Archive for März, 2016

 

Aradia, Queen of Witches oder messianische Prophetin der Armen?

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Aradia – Hexenkönigin oder Gnostikerin ?
Aradia ©scrano 2016 model: willowdawndesigns

EKO EKO AZARAK
EKO EKO ZAMILAK
EKO EKO CERNUNNOS
EKO EKO ARADIA

Einige Wicca-Traditionen intonieren den Namen Aradia zur Anrufung der Göttin (universelle Magna Mater). Die Herkunft des Namens geht zurück auf Leland, welcher die Werke des Okkultisten Aleister Crowley´s Werke beeinflusste. Dieser war ein Ratgeber Gerald Brousseau Gardners, dem Begründer der modernen pantheistischen Hexenreligion Wicca. Er half ihm beim Erstellen seines Ritualwerkes, auch was die Bezugnahme auf ein vorchristliches Erbe der Hexerei in Europa anbelangt. Wahrscheinlich haben beide auch kräftig bei der Archäologin und Hexenforscherin Margeret Murray abgekupfert. Ranke-Graves “Weisse Göttin” zählt ebenfalls zu den einflussreichen historischen Werken.

Die Eko Eko Anrufung der im Wicca verehrten Gottheiten stammt aus Gardners “High Magic Aid” von 1954. Ausser Aradia können das je nach Tradition auch Isis, Osiris, Karnayna und Diana sein. Bei Hollywood-Schmieren findet man diese Invokation leider desöfteren  in blasphemischer Weise mit satanistischen Ritualen in Verbundung gebracht.

“Charles Godfrey Leland veröffentlichte 1899 das Buch Aradia, or the Gospel of the Witches” (Aradia – Evangelium der Hexen). In diesem Werk ist Aradia die messianische Tochter der römischen Göttin Diana und des römischen Gottes Luzifer (Morgenstern, nicht Satan), die auf die Erde entsandt wurde, um die Lehren der Hexen zu verbreiten. Lelands Schlüssel zur Mond- und Schattenwelt der italienischen Hexen war seine von 1886 andauernde Freundschaft mit Maddalena, einer florentinischen Wahrsagerin und Magierin. Durch Maddalena erhielt er das Manuskript für sein Buch, das die Details einer bislang unentdeckten religiösen Hexentradition in der Toscana enthielt. Gemäß Lelands Buch gebar Diana durch einen Zeugungsakt mit ihrem Bruder Luzifer eine Tochter, die den Namen Aradia erhielt. Diana schickte ihre Tochter auf die Erde, um den versklavten, unterdrückten Frauen und Männern die Hexerei zu lehren. Sie wurde die erste Hexe, die Königin der Hexen. Sie versprach den Menschen Freiheit von Sklaverei und damit auch allgemeine Freiheit. Nach ihren Unterweisungen kehrte sie wieder zu ihrer Mutter zurück, aber ihre magischen Kräfte sind auf der Erde noch wirksam und können bei Ritualen und Anrufungen genutzt werden.”

Quelle: wikipdia

Lelands Publikation wurde anfangs als authentisch, später als Pseudepigraphie bewertet. Einen historischen Kern könnte das Werks dennoch besitzen: Im Buch “Hexensabbat – Entzifferung einer nächtlichen Geschichte”, geht Carlo Ginzburg auf die Suche nach der Herkunft des Namens Aradia.  Aus dem Namen der Göttin Hera und Diana entwickelte sich über die Zeit der Name „Heradiana“, dann „Herodiana“, daraus „Herodias“, schliesslich „Erodiade“ und daraus „Aradia“. Solche Synkretismen waren in der antiken Spätzeit durchaus üblich, man denke an den hellenistisch-ägyptischen Serapis oder auch Hermes Trismegistos. Den finsteren Ruch bei den Klerikern bekam Aradia wohl später vom gleichlautenden Namen Herodias aus dem Neuen Testament, der berüchtigten Frau des Herodes, Mutter der Schleiertänzerin Salome. Diese Herodias war auch eine der Nachtfahrenden. Carlo Ginzburg recherchierte bei seiner historischen Spurensuche auch über eine heidnische Sekte der “Calusari”, deren Anhänger noch im 16. und 17. Jahrhundert in Serbien eine mystische Kaiserin namens “Arada” oder “Irodeasa” verehrt haben.

Im späten 12. Jahrhundert, der Hochzeit der Mystiker,  schrieb der Abt von Corazzo,  Joachim de Fiore einen prophetischen Text über ein neues Utopia, welches er aus der Trinitätslehre ableitete:  “Das Zeitalter des Alten Testaments war unter dem direkten Einfluss von Gott dem Vater. Mit dem Erscheinen Christi begann das Zeitalter von Gottes Sohn. Nun sei die Ära des heiligen Geistes angebrochen.  Glauben allein genüge nicht mehr, sondern das Verständnis von Gottes Schöpfung liege in Wissen und Kenntnis, beruhe auf Ursache und Wirkung. Seine Schriften hatten einen großen Einfluss auf die religiösem Gedanken im Mittelalter, aber eigentlich gründen sie sich auf der aristotelischen Philosophie.

Als Folge seiner Lehre gab es in Mailand bereits um 1300 eine Sekte namens “Guglielmiten” (auch als Vilemiten, Guglielmo=Wilhelm, bezeichnet), die daran glaubten, dass eine von der Vorsehung bestimmte  Frau namens Guglielma (Wilhelmine) von Mailand die Wiedergeburt des heiligen Geistes sei, vielleicht ein gnostischer Einfluss, da dies sehr an Sophia aus der Schöpfungslehre dieser religiösen Gruppe erinnert. Daher müsse nun eine Kirche mit einem weiblichen Papst und weiblichen Kardinälen errichtet werden. Im Zusammenhang mit den ebenfalls gnostischen Katharern, die wohl ursprünglich aus Bulgarien (Bogumilen) und Serbien (Irodesa?) stammten, ist diese neue “Ketzersekte” besonders interessant.  Die Albigenser oder Katharer wurden zu dieser Zeit besonders in Südfrankreich verfolgt und dort ausgelöscht. Auch sie verehrten in Sophia , der heiligen Weisheit,  eine weibliche Form des göttlichen Geistes. Vielleicht fanden einige ja Zuflucht in der Nähe von Mailand. Zudem stammt die religiöse Bewegung der Vilemiten aus keltischen Gebieten Oberitaliens, wo auch die Benandanti, die eine Art schamanischen Fruchtbarkeitskult praktizierten, zuhause waren. Über letztere Gruppierung, die erst im 16. Jhd der Hexenverfolgung zum Opfer fiel, hatte Ginzburg sein berühmtes Werk: “The Benandanti” publiziert, das auch eine teilweise Rehabilitierung von Margaret Murrays Hexenforschung aus den 1920iger Jahren darstellt.

Die historische Guglielma war in Wirklichkeit die böhmische Prinzessin Vilemína Blažena, welche von 1260 bis 1270 in Mailand lebte, wo sie  schliesslich am 24. August 1281 verstarb. Sie hatte Anhänger in der berühmten Familie der Visconti(Sforza) , aber auch der Familie der Torriani, beides wohlhabende und einflussreiche, aber untereinander in Fehde liegende Familien. Bei diesem Konflikt wirkte Vilemina als Friedenstifterin. Hier kam sie wohl auch in Kontakt mit einer prominenten häretischen Sekte (Schwestern des freien Geistes), die die Lehren des Joachim de Fiore predigten und von der die Prinzessin vermutlich beeinflusst und geprägt wurde.

Nach ihrem Tod wurde die Prinzessin von ihren Nachfolgern verklärt und zu einer neuen messianischen Figur erhoben, quasi ein weiblicher Gegenentwurf zu Christus. Besonders den Visconti sagte man Interesse an reformatorischen Bestrebungen in der Kirche, aber auch den Hang zu “okkulten -sprich hermetischen oder antiken” Geheimlehren nach. Maifreda da Pirovano, Kusine des Matteo Visconti, war nach Guglielmas Tod das Oberhaupt der Guglielmiten-Sekte, sie wurde als deren Päpstin verehrt. Von den Visconti stammt ca. hundert Jahre später auch der älteste erhaltene Entwurf zum Kartenorakel “Tarot“.  Interessanterweise ist eine der Tarotkarten mit sehr ketzerischem Inhalt eben die “Päpstin“, modern auch als Hohepriesterin bezeichnet.  Bei der Ausgestaltung der 22 Trionfi in der Frührenaissance kamen wohl neben solchen Einflüssen die dann schon “offiziell” zur Verfügung stehenden wiederentdeckten Schriften Platos zum Tragen. Gerade im Sammeln und Übersetzen der antiken Texte waren ausser der berühmten Familie Medici auch die Visconti federführend. Dem Kult um Guigelmina gehörten mindestens 50 Mitglieder beiderlei Geschlechts an. Innerhalb der Sekte gab es für damalige Verhältnisse ein ungewöhnliches soziales Leben, das ebenfalls an die Katharer, aber auch an die urchristliche Gemeinde erinnert. Frauen und Männer waren gleichberechtigt, es gab auch keine Ausgrenzungen aufgrund von Armut oder sozialem Stand. Alle sollten sich als Mitglied einer großen Familie fühlen. Zu Ehren und zur Erinnerung der Guglielma wurden regelmäßig gemeinsame Essen veranstaltet, wobei alle Mitglieder ob von Adel oder einfacher Herkunft als brüderliche Gemeinschaft am Tisch sassen.

Wie bei den Quellenstudien zu den Benandanti stammen auch die Angaben über die Guglielmiten weitgehend aus den Impreviaturbüchern (Protokollbuch der Inquisition – Gerichtsakten) z.B. des mailändischen Notars Beltramus Salvagnius. Aufgrund des Prozessverlaufs und der Protokollführung liegen Indizien vor, dass die Folter zur Anwendung kam, deswegen sind durchaus Zweifel an den Protokollaussagen angebracht. Ob diese Sekte wirklich eine freigeistige urchristliche Sekte war oder aber eine urheidnische, naturreligiöse Gruppe (Guglielma als die Begründerin der Stregheria nach Raven Grimassi) mit äusserlich christlichen Zügen, wie beim haitianischen Vodoo, lässt sich derzeit nicht eindeutig belegen, solange nicht neues Material, besonders aus Primärquellen, zur Verfügung steht. Im Zusammenhang mit der Verehrung einer weiblichen religiösen Führerin muss man auch die Vorfälle um Pierina de Bugatis, ebenfalls aus Mailand sehen, womit im späten 14. Jhd. das Zeitalter der eigentlichen Hexenverfolgung begann. Hier wird von einer geheimnisvollen “Madonna Oriente” berichtet, mit der die beteiligten Frauen nächtliche Ausflüge unternahmen, wobei sie in den Häusern der Reichen gemeinsam tafelten. Die an Befana oder Holle oder auch Vilemina erinnernde “Oriente=aus dem Osten – Bulgarien, Böhmen ?”  belohnte die Hausbewohner, wo die imaginären Feste stattfanden, für ein rechtes und ordentliches Leben, die Saumseligen und Schlampigen wurden hingegen bestraft. Die Aussagen der Pierina und ihrer Freundinnen kamen am Anfang ganz unschuldig und naiv daher, sie wurden zu Beginn von den Inquisitoren sogar als blosse Spinnerei abgetan. Weil sie ohne den Druck der Folter geschahen, sind sie in der Beurteilung ihrer Authentizität als Quelle besonders wertvoll. Ginzburg sieht in der “Madonna Oriente” eine Verkörperung des Mondes (domina oriens).

Aufgrund all dieser Fragmente und Querverbindungen ist es durchaus möglich, dass um 1300 in Oberitalien eine Frau lebte und wirkte, die neue soziale und religiöse Ideen predigte und von ihren Anhängern wie eine Göttin auch über den Tod hinaus verehrt wurde. Es war der Übergang des Zeitalters der grossen Ketzer- aber auch Mystikerbewegungen, auch andere Erneuerer, wie Franz von Asissi wurde zu Beginn als Häretiker angesehen, zur sich abzeichnenden Renaissance. Das weibliche Element wurde in der Kirche wieder zusehends stärker und schliesslich im Marienkult dogmagerecht sublimiert. Über die Jahrhunderte hinweg vermischten sich die Spuren der religiösen Erneurerin (Arada, Irodeasa, Aradia, Guglielma), mit anderen lokalen kultischen Überbleibseln, im Kern erhalten wurden nur die sozialen und religiösen Ideen, die anscheinend im Untergrund durch mündliche Überlieferungen weitergereicht wurden. Oberitalien mit seiner langen keltischen Siedlungsgeschichte (Gallia cisalpina) bot wohl auch einen besonders guten Boden für solche Traditionen. Ginzburg betonte für seine Fruchtbarkeits-und Ekstasekulte diese kulturelle Wurzel im Keltentum als gemeinsamen Faktor. Auch die Toskana von Lelands Maddalena stand unter keltischem Einfluss, bereits während der Etruskerzeit, vielleicht gab es dort auch Anhänger der Vilemiten und alte Fruchtbarkeitskulte. Wie gut die Integration paganistischer Kultinhalte ins Christentum gelingen kann, zeigt uns das ebenfalls keltische Irland.

 

Posted by on März 30th, 2016 Kommentare deaktiviert

Galerie im März: Deeper And Deeper

Ecstasy of Gold ©scrano 2014

Es lockt, was im Verborgenen liegt: Deeper And Deeper
Burrowing Spirals ©scrano 2014

Schon am Ende der Steinzeit grub der Mensch in der Erde, angezogen vom gelben Glanz des Sonnenmetalls, Sinnbild des Himmelslichts.  Später setzte man systematischen Bergbau ein um sich der Schätze im Untergrund zu bemächtigen. Auf Zypern fand man Malachit-bzw. Azurit-Minen, in denen das grüne oder blaue Erz für die Gewinnung  des rotgoldenen Aes Cuprum, Metall der Aphrodite, geschürft wurde.

Kupfer und Gold, als Tausch-und Zahlungsmittel schon früh die Metalle des Reichtums und der damit einhergehenden Macht. Bereits der spät-neolithische Ötzi aus Südtirol trug als Status-Symbol ein Kupferbeil bei sich. Das Silber wurde erst relativ spät als Münzmetall durch die alten Griechen eingeführt. Seitdem sind Edelmetalle ein Machtfaktor innerhalb von und zwischen Weltreichen. Der Metallhandel war das erste globale Unternehemen der Bronzezeit: Das für die wertvolle Legierung notwendige Zinn musste aus Grossbritannien herbeigeschafft werden. Das zivilisationsstiftende Metall der ersten Gross-Städte war daher dem Jupiter zugeordnet, Synonym für Wohlstand und Rechtsnormen. Das beim Silberabbau oder in den Zinn-Minen anfallende giftige Blei wurde erst zur Römerzeit so richtig gefragt: Blei war in den Städten des Imperium Romanum  ein in vielfältiger Weise genutztes Metall – etwa für Abdichtungen, Überdachnungen, Gewichte, Sargauskleidung, etc. Es galt als Metall des Saturn: Seine Schwere und die Verwendung beim Bauwesen und in Verbindung mit Totenriten gaben wohl Anlass dafür.

Das Eisen des Mars war Fluch und Segen zugleich: Einerseits war das Metall wunderbar für Pflüge und technische Gerätschaften aller Art geignet. Man erlernte durch seine Verhüttung auch viel über chemische Prozesse. Andererseits ist es das Waffenmetall schlechthin. Die anbrechende Eisenzeit ist daher auch gekennzeichnet als Epoche von Zerstörung, gewaltsamer Landnahme und blutigen Feldzügen. Schon Hesiod bezeichnet das eherne Zeitalter als einen Fluch der Menschheit, in dem die Barbarei auf die Erde kam. Leider ist sie wohl geblieben, und Asträa, Sinnbild des im Menschen wohnenden Gerechtigkeitssinns ist in den Olymp entflohen.

Quecksilber, das Element der Transformation, flüssig, was einzigartig unter den Metallen ist. Ein Zauberelexier, als Lösemittel für Edelmetalle bei der Erzverarbeitung schon früh entdeckt wurde es zum Symbol für die Alchemie. Es ist bei Raumtemperatur flüchtig, seine Dämpfe sind extrem giftig. Wegen seiner Wandelbarkeit und der Fähigkeit sich mit anderen Substanzen zu verbinden wurde es dem Merkur zugeordnet. Quecksilberverbindungen wurden lange Zeit als Heilmittel eingesetzt – eine frühe Form der Chemotherapie, z.B. bei Syphilis (einer venerischen Jupiter-Krankheit, eingeschleppt aus den Kolonien).

  • Metall der Venus: Kupfer, Gegenpol und  Schatten – Mars (Krieg, Gewalt) und  Pluto (Machtmissbrauch, Obsession)
  • Metall der Sonne: Gold, Gegenpol und  Schatten – Uranus (soziale Revolution, Zerstörung, Chaos)
  • Metall des Mondes: Silber, Gegenpol und  Schatten – Saturn (Autorität, Bankenübermacht, Kontrolle)
  • Metall des Jupiter: Zinn, Gegenpol und  Schatten – Merkur (Neid, Merkantilismus, Globalisierung, Zauberlehrling)
  • Metall des Saturn: Blei, Gegenpol und Schatten – Mond (Trägheit, Traditionalismus, Patriotismus)
  • Metall des Mars: Eisen, Gegenpol und Schatten – Venus (Begehrlichkeit, eifersüchtiges Besitzstreben, Materialismus)
  • Metall des Merkur: Quecksilber, Gegenpol und Schatten – Jupiter (Wohlstand und Wissen – aber zu einem Preis, Umweltzerstörung, Zauberlehrling)

 All that glisters is not gold;
Often have you heard that told:
Many a man his life hath sold
But my outside to behold:
Gilded tombs do worms enfold.
Had you been as wise as bold,
Young in limbs, in judgement old
Your answer had not been inscroll’d
Fare you well, your suit is cold.

 
William Shakespeare, The Merchant of Venice: Portia’s Riddle of the  three Boxes
 

Der Prozess von der Auffindung der Erzadern bis zur Läuterung des edlen Metalls durch Lösen in Säuren oder Quecksilber und der anschliessenden Fällung wurde zum Ursprung der Alchemie, mit deren Wahlspruch “Solve et Coagula”.  Auch die spirituelle Alchemie, die als Weg zum Veredeln der menschlichen Seele angesehen wurde nimmt Bezug auf die Metallverhüttung:

V.I.T.R.I.O.L

ist das berühmte Akronym der Alchemisten, das auch von den Freimaurern übernommen wurde. Eine Aufforderung zur tiefergehenden Innenschau als Anfang der Verbesserung des eigenen Wesens an jeden Bruder.

Na dann, Glück auf!

Posted by on März 29th, 2016 Kommentare deaktiviert

Osterpause: Kostümwechsel ….

Nein, ich komme nicht vom Planeten Vulcan!

Nein, ich komme nicht vom Planeten Vulcan!
Doris Alb, some rights reserved. CC License.

Osterferien für Katze und Dosis: Bis zum 28.April!

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Mami … ?

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Mami …?

 ©animation: sevenoaksart.co.uk

 

 

Posted by on März 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

Mandala zu Ostern: Phönix

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“Phönix aus der Asche“ :
Etwas, das schon verloren geglaubt war,
aber in neuem Glanz wieder erscheint.
©scrano 2015

Der Phönix oder Feuervogel ist ein sehr altes solares Symbol, das in vielen Kulturen in ähnlicher Form auftaucht. Aus dem alten Ägypten ist der Bennu-Vogel bekannt, der aus der Asche des Osiris entsteht. In einer älteren Legende schafft er die Welt durch eine Art Ur-Schrei. Er galt als die Geist-Seele Ba des Sonnengottes Ra. Der Bennu soll das Vorbild für den Feuervogel geliefert haben. Der Name Phönix selbst ist altgriechisch und bedeutet “Der Wiedergeborene”.

In der Astrologie stellt er eine der Transformationsstufen des Skorpionprinzips dar:

  • Schlange (Skorpion) – Adler – Phönix.

Im Christentum findet man den Phönix als Symbol der Auferstehung.

Phoenix-Fabelwesen

Phönix von F.J.Bertuch, 18.Jhd.

Für die  Alchemie ist der Phönix ebenfalls ein wichtiges Sinnbild, er steht für die Läuterung durch Feuer und die letzte Stufe vor der Darstellung des “Steins der Weisen”. Auch im Rosenkreuzertum und der Freimaurerei  findet man seine Darstellung häufig. Die Verwendung des Phönix in freimaurerischen Hochgraden stammt aus der Templerlegende: Aumont, angeblich erster Amtsträger nach der Verbrennung des letzten, oft mystisch verklärten Grossmeisters Jaques de Molay, soll als Siegel den Phönix geführt haben mit der Umschrift: “Ardet ut vivat” (“Er verbrennt, auf daß er lebe”).  In der Welt der modernen Mythen schliesslich, fand er als Haustier des Zauberschulendirektors Dumbledore auch Eingang in das Harry Potter Universum. Hier wurde hauptsächlich die sprichwörtliche Treue des mythologischen Geschöpfs thematisiert, aber auch die ihm innewohnende lebensspendende Kraft, die auf seiner Zugehörigkeit zum solaren Prinzip beruht.  Der sehr melodiöse Gesang des Phönix findet  ebenfalls Erwähnung. Asklepios, der griechische Halbgott und Begründer der Heilkunde galt als ein Sohn des Sonnengottes Apollon.  Als Verkörperung eines schöpferischen Archetyps des Lichts und des Geistes wurde Apollon auch als Schutzpatron und Erinder der Musik angesehen.

 

Posted by on März 23rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Galerie zu Ostern: Der Aufstieg

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Der Aufstieg zur höheren Existenz.
Ascension ©scrano 2014

In diesem Zusammenhang finden wir im Tarot die Karte XX: Das Gericht.

Deutung:

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Karte XX: Das Gericht.

Der Erzengel Gabriel bläst die Posaune zur Auferstehung. Daran weht die Auferstehungsfahne, die zeigt, dass die Passionszeit vorbei ist. Bei genauerem Hinsehen haben wir aber ein rotes Elementkreuz, das für das Leben steht auf weissem Grund, der auf den Tod aber auch Läuterung und Unschuld hinweist. Im Vorder- und im Hintergrund der Karte steigen die Verstorbenen, dem Weckruf folgend aus ihren Gräbern. Es handelt sich um jeweils 3 Personen: 2×3 = 6, die Weltzahl, Harmonie der Gegensätze, wie es auch durch das Hexagramm ausgedrückt wird. Die viereckigen Gräber und das Elementkreuz stehen für die Materie, die Anzahl der Personen in den beiden Gruppen, 3  symbolisiert den Geist und das Göttliche. Die Auferstehung von drei Personen aus viereckigen Gräbern bedeutet daher die Befreiung des göttlichen Wesens aus dem irdischen Gefängnis. In der Sprache der Märchen ist das die Erlösung des Prinzen oder der Prinzessin aus ihrer verwunschenen Gestalt. Auch die Auferstehungsszene zeigt, dass die Zeit des Leidens vorbei ist. Daher zeigt uns die Karte vor allem Erneuerung und Erlösung, den Neuanfang und die Verjüngung der Seele (Unschuld, weisse Fahne).

Somit steht diese Karte für eine grosse Veränderung in unserem Leben bzw. ein Loslassen der bisherigen Alltags-Realität zugunsten von etwas Grösserem und Bedeutendem. Indem wir unsere Berufung wahrnehmen, fällen wir ein Urteil zugunsten der Wahrheit und gegen den Eskapismus einer Illusion, in der wir gefangen waren. Es ist das Erwachen in die Wirklichkeit, wie bei der Erleuchtung in Buddhismus. Das innere Feuer, das dadurch entfacht wird, ausgedrückt durch das Rot des Kreuzes, gibt uns Kraft auf unserem Weg. Die Karte mit ihrem Zahlenwert 20 = 2×10 vermittelt die 2. Chance sein Lebensziel (10. Haus des Zodiak, Steinbock, Himmelsmitte) doch noch zu erreichen. Zehn war die vollendete Zahl der Pythagoräer, sie ergibt sich aus der Summation der Zahlen der heiligen Tetraktys (1+2+3+4). Sie vermittelt das anzustrebende Ziel im irdischen Leben. Oder man interpretiert die Kartenzahl XX  in der Weise, dass nach dem irdischen Ziel, der 1. Zehn nun ein spiritueller Lebensweg (2.Zehn) wartet.

Posted by on März 22nd, 2016 Kommentare deaktiviert

21.3. Ingress der Sonne in den Widder

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Rothaarige Storm Queen – auch die Widderfrau kann den Mars nicht verleugnen.
Aries ©scrano 2016 feathereffect:falln-stock, 3D-model:ecathe

Das Sternbild Widder ist nicht sehr auffällig. Nur die Sterne am Kopf sind leicht am Himmel zu finden. Der Widder ist ein Herbst-Sternbild, zwar klein aber doch markant.  Für die alten Hirtenvölker, die hauptsächlich Ziegen und Schafe weideten, war der Widder ein Symbol für Fruchtbarkeit und Wohlstand. Früheste Erwähnung findet das Sternbild Widder im 3. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien und wurde dort Ackerbauer / Ackerbesteller genannt. Man findet es westlich der ebenfalls zum Tierkreis gehöreneden Fische, und südlich des Dreiecks. Die 2000 Jahre vor dem Fische-Zeitalter waren von der Widder-Symbolik stark durchdrungen: Der ägyptische, widderhornige Fruchtbarkeitsgott Amun und auch die Böcke von Thor (zwar Ziegen, aber in derselben Kategorie) sind Beispiele für Lebens-Symbolik, aber das Lamm gilt als Sinnbild des Opfers: Nicht nur im Alten Testament wird Isaak durch einen jungen Widder ersetzt, als ihn sein Vater opfern will. Das Lamm ist das sprichwörtliche Sühneopfer, zusammen mit dem Ziegenbock. Letzterer soll als Sündenbock das Böse aus der Gemeinschaft tragen.

Der Widder ist ein Herbststernbild, bleibt aber bis weit in den Winter hinein sichtbar. Auf der Suche nach ihm kann man sich am auffälligen Sternviereck des Pagasus orientieren. Über seiner linken oberen Ecke sieht man das bekannte grosse W der Kassiopeia. Darunter liegt das V der Andromeda, dann das Dreick. Genau unterhalb dieses kleinen Sternbilds findet man dann den Widder.

Eine andere Möglichkeit, den Widder auszumachen, bietet uns der Lauf des Mondes durch den Tierkreis.  Da der Widder auch zu den Zeichen des Zodiak gehört, wird er von der Ekliptik durchzogen. Das Sternbild wird also von Zeit zu Zeit von Planeten durchwandert, der Mond zieht einmal im Monat hindurch. Das bedeutet aber, dass der Mond jeden Monat einmal im Widder stehen muss. In astronomischen und astrologischen Jahrbüchern, den Ephemeris,  ist der Aufenthaltsort des Mondes für jeden Tag des Jahres verzeichnet, inklusive seiner Phasen, daher braucht man nur dort nachzuforschen, um den richtigen Zeitpukt zu finden. Vollmondtage sind aus nachvollziehbaren Gründen eher nicht geeignet, aber das Licht einer schmalen Mondsichel stört nicht zu sehr.

Die Sonne finden wir im Sternbild Widder zur Frühlingszeit: Wegen der Präzession nicht mehr zum Datum des ersten Jahres-Äquinoktiums sondern  vom 19. April bis 4. Mai. Allerdings sieht man es dann nicht, da es sich am Taghimmel befindet.

Gerade in der Sagenwelt des sogenannten Widder-Zeitalters finden wir den Widder als Opfertier, aber auch als Symbol der männlichen Fruchtbarkeit.

In Griechenland gab es einen mythischen König mit Namen Athamas. Er war mit der Wolkenfrau Nephele verheiratet und hatte mit ihr die Kinder Helle und Phrixos. Nach einiger Zeit suchte sich der König eine menschliche Frau, Ino. Diese wollte Nepheles Kinder zugunsten ihrer eigenen loswerden. Also brachte sie die Frauen im Land dazu, das Saatgut für das kommende Jahr zu rösten, so dass nicht aufgehen konnte und eine Hungersnot drohte. Dann gab sie den Kindern die Schuld daran. (Hexenkinder, wegen ihrer übernatürlichen Mutter, einer Art Succubus). Athamas müsse nun seinen Sohn Phrixos auf dem Altar des Zeus opfern, um die Not von seinem Volk abzuwenden. Als Phrixos gefesselt auf dem Altar lag, erschien ein Widder mit einem goldenen Fell. Er nahm die beiden Kinder auf seinen Rücken und floh mit ihnen in ein fernes Land namens Kolchis. Helle fiel dabei ins Meer (den Hellespont), Phrixos kam heil ans rettende Gestade. Der König von Kolchis, Aietes,  opferte den Widder, hängte sein goldenes Fell an einen Baum und ließ es von einem Drachen  (Erdmutter) bewachen. Der Widder aber wurde zum Dank für seine guten Taten in den Himmel aufgenommen. Das goldene Vlies hat einen realen Kern: In Kolchis wurde das natürliche Wollfett des Widderfells als Hilfe beim Waschen des reichlich vorhandenen Flussgoldes verwendet. Nuggets haften sich gerne an die fettigen Zotteln von auf dem Bachboden ausgelegten Schaffellen.

Diese Sage erinnert stark an die bereits erwähnte Geschichte von Abraham und Isaak. Interessanterweise wird ausgerechnet Kolchis das Zufluchtsland der Kinder: Von dieser Region wird vermutet, dass dort das Knabenopfer an den Frühling (die Grosse Mutter) praktiziert wurde. Bereits in der Antike wird dies geschildert, in der Argonautensage, etwa, wo Medea, die Tochter des Aietes damit in Verbindung gebracht wird.  Die Zerstückelung ihres Bruders, aber auch das Verjüngungsritual an Pelias deuten für mich eher auf schamanische Zusammenhänge, welche in der heutigen Region Georgien (Kolchis) durchaus anzusiedeln wären. Trotzdem sind Frühlingsopfer an die Grosse Mutter (Jahreskönig) nicht auszuschliessen. Als später Archetyp der Erdmutter gilt im griechischen Pantheon Hera, deren parthenogenetisch geborener Sohn (der Zorn Heras) der Gott Ares, oder Mars war.  Dieser regiert den Widder astrologisch.  Er ist einer der Feuergötter, wie sie als primordiale Schöpfer auch in der Veden anzutreffen sind: Agni, etwa. Auch in der nordischen Götterwelt gibt es hier Parallelen:

Schonenhammer:
Thors Hammer, ein Phallus.
quelle:wiki

Thor ist der stärkste der germanischen Götter und der Bekämpfer der Eis-Riesen. Er besitzt die mächtigste Waffe überhaupt. Den Hammer Mjöllnir (“Zermalmer”), mit dem er alles zerschmettern kann was ihm vor die Augen tritt. Allerdings ist diese Waffe, die wie ein Bumerang wieder zum Besitzer zurückkehrt, ein wenig seltsam geformt: Ein Phallus-Symbol eher als ein Dampfhammer. Thor wurde vor allem von den Bauern verehrt. Diese hatten für die Krieger der Wikinger und ihren Kriegsgott Odin aus den Skaldengesängen nicht viel übrig. Sie verehrten lieber den ehrlichen, mächtigen und umkomplizierten Thor. Insbesondere auf Island und in Norwegen war Thors Macht größer als die von Odin. Der Thor-Kult dort überstieg den Odin-Kult bei weitem! Wenn man sich die vulkanische Natur der eigentlich eisigen Gletscher-Insel ansieht  wundert das eigentlich nicht. Thor war für die Fruchtbarkeit (des Himmels, Regen) zustaändig, das zeigt schon sein Bocks-Gespann. In dieser Rolle als Frühlingsgott ähnelt er dem Mars der Römer, der auch kein wilder Wüterich war, wie der Zorn der Hera, Ares.

An Wikipedia angelehnt: “In zahlreichen skandinavischen Felszeichnungen und Abbildungen in Steingräbern sind männliche Figuren mit Hörnern zu finden, die einen Hammer oder vielmehr Äxte (Doppeläxte) bzw. Beile erheben, oftmals in phallischer Pose (z.B. Grab von Kivik), weshalb sie als göttliche Wesen gedeutet werden. Was die teilweise als Bock dargestellten „hammerschwingenden“ Figuren der Felszeichnungen betrifft, so weist Franz Rolf Schröder auf die Darstellung in der nordischen Mythologie und die geschilderte enge Bindung von Thor zu seinen attributiven, wagenziehenden Ziegenböcken hin. Im indogermanischen Vergleich ist festzustellen, dass die dem Thor/Donar verwandten Donnergottheiten zwischen Axt, Hammer und Keule variieren. Ein Amulett mit der Darstellung des Thorshammers im nordgermanischen Raum bzw. der Donarskeule im südgermanischen Raum galt in spätheidnischer Zeit besonders bei Frauen als Fruchtbarkeitssymbol (Grabungsfunde in Haithabu) und taucht als solches erst zu dieser späten Zeit auf.”

Tatsächlich sind die Funde von Thors-Hämmern mehrheitlich in Gräbern weiblicher Personen festgestellt worden und stehen unter Umständen eher mit Fruchtbarkeitsriten und Eheweihungen in Verbindung. Eine weitere gleichsinnige Verwendung findet der Thorhammer auf einigen Runensteinen in Dänemark und Schweden. Doppeläxte sind im Mittelmeerraum eigentlich mit der “Grossen Mutter” als Mondgöttin assoziert: Die Labrys stellt die Mondphasen dar, oder einen Schmetterling, Sinnbild des sich erneuernden Lebens. In Mesopotamien sind sie Wahrzeichen der Göttinnen Innana oder Ishtar, ebenso der  späteren zypriotischen Aphrodite. Diese Göttinen stellen den Gegenpol der Achse Widder/Waage oder Mars/Venus dar.

Heissblütiger Durchstarter: Im Widder herrscht der Mars.

Heissblütiger Durchstarter: Im Widder herrscht der Mars.
Aries ©scrano 2014

Der Widder zählt, wie seine Archetypen, die mythischen Helden Herakles oder Jason,  zu den hilfsbereiten, offenen und ehrlichen Menschen. Allerdings neigt er dazu, sich auffällig in Szene zu setzen, und gibt auch gern den Rudelführer. Mutig und selbstsicher stellt er sich den Gefahren und liebt Herausforderungen, manchmal ein wenig unüberlegt. Die wichtigste Eigenschaft des Widders ist sein feuriges Naturell und seine Direktheit. Widder-Menschen sind wie ihr Patron Mars regelrechte Energiebündel, geprägt von Impulsivität, aber auch wie Thor ein wenig naiv. Daher  entscheiden sie oft viel zu schnell und unbedacht, was in der Folge zu ernsten Problemen führen kann.
Seine Mitmenschen sieht er als Konkurrenten und Herausforderer, daher ist wenig zum Teamplayer geeignet. Es ist schwer für ihn einem Streit aus dem Weg zu gehen. Da wäre dann noch die Cholerik, die aber schnell verraucht. Er findet zu einem Problem im Nu eine Lösung und schafft es diese unkompliziert und geradlinig in die Tat umzusetzen. Ein Widder hört nicht gern, wenn man ihm sagt, was er tun soll. Er ist von Natur aus sehr ichbezogen und liebt es bewundert zu werden, fast wie der Löwe. Er will auf das Siegertreppchen, auch beim Sport, einer seiner Leidenschaften.  In der Liebe fasziniert ihn die Eroberung, hat er es geschafft verliert er fast augenblicklich das Interesse: Der regelrechte Casanova, also, der nicht nur ein Liebhaber, sondern auch ein Geheimagent, Gelehrter und Abenteurer war.  Der galante und umtriebige Casanova hatte nicht nur die Sonne im Widder, sondern auch einen feurigen Schütze-Mond und als Gegengewicht einen allerdings ebenfalls vom Mars mitregierten tiefgründigen Skorpionaszendenten. Das Motto: “Im Krieg und der Liebe sind alle Mittel erlaubt”, gilt für beide Geschlechter des Widder-Zeichens.
Durch seinen Elan und Kampfgeist kann ein Widder-Mensch es sehr weit auf der Karriereleiter bringen. Er ist zielstrebig und sehr ungeduldig. Wenn er etwas möchte, dann will er es am Liebsten gestern. Ist er an Regeln gebunden und darf nicht nach seinen spontanen Impulsen bestimmen, kann es schwer für ihn werden.
Widder sollten einen Beruf wählen, in dem sie meist als Anführer oder Pionier fungieren dürfen und am besten ihr eigener Chef sind. Niederlagen und Nackenschläge (ein Körperteil, das ihm zugeordnet ist) steckt der Widder schnell weg. Widder-Menschen beißen sich durch. Sätze wie: „Das schaffe ich schon allein.“ sind typisch für die Angehörigen der kardinalen Zeichen, z.B. auch des Steinbocks. Deren Aufgabe ist es, Dinge in Gang zu setzen. Scarlett o’ Hara aus “Vom Winde verweht” stellt wohl die typische Widderfrau dar. Alexander der Grosse, (Sonne Krebs, auch kardinal + ASC Widder)  aber noch mehr sein Vorbild Achilles repräsentieren ebenfalls das Widderprinzip, einschliesslich seiner Schwächen.

Positive Eigenschaften

  • Zielstrebiggraphics-zodiac-signs-337712
  • Diszipliniert
  • Selbstbewusst
  • Mutig
  • Leidenschaftlich
  • Abenteuerlustig
  • Belastbar
  • Durchsetzungsfähig
  • Direkt
  • Tatendrang
  • Unternehmergeist
  • Pionier
  • Unkompliziert
  • Spontan
  • Herzlich
  • Eigenmotiviert

Negative Eigenschaften

  • Egoistisch
  • Rücksichtslos
  • Aufbrausend
  • Ungeduldig
  • Aggressiv
  • Impulsiv
  • Neidisch
  • schlampig
  • Trotzig

Der Widder gehört zum 1. Haus des Zodiak, hier herrscht der Mars in seinem Taghaus.

  • Element: Feuer, kardinal, Yang
  • Farbe: Feuerrot und Rotorange
  • Kristalle: Rubin, Diamant, roter Yaspis, Hämatit, Magnetit
  • Tarot: Der Herrscher, fünf Stäbe, Der Magier, König der Stäbe
  • Domizil: Mars (Pluto)
  • Exil: Venus
  • erhöht: Sonne
  • Fall: Saturn (Uranus)
  • Pflanzen: Alle Mars- und Feuerpflanzen, vor allem Pionierpflanzen.

Zur Zeit fühlen wir alle die Auswirkungen des langsamen Transits von Uranus über den Widder. Unfälle, extremes Impulsverhalten, Gewaltausbrüche, Sprunghaftigkeit. Hoffentlich wird auch die positive Seite spürbar: Genieblitz – wir brauchen Dich!

 

 

Posted by on März 21st, 2016 Kommentare deaktiviert

Wenn die Osterglocken schweigen: Ratscherbuam in der Oberpfalz

Muensterschwarzach_Ratschenstandbild_2005

Ratscherbuam Denkmal vor der Abtei Münsterschwarzach.
Modified by scrano 2016 original bei wiki.

Da in den katholischen Gegenden Bayerns in der Karwoche nur eine Art Glocken auffällt – die sonnengelben Osterglocken, unermüdlich blühende Zwiebelblumen – müssen andere Instrumente her, die zum dreimal täglich zum Angelus-Gebet*** rufen … Diese Aufgabe übernehmen junge Burschen, jetzt auch Mädchen, die sich zu Ratschergruppen zusammentun, ähnlich wie die Sternsinger an Dreikönig. Anstatt der Glocken rufen nun die Ratschbuben mit ihren Ratschen von Gründonnerstag Abend bis zur Osternacht zum Gebet und Gottesdienst. Früher war dies zwingend notwendig, da nur wenige Menschen eine eigene Uhr besasssen und die Kirchenuhr nicht immer sichtbar war. Schon zu Klosterzeiten wurde in der Osternacht zur “Rumpelmette” geklappert. Da dieser Brauch immer mehr ausstirbt, möchte ich ihn hier wieder in Erinnerung bringen und einmal näher vorstellen: Eine sogenannte Ratsche oder Klapper ist ein Holzgerät, bei dem man durch Drehen einer Kurbel Holzhämmerchen in Bewegung bringt. Diese prallen auf das Holzgehäuse und erzeugen dadurch klappernde Geräusche. Kleinere Drehratschen haben Kinder früher als lärmerzeugendes Spielzeug besessen, auch in Stadien sieht man sie manchmal noch. Hier geht es aber um die Knieratschen, mit denen sogar ein Takt eingehalten werden kann, so dass die unterschiedlichen Instrumente der Ratschergruppe einen Gleichklang erzielen.

Der bei uns übliche Ratschenspruch lautet:

„Wir ratschen, wir ratschen den englischen Gruß
den jeder katholische Christ beten muss.
Fallts nieder,  fallts nieder auf enkere Knie
und bets a Vater Unser und drei Ave Marie.

beim letzten Ratschen am Karsamstag wird manchmal angehängt:

“Wir haben geklappert für`s Heilige Grab
und bitten nun um a milde Gab’“

Ich habe aber auch schon gehört:

Wir haben geklappert für`s Heilige Grab und bevor ma gehn
bitt’ ma schen um a Oa – no bessa warn zehn, aber es glanga a zwoa.

Angelusläuten – Englischer Gruß

yellow_tulips_by_kmygraphic-d7e9vy3Morgens, mittags und abends wird durch Glockengeläut der Kirchenglocken in katholischen Gegenden zum Gebet aufgerufen. Zu diesem Zeitpunkt sollen die Gläubigen jeweils den Englischen Gruße beten, der auch Angelus genannt wird.

Der Name Englischer Gruß ist kommt von dem Wort Engel und hat nichts mit der englischen Sprache zu tun. In früheren Zeiten wurde beim Morgenläuten an die Geburt Jesu gedacht, beim Mittagläuten an seinen Leidensweg und beim Abendgeläut an seine Menschwerdung.

Der Englische Gruß ist ein Gebet aus den Worten des Erzengel Gabriel bei der Verkündung der Geburt Jesu, das auf Lukas 1,26-38 basiert.

Der Brauch des Glockenläutens zum Gebet besitzt eine ähnliche Grundlage wie der Ruf des Muezzin vom Minarett: Aufforderung mit dem Tagesgeschäft einen Moment innezuhalten, um sich nicht nur den materiellen Dingen zu unterwerfen. Im Islam wird allerdings fünf mal gebetet, was wohl auch einer anderen Tageseinteilung im heissen Wüstenklima geschuldet ist. Und man muss sich vorher reinigen – Körper, Geist, Seele sozusagen. Eigentlich nicht falsch – wenn nur die Sache mit den archaisch-anachronistischen Begleiterscheingen nicht wäre, und natürlich wieder der Alleinseeligmachungsanspruch aller monotheistischen Glaubenssysteme, der eine echte Annährung verhindert.

Ratsche für Ostern

Ratsche aus Ahornholz als Ersatz für Osterglocken- Läuten
quelle:wiki

 

Posted by on März 20th, 2016 1 Comment

Galerie im März: Coming of Age

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Rite de Passage in der surrealen Welt der Fraktale.
Coming of Age scrano 2015

Filme und Bücher über das Heranwachsen, nicht unbedingt formal das Erwachsenwerden – eigentlich das Herauswachsen aus einer zu eng empfundenen Hülle, das wie bei Schlange oder Puppe mit schmerzhaften Häutungen einhergehen kann. Daher findet man die gesamte Gemüts-Palette von unerschütterlicher Zuversicht bis zur tiefen Depression. Die emotionale Färbung des eigenen Übergangsrituals ist häufig geprägt vom Zeitgeist – in unserer Ära wäre wohl die naive Zukunftsperspektive eines Holden Caulfield nicht mehr zu finden. Aber Werthers Leiden prägen auch nicht mehr die Weltsicht einer Genration – oder vielleicht doch?

Filme:

  • Stand by me – Stephen King
  • Es – Stephen King
  • American Beauty (auch die Midlife Crisis gehört dazu!) Kevin Spacey
  • American Pie – von den Zoten mal abgesehen – aber auch das ist Teil des Prozesses! Die beste Rolle hat eindeutig Noah Levy als Dad von Jim Levenstein.
  • The Royal Tenenbaums – Owen Wilson, Ben Stiller, Gene Hackman
  • Good Will Hunting – Robin Wlliams, Matt Damon
  • Clueless – Alicia Silverstone
  • Pan’s Labyrinth – dunkles Fantasy-Epos von Guilermo del Toro
  • Ferris macht blau – Matthew Broderick
  • Die Reifeprüfung – Dustin Hoffmann, Anne Bancroft
  • So finster die Nacht – Vampirdrama von John Lindqvist
  • Das Beste kommt zum Schluss – Jack Nicholson, Morgan Freeman
  • Knocking on Heaven’s Door – Till Schweiger

Romane:

  • Der einzige moderne Entwicklungsroman ist ausgerechnet “Harry Potter” von J.K. Rowling
  • Der Fänger im Roggen – J.D.Salinger
  • Wilhelm Meisters Lehrjahre – J.W. Goethe
  • Die Leiden des jungen Werther – J.W. Goethe
  • Parzifal – Wolfram v. Eschenbach
  • Wer die Nachtigall stört – auch als Film, Haper Lee, mit Gregory Peck als Atticus Finch
  • Grosse Erwartungen – Charles Dickens
  • Simplicissimus – Grimmelshausen
  • Das Glasperlenspiel – Hermann Hesse
  • Siddharta – Hermann Hesse
  • Die Blechtrommel – Günther Grass
  • Der Zauberberg – Thomas Mann
  • Der Herr der Ringe – J.R.R. Tolkien
  • His Dark Materials – Philip Pullman

Viele der oft lobgepriesenen neueren Bücher kommen häuig flach daher und haben ausser dem üblichen IN-oder Szene Jargon nicht viel zu bieten. Die Klassiker erscheinen  dagegen oft zeitlos gültig – deswegen sind sie ja auch Klassiker. Für eine moderne Adaption des Stoffes “Übergangsriten” ist mittlerweile das Medium Film oftmals die bessere Wahl, da Menschen durch die starke Visualisierung und Beschleunigung ihrer Umwelt und Kommunikation auf die Welt der Bilder besser ansprechen als auf Texte.

Fraktalbilder der Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

Posted by on März 19th, 2016 Kommentare deaktiviert

Osterzopf und Eierfärben

Ich bin kein Osterkater …!Obelix as Kitten ©beast666 1988

Ich bin nicht der Osterkater …! Obelix as kitten ©beast666 1988

Eierfärben zu Ostern ist auch ein Spass für kleinere Kinder. Diemal geht es um bunte Vielfalt bei gekochten Eiern, die dann Ostergebäck zieren oder  Frühlingatmosphäre auf den  Frühstückstisch zaubern. Die Ausblaserei ist eher ungeeignet für Kinder, erstens gehen viele Eier dabei zu Bruch – es gibt eine Sauerei und Salmonellengefahr besteht auch. Ausserdem – was macht dann mit dem schnell verderblichen Ei-Inhalt – ein Riesenomelette ?

Wenn man also ganze, gekochte oder ungekochte Eier färben möchte, muss man besonders auf die Ungiftigkeit der Farben achten, auch wenn man Ostergebäck damit schmücken will. Lebensmittelfarben für Ostereier gehören oft zu den Azo-Farbstoffen, diese sind zwar nicht regelrecht toxisch aber sehr allergen.

Allgemeine Färbe-Tipps:

Weiße Eier sind für die nicht so grellen biologische Farben am besten geeignet, besonders wenn sie vor dem Färben gut mit Essig abgerieben wurden.
Die Farbkraft kann durch  Alaun, Pottasche und Kaliumcarbonat intensiviert werden. Eisenspäne (Büroklammern oder Nägel)  dunkeln die Farbe ab, Essig hellt sie auf.

Rezepte für verschiedene Färbezubereitungen
Für biologische Farben muss ein Farbsud hergestellt werden. Je nach Pflanzenart oder Färbematerial müssen Vorarbeiten wie Zerkleinern/mahlen, Einweichen und Kochen erledigt werden.  Die nicht löslichen Bestandteile müssen dann wierder abfiltriert werden, bevor man die Eier einlegt.

Mengenverhältnisse:
Gemüse und Pflanzen: 500 g auf 2 l Wasser, einfach aufkochen und 30 min simmern.
Beeren, Blätter und Blüten: 30 bis 100 g auf 2 l Wasser, einige Stunden Einweichzeit, besonders bei getrockneten Beeren, dann 30 min. leise köcheln.
Hölzer, Rinden und Wurzeln: 30 bis 100 g auf 2 l Wasser, mehrere Tage Einweichzeit, 2 Stunden leise köcheln.
Kaffee und Tee: 30 bis 50 g auf 2 l Wasser, Assamtee verwenden, 30 min. köcheln – für Rottöne Zitronensaft zugeben. Für Kaffee: Übriggebliebenen kalten Kaffee einköcheln.

  • Rote Farbtöne: Rote Beete, roter Malventee, Tee mit Zitrone (rotbraun)
  • Blaue Farbtöne: getrocknete Holunderbeeren oder Heidelbeeren
  • Gelbe Farbtöne: Birkenblätter, Brennesselblätter, Goldrutenkraut, Safran, Curcuma, Kamillenblüten
  • Orange Farbtöne: Karotten, Ringelblumenblüten, Zwiebelschalen (golden)
  • Braune Farbtöne: Eichenrinde, Haselnuss-Blätter, Kaffee, Tee – kann man aber gleich braune Eier nehmen
  • Grüne Farbtöne: Matetee, Johanniskraut, Schachtelhalmkraut, Spinat, Petersilie

Sud bereiten, abkühlen und abfiltrieren. Zum Färben wieder zum Kochen bringen – gesäuberte Eier einlegen und 8-10 min kochen. Zum Schlusss mit Speiseöl oder Speckschwarte abreiben, dann glänzen die Ostereier richtig schön.

Osterbrot – oder Zopfeaster_egg12_by_kmygraphic-d7dmcid

  • 175 ml Milch
  • 500 g Bio-Mehl, Wiener Griessler
  • 1 Würfel Back-Hefe
  • 100 g heller Demerara-Zucker
  • 90 g BIO-Butter
  • 1 Pck. echter Vanillezucker
  • Zitronenschalen-Zesten oder selbstgemachter Zitronenzucker
  • 1 Ei, Klasse M, Bio
  • 80 g helle Sultaninen, ungeschwefelt
  • 1 Eigelb, 1 Eiweiß getrennt
  • 1 EL Milch
  • Mandel-Stifte oder Mandelblättchen zum Bestreuen
  • Hagelzucker

Hefeteig:
Mehl auf ein Backbrett aufhäufeln, in die Mitte eine Vertiefung drücken. Frische Hefe hineinbröckeln, 1/2 Teelöffel Zucker und etwas lauwarme Milch hinzufügen. Mit einer Gabel vorsichtig verrühren und diesen sogenannten Vorteig etwa 15 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen (kleinen Topf überstülpen). Butter in der übrigen warmen Milch zerlassen.
Übrige Zutaten, außer Sultaninen, zusammen mit der Milch- Fett-Mischung zum Hefeansatz hinzufügen und alles mit den Händen schnell verkneten, wenn der Teig formbar wird, die Sultaninen zugeben.   Teig zum Laib formen, zugedeckt an einem warmen Ort so lange gehen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat. Inzwischen das Backblech mit Backpapier belegen.

Flechten: Teig auf leicht bemehltem Backbrett noch einmal gut durchkneten und 3 gleich große Stücke abschneiden. Jedes Teil zu einer langen Rolle formen, auf das Backpapier legen und zu einem Zopf flechten. Den fertigen Zopf zugedeckt mit einem leicht feuchten Küchenleinen gehen lassen, bis er sich wieder sichtbar an Volumen zugenommen hat. In der Zwischenzeit den Backofen vorheizen: Heißluft: etwa 160°C
Milch und Eigelb verquirlen und den Zopf damit bestreichen. Mit Mandeln und Hagelzucker bestreuen, auf mittlerer Schiene, 30 min goldbraun backen.

  • Alternativrezept: Aus dem Teig lassen sich auch vier bis fünf kleine Osterkränze formen, in deren Mitte man ein gekochtes Ei setzen kann.

 Osterlamm

Das Osterlamm ist ein lockerer Rührkuchen, der früher die Stelle des Schoko-Hasen innehatte. Für diese Gebäckspezialität gibt es extra Back-Formen, mittlerweile sogar aus Silikon. Die Zubereitung ist simpel.

  • 250 g BIO-Butter
  • 250 g heller Demerara-Feinstzuckereaster_jewel_by_kmygraphic-d8laf86
  • 1 Pck. echter Vanillezucker
  • 5 Eier, Klasse M, BIO
  • 375 g helles Dinkel-Mehl 630, BIO
  • ger. Zitronenschale, oder 1/2 TL selbstgemachter Zitronenzucker
  • 5 EL Milch
  • 1 Pckg. Safran-Backpulver

Puderzucker, zum einfachen Bestäuben oder für eine Zitronensaftglasur:
1/2 Pckg Puderzucker mit Zitronensaft mischen, bis eine zähe, streichfähige, aber nicht zu dünnflüssige) Masse ensteht.

Weiche Butter schaumig rühren, Zucker und Vanillezucker, Zitronenschale und Eier dazugeben, gut aufschlagen (Handrührgerät).  Gesiebtes Mehl, Backpulver und die Milch unterrühren und den Teig mindesten drei Minuten mit dem Handrührer bearbeiten. Auf drei kleinere, beschichtete oder gefettete und mit Bröseln ausgestreute Lamm-Formen verteilen. Warten, bis die grösseren Luftblasen entwichen sind – dann  im vorgeheizten Backofen bei Umluft 180 Grad ca. 40 Minuten backen.
Die Figuren nach dem Backen vorsichtig aus der Form lösen, vorher erst kurz abkühlen lassen.
Das fertige Lamm entweder mit Puderzucker einstäuben, oder Glasur aufstreichen und Orangenzucker aus selbstgemachten Zesten überstreuen. In katholischen Gegenden wird am Ostersonntag eine Auferstehungsfahne auf das Lamm gesteckt.

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 all eastereggs by ©kmygraphic

 

Posted by on März 17th, 2016 Kommentare deaktiviert

Galerie im März: Neptune, Dream Weaver

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Dream Weaver
©scrano 2014

Aus der Nebelmaschine des Neptuns stammen vielerlei Traumwolken. Echte übrigens auch.

Hypnotiseure, Illusionisten, Filmschauspieler, Make-Up Artists, Pantomimen, Photographen, sie alle üben ihr Geschäft unter dem Patronat des Neptun aus.

Träume, Schlaf, Trance, Meditation, religiöse Ekstase, Koma, Rausch, jede Form von Zwischenreich, hier herrscht er ebenfalls.

Selbst Geschöpfe der belebten Natur tragen seine Signatur der Unbestimmtheit:

Pilze sind ein besonders gutes Beispiel: Weder Tier noch Pflanze, leben sie als ein riesiges, unterirdisches Netzwerk mit Pflanzenwurzeln zusammen. Eine Art Kommunikationsnetz der chemischen Stoffe, ein Boden-Hirn Kollektiv sozusagen, als Gegenentwurf des merkurischen Individualgehirns der höheren Tiere.

Die Fruchtkörper (das was wir als Pilz bezeichnen ist das Fortpflanzungsmedium des Mycels, der eigentlichen Lebensform) der nebulösen Spezies enthalten wiederum psychoaktive Stoffe, die religiöse Trance und Erweckungserlebnisse befördern oder sogar auslösen können – in unserem Hirn, der merkurischen Zentrale. Viele Ethnologen und Anthropologen sehen in den entheogenen Pilzen sogar die Ursache für religiöse Vorstellungen und den Beginn von kultischen Handlungen in der Frühgeschichte der Menschheit. Vielleicht haben andere Geschöpfe mit einem hochentwickelten Gehirn, das dem unseren ähnelt ebenfalls solche Erlebnisse. Manche der Psycho-Pilze werden auch von Tieren besonders gerne gefressen. Um sich zu berauschen?

Also ein echter Weber von Träumen, der mysteriöse Neptun, der uns in eine grösseres Kollektiv rückverbinden will, denn nichts anderes heisst Religion: Rückverbindung.

‘To die, to sleep–To sleep–perchance to dream:

ay, there’s the rub, for in that sleep of death

what dreams may come when we have shuffled off

this mortal coil, must give us pause.’

(Hamlet, Hamlet)

Romeo: ‘I dreamt a dream tonight.’

Mercutio: ‘And so did I.’

Romeo: ‘Well, what was yours?’

Mercutio: ‘That dreamers often lie.’

Romeo: ‘In bed asleep, while they do dream things true.’

Mercutio: ‘Oh, then I see Queen Mab hath been with you.  

She is the fairies’ midwife… (Romeo and Juliet)

There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy.’  

(Hamlet, Hamlet)

Fraktalbilder der Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

 

 

 

Posted by on März 16th, 2016 2 Comments