante Tyr, Tyr,Tyr – daher kommt  “Toi, Toi, Toi!
Den Göttern wurde an diesem dreitägigen Fest für die Ernte gedankt. Als Opfer wurde der letzte Apfel am Baum hängen gelassen, die letzte Wolle zwischen den Ohren beim Schaf nicht geschoren. Bei den Kelten blieb die letzte Garbe, die Roggenmuhme oder Kornmutter auf dem Feld. Sie wurde zusammengeflochten und mit gelben und weissen Blumen geschmückt (Kamille, Alant, Arnika), stellvertetend für die Sonne. So glaubte man die Fruchtbarkeit des Feldes über den Winter quasi zu konservieren.

Bei allen Erntefesten wurde auch hier ein gemeinsames Mahl abgehalten, bei den Teile der Gaben der Ermutter geopfert wurden, auch Erntefeuer, um die getanzt wurde, brannten wohl bei allen bäuerlichen Kulturen.

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Mabon Strauss: Mit kleinen Äpfeln, Dahlien und Hagebutten.

Rituale mit Freunden, zuhause oder an einem geeigneten Platz in der Natur, an dem ein kleines Erntefeuer erlaubt ist.

  • Ein gemeinsames Essen oder Picknick  mit frisch gebackenem Brot, Maronen, Pilzen, Wurzelgemüse, Kartoffeln, Äpfeln und Birnen, Brombeeren, Weintrauben. Frischer Apfel- und Traubensaft als Getränk und Libation. Oder ein leckerer Apfelstrudel, wie in meinem Rezept.
  • Ein frisch gezapftes Bier aus einer kleinen Familien-Brauerei gehört in Ländern mit keltisch/germanischer Tradition auf jeden Fall zum Brauchtum: Jetzt wurde die Hopfenernte eingebracht, die Tage werden kühler. die Brausaison startet. Hopfen ist ein Hanfgewächs, mit dem Cannabis und der Brennessel verwandt. Seine Signatur ist Merkur/Neptun, daher passt er sehr gut in berauschende Getränke. Ausserdem dient er der Haltbarmachung. Mönche entdeckten dieses eigentlich alte Verfahren schon früh für sich, auch den für sie günstigen Nebeneffekt des Rankengewächses: Wie viele Neptunspflanzen ist er ein Anaphrodisiakum.  Er enthält ausserdem Phytoöstrogene, die bei übertriebenen Genuss zu den belächelten “Biertitten” führen können. Schon von den Alemannen des 7. Jhds ist gehopftes Bier überliefert. Die Theorie, dass Bilsenkraut früher eine übliche Bierzutat war halte ich für eher übertrieben, da für ein alltägliches Getränk und Ersatznahrungsmitel die drastischen Wirkungen dieser, zudem giftigen Pflanze, wohl nicht gewünscht waren. In sogenannten “berüchtigten” Schankstuben oder Badhäusern mit schlechtem Ruf gab es Bier mit diversen Rauschzusätzen sehr wohl: Bilsenkraut, Stechapfel und andere vor allem stimulierende Substanzen (pflanzliches Viagra: Stechapfel  und Bilsen erzeugen eine starke Erektion und gleich ein paar heftig erotische Träume dazu). Nicht gaz ungefährlich, da beide Pflanzen stark toxische Alkaloide enthalten.
  • Kastanien, Eicheln, Bucheckern, Nüsse, buntes Weinlaub aber auch Efeu und Hopfenranken, letzte Getreideähren und rotbackige Äpfel ergeben eine schöne saisonale Dekoration. Mit passenden Kerzen auf  Keramik- oder Holztellern anordnen.
  • Sonnenblumen, Dahlien, Brombeerranken, Hagebutten, Ebereschenbeeren und Sedum lassen sich zu prächtigen Herbststräussen für den Schrein oder Meditationsplatz arrangieren.
  • Von selbstgeerntetem Obst im eigenen Garten etwas für die Tierwelt übriglassen – unter den Beerensträuchern z.B. Fallobst.

Räuchern und Danken:

  • Beifuss, Salbei, Ringelblume, Myrrhe, Apfelschalen in einem Mörser zu Pulver mahlen, kleine Prisen auf Holkohle streuen.
  • An Mabon zum Räucherritual farbige Kerzen anzünden: Braun, dunkelrot und grün. Auf einem Keramikteller mit sieben oder neun Teelichten umstellen (astrologische Zuordnung oder Mondzyklen seit Neujahr).

 

Posted by on September 21st, 2015 Kommentare deaktiviert

18.9.2015: Ingress des Saturn in den Schützen

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Limes-Turm: Symbol für die Zeit von Saturn im Schützen ?
Das Imperium Romanum war eine saturnische Gesellschaft.

Der Hüter der Schwelle schaute Anfang des Jahres schon mal im “happy go lucky” Zeichen Schütze vorbei. Danach zog er sich wegen seiner Retrogradation wieder kurz in den Skorpion zurück. Jetzt ist er endgültig da, und er wird uns für zwei Jahre erhalten bleiben. Mit Saturn im Schützen erleben wir also auf  direkterer Ebene, was der Plutotransit durch den Steinbock schon seit längerem andeutet: Einen Rückbau der Folgen der jupterianischen Blähung aus der Zeit von 1997-2009, als Pluto den Schützen durchlief. In der Börsensprache: Der Bulle ist durch das zu weit offenstehende Gatter davongesprungen, dafür ist jetzt der Bär los.

Saturns Eigenschaften im Zeichen Schütze sind kontraktiver Natur:

  • Kritische Überprüfung spiritueller Überzeugngen, Religiosität, Zweifel an der Sinnsuche,
  • konservative Werte, Misstrauen gegen alles Fremde (Ausländer, Einwanderer, Asylanten…),
  • Beschränkung von Fern-Reisen, vor allem Flugreisen.
  • Angst vor Überfremdung und Identitätsverlust
  • Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit
  • Angst davor, dass Führungspersönlichkeiten  (Religion, Regierungen) keine Lösungen für drängende Fragen des Lebens haben
  • Dogmatische Glaubensvorstellungen und Lebenseinstellungen
  • Sittenstrenge, wenig Toleranz oder Empathie für “moralische Schwäche”
  • Entwicklung von Disziplin, Ausdauer, Nachhaltigkeit und sachlicher Einschätzung.
  • Vorsicht und Gründlichkeit
  • Es ist die Zeit der Ameise, nicht der Grille

Saturn weist uns im Schützen darauf hin, dass das Leben nicht aus Philosophien und Theorien besteht, sondern dass die praktischen Erfahrungen zählen.  Saturn wird hier versuchen, jede Theorie auf ihre Lebenstauglichkeit hin zu prüfen. Er ist das personifizierte Motto: Abgerechnet wird zum Schluss. Saturn ist der Kostenrechner, der Controller, der Betriebsprüfer. Ausserdem hat er eine Sichel: Was übersteht, wird gekappt. Bei seinem Durchgang durch den Skorpion stand Saturn in Rezeption zum Pluto im Steinbock. Eine Rezeption liegt dann vor, wenn sich die Herrscher zweier Zeichen jeweils im Zeichen des Anderen befinden. Durch diese Verstärkung im Skorpion stand das globale Schuldenthema daher gross im Vordergrund. Skorpion und 8. Haus herrschen über die Resourcen der Anderen, Schulden, Finanzmarkt und Börse. Saturn in Schütze lässt falsche Hoffnungen verpuffen und fordert die Überprüfung unserer Ziele, Vorstellungen und Ideale. Gefragt sind jetzt vor allem charakterlich gefestigte Vorbilder, deren Fähigkeit komplexe Strukturen zu durchschauen fundiert ist, und die statt auf Lobby-Berater auf den eigenen Sachverstand setzen können. Aber halt …das ist ja schon wieder Traumwelt!

Jetzt werden gesellschaftliche Fragestellungen aufgeworfen, deren Beantwortung eine große Ernsthaftigkeit erfordert, wobei Pflicht und Verantwortungsbewusstsein die Regeln bestimmen. Die Zeit des Zockens und Herumspielens ist wohl vorbei. Saturn lässt nur das zur Ernte kommen, was mit ehrlicher Anstrengung erarbeitet wurde. Ausserdem konfrontiert er mit den Konsequenzen früherer Handlungen. In alten Zeiten wurde er daher als Bemesser des Karma angesehen.

Schlechte Zeiten für Poser: Die Motive der Handlungen von Menschen werden jetzt auf ihre Tragfähigkeit und Integrität geprüft. Jene Autoritäten, die sich als Vorbilder hervortun und es mit den Gesetzen selber nicht so genau nehmen, werden jetzt in ihre Schranken verwiesen, ihre Doppelmoral wird aufgedeckt, was ihre Machtbasis wohl schwächen dürfte. So manche Entthronung steht jetzt an. Für Länder unter dem Zeichen Schütze, wie die extrem expansiven USA wird’s auch ein wenig eng werden. Weltmachtsträume könnten schmerzhaft auf dem Boden der Tatsachen landen.

Für die persönliche Entwicklung: Saturn fördert Konzentration und Ausdauer, wenn er im Transit günstig steht: Gute Gelegenheit für eine langfristige Fortbildung oder ein persönliches Projekt. Bleibt man am Ball, steht eine gute Ernte ins Haus. Denn Saturn ist auch dafür zuständig:  Ein jeder soll seinen gerechten Lohn empfangen.

 

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Lady Liberty: Freimaurerdenkmal “made in France”

Ralf Roletschek / fahrradmonteur.de

Batholdi Denkmal in Colmar

Ob Wahlspruch der Französischen Revolution: “Liberte, Egalite, Fraternite” oder  auch deren Kampflied und spätere Nationalhymne ”Marseillaise” : Sie stammen beide von Freimaurern. Nicht zuletzt kamen aus den Reihen der universellen Bruderschaft aber auch die Schöpfer des bekanntesten Symbol für (Geistes)-Freiheit: Lady Liberty.

Das meistfotografierte Wahrzeichen von New York ist ohne Zweifel die fackeltragende Freiheitsstatue, das Symbol für Freiheit in der ganzen Welt. Nur wenige ausserhalb der USA wissen, dass dies ein freimaurerisches Werk ist. Der Schöpfer, Frédéric-Auguste Bartholdi war ein Freimaurer. Gustave Eiffel, auch ein Bruder, der den Eiffelturm in Paris konstruiert hatte, lieferte die technischen Voraussetzungen für die Innenverstrebung, das Tragegerüst.  Freimaurer in Frankreich sammelten das Geld für die Statue, amerikanische Logen finanzierten den Sockel mit dem berühmten und vielzitierten Spruch von Emma Lazarus, und schliesslich legte die Grossloge von New York den Grundstein für das einzigartige Werk.

 1865 regte der französische Politiker Leboulay den jungen Bildhauer Bartholdi zur Schaffung eines Monumentes an, das die im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg geknüpften Bande zwischen Frankreich und Amerika verherrlichen sollte. Bartholdi gefiel die Idee, gab sie ihm doch die Möglichkeit, seine Vorliebe für monumentale Bildhauerkunst auszuleben. Er griff auf einen Entwurf für eine Statue zurück, die für den Nordeingang des Suezkanals geplant war, aber nie realisiert werden konnte.

Inspiration für seine Idee einer Skulptur nach dem Vorbild des Koloss von Rhodos, eines der sieben Weltwunder, erhielt Bartholdi auf einer Ägypten-Reise. Fortan war er von dem Gedanken besessen, einen gewaltigen Leuchtturm in der Gestalt einer 28 Meter hohen, fackeltragenden Verkörperung der Göttin Isis, über der nördlichen Einfahrt des Sueskanals thronen zu lassen. Motto der Figur: “Das Licht des Fortschritts leuchtet nach Asien”.

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Lady Liberty in Colmar. Eine weitere Kopie von ihr steht am Ufer der Seine in Paris, sehr romantisch beleuchtet. ©beast666

Fortan war es Bartholdi’s unbedingter Vorsatz, diese Statue zu verwirklichen, und er ließ sich auch von den Krieg,(1870/71) oder finanziellen Engpässen nicht von seinem Ziel abbringen. Ab 1875 entwarf und baute er verschiedene zwischen ein und elf Meter hohe Ton- und Gipsmodelle der amerikanischen Freiheitsstatue. Vorbild des Gesichts soll seine Mutter, das Modell für den Körper seine Ehefrau gewesen sein. Der geniale Ingenieur Maurice Koechlin entwickelte ab 1879 ein ausgeklügeltes Trägersystem für das Monument, das alleine 127 Tonnen wiegt.

Im Sommer 1884 schließlich fand in Paris die Probe-Endmontage der aus dreihundert getriebenen Kupferplatten bestehenden Statue statt, bevor sie schließlich, zerlegt und verpackt in 200 Kisten an Bord des Dampfers Isère, als Geschenk des französischen Volkes an ihren Zielort Liberty Island vor New York gebracht wurde. Am 28. Oktober 1886 wurde die Freiheitsstatue schliesslich eingeweiht.

Zur Ikonographie der Kolossalstatue:

Es ist die römische Göttin Libertas, Allegorie der Freiheit, wie auf dem berühmten Revolutionsgemälde von Delacroix. Allerdings musste man wegen der amerikanischen Prüderie die ursprüngliche Barbusigkeit züchtig verhüllen. Daher wirkt sie ein wenig plump, was dann wiederum auch mokiert wurde.

Die von einem Strahlendiadem gekrönte Freiheitsgöttin steht auf den zerbrochenen Ketten der Sklaverei. Die Strahlen der Krone versinnbildlichen die heilige Zahl Sieben, mit ihrem symbolischen Bezug zur Sonne und der Vernunft. In der erhobenen rechten Hand hält sie eine bei Dunkelheit erleuchtete Fackel und in der linken eine Inschrifttafel mit dem Datum der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung: July 4th 1776. Diese Tafel ist in Form eines Schluss-Steins gearbeitet und stellt eigentlich ein Gesetzbuch dar. Der Keystone, oder Schluss-Stein ist ein Freimaurersymbol und steht für das “Grosse Werk”, den Tempelbau der Humanität.

In vieler Hinsicht erinnert die Symbolik der Statue an eine weitere freimaurerische Leitfigur, nämlich Asträa, der  griechischen Verkörperung des natürlichen Rechts und der Vernunft. Statt einer Waage hält sie nun Unabhängigkeitserklärung und Verfassung, vor der alle Menschen gleich sind, das Schwert der Gerechtigkeit wird zur Fackel des Geistes. Nicht umsonst war “Common Sense“, ein Werk über Vernunft und Menschenrechte, von Querdenker Thomas Paine eines der einflussreichsten Werke für die amerikanische Revolution. Die Fackel der Freiheit – das Licht der Vernunft, aber auch promethianische Verheissung. Bei soviel Licht gibt es zwangsläufig auch Schatten: Verschwörungstheoretiker sehen hier Luzifer verkörpert – nun liebe Paranoiker, Luzifer heisst zwar “Träger des Lichts” und wird mythologisch durchaus mit Prometheus in Verbindung gebracht. Aber, ihr angeblich so Bibelfesten: Luzifer ist nicht Satan, lest Eure Schriften mal, statt nur darüber herumzuschwurbeln:

Das Wort Luzifer oder Phosphoros, bedeutet Lichtbringer und ist die Verkörperung des Morgensterns, das Licht im Osten, das den Sonnenaufgang ankündigt. Nicht nur Eure babylonische Hure Ishtar ist der Morgenstern, auch Jesus wird so bezeichnet – es ist einfach eine gebräuchliche, orientalische Metapher. Die Beziehung der Symbolik von Lady Liberty zur Sonne steckt neben dem strahlenförmigen Diadem wie bei Apollon oder Helios, auch in der Zahl Sieben, die häufig auftaucht. So interpretiert man die  7 Strahlen der Krone als die klassischen Planeten des antiken Sonnensystems, Tage der Woche,  52 Wochen des solaren Jahres -> QS=7, die sieben Meere (also die ganze Welt) usw. Auch im Masstab und den Proportionen der Figur ist die Sieben eingearbeitet. Die Zahl Sieben war bei den alten Griechen auch die Zahl Athenas, einer weiteren Verkörperung von Weisheit und Verstand.

Für uns Freimaurer wohnt das Licht der Vernunft und der Hoffnung im Osten, der Morgenröte, wo Asträa als Verkörperung der Wahrheit und Menschenliebe wieder erscheinen wird, wenn das Goldene Zeitalter anbricht, und die Finsternis von Dummheit, Gier und Gewalt von der Erde weicht.

Nicht umsonst steht auf ihrem Sockel ein Text aus einem Gedicht von Emma Lazarus:

The New Colossus

Not like the brazen giant of Greek fame,
With conquering limbs astride from land to land;
Here at our sea-washed, sunset gates shall stand
A mighty woman with a torch, whose flame
Is the imprisoned lightning, and her name:
Mother of Exiles. From her beacon-hand
Glows world-wide welcome; her mild eyes command
The air-bridged harbor that twin cities frame.
“Keep, ancient lands, your storied pomp!” cries she
With silent lips. “Give me your tired, your poor,
Your huddled masses yearning to breathe free,
The wretched refuse of your teeming shore.
Send these, the homeless, tempest-tossed to me,
I lift my lamp beside the golden door!”

Emma Lazarus, 1883
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Bartholdi Geburtshaus-und Museum in Colmar.

 

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