Archive for November 19th, 2015

 

William Blake: Tyger, Tyger …

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Tigerin:Turandot ©scrano 2015
Nessun Dorma bei YouTube.

THE TYGER (from Songs Of Experience)

By William Blake

Tyger! Tyger! burning bright
In the forests of the night,
What immortal hand or eye
Could frame thy fearful symmetry?

In what distant deeps or skies
Burnt the fire of thine eyes?
On what wings dare he aspire?
What the hand dare sieze the fire?

And what shoulder, & what art.
Could twist the sinews of thy heart?
And when thy heart began to beat,
What dread hand? & what dread feet?

What the hammer? what the chain?
In what furnace was thy brain?
What the anvil? what dread grasp
Dare its deadly terrors clasp?

When the stars threw down their spears,
And watered heaven with their tears,
Did he smile his work to see?
Did he who made the Lamb make thee?

Tyger! Tyger! burning bright
In the forests of the night,
What immortal hand or eye
Dare frame thy fearful symmetry?

1794

Radix William Blake, Künstler, Autor, Philosoph.

Radix William Blake, Künstler, Autor, Philosoph.
quelle:astrodienst

Das Horoskop eines eigenwilligen, unabhängigen Vordenkers in Sachen Philosophie und Religion: Uranus in Haus 9 Fische fordert die Macht der organisierten Religion (Pluto in Schütze) heraus. Gleichzeitig ist Uranus eleviert erzeugt im Haus der Philosophie mit den spirituellen Fischen darin einen echten Feuerkopf (MC in Widder) und radikalen Querdenker. Eine sprírituelle, von starken Traumerlebnissen begleitete Weltsicht: Der grenzauflösende Neptun in Haus 1, gepaart mit einem Krebs-Mond in Haus 12, der einen Hang zu Visionen und ASW verstärken kann. Dieser mediumistische Mond ist ausserdem gleichzeitig der Geburtsherrscher (ASC Krebs). Dazu eine philosophische Schütze-Sonne und ein dazu konjunkter Jupiter, der dem eigenen Dasein Sinn verleihen will. Saturn in Haus 8: Ein ewiges Memento Mori, das die eigene Endlichkeit in den Vordergrund rückt. Allerdings wird durch seine Stellung im Wassermann auch eine Hoffnung auf Erneuerung und Befreiung ausgedrückt, eine unkonventionelle Sicht des Jenseits und des Todes. In Haus 5 der Kreativität und des individuellen Schaffens befindet sich ein Stellium (Merkur, Jupiter, Sonne, Pluto), das neben den schon besprochenenen okkult-sprirtuellen Schwergewichtern den Pars Fortunae enthält. Solch ein Mensch zieht seine Lebensfreude aus dem künstlerischen Schaffensprozess oder den eigenen Kindern. Auch dem Thema religiöse Wahrheits-Suche wird durch dieses Stellium noch stärkeres Gewicht verliehen. Eine Venus in Haus 6 des beruflichen Alltags deutet ebenso auf musische Tätigkeit; allerdings mit dem Chiron im Steinbock darin, bleibt Anerkennung wohl versagt. Merkur im Skorpion in Verbindung mit Schütze-Jupiter lässt auch an oberflächlichen und scheinheiligen sozialen Normen zweifeln, hier wird oft ein vollkommen eigenes ethisches System gelebt. Die Konjunktion Mars/Neptun in Opposition zum eher düsteren Saturn im 8.Haus deutet auf eine innere Kraftanstrengung, den Willen die Todesschranken mit Hilfe einer spirituellen Vision zu überwinden, sich selbst zu erlösen. Ausserdem verleiht ein Löwe-Mars im Haus 2 des Selbstwerts und der Werte einen starken persönlichen Stolz. Man schätzt einen gewissen Status, den zu erreichen aber vom oppositionellen Saturn stark beeinträchtigt wird. Der Mondknoten in Haus eins/Löwe deutet darauf hin, dass die Lebensaufgabe auch darin besteht ein individuelle Weltsicht zu entwickeln, welche der Persönlichkeit Raum lässt sich zu entfalten, und diese Einsichten auch gegenüber seiner Mitwelt zum Ausdruck zu bringen. Diese Betonung des eigenen philosophischen Ansatzes, harmoniert mit der starken Dominanz des Löwe-Prinzips in Haus 1 und 2 und dem Stellium im Herrschaftsbereich des Löwen in Haus 5;  sie wird vom Uranus-Thema (unabhängiges Denken, Freiheitsstreben) und dem Widder-MC (Pioniergeist) unterstützt. Menschen mit einer Neptunstellung in Haus 1 haben oft eine gewissen “Guru”-Wirkung auf ihre Mitwelt oder auch die Nachwelt. Ein wenig Star-Glamour umgibt solche Figuren, sie werden Ikonen oder Idole der Massen, besonders, wenn Neptun in Löwe steht. So wurde der zu Lebzeiten wenig geliebte Blake auch ein Idol der Präraffaeliten, der Romantik und später der Hippies. Nicht nur seine Bildwerke, auch seine Gedichte, zu denen sie die Illustrationen liefern, fanden eine breite Rezeption bei Autoren, Musikern, Songwritern und Malern. Selbst Lara Croft zitiert Blake im Film “Tomb Raider”:

 ”To see a World in a grain of sand,
And a Heaven in a wild flower,
Hold Infinity in the palm of your hand,
And Eternity in an hour.“

fairyspin2

©sevenoaksart.co.uk

Wichtige Werke und Rezipierung:

Literatur inpiriert von Blakes Werken:

  • Das von dem Okkultisten Aleister Crowley verfasste Buch Liber AL vel Legis ist in Struktur, Stil und Idee William Blakes The Marriage of Heaven and Hell verpflichtet, vor allem dem letzten Abschnitt „A Song Of Liberty“.
  • Thomas Harris’ Roman Roter Drache ist nach Blakes Bild Der große Rote Drache und die Frau, mit der Sonne bekleidet benannt. Die Hauptperson, ein psychopathischer Mörder, ist von diesem Bild besessen und raubt es schließlich aus dem Brooklyn Museum, um es zu verspeisen.
  • Aldous Huxley verwendete „The Doors of Perception“, einen Begriff aus The Marriage of Heaven and Hell, als Buchtitel (dt. Die Pforten der Wahrnehmung). Huxleys Buch wiederum soll die Inspiration für den Namen der Rockband The Doors geliefert haben.
  • Philip Pullman zitiert in der Einleitung der englischen Ausgabe seiner Trilogie His dark materials William Blakes Kommentar zu Paradise Lost aus The Marriage of Heaven and Hell: „The reason Milton wrote in fetters when he wrote of Angels & God, and at liberty when of Devils & Hell, is because he was a true Poet and of the Devil’s party without knowing it.“ Die Lektüre der Werke Blakes, so Pullman, habe ihn zum Schreiben seiner eigenen inspiriert.

Film

  • Ridley Scott zitiert in „Blade Runner“ (1982, nach Philip K. Dick’s SciFi Roman), William Blakes „America: A Prophecy“. Replikant Roy Batty (Rutger Hauer) sagt darin: „Fiery the Angels fell, and as they fell deep thunder roll’d around their shores. Indignant burning with the fires of Orc“. Eine leichte Abwandlung der Originalzeilen.
  • In dem Film Dead Man (1995) von Regisseur Jim Jarmusch ist die Hauptfigur ein Mann namens William Blake (gespielt von Johnny Depp), der von einem Indianer für die Reinkarnation William Blakes gehalten wird.
  • In dem Film Tomb Raider (2001) von Regisseur Simon West wird die von Angelina Jolie verkörperte Figur Lara Croft mit dem obenstehenden Gedichtzitat aus „Auguries of Innocence“ konfrontiert, das sie mit „William Blake“ kommentiert, und im entsprechenden Buch in ihrer Bibliothek weitere Hinweise findet.
  • Blakes Gemälde des Großen roten Drachen mit der von der Sonne bekleideten Frau spielt eine große Rolle in dem Film Blutmond und dem Remake Roter Drache (Red Dragon). In diesen Filmen aus der Hannibal-Lecter-Reihe hinterlässt ein Serienmörder Symbole eines “Roten Drachen” als Signatur. Er fühlt sich von der Figur des Roten Drachen aus Blakes Zeichnung zu seien Taten getrieben. Das Bild gehört zu einer Serie von Auftragsarbeiten zu biblischen Themen, die Blake für seinen Freund und Wohltäter Thomas Butts durchführte. Dieses Bild entstand um 1806 und illustriert die Offenbarung des Johannes.
  • In der Finalfolge der zweiten Staffel der amerikanischen Krimiserie „The Mentalist“ zitiert der Serienmörder “Red John” die erste Strophe von Blakes „The Tyger“. Er vergleicht sich so mit diesem Tiger, der auch von Natur aus tötet.

Quelle der Auflistung: William Blake aus wikipedia, mit Anmerkungen und eigenen Ergänzungen

Freimaurer:

Hier ist es das Bild “Der Alte der Zeiten”, der das Thema des “Grossen Baumeisters der Welten” wie Gottvater, oder auch Christus im Mittelalter oft dargestellt wurde, in die Kunst des  Zeitalters der Aufklärung herüberträgt. Für Blake ist es allerdings der Demiurg der Gnosis, der hier abgebildet wird. In seiner Geisteshaltung (elevierter Uranus in Haus 9) zeigt Blake grosse Übereinstimmung mit den ethischen Prinzipien des Freimaurertums, besonders in den Fragen von Menschenwürde, Menschenrechten und Religionsfreiheit. Allerding setzte er sich auch schon für die Gleichstellung der Frau (Haus 7 Wassermann) ein, da könnten die Brüder noch was lernen … Was Blake von den reinen Rationalisten der Aufklärung absetzte, war seine (Neptun- und Mond-inspirierte) Hinwendung zum Mystischen und seine Ablehnung des aufkommenden Materialismus. Er baute bei seinen Werken verstärkt auf eine visionäre Innenschau und Inspiration durch “unio mystica” mit dem “Göttlichen” im Kosmos. Das verbindet ihn mit einem Autoren der modernen utopischen Literatur, Phillip K.Dick, ebenfalls Sonne Schütze und Neptun/Jupiter-Betonung, der auch häufiger visonäre Erlebnisse hatte. Diese beeinflussten ebenfalls sein Werk als Autor, neben der typischen Uranus-Dominanz von SciFi-Autoren. Auch er war ein Pionier in seiner Literaturgattung (ASC Widder). Sein gespannter Uranus Quadrat zu Merkur Aspekt bescherte Dick allerdings auch paranoide Episoden und durch das gleichzeitige Quadrat mit seiner Sonne auch permanente Probleme mit Autoritäten (Behörden, Polizei). Dazu war er in seinen revolutionären Äusserungen nicht gerade zurückhaltend (Uranus konjunkt Widder-ASC). William Blake hingegen wurde zu seiner Zeit eher als harmloser Exzentriker eingestuft: Die Vorherrschaft mehrerer grosser Trigone, auch zum Aszendenten im sensiblen Krebs begünstigen bei Blake eine harmonische, nicht aggressive Aussenwirkung.

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Bible moralisée, Grosser Baumeister 12. Jhd.

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The Ancient of Days, W. Blake Anfang 19. Jhd

 

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Philp K. Dick’s Radix
quelle:astrodienst

Philip K. Dick: Widerstreit von Uranus in gespannter Stellung (Spitze eines T-Quadrat mit Sonne/Merkur und Mars) und deutlich sichtbar für die Aussenwelt (conj. ASC) mit einem sozialen Neptun in der Jungfrau (Helfer-Aspekt). Dieser sitzt im 6. Haus und kann auf eine empfindliche Gesundheit hinweisen, auch Hypochondrie und Suchtprobleme können entstehen. Andererseits bildet er mit Schütze-Sonne und Jupiter eine regelrechtes spirituelles “Grosses Trigon” zu einem Stellium im 9. Haus (Philosophie, Ethik, Publizistik), wo die Schütze-Sonne akzidentell eine Verstärkung (Zeichen=Haus) erfährt.  Ein gut bevölkertes neuntes Haus ist neben dem dazu polaren dritten ein Hinweis auf Schriftstellerei, besonders mit Merkur darin. Der dort plazierte Saturn ermöglicht eine reale Umsetzung der Imaginationen in Form von Romanen, andererseits ist er auch Auslöser von Selbstzweifeln durch die Konjunktion mit der Sonne. Auch Depressionen und Ängste sind da nicht ausgeschlossen. Das kleine Talentdreieck mit Spitze Mars im 4. Haus (Arbeit im eigenen Heim, aber auch Spannungen in der Familie, Pluto steht da auch noch unaspektiert) ergänzt das “Grosse Trigon” zu einer sogenannten Drachenfigur: Solche Menschen sind häufig mit besonderen Talenten gesegnet.

  • Eine Resonanz zwichen den beiden Autoren besteht durchaus, Blakes Visionen haben die von Philip K. Dick zweifellos befruchtet, für viele Fans ist er sogar der William Blake der SciFi-Literatur.
  • Daher ist das Zitat im Film “Blade Runner” : „Fiery the Angels fell, and as they fell deep thunder roll’d around their shores. Indignant burning with the fires of Orc“ durchaus eine stimmige Verbindung zwischen den beiden Querdenkern. Es nimmt bezug auf Luzifers Sturz, die Replikanten sind die gefallenen Engel. Die Erde wäre allerdings in dieser Interpretation mit der Hölle gleichzusetzen: Wer den Film gesehen hat, glaubt das sofort: Finsternis, ewiger schmutziger Regen, Verfall und Überbevölkerung. Natur ist in dieser apokalyptischen Megapolis nirgends zu sehen.

Der stärkste Blake-Moment in Ridley Scotts Film wird allerdings vom Schauspieler Rutger Hauer geliefert: Er schrieb selbst den Text zur Todes-Szene des von ihm verkörperten Replikanten-Anführer Batty:

I’ve seen things you people wouldn’t believe.
Attack ships on fire off the shoulder of Orion.
I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhäuser Gate.
All those moments will be lost in time, like tears…in…rain.
Time to die.

Er lässt die weisse Taube, Symbol der Seele und der Unschuld in die Freiheit fliegen: Mehr Hoffnung als im Buch, wo nicht einmal klar ist, wer Mensch oder Replikant ist, ob es noch natürliche Lebewesen auf dem Planeten gibt. Die in den Film eingestreuten Anspielungen dazu bleiben vage, das Ende wird in der Kino-Version von dem Pseudo-Happy End mit den dämlichen Voice over fast ruiniert. Zum Glück ist die Director’s Cut Version mittlerweile auch auf BluRay verfügbar.

  • Hier die Szene untermalt vom Soundtrack des griechischen Musikers Vangelis bei YouTube.
  • Interview mit Rutger Hauer und Ridley Scott

 

Posted by on November 19th, 2015 Kommentare deaktiviert