Archive for Januar, 2016

 

Pythagoras in der Schmiede: Anfänge der Akustik und Musiktheorie

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Monochord zur Bestimmung der natürlichen Intervalltonreihe.
Hephaistos als Schmied, göttlicher Musiker oder Tubalkain?
Die erwähnte Tetraktys ist einen eigenen Artikel wert.

Kleiner Ausflug in das Gebiet der Akustik
Ein Ton entsteht durch Schwingungen der Luft, d. h. durch periodischen Wechsel von Zonen dichterer, komprimierter und dünnerer Luft, also Über-und Unterdruck. Hörbar wird dieser Vorgang für uns in einer Skala vom tiefsten Ton bei 16 Hz (Schwingungen pro Sekunde) bis zum höchsten Ton bei 19 000 Hz, dem sogenannten Hörbereich. Auslösen lassen sich Wellen von unterschiedlichem Luftdruck durch vibrierende Gegenstände, insbesondere Membranen oder Saiten. Werden gespannte Saiten angerissen, schwingen sie, d.h. sie federn zurück über die Nulllage hinaus und wieder zurück. Der Grad der Auslenkung und ihr zeitlicher Verlauf hängen von der Vorspanung der Saite ab.
Weniger Spannung – langsame Schwingung – tiefer Ton, Stärkere Spannung – schnellere Schwingung – höherer Ton.
Als Basis zur Festlegung von Tonleitern gilt der auf 440 Hz festgelegte Standard-Kammerton A. Stellen wir uns vor, wir hätten eine A- Saite. Verkürzen wir wir diese Beispielsaite auf die halbe Länge, schwingt die neue Saite schneller, denn sie hat weniger Masse. Sie erzeugt nun einen Ton um eine sogenannte Oktave höher, dabei erfolgt eine Frequenzverdopplung auf 880 Hz. Würde man diese Saite wieder halbieren (1/4 der urprünglichen A-Saite), klänge sie nun mit sie 1760 Hz, 1⁄4 Saite entspricht der 4-fachen Frequenz. Jede weitere Halbierung erzeugt einen neuen Oktavschritt.
Schon Pythagoras errechnete die Verhältnisse der Frequenzen von verschiedenen Tönen, er bediente sich der Mathematik, um die Musik zu beschreiben. Er stellte eine Tonskala auf, die heute PYTHAGORÄISCHE SKALA genannt wird. Dazu baute er sich einen sogenannten Monochord (Einsaiter) , um die Tonverhältnisse zu bestimmen. Er besteht aus einem Holzkästchen als Resonanzkörper mit einer darauf gespannten Saite, die einen bestimmten Grundton besitzt. Pythagoras stellte fest, daß der gleiche Ton eine Oktave höher erklingt, wenn man die Hälfte der Saite abklemmt. Die Quinte erklingt, wenn man zwei Drittel der Saite, die Quarte, wenn man drei Viertel anschlägt. Mit diesen Beobachtungen berechnete er den Rest der Skala.
Wieviele Töne umfasst eine Oktave? Die vom Wort suggerierte Antwort (Okto=8) ist falsch, denn die Oktave umfasst 6 Ganzton- oder 12 Halbtonschritte. Zwölf ist eine heilige Zahl: Sie symbolisiert die Ganzheit des Kosmos. Man stösst sehr oft auf diese Zahl, im Zusammenhang mit Naturprinzipien.
In reiner Stimmung sind diese Tonschritte aber keineswegs äquidistant, und es gäbe viele Varianten, um neue Töne zu bilden, im Prinzip sogar unendlich viele. Dass man trotzdem mit 12 Tonschritten auskommt, liegt daran, dass sich aus 12 Quinten ungefähr 7 Oktaven bilden lassen. (Quintenzirkel). Diese sogenannte pythagoräische Stimmung erhielt sich bis ins Mittelalter, jede Musikrichtung in den Zeiten bis zur Klassik hatte eine eigene Art, mit der erwähnten Ungenauigkeit zwischen Quinten- und Oktavenssystem umzugehen:

Pythagoras konsonante Intervalltonreihe weist nämlich einen kleinen Fehler auf, das nach ihm benannte Komma: Rechnet man den Ton mit dieser Skala aus, einmal als 12. Quinte und einmal als 7. Oktave, so ergibt sich ein Unterschied, die Differenz der beiden berechneten Tonhöhen nennt man das pythagoräische Komma. Wird der Ausgangston nicht wieder genau getroffen, entsteht eine Schwebung, die ein An-und Abschwellen des Tones verursacht: Der heulende Quintenwolf.  Bei der Stimmung nach dem Quintenzirkel muss man daher die Restmenge auf die Tonintervalle so verteilen, dass möglichst keine Schwebungen zustandekommen. Wie in den einzelnen Epochen mit diesem Fehler musikalisch umgegangen wurde, ist wie schon erwähnt, unterschiedlich. Dieses Verfahren der Komma-Korrektur wird auch als Tempererierung bezeichnet.

 

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Der Quintenwolf, oder Pythagoräisches KommaApollon mit der Leier, die ihm vom Merkur, dem luftigen Bruder des Hephaistos angefertigt wurde. Neben dem Schöpfer und Patron der Musik heult der Quintenwolf.

Pythogaros Beitrag zur Musiktheorie

Die Ansicht, dass Pythagoras der Begründer der mathematischen Analyse der Musik gewesen sei, war in der Antike allgemein verbreitet und akzeptiert. Bereits Platon führte die musikalische Zahlenlehre auf die Pythagoreer zurück, sein Schüler Xenokrates schrieb die entscheidende Entdeckung Pythagoras selbst zu. Bei Pythagoras Forschungen und Erkenntnissen  ging es um die Darstellung der harmonischen Intervalle durch einfache rationale Zahlen (als Brüche). Veranschaulicht wurde dies durch Streckenmessung am Monochord, der die Abhängigkeit der Tonhöhe von der Länge schwingender Saiten hervorragend demonstriert. Offenbar gingen manche Pythagoreer, wie viele Instrumentenbauer heute auch,  empirisch vor, denn Platon, der eine rein spekulative Musiktheorie forderte und der Empirie misstraute, kritisierte sie in dieser Hinsicht. Die Überlieferung, wonach Pythagoras Musik gezielt zur Beeinflussung unerwünschter Affekte einsetzte, also eine Art Musiktherapie betrieb, wird von Historikern als frühpythagoreisch eingestuft. Ein Hinweis auf orphische=schamanistische Ursprünge seiner Lehren?

Nach der Schamanismusthese der Pythagorasforschung war es ebenso wie in der Mathematik auch in der Musik nicht das Anliegen des Pythagoras, reale Beobachtungen und gedankliche Ableitungen durch Messung zu quantifizieren. Vielmehr ging es ihm darum, symbolische Beziehungen zwischen Zahlen und Tönen zu finden und so die Musik ebenso wie die Mathematik in das Gebäude seiner Kosmologie einzuordnen. Es wird sogar bezweifelt, dass es zu Pythagoras Zeit ein zur Systematik von Tonreihen brauchbares Monochord mit Schiebesteg gegeben hätte. Das halte ich aber für an den Haaren herbeigezogen und für eine “aus dem Bauch heraus” Methode braucht es  keine Berechnungen und zahlentheoretischen Überlegungen. Auch waren viele seiner symbolischen Zahlenkorrespondenzen eher astronomisch/geometrisch als gematrisch, wie das z.B. bei den Kabbalisten der Fall ist.  Auch ist die Mystik der Orphiker nicht rein schamanisch, sie enthält allerdings einige der ekstatischen Praktiken. Diese einseitige Sicht auf Pythagoras ist daher für mich nicht relevant. Die ebenfalls im Umlauf befindliche Wissenschaftsthese vertritt einen konträren Standpunkt. Ihr zufolge war Pythagoras der Entdecker der musikalischen Harmonielehre; er ging dabei empirisch vor und bediente sich des Monochords. Seine Schüler setzten die Forschungen fort.  Allerdings leugnen diese “Pythagorasversteher” wiederum jegliche spirituelle Komponente seiner Lehren. Warum immer dieses reduzierte Schwarz-Weiss Denken? Weshalb kann man einem Wissenschaftler nicht mystische Interessen zugestehen. Es ist dasselbe wie bei Newton, als seine alchmistischen Studien Mitte des 20. Jhds. weltweit bekannt wurden, unterstellte mn ihm sofort eine Geisteskrankheit. Zu dumm, dass sein mathematisches Hauptwerk (Principia) auch in diesen Zeitraum angeblicher “geistiger Zerrüttung” fällt. Dogmatischer Blödsinn allerorten. Dominikanertum der Wissenschaft, sehr traurig. Philosophie sollte an Universitäten wieder zu den Pflichtvorlesungen für Naturwissenschaftler gehören. Dann lassen wir uns vielleicht auch nicht mehr als bessere Rechenknechte der Industrie missbrauchen, sondern bringen wieder etwas wirklich Weltbewegendes zustande.  Zu gefährlich für die herrschende Geldsack-Clique ?

Aus der  römischen Kaiserzeit stammt die Legende von Pythagoras in der Schmiede: Pythagoras sei an einer Schmiede vorbeigekommen und habe in den Tönen der Schmiedehämmer immer wieder Harmonien wahrgenommen. Er habe beobachtet, dass es vom Gewicht der Hämmer abhing, ob ein Wohlklang oder dissonanter Lärm entstand. Darauf habe er zu Hause mit gleich langen Saiten experimentiert, die er mit Gewichten belastete, und sei zum Ergebnis gekommen, dass die Klanghöhe dem Gewicht der Metallkörper entspricht und so die reinen Intervalle von Oktave, Quarte und Quinte durch messbare Proportion zustande kommen. Damit soll erstmals musikalische Qualität quantifizierbar gemacht worden sein.

Exkurs für Brr. Freimaurer:

Der den Brüdern wohlbekannte Tubalkain war ein Schmied, Hiram war ein Meister des Giessens in Bronze und Eisen: Schmiede und Metallgiesser galten als Magier, wegen der Transformation des Metalls und ihrem Umgang mit Feuer. Tubalkain wird mit Vulcan (etymologisch verwandt) in Verbindung gebracht.  Der trommelte mit seinen Schmiedehämmern in einer Höhle unter dem Ätna und hinkte auch ein wenig: Das erinnert an den Pantoffel  des Initianden … Ausserdem war Vulcanus oder Hephaistos die praktisch veranlagte Version seines Bruders Merkur (Hermes Trismeghistos), dem Erfinder der Lyra. Der Götterbote und sein russiger Zwilling, der Schmied zählen damit auch zu den Patronen der Musik, nicht nur der schöngeistige Apollon. Wie Prometheus gehört Hephaistos zu den Feuerbringern (LICHT-Trägern).  Auch die gälische Brigid ist zugleich Schutzherrin  der Schmiede und der Barden. Im Frühmittelalter bezeichnete Isidor von Sevilla den biblischen Schmied Tubal(kain) gar als den Erfinder der Musik. Daher gibt es vielleicht wirklich einen noch unerforschten realen Hintergrund der Schmiede-Anekdoete.

Zu Praxistauglichkeit der Schmiede-Legende: Da die harmonischen Töne von Hämmern nicht hörbar sind und die Tonhöhe weder zum Gewicht eines Hammers noch zur Spannung einer Saite eine einfache Proportionalität besteht, ist man bereit, von einer frommen Legende ausgehen, oder missverständlicher Überlieferung des echten Tatbestands. Die Annahme, dass die Tonhöhe einer Saite proportional zur Spannkraft ist, trifft nicht zu, vielmehr ist die Tonhöhe proportional zur Quadratwurzel der Spannkraft. Um die Tonhöhe zu verdoppeln, muss also eine vierfache Zugkraft ausgeübt und somit ein viermal so schweres Gewicht an eine Saite gehängt werden.

Aber Vorsicht: Die Quadratzahlen galten den Pythagoräern als besonders “heilig”, gerade die VIER! Nur, weil es keine einfachen Proportionalitäten gibt, heisst das nicht, dass einige von Pythagoros Grundideen nicht auf eine der Legende ähnliche Weise zustandegekommen sein könnten. Durch die Verwendung des Monochords konnte das Problem dann auf die einfachere Längenproprtionalität reduziert werden.

Die Obertonreihe

Harmonische Bestandteile eines Tones (Obertöne)

Harmonische Bestandteile eines Tones (Obertöne)

Durch seine musiktheoretischen Bestrebungen könnte Pythagoras auch auf ein natürliches Fraktal gestossen sein: Die Intervallschachtelung der sogenannten Obertonreihe. Das Paradebeispiel eines musikalischen Fraktals ist nämlich die Obertonreihe – die physikalische Grundlage des Durdreiklangs und damit des traditionellen musikalischen Harmonieempfindens überhaupt. Denn sie ist selbstähnlich, d.h. sie enthält sich auf regelmässige Weise unendlich viele Male selbst.

Obertonsingen gehört zum Repertoire vieler Schamanen und ist Bestandteil schamanischer Kulturen, z.B. im Altai und der Mongolei, aber auch im Alpenraum und bei den Sami des arktischen Kreises wird es gerne praktiziert. Diese Form der Musik wird auch zu Heilzwecken verwendet. Dann war er halt doch ein Schamane, der Pythagoras.

Moderne Bauformen des Monochords sind oft mit vielen parallelen Saiten versehen, die auf den gleichen Ton gestimmt sind und dadurch einen sehr vollen Klang mit reichem Obertonspektrum erzeugen. Diese werden auch als Polychord bezeichnet. Große solche Monochorde/Polychorde nutzt man zur Meditationsbegleitung, in der Musiktherapie, zur allgemeinen Entspannung und in der Alternativmedizin für klangtherapeutische Anwendungen (Phonophorese), da ihr Klang als angenehm und beruhigend empfunden wird. Hier ähneln sie den aus dem asiatischen Raum stammenden Klangschalen. Der Form des Resonanzkastens sind keine Grenzen gesetzt. Teilweise werden sogar regelrechte „Klangmöbel“ gebaut, in der Form von Halbkugeln oder Röhren, in die sich eine Person sogar hineinbegeben kann.  Das hätte dem Pythagoras sicher gefallen.

 

Posted by on Januar 30th, 2016 1 Comment

Mandala im Januar: Eisblumen

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Winterblüten: Früher waren das eher Eisblumen, jetzt blüht so mancher Strauch
schon Wochen vor seinem Termin.
Ariane ©scrano 2014

 Winterabend

Eisblumen, starr, kristallen an den Scheiben,
Wie ein Gehege vor der Sturmnacht Tosen,
Sie flüstern mir, indeß sie Flimmer stäuben:
Wir sind die Geister schöner Frühlingsrosen!

Richard Fedor Leopold Dehmel
(1863 – 1920)

Eisblumen sind ebene Kristalle des Wassers, die an unterkühlten Oberflächen entstehen.  Meist mischen sich sechseckige (blumenartige) Formen, die auf der hexagonalen Symmetrie beruhen (wie bei der Schneeflocke) mit dendritischen, baumähnlich verzweigtem Wachstum. Die genauen Prozesse sind bis heute nicht wirklich verstanden.

  • Als Fraktal entspricht die Eisblume, ebenfalls wie die Schneeflocke im Aufbau der Koch-Kurve.

Fraktalbilder meiner Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

Posted by on Januar 28th, 2016 Kommentare deaktiviert

Fractal Vision: Das Erwachen

Shiva Dancing: The End or A New Beginning?

Shiva tanzt: Ende oder neuer Anfang  ?
©Scrano 2015

Om Namah Shivaya

  • 108 Rezitationen dieses populären Mantras sollen Frieden für Herz und Geist bringen.
  • Näheres zur Ikonographie des Shiva Nataraja.
  • Om Namah Shivaya ist das Panchakshara Mantra.
  • Die fünf “heiligen” Silben des Mantras stehen für Maya, das Anavamala (Antrieb für karmisches Wirken), Shiva, Shakti und die Seele. Die Zahl fünf ist dem Shiva heilig und viele Shivamantras sind deshalb auch fünfsilbig.

 Om Namah Shivaya
Shivaya namaha, Shivaya namah om
Shambhu Shankara namah Shivaya,
Girija Shankara namah Shivaya

Fraktalbilder meiner Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

Posted by on Januar 21st, 2016 Kommentare deaktiviert

Spagyrik – Heilmittel der Alchemie

hahnemann-neuWas sind Spagyrik-Essenzen?

Spagyrik-Essenzen sind nach alchemistischen Grundlagen hergestellte Arzneimittel aus organischen oder anorganischen Grundstoffen. In der Regel bilden Heilpflanzen und Mineralien die Basis für diese Essenzen. Sie kommen entweder als Einzelmittel zur Anwendung oder werden nach den individuellen Bedürfnissen der Patienten zu Rezepturmischungen kombiniert.  In Deutschland und Österreich sind Spagyrik-Essenzen apothekenpflichtig, in der Schweiz auch über Drogerien erhältlich.

Die Herstellung der Pflanzenessenzen:

Für die Herstellung von Spagyrik-Essenzen aus Heilpflanzen gelten die Vorschriften 25 (frisches Pflanzenmaterial) und 26 (getrocknetes Pflanzenmaterial) des Homöopathischen Arzneibuches (HAB). Die pflanzliche Substanz durchläuft dabei einen alchemistischen Prozess, der das Auflösen und das Wiederverbinden als Grundlage hat: “Solve Et Coagula!” Der Weg beginnt mit der mechanischen Zerkleinerung und dem anschließenden biochemischen Umbau durch Gärung unter Zusatz von Wasser und einer kleinen Menge Hefe. Nach Abschluss der Gärprozesse wird die Masse einer Wasserdampfdestillation unterworfen. Die in der Pflanze angelegten, und während der Gärung freigesetzten bzw. neu entstandenen, flüchtigen Substanzen werden dabei aus der Gärmasse gelöst und finden sich anschließend im Destillat. Der nach dem Destillieren zurückbleibende Rest wird eingetrocknet, verbrannt und einer kontrollierten Kalzination (Veraschung) unterworfen. Ist diese vollständig durchgeführt, erfolgt die Vereinigung der abgetrennten Fraktionen durch Mischung von Pflanzenasche und Destillat. Über mehrere Tage werden die löslichen Salze ausgezogen und die unlöslichen schließlich abfiltriert. Damit ist der Prozess abgeschlossen. Doch erst nach mehrmonatiger Reifezeit wird die fertige Spagyrik-Essenz in den Handel gebracht.

Die Pflanzen für die Essenzen und Tinkturen werden gemäss ihrer Signatur ausgewählt und auch entsprechend bestimmten Gestirnsständen geerntet und prozessiert. Die Anzahl der Stufen entspricht entweder wie bei der Essenz den sieben klassischen Planeten oder den zugehörigen Planetenrhythmen. Ebenso zählen diese bei den Mischungsverhältnissen des Heilmittels und bei der Einnahme: 3 x 7 Tropfen oder 3 x 3 Tropfen etwa, je nach Signatur der Krankheit. Das Ziel der Prozedur ist die Trennung der Rohstoffe in ihr Sulfur, Merkur und Sal-Prinzip, um diese dann in einer gereinigten und stärkeren Form wieder zusammenzuführen. Dies soll eine Veredelung der Bestandteile und bewirken, ganz im Sinne des “Magnum Opus“,  wobei nicht nur der rein stoffliche Anteil gemeint ist. Sulfur, Merkur und Sal besitzen auch eine Entsprechung in den Prinzipien von Körper, Geist, Seele und ähneln ein bisschen den Ayurvedischen Prinzipien von Kapha, Pitta, Vata. Generell findet man viele Gemeinsamkeiten bei den medizinischen Lehrsystemen der antiken Welt, da ihnen zumeist eine Elementelehre, wie die des Empedokles zugrundeliegt: Feuer, Wasser, Erde, Luft und die daraus abgeleiteten Eigenschaften. Die in der abendländischen Welt daraus entwickelte Medizinlehre nennt man Humoralpathologie, das Prinzip von den vier Körpersäften: Blut, gelbe und schwarze Galle, sowie Schleim. Heilverfahren wie Ayurveda oder TCM  besitzen eine analoge Grundlage. Die Spagyrik selbst geht zurück auf Paracelsus, der damit zuerst eine systematischere Bereitung von Arzneimitteln im Sinn hatte. Da es eine feste Abfolge mit genauen Vorschriften für die Anteile der unterschiedlichen Bestandteile und auch ihre Prozessierung bei der alchemischen Herstellung der Arznei gibt, ist dies schon ein deutlicher Schritt in Richtung Standardpräparat. Die von ihm praktizierte Signaturlehre war ebenfalls kein okkulter Mumpitz, sondern das Ergebis von Naturbeobachtung und astrologischem Wissen, auch sie ein Weg zur Systematisierung der Pharmaka. Das Sammeln oder Ernten der Heilpflanzen nach astrologischen Gesichtspunkten an bestimmten immer gleichen Zeitpunkten und Standorten ist zudem nützlich in Hinsicht auf einen gleichmässigeren Wirkstoffgehalt. In der mittelalterlichen Heilkunde galt bei der Zusammenstellung von Medizinpräparaten oft das Prinzip “Viel hilft viel”, mit zweifelhaftem Ausgang.  Nicht umsonst war es Paracelsus, der den sehr richtigen Satz prägte: “Kein Ding ist ohne Gift, die Dosis macht das Gift.”

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Paracelsus

Das gilt nicht nur im stofflichen Bereich, Übertreibung ist generell schädlich. Das wusste man auch schon in der Antike, wo am Apollon-Heiligtum von Delphi nicht nur das bekannte: “Erkenne Dich selbst!” zu lesen ist, sondern auch “Und nichts im Übermass!” Apollon sollte es wissen, er galt als der Schutzherr der Heilkunst und Vater des Vaters der abendländischen Medizin, Asklepios.

Die spagyrische Tinktur:

Die spagyrische Tinktur ist etwas einfacher in der Herstellung, allerdings auch nicht so feinstofflich in der Wirkung und nicht so lange haltbar wie die Essenz. Die Prozesse sind sind in groben Zügen:

1. Die Mazeration der Pflanzen (Herauslösen der Wirkstoffe) mit Alkohol

2. Die Veraschung der Pflanzenreste

3. Die Gewinnung der wasserlöslichen Salze aus der Pflanzenasche

4. Die Vereinigung des alkoholischen Auszugs mit dem Salz

Soluna und Phylak sind noch zwei Arzneimittelproduzenten, die sich der Spagyrik verschrieben haben. Ihren Webseiten habe ich auch Teile meiner Beschreibungen des Bearbeitungsprozesses entnommen.

 

 

Posted by on Januar 20th, 2016 Kommentare deaktiviert

Spaziergang im Januar: Ruine Reussenstein

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Ruine Reussenstein auf der Schwäbischen Alb.
©beast666

Hoffnung

Und dräut der Winter noch so sehr
mit trotzigen Gebärden,
und streut er Eis und Schnee umher,
es muss doch Frühling werden.

Blast nur, ihr Stürme, blast mit Macht,
mir soll darob nicht bangen,
auf leisen Sohlen über Nacht
kommt doch der Lenz gegangen.

Drum still! Und wie es frieren mag,
o Herz, gib dich zufrieden, 
es ist ein grosser Maientag
der ganzen Welt beschieden.

Und wenn dir oft auch bangt und graut,
als sei die Höll’ auf Erden,
nur unverzagt auf Gott vertraut!
Es muss doch Frühling werden.

(Emanuel Geibel 1815-1884, deutscher Lyriker)

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Reussenstein 1. Januar 2016 – noch kein Schnee.
©beast666

Posted by on Januar 19th, 2016 Kommentare deaktiviert

Katzen sind Morgenmuffel!

Jamilla sagt: I don’t do mornings!

  • Wer hat auch noch eine Morgenhasser-Katze?
  • Bilder sind stets willkommen, kleine Anekdoten auch!
  • Kontakt: Ambrosia

Weiteres zum Thema “Katzen” gibt es hier.

 

Was Guckst Du ??!

Was Guckst Du ??!

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Do NOT disturb!

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Where is MY coffee ?!

 

Posted by on Januar 18th, 2016 Kommentare deaktiviert

Mandala im Januar: Winterwelten

Gethen, Winterplanet: Eine der phantastischen Welten von Ursula Le Guin.©scrano 2015

Gethen, Winterplanet: Eine der phantastischen Welten von Ursula Le Guin.
©scrano 2015

Ein paar Beispiele aus Ursula Le Guins umfangreichem Werk, von C.G.Jung, nordischen Sagen und Zen inspiriert:

The Left Hand of Darkness, thematisiert Zen, Religion und Geschlechteridentität
The Dispossessed, eine interessante Studie zum Thema Kapitalismuskritik
Rocannon’s World, stark angelehnt an die mythische Heldenreise, Tolkien und die Edda
The Word for World Is Forrest, inspirierte den Öko-Scifi Film Avatar
Planet Of Exile, eine Welt die an die schamanischen Stämme Sibiriens oder Lapplands erinnert
City Of Illusions, Lüge, Manipulation und Identität – was ist Wahrheit?

Meine Lieblingsautorin von SciFi und Fantasyliteratur, neben Marion Zimmer Bradley und Andre Norton.

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Winterland Express
©scrano 2015

 

Posted by on Januar 18th, 2016 Kommentare deaktiviert

Mandala im Januar: Der Winter ist zurück …

Eigentlich schaut er erstmals vorbei! Trotzdem, bereits Unmengen von Neuschnee seit gestern – Frau Holle hat wohl geschnarcht und macht jetzt Überstunden!

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Winternacht in St. Petersburg
©scrano 2015

Aber es braucht gar keine russischen Nächte für Väterchen Frost:

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Januar am Breitenstein

 

Winternacht

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
es kracht der Schnee von meinen Tritten,
es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
nur fort, nur immer fort geschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
die sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! Friere mir ins Herz hinein!
Tief in das heißbewegte, wilde!
Daß einmal Ruhe mag da drinnen sein,
wie hier im nächtlichen Gefilde!

Nikolaus Lenau
(1802 – 1850), eigentlich Nikolaus Franz Niembsch, Edler von Strehlenau,
österreichischer Dichter und melancholischer Lyriker

 

 

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Voll verbockt: Wüstendämon Azazel – Saturn

Azazel

Sündenbock: Ein Bock für Azazel … ein ebenfalls ziegengestaltiger Wüstendämon.
Azazel ©scrano 2014

Der Wüstendämon, zu dem in Alt-Israel der Sündenbock geschickt wurde … um die Sünde aus der Mitte der Gemeinschaft  zu tragen.

Der Name Azazel bedeutet eigentlich “Wegträger…”.  Ursprünglich war Azazel wohl eine Art jüdische Variante von Seth (ägyptischer Gott der Wüste und der feindlichen Natur), dem ein Bock geopfert wurde. Später wurde er zum Dämon und schliesslich zur Sünde selbst die man einem Bock gleichen Namens stellvertretend aufladen konnte. Ein Sinnbild für das Steinbocksprinzip und den Saturn, der die Menschen ebenso mit der Verantwortung für ihre Taten konfrontiert.  Wie der Sündenbock ist auch das saturnisch geprüfte Individuum dabei auf sich allein gestellt, wenn es seinen Dämonen gegenübertritt.

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Ziegenbock vom Bio-Hof:
Ein nützliches, harmloses, wenn auch etwas geruchsintensives Geschöpf.

 

Saturn und Jupiter
Du waltest hoch am Tag und es blühet dein
Gesetz, du hältst die Waage, Saturnus Sohn!
Und teilst die Los’ und ruhest froh im
Ruhm der unsterblichen Herrscherkünste.
Doch in den Abgrund, sagen die Sänger sich,
Habst du den heilgen Vater, den eignen, einst
Verwiesen und es jammre drunten,
Da, wo die Wilden vor dir mit Recht sind,
Schuldlos der Gott der goldenen Zeit schon längst:
Einst mühelos, und größer, wie du, wenn schon
Er kein Gebot aussprach und ihn der
Sterblichen keiner mit Namen nannte.
Herab denn! oder schäme des Danks dich nicht!
Und willst du bleiben, diene dem Älteren,
Und gönn es ihm, daß ihn vor allen,
Göttern und Menschen, der Sänger nenne!
Denn, wie aus dem Gewölke dein Blitz, so kömmt
Von ihm, was dein ist, siehe! so zeugt von ihm,
Was du gebeutst, und aus Saturnus Frieden ist jegliche Macht erwachsen.
Und hab ich erst am Herzen Lebendiges
Gefühlt und dämmert, was du gestaltetest,
Und war in ihrer Wiege mir in
Wonne die wechselnde Zeit entschlummert:
Dann kenn ich dich, Kronion***! dann hör ich dich,
Den weisen Meister, welcher, wie wir, ein Sohn
Der Zeit, Gesetze gibt und, was die
Heilige Dämmerung birgt, verkündet.
Hölderlin
KRONION: Sohn des Kronos=Zeus/Jupiter.

Zeus/Jupiter steht hier für das formale, abstrakte Rechtswesen in den urbanen Gemeinschaften, Kronos/Saturn für die soziale Verantwortung, das Gewissen, welche im Menschen selbst verankert sind. Damit ist er auch Sinnbild für das Prinzip von Schuld und Sühne, wie es im Naturrrecht der bäuerlichen Gemeinschaften üblich war. Trotz Jupiters Glamour wird Saturn von Hölderlin höher eingeschätzt, nach seiner Ansicht (römisches Vorbild) war der Titanenherrscher zu Unrecht gestürzt und verbannt worden.

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Heilpflanzen im Januar: Signatur des Saturn

Satrun von Bonatti, 1550. Wikimedia.

Saturn von Bonatti, 1550. Wikimedia.

Signaturen in der Pflanzenastrologie:

Alle Lebendige aber auch sonstiges Dingliches teilt sich mit. Pflanzen kommunizieren mit ihren Farben, ihrem Geruch oder Duft, in der Ausformung ihres Wurzelgeflechts, Anzahl, Form und Stellung von Blättern, Erscheinungsform und Symmetrie der Blüten, Eigenschaften ihrer Früchte, Samen oder Sporen, ihrer kompletten Erscheinungsform, ja sogar einer Art “Ausstrahlung”. Bei der Interpretation der Pflanzen muss man aber bedenken, dass sie sozusagen verkehrt herum leben: Ihr Kopf oder “Gehirn” steckt im Boden, ihre Fortpflanzungs- und Bewegungsorgane (z.B. Ranken) sind nach oben, dem Licht entgegengestreckt.

  • Hinweise für Signaturen finden sich auch darin, wie, wo und wann eine Pflanze wächst, blüht oder fruchtet  in welchen Gemeinschaften und unter welchen Randbedingungen.
  • Namen, besonders die ortsüblichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle. Auch Bezeichnungen aus dem Volksmund sind eine interessante Quelle, wobei man aber Heilwissen, Brauchtum und dummen Aberglauben manchmal nicht trennen kann.

Diese Erscheinungsbilder und Ausdrucksformen lassen sich in die Sprache astrologischer Archetypen übersetzen, sie bilden dann eine sogenannte Signatur.

In der klassischen Signaturenlehre werden meist nur die einseitigen Prinzipien der hermetischen Polarität herangezogen, ausserdem verwendet man nur die 7 Himmelskörper der Antike: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Ich ziehe aber die Trans-Saturnier durchaus mit heran, da es mittlerweile einige Erfahrung damit gibt. Bei allen hermetischen Korrespondenzen muss man immer bedenken, dass durch das symmetrische Achsenprinzip der Gegenpol immer mit zum Tragen kommt. In allen Dingen oder Wesen, welche die Erde oder der Kosmos hervorbringt ist zudem auch jedes archetypische Wirkprinzip vertreten, wenn auch nicht in gleichem Aussmass oder in allen Stadien oder Phasen ihrer Existenz. Manche Wirkungen z.B. bei Pflanzen sind nur auf einen Teil, wie Früchte oder Wurzeln beschränkt, manche muss man erst durch Zubereitung und Anwendung erschliessen. Zum Teil kann man eine Rückbeziehung durch die Funktion der Inhaltsstoffe für die Pflanze selbst herstellen.

Dazu kommt: Nicht alles was aus dem planetaren Entsprechungen stammt, ist dem Menschen dienlich – es ist in erster Linie für die Pflanze lebensnotwendig und prägt IHR Wesen. Wir nutzen nur den Anteil, der uns hilfreich ist.

Helleborus niger: Typische Saturnpflanze, mit Rhizom und Winterblüte.

Helleborus niger: Typische Saturnpflanze, mit Rhizom und Winterblüte.

Doch jetzt zu den Planeten:

Saturn:

Nach der Elemente-Lehre: kalt, trocken. Erde. Eine ausführlichere Beschreibung der Korrespondenzen des Saturn gibt es hier. Seine Gegenpole sind Mond (Krebs) und Sonne (Löwe): Saturn im Steinbock und Wassermann. Die Gegenpole sind in den Pflanzenaufstellungen nicht explizit erwähnt, wenn sehr stark wirksam sind, werdfen sie unter ihrem eigenen Prinzip aufgelistet -> Mondpflanzen, Sonnenpflanzen.

Hartlaubig, immergrün, zäh, Holz, leicht verholzend, vierkantig, vierzählig (Blüte, Blätter), Nadeln, Flechten, giftig, dunkelblau, schwarz, dunkelgrün, bitter, dürr, gerade, greisenhaft, im Schatten wachsend, vertrocknet, abgestorben, unfruchtbar, (muffig) stinkend, borkig, trocken, kalt, im Gebirge oder der Ödnis wachsend, im Winter oder Vorfrühling blühend, Früchte nach dem Frost geniessbar, hartschalig, derb,  langlebig, oft aus der Erdurzeit, kieselsäurehaltig, Gerbstoffe, zusammenziehend, Rauschmittel (giftige!), schwarz, Blüte oft weiss (Gegenpol: Mond!) oder düster, dunkel-violett, schmutzige Brauntöne, fleckig. Betonte Wurzeln: Oft rübenartig oder knollig: Zaunrübe oder Alraune, Alpenveilchen, Beinwell auch die Kartoffel. In den fleischigen Knollen und Rhizomen zeigt sich wieder der Gegenpol Mond, auch im häufiger vorkkommenden Milchsaft.

 Hier  dominiert das Saturnprinzip:

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  • Ackerschachtelhalm Equisetum arvense -> alle Schachtelhalme: kieselsäurehaltig und aus dem Erdaltertum (Karbon)
  • Aloe (mit Mars, Mond) Aloe – stark bitter, austreibend
  • Alpenveilchen (Venus/Pluto), Cyclamen -> Knolle, Frauenmittel, giftig
  • Alraune ( Venus/Pluto) Mandragora officinarum -> Rhizom, fleischige Früchte, stark giftiges Rauschmittel
  • Beinwell (mit Jupiter/Merkur) Symphytum officinale -> starkes Rhizom, heilt Verletzungen von Haut, Gewebe und Knochen
  • Bittersüsser Nachtschatten Solanum dulcamara -> alle Solanaceen, zusammen mit Venus/Pluto, daher auch alle toxisch
  • Bärlapp  (Mars), Lycopodium -> Urpflanze des Karbon, Schamanenpflanze
  • Bilsenkraut (Pluto/Venus), Hyoscyamus niger -> giftiges Rauschmittel, Schamanenpflanze
  • Blauer und gelber Eisenhut ( Venus/Pluto, Merkur/Neptun) Aconitum napellus extrem giftig, homöopathisches Schmerz-und Fiebermittel
  • Bockshornklee Foenum graecum
  • Buche Fagus silvatica -> Gerbstoffe, extem hartes Holz
  • Christophskraut (Mond, Merkur),
  • Deutsche Schwertlilie: Iris Germania – Iris sind generell von Saturn/Mond und Venus/Mars regiert -> Wasserpflanze, starkes Rhizom, Hautmittel
  • Efeu (mit Merkur/Jupiter)  Hedera helix -> Immergrün, schwach giftig, schwarze Beeren, Hustenmittel
  • Eibe (mit Pluto) Taxus baccata -> Immergrün, zähes, hartes Holz, sehr langsam wachsend, stark giftig (Pluto)
  • Erdrauch Fumaria officinalis
  • Einbeere, Paris quadrifolia: saturnische Vierzahl sehr deutlich, giftig, Rhizom
  • alle Farne  -> Urzeitpflanzen des Karbon, starkes Rhizom, auch Merkur/Neptun-Einfluss, Purgier- und Wurmmittel, oft giftig
  • Faulbaum (mit Mond) Rhamnus frangula
  • Feld-Mannstreu Eryngium campestre
  • Geißfuß, Giersch Aegopodium podagraria -> Neptun/Merkur gleichwertig neben Mond/Saturn -> Fuss(Neptun)-Gichtmittel, Bronchialmittel, vitaminreich (Karotinoide, C), hier sieht man da Zusammnewirken von Neptun (unterwandernd) und Saturn (langlebiges, zähes Wurzelwerk), wassertreibend (Mond), Gelenkschmerzen, Rheuma(Saturn). Nicht bekämpfen – aufessen! Im verlinkten Beitrag ganz unten steht etwas zum vielseitigen Giersch.
  • Getreide-Arten: Roggen, Gerste, Einkorn, Dinkel, doch hier ist der Jungfrau-Merkur-Einfluss der stärkere
  • Großblumige Königskerze (mit Jupiter und Merkur) Verbascum thapsiforme -> Merkur-Einfluss als Hustenmittel ist der stärkste
  • Habichtskraut Hieracium pilosella
  • Haselwurz  (Pluto/Venus), Asarum europaeum -> Rhizom, violettbraune Blüten, Abortivum (Pluto+Saturn), giftiges Rauschmittel, gut erkennbar an den glänzenden nierenförmigen Blättern (Venus)
  • Herbstzeitlose (Venus/Pluto), Colcicum autumnale -> Zwiebel (Mond), herbstblühend, sehr giftig (Pluto), Gichtmittel
  • Hirtentäschelkraut (mit Venus und Mars) Capsella bursa pastoris -> stark adstringierend, Frauenmittel, blutstillend
  • Holunder (mit Mond und Venus/Pluto) Sambucus nigra
  • Immergrün (mit Neptun/ Merkur) Vinca minor : giftig, enthält Vincamin -> früher ein potentes Mittel bei Schlaganfällen
  • Isländisch Moos ->Flechten, Urpflanze des Karbon
  • Kiefer (mit Mars) Pinus silvestris -> alle echten Nadelgehölze, Harz wirkt entzündungshemmend, Weihrauchersatz
  • Klatschmohn und andere Mohnarten ( Neptun/Merkur) Papaver rhoeas -> Milchsaft der Mohngewächse (Mond), Vierzahl der Blüte, unterschiedlich toxisch, je nach Sorte, Schmerzmittel, Rauschmittel
  • Klette (mit Venus/Mars) Arctium lappa -> starke Pfahlwirzel, Haarpflege, Brandwunden (Öl, Mars), Hautekzeme (öl, Venus), Magenmittel (Tee, Mond), Leber- Gallemittel (Tee, Mars), antiviral, antitumoral (Saturn, Mars), Phyto-Östrogene (Venus), weisslicher spinnwebenartiger, klebriger  Überzug zeigt die Mondsignatur, klettig wie ein Krebs, eben.
  • Krähenfuß Plantago coronopus, ein Wildgemüse, das an der Küste (Grenze) wächst, starke Pfahlwurzel
  • Küchenzwiebel (mit Mars und Mond) Allium cepa
  • Mais (mit Jupiter /Merkur) Zea mays -> Getreide
  • Meerstranddistel (mit Jupiter/Merkur) Eryngium maritimum, enthält Saponine, Grenzgänger, wirkt vertrocknet, starke Wurzel, sehr hartlaubig
  • Meerzwiebel (mit Pluto/Venus) Scilla maritima -> enthält Herzglykoside wie Fingerhut, sehr giftig, als Mittel gegen Altersherz eingesetzt.
Meerzwiebel, Köhlers Arzneipflanzen ca. 1895

Meerzwiebel, Köhlers Arzneipflanzen ca. 1895

  • Milzkraut Chrysosplenium -> 4 und 8-zähligkeit, milzförmige blätter, starkes Rhizom, im Mittelalter als Milzmittel eingesetzt
  • Mispel (mit Venus) Mespilus germanica
  • Mutterkorn, Claviceps purpurea -> Neptun/Merkur und Mond/Saturn, schmarozender Pilz (Neptun) auf Getreide (Merkur), Hebammenpflanze (Mond) mit extrem adstrinierender Wirkung (Saturn) auf die Gebärmutter (Mond). Rauschmittel mit LSD-Derivaten und sehr toxisch.
  • Nieswurz (mit Mond, Pluto,/Venus) -> Christrose Helleborus niger, alle Helleborus bzw. Hahnenfussgewächse, die aber auch eine Merkur/Neptun(Jupiter) Signatur tragen, giftig bis stark giftig, Winterblüher.
  • Olivenbaum (Mond/Sonne), Olea europea -> Langlebig, hartes Holz, adstringierend, harter Samen (Kern)
  • Patchouli (Mond, Merkur/Neptun), Pogostemon -> Aphrodisiakum (Duft), Antiparasitenmittel
  • Pappelarten (mit Jupiter/Merkur) Populus -> auch ein Baum der Hekate, adstringierend, Gerbstoffe, schmerzstillend, entzündungshemmend (wie bei der Weide)
  • Potentilla – Blutwurz, Fingerkraut (Venus/Mars) -> Vierzahl der Blüten, Rhizom, blutstillend, zusammenziehend
  • Quitte (mit Venus/Mars) Cydonia vulgaris -> adstringierend, Gerbstoffe
  • rote Beete, Beta vulgaris und rubra -> Knolle, adstringierend, Wintergemüse, entzündungswidrig, Wurmmittel
  • Roter Fingerhut ( Venus/Pluto) Digitalis purpurea -> sehr giftig, Herzmittel (Altersherz), wassertreibend (Venus, Mond)
  • Salomonssiegel (mit Mond) Polygonatum officinale -> toxisch
  • Samtblume Amaranthus -> Getreide, ein Wolfsmilchgewächs (Mond), bitter, Saponine, Gerbstoffe, roh giftig
  • Schwalbenwurz (Mond/Saturn, Neptun/Merkur – das Rhizom wird verwndet – giftig-Saponine)
  • Schierling (mit Neptun/Merkur) Conium maculatum -> muffuger Geruch, Rhizom, alles an dem Gewächs sehr giftig, äusserlich in der Antike als Schmerzmittel gebraucht, daher Vorsicht vor Hautkontakt.
  • Schlehe (mit Mars/Venus) Prunus spinosa -> Schwarzdorn (düstere Erscheinung), blüht bereits im Nachwinter, sehr adstringierend, harter Samen(Kern), scharze Frucht, braucht Frost zum Reifen
  • Sennes Senna -> Gerbstoffe, Abführmittel, Purgiermittel, schwach giftig
  • Sperberbaum, Speierling (Merkur/Jupiter) Sorbus domestica -> Gerbstoffe, dient der Mostbereitung: Klärung und Haltbarmachung
  • Stechpalme (mit Mars) Ilex aquifolium, giftig
  • Tabak (mit Mars(Pluto)/Venus), Nictiana tabaccum -> sehr giftig, extrem adstringierend (Gefässverengung), Suchtmittel, Schamanenpflanze (atropopäisch und purgierend), wirkt antidepressiv und kan zu Agitation führen.
  • Tamarinde Tamarindus indica, auch Sauerdattel, enthält Gerbstoffe
  • Taumel-Lolch (mit Merkur/Neptun) Lolium temulentum -> eine Grasart, Rauschmittel, bewirkt Schwindel
  • Tollkirsche (mit Venus/Pluto) Atropa belladonna -> schwarze Beeren, sehr giftiges Rauschmittel
  • Thuja (Mond), Thuja occidentalis -> Immergrün, langlebig, toxisches Rauschmittel, Abortivum, früher gegen Hautgeschwüre und Warzen eingesetzt, weisse Blüten.
  • Ulme (mit Merkur/Jupiter) Ulmus campestris
  • Vogelknöterich (mit Merkur/Jupiter) Polygonum aviculare (Merkur/Neptun), starke Pfahlwurzel, enthält Gerbstoffe und Kieselsäure
  • Vogelmiere  (mit Merkur/Neptun) Stellaria media, enthält Saponine, gegen Gelenkschmerzen und allgemein als Schmerzmittel, zum Salat oder als Wildgemüse in geringen Mengen (Verdauungsbeschwerden).
  • Waldmeister, Mond, Saturn in 4 (Blüte) und 8 (Blattquirl) Zähligkeit. Schattenpflanze, Venus/Pluto
  • Wasserschierling (mit Mond, Merkur/Neptum) Cicuta virosa -> extrem giftig, Cicutoxin wird als Antikrebsmittel (pflanzl. Chemotherapie) diskutiert, wegen der extremen Toxizität. Alles andere wie beim gefleckten Schierling – Abstand halten! Zudem riecht der Wasserschierling kaum nach irgendetwas, im Gegensatz zum gefleckten Schierling -> der stinkt nach Mäuseurin. Er ist auch weniger auffällig, da er die ohne rötliche Scheckung der Stängel daherkommt, welche seinem Verwandten den Namen gegeben hat. Er steht am oder im Wasser, seine Wurzel enthält Kammern.
  • Weidenröschen (mit Venus/Pluto) Epilobium angustifolium -> Gerbstoffe, Prostatamittel , Phyto-Östrogene (Venus/Pluto)
  • Weißdorn (mit Mars/Venus) Crataegus oxvacantha, -> muffiger Geruch, düstere Erscheinung, Herzmittel (Altersherz), immunstimulierend, generell anregend, Geriatrikum
  • Weißer Germer (mit Mond) Veratrum album, sehr giftig, Rauschmittel
  • Wiesenschaumkraut, Kreuzblütler, Mond, Mars/Venus
  • Wintergrün (mit Merkur) Gaultheria procumbens, schwach giftig, desinfizierend -> gegen Blasenleiden (wie Bärentraube) und Geschwüre, als Aromastoff in den USA geschätzt
  • Wegwarte (Jupiter/Merkur), Cichorium intybus -> dunkles Rhizom mit weissen Michsaft, Bittermittel, Kaffee-Ersatz. leberwirksam
  • Zaunrübe (Jupiter/Merkur), Bryonia ->  giftig, homöopathisch als Anti-Krampfmittel (Husten) und gegen Gelenkschmerzen/Rheuma (Saturn).
  • Zypresse, Cupressus -> Immergrün, düstere Gestalt, bei Hautleiden für Umschläge (Zypressenöl), da antibakteriell.

Hauptsächliche Wirkungen saturnischer Pflanzen:

Umschliessend, begrenzend, zusammenziehend, bitter, herb, koagulierend, mineralisierend, knochenbildend, gegen Entzündungen und Schwellungen, hautheilend, für Zähne und Zahnfleisch. Lebensfeindlich – ähnlich wie Pluto: Wurmtreibend, Insektizid, Insektenabwehr. Wirkstoffe: Kieselsäure, Alkaloide, Gerbstoffe, Oxalsäure – diese kann sogar in Kristallnadeln vorkommen, wie in der Dieffenbachie. Die gefährlichen Alkaloide unterstehen auch dem Mars/Pluto Prinzip, der Gegenpol ist hier Venus. Rauschmittel des Saturn bzw. Pluto sind oft gefährlich toxisch im Gegensatz zu den ausschliesslich neptunhaften wie Hopfen, Hanf oder Baldrian oder Passionsblume. Bei hohem Mars-Anteil wirken sie Libido-steigernd, wie z.B. Bilsenkraut oder Stechapfel. Oder sie erzeugen Agitation und Aggressivität wie Nikotin.

  • Alle Listen mit Planetensignaturen werden immer wieder ergänzt und überarbeitet.
schwalb

Schwalbenwurz – Signatur von Saturn/Mond und Merkur/Neptun.
Sie ist giftig und stinkt fischig. ©beast666 2016

 

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des  6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Culpeppers Mondkrisen-chart ist so ein Beispiel.

Im Dekumbitur symbolisiert das 7. Haus den Arzt, der Herrscher des ASC zeigt die gegenwärtige körperliche Verfassung. Das Mondzeichen informiert über die Ausprägung der Krankheit.

z.B. Feuerzeichen: Fieber

Das 6. Haus bezeichnet wie im Radix die Krankheit, dessen Herrscher zeigt die Bereiche des Körpers, die betroffen sind. Planeten im 6. Haus und auch im 1.Haus sind die Co-Signifikatoren der Krankheit.

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

Posted by on Januar 15th, 2016 Kommentare deaktiviert