Archive for April 1st, 2016

 

Magischer April: Saatmond

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April: Wetterlaunen – Frühliingskätzchen und die Dynamik des Widders.
April ©scrano 2016, credits beim Original

Der April ist der vierte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender.  Im römischen Kalender war der Aprilis ursprünglich der zweite Monat, weil mit dem Ende des Winters im März das neue landwirtschaftliche (aber auch militärische) Jahr begann. Im Tierkreis wird das zweite Haus und auch das zweite Zeichen dem Stier zugeschrieben, dessen Beginn auf den 21.April fällt. Der überwigende Teil des Monats steht aber noch unter der Herrschaft des Widder und des Mars.

Es gibt keine gesicherte Herleitung des Namens. Er könnte von Aphrodite stammen, die als Göttin für Sex und Fruchtbarkeit zu April passen würde, und deren Fest im altrömischen Kalender am 1. April begangen wurde. Diese Göttin, unter ihrem römischen Namen Venus, herrscht über das Zeichen Stier und das zweite Haus. Der Name April bezieht sich möglicherweise auch auf die aufspringenden Knospen von Blättern und Blüten im Frühling und wäre dann vom Lateinischen aperire („öffnen“) herzuleiten.  Der alte deutsche Name, der durch Karl den Großen im 8. Jahrhundert eingeführt wurde, ist Ostermond, weil Ostern meist im April liegt. Andere alte Bezeichnungen wie Wandelmond (launisches Wetter, Rückkehr des Frühlings), Grasmond (Wiesen und Äcker werden grün) oder auch Launing (vom April-Narren und Wetterkapriolen) werden heute hauptsächlich noch im Neuheidentum oder in ihrer angelsächsischen Form in England verwendet.

  • Der Sage nach wurde Luzifer am 1. April aus dem Himmel verstoßen – wegen eines zu frechen Aprilscherzchens vielleicht?

Seit dem 16. Jahrhundert ist in Europa der Brauch nachweisbar, sich am 1. April einen Aprilscherz zu erlauben, bei dem man seine Mitmenschen mit einem mehr oder weniger derben Scherz oder einer tolldreisten Lügengeschichte „in den April schickt. Vielleicht Teil eines älteren Aberglaubens … aber auch in modernen Zeiten werden so manche Streiche ausgeheckt***

Auch der Name des Monats selbst war in römischer Zeit von den Launen einiger Imperatoren heftig betroffen: Zur Regierungszeit Neros wurde der Monat ihm zu Ehren in Neroneus umbenannt, was sich allerdings nicht durchsetzte, da der Patron auch sonst wenig beliebt war. Allerdings galt der Kaiser entgegen  landläufigen Anssichten eher als launische Diva, weniger als Despot – da wäre der Name doch passend?  Unter Gladiatorenfan und Ursupator Commodus hieß der April dann Pius (fromm), einer der Namen des Kaisers (nicht so ganz zutreffend …), auch diese Monatstaufe wurde nach seinem Tod wieder rückgängig gemacht.

Aprilwetter steht bildlich für wechselhaftes Wetter mit plötzlichen Temperaturwechseln und Niederschlägen, von Nieselregen bis Hageschauer und Schnee: Eine Narretei des himmlischen Petrus, eben.

„April, April – macht mit dem Wetter was er will”

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1. April

  • Den 1. April mußt du gut übersteh’n, dann kann dir nichts Böses mehr gescheh’n.
  • Scherz verscheut Unheil.
  • Säen am 1. April verdirbt den Bauern mit Stumpf und Stiel.
3. April

  • Wer an Christian säet Lein’, bringt schönen Flachs in seinen Schrein.
4. April

  • War’s an Ambrosius schön und rein, wird’s an Florian (04.05.) um so wilder sein.
  • Der heilige Ambrosius schneit oft dem Bauern auf den Fuß.
8. April

  • Wenn es viel regnet um den Amantiustag, ein dürrer Sommer folgen mag.
  • Ist’s um Amandus schön, wird der Sommer keine Dürre seh’n.
9. April

  • Wenn der Kuckuck am 9. April nicht gesungen hat, ist er erfroren.
10. April

  • An Ezechiel, dem 100. Tag nach Neujahr, da säe Leinsamen, dann gedeiht er wunderbar.
  • Ezechiel, mach schnell, mach’s fein, tu deinen Lein’ in’s Geld hinein.
14. April

  • Wenn der Tiburtius schellt, dann grünt der Garten und das Feld.
  • Grüne Felder am Tiburtiustag, die ziehen viel Getreide nach.
  • Tiburtius kommt mit Sang und Schall, er bringt den Kuckuck und die Nachtigall.
15. April

  • Am 15. April der Kuckuck rufen soll, und müßte er rufen aus einem Baum, der hohl.Der 15. April der Kuckuckstag heißen will.
23. April

  • Kommt der Georg auf einem Schimmel, dann kommt ein gutes Frühjahr vom Himmel.
  • Am Georgstag zeigt sich schon die Schwalbe einen Augenblick, und zieht sich dann nochmal zurück.
  • Auf Sankt Georg’s Güte stehen alle Bäum’ in Blüte.
  • Der Georgstag, der ist der Pferde Ehrentag.
  • Georg kommt nach alten Sitten auf einem Schimmel angeritten.
  • Georg und Markus (25.04.) ganz ohne Trost, erschrecken uns sehr oft mit Frost
  • Ist’s an Georgi warm und schön, wird man noch rauhe Wetter seh’n.
  • Kann der Georg im Korn die Krähe verstecken, wird sich das Mehl häufen zu prallen Säcken.
25. April

  • Wie jetzt an Markus sich das Wetter hält, so ist es auch oft im Herbst zur Ernte bestellt.
  • Bauen um Markus schon die Schwalben, so gibt’s viel Futter, Korn und Kalben.
  • Gibt’s an Markus Sonnenschein, dann hat der Winzer guten Wein.
  • Ist’s jetzt um den Markus warm, dann friert man danach bis in den Darm.
  • Vor dem Markustag, sich der Bauer hüten mag.
28. April

  • Ist es noch kalt auf Sankt Vital, dann friert es uns noch fünfzehnmal.
29. April

  • Bringt Rosamunde (11.03.) Sturm und Wind, so ist Sybilla (29.4.) uns gelind.
30. April

  • Regen in der Walpurgisnacht, hat stets ein gutes Jahr gebracht.
  • Auf ihren Besen mit bösem Sinn, reiten die Hexen zum Blocksberg hin.
  • Sturm und Wind in der Walpurgisnacht, hat Scheune und Keller vollgemacht.
Venus und Pluto:Frühlingspflanze Vinca minor, ein Oleandergewächs.Nebensignatur Merkur/Neptun.

Venus und Pluto:
Frühlingspflanze Vinca minor, ein Oleandergewächs.
Nebensignatur Merkur/Neptun.

Zodiak: Widder und Stier

Monatsstein: Diamant, Jaspis (Widder), grüner Turmalin/Smaragd (Stier)

Pflanzen: Primel, Tulpe, Stiefmütterchen, Pionierpflanzen, Huflattich, Obstbäume, Flieder, Löwenzahn, Gänseblümchen, Brennessel (Spinat), Bärlauch, Wiesenschaumkraut

Düfte:  Piment, Patchouli, Rose, Koriander, Moschus, Kiefer,

Farben: feuerrot (Mars), saftgrün, hellgrün, rosa, pfirsichfarben

Kristalle: Diamant, roter Karneol, Jaspis, Jade, Turmalin, Rosenquarz,

Tierwelt: Hase, Vögel (Küken), Kuckuck, Taube, Marienkäfer

Magische Elementale: Salamander (Feuer), Gnome/Trolle (Erde)

Gottheiten des April: Mars und Venus (astrologisch), Hathor, Ishtar, Aphrodite, Bast, Freyja, Freyr, Eostre, Flora, Faunus, Pan, Apis, Serapis, Cernunnos

April-Rituale:

  • Falls Ostern in den April fällt: Auch wenn man nicht katholisch ist: Fasten reinigt Körper und Geist – eine Bärlauchkur zum Ankurbeln des Immunsystems und des Stoffwechsels (nur pflücken bis er blüht) tut jetzt gut.
  • Gartenmöbel ausräumen
  • “Osterputz”, wenn man im März noch von der Frühjahrsmüdigkeit betroffen war.
  • Frühjahrsdeko aus Primeln, kleinen Tulpen, Stiefmütterchen, Efeu und Weidenkätzchen (gibt es auch als Bonsai für die Terasse) arrangieren. Die Pflanzen kommen nach dem Abblühen ins Gartenbeet, die anderen Bestandteile kann man wiederverwenden.
  • Unempfindlichere Kübelpflanzen (Oleander, Rosmarin, Hortensien etc.) in milderen Gegenden ausräumen – notfalls mit Wintervlies schützen.
  • Im Frühbeet, Gewächshaus und in der Blumenrabatte ist Pflanzzeit, ansonsten Aussaat im Freiland.
  • Ackersegen zu Ehren der Mutter Erde und der Venus: Grüne Kerzen und passendes Räucherwerk – eine Schale Wasser. Dieses kann man weihen und die Aussaat oder frische Jungpflänzchen damit giessen. Auch Neuanfänge anderer Art lassen sich so willkommen heissen. Jetzt wird nicht mehr nur geplant, sondern die Dinge nehmen Gestalt an und werden umgesetzt.
  • Wandern – in der Karwoche gibt es Nordbayern viele Landgasthöfe wo aus eigener Zucht Karpfen angeboten wird. Die Landschaft wird jetzt grün und die Obstbäume blühen – in der Schwäbischen Alb ist dies besonders schön rund um Neidlingen, im April hat auch der dortige Wasserfall genug Wasser um spektakulär zu rauschen. Heimenstein und Ruine Reussenstein bieten wegen der Obstbaumwiesen tolle Panorama-Ausblicke. Auch ein Ausflug rund um Bad Urach lohnt sich jetzt. Im Wald wachsen Winterling, Immergrün, Scharbockskraut, Lerchensporn, Buschwindröschen, Duftveilchen und Himmelsschlüssel in bunten Teppichen.
  • Vor allem Pflanzen mit windverbreiteten Pollen sind immer noch am Blühen: Die Hasel etwa – ein Baum des Thor/Mars – seine Ruten dienten vielen Völkern auch zum Quicken der Fruchtbarkeit. Die Weide mit ihren puscheligen Kätzchen, ein Baum der Karwoche, eine der ersten echten Bienenweiden. Natürlich die Birke, die auch schon mit zartem Hellgrün die Landschaft belebt – leider auch besonders allergen! Birkenelexier ist ein Muntermacher – es wird aus dem Saft der Birkenstämme gewonnen, auch Birkenzucker wird daraus hergestellt. Birkenlaub ist ein bewährtes Anti-Rheumamittel, als Kompresse und als Tee. Durch seine schwarz/weiss Zeichnung der Rinde ein alter Schamanenbaum und der Holle/Freyja heilig.
  • Ostereier verzieren, wenn die Karwoche in den April fällt, und mit bunten Bändern an Büsche hängen. Ein Fruchtbarkeitsritual, das den Gedanken der Wiedergeburt in sich trägt, und aus dem vorchristlichen Orient stammt.
  • Eier und Osternester für die Kinder verstecken – es muss nicht immer der Industriehase sein – selbermachen kann man sogar Hohlfiguren – dank neuer Silikonformen – aus Zucker oder aus fair gehandelter Schokolade.
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Frühlingsprimel: Venus und Mars, darüber der Hexenstrauch  Schwarzdorn.
Wiese an der Limburg 2015

Feiertage:

  • Auferstehung, das christliche Ostern und jüdische Pessach, nördlich der Alpen, aber auch im Mittelmeerraum eigentlich ein Fruchtbarkeitsfest. Daher sind auch Hase und Ei wichtige Symbole zu dieser Zeit, die beide aus dem Heidentum des vorderen Orient stammen und über die Römer zu uns gekommen sind. Der Osterhase war früher weit weniger verbreitet als das Eierschenken. Auf dem Land ist vor der Milka-Revolution sowieso das Osterlamm(gebäck) das gängigere Brauchtum gewesen – in Bayern darf es zusammen mit dem eier-verzierten Osterzopf auf dem Frühstückstisch zum Ostersonntag nicht fehlen.
  • Das sogenannte germanische Fest der Eostre – darüber ist nichts echt belastbares bekannt – eher ist es so, dass die Germanen kein solches Fruchtbarkeitsfest in der österlichen Jahreszeit begingen. Hasensymbol, Ei und Osterküken stammen wie bereits erwähnt, aus dem Heidentum des mittleren Osten, das Huhn sogar aus Indien. Ein vorchristlicher Bezug von Ostern zur Frühlingsfruchtbarkeit ist sicher auch in Mittel- oder Nordeuropa vorhanden, allerdings ein “zuagroaster”, keltischer oder ein sehr sehr alter prä-indoeuropäischer. Wenn schon ein Fruchtbarkeitsritus, dann wäre der germanische Freyr eher eine passende Gottheit, samt Elfen und Trollen.
  • Heidnische Feste: 1. April:  Venus/Aphrodite, 4. – 11. April: Magna Mater, 12. – 19. April: Ceres (seit 202 v. Chr.), 15. April: Tellus/Gaia. 28. April – 4. Mai: Flora

*** Da fällt mir doch die Sache mit der “kalten Fusion” ein, die ebenfalls an einem 1.April publiziert wurde … !?

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Posted by on April 1st, 2016 Kommentare deaktiviert