Heilpflanzen im April – Signatur des Mars

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Dragon’ Eye ©scrano 2015

Signaturen in der Pflanzenastrologie:

Alle Lebendige aber auch sonstiges Dingliches teilt sich mit. Pflanzen kommunizieren mit ihren Farben, ihrem Geruch oder Duft, in der Ausformung ihres Wurzelgeflechts, Anzahl, Form und Stellung von Blättern, Erscheinungsform und Symmetrie der Blüten, Eigenschaften ihrer Früchte, Samen oder Sporen, ihrer kompletten Erscheinungsform, ja sogar einer Art “Ausstrahlung”. Bei der Interpretation der Pflanzen muss man aber bedenken, dass sie sozusagen verkehrt herum leben: Ihr Kopf oder “Gehirn” steckt im Boden, ihre Fortpflanzungs- und Bewegungsorgane (z.B. Ranken) sind nach oben, dem Licht entgegengestreckt.

  • Hinweise für Signaturen finden sich auch darin, wie, wo und wann eine Pflanze wächst, blüht oder fruchtet  in welchen Gemeinschaften und unter welchen Randbedingungen.
  • Namen, besonders die ortsüblichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle. Auch Bezeichnungen aus dem Volksmund sind eine interessante Quelle, wobei man aber Heilwissen, Brauchtum und dummen Aberglauben manchmal nicht trennen kann.

Diese Erscheinungsbilder und Ausdrucksformen lassen sich in die Sprache astrologischer Archetypen übersetzen, sie bilden dann eine sogenannte Signatur.

In der klassischen Signaturenlehre werden meist nur die einseitigen Prinzipien der hermetischen Polarität herangezogen, ausserdem verwendet man nur die 7 Himmelskörper der Antike: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Ich ziehe aber die Trans-Saturnier durchaus mit heran, da es mittlerweile einige Erfahrung damit gibt. Bei allen hermetischen Korrespondenzen muss man immer bedenken, dass durch das symmetrische Achsenprinzip der Gegenpol immer mit zum Tragen kommt. In allen Dingen oder Wesen, welche die Erde oder der Kosmos hervorbringt ist zudem auch jedes archetypische Wirkprinzip vertreten, wenn auch nicht in gleichem Aussmass oder in allen Stadien oder Phasen ihrer Existenz. Manche Wirkungen z.B. bei Pflanzen sind nur auf einen Teil, wie Früchte oder Wurzeln beschränkt, manche muss man erst durch Zubereitung und Anwendung erschliessen. Zum Teil kann man eine Rückbeziehung durch die Funktion der Inhaltsstoffe für die Pflanze selbst herstellen.

Dazu kommt: Nicht alles was aus dem planetaren Entsprechungen stammt, ist dem Menschen dienlich – es ist in erster Linie für die Pflanze lebensnotwendig und prägt IHR Wesen. Wir nutzen nur den Anteil, der uns hilfreich ist.

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Tropaleum major – Kapuzinerkresse, hübsch und schmackhaft.
Mars/Venus und Merkur/Jupiter. ©abrasax 2017

Marspflanzen haben häufig eine Pluto-Signatur, besonders wenn sie giftig sind, da dieser klassisch als Mars im Nachthaus angesehen wurde, und den Skorpion regiert. Als Gegnpol finden wir entweder die Venus Pandemos (Pluto) oder Venus Urania (Mars).

Deutlich sind die Verteidigungsmechanismen von Marspflanzen ausgeprägt: Wehrhafte Stacheln, Brennhaare, Reizstoffe und regelrechte Gifte. Auffällig sind oft auch Blüten- oder Fruchtfarbe: Knallrot, orangerot oder knallgelb (schwefelfarbig) sind oft vertreten – z.B. Goldregen, Berbereris. Rotes oder bronzebraunes Laub bzw. Triebe findet man ebenfalls. Sie besitzen neben den Giften auch extrem bittere Inhaltsstoffe (gallebitter = Mars), im Gegnsatz zur belebenden Herbheit von Jupiterpflanzen oder Sonnengewächsen. Nur Saturnsignatur bringt ebenfalls solch starke Bitterstoffe hervor – dann aber auch meistens mit zusätzlich adstringiernder Wirkung.

Auf der anderen Seite zeigen grade Marspflanzen eine hohe Vermehrungsfreude, generativ, also durch Samen, nicht so sehr durch Kindel (Mond) oder Rhizome (Neptun). Auch Pollen werden verschwenderisch gebildet – und sind leider oft allergen!

  • Aloe vera (Aloe barbadensis)
  • Amaranth und Quinoa galten in Mittel-und Südamerika als Speise der Krieger, sie stammen aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse. Beide Pseudogetreide sind eiweissreich, enthalten viel Eisen, aber auch Saponine, die man durch Hitzebehandlung unschädlich machen muss. Alles typische Mars-Eigenschaften, der Gartenfuchsschwanz im Blumenbeet erfreut uns ebenfalls passend, mit kräftig roten Blütenständen.
  • Bachbunge (Veronica beccabunga), mit Merkur/Neptun
  • Bärlauch (Allium ursinum), (Mond, Saturn)
  • Basilikum (Ocymum basilicum) mit Jupiter/Merkur
  • Benediktenkraut (Carduus benedictus) mit Jupiter/Merkur
  • Berberitze ( Berberis vulgaris)
  • Brennessel (Urtica dioica)
  • Cayenne-Pfeffer ( Capsicum frutescens)
  • Drachenwurz (Dracontium)
  • Estragon (Artemisia dranunculus) zäht eher zu dem Mond/Saturnpflanzen – uteruswirksam und gegen Ödeme (Mond) – bitter und zusammenziehend (Saturn) wie auch der Wermut, filigrane Blätter und hoher Wuchs sind auch Zeichen von Jupiter/Merkur. Artemisiaarten enthalten das psychoaktive und toxische Thujon, auch eher zu Saturn oder Neptun/Jupiter passend. Das Aroma von Estragon ist zudem nicht sehr scharf. Trotzdem wird er immer noch als Marspflanze aufgeführt.
  • Gartenkresse (Lepidium sativum)
  • Gelber Enzian ( Gentiana lutea) – Enzian ist eher eine Jupiter-Merkur Pflanze: parallel geäderte Blätter (wie beim Spitzwegerich), streng aufrechter Wuchs – gelbe Blüten und leberwirksam.
  • Himbeere, Brombeere, Schlehe – alle Rosengewächse, besonders mit Dornen (z.B. Blutpflaume). Äpfel, Kirschen und anderes Steinobst enthält Blausäure in ihren Samen -> Mars(Pluto)signatur in einer äusserlich von Venus dominierten Pflanze.
  • Hahnenfuß (Ranunculus spp.) wie Sumpfdotterblume, Eisenhut, Anemeonen, diese sind auch giftig und tragen eher eine Venus/Pluto-Signatur. Merkur/Jupiter bzw. Neptun sind ebenfalls vorhanden.
  • Haselwurz ( Asarum europaeum), der Gegenpol zur Venus (nierenförmige Blatter) – hier aber eher eine Mars/Pluto-Signatur, violettbraune Blüten, psychoaktiv (Merkur/Neptun). Enthält cancerogene und Scharfstoffe.
  • Ingwer (Sonne/Uranus und Jupiter/Merkur)
  • Kaffee und Kakao (Theobroma cacao)
  • Kapernstrauch (Capparis spinosa)
  • Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus), fünfzählige Blüte, nierenförmige Blätter zeigen den Venus-Gegenpol, das Aroma ist pfeffrig-scharf, die Blüten auffällig orange-rot bis rot. Nebensignatur: Merkur/Jupiter. Gut bei Bronchitis und Schnupfen, blutreinigend.
Coffea arabica Köhlers Heilpflanzenlexicon 1895

Coffea arabica Köhlers Heilpflanzenlexicon 1895

  • Kleine Braunelle (Prunella vulgaris)
  • Knabenkräuter (Orchis) mit ihren knolligen Speicherwurzeln, die Blüte zeigt den Venus-Pol, die Bestäubung erfolgt durch sexuelle Anreize für Insekten. Solche agressive “Sexualität” ist auch wieder ein Mars-Zeichen. Hier haben wir das gleiche Konzept, wie bei den Aphrodisiaka: Mars und Venus sind etwa gleichwertig vorhanden. Orchideen gelten als  Blumen mit stark erotischer Symbolik.
  • Knoblauch (Allium sativa)
  • Krokus (Crocus )
  • Leinkraut  (Linaria vulgaris), wildes Löwenmäulchen – mit Merkur-Jupiter Signatur.
  • Meerrettich (Cochlearia armoracia), mit Mond/Saturn
  • Meisterwurz  (Imperatoria ostruthium)
  • Mäusedorn stechender (Ruscus aculeatus)
  • Nachtviole (Hesperis matronalis)
  • Ölrauke (Eruca sativa)
  • Radieschen
  • Rettich (Raphanus sativus), (Mond/Saturn)
  • Rhabarber (Rheum rhaponticum), (Jupiter/Merkur)
  • Rotes Sandelholz
  • Sauerampfer (Rumex acetosa), Jupiter/Merkur
  • Scharbockskraut (Ficaria verna), (Uranus/Saturn, Sonne)
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum) mit Merkur/Jupiter
  • Senf (Sinapis arvensis), Mond/Saturn
  • Silberdistel (Carlina acaulis), mit Mond/Saturn (Pfahlwurzel, hygroskopische Blüten) und der unterliegenden Merkur/Jupitersignatur aller Disteln. Mars ist hier stärkste Signatur, antimikrobielle Toxine der Speicherwurzel, brunstauslösender Geruch der Pflanze. Dazu sticht diese Distelvariante besonders heftig!
  • Sommerknoblauch (Allium ampeloprasum)
  • Sommerwurz (Orobanche major)
  • Sonnenhut, roter (Echinacea purpurea)
  • Stechginster (Ulex europeus), Merkur/Neptun
  • Sumpfenzian (Swertia perennis), s. gelber Enzian
  • Sängerkraut (Gratiola officinalis)
  • Schwertlilien, Iris und Gladiolen , Zwiebeliris (Mars/Pluto und Venus), Hauptsignatur: Jupiter/Merkur, Wasseriris unterstehen Neptun oder dem Jupiter in den Fischen. Die Mars/Pluto-Signatur ist am stärksten in den Gladiolen, die riechen auch “streng” oder “scharf”  und haben Knollen als Überwinterungsorgan. Die ursprüngliche Blütenfarbe ist rot. Die vorherrschende Jupiter-Signatur der Iris ist leicht zu erkennen: Hoher Wuchs, hohler Stängel, dreizählige Symmetrie, blaue oder buttergelbe Blüten, letztere auch eine Merkur-Signatur. Dieser ist als Gegenpol ebenfalls sichtbar: Parallelnervige Blätter, wie bei Gräsern oder Wegerich, raumgreifendes Rhizom, nicht tiefwurzelnd. Bei der sehr früh blühenden Zwiebeliris ist, wie bei der Gladiole auch eine stärkere Mars-Prägung vorhanden.
  • Tabak (Solanum nicotiana), Solanaceen haben auch eine Mond/Saturn-Signatur.
  • Tomate (mit Mond/Saturn)
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    Krokus – ein typischer Frühjahrsblüher: Mars (Pluto)/Venus und Merkur/Jupiter
    ©beast666 2014

  • Wasserpfeffer (Polygonum hydropiper)
  • Weg-Rauke  (Sisymbrium officinale), Mond/Saturn
  • Weißdorn ( Mespilus oxyacantha), Mond/Saturn
  • Wildsalat ( Sisymbrium officinale)
  • Zwiebel  (Allium cepa), Mond/Saturn

Krankheiten des Mars verlaufen oft stürmisch und beginnen plötzlich. Kopfverletzungen (Widder), Unfalltrauma, Verbrennung, generell Verletzungen, die bluten, besonders Stich- und Schussverletzungen (Kriegsgott), Migräne und andere plötzliche Schmerzattacken besonders bei Spannung zu Uranus. “Gallenleiden”, hier ist ein gestörter Fluss und falsche Zusammensetzung dieser wichtigen Verdauungsflüssigkeit gemeint, die zu schmerzhaften Koliken und Reizungen im Duodenaltrakt führen können. Bei Saturn-Einfluss Steinbildung. Entzündungen, Muskelleiden, Rheuma, Krankheiten mit hohem Fieber (Virus-Infektionen) und last but not least Sexualfunktionsstörungen und Geschlechtskrankheiten zusammen mit der Venus. Marskräfte stecken auch in der Säure-Basenregulation, da hier durch Entgleisungen Reizungen und Entzündungen ausgelöst werden (Gastritis, Duodenitis etc.). Essig ist ein marsisches Heilmittel (auch der Alkohol), und verträgt sich auch gut mit Pflanzen unter demselben Prinzip: Himbeeren, Kapern oder Kapuzinerkresseknospen beispielsweise. Essig und Alkohol, chemisch verwandt (die Säure entsteht durch Oxidation des Weingeistes (Alkohol) in einem natürlichen Fermentationsprozess), stehen auch unter der Herrschaft des Jupiter (sauer macht lustig!).

Der Mars ist Mitregent der Nieren und des Geruchssinns (Mars/Pluto) als Gegenpol der Venus und nach klassischer Auffassung für die linke Körperhälfte zuständig. Das ist interessant, da die rechte Gehirnhälfte, welche die linke Seite steuert, für Gefühl und Impuls zuständig ist. Der Mars als Antriebsquelle und ewiges Kind passt hierzu gut als Korrespondenzprinzip. Diese cerebrale Hemisphäre wird von den Prinzipien Feuer (Mars/Sonne) und Wasser (Mond) beherrscht. Als integrierendes Prinzip wirkt hier Jupiter (Feuer und Wasser), der Mars selbst hat nach klassischer Vorstellung aber selbst bereits ein Yin(Wasser)-Seite, da sein Nachthaus im Skorpion liegt. In der moderen Astrologie regiert hier Pluto, der gleichzeitig  für den Schattenanteil im Horoskop (nach C.G.Jung) steht. Die linke Gehirnhälfte dagegen untersteht dem Erde/Luft-Prinzip der Ratio und der Nüchternheit. Hier dominieren Merkur und Saturn(Uranus), aber auch die Venus!

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Zwiebel-Iris im März: Frühblühende Marspflanze

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des  6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen:Letzter (separativer) Mondaspekt des Dekumbitur zum AC-Herrscher -> Ursache, nächste Mondaspekte -> Krisen, Heilungschancen und Dauer.

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

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