Archive for Februar 21st, 2016

 

Das Veilchen, im Zeichen von Venus und Neptun

Veilchen und Safran, beides Pflanzen der Persephone.

Veilchen und Safran, beides Pflanzen der Persephone.

Eine wirkungsvolle Heilpflanze:

  • Das Veilchen (Viola odorata) ist den Zeichen Waage und Stier (und den Fischen) zugeordnet und untersteht der Venus (als höhere Oktave: Neptun).

    „Veilchen“ von Steffen Heinz. Caronna at de.wikipedia - Fotografiert am 10.5.2005 in der Eifel / Digikam Minolta DiMage X31. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Veilchen.jpg#mediaviewer/File:Veilchen.jpg

    Veilchen in der Eiffel: Steffen Heinz.

  • Trotz seiner bescheidenen Grösse verströmt es einen intensiven Duft.
  • Veilchenessig hilft bei unreiner Haut.
  • Veilchensirup ist ein Hustenmittel für Kinder und Veilchentee ein gutes Gurgelmittel bei Halsentzündungen.
  • Die Pflanze hat aber auch als Tee eine blutreinigende Wirkung und ist bei verschiedenen Hautkrankheiten wirksam.
  • Veilchen sind harntreibend und helfen bei rheumatischen Schmerzen.
  • Äußerlich werden sie für Umschläge auf eitrige Wunden, Geschwüre und Ausschläge gelegt.
  • Schon in der Antike war das Veilchen als Heilpflanze bekannt, man berichtet zum Beispiel, dass Hippokrates das Veilchen gegen Kopfschmerzen  und Sehstörungen eingesetzt hat.
  • Veilchenzubereitungen helfen bei Erkältungen:
  • Die enthaltenen ätherischen Öle, die Saponine und die Bitterstoffe wirken entspannend und ausleitend auf den Körper, sie töten Bakterien ab und helfen dem Körper zu gesunden.
  • In der Aromatherapie beruhigt der Duft von Märzveilchen die Gemüter.
  • Als Bestandteil eines Duftkissens mit Lavendel vertreibt es Unruhe und Kopfschmerz.
  • Eine Leckerei sind kandierte Veilchenblüten.
  • Als Bonbon in Frankreich und in Grossbritannien sehr beliebt: Schon bei Agatha Christie werden Miss Marple’s “Violet Pastils” erwähnt.

Verwendet werden das blühende Kraut ganz, oder nur die Blüten. Da in der Signatur beide Pole derselben Achse vertreten sind, haben wir auch Mars und Pluto Themen beim Veilchen. Es ein Kraut der Hekate, wie auch Narzisse oder Krokus (Herbstzeitlose), die ebenfalls mit dem Persephone-Mythos zusammenhängen.

Inhaltsstoffe:

  • Saponine, Bitterstoffe, Violoin (ein Alkaloid), Cyamin (blauer Farbstoff), Glykoside, Salicylsäuremethylesther, Odoratin

Veilchenzucker:

  • Rohrzucker mit frischen, trockenen Veilchenblüten einschichten. Das etwas klumpige Ergebnis einige Zeit trocknen lassen und im Mörser zermahlen.

Veilchentrank mit Honig:

  • 20g getrocknete Veilchenblüten
  • 40g getrocknete Hagebutten oder Apfelstückchen
  • Alles mit 2l kochendem Wasser aufbrühen und 10 min ziehen lassen.Durch ein Sieb giessen und nach dem Abkühlen nach Geschmack mit Honig süssen.

Veilchenbowle:

  • Eine gute Handvoll Blüten stark duftender Veilchen
  • in einer Tasse weissen Rum und
  • einer halben Flasche Weisswein über Nacht ziehen lassen.
  • Abseihen
  • 200 g Demerara-Zucker mit dem Rest des Weines verrühren und zum Veilchenextrakt geben
  • mit Mineralwasser oder trockenem Sekt auffüllen

Hustensirup:

  •  100 g Veilchenblüten
  •  1 Liter Wasser
  • 1200 g Rohr-Zucker

Zuerst  die kleinen weißen Sporne an den Ansätzen der Blüten entfernen, dann die Blüten mit kochendem Wasser überbrühen. Alles eine Nacht lang zugedeckt ziehen lassen. Dann absieben und den Zucker zugeben. Erwärmen (nicht kochen!) und dabei umrühren bis er aufgelöst ist. 3-4 mal am Tag ein Esslöffel gegen Husten.

Veilchen-Gelee mit Apfelsaft:

  • 200 g Veilchenblüten
  • 500 ml klarer Apfelsaft
  • 500 g Rohr-Gelierzucker 1:1
  • 1 Spritzer Zitronensaft

Den Gelierzucker mit dem Saft aufkochen, die sauberen Veilchenblüten zugeben. Unter Rühren sechs Minuten kochen lassen. Sofort in kleinere Gläser füllen und gut verschließen. Auf den Deckel stehend auskühlen lassen.

Veilchenlikör:

  • 100g gut ausgelesene und abgebrauste Veilchenblüten
  • 500 ml  weisser Rum

in einer weiten Flasche 4-5 Wochen stehen lassen. Den Likör abfiltrieren und nach Geschmack mit Honig oder Agavensirup süssen.

Veilchenwiese am Wäschschloss im Stauferland.©scrano 2016

Veilchenwiese am Wäscherschloss im Stauferland.
©scrano 2016

Mythologie:

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Dante Gabriel Rossetti:Proserpina
quelle:wikipedia

Im antiken Griechenland galt das Veilchen als Symbol der Fruchtbarkeit und als Blume der Mäßigung. Man hoffte auf seinen wohltuenden Einfluss: Bei Festgelagen wurden Veilchensträuße gereicht und Veilchenkränze getragen. Ihr Duft sollte vor den Auswirkungen von Völlerei, Rausch und Kopfschmerzen bewahren. Die Blume ist war zwar dem Ares heilig, aber Veilchenbekränzte und Veilchenhaarige sind gebräuchliche Anrufungen für Aphrodite. Der Dichter Pindar nennt gleich ganz Athen die “veilchenbekränzte” Stadt. In Athen erhielten damals, als die Kindersterblichkeit noch sehr groß war, an einem bestimmten Frühlingstag alle Kinder, die älter als 3 Jahre waren, einen Veilchenkranz als Geste der Dankbarkeit für die Überlebenden. Obwohl ein Symbol der Bescheidenheit, da von zarter Gestalt und im lichten Schatten blühend, ist das Veilchen sehr zäh und eignet sich sogar als Bodendecker, den man betreten kann. Es ist durchsetzungsfähig und kann sich sogar im Rasen schnell ausbreiten. Trotz der zerbrechlich wirkenden Blüte auch ein aggressives Gewächs. Daher stammt auch seine antike Zuordnung zu Mars und Venus zugleich. Die griechische Sage berichtet auch, dass, wenn Persephone als holde Frühlingsgöttin Kore  der Unterwelt emporsteigt, um die Fluren neu zu beleben, unter ihren Schritten Veilchen in Mengen aufblühen. Sigmund Freund sah in der Pflanze sogar ein Sexsymbol und brachte ihren Namen mit dem lateinischen “violare” = “vergewaltigen” in Zusammenhang. Wohl auch wegen der gewaltsamen Verschleppung der Persephone durch Hades.

Irgendwie haften dem Veilchen solche sinistren Geschichten an. Auch im Kult der kleinasiatischen Kybele, einer Göttin vom Typus “Grosse Mutter”, spielt es eine Rolle: Nach der Selbstkastration von Kybeles Geliebten, dem Sonnenheros Attis, wuchsen aus seinem Blut Veilchen. Er selbst wurde in eine Pinie verwandelt, aber später von Kybele wiederbelebt. Die Symbolik solcher Legenden spielt immer mit dem Kreislauf des Lebens und vor allem dem Wechsel der Jahreszeiten. Das Veilchen ist eine Zeigerpflanze des Frühlings und der Wiederkehr der Sonne und der aufspriessenden Vegetation.

Zur Verwendung in der Verehrung von Erlöserfiguren wie Attis/Tammuz und wohl auch Dionysos passt auch die neuere Zuordnung der Pflanze zu den Fischen und Neptun. Eine Neptunsignatur ist der betörende Duft, der zwar berauschend aber anaphrodisierend und beruhigend wirkt, im Gegensatz zur Venus/Mars Korrespondenz der übrigen Pflanze. Die Fische-Signatur bildet dann auch den ergänzenden Pol zu den Jungfrau-Qualitäten des Veilchens, die ebenfalls aus dem Persephone-Mythos hergeleitet werden: Wie die bescheidene Jungfrau blüht es gerne im Verborgenen.

Posted by on Februar 21st, 2016 Kommentare deaktiviert