Archive for April 13th, 2016

 

Wandern im April: Der Frühling kommt mit Macht …

Der stürmische April trollt sich - der Wonnemonat Mai naht …

Der stürmische April trollt sich – der Wonnemonat Mai naht …

… und mit Schmetterlingen. Bei einer kleinen Wanderung zur Limburg, einem Vulkanrest wie das Randecker Maar, am Albtrauf, waren am letzten Wochenende bereits sehr viele Distelfalter zu sehen – obwohl die volle Blütenpracht noch auf sich warten lässt. Lediglich erste Kirsch-und Birnbäume zeigten schon erstes Weiss. Allerdings konnte man Wiesen voller Duftveilchen (Viola odorata) und Himmelsschlüssel (Primula veris) bewundern.

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Überreste des Winters – vertrocknete Silberdisteln – eine alte Zauberpflanze.
©beast666 2016

Die “Ruine” Limburg besitzt keinerlei sichtbare Reste einer ehemaligen Befestigung aus dem 11. Jhd. mehr. Dabei war sie einst der Stammsitz der Zähringer. Die ältesten Siedlungsspuren stammen allerdings schon aus der Jungsteinzeit, die Erdwälle, wie beim Ipf bei Nördlingen, wohl von den Kelten. Vielleicht ein sakraler Ort, wie der ebenfalls wallbewehrte Glastonbury Tor in Englands Südwesten? Jedenfalls ist er von schönen Obstwiesen und Weinbergen (Neuffener Täleswein) umgeben, die bald  einen Blick lohnen, wenn dort Bäume, Storchschnabel und seltene Orchideen blühen. Man hat die Wahl, den langen bergumkreisenden Weg zu wählen, oder die schnelle, steile Route über ein paar Graswege, die als Abkürzung bis zum Gipfel führen. Letztere Strecke nimmt etwa 30-40 min in Anspruch, wenn man in der Nähe des Freibades von Weilheim parkt. Der “Panorama-Weg” verläuft in Serpentinen und im unteren Teil auf Wirtschaftswegen durch Streuobstwiesen, ein Teil ist als Lehrpfad angelegt. Hier ist man mehr als eine Stunde bis ganz nach oben unterwegs. Es gibt immer wieder Hinweistafeln zur Geschichte des heimischen Obstbaus. Auf den Wiesen haben die Imker bereits ihre Bienenkörbe plaziert -es summt schon gewaltig – in Vorbereitung der Obstbaumblüte. Vorsicht für Bienengift-Allergiker, die Stöcke sind aber gut erkennbar – quaderförmige Kästen, mit Schlitzen und kleinen Dächern.

Der Gipfel selbst ist über relativ steile Serpentinen (Katzmeierwegle) zu erreichen, egal, ob man die Kurzstrecke wählt, oder den längeren Weg durch die Wiesen und Weinberge. Auf dem Plateau angekommen, ist ausser einer Hinweistafel zur Geschichte und ein paar alten Bäumen, sowie einem ehemaligen Brunnenhäuschen nicht viel zu sehen – allerdings bietet sich bei klarem Wetter ein toller Rundblick auf Teck, Ruine Reussenstein, Burg Hohen Neuffen, Stauferberge und alle Orte im Tal.  Im Frühling und Frühsommer soll es eine prächtige alpine Flora geben, dazu ebenfalls Orchideen – da will ich mich mal überraschen lassen. Für müde Wanderer hat man freundlicherweise an vielen Teilen der Strecke Bänke aufgestellt, auf dem Gipfel gibt es sogar eine genehmigte Feuerstelle und Picknickplätze mit Holztischen/Bänken.

Helleborus foetidus - stinkende Nieswurz unter alten Bäumen.

Saturnpflanze Helleborus foetidus – stinkende Nieswurz unter alten Bäumen.

  • Ich werde immer wieder im Verlauf der Jahreszeiten die Limburg besuchen, und eine Fotostrecke einstellen. Wer will, kann mitwandern, eine botanische Führung gibt’s frei Haus. Die Termine, allerdings kurzfristig, weren bei den Veranstaltungen angekünigt.

PS … vielleicht tut sich hier was zu Beltane …? Das Gipfelplateau wäre schon ein geignetes Plätzchen für ein Feuerfest – Alt-und Neuhexen inklusive. Allerdings, zu viel Rummel schadet solchen Orten, in alten Zeiten gab es nicht solche Menschenmassen, daher vielleicht auch nur ein beschauliches Sonntags-Picknik für naturreligös Veranlagte? Dass sich hier früher etwas kultisches abgespielt hat, bezeugt eine hier angesiedelte Drachensage – die finstere Gestalt der alten Erdmutter nach der Christianisierung.

  • Gehzeit: gesamt – Kurzstrecke 1.5h, längere Route 2 – 2.5h. Alle Routen sind Rundwege. Ausgangsort – Weilheim, Parkplatz am Freibad. Alternative (etwas längere Route mit Weinausschank!) Möglichkeit: Start bei Hepsisau. Gut für sonntägliche Touren, da dann der Limburg Wein verkostet werden kann.
  • Höhe: 598m
  • Ausrüstung: Wanderschuhe, Fernglas, Kamera und wer nicht so trittsicher ist, nimmt Stöcke mit, für den Abstieg. Trinkflasche mit Zitronentee oder Apfelschorle.
  • Wanderkarte auf der Seite der Stadt Weilheim, deren Hausberg die Limburg ist.
  • weitere Ziele in der Nähe: Breitenstein bei Ochsenwang, Randecker Maar mit Einkehr Ziegelhütte.
  • Eine anspruchsvollere Wanderung führt zur Zipfelbachschlucht, von hier aus kann man dann entweder zum Breitenstein oder direkt zum Randecker Maar weiterwandern. Gutes Schuhwerk, Stöcke, Trinkflasche und Kondition erforderlich, da ca 15 km Strecke über teilweise unmarkierte Wegabschnitte.
Die Limburg - Zeugenberg der besonderen Art - ein Rest des Kircheim-Uracher Vulkans.Msytische Limburg ©beast666 2016

Die Limburg – Zeugenberg der besonderen Art – ein Rest des Kircheim-Uracher Vulkans.
Mystische Limburg ©beast666 2016

Posted by on April 13th, 2016 Kommentare deaktiviert