Archive for April 12th, 2016

 

Sieben Todsünden: Ira – Mars – Zorn

Sieben Todsünden: Der Zorn

Sieben Todsünden: Der Zorn – Schatten des Mars.
©scrano 2014

Die sieben Todsünden und ihre Planetenzuordnung nach der klassischen Astrologie.

Die Symbolik der “Sieben“. gibt es schon im Zusammenhang mit Lastern in der babylonischen und persischen Zeit. Es wird vermutet, der Ursprung der Todsündenlehre liege im Motiv der vorgeburtlichen Seelenreise. Bevor die Seele in die Welt der Materie  eintritt, müsse sie sieben Himmelssphären durchwandern. In jeder nehme sie einen guten Geist in sich auf, aber auch einen schlechten. Gebräuchlich war auch eine Zuordnung der Todsünden zu den Wochentagen: Am Sonntag bedrohe Stolz den Menschen, wenn er sich in der Messe Gott nicht unterwerfe. Tag des Neids sei der Montag, des Zorns der Dienstag. Die Trägheit, speziell die spirituelle, bedrohe den Menschen am Mittwoch, weil er zeitlich am weitesten vom Sonntag entfernt ist. Wenn der Mensch seine Gottnähe verloren habe, sei er am Donnerstag gefährdet, nach materiellen Gütern zu gieren, und sich am Freitag, wenn er dem Fasten verpflichtet wäre, der Völlerei hinzugeben. Wollust ist die Sünde des Samstags. Diese Form einer Korrespondenz-Lehre steht aber im Widerspruch zu der hermetischen Zuordnung der Sünden zu den Tagen und ihren Planetenentsprechungen. Sowohl in der gnostischen, der hermetischen als auch gemäss der klassischen katholischen Moraltheologie sind die “Sieben Todsünden” weniger in Handlungen begründet, sondern Dispositionen: Persönlichkeitsstörungen oder Charakterdefizite. Deshalb kann man sie auch nicht beichten. Sie legen erst den Keim der Unmoral und sind die Ursache der späteren verwerflichen Akte. Astrologisch und psychologisch stellen sie die Schattenthematik der entsprechenden planetarischen  Archetypen dar

Der astrologische Mars als Vermittler der Lebenskraft und des Willens, aber auch der Fähigkeit zur Aggression, wurde schon in einem der früheren Artikel abgehandelt: Lebenskraft und Zerstörungspotential. Bei den Römern: Hauptgott Mars mit Ehre und Tugend in Verbindung, bei den Griechen Ares, unberechenbare Wut, Angst und Zwang. Mars stand weithin sichtbar vor dem Kolosseum in Rom, von Ares wollte man in Griechenland lieber nicht so viel wissen. Arete, hingegen auch von Ares abgeleitet, bedeutete Tugend und Tüchtigkeit in Perfektion. Wobei natürlich auch das Kriegshandwerk gemeint war. Auch der Areopag, der Ort des Gerichts in Athen leitet sich von Ares ab, wobei hier nur Kapitalverbrechen verhandelt wurden. Das passt wiederum zu Ares, der Name bedeutet nämlich Rächer (seiner Mutter Hera). Interessanterweise hiess auch der Hohe Rat von Athen Areopag, weil er auch am Ort dieses Gerichts, einem Hügel tagte. Dieser Hügel soll auch den Amazonen während ihrer Belagerung von Athen als Heiligtum für ihren obersten Gott, einem Kriegsgott sehr ähnlich dem Ares, gedient haben.

  • Auch Helden waren nicht verschont vom Schatten des Mars: Kein Wunder, der Ur-Animus des Helden ist der Mars, erst nach seiner mythologischen Reise reift er an seinen Erfahrungen zur solaren Form.  Daher ist der Held in seinen Anfängen oft ein wilder, oft auch tumber Wüterich – Herakles ist dafür ein gutes Besipiel.
  • Die unreife impulsive Wut des Ares traf auch die griechischen Helden vor Troja – die Ilias handelt in ihrem Kern eigentlich vom schmollenden, in seinem Zorn köchelnden Achilles. Sein Nacheiferer Alexander tötete in einem solchen Wut-Impuls seinen Freund bei einem Streit. Diese unbedachte Impulsivität ist auch der Schatten des Widder.

 

Posted by on April 12th, 2016 Kommentare deaktiviert