Archive for April, 2016

 

30.4. Beltane – Feuerfest – Walpurgis

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Beltane Feuerfest: Der Efeu-König kehrt zurück  ….
Heilige Hochzeit der Natur. Beltane Fires ©scrano 2015

Statt Geschichte diesmal nur ein paar Impressionen:

Das Musikvideo zeigt “Huron “Beltane” Firedance”: Loreena McKennitts kulturübergreifende Interpretation war Teil des Soundtracks für die TV-Miniserie “Die Nebel von Avalon” nach Marion Zimmer Bradleys populärer Nacherzählung der Artus-Legende. Das etwas authentischere Video hat der US-prüde Jugendschutz gefressen – hier kann man es ansehen, wenn man einen Google-Account besitzt: Aber – es ist nichts jugengefährdendes zu sehen – rotbemalte Männer und Frauen in Lendenschurzen tanzen um ein grosses Feuer und schwenken Fackeln. Und das auch noch bei Flackerlicht in der Nacht. Da gibt es wohl mehr im Strandbad zu beäuigen … Tanzriten um den Beginn des Sommers zu feiern gibt es wohl weltweit. Für die Kelten war Beltane ein Feuerfest, Bel der keltische Lichtgott, er ähnelt dem germanischen Balder und dem griechischen Apollo – alle diese Namen sind etymologisch verwandt – kehrt wieder und bringt die Fülle des Sommers. In vielen europäischen Ländern war es trotz der Christianisierung noch lange Brauch, eine Mai-Braut oder Maikönigin zu erwählen. Vor allem im ländlichen Grossbritannien wird dies im Rahmen von Maiprozessionen noch heute praktiziert. In der heidnischen Zeit war sie eine Repräsentaion der Muttergöttin oder des Landes selbst. Im Zentrum der Riten stand die Feier der heiligen Hochzeit, des Hieros Gamos, symbolisch oder real: Die Beltanefeste waren immer auch ein Heiratsmarkt, an denen die junge Gerneration ihre Partner wählen und kennenlernen konnte. Erste sexuelle Kontakte waren durchaus erwünscht, die Körper-und Lustfeindlichkeit brachten erst die christlichen Missionare. Etwas von der Ausglassenheit und Lebensbejahung des Beltanefests hat sich noch bis in die Gegenwart erhalten, im  beliebten Brauch, im “Wonnemonat” Mai zu heiraten.

Das Aufstellen des Maibaums (Phallus) mit seinem grünen, von roten Bändern (Mensis) geschmückten Kranz (Mutterleib)  ist auch ein Ritual, das den Hieros Gamos feiert. Der Stamm besteht oft aus Fichte (bei den Germanen dem Thor heilig) und Birkenzweige (der Freya heilig) bilden den Kranz.

Die Farben von Beltane: Gold für die Sonne, frisches Grün für die wiederbelebte Erde, Rot für das Lebensblut (die Mensis) und das Feuer.

Symbole: Göttin und Gott, Hochzeitsfeste, Tänze, Freudenfeuer, Maibaum, Tanzlinde. Kränze und Girlanden mit roten Bändern. Schmetterling, Maikäfer, die aus ihrem Ruhezustand als Puppe nun ins Leben zurückkehren, um sich fortzupflanzen. Bienen als Symbol der “Grossen Mutter”.

Jetzt tanzen nicht nur die Katzen:

 

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ich bin dann mal eben weg …. !

Le Chat Qui Danse:Malta oder Saint Malo

 

 

 

 

 

Die Heilige Walpurga, bekannte Namenspatronin fur den Tag vor dem 1. Mai, war wahrscheinlich keine christliche Heilige, sondern hatte heidnische Wurzeln. Wie bei St.Brigid in Irland, hat man eine beliebte Figur des Volksglaubens einfach “getauft”, und ihre Feste in “jugendfreier” Form in den christlichen Kalender übernommen. Es ist auch interessant, dass sie eigentlich als Schutzpatronin gegen Hexerei und Heidentum gilt, ihr Fest-Datum aber hartnäckig mit ziemlich unchristlichen, sprich freizügigen Aktivitäten begangen wird.

Die wirklich säkularste Form eines Maibrauchtums ist neben den “Tag der Arbeit” Aufmärschen (wer hat sich das Datum dafür bloss ausgedacht?)*** wohl der beliebte “Tanz in den Mai”. Obwohl … trotz Kommerzialisierung und Schlagergedöhns, selbst er hat seinen Ursprung in den Tanzriten von Beltane.

Tipp: Vielleicht am 1. Mai einen Ausflug in die Vogesen machen dort gibt es etliche “Belchen”, dem Sonnengott geweihte Berggipfel. Sogar mit Opfer-Steinschalen, in die zu keltischer Zeit Wein und Milch gegossen wurden.
Wer es wilder braucht – ein Abstecher nach Schottland gefällig? Allerdings ist es für die leichtgeschüzten Darbietungen doch noch recht kühl in Edinburgh um diese Jahreszeit! Da braucht es viel Feuer und ein paar heisse Gedanken … Interessant für Schottlandfreunde ist auch der Begleittext des Videos.

Auch am Brocken im Harz gibt es ähnliche Veranstaltungen – aber nicht so volksnah wie im gälischen Schottland oder Wales.

 

*** Tag der Arbeit, in den USA “Labor Day” findet dort passenderweise im September statt, im Zeichen der fleissigen Jungfrau und ihrem 6. Haus der täglichen Verrichtungen und des Berufsalltags. Ausnahmsweise einmal nachgedacht, ihr Yankees?
 

Posted by on April 30th, 2016 Kommentare deaktiviert

Bald gehts zum Brocken: Besen schon gecheckt?

Fraktale Baubo

Komisch-grotesk: Fraktale Baubo
©scrano 2014

So geht es über Stein und Stock,
Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock.
Stimme:
Die alte Baubo kommt allein,
Sie reitet auf einem Mutterschwein.
Chor:
      So Ehre denn, wem Ehre gebührt!
Frau Baubo vor! und angeführt!
Ein tüchtig Schwein und Mutter drauf,
Da folgt der ganze Hexenhauf
(Goethe, Faust I:Walpurgisnacht)

Baubo, die Schutzherrin der Gebärenden (SheLaNaGig in Irland) ist eine Repräsentation einer uralten Muttergottheit, die oft in Schweineform verehrt wurde. Cerridwen und selbst Freya hatten ein Schwein als Begleittier. Baubo galt als ein wenig schrullig, sie hatte auch keine gesellschaftsfähigen Manieren, also “einen fahren lassen” wäre für die Alte wohl nicht abwegig gewesen. Der Bock gehört zu Thor und anderen Frühlingsgöttern.

ShelaNaGig und Baubo wurden auch als personifizierte Vulva dargestellt, eigentlch natürlich, da sie mit dem Geburtsvorgang assoziiert wurden. Allerdings auch mit fröhlicher Ausgelassenheit und unbeschwerter weiblicher Sexualität.

SheLaNaGig

SheLaNaGig

Also, an den Besenschrank, Mädels, aber wie Ihr wisst: Nur Handgemachtes aus Reisig ist das einzig Wahre für die Brockenflug-Show!

Früher wurden Besen aus Birkenreisig*** angefertigt, der Stiel war ein derber Hasel- oder Fichtenstecken: Freya & Thor vereint, wie beim Maibaum. Eigentlich ist ein Besen eher kein Fluggerät, sondern ein altes Haushaltsutensil, und dient zur realen und symbolischen Reinigung, auch von heiligen Plätzen, schon seit dem Altertum. Der Besenflug stammt wohl vom Walkürenritt: Allerdings hatten die gefügelte Rösser, es waren ja schliesslich Götter, also noble Herrschaften. Die meist aus der ärmeren Schicht stammenden angeblichen Hexen mussten in der Vorstellung ihrer Verfolger mit dem Steckenpferd oder eben einem gewöhnlichen Besen vorlieb nehmen …! Dazu gab es noch den Brauch vom “Besensprung” über die Felder, um für Fruchtbarkeit zu sorgen. Im Gegensatz zum Flugbesen wurde dabei das Reisig-Bündel aber nach vorne gehalten!

Beste Besen - vom Esslinger Mittelaltermarkt

Beste Besen – vom Esslinger Mittelaltermarkt

Also in diesem Sinne:

Ich bin kein Flug-Gerät! Auf mir reiten höchstens vorwitzige Kinder und Freimaurer-Brüder … lol!

Ich bin kein Flug-Gerät!
Auf mir reiten höchstens vorwitzige Kinder und Freimaurer-Brüder … lol!

Oben aus und Nirgends an!
oder:
“Up, up and away”, wie Superman (…auch nur geklaut!).

***Für asiatische Schwestern kommt wohl nur Bambus in Frage – auch keine üble Wahl!
***An alle HP-Besenfluglehrlinge und Fasnet-Hexen: Walpurgis ist eine “Girls Only” Veranstaltung, also husch, auf Eure Besen und dann fort !
 
 

Posted by on April 29th, 2016 Kommentare deaktiviert

Überaschungsfund nach dem Winter

Traubenhyacinthe - für vele eine Wegwerfblume.©scrano 2016

Traubenhyacinthe – für viele eine Wegwerfblume.©scrano 2016

Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub’s mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich’s
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

Johann Wolfgang von Goethe
(1813)

Ein Überraschungfund im Blumenbeet: Tazetten, Traubenhyacinthen, selbst Dufthyacinthen, botanische Tulpen und Co. aus ausrangierten Blumengrüssen zu Ostern etc. haben sich nach dem Auspflanzen munter vermehrt. Und das, obwohl viele der genannten Gewächse als nicht besonders winterhart gelten. Im kalten Nordbayern hätte ich dafür kaum Chancen gesehen. Also nicht wegwerfen, und die Finger von Schnittblumen lassen, das schont Umwelt und Geldbeutel. Lieber ein Rosenbäumchen zum Muttertag, als ein Rosenstrauss. Ausserdem, welkende Blumen im Zimmer sind kein aufmunternder Anblick, selbst nach Feng Shui soll man keine toten Blumen aufstellen. Dazu wird beim feldmässigen Blumenanbau auch noch viel Chemie eingesetzt.

Posted by on April 26th, 2016 Kommentare deaktiviert

Korrespondenzen der Venus – Keywords

oktoberfest_by_scrano-d808dqzDem Venus-Prinzip entsprechen viele Göttinnen oder mythologische Figuren der Neuen und Alten Welt:

Diese weiblichen Ur-Bilder besitzen einen unberechenbaren, fast chaotischen, manchmal destruktiven Anteil, welcher der Venus zugeordnet ist, während der nährende, instinkthafte und intuitive Aspekt dem Mond zugerechnet wird. Auf die Schattenseiten von Frau Luna, dem Mond-Prinzip, komme ich zurück in einem meiner folgenden Artikel: “The Moon is a Harsh Mistress”. Wer gerne SciFi Romane von Robert. A. Heinlein liest, wird den Titel sicher wieder erkennen.

  • Göttinnen: Aphrodite, Venus, Ishtar, Astarte, Astaroth, Aschera, Hathor, Isis, Parvati, Lakshmi, Inanna, Freya
  • Mythologisch: Lilith, Eva, Pandora

Auch ergeben sich aus der Achsenpolarität der Gegenzeichen und Häuser , in denen Venus regiert, Eros-Thanatos Paare, besonders bei II/VIII. Solche Eros-Thanatos Paare sind : Ishtar-Ereshkigal,  Freya-Hel, Hathor-Sekhmet . Sie symbolisieren Binden und Lösen, (2. und 8. Haus), Stier und Skorpion, die Transzendenz des Materiellen. Leben und Tod.

Der aggressive Pol  der Aphrodite Urania des siebten Hauses zeigt sich in den kriegerischen Aspekten der zypriotischen Ur-Aphrodite oder auch der Inanna aus Sumer, oder der Ishtar in Babylon. Dort verkörpern sich Wille und Ego-Anspruch des ersten Hauses, welcher im siebten transzendiert wird.

Venus-Korrespondenzen:

  • Ihre Farben sind grün und rosa.
  • Tiere sind Taube, Katze, Schwan und der Hase, besonders aber der Stier: Der Himmelsstier, die Fruchtbarkeit, das generative Prinzip. –> Gilgamesch-Epos, Apis-Osiris.
  • Symbol: Muschel, Zaubergürtel (Freya, Aphrodite) → Strapsgürtel
  • Metall: Kupfer : Aes Cyprium, Cuprum → Erz aus Zypern, woher Aphrodite/Venus stammt.
  • Ihr Tag ist Freitag: Venerdi = Venus-Tag
  • Ihre Pflanze ist vor allem die Rose, ihre Zahlen fünf und acht, neben der zwei.

Frucht: Besonders der Granatapfel, er enthält tatsächlich Phytoöstrogene ist ein Fruchtbarkeits- und Schönheitsmittel, aber auch Apfel und die “ebenfalls sündige”Erdbeere. Der Granatapfel ist der wahre Paradies-Apfel, von der Eva durch die Schlange (Weisheit, Erdmutter, Natur) an den Adam gebracht: Nach dem Verzehr wurden sie ihrer Sexualität und Unabhängigkeit gewahr → Haus 2: Ich existiere, bin körperlich und habe die Fähigkeit zu erschaffen (zeugen).

Dignitäten:

  • Stier, Waage: Domizil
  • Jungfrau: Fall
  • Fische: Erhöhung
  • Widder, Skorpion: Exil
  • Fünftes Haus: Affinität (Sympathie)

Sie herrscht über die Körperregionen:

  • Nieren, Bauchspeicheldrüse (Kohlehydratstoffwechsel) –> (Waage) und Kehlkopf/Stimmbänder/Zunge, Mund –> (Stier).
  • Ihr zugeordnet sind folgende Sinne: Geschmack, Geruch, Gleichgewicht.

Tarot: Die Kaiserin (Stier), Königin der Münzen , Die Gerechtigkeit, eigentlich die Ausgleichung, nach Crowley (Waage).

Glanzzeit der Venus: Typische Epochen –> Barock und Rokokko, sie zeigen aber auch den Schatten: Eitler Luxus, Prunk und Rüschen, Maitressen, Leibesfülle, Eskapismus und ….. die Syphilis als Geissel der Zeit, nicht umsonst VENERISCHE Krankheit genannt.

 

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P.P. Rubens: Toilette der Venus, Quelle:wikimedia Commons.

Schlüsselworte:

  • Lebensfreude, 2. Chakra, Sexualität (Erotik), Flirt, Spielfreude, Striptease, Pubertät, Lust, Genuss.
  • Körperbeziehung, Selbstliebe, Schönheitsinn, Kunst, Diplomatie, “Social skills”, Umgangsform, Etikette.
  • Stil, Schmuck, Mode, Parfum, Attraktion, Attraktivität, Dessous.
  • Kunst, Tanz und Spiel, Musik. Mit Neptun als höherer  Oktave und Herrscher über Rausch und Ekstase,  haben wir dann Sex, Drugs und Rock’n'Roll.  So könnte man Riten zu Ehren von Göttinnen wie Hathor oder den Bastet-Kult von Bubastis modern umschreiben.
  • Eigene Ressourcen (Talente), Geld, Geschäfte (II) und Geschäftspartner (VII).
  • Liebesbeziehungen, enge Freunde, die anderen (Freunde/Bekannte ) sind in Haus XI/Wassermann/Uranus angesiedelt.
  • Die Stellung der Venus nach Aspekt/Haus und Zeichen zeigt, wo wir attraktiv wirken und für wen, und was wir anziehend finden.
  • Nicht Hingabe und Liebe = Mond/Neptun, sondern UNABHÄNGIGE Liebe (Lustprinzip) = amour fou, la passion (LEIDENschaft) , Liebesaffäre, daher auch Hetäre (hetairai=Gefährtinnen), Maitresse, Geisha. Lust ohne emotionale Bindung → „Der letzte Tango in Paris“.
  • Sexindustrie (und die antike porne=Dirne), das Filmbusiness, zusammen mit Neptun, dem kollektiven Venusprinzip.

Die Ehefrau und Mutter ist eher Mond/Saturn geprägt: Die Uranus-geborene unabhängige Venus wird saturnisch gezähmt. Archetyp: Hera, Frigga, Durga.

Nebenstehend: Das Siegel der Venus, ein magisches Quadrat, welches in Alchemie, Hochmagie und zur Kryptographie verwendet wurde. Die Quersumme lautet 175.

Siegel der Venus- - Quersumme 175

Siegel der Venus – Quersumme 175 = 13!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 
 
 
 
 
Teil I: Aus den Urwassern entstiegen
Teil III:  Mythologie

 

 

Posted by on April 23rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Venus – Aus den Urwassern entstiegen

Venus in a Fractal Shell, nach Bougereau.©scrano 2013

Venus in a Fractal Shell, nach Bougereau.
©scrano 2013

Die Venus gehört zu den sogenannten persönlichen Planeten. Sie ist Herrscherin von Stier (fix, Erde) und Waage (kardinal, Luft). In der klassischen Astrologie, als die Trans-Saturnier noch nicht bekannt waren, hatte jeder der Zeichenherrscher ein Tag und ein Nachthaus. Nur für Merkur und Venus ist dies in der modernen Astrologie übrig geblieben. Das Nachthaus der Venus ist der Stier, ihr Taghaus die Waage.

Ihr zugerechnet werden das 7. Haus = das eigene Selbst im Anderen, Partnerschaft, Ausgleich, und das 2.Haus = physische Existenz, Beziehung mit sich selbst, Selbstwert, Ressourcen (Körper). Venus hält den Spiegel: Sieh Dich an, Du existierst, so nimmt Dich die Umwelt wahr.

Der Venus-Spiegel ist auch ihr Symbol:venuus

Das Zeichen für Venus bedeutet: Geist (Kreis) über Materie (Elementkreuz), Sieg der Ästhetik, des Schönen.

Nach griechischer Auffassung existieren zwei Varianten der Venus oder Aphrodite:

Aphrodite Urania = Venus in der Waage/7.Haus, die himmlische, ästhetische, kunstsinnige Diplomatin, der Flirt, Harmonie, Frieden, die Gerechtigkeit (im Sinne von Ausgleich wie Maat), Perfektion (abstrakt, äusserlich), Schwärmerei, Hetaira, Geisha, Salondame. Die Waage hat zwei Schalen, Ich&Du, so dass auch der Standpunkt des Anderen zählt. Aber in abstraktem, juristischen Sinn, der mentalen Form (Ursprung der Venus aus dem Phallus des Uranus).

Aphrodite Pandemos: Venus im Stier/2.Haus, die irdische, erdhafte, erotisch-sinnliche, genussfreudige, geschäftstüchtige Form,  das Vollweib, Kebsweib, Dirne, Marketenderin, Luder, Prostituierte, Madam. Sie regiert nicht die Zuhälterei in Abhängigkeit, Venus lässt sich nicht binden, aber sie bindet sehr wohl, und hält fest: Thema des 2. Hauses, der Achse von II/VIII: Binden und Lösen.

“Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht was Leiden schafft” : Auch das ist Venus, sie will besitzen und duldet keine Rivalinnen.

Aus dem Zusammenspiel der beiden Typen ergibt sich das weibliche Selbstbild als Partnerin des Mannes, die mütterlichen Aspekte dazu liefert aber der Mond. Ohne dessen Einfluss wäre ausserdem eine Beziehung mit Gefühlstiefe nicht möglich. Genau aus den selben Elementen formt sich für den Mann in seiner eigenen Radix das weibliche Suchbild. Neuerdings gesellt sich auch noch Lilith (der Mondaspekt Lilith, nicht der Asteroid gleichen Namens) zu diesem Komposit.

Aber davon in späteren Kapiteln.

Musische Talente zeigen sich in starker Venus-Stellung, oft gepaart mit Neptun, der höheren Oktave der Venus (die kollektive, transpersonale Venus = All-Liebe).

Häufig finden sich Begabungen als Musiker/Sänger, besonders wenn 2. Haus oder Stier involviert sind. Aber auch Maler wie Dali (Sonne Stier, Venus in 10), Frida Kahlo (Stier MC, Venus in 10), Watteau (Sonne Waage in 2, Mond in 2), vanGogh (Stellium Stier, Venus conj. MC). Die Primaballerina ist eher in der Waage angesiedelt.

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Der Tanz von Son Pentagramm der unteren Konjunktionen.
Es liefert die Zahlen der Venus: 5, 8, 13.

Venus glänzt gerne im Sonnenglanz als Abend- oder Morgenstern → wieder das Symbol des Spiegels. Venus spiegelt aber nur das Äussere (zB. Umgangsformen, Diplomatie, den Körper), der Mond das Innere (die Seele, als Ergänzung zum Selbst=Sonne!). Sie ist nie mehr als zwei Zeichen vom Sonnenzeichen entfernt:

Ein sonnennaher Planet, innerhalb des Erdorbit. Sein Umlauf um die Sonne ist mit dem Erdbahn in einer Art Reigen (Resonanzeffekt) verbunden, der zum Entstehen des sogenannten Venuspentagramms der unteren Konjunktionen führt, das in einem achtjährigen Zyklus durchlaufen wird. Hier finden wir schon eine Verbindung zu den Zahlen Acht und Fünf, die neben der Zwei in Verbindung zur Venus immer wieder auftauchen. Ihre Affinität zur Sonne zeigt Venus durch starke Stellung im fünften! Haus (Löwe,Sonne, Kreativität, generatives Prinzip) und Betonung im Löwen  → auch was ihre Schattenseiten betrifft : Eitelkeit, „Faulheit“= dolce vita, Schlampigkeit.

Sphären-Harmonie in der Raumzeit: Celestial Flower.

Der Tanz von Venus und Erde als ästhetische “Himmels-Rose“.

Sphärensignaturen im Sinne Keplers, wer sich für echte Heilige Geometrie (nicht der Merkaba-Schmäh) interessiert.

Über den Zusammenhang mit der Musiktheorie kann man hier etwas finden.

Wie der Mond hat sie von der Erde aus beobachtbare Phasen: Die launische Venus, wie auch bei Luna ein dem weiblichen Pol zugeordnetes Attribut. Sie zeigt ein strahlendes Gesicht, durch die hohe Albedo ihrer dichten Wolkendecke: Gleich einem Spiegel reflektiert sie das Sonnenlicht. Darunter lauern der Schrecken ihrer heissen Oberfläche und der mörderische Durck ihrer Atmosphäre. Schönheit und Verheissung, Brutalität und Zerstörung, nahe beieinander, wie bei der vielgestaltigen Göttin, die immer auch eine destruktive Seite hatte: Innana, Ishtar, Aphrodite, auch Hathor in Ägypten.

Die ägyptische Göttin von “sex, drugs and rock’n roll” hatte in ihrer Frühzeit neben ihrer Kuhgesrtalt als Mutter des Landes noch einen Löwinnen-Aspekt. Dieser wurde später als eigenständige Göttin Sechmet abgespalten. Hathor verfiel einmal ob der Schlechtigkeit der Menschen in einen Blutrausch, den ihr Vater/Gemahl Ra nur mit einer wahren Bierflut besänftigen konnte. Alle grossen Göttinnnen des Venus-Typs hatten im Altertum Löwinnen zugeordnet: Hathor, Ishtar, Inanna, auch im neolithischen Catal Hüyük finden sich solche Darstellungen. Die grossen Mütter der Neuen Welt werden oft mit Raubtierklauen abgebildet. Das Stadttor in Mykene bewachen zwei LÖWINNEN, nicht etwa Löwen. Zu dieser Thematik gibt es weiteres im Artikel “Sonne im Stier.

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Sprichwörtliche Venus-Blume: Üppig duftende Rose.

 

 
Teil II: Keywords und Korrespondenzen
Teil III: Mythologie
 
 

 

Posted by on April 23rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Ingress der Sonne in den Stier … oder ist es eine Himmelskuh?

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Der mächtige Himmelsstier, Liebling der Grossen Göttin.
Zodiak: Taurus ©scrano 2016 Bull render by umrae-thara.
Full credits: original.

Der Stier ist eines der bekanntesten Sternbilder und aufgrund seiner markanten Form und seiner hellen Sterne gut zu erkennen. Außerdem enthält der Stier gleich zwei bekannte Sternhaufen. Der dreieckige Sternhaufen Hyaden hat bildet den Kopf des Stieres. Der bekanntere Sternhaufen Plejaden befindet sich an der Schulter. Im roten Stern Aldebaran glaubte man  das Auge des Stieres zu erkennen. Den Stier findet man im Herbst und Winter abends am Sternenhimmel. Er steht rechts oberhalb des auffälligen Orion und unter der Auriga, deren Sterne teilweise zu ihm gerechnet werden. Ein Fuhrmann mit Zugochse … lol! Ihre regelmässige Form macht es uns leicht, die Konstellation aufzufinden, denn die Sterne bilden ein grosses V am Himmel.  Die Stier-Hörner sind vom V zwar um einiges entfernt, aber auch gut zu erkennen, da sie helle Sterne enthalten.  Zudem ist der Hauptstern Aldebaran einer der hellsten Sterne des Himmels und aufgrund seiner rötlichen Farbe nicht zu übersehen. Dieser Hauptstern im Stier (Alpha Tauri), ist ein Roter Über-Riese, ein aufgeblähter Stern, dessen Wasserstoff-Vorat schon lange aufgezehrt ist. Da er am Ende eines  Lebenszyklus eines Sterns steht, wird es ihn nicht mehr lange geben. Er ist ca. 68 Lichtjahre von uns entfernt und leuchtet 130mal stärker als unsere Sonne. Das Ende kann für Aldebaran in einer Supernova kommen, die da relativ nahe, recht spektakulär ausfallen wird. Ob der Himmels-Stier hier den “Weltenbrand” durch Gamma-Strahlung bringen kann, hängt von der räumlichen Konfiguration unserers Sonnensystems relativ zum Stier-Auge zum Zeitpunkt der Explosion ab. Naja, mal abwarten.Der Stier liegt auf der Ekliptik und gehört zu den Zodiak-Zeichen. Er wird also zyklisch von Planeten durchwandert, der Mond zieht einmal im Monat hindurch, und vom 14. Mai bis 21. Juni befindet sich die Sonne in diesem Sternbild. Dann ist es nicht beobachtbar, da es sich mit der Sonne zusammen am Taghimmel aufhält und mit ihr gemeinsam auf- und untergeht. Die Verschiebung der Sternzeichen (Stier: 21.4.-20.5.) zu den Sternbildern legt an der Präzession.

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Ptolemäische Kosmos-Darstellung mit Zodiak.

Das Sternbild Stier ist eines der 48 klassischen Sternbilder, die im astronomischen Werk des Ptolemäus beschrieben wurden.

Die Ekliptik mit ihren Zodiakzeichen (Sternzeichen) verläuft genau zwischen den auffälligenn Sternhaufen Plejaden und Hyaden hindurch. Diese Stelle des Himmels wird auch das ‘Goldene Tor der Ekliptik’ genannt. Hält sich Mars im Stier auf, ist er leicht mit Aldebaran zu verwechseln, da sie beide in rötlichem Licht leuchten. Ähnliches gibt es von Antares, dem roten Hauptstern des Skorpions zu berichten. Dewegen nannten ihn die Alten auch Ant-Ares: Gegenmars. Mit den Plejaden (älterer deutscher Name ist Glucke) besitzt der Stier einen der bekannteste Sternhaufen überhaupt. Man nennt sie auch Siebengestirn. Mit freiem Augen erkennt man 5 bis 8 der Sterne, bei guten Lichtverhältnissen. In Wirklichkeit besteht der Sternhaufen der Plejaden aus mehr als hundert blau leuchtenden Sternen, was sich erst durch ein Teleskop bewundern lässt. Es ist eine Ansammlung relativ junger Sterne, ca. 125 Millionen Jahre alt. Der Stier beinhaltet noch etwas Eindrucksvolles, wenngleich es sehr schwierig zu beobachten ist – den Krebsnebel. Er ist ein Überrest eines Supernovaausbruchs im Jahre 1054. Er ist wissenschafts-historisch von Bedeutung, da er für den Astronomen Messier der Anlass war, einen Katalog der Nebel und Sternhaufen zu erstellen. 1758 war Messier auf der Suche nach dem Halleyschen Kometen und hätte ihn fast mit dem Krebsnebel verwechselt. Dies verärgerte den Astronomen derart, dass er beschloss, eine Systematik zu erarbeiten, um weitere Missverständnisse auszuschließen. Der Krebsnebel erhielt in diesem berühmten Katalog passenderweise die Nummer M 1.

Natürlich gibt es bei einem solch spektakulären  Himmelsbild entsprechen viele Mythen:

Die griechische Mythologie bringt das Sternbild Stier mit dem Göttervater Zeus und eine seiner vielen Geliebten in Zusammenhang. Diesmal gilt sein Augenmerk der schönen Europa, der Namensgeberin unseres Erdteils. Europa war die schöne Tochter des phönizischen Königs Agenor, also eigentlich eine Orientalin. Die umtriebigen Phönizier brachte auch tatsächlich das Alphabet und ander Kulturleistungen auf ihren Handelsreisen nach Europa. Agenor wachte aber strikt darüber, dass niemand seine liebreizende Tochter entführte. Um an die begehrte Europa heranzukommen, ließ sich Zeus eine ganz besondere Idee einfallen:

Europa und der Stier

Europa und der Stier

Er verwandelte sich in einen schneeweißen Stier und mischte sich unter die Herde Agenors, nahe der Küste am Mittelmeerstrand weidete. Sein Sohn Merkur selbst hatte die Herde zuvor an den Strand getrieben. Europa war von der Zutraulichkeit und Schönheit des weißen Stieres sehr angetan. Sie und ihre Freundinnen trieben ihre Spielchen mit ihm.  Schließlich fasste Europa sich ein Herz und kletterte, von ihren Freundinnnen ermuntert, auf den Rücken des Tieres. Listig näherte der Stier sich nun dem Wasser, watete vorsichtig hinein und schwamm durch die Weiten des Meeres, um die schöne Europa an die Küste Kretas, also nach Europa zu entführen. In Kreta angekommen nahm Zeus wieder menschliche Gestalt an, der Stier fuhr als Sternbild zum Himmel. Zeus offenbarte seine wahre Identität und machte Europa zu seiner Geliebten. Diese gebar ihm drei Söhne, darunter Minos, der später König von Kreta wurde. In einer Variante dieser Erzählung verwandelte sich Zeus nicht selbst in einen Stier, sondern schickte einen echten Stier, um Europa zu entführen. Diesen Stier sollte Minos später dem Poseidon weihen, behielt aber lieber selbst. Der geprellte Poseidon rächte sich am König, indem er bewirkte dass sich Königin Pasiphae, die Gemahlin des Minos in das Tier verliebte. Aus dieser Verbindung ging das Ungeheuer Minotaurus hervor. Der Meeresgott Poseidon bestrafte auch den Stier für den Frevel und er musste von nun an feuerspeiend auf der Insel herumlaufen, wo er als schlimme Plage wirkte. Erst Herkules fing als eine seiner 12 (Zodiak)-Aufgaben*** den Stier dann ein und brachte ihn nach Argos, wo er jedoch das Festland verwüstete. Schließlich wurde er bei Marathon vom Helden Theseus getötet, der auch schon dem Minotauros den Garaus gemacht hatte.

Auffällige Sternhaufen bei den alten Griechen(Quelle: wiki)

  • Die Hyaden tragen auch den Namen Regengestirn, da ihr abendlicher Aufgang im Herbst eine regenreiche Jahreszeit ankündigte. Im frühen Griechenland galten die Hyaden als eigenes Sternbild. Zusammen mit den Plejaden bilden sie das sogenannte Goldene Tor der Ekliptik. Die Hyaden waren nach der griechischen Mythologie Töchter des Titanen Atlas. Da sie nicht aufhören konnten, den Tod ihres Bruders zu beweinen, wurden sie an den Himmel verbannt.
  • Die Plejaden (sieben Schwestern) stellen Atlas, seine Gemahlin Pleione und weitere seiner schönen Töchter dar. Um Pleione und ihre Töchter vor den Nachstellungen des Orion zu schützen, versetzte Zeus sie an den Himmel. Dort läuft Orion immer noch Nacht für Nacht hinter ihnen her, ohne sie je einzuholen.

Ein mächtiges Kultsymbol

Der Stier gehört zu den ältesten Sternbildern und war bereits den früheren Hochkulturen bekannt. Erste Erwähnung findet ein Sternbild Stier (Taurus oder Centaurus) im 3. Jahrtausend v. Chr. bei den Sumerern, wo ein mythologischer Himmelsstier auch im Gilgamesch-Epos vorkommt. Der Stierkopf wird vom hellen, dreieckigen Sternhaufen der Hyaden gebildet, von dem zwei lange Hörner in Richtung des Sternbilds Orion ausgehen. In Mesopotamien wurde Orion jedoch mit dem sagenhaften König Gilgamesch assoziiert, der den Himmelsstier im Kampf bezwang. Bei den Sumerern erhielt das Sternbild daher den Namen Himmelsstier / Stier des Himmels (Gu4-an-na/Gud anna). Der Stierkult ist eigentlich Ur-weiblich. Die Hörner des Tieres symbolisieren den Mond. Der Mond war ein herausragendes Symbol für die kontinuierliche Erneuerung und die Große Göttin selbst. Das zu dieser Epoche sehr auffällige und häufig anzutreffende Bild des Stieres gilt als Versinnbildlichung der schöpferischen und das Leben hervorbringenden Kräfte und stand mit dem Mond in engem Zusammenhang – ebenso „heilige“ Stierhörner, die von ihrer äußeren Erscheinung und tieferen Bedeutung her mit Ideogrammen des Halbmondes korrespondieren. Die Zodiakglyphe für das Zeichen Stier versinnbildlicht die Vereinigung von Sonne und Mond, ein Echo der alten “Grossen Mutter”, Nicht umsonst steht der Mond im Stier erhöht, er besitzt eine natürliche Affinität zu diesem Zeichen und seiner planetaren Herrscherin, der Venus. Auch durch den Tanzreigen der Planeten sind beide verbunden: 13 Venus-Jahre braucht die Venus für ein sogenanntes Himmelspentagramm, 13 Mondzyklen hat das Jahr. Wie der Mond hat die Venus ebenfalls Phasen. Auch das häufig auftretende Symbol der Doppelaxt in Verbindung mit Stierkulten ist ein weibliches, das die Mondphasen repräsentiert oder den “Mondfalter”, Sinnbild der Transformationen des Lebendigen und der Weltachse.  Schlussendlich sind Schädel des Tieres mit seinen Hörnern auch ein verblüffend ähnliches Abbild der weiblichen Fortpflanzungsorgane.  Dass die Milch der ersten domestizierten Kühe für die Menschen besonders wertvoll für das Überleben war und daher die Tiere als Lebensspender schlechthin betrachtet wurden, findet man heute noch im Hinduismus. Die Kuh steht stellvertretend für Mutter Erde, aber auch für Träume ist sie mondenhaft zuständig. Vielleicht nennt man das Sternbild Stier besser Kuh ? Schliesslich ist auch der Grosse Bär (ursa major) in vielen Kulturen eine Bärin mit Jungem (kleiner Bär).

Ur-Beschützerin des Himmelsbullen war die sumerische Inanna, eine auch ehemals lunisolare Urmutter, mit Löwen und Stier als Attributen. Sie wurde ebenfalls zu einer eher launischen, kapriziösen Diva-Venus mit Zicken-Gehabe umfunktioniert. Dazu passt dass sie als Verkörperung des Stier-Prinzips zu ihrer Zwillingsschwester Ereskigal in die Unterwelt muss, wo ihr wegen ihrer Hybris ordentlich eingeheizt wird. Diese plutonische Schwester stellt den Unterweltsaspekt der Fruchtbarkeitsgöttinen dar, ihren Gegenpol im Skorpion. Ein ähnliches Schicksal erlitt Kore/Persephone in der griechischen Mythologie. Eine Unabhängigkeit von den partiarchalen Regeln bestand nur noch in der scheinbar paradoxen Jungfräulichkeit der Fruchtbarkeitsgöttinen, die allerdings nicht mit Keuschheit, eher mit Unnahbarkeit zu tun hatte, ein kläglicher Rest des männlichen Parts, der in der Urmutter selbst inkorporiert war.

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Sonne im Stier: Es grünt so grün!
Jetzt herrscht die Himmelskuh, Venus Pandemos, Hathor.
Fractal Jungle ©scrano 2013

In Ägypten treffen wir auf die Himmelskuh als Hathor, Patronin von Fruchtbarkeit, Wein und Musik. Auch in ihr vereinen sich ursprünglich solare und lunare Attribute. Später werden erstere vom männlichen Sonnengott Re übernommen, sie selbst zur ägyptischen Venus. Die mythologischen Verbindung Hathors mit Re werden wie folgt beschrieben: Re öffnet im Inneren eines blühenden Lotos seine Augen in dem Moment, in dem er das Urchaos verließ. In seinen Augen bildete sich eine Flüssigkeit, die zu Boden fiel: Sie verwandelte sich in eine schöne Frau, der man den Namen „Gold der Götter, Hathor die Große, Herrin von Dendera“ gab. In einem anderen Mythos verwahrt Hathor über Nacht Re in ihrem Leib und gebärt ihn jeden Morgen neu. In vielen Beschreibungen ist Hathor das Auge des Re selbst. Dieser Ausdruck ist nur eine andere Bezeichnung für den Mond. In der Überlieferung „Die Vernichtung der Menschheit“ ist Re über die Schlechtigkeit der Menschen enttäuscht und schickt Hathor in ihrer solaren Variante, der Löwin Sachmet, um die bösen Menschen zu töten. Sachmet verfällt jedoch in einen Blutrausch und tötet immer mehr Menschen. Durch einen Plan des listigen Thot wird Sachmet mit rotgefärbtem Bier betrunken gemacht, um sie aufzuhalten und während sie schläft, verwandelt Re sie in Hathor zurück. Auch hier wird eine lunisolare Urmutter zuerst ihres Löwenaspekts (Sonne) beraubt und dieser durch die Venusattribute ersetzt. Eine andere religiöse Verbindung der ägyptischen Götterwelt zum Sternbild ist der berühmte Apis-Stier. Ursprünglich war das Tier ein Symbol für die männliche Fruchtbarkeit. Er wurde seit der Ersten Dynastie im Tempel des Schöpfergottes Ptah als dessen Tierform besonders in Memphis verehrt. Der Apis-Stier wurde auch als Orakel des Gottes angesehen. In der Spätzeit wird er dann als Frühlingform des Osiris in den Isis-Kult integriert, als wiederkehrende Vegetation. Während der ptolemäischen Herrschaft in Ägypten wird er Aspekt der “Multikulti”-Staatsgottheit Serapis (Osiris+Apis).

Der Stierkulte spielte immer eine bedeutende Rolle in ganz Europa, besonders deutlich zeigt sich das schon früh bei der Kultur Kretas (Bronzezeit) und im alten Anatolien (ab ca. 7500 v.Chr)

Minoische "Grosse Göttin" mit Löwenhut und Schlangen.

Minoische “Grosse Göttin”
mit Löwenhut und Schlangen.

Bei den Minoern taucht der Stier auch in Verbindung mit der Doppelaxt auf. Die Doppelaxt ist ihrerseits, wie schon erwähnt, eine Symbolik der Sonne-Mond-Bewegungen (Phasen, Finsternisse) am Himmel. Stierköpfe, denen eine Doppelaxt zwischen den Hörnern aus dem sonnenverzierten Schädel ragt, verstehen sich als Gleichnis für den mit der Weltenachse verwachsenen Himmelsstier, der um diese in stoisch kreisendem Lauf das Himmelsjoch zieht. In Catal Hüyük, einer stadtähnlichen Ansiedlung in Anatolien aus dem frühesten Neolithikum wurden Tempelräume mit Figurinen einer Muttergottheit (mit Löwinnen!) und Kultnischen mit Stierschädeln gefunden. Auch die Doppelaxt taucht auf.

Eine Ur-Inanna? Catal Hüyük, ca. 8000 Jahre alt.

Muttergöttin mit Löwenthron:
Eine Ur-Inanna?
Catal Hüyük, ca. 8000 Jahre alt.

Ab der späten Bronzezeit drängt dann das Pferd als Kult-Symbol ins Zentrum der religiösen Vorstellungen im nun zusehends indoeuropäisch geprägten Europa. Erst in der Spätzeit der Antike, aus dem hellenistischen Griechenland kam der göttliche Stier, nun als Signum eines Männerkultes, mit der Mithras-Verehrung  wieder nach Europa. Im Römischen Weltreich etablierte sich der Kult um den solaren Heros Mithras bei der Oberschicht und besonders den Offizieren der Legionen ab dem 1. Jhd v. Chr. Ihren Höhepunkt hatte diese Religion im 2. und 3. nachchristlichen Jahrhndert. Möglicherweise  sind mythologische Ursprünge der Stifterfigur beim Himmelsstier Mesopotamiens und im Gilgamesch-Epos zu verorten, welche dann über Persien in die greaco-romanische Welt gelangten. Das Hauptmotiv auf Altären, Reliefs und Wandmalereien in Mithräen, die so genannte Tauroktonie oder Stiertötungsszene, zeigt Mithras, mit Sternen-Umhang und phrygischer Mütze bekleidet, beim Töten eines Stieres. Nach der mithräischen Mythologie hat Mithras diesen Stier verfolgt, eingefangen und auf seinen Schultern in eine Höhle getragen, wo er ihn zur Erneuerung der Welt opfert. Aus dem Blut und Samen des Stiers regenerieren sich die Erde und alles Leben. Außer den beiden Protagonisten sind auf der Tauroktonie eine Reihe anderer Gestalten abgebildet: Eine Schlange, ein Hund, ein Rabe, ein Skorpion sowie manchmal noch ein Löwe und ein Kelch. Historiker vor allem in neuer Zeit deuten diese Figuren als Sternbilder. Dabei entspricht der Stier dem Sternbild Stier, die Schlange dem Sternbild Wasserschlange, der Hund dem Sternbild Kleiner Hund, der Rabe dem Sternbild Rabe und der Skorpion dem Sternbild Skorpion. Der Löwe symbolisiert das Sternbild Löwe und der Kelch entweder das Sternbild Becher oder den Wassermann. Am Nachthimmel zeigen die Plejaden im Sternbild Stier die Stelle an, an der der Dolch von Mithras in die Schulter des Tieres eindringt. Die Mithras-Mysterienreligion wird in moderner Interpretation zunehmend mehr als eine astrale gesehen, worauf auch die 7 Einweihungs-Stufen (nach den Plejaden oder den sieben klassischen Planeten) hindeuten. Auch die Stiertötung bekommt nun einen Zusammenhang mit astronomischen Geschehnissen am Himmelsgewölbe. Weithin galt in der Antike der himmlische Zugstier als das beständige Element des Kosmos, fest eingespannt umrundet er die fixe Axis Mundi.  Als im 2.Jhd. v. Christus Hipparchos die Präzession dieser Himmelsachse entdeckte, suchte man nach einer göttlichen Erklärung für das zunächst angsteinflössende Phänomen. Hier um ca 128 v. Chr. liegen wahrscheinlich die zeitlichen Wurzeln des Mithraskults: Der neugefundene Gott Mithras, ein Sonnenheros, tötet den Stier und wird der Herrscher und Weltenbeweger: Er verursacht die Präzession der Himmelsachse. Den Wechsel des Äquinoktiums in den Widder ca. 2000 Jahre in der Vergangenheit sah man nun als Erneuerung und den Beginn eines neuen Zeitalters an. Die Ära des Stiers um 2000 v. Christus endet mit dem Akt des Mithras: Interessanterweise werden in dieser Zeitperiode, der späten Bronzezeit, die alten Mutterreligionen von den patriachalen Pantheons zusehends verdrängt. Bald wird das Eisen des Mars uber das Kupfer (Bronze) der Venus herrschen. Das passt dazu, dass der Mithraskult nur Männern vorbehalten blieb. Der Name Mithras ist nach neueren Erkenntnissen eventuell sogar nur eine Art öffentlicher, symbolischer Kunst-Name für einen “Verborgenen Gott der Weltbewegung“, dessen Abbild man im Sternbild Perseus zu finden glaubte.  Dieses “kniet” quasi auf dem Sternbild Stier, wie in den Mihras-Szenen auf den Altarsteinen. Mithras stand vielleicht nur stellvertetend für “das Licht einer neuen Weisheit”.

 Der Stier in der Astrologie

Das Sternzeichen Stier gehört zusammen mit dem Steinbock und der Jungfrau zu den Erdzeichen. Daher ist es typisch für Stiere, dass sie sehr an allem Dinglichen aber auch an ihrem vertrauten Umfeld hängen und nur selten sich von etwas trennen. Durch ihre Zugehörigkeit zum fixen Kreuz bevorzugen sie den “Status Quo”. Es fällt den in diesem Zeichen geborenen schwer etwas loszulassen, daher ist der Stier auch sehr loyal gegenüber seinen Mitmenschen. Seine Freundschaften überdauern, allerdings werden sie nicht schnell geschlossen. Oft wird es schwierig für einen Stier Freunde zu finden, er ist sehr misstrauisch und prüft seine Mitmenschen erst ganz genau, bevor eine Freundschaft entstehen kann. Wegen seiner ausgeprägten Zuverlässigkeit kann man auf einen Stier immer bauen, er ist das solide Fundament in einer Beziehung. Wenn Not am Mann ist, dann ist es gut, einen Stier zum Freund zu haben. Sein ausgeprägter Beschützerinstinkt führt dazu, dass er sein direktes Umfeld und die Familie mit aller Entschlossenheit unterstützt und verteidigt. Seine positive Grundeinstellung macht ihn zusätzlich beliebt bei seinen Verwandten und Bekannten. Deshalb ist er auch für viele “der Fels in der Brandung”, an dem man sich orientieren kann. Das wichtigste für einen Stier ist allerdings die Sicherheit einer Wohlfühlzone, die er an der Verfügbarkeit von Ressourcen festmacht. Da er dadurch sehr besitzorientiert erscheint, sehen ihn seine Mitmenschen oft als unersättlich und materialistisch. Durch die Angst, plötzlich “nackt” in der Wildnis zu stehen, möchten Stiergeborene alles aufheben, womöglich könnte man es noch einmal brauchen. Gleichzeitig können sie jedoch sehr hilfsbereit sein und von ihrem „Reichtum“ abgeben. Bittet man sie um etwas, helfen sie gern, denn ihre Mitmenschen und Freunde liegen ihnen sehr am Herzen, und sie lieben eine harmonische Atmosphäre. Stiere sind meist musisch begabt und erfreuen sich an den schönen Künsten, auch als Sammler.  Da sie zu den eher körperlichen Zeichen gehören, ihr Haus regiert diese Aspekte des Lebens, besonders die Nahrungsaufnahme und den Fortpflanzungstrieb, sind sie auch leiblichen Genüssen nicht abhold.  Passend ist dem Stier auch die Mund- und Nasenregion, sowie der Kehlkopf zugeordnet. Ein oraler Typ, würde Papa Freud (auch ein Stier und passionierter Zigarrenraucher)  dazu sagen. Der Mund ist nicht nur zum Essen oder Küssen da, der musische Stier weist oft ein nicht unerhebliches Stimmtalent auf. Oder er ist eine sogenannte “Nase”, ein gefeierter Parfümeur. Interessanterweise selten ein Küchenzauberer, eher ein regelmässiger Gast in Gourmet-Tempeln, oder in seinem Traumberuf: Gastronomiekritiker. Sind deshalb von der Stier-Venus gesegnete Opernsänger, männlich oder weiblich häufiger moppelig? Diese hedonistische Grundeinstellung des Stiers führt leider oft zu Ausschweifungen im Lebensstil, die der Gesundheit meist abträglich ist.  Auch wenn der Stier kreativen Beschäftigungen ausserhalb der Musik nachgeht , etwa dem Kunsthandwerk, was eine seiner Stärken ist – kann er erstaunliche Dinge schaffen.  Man denke zum Beispiel an den Juwelier Faberge, mit seinen unheimlich detaillverliebten, prunkvollen  Zaren-Ostereiern. Hier zahlt sich die Geduld des Stiers aus. Er ist zwar Künstler, aber kein Träumer. Denn schließlich entpuppen sich Träume oft nur als Schäume. Mit seiner berühmten goldenen Nase riecht er das Geld förmlich (man denke an den Parfümeur!) und macht es sich zu eigen. Hat der Stier einmal ein Ziel ins Auge gefasst, dann verfolgt er es auch konsequent. Allerdings wie immer, wo viel Licht ist, da ist auch Schatten. So auch beim Stier.  Seine zielorientierte Beharrlichkeit ist oft leider verbunden mit seiner ausgeprägten Langsamkeit, die sein Umfeld manchmal wahnsinnig werden lässt. Stiere sind nämlich oft sehr träge und nicht besonders schnell. Die Geduld ist zwar seine Stärke, doch manchmal kann sie auch in Sturheit ausarten. Mit seinem Dickkopf bleibt er beharrlich bei seiner einmal gefassten Meinung und lässt sich nur noch schwer von etwas anderem überzeugen. Dadurch ist er nicht flexibel. Er ist aber kein Bummelant, sondern er benötigt die Zeit, um aufgenommene Dinge quasi wiederzukäuen. Er möchte seinen eigenen, natürlichen Rhythmus finden. Ungeduldige Menschen ergreifen beim Stier lieber gleich die Flucht, sobald sie es mit ihm zu tun bekommen. Intellektuelle Gefechten geht er lieber aus dem Weg, dadurch erscheint er geistig schwerfällig und wenig lernfähig. Dafür ist er sehr gründlich, Flüchtigkeitsfehler gehören nicht zu seinen Schwächen. Viele im Sternzeichen Stier geborene Menschen sind naturverbunden und brauchen deshalb auch regelmäßige Abstecher in ländliche Gefilde um sich zu entspannen. Im Regelfall haben sie viele Pflanzen die liebevoll gepflegt werden.

Positive Eigenschaften

  • Loyalgraphics-zodiac-signs-356126
  • Zuverlässig
  • Musisch
  • Praktisch
  • Pragmatisch
  • Belastbar
  • Bewahrend
  • Beschützend
  • Sicherheitsorientiert
  • Handwerklich begabt
  • Lebensbejahend
  • Sinnlich
  • Beharrlich
  • Geduldig
  • Vorsichtig

Negative Eigenschaften

  • Stur
  • Konservativ
  • Starrsinnig
  • Besitzorientiert
  • Träge
  • Misstrauisch
  • Hedonistisch
  • Schlicht gestrickt
  • Materialistisch
  • Ängstlich

Der Stier gehört zum 2. Haus des Zodiak, hier herrscht die Venus in ihrem Nachthaus..

  • Element: Erde, fix, Yin
  • Farbe: Grün, rosa
  • Kristalle: Turmalin, Jade, Peridot
  • Tarot: Die Kaiserin, Königin und König der Münzen
  • Domizil: Venus,
  • Exil: Pluto /(Mars)
  • erhöht: Mond
  • Fall: Saturn(Uranus), Begründung:  Der Mond steht im Stier erhöht, sein Gegenpol Saturn daher im Fall: Die Askese des Saturn liegt dem Stier nicht. Uranus bedeutet Aufgabe des “Status Quo” und schnellen Wandel, aber auch geistige “Verstiegenheit und Abstraktion”, auch kein Wohlfühlthema für den Stier. Im Gegenzeichen Skorpion wird Uranus häufig als erhöht angenommen, da Transformation und Krise von starken Veränderungen begeleitet werden.  Auch das Loslasen von materiellen Dingen passt zum Uranus. Würden (Dignitäten) bei kollektiven planetaren Archetypen (Uranus-Neptun-Pluto) sind aber eher von akademischen Interesse. In der klassischen Astrologie  (nur bis Saturn) steht im Stier keiner der Planeten im Fall.
  • Pflanzen: Alle Venus- und Erdpflanzen, vor allem Nahrungspflanzen.

***Lesetip: Alice Bailey: “Die 12 Arbeiten des Herkules” aus astrologischer Sicht. Ist zwar etwas theosophisch, aber das kann man getrost ignorieren.

 

Posted by on April 21st, 2016 Kommentare deaktiviert

Glitzernde Edelsteine der Almwiesen: Kuhschelle Pulsatilla

Vor dem Almauftrieb läuten auf den Wiesen schon die Kuhschellen …

Pulsatilla in ihrer botanischen Urform.©beast666 2016

Pulsatilla in ihrer botanischen Urform.
©beast666 2016

Die Küchenschelle ist eine Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Gleichzeitig besteht eine genetische Verwandtschaft zu den Windröschen, den Anemonen, deren Blüten ähnlich im zeitigen Frühjahr die noch unbelaubten Wälder in bunten Teppichen durchziehen. Alle Hahnenfussgewächs bergen eine Schattenseite in sich: Gifte, Reizstoffe oder zumindest üble Gerüche. So sind alle Pflanzenteile der Gewöhnlichen Kuhschelle sehr giftig.

Die Form der halb geöffneten Blüte ähnelt einem Glöckchen oder auch einer Kuhschelle. Die Verkleinerungsform „Kühchen“ hat zur Bezeichnung „Küchen“-Schelle geführt. Eine ähnliche Herleitung gilt für den botanischen Gattungsnamen Pulsatilla, der vom lateinischen Wort pulsare für schlagen, läuten stammt. Sie ist auch unter dem Namen Wolfspfote, Bocksbart, Schlafblume und Hackerkraut bekannt. Die Kuhschelle ist ein auffälliges Gewächs der Bergwiesen des Frühlings, trotz ihres niedrigen Wuchses, hauptsächlich wegen ihrer relativ grossen kräftig gefärbten Blütenkelche mit der strahlend goldenen Mitte. Dazu glitzern ihre haarigen Blätter im Morgentau. Sie blüht, je nach Lage, von April bis Ende Mai.

weisse Pulsatilla, eine natürliche Mutation.©beast666 2016

weisse Pulsatilla, eine natürliche Mutation.
©beast666 2016

Inhaltsstoffe:

  • Protoanemonin – ein schleimhaut- und sogar hautreizendes Mittel, das zu ähnlichen Effekten wie der Riesenbärenklau führt: Blasen und Entzündungen. Innerlich kann es zu Nierenentzündungen, Magen- und Darmbeschwerden und sogar Lähmungen des Zentralnervensystems kommen.
  • Protoanemonin wandelt sich erst beim Trocknen in das weniger giftige Anemonin um, sodass Heu von Bergwiesen mit diesen Pflanzen verwendet werden kann.
  • Die Pulsatilla enthält außerdem Saponine, Harze und Gerbstoffe.

Vergiftungen kommen meist bei kleineren Kindern durch Verzehr von Frischpflanzen vor, obwohl dies bereits ein heftiges Mundbrennen verursachen kann. Sie werden je nach Grad der Vergiftung mit der Verabreichung von Aktivkohle und Entleerung des Mageninhalts behandelt. Im Notfall muss Kreislaufunterstützung gegeben werden, selten ist auch Beatmung notwendig. Notrufzentrale für Vergiftungen verständigen! Die Nummer des lokalen Giftnotrufs sollte man bei kleinen Kindern im Haushalt sowieso griffbereit haben.

Kuhschellen fanden bereits in der Antike Verwendung als Heilmittel. Hippokrates setzte sie ein gegen hysterische Angstzustände und zur Menstruationsförderung. Die alten Weisen sagten der Küchenschelle auch eine Wirkung bei Depressionen zu, weil die hängenden Blüten an Menschen erinnern, die ihre Köpfe hängen lassen. In der einfachen Volksmedizin war die Pflanze eher ungebräuchlich, wegen der “reizenden” Begleiterscheinungen und wohl auch der Unsicherheit in der Dosierung. Hier kam die Pflanze auch nur im getrockneten Zustand zum Einsatz – hauptsächlich gegen Krampfbeschwerden im Unterleib. Allerdings wurde sie frisch auch als Abortivum gebraucht, ein Zeichen für eine teratogene Wirkung.

Modern ist der Einsatz als Arzneipflanze fast ausschliesslich homöopathisch.

Zierform der Pulsatilla©beast666 2016

Zierform der Pulsatilla
©beast666 2016

Die Kuhschelle im Aberglauben

Für unsere Vorfahren war die Kuhschelle eine Zauberpflanze – einmal wegen des glitzernden Morgentaus auf den flaumigen Blättern, der violetten Blütenfarbe und vor allem der bizarr aussehenden Fruchtstände. Diese zottigen, auffällig schimmernden Knäuel ähneln ein bisschen den Samenständen der Clematis oder Waldrebe – auch einer magischen Pflanze. Daher wurden sie auch mit Namen wie Bocksbart, Teufelszotten oder Teufelsbart belegt. Man glaubte, dass sie an Hexentanzplätzen besonders gerne wachsen – da diese auf Berggipfeln verortet wurden, wäre dies auch nicht verwunderlich. Ein weiteres unheimliches Merkmal sind die weiterwachsenden Blütenstängel der Pflanze: Bei Ausbildung des Fruchtstandes strecken sich diese auf eine Länge von 30 cm, um den ausfliegenden gefiederten Samen die beste Verbreitung durch den Wind zu ermöglichen.

Wohl wegen der alpinen Ansprüche der Pflanze – einem Trockenrasengewächs, vielleich auch wegen der Toxitität, wurde die Kuhschelle erst als Zierpflanze populär, als die Steingärten (Alpinarium) in Mode kamen. Die Bewunderung für die Schönheit der Kuhschelle ist daher ein eher modernes Phänomen.

Die Farben der Blüten, Lila und Gelb, deuten auf Jupiter/Neptun, die fiedrigen und behaarten Blätter, weisen auf den Planeten Merkur als Gegenpol hin, ebenso die Flugsamen, die aus den Fruchtständen entstehen. Auch eine Vorliebe für windige Standorte spricht dafür. Die Achse Venus/Pluto ist für die hormonelle Wirkung und die Giftigkeit zuständig, ein Begleiter der Familie der Hahnenfussgewächse generell: Man denke nur an den extrem giftigen Eisenhut, oder auch den imposanten Gartenrittersporn, der ebenfalls Alkaloide enthält, und der auch eigentlich eine Arzneipflanze ist.

 

Posted by on April 20th, 2016 Kommentare deaktiviert

Magisches Quadrat: Sigillen der Planeten und Zauberformeln

Eulen:schon immer ein  magischer Vogel, nicht nur bei Harry Potter.

Die Eule: Schon immer ein magischer Vogel, nicht nur bei Harry Potter.
Bird of Magic ©scrano 2014 circle sigils: obsidiandawn, credits: original at deviantart

Hier die magischen Quadrate der bisher besprochenen klassischen Planeten Jupiter, Venus, Mars, Saturn und Mond noch einmal in der Übersicht.

Sigille des Mondes, magische Summe: 369 - QS=9

Mond, magische Summe: 369 – QS=9

Siegel der Venus- - Quersumme 175

Venus- magische Summe= 175

 

siegelmars Kopie

Mars magische Summe=65

Jupiter magische Summe=34

Jupiter magische Summe=34

 

saturnsiegel Kopie
Saturn magische Summe=15

Die Sonne ist ein Sonderfall, streng genommen gibt es für sie kein altes magisches Quadrat, erst Agrippa von Nettesheim wählte das 6×6 Schema mit der magischen Quersumme 111.

Sonnen-Quadrat nach Agrippa

Sonnen-Quadrat nach Agrippa, magische Summe: 111

Die 8×8 Sigille des Merkur wurde gesondert behandelt.

Zu den sogenannten Kamea oder magischen Sigillen der Planeten gelangt man, indem die Zahlenwerte in numerischer Reihenfolge verbunden werden:

3_kamea_saturn Kopie

Kamea Saturn

Hier zum Beispiel die Kamea des Saturn. Haben Sie sich schon immer gewundert, was Magier (nicht Bühnenmagier, versteht sich) mit ihrem Zauberstab für seltsame Figuren in die Luft “malen” ?

Genau diese Sigillen oder Kamea, neben anderen magischen Symbolen wie Hexagramm oder Pentagramm. Es gibt sie nicht nur für Planeten, wo ihnen mathematische Formalismen zugrunde liegen, sondern auch für Gottheiten (in der Antike eben auch Planetenarchetypen), Erzengel, Naturkräfte (Elemente) oder nach christlicher Vorstellung auch Dämonen. Hier werden Sigillen aus Namensentsprechungen gebildet, oftmals durch sogenannte Gematrie. Mit ihr werden wir uns auch noch beschäftigen. Die Gematrie ist ein wichtiges Instrument sowohl der jüdischen als auch der christlichen Kabbala. Selbst ganze Zaubersprüche wurden in Sigillen verdichtet. Auch zum Schutz vor üblen Einflüssen getragene Amulette enthalten solche Symbole. Es gibt auch ein magisches Alphabet, das darauf basiert, die sogenannten “Brillen“-Buchstaben. Brillen deshalb, weil Anfänge und Enden der Sigille mit kleinen Kreisen gekennzeichnet werden. Aus solchen chiffrierten oder komprimierten Zaubersprüchen können auch phonetische Ableitungen gebildet werden, die dann als Mantras verwendet werden.

Nach Agrippa (Magi und Okkultist numero uno in der Renaissance) gibt es, wie auch in der Astrologie  dieser Zeit, positive und negative Kräfte der planetaren (inklusive Sonne) Archetypen:

  • Spirit(us) des Planeten, entspricht der ungezähmten Natur, daher eher als unheilbringender, chaotischer Einfluss gedeutet.
  • Intelligenz des Planeten, zivilisierte Form, deshalb als begünstigend und wohlwollend gesehen.
  • Beispiel: Zazel – Spiritus des Saturn, Agiel – Intelligenz des Saturn, könnte man auch als Es und Über-Ich-Natur sehen.

Selbst in Harry Potter’s Zauberschule Hogwarts wusste mann, dass mit dem Zauberstab nicht wild herumgefuchtelt werden darf: J.K. Rowling gibt ihren Zauberlehrlingen durchaus Anweisungen mit wie dieser, zum jeweiligen Spruch passend, gebraucht werden muss. Sie hat anscheinend viele Anregungen für ihr “Potter-versum” den Schriften von John Dee, Agrippa von Nettesheim oder ähnlichen Magiern und Alchemisten der Renaissance entnommen.

Abrakadabra Kopie

Schwinde-Schema: Abrakadabra

Auch die beliebte Schutz-Sigille: Abrakadabra in einem sogenannten Verschwinde-Schema gegen Krankheit verwendet, beruht auf solchen Überlieferungen. Wobei in der Volksmagie oft der Sinnzusammenhang verloren ging. Über die Herkunft des Wortes Abrakadabra gibt es  bereits einen Beitrag : “Abraxas entschlüsselt: Abrasax – Abraxas -Abrakadabra – Avada Kedavra”. Der letzte Begriff dürfte den Lesern der “Harry Potter” Buchreihe ebenfalls bekannt vorkommen: Der Todes-, oder unverzeihliche Fluch. Einen weiteren Post wird es über die mathematische Ableitung von magischen Quadraten geben.

 

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Simm

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Sala

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Bimm!

 

 

 

 

Simsalabimm:

Lautmalerische Kontraktion des  arabischen Segensspruchs:  “Bismi allah rahman i rahim” (Im Namen Gottes, des Allbarmherzigen). Den noch etwas einfältigen christlichen Gotteskriegern der Kreuzzüge erschien der technisch-wissenschaftliche Vorsprung der islamischen Welt des Mittelalters als regelrechte Zaubererei. Daher deutete man den arabischen Segensspruch, der viele wichtige Handlungen begleitete, bei den Morgenlandfahrern wohl als magische Formel.

 

Posted by on April 19th, 2016 Kommentare deaktiviert

Unterwegs in der Bretagne: Dinan

Mittelalterliches Fachwerkhaus  Haus in Dinan.

Mittelalterliches Fachwerkhaus: Apotheker-Haus in Dinan.

Dinan ist eine hübsche Stadt mit Fachwerkhäusern und einem sehenswerten Uhrturm. Wenn man in der Gegend von St. Malo ist, lohnt sich ein Abstecher. Wir wählen meist die Route über Dinard an der Küste mit ihrem schönen Panaroma auf der Strecke von Plouezec nach Mont St. Michel für den Hinweg nach St. Malo. Auf der Rückfahrt über die Schnellstrasse der Inlandsroute machen wir dann Halt in Dinan.

Es gibt im historischen Stadtzentrum auch einige nette Läden, abseits vom Touri-Repertoire. Die Umgebung, das Val de Rance, ist eine der grössten Apfelanbaugebiete und für ihren sehr guten Cidre bekannt.

Uhrturm von Dinan©sctrano 2015

Uhrturm von Dinan
©beast666 2015

 

Posted by on April 17th, 2016 Kommentare deaktiviert

Pretty in Pink: Al Salmone …

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Schule der Lachse ©scrano 2014

Der keltische Lachs ist ein Symbol der Allweisheit: Lachse sind magische Tiere in den irischen Sagen, insbesondere der Lachs des Wissens, der im Fluss Boyne schwimmt. Er hat die Nüsse des universellen Wissens verschluckt, die von den Bäumen der Weisheit fielen, und gilt seither als das weiseste aller Tiere.

Diese Geschichte stammt aus der Erzählung “Die Taten des jungen Fionn” über den legendären Anführer der Fianna, einer Gruppe keltischer halbgöttlicher Heroen. Der Lachs der Weisheit war ein scheinbar gewöhnlicher Fisch, der neun Haselnüsse von der neun Büschen der universellen Weisheit verschluckt hatte, die in den Quellteich fielen, in dem er lebte. Der Kriegerbarde Finn Ecces fing den Lachs schliesslich und gab ihn seinem Schüler Fionn zur Zubereitung. Dieser leckte versehentlich ein Tröpfchen des Fischfetts von seinem Finger, und wurde dadurch allwissend. Sein Lehrer erkannte Fionns Erwählung und gab ihm den Rest des Fisches zu essen. Seither brauchte Fionn nur auf seinen Daumen zu beissen, um auf das gesamte Wissen der Welt zugreifen zu können. Er wurde daher von den Fianna zum Anführer gewählt.

Eine andere Version der Geschichte macht den Lachs zu einem unsterblichen Wesen, das eigentlich ein weiser Mann namens Fintan mac Bóchra war, ein Formwandler, der dem späteren Oberhelden Fionn als Ratgeber diente.

Auch vom walisischen Barden Taliesin (Myrddin=Merlin) und der Göttin Cerridwen, die den Kessel des göttlichen Wissens besass, ist eine ähnliche Geschichte überliefert. Beide Sagen dürften in die Artus-Legende eingeflossen sein.

Die Sache mit dem Daumen ist auch interessant: ” … by the pricking of my thumbs, something wicked this way comes”, ein Shakespeare-Zitat aus Macbeth, das damit vielleicht zusammenhängt. Wicked bedeutete ursprünglich lediglich magisch, nicht aber automatisch böse.  Alte Überlieferungen landen schnell in dämonischen Lager, sogar mancher Wortsinn wird dafür verdreht, besonders da Shakespeare zu dieser Zeit für King James I. arbeitete, dessen Hauptleistung im Verfassen des Machwerks “Demonology” bestand, einer Art britischem Hexenhammer.

Daher fällt auch die Hexenszene in Macbeth, aus der dieser Spruch stammt, so gruselig-klischeehaft aus, wie nur möglich. “Wess Brot ich ess, dess Lied ich singe … “auch ein Sprichwort, sehr treffend, nicht nur damals.

Im Englischen ist das Wortumfeld witch, wicce, wicca, wicked, die allesamt mit der Ausübung besonderen Wissens zu tun haben schwer zu entwirren, Wurzeln reichen bis zum indoeuropäischen wicce=verdrehen, biegen, verwandeln zurück. Die deutsche Hexe dagegen ist vielleicht nur eine schamanische Zaunreiterin:

MartinMarheineckeHexenreiDelikt_hagazussa

Hagazussa bedeutet Zaunreiterin, die zwischen den Welten wandelt= Schamanin, Seidkona (germanische Zauberpriesterin). Für Runenunkundige liest sich der Anfang der Buchstabenreihe wie HEXE. Im Englischen erkennt man die Verwandschaft des Wortes mit Hag=alte Vettel. Der Hag als Ort in einer Umfriedung hängt ebenfalls damit zusammen, genauso wie die Hecke, die früher einen dornigen, beschützenden Zaun um Ansiedlungen bildete. Ausserhalb war es gefährlich, nur nicht für die naturkundige Hagazussa oder Hagetisse. Sie konnte in der als zunehmend als unheimlich und düster eingestuften Wildnis wandeln, oder eben auch in der Anderswelt der Ahnen und Geister.

 

Posted by on April 15th, 2016 Kommentare deaktiviert