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Der Tierkreis: Korrespondenzen und die Symbolik der Zodiak-Glyphen

Symbolik des Zodiak - Glyphen mit interessanter Herkunft.Secret of Hermes Trismegistos ©scrano 2015

Symbolik des Zodiak – Glyphen mit interessanter Herkunft.
Secret of Hermes Trismegistos ©scrano 2015, credits on DA.

Die Symbole der Tierkreiszeichen

Die Ikonographie der  Tierkreiszeichenglyphen hat sich  offenbar im Lauf der Zeit verändert. Manche dieser Symbole findet man bereits in 2000 Jahre alten griechischen Horoskopen, andere wurden in der Renaissance unter dem Einfluss der aufblühenden Alchemie verändert, einige der ältesten Glyphen sind offenbar der entsprechenden Sternkonstellation nachempfunden.

Widder

ariesDas Widdersymbol erinnert an das Gesicht und die Hörner einer Ziege oder eines Widders, oder auch an den Stirn-Nasenbereich des menschlichen Gesichts, denen das Zeichen astromedizinisch entspricht. Alternativ kann dieses Symbol, wie auch bei einer der Planetenglyphen für den Pluto, die einer Korngarbe nachempfunden ist, auch mit einem Keimling verglichen werden, wie er im Frühjahr gerade aus der Erde kommt. Der dem Widder zugeordnete Mars war ja auch ein Fruchtbarkeitsgott, besonders bei den Römern und der germanischen Entsprechung Thor ersichtlich. Die Mythologie des Widders hat auch mit Pioniergeist zu tun. Das goldene Vlies, ein Widderfell wird zum Motivation der abenteuerlichen Reise von Jason und seinen Argonauten über das Schwarze Meer, an die Gestade von Kolchis, dem  heutigen Georgien. Dort gab es tatsächlich eine griechische Kolonie. Der Widder hat seinen Sitz im ersten Haus, Hort des Willens und der Wahrnehmung der Welt. Wie wir der Umgebung entgegentreten und Dinge in Gang setzen. Zum Widder gehören Eisen und Diamant, Hämatit, Rubin und roter Granat, Rhodonit, roter Karneol, Sardonyx und Jaspis. Der Widder ist ein kardinales Feuerzeichen.

Stier

taurusDas Stiersymbol wurde als Kopf eines Stiers oder einer Kuh – ähnlich wie bei der ägyptischen Hathor beschrieben. Bei dieser archaischen Fruchtbarkeits-und Muttergöttin vereinen sich Mond-und Sonnenprinzip in ihren Darstellungen. Der solare Anteil, in Form einer Löwin, ist kriegerisch, wie bei Ishtar oder Inanna, die ebenfalls Löwinnen zu ihren Begleitern zählen. Daher eine Deutung des Symbols als Mondsichel auf der Sonne, wie man auch machmal findet. Obwohl der aggressive, sonnenhafte Teil, wie bei vielen der frühen “Magna Mater” Göttinnen, später abgespalten wurde, in Ägypten z.B.  zu Sekhmet. Im Vergleich zum dynamischen Widdersymbol weist die Stier-Glyphe eine gerundete, ruhende Form auf. Hörner oder Mondsichel werden in manchen Quellen auch als Vegetationssymbol interpretiert. Die eindeutig weibliche, Yin-hafte Formensprache zeigt schon das Herrschaftsgebiet der sinnlichen Venus Pandemos, auch dass hier der Mond, Verkörperung des anderen weiblichen Archetyps erhöht steht. Der Stier regiert das zweite Haus des Körpers, der eigenen Ressourcen und der Werte, Innere und Äussere. Daher sitzt hier die Grundlage des Selbstwerts und so manches Talent für einen späteren Beruf. Zur Zahlensymbolik des Stier gehört zwei (ich und du, mein und dein, Spiegel der Venus), die fünf und die acht (Venuspentagramm und Acht-Jahreszyklus der astronomischen Venus), sowie die damit zusammenhängende 13. Diese erzeugt wieder eine Rückverbindung zum Mond-Archetyp. Symbol der Venus ist das Pentagramm. Zum Stier gehören Kupfer und Saphir, sowie Rosenquarz, Smaragd und rote Koralle, Malachit, Chrysokoll, Sarder und Aventurin. Der Stier ist ein fixes Erdzeichen.

Zwillinge

GeminiDas Zwillingesymbol geht auf die Zwillingssterne Castor und Pollux im Sternbild Zwillinge zurück. Die moderne Darstellung zeigt die römische Ziffer II, und Dualität und Diskriminierung (Auseinanderhalten und Vergleichen von Dingen) ist auch der Schlüssel zum Verständnis dieses Zeichens. Seine frühere Form weicht besonders deutlich von der jetzt gebräuchlichen Glyphe ab: Es war liegend dargestellt, ähnlich der Waage. Hier herrscht der Merkur, der das Obere mit dem Unteren verbindet, der Götterbote, Unterhändler und Seelenführer. Den Zwillingen zugeordnet ist das dritte Haus: Kommunikation, Lernen, Messen, Vergleichen, Verstehen und Denken. “Wo zwei sich streiten, muss ein Dritter vermitteln.” Daher auch das Symbol des Caducceus, bei dem sich zwei Schlangen um einen zentralen Stab winden. Zu den Zwillingen gehören Quecksilber oder Zink und Tigerauge, sowie der Goldtopas, Citrin, Falken- und Katzenauge.  Merkur regiert auch die Legierungen, vor allem das zinkhaltige Messing. Die Zwillinge sind ein mutables Luftzeichen.

Krebs

CancerDas Krebssymbol ist einschliessend und beschützend nach innen gerichtet. Die Symbolik beschreibt Eierstöcke, Brüste und die Nähe der Mutter-Kind-Beziehung, worin sich die nährende Eigenschaft dieses Zeichens ausdrückt. Es spiegelt das Unbewusste und die Intuition wieder, das “Einfallstor der Seele” – the Gate of Man. Die Geburt. Ebenfalls ein Yin-Symbol. Der Mond hat hier seine Heimat, das 4. Haus ist sein astrologische Spielfeld. Die vier repräsentiert auch die Manifestation, das Verkörperlichen. Mit vier Punkten lässt sich der erste platonische Körper bilden -> Tetraeder.  Vier Phasen hat der Mond. Die Hexenzahl 13 hat ebenfalls einen Bezug zum Mond.  Ihre Quersumme ergibt wiederum vier. Seine Verwandschaft mit der Venus wegen ähnlicher Spiegeleigenschaften und Phasen, bringt  auch eine zusätzliche Affinität mit der Zahl 2 mit sich. Zum Krebs gehören Silber und Mondstein, der Smaragd und der Chrysopras, Calcedon, sowie Perlen. Der Krebs ist ein kardinales Wasserzeichen.

Löwe

leoDas Löwesymbol ähnelt den Sternen in der gleichnamigen Konstellation; man kann darin auch den Kopf und die Mähne eines Löwen erkennen. Ich sehe da eher einen katzbuckelnden Kater mit Show-Pose …! Das Zeichen der Sonne und des 5. Hauses. Hier herrscht das Prinzip des inneren Fokus, der Verwirklichung des eigenen Potentials. Hier darf geglänzt werden. Die Venus steht in Löwe und dem 5. Haus erhöht, sie hat eine Resonanz mit dem solaren Prinzip. Die Zahl des 5. Hauses repräsentiert das Leben, sie findet sich auch im Goldenen Schnitt. Auch die Eins gehört zur Sonne, der reifen Form des männlichen Mars-Archetyp. Ebenso das alchemistische Hexagramm, das ein Modell des antiken Sonnensystems mit den sechs klassischen Himmelskörpern Mond, Venus, Merkur, Mars, Jupiter, Saturn und der Sonne in der Mitte (als Sechseck) darstellt. Zum Löwen gehören Rubin, Diamant, Bergkristall, Bernstein und Gold, Sonnenstein und Goldfluss sowie der farbenprächtige Jaspis. Der Löwe ist ein fixes Feuerzeichen.

Jungfrau

virgoÜber die Symbolik der Virgo/Asträa siehe unter Skorpion. Das sechste Haus der lebensnotwendigen Dinge und Verrichtungen ist ihre Heimat. Merkur in Form seines praktischen  erdhaften Alter Ego, dem Hephaistos, hat hier sein Domizil. Zur Jungfrau gehören neben den merkuriellen (Zwillinge) Entsprechungen noch Smaragd, Peridot, Jaspis und der gelbe Achat. Die Jungfrau ist ein mutables Erdzeichen.

 

Waage

libraDas Waagezeichen ist eine spätere Ergänzung des Tierkreises; es befindet sich zwischen den Zeichen Jungfrau und Skorpion. Die Schalen sind aus den Scheren des Skorpion gebildet. Es wurde auch als Tragegestell oder Joch beschrieben, mit dessen Hilfe man Lasten transportieren kann. Eine andere Deutung sieht darin die über dem Westhorizont untergehende Sonne, denn die Waage wird auch mit der Westseite des Horoskops in Verbindung gebracht, weil sie den Deszendenten enthält (das 7. Haus der Partnerschaften).  Daher gehört zur Waage auch die Sieben. Venus Urania, die Ästhetin und Diplomatin herrscht hier. Zu Waage gehört der grüne Turmalin, Jade, Opal, Beryll, sowie Kupfer. Die Waage ist ein kardinales Luftzeichen.

Skorpion

scorpioDie Symbole für Jungfrau und Skorpion sind sich auffallend ähnlich, da sie beide aus den lateinischen oder griechischen  Buchstaben m enthalten. Warum das so ist, darüber wird noch gerätselt: Zum einen vielleicht ein vergessenes Alchemisten-Symbol oder eine Beziehung zur Medizin ? Sowohl Jungfrau als auch Skorpion werden mit Heilern und Heilung in Verbindung gebracht. Da das Sternzeichen Waage als selbstständige Einheit eine Einführung “jüngeren” Datums ist (frühe hellenistische Periode, in Dendera schon abgebildet), waren Skorpion und Jungfrau direkt benachbart. Manche Archäoastronomen nehmen sogar an, dass Jungfrau, Waage und Skorpion zusammen ein grosses Sternbild darstellten. Das wird auch durch die Mythologie der Asträa, der Sternenjungfrau bestärkt, der als Attribute sowohl eine Ähre (Jungfrau), die Waage der Gerechtigkeit (Waage) als auch das Schwert der Nemesis (Stachel des Skorpion) zugerechnet werden. Vielleicht hat M auch etwas mit Maat, der ägyptischen Göttin der kosmischen Ordnung zu tun, welche ebenfalls die mythologischen Entsprechungen besässe ? Oder einfach “Magna  Mater, grosse Mutter“, ein Wort dass in vielen Sprachen eine Wurzel mit starker m-Betonung hat: “ummu” in Mesopotamien, “mater” im indoeuropäischen Raum. Schliesslich war das Sternbild Virgo in Urzeiten als “Acker-Furche” oder “Erd-Schoss” bekannt. Andere Deutungen weisen auf eine weibliche und männliche Variante der selben Glyphe hin. Die eingeschlossene Form innerhalb des Jungfrausymbols und der „Stachel“ am Schwanz des Skorpions könnte man aber auch als Kornähre und Schwert ansehen. Der Skorpion ist der Herrscher des 8. Hauses von “Sex, Tod und Steuern” wie das jemand einmal scherzhaft ausgedrückt hat. Das Prinzip der Acht ist auch mit der Unendlichkeit verbunden oder Samsara, dem ewigen Kreislauf. Die Lemniskate, eine liegende Acht erinnert an eine Schlange. Diese war ein alternatives Symbolzeichen für den Skorpion. Als Zeichenherrscher sitzt der düstere Pluto auf seinem Unterweltsthron. Zum Skorpion gehören roter Granat, Obsidian, Magnetit, Hämatit, als Metall rechnet man dazu neben Eisen noch Wolfram. Der Skorpion ist ein fixes Wasserzeichen.

Schütze

sagitariusDas Schützesymbol ähnelt dem entsprechenden Sternbild, wobei der Pfeil des Schützen nach oben gerichtet ist, was bedeutet die Welt “von einer höheren Warte” aus zu sehen. Oder eine weite Entfernung zurückzulegen, daher auch die Verbindung mit Reisen und fernen Ländern. Ausserdem entspricht er dem Adlerflug, ein Vogel, der dem Jupiter zugeordnet wurde. Der Strich quer über den Pfeil soll die Tatsache symbolisieren, daß der Schütze ein Kentaur ist – halb Mensch, halb Pferd. Auch das Reittier trägt uns über weitere Strecken. In diesem Mythos von den Zentauren steckt auch Jupiters dunkler Halbbruder, der weise Heiler Chiron, der auch eine Verbindung zu Prometheus und damit dem Uranus-Archetyp hat. Ironischerweise erleidet Chiron ausgerechnet durch einen Pfeil eine unheilbare Verwundung. Der Schütze herrscht im 9. Haus der Philosophie, Ethik und des Rechtswesens. Hier regiert der Jupiter auf seinem olympischen Wolkensitz. Die Neun, höchst göttlich und gleichzeitig unterweltsbehaftet ist seine Zahl, auch die drei (9=3×3). Zum Schützen gehören dunkler Saphir, Amethyst, Lapislazuli, Iolith, Edeltopas, Hyazinth und das Zinn. Auch die zivilisationsstiftende Bronze, die neben dem Salz den Fernhandel inspirierte, rechnet man dem Jupiter zu. Der Schütze ist ein mutables Feuerzeichen.

Steinbock

capricornDas Steinbocksymbol besteht aus der Form des Ziegenkopfes mit Gehörn und einem Fischschwanz. Der Ursprung des Wortes Steinbock im Altgriechischen leitet sich von dem Ausdruck “Wellen die unermüdlich dem Strand zustreben” her, dieser ähnelt aber auch dem Wort für “erklimmen”.  Dazu kommt, dass er sein “unteres Ende” im Wasser, dem Zeichen Krebs und dem 4. Haus  hat, welches als Ursprung des Menschenlebens gedeutet wurde, es heisst auch “Gate of Man”. animated-star-sign-image-0017 Der Steinbock und sein 10. Haus werden entsprechend als Zielpunkt eines Erdenlebens gesehen. Diese Symbolik findet man auch in “Royal Arch” Grad des York Ritus, einer freimaurerischen Lehrart mit Hochgraden. Alternativ kann man das zweite gebräuchliche Symbol auch als eine kniende Ziege deuten. Das 10. Haus, das er beherrscht war das alte Ende des ursprünglichen Zodiak, eine Grenze. Diese Seite des Steinbocks zeigt auch sein Planet Saturn. Ihm wird eine wesentliche Rolle bei der Manifestation der Materie zugeschrieben: Daher hat auch er eine Resonanz mit der 4. Dazu kommt, dass die 28 Jahre des Saturnumlaufs eine Beziehung  zu den 28 Tagen eines Mondzyklus bilden. Die zehn selbst galt wie die zwölf, als ein Ganzes, bei den Pythagoräern war sie heilig: Die Quersumme der Tetraktis ergibt 10. Dies Summe aus der perfekten Zahl sechs und der heiligen vier (1. Quadratzahl) ist ebenfalls Zehn. Zum Steinbock gehören Blei, Jet, Onyx, dunkler Granat, Rauchquarz, Chrysopras und Schneeflockenobsidian. Der Steinbock ist ein kardinales Erdzeichen.

Wassermann

aquariusDas Wassermannsymbol zeigt keine Luft- oder Radiowellen, wie häufig behauptet wird, da es schon sehr alt ist. Bei den Ägyptern im Zodiak von Dendera steht es in Beziehung zum Nilgott Hapi. Die zwei Wellen bedeuten die Fruchtbarkeit des Himmels durch den Regen und die Nilflut, die ja auch durch den Niederschlag im Quellgebiet des Nil zustande kommt. Flussgott Hapi und der Wassermann haben beide 2 Krüge in ihrer Ikonographie, aus denen das lebensspendende Nass fliesst. Die gleiche Bildsprache wird auch in der Tarotkarte: “Der Stern” verwendet. Wassermann und Uranus symbolisieren den männlichen Schöpfungsarchetyp. Das promethianische Prinzip. Von daher stammt auch seine Zuordnung zu Erfindungen und Fortschritt. Das 11. Haus ist ein gesellschaftsrelevantes: Freundeskreis, Philanthropie, Akzeptieren des Anderen, das gemeinsame Streben nach einem höheren Ziel. Die 11 ist eine rebellische Zahl, die etwas sperrig daherkommt, zwischen der perfekten 10 und der spirituellen 12. Zum Wassermann gehören Bergkristall, Aquamarin, Sodalith, blauer Türkis, Spektrolith, Moldavit und Platin, sowie Zink. Der Wassermann ist ein fixes Luftzeichen.

Fische

piscesDas Fischesymbol zeigt zwei miteinander verbundene Fische oder Delphine. Diese Vorstellung entspringt der Mythologie, nach der Aphrodite und Cupido vor den Nachstellungen des Typhoon, eines Monsters der griechischen Kosmologie, das den Schattenaspekt der Erdmutter mit dem des Pluto vereint, durch zwei hilfreiche Fische gerettet wurden. In der Babylonischen Götterwelt finden wir die Oannes, fischgestaltige Wesen die den Menschen zur Seite standen und als Kulturbringer galten. Nachts gingen sie wieder in den Ozean zurück, tagsüber waren sie menschenähnlich und verweilten an Land. In Erlösermythen haben Fische ebenfalls einen wichtigen Part, sowohl bei der Urmutter Atargatis, als auch bei Dionysos und Christus taucht diese Bildsymbolik auf. Das 12. Haus, über das sie herrschen, symbolisiert Vollständigkeit, ein Ganzes (Dutzend), Spiritualität, Aufopferung und das Geheimnisvolle. Zu den Fischen gehören Zinn, Aluminium, Fluorit, Opal, heller Saphir, Amethyst, Lapislazuli und Perlen. Der Fisch ist ein mutables Wasserzeichen.

Ein interessanter Einblick in die Archetypen des Zodiak findet sich auch in Alice Bailey’s Interpretation der 12 Arbeiten des Herakles. Obwohl etwas rosenkreuzerisch angehaucht, erzeugt sie in ihrem Werk doch eine gewisse Strahlkraft bei der Interpretation der mythischen Reise des solaren Heros.

Zur Zahlensymbolik: In dieser Zusammenstellung werden nur die einfachen astrologischen Korrespondenzen angedeutet. Das ganze Thema ist wesentlich komplexer und geht im weitesten Sinne auf die mathematich-mystische Schule des Pythagoras zurück. Zu diesem Thema biete ich auch Vortragsveranstaltungen an. Termine können der Rubrik: “Veranstaltungen”  entnommen werden. Die Gestaltung ist entweder mehr zahlentheoretisch-mathematisch für ein Publikum mit Interesse an Wissenschaftsgeschichte orientiert, oder stärker mystisch-philosophisch ausgerichtet, für Interessenten an Themen wie Astrologie, Alchemie etc. Einen Vortrag, der etwas von beiden Bereichen bietet habe ich auch im Angebot.

Ich gebe für die Tierkreiszeichen der numerischen Abfolge des Zodiak (1-12) den Vorrang vor zusätzlichen Zahlen der Planetenherrscher, die meistens aus der Renaissance-Magie stammen, weil diese Durchnummerierung dem natürlichen Jahreslauf folgt, genauso wie die Häuserzahlen einen Bezug zur Erdrotation besitzen. Die alte Planeten-Zahlenmystik  z.B. von Agrippa, erscheint manchmal willkürlich, entweder weil schon fast vergessene Mythen und Vorstellungen aus dem Mittelalter zugrunde liegen, oder weil die antiken Ursprünge nicht mehr bekannt waren. Die besserere Wahl wird durch Astronomen und Astrologen wie Kepler getroffen, da dieser mit den Verhältniszahlen der Bahnresonanzen arbeitet. Ein Beispiel für durch solche natürliche planetare Rhythmen begründete Korrespondenzen ist das Venuspentagramm, das zu den Zahlen 5, 8, 13 führt. Das kannten auch schon andere so astronomisch versierte Völker wie die Sumerer, Babylonier und Maya. Bei den letzeren basierte der Kalender auf dem Venusjahr und seinem Bezug zum Mond. Eine weitere natürliche Entsprechung wäre der Mond mit seinen vier Phasen, 13 Mondzyklen etc. Einige Besipiele habe ich schon bei der Beschreibung der Sternzeichen aufgeführt.

Eine genauere Bedeutung der Zahlen 1-12 und ihre Verbindung zu archetypisch wirksamen Vorstellungen werde ich versuchen, in Einzel-Posts darzulegen.

Zuordnungen der Mineralien: Diese entsprechen entweder der Planetenkorrespondenz (z.B. Mars=Eisen, rot, hart), der Farbzuordnung des Zeichens (z.B. Schütze=violett-blau) oder der chemischen Zusammensetzung (z.B. Malachit ist ein grünes Kupfer-Mineral -> 2-fache Venussignatur) und Eigenschaft (z.B. Diamant=Härte und feuriges Funkeln=Feuer, männlich = Mars+Sonne, oder Widder, Löwe). Vereinfachend kann man Element-Zugehörigkeit oder Modalität/Qualität als Wegweiser benutzen:

  • Feuer: Widder, Löwe und Schütze
  • Farbe: Rot
  • Erde: Stier, Jungfrau und Steinbock
  • Farbe: Grün
  • Luft: Zwilling, Waage und Wassermann
  • Farbe: Gelb
  • Wasser: Krebs, Skorpion und Fische
  • Farbe: Blau

Bei den Mineralen und Metallen wird die Signatur allerdings hauptsächlich von den Zeichenherrschern bestimmt. Besonders für die Metalle ist das klassische alchemistische Bezugssystem zu den Planeten immer noch das beste, da es aus den alten Mythen abgeleitet wurde.

  • Sonne: Gold
  • Mond: Silber
  • Merkur: Quecksilber
  • Venus: Kupfer
  • Mars: Eisen
  • Jupiter: Zinn
  • Saturn: Blei

Die “modernen” Trans-Saturnier, sie sind nicht so eindeutig belegbar, da mythologische Bezüge fehlen.

  • Uranus: Zink, Platin, Uran
  • Neptun: Aluminium, Barium, Beryllium, Neptunium
  • Pluto: Eisen, Wolfram, Plutonium

Farbzuordnungen der Planeten:

  • Sonne: Golden, strahlend Orange-Gelb
  • Mond: Silber, Lavendelblau, Grau, Hellblau
  • Merkur: Maisgelb (Luft), türkis, Ockergelb (Erde), lavendel
  • Venus: Grün (Erde), Rosa (Luft)
  • Mars: Rot
  • Jupiter: Royal-Blau (Wasser) + Orangerot (Feuer), Purpur (vereint Feuer+Wasser)
  • Saturn: Dunkelgrau, Dunkelblau (Luft), Braun, Dunkelgrün, Schwarz  (Erde)

Trans-Saturnier:

  • Uranus: Aqua, irisierende Farben, Hellgrau, Türkis, Himmelblau, Magenta
  • Neptun: Regenbogenfarben und Interferenzfarben (sind nicht durch Pigmente, sondern nur durch Lichtbrechung erzeugt), Meeresblau, Violett
  • Pluto: Schwarz, Blutrot, Glutrot, Rostrot

 

Posted by on Februar 15th, 2016 Kommentare deaktiviert