Archive for März 15th, 2016

 

Mandala im März: Ocean Born

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Juwelen der Nereiden: Tiefseewesen mit Meeresleuchten.
Jewel of the Sea ©scrano 2015

Beim Meeresleuchten scheint das Meerwasser blau bis grün aufzuleuchten, wenn man die Oberfläche berührt, oder Wasser aufwirbelt. Die Ursache für dieses Phänomen, der sogenannten Biolumineszenz sind die im Ozeanwasser befindlichen Kleinstlebewesen.  Zu den Organismen, die ein Meeresleuchten auslösen können, gehören unter anderem Dinoflagellaten, die auch an den gefürchteten Roten Tiden beteiligt sind. Sie sind Einzeller, die zu den Algen gezählt werden.

Auch viele Tiefseefische besitzen sogenannte Leuchtorgane: In ihnen wird durch eine chemische Reaktion Licht erzeugt, oft mit Hilfe symbiotischer Bakterien, ähnlich wie das Meeresleuchten.  Solche Bio-Laternen erfüllen bei verschiedenen Arten unterschiedliche Aufgaben, so etwa die Beleuchtung der Umgebung, Partnersuche oder das Anlocken von Beutetieren. Diese Variante hat der Tiefsee-Anglerfisch perfektioniert: Er besitzt einen Fortsatz mit einem Leuchtorgan am Ende, die sogenannte Angel, der direkt vor dem Riesenmaul endet. Kleine Fische schwimmen so, vom Licht angezogen, direkt vor den Rachen des Anglerfisches und werden verspeist.

Auch Landtiere haben Lightshows zu bieten: Leuchtkäfer und Glühwürmchen beispielsweise. Ihr Licht kommt aus einer chemischen Reaktion zweier Stoffe die in den Leuchtorganen gemischt werden. Dies ist so ähnlich wie bei den Leuchtröhrchen die man knicken muss, damit Licht entsteht – hier ist es der Luftsauerstoff oder ebenfalls eine binäre Chemikalie wodurch der Effekt verusacht wird.

Das Meeresleuchten wurde im Pazifik während des 2. Weltkriegs von den Soldaten bei Nachteinsätzen genutzt: Sie tauchten ihre Hände ins Wasser und konnten in den entstehenden Licht ihre Karten auch bei Dunkelheit lesen.

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Trügerische Meeresblume: Quallen sind eine uralte Lebensform.
Sie gehören zu den frühesten Räubern der Ozeane. Medusa ©scrano 2016

Die meisten Quallen oder Medusen haben lange Fangarme, die mit “explosiven” Nesselzellen ausgestattet sind, die ein giftiges Sekret beinhalten.  Diese benutzen sie zum Fang von Beutetieren und zur Verteidigung.  Kommt es zu einem Kontakt am Auslösemechanismus, einem stielförmigen Fortsatz, löst die Nesselkapsel im Innern der Nesselzelle mit einem Druck von 150 bar aus und schiesst einen mit Nervengift gefüllten Nesselfaden nach außen. Dieser ist zur besseren Wirkung auch noch mit Stacheln ausgestattet. Quallen schwimmen nach dem Rückstoßprinzip, mit Hilfe ihres Schirmes, den sie kontrahieren können, um Wasser nach unten auszustoßen. Dadurch erreichen sie ganz ordentliche Geschwindigkeiten, aber sie lassen sich lieber treiben, als gegen Strömungen anzuschwimmen. Wegen dieser eher passiven Art zählen sie zum Plankton, trotz ihrer beachtlichen Grösse. Neben den bekannten Schirmquallen, deren brennendes Familienmitglied “Gelbe Haarqualle” alias Brenn-oder Feuerqualle an Stränden der Nord- und Ostsee oder des Atlantik für unangenehme Zwischenfälle sorgt, gibt es noch die Würfelquallen, deren gefährlichste Spezies, die winzig kleine Irokandji schon etliche Todesfälle bei Badeurlaubern verursacht hat. Die ebenfalls “brandgefährliche” Portugiesische Galeere, mit ihren Luftsack/Segel,  ist hingegen eine grosse Staatsqualle, ein Zusammenschluss diverser Polypen/Miniquallen zu einem komplexen Organismus, mit Spezialisierung und Arbeitsteilung ihrer unterschiedlichen Mitglieder, die nur in dieser Vergesellschaftung lebensfähig sind.

Wie ihre Namensgeberin Medusa also wehrhafte Geschöpfe, denen man sich mit Vorsicht nähern sollte. Im offenen Meer begegnen uns Quallen allerdings als Wesen von bizarrer Schönheit und seltsam schwereloser Eleganz.

 

Posted by on März 15th, 2016 Kommentare deaktiviert