Archive for Januar 11th, 2016

 

Mandala im Januar: Schneekönigin und Eisprinzessin

Lady Winter: Holle, Hera - Cerridwen, die Alte.Hier in ihrer hübschen Gestalt, der Schneekönigin.Frau Holle ©scrano 2015

Weiblicher Gegenpart des Saturn: Lady Winter: Holle, Hera – Cerridwen, die Alte.
Hier in ihrer hübschen Gestalt, der Schneekönigin.
Frau Holle ©scrano 2015. Model: jlior

Frau Holle oder Freya/Frigga in ihrer Wintergestalt. Die Zeit Heras, der strengen und kontrollsüchtigen Gattin des Zeus. Sie ist archetypisch eine “Frau Saturn“. Kronos oder Saturn herrscht über den Steinbock und den Wassermann als Co-Regent. Der moderne Herrscher des Wassermann, der Uranus hat aber ebenfalls nicht viel Wärme anzubieten. Er ist nur kühle Ratio, oder elektrisches Feuer, das aber schockt und verletzt, statt Geborgenheit zu vermitteln.

Eine Eisprinzessin oder Schneekönigin, wie in Andersens Märchen. Die “Queen of Swords” des Tarot. Verkörperung des Elementes Luft in seiner Yin-Form. Ihr Intellekt macht sie unabhängig, aber auch einsam.

Fraktalbilder meiner Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

 

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Saturn: Der alte Hüter der Schwelle und Herr der Grenzen

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Winter – Saturnzeit.
Kristalline Erstarrung und Struktur sind seine Kennzeichen.
Snow Crystal ©scrano 2014

Saturn

Der Gott der Zeit, der Endlichkeit, der Selbstüberwindung, der Verantwortung, des tieferen Verstehens (Tarot;”Der Eremit”), der Lebenserfahrung.  Das Alter, Auseinandersetzung mit dem Tod, der eigenen Entbehrlichkeit. Bereits in der Antike entsprach Saturn einer komplexen Symbolik: Der mythologischen Verschmelzung von zwei unterschiedlichen Göttern, die beide im Wesen ambivalent sind: Beide stehen für Ackerbau, Nüchternheit, Askese, harte Arbeit, Stabilität und den gerechten Lohn für redliche Plackerei. Ihre dunkleren Seiten sind Mangel an Einfühlung, Materialismus, Pessimismus, Erstarrung, übermäßige Strenge, Kastendenken, Abwehr von Neuem. Sie sind Archetypen des aufkommenden Zeitalters der Ackerbaugesellschaften während des Neolithikums:

Kronos, griechischer Titan, Sohn des Uranos und der Gaia. Er schnitt seinem Vater auf Geheiß seiner Mutter die Genitalien ab (deshalb Kronos mit der Sichel), um dem unbegrenzten Erschaffungsdrang des mythischen Himmelsvaters (Uranus, der fruchtbare Regen) ein Ende zu setzen. Uranos wollte die für ihn nicht perfekten Manifestationen seines Kreativ-Exzesses nicht akzeptieren und verbannte sie unter die Erde. Dieser Mangel an Verantwortung erzürnte Gaia. Daher gab sie dem ältesten ihrer Titanensöhne, Kronos eine Stein-Sichel als Mittel zu ihrer Erlösung. Bei dem Kastrationsakt wurde der Himmel von der Erde getrennt, eine Welt mit einer Grenze (Horizont) erschaffen. Kronos galt als Herrscher des Goldenen

Kronos oder Saturn mit der Sichel des Schnitters.

Kronos oder Saturn mit der Sichel des Schnitters.

Zeitalters, verheiratet mit seiner Schwester Rhea. Dieses Paar stand als Sinnbild für den Frieden und die Gerechtigkeit dieser Epoche. Im Verlauf der Geschichte wurde auch er zum Tyrannen: Wegen der Prophezeihung, er werde durch einen Sohn abgesetzt, verschlang er seine Kinder, statt Zeus wurde ihm allerdings ein Stein (wie beim Anfang der Geschichte!) zum Verschlingen übergeben. Nach seiner Absetzung (Titanenkrieg) wurde er auf die Insel der Seeligen verbannt, wo er noch heute herrscht. Er hat dunklere Züge als Saturnus, die römische Version, ursprünglich ein italischer Gott des Ackerbaus (etruskisch Satre), Schutzherr der jungen Saat, Gott der Obst- und Weinkultur. Seine Gattin war Ops, die römische Göttin des reichen Erntesegens und der Fruchtbarkeit sowie Schutzgöttin der Neugeborenen, in ihrem Tempel ließ Cäsar den Staatsschatz aufbewahren. Ihre keltische Entsprechung wäre Rosmerta, das griechische Gegenstück die schon erwähnte Rhea. Nach der römischen Mythologie zog Saturnus mit seiner Frau nach Latium, nachdem er von Jupiter entmachtet worden war, und begründete dort auf dem Capitol das goldenen Zeitalter (Saturnia regna) zusammen mit Janus und Terminus. Als Erinnerung daran wurden alljährlich vom 17.-19. Dezember die Saturnalien gefeiert, deren letzter Tag das Fest Opalia zu Ehren der Ops war. Saturn wurde mit einer Krähe abgebildet, sie war ein Vogel des Orakels, von dem man glaubte, dass er die Seele des geopferten Heiligen Königs in sich aufnahm (Ranke-Graves). Vogelschau war eine Besonderheit des etruskischen Götterkults, der besonders viele Orakelpriester hatte. Die Römer übernahmen diese Orakelriten, Eigeweideschau und Vogelschau als Deutung göttlicher Omina in ihre eigenen Kulte. Zu guter Letzt wurden beide Götter Kronos und Saturn noch mit dem Herrn der (chronologischen) Zeit, Chronos vermischt. Das kam wohl von der Überlegung, die Sichel, die Kronos und Saturn als Erntegottheiten tragen mit der Funktion des “Schnitter Tod” zu belegen, der die Seelen erntet. Der Zusammenhang des bäuerlichen Kalenders mit dem Zyklus der Jahreszeiten war ein weiterer Faktor. So wurde Saturn zur Personifikation der Endlichkeit, des Alters und des Winters. Dazu kam der Aspekt des Kinderverschlingers, der auch in diesem Sinne deutbar war – der Zahn der Zeit ist unerbittlich. Durch die harten Lebensprüfungen nutzt sich der Mensch ab. Darüber hinaus wird durch die Revolte des Zeus/Jupiter deutlich, dass das Prinzip, nachdem das Alte dem Neuen weichen muss, auch für die Götter gilt. Die Zeit holt jeden ein. Das Verschlingen der Kinder kann auch als Angst vor Machtverlust gedeutet werden, Kinder sollen nicht selbstständig werden und ihre Eltern verdrängen. Man entlässt sie nicht aus dem eigenen Herrschaftsbereich. Im Angesicht der heranwachsenden Nachfolgegeneration begreift man die eigene Sterblichkeit nur zu deutlich. Mit dem Anspruch der Zeitlosigkeit kann Saturn nicht im Reich des Lebendigen herrschen, denn diese gibt es erst nach dem Tod. So wird er dann auch König in Elysium, das im Schattenreich liegt. Die Krähe, sein Symboltier, ist nun ebenso ambivalent besetzt, ein Aasfresser und Totenvogel, allerdings auch Sinnbild von Klugheit – man denke an Hugin und Munin, die Raben Odins (der auch einige Eigenschaften von Saturn hat).

Saturn-Tempelruine mit ACHT Säulen auf dem Forum Romanum.

Saturn-Tempelruine mit ACHT Säulen auf dem Forum Romanum. Quelle: wiki

Auch in den Mythen anderer Völker finden wir Figuren mit ähnlichen Zügen, diese müssen auch nicht immer männlich sein. Saturn, obwohl ein Gott, hat sehr starke Yin-Züge: Die Beharrung und Erhaltung von Struktur zum Beispiel. Ein Erbe der alten Grossen Mutter, die wohl vor dem Patriarchat im Mittelmeerraum die bestimmende spirituelle Grösse war. Überhaupt sind viele der chtonischen Gottheiten wahrscheinlich weiblichen Ursprungs: Saturn, Pluto … eine Andeutung davon findet man in der Hekate, einst eine sehr mächtige karische Göttin, die über den Nachthimmel und die Unterwelt herrschte. Bei den Meeresgottheiten verhält es sich ähnlich. Durch ihre gemeinsame Wurzel gleichen sich Attribute, Zuordnungen und Entwicklungsgeschichte der Götter des indoeuropäischen Sprachraums auffällig. Von den Germanen über die Kelten, Griechen, Römer, Slawen, Iraner bis zu den Indern finden wir sehr ähnliche Erzählungen, was die jeweiligen Göttermythen anbelangt. Frau Holle z.B. hat etliche Züge des Saturn: Sie bestraft Faulenzer und belohnt Arbeit, sie ist Herrin des Winters und der Zeit. Als Verkörperung der Hel ist sie auch mit der Unterwelt verbunden, man muss sterben (der Stich in den Finger, der Fall in den Brunnen) um zu ihr zu gelangen. Sie herrscht ebenso in einer Art Elysium, wie Saturn.

Shivas Tanz, Kalis Triumph und Samsara sind alles Vorstellungen, in denen die Nähe von Saturn und Plutoprinzip gezeigt wird: Die Notwendigkeit dass alles begrenzt wird, räumlich und zeitlich, auch der Kosmos selbst, samt allen darin herrschenden Gesetzen (den Göttern). Nur wird hier wegen des Reinkarnationsgedankens mit jedem Ende auch ein neuer Anfang geboren. Pluto und Saturn haben auch astrologisch eine natürliche Affinität zueinander, in sehr alten Zeiten war der Steinbock das achte Zeichen, als Jungfrau, Waage und Skorpion als eine Einheit in einem zehnteiligen Zodiak gesehen wurden. Die Acht, Zahl des Saturn, wird jetzt vom Pluto mitregiert, mit Skorpion als Domizil im achten Haus. Diese Zahl war immer schon mit dem Samsara oder dem Tod verbunden, das Zeichen für Unendlichkeit ist eine liegende Acht, die Lemniskate oder in symbolischer Tiergestalt: Ourobouros.

In afrikanischen Glaubensvorstellungen kennt man auch die saturnische Figur: Ihre Entsprechungen im Voodoo sind Baron Samedi (Samstag=Saturntag) und Maman Brigitte (Frau Holle, Hekate). Baron Samedi hat ebenfalls chtonische Züge und ist so ambivalent wie Frau Holle. Voodoo Anhänger rufen ihn an, ihre geistigen, okkulten Fähigkeiten zu schulen und zu vervollkommenen, um höhere Einsichten, oder Antworten auf schwierige Fragen zu erhalten.

Weitere mythologische Gestalten, in denen die beiden Prinzipien verbunden sind:

Charon: Der Fährmann bringt die Menschen über die letzte Grenze, den Styx, wie Saturn und Terminus/Janus ein Hüter der Schwelle. Das wird auch dadurch deutlich, dass er immer nur zurückschaut. Bekanntermassen muss er bezahlt werden – mit 2-Zahl der Venus! Münzen aus Kupfer – Metall der Venus!. Der letzte Besitz muss aufgegeben werden. Status zählt nichts mehr. Auch Sinnen-und Lebensfreude, Kennzeichen der Venus haben jetzt ein Ende: Schluss mit Lustig, sozusagen. Es gelten nun die Regeln des achten Hauses: Loslösung und Ohnmacht im Angesicht des Unvermeidlichen.

Azazel, der ehemals dämonische Sündenbock der alten Israeliten:

  • Er wurde stellvertretend für die GRENZüberschreitungen der Gemeinschaft über die letzte Grenze in die lebensfeindliche Wüste gejagt.

Der plutonische Erzengel Azrael, der Todesengel und Erzengel Cassiel, nach der Kabbala dem Saturn zugeordnet.

Saturnoppositions

„Saturnoppositions“.
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Saturn astronomisch und als Lebensuhr:

Er ist ein kleiner König mit eigenem Reich, der Herrscher der Titanen: 9 grössere Monde ( Mimas-Japetus-Phoebe-Titan-Dione-Rhea-Enceladus-Hyperion-Thetys) nennt er sein eigen. Dazu diese prachtvollen Ringe – ein wirklich imposanter Himmelskörper. Da er das am fernste Objekt in unserem Sonnensystem darstellt, das mit blossem Auge sichtbar ist, bekam er in der antiken Welt die Bezeichnung: “Hüter der Schwelle”. Die Ringe waren bereits in simplen Teleskopen beobachtbar, sie wurden zuerst als Sicheln oder Henkel gedeutet, die Erscheinung der Ringe hängt vom Blickwinkel ab. Wenn man das komplizierte Ringsystem betrachtet, wirkt es eher wie eine Anordnung von Barrieren oder Grenzmarkierungen. Es ist erstaunlich geordnet und klar strukturiert. Kein Ring tanzt aus der Reihe. Sie sind zudem extrem scharf abgegrenzt. Die Bewegungsgesetze aufgrund der Schwerkraft sorgen hier als Ordnungsprinzip für Schönheit und Stabilität. Es erstaunlich, dass viele mythologische Vorstellungen der Antike realen Gegebenheiten von Himmelskörpern in unserem Sonnensystem entsprechen, auch solchen die nicht beobachtbar waren. Solche interessanten Bedeutungszusammenhänge findet man auch in den Hintergrundgeschichten von Planetennamen wie Uranus oder Neptun in neuerer Zeit.

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Saturn, alchemische Handschrift: Herrscher über Wassermann und Steinbock.
Modena 15.Jhd.

Saturn braucht ca. 29 Jahre für einen Umlauf. In der Astrologie sieht man seine Transitzyklen als eine Art Fortschrittsanzeige der Lebensuhr und Marker von Entwicklungen: Eine Saturnwiederkehr bedeutet einen abgeschlossen Lebensabschnitt: Im Alter von 30 Jahren hat man (hoffentlich) seinen Weg ins Leben und die Gesellschaft gefunden, mit der Verantwortung für Kinder, ein Heim. Mit sechzig Jahren denkt man ans Rentnerdasein, Grosselternpflichten etc. Oder man will noch mal ganz etwas Neues wagen. Aus der Stellung des Transit-Saturns in den sogenannten harten Aspekten zum Radix-Saturn (Quadrat, Opposition, Konjunktion) während eines Umlaufzyklus kann man (Prüf)Stationen solcher saturnischer Reifungsprozesse erkennen, die sich jeweils alle sieben Jahre abspielen.

Als astrologischer Gegenpol spiegelt der Mond mit seinem 29-TÄGIGEN Umlauf den Saturnzyklus während eines Monats.

 

Teil II: Saturn, Korrespondenzen und Schlüsselbegriffe

 

 

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