Archive for April 10th, 2016

 

All About …Mars

marse

Kampfbereite Amazone – Skythenfrauen waren wohl der historische Ursprung der sagenhaften Kriegerinnen.
Sie verehrten einen Schwertgott – ganz ähnlich dem Mars.
Warrioress: oldhippieart, fractal: ©scrano.

Der rote Planet, einer der alten Übeltäter, neben dem Saturn, in der klassischen Astrologie. Seine eisenoxidbedeckten Wüsten zeugen von ehemals vorhandenem Sauerstoff – sie erzeugen die rötliche Farbe, die auch am Himmel beobachtet werden kann.  Die antiken Astronomen/Astrologen assozierten sie mit Blut=Leben und Krieg=Tod.

Artikel über Mars:

Der Mars herrscht klassisch über den Widder (Taghaus, Feuer, Yang) und den Skorpion (Nachthaus, Wasser, Yin), modern ist bei letzterem Pluto der Regent.

mars

animation:sevenoaksart

Posted by on April 10th, 2016 Kommentare deaktiviert

Kul-Tour 2017: Freimaurer-Symbolik im Schwetzinger Schlosspark

mercury3

Die Weisheit der Antike liegt in Trümmern.
Hermes (trismegistos) Tempel als künstliche Ruine.

Näheres zum Merkurtempel findet Ihr in diesem Artikel: Geheimnis des Mercurius.

mosc_schwetzingen2

Das Licht der Weisheit leuchtet im Osten:
Gartenmoschee als Sinnbild des Orients und der Weltoffenheit, aber auch des Mondes.
In diesem einzigartigen Bau verstecken sich auch freimauerische Symbole, z.B. der “Flammende Stern”.

Demeter-tempel: Die Mysterien der Natur

Demeter-Tempel mit Sphingen:
Die Mysterien der Natur liegen im Verborgenen und sind voller Rätsel.
Wie die zwei Figuren ist die Natur  ambivalent und hat eine lichte und eine dunkle Seite.

Blickt man ins Innere des sogenannten “Tempel der Waldbotanik”, erkkennt man gegenüber der Türöffnung die Statue der Demeter/Ceres in einer Nische. Motive zu den vier Jahreszeiten zieren die Wände, am Rand der Kuppel befinden sich zwölf kleinere Reliefs mit den Tierkreiszeichen, welche den Jahreslauf der Sonne repräsentieren.  Die Kuppel selbst weist eine runde Öffnung mit einer Glaslaterne auf, die eine weitere in der Mitte des Fußbodens beleuchtet. Diese ist mit einem Gitter verschlossen, das Untergeschoss nirgends sichtbar zugänglich, eine den Sterblichen entrückte Unterwelt.  Die hier verwendete Symbolik zielt auf die Geschichte von Demeter (Mutter Natur) und ihrer Tochter Kore/Persephone, welche die Verkörperung der Pflanzenwelt darstellt.

Der Gott der Unterwelt Hades entführte nach vergeblichem Werben, die Tochter, als sie auf einer Wiese Narzissen pflückte. Demeter war erzürnt, weil Zeus ihr nicht helfen wollte und ließ daher die Vegetation absterben. Da beschloss der Rat der Götter, dass Kore zwei Drittel des Jahres bei ihrer Mutter bleibe und ein Drittel als Persephone bei Hades. In dieser Zeit trauert Demeter und es herrscht Winter. Nach Kores Wiederkehr im Frühling zieht das Leben wieder ein, bringt die Natur wieder neues Grün hervor. Der Tempel der Botanik verbirgt das Geheimnis des ewigen Kreislauf vom Entstehen, Sterben und Neuentstehen allen Lebens.

Die Verbindung zum Arboretum, in dem das Gebäude steht, wird durch die Gestaltung des Putzes in Rindenoptik hergestellt. Man nahm sich die markante Borke der am Anfang der Kunstwäldchen stehenden Stieleichen zum Vorbild. Der Weg der Pflanzenkunde von der Antike bis zur Neuzeit wird über vier Porträts von Naturforschern aus der jeweiligen Epoche nachvoerfolgt. Das jüngste stellt den Wegbereiter der botanischen Systematik, Carl von Linne dar.

Veranstaltung:

Im Rahmen unseres Vortragsprogramms bieten wir immer wieder eine historische Führung im Schwetzinger Schlosspark an, wobei die geschichtlichen Hintergründe und freimaurerischen Verbindungen der Parkarchitektur und ihrer Erbauer beleuchtet  werden. Dieses Angebot richtet sich vor allem an Br. und Sr. Freimaurer.

Zeit und Ort:

  • Sonntags ganztägig, Anreise mit eigenem PKW. Treffpunkt in Schwetzingen. Parkmöglichkeit in der Innenstadt, in Schlossnähe.
  • Für Br. Freimaurer der Logen Esslingen und Ulm können Mitfahrgelegenheiten angeboten werden.
  • Einkehrmöglichkeit besteht im Schloss und in den Gaststätten am Marktplatz.
  • Eintrittspreis: Erwachsene 6 € für den Schlossgarten in der Hauptsaison.
  • Dauer: ca 2 h

Start: Frühling 2017, zur Kirschblüte

Voranmeldung ist erforderlich, per email oder telefonisch eine Woche vor Termin.

 Termine 2017

  • August am 1.oder 2.  Sonntag

Leider hat man hässliche Hinweistafeln zu den Monumenten aufgestellt, welche die dargestellte Symbolik nicht erwähnen oder sogar profanisieren …

wasser-1

Tempel des Poseidon – Element Wasser und Aquädukt:
Römische Compagnien in der Bauzunft zählen zu den
Vorläufern der Logen.

Neben dem Wasser – die vier Elemente sind auch noch in Form von Vasen und allegorischen Figuren auf der grosen Terasse und in den Irrgärten aus Hecken thematisiert, kann man beim Aquädukt einen kleinen Weinberg finden, der auf Dionysos hinweist. Zusammen mit der Athene mit dem Ölzweig im Minervatempel auf der gegenüberliegenden Seite der Gartenanlage haben wir die drei symbolischen Entlohnungen Korn-Wein-Öl, welche den Mysterien von Eleusis und Athen entsprechen. In Gemeinschaft mit dem Kult der Demeter bildeten Athena-Spiele und Dionysosfeierlichkeiten im antiken Griechenland und später auch in Rom eine Art heiliges Dreigestirn. Am Teich befindet sich ausserdem noch ein Obelisk, der wie der Merkurtempel auf alte verborgene Weisheiten des Altertums hinweist. Ausserdem stellt er das männliche Kreativprinzip und ein solares Symbol (Sonnenstrahl) dar.

apolo

Das Licht der Vernunft bringt die Zivilsation: Apollontempel mit Najaden.
Um es zu sehen, muss man zuerst durch eine dunkle Grotte.
Oben auf der Kuppel thront die Sonne, sie prangt auch auf den Ziergittern.

In der Gegenüberstellung: Garten-Moschee mit ihren Halbmoden auf den Spitzen und den Mondphasenbildern im Inneren und der solaren Lichtgestalt des Apollon sind zwei der kleinen Lichter der Freimaurerei (Mond – Sonne -Meister) versinnbildlicht, vom Merkurtempel des Hermes trismegistos werden sie vervollständigt. Auch das Tag/Nacht oder Verstand/Gefühl bzw. männlich/weiblich Gegensatzpaar, wie wir es beispielsweise aus Mozarts “Zauberflöte” kennen wird so thematisiert, eine Art Yin/Yang Prinzip der Klassik. Die Kalenderrechnung des Orients folgte lange dem Mondrhythmus, im Gegensatz zur solaren Jahreseinteilung der westlichen Welt. Daher führen auch sieben Kaskaden das Wasser des Apollontempels in den “Theaterhof” mit seinen Sphingen. Sieben ist eine ausgesprochen solare Zahl, sie symbolisiert das klassische Sonnensystem und die daraus abgeleiteten Tage der Woche.

Sonne am Apollontempel ©scrano 2017

Sonne am Apollontempel ©scrano 2017
Symbol fürstlichen Glanzes und aufgeklärter Gesinnung.

Dem zweiten Symbol der Aufklärung im Schlosspark, der Athena/Minerva ist im Park auch ein Plätzchen reserviert worden. Ihr Tempel steht in einem Hain mit prachtvollen Skulpturen des Merkur und der Göttin selbst, dargestellt als Patronin der Kreativität. Auch unterhalb des Minervatempels befindet sich, ähnlich wie beim Apollo-Monopteros, dem Demeterheiligtum und der Kunstruine des Merkurtempels eine Grotte. Auch die Athenaweihespiele, die Nummer Drei der griechischen heiligen Festivals waren Mysterien, genauso wie die des Dionysos oder der Demeter in Eleusis, daher hiess es auch hier: Vom Dunklen ins Licht (der Weisheit). Der Kultraum unter dem Minervatempel könnte sogar tatsächlich von Freimaurern aus Mannheim genutzt worden sein. In neuerer Interpretation hat man etliche der Allegorien und Symbolbilder der Parkarchitektur wieder stärker in den Kontext der Freimaurerei gebracht. Für die Parkgestalter ist die Logenzugehörigkeit wohlbekannt, vielleicht bestanden zusätzliche Verbindungen auch zu den “Free Gardeners“, einer Bruderschaft, die speziell für Gartenarchitekten eine grössere Anziehungskraft hatte, und die in besonders in Schottland parallel zur Freimaurerei eine grössere Rolle spielte. Vermutlich hatte Skell, einer der beiden Gartengestalter bei seiner Bildungsreise nach England Berührung mit beiden diskreten Gesellschaften, da dort häufig eine Doppelmitgliedschaft bestand.  Ein Hinweis auf freigärtnerische Symbolik sind die gekreuzten Rechen&Spaten neben der Statue der Demeter im Tempel der Botanik.

Minerva ©scrano 2017

Recht maskuline Minerva mit der Flamme der Weisheit  ©scrano 2017
Ihr heiliges Tier, die Eule sitzt ihr zu Füssen.
Weisheit – Schönheit – Stärke in einem Motiv.

Der nächtliche Greifvogel war auch eines der wenigen bekannten Symbole der Illuminaten aus Ingolstadt. Es gab sogar einen Grad namens “Minerval” in diesem Bund der Erziehungsreformer und Radikalaufklärer.  Ihre Neophyten und unteren Grade bezeichneten sie als Pflanzschule (des Wissens). Illustre Mitglieder: Goethe, Herder und Freiherr von Knigge. Verschwörungstheoretiker wird’s freuen. Aber Eulen kann man ja bekanntlich nach Athen tragen … und zu Harry Potter kommen sie auch. Der Parkfreund und aufgeklärte Monarch Karl-Theodor,  Schlossherr zu Schwetzingen daselbst, hat die Illuminaten schliesslich unter dem Einfluss des katholischen Klerus verboten. Und die bösen Freimaurer gleich mit. Lieber Karle, viel Rauch um Nichts …!

Viele der versteckteren Parkskulpturen haben auch freimaurerische Bezüge, manche direkt (Rhetorica oder Geometrica, die zu den sieben freien Künsten gehören, die Allegorien der vier Elemente), mache indirekt (Hermes, Athena). Die freien Künste werden hier fälschlicherweise als Musen bezeichnet – weder ihre Zahl (es müssten sonst neun sein) noch ihre Ikonographie oder Namen stimmen. Es handelt es sich um Männerfiguren, weder Rhetorica (Muse Polyhymnia) noch Geometrica sind Musen. Einige der allegorischen Skulpturen sind leider teilweise noch in der Restaurierung oder als (beschädigtes) Original im Lapidarium untergebracht.

Fotos: ©beast666.

Posted by on April 10th, 2016 Kommentare deaktiviert