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Mandala im Oktober: Letzte Glut

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Farbenrausch der Natur:
Im Oktober lebt die Sonnenwärme noch einmal auf, in der bunten Pracht
des Herbstlaubs und der letzten Blumen.

Der Herbst

Das Glänzen der Natur ist höheres Erscheinen,
Wo sich der Tag mit vielen Freuden endet,
Es ist das Jahr, das sich mit Pracht vollendet,
Wo Früchte sich mit frohem Glanz vereinen.

Das Erdenrund ist so geschmückt, und selten lärmet
Der Schall durchs offne Feld, die Sonne wärmet
Den Tag des Herbstes mild, die Felder stehen
Als eine Aussicht weit, die Lüfte wehen

Die Zweig’ und Äste durch mit frohem Rauschen,
Wenn schon mit Leere sich die Felder dann vertauschen,
Der ganze Sinn des hellen Bildes lebet
Als wie ein Bild, das goldne Pracht umschwebet.

d. 15ten Nov. 1759

Friedrich Hölderlin***
(1770 – 1843)
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Das Auge des Lugh:
Herbstsonne, ihre Glut spiegelt sich in den vielen Feuern, die jetzt auf den Äckern entfacht werden.
Oder im Kaminfeuer der ersten kalten Tage.

***Hölderlin lebte in seiner Spätphase in einer Art multipler Persönlichkeitswelt, die auch zeitlich nicht der Realität entsprach. Welcher Art seine psychischen Probleme waren, ist bis heute ungeklärt.

 

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