Venus – Aus den Urwassern entstiegen

Venus in a Fractal Shell, nach Bougereau.©scrano 2013

Venus in a Fractal Shell, nach Bougereau.
©scrano 2013

Die Venus gehört zu den sogenannten persönlichen Planeten. Sie ist Herrscherin von Stier (fix, Erde) und Waage (kardinal, Luft). In der klassischen Astrologie, als die Trans-Saturnier noch nicht bekannt waren, hatte jeder der Zeichenherrscher ein Tag und ein Nachthaus. Nur für Merkur und Venus ist dies in der modernen Astrologie übrig geblieben. Das Nachthaus der Venus ist der Stier, ihr Taghaus die Waage.

Ihr zugerechnet werden das 7. Haus = das eigene Selbst im Anderen, Partnerschaft, Ausgleich, und das 2.Haus = physische Existenz, Beziehung mit sich selbst, Selbstwert, Ressourcen (Körper). Venus hält den Spiegel: Sieh Dich an, Du existierst, so nimmt Dich die Umwelt wahr.

Der Venus-Spiegel ist auch ihr Symbol:venuus

Das Zeichen für Venus bedeutet: Geist (Kreis) über Materie (Elementkreuz), Sieg der Ästhetik, des Schönen.

Nach griechischer Auffassung existieren zwei Varianten der Venus oder Aphrodite:

Aphrodite Urania = Venus in der Waage/7.Haus, die himmlische, ästhetische, kunstsinnige Diplomatin, der Flirt, Harmonie, Frieden, die Gerechtigkeit (im Sinne von Ausgleich wie Maat), Perfektion (abstrakt, äusserlich), Schwärmerei, Hetaira, Geisha, Salondame. Die Waage hat zwei Schalen, Ich&Du, so dass auch der Standpunkt des Anderen zählt. Aber in abstraktem, juristischen Sinn, der mentalen Form (Ursprung der Venus aus dem Phallus des Uranus).

Aphrodite Pandemos: Venus im Stier/2.Haus, die irdische, erdhafte, erotisch-sinnliche, genussfreudige, geschäftstüchtige Form,  das Vollweib, Kebsweib, Dirne, Marketenderin, Luder, Prostituierte, Madam. Sie regiert nicht die Zuhälterei in Abhängigkeit, Venus lässt sich nicht binden, aber sie bindet sehr wohl, und hält fest: Thema des 2. Hauses, der Achse von II/VIII: Binden und Lösen.

“Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht was Leiden schafft” : Auch das ist Venus, sie will besitzen und duldet keine Rivalinnen.

Aus dem Zusammenspiel der beiden Typen ergibt sich das weibliche Selbstbild als Partnerin des Mannes, die mütterlichen Aspekte dazu liefert aber der Mond. Ohne dessen Einfluss wäre ausserdem eine Beziehung mit Gefühlstiefe nicht möglich. Genau aus den selben Elementen formt sich für den Mann in seiner eigenen Radix das weibliche Suchbild. Neuerdings gesellt sich auch noch Lilith (der Mondaspekt Lilith, nicht der Asteroid gleichen Namens) zu diesem Komposit.

Aber davon in späteren Kapiteln.

Musische Talente zeigen sich in starker Venus-Stellung, oft gepaart mit Neptun, der höheren Oktave der Venus (die kollektive, transpersonale Venus = All-Liebe).

Häufig finden sich Begabungen als Musiker/Sänger, besonders wenn 2. Haus oder Stier involviert sind. Aber auch Maler wie Dali (Sonne Stier, Venus in 10), Frida Kahlo (Stier MC, Venus in 10), Watteau (Sonne Waage in 2, Mond in 2), vanGogh (Stellium Stier, Venus conj. MC). Die Primaballerina ist eher in der Waage angesiedelt.

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Der Tanz von Son Pentagramm der unteren Konjunktionen.
Es liefert die Zahlen der Venus: 5, 8, 13.

Venus glänzt gerne im Sonnenglanz als Abend- oder Morgenstern → wieder das Symbol des Spiegels. Venus spiegelt aber nur das Äussere (zB. Umgangsformen, Diplomatie, den Körper), der Mond das Innere (die Seele, als Ergänzung zum Selbst=Sonne!). Sie ist nie mehr als zwei Zeichen vom Sonnenzeichen entfernt:

Ein sonnennaher Planet, innerhalb des Erdorbit. Sein Umlauf um die Sonne ist mit dem Erdbahn in einer Art Reigen (Resonanzeffekt) verbunden, der zum Entstehen des sogenannten Venuspentagramms der unteren Konjunktionen führt, das in einem achtjährigen Zyklus durchlaufen wird. Hier finden wir schon eine Verbindung zu den Zahlen Acht und Fünf, die neben der Zwei in Verbindung zur Venus immer wieder auftauchen. Ihre Affinität zur Sonne zeigt Venus durch starke Stellung im fünften! Haus (Löwe,Sonne, Kreativität, generatives Prinzip) und Betonung im Löwen  → auch was ihre Schattenseiten betrifft : Eitelkeit, „Faulheit“= dolce vita, Schlampigkeit.

Sphären-Harmonie in der Raumzeit: Celestial Flower.

Der Tanz von Venus und Erde als ästhetische “Himmels-Rose“.

Sphärensignaturen im Sinne Keplers, wer sich für echte Heilige Geometrie (nicht der Merkaba-Schmäh) interessiert.

Über den Zusammenhang mit der Musiktheorie kann man hier etwas finden.

Wie der Mond hat sie von der Erde aus beobachtbare Phasen: Die launische Venus, wie auch bei Luna ein dem weiblichen Pol zugeordnetes Attribut. Sie zeigt ein strahlendes Gesicht, durch die hohe Albedo ihrer dichten Wolkendecke: Gleich einem Spiegel reflektiert sie das Sonnenlicht. Darunter lauern der Schrecken ihrer heissen Oberfläche und der mörderische Durck ihrer Atmosphäre. Schönheit und Verheissung, Brutalität und Zerstörung, nahe beieinander, wie bei der vielgestaltigen Göttin, die immer auch eine destruktive Seite hatte: Innana, Ishtar, Aphrodite, auch Hathor in Ägypten.

Die ägyptische Göttin von “sex, drugs and rock’n roll” hatte in ihrer Frühzeit neben ihrer Kuhgesrtalt als Mutter des Landes noch einen Löwinnen-Aspekt. Dieser wurde später als eigenständige Göttin Sechmet abgespalten. Hathor verfiel einmal ob der Schlechtigkeit der Menschen in einen Blutrausch, den ihr Vater/Gemahl Ra nur mit einer wahren Bierflut besänftigen konnte. Alle grossen Göttinnnen des Venus-Typs hatten im Altertum Löwinnen zugeordnet: Hathor, Ishtar, Inanna, auch im neolithischen Catal Hüyük finden sich solche Darstellungen. Die grossen Mütter der Neuen Welt werden oft mit Raubtierklauen abgebildet. Das Stadttor in Mykene bewachen zwei LÖWINNEN, nicht etwa Löwen. Zu dieser Thematik gibt es weiteres im Artikel “Sonne im Stier.

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Sprichwörtliche Venus-Blume: Üppig duftende Rose.

 

 
Teil II: Keywords und Korrespondenzen
Teil III: Mythologie
 
 

 

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This entry was posted on Samstag, April 23rd, 2016 at 00:01 and is filed under Astrologie, Astronomie, Galerie, Geschichte, magisch, Planeten-Archetypen, Venus. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

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