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… Sub Rosa, Venus und Mars im Zeichen der Rose

By any other name … Numinosum in der Rose

By any other name … Numinosum in der Rose.
Sacred Mystery ©scrano 2014

” … that which we call a rose
By any other name would smell as sweet.”
William Shakespeare: Romeo und Julia

Die Rose, Sinnbild der Perfektion und des Geheimnisvollen.

Sub rosa” war daher auch Ausdruck der Verschwiegenheit.

Sie vereint die Signatur des Mars und Venus. Ihre fünfzählige Symmetrie verdeutlicht dies: Auch Rosengewächse wie Apfel, Erdbeere und Fingerkraut Potentilla besitzen diese Affinität zum Pentagramm, wobei der echte Tormentill, obwohl eine Potentilla-Art, diese 5-Zahl verloren hat. In ihm zeigt sich stärker das Saturn-Element: Er besitzt nur vier Blütenblätter.  Durch die Verbindung zu den Bahneigenschaften der astronomischen Venus und ihrem Zyklus der “unteren Konjunktionen”, welcher in acht Jahren ebenfalls einen Fünfstern beschreibt, gehört auch die Zahl Acht zu den Korrespondenzen der astrologischen Venus.

Die Acht-zählige Rose in der obigen Abbildung ist auch ein Symbol des Rosenkreuzer-Ordens. In ihr drückt sich die Nähe dieser philosophischen Strömung zum Buddhismus mit seiner Lehre des Acht-fachen Pfads zur Erleuchtung aus. Die Acht gehört ausserdem zur Alchemie, wo sie die notwendigen Transformationsprozesse des Kreislaufs von “Stirb und Werde” versinnbildlicht.

Der Mars-Aspekt der Rose findet seinen Ausdruck durch den rot gefärbten Austrieb und natürlich den Dornen. In der Tarotkarte: “Der Tod” versinnbildlicht die weisse Rose ebenfalls das Numinosum, zu dessen Erfahrbarkeit auch das physische Ende gehört.

Auch dass “im Namen der Rose” Kriege geführt wurden ist ein Anzeichen einer Mars-Signatur, man denke nur an den 100-jährigen Krieg in England zwischen den Häusern Lancaster und York, deren beider Wappenschild eine Rose zierte. Zeit der Rosenkriege wurde deshalb diese unselige Periode voller Chaos auch genannt. Einen Rosenkrieg fechten zuweilen auch Ehepaare aus, wenn die Leidenschaft in Hass umschlägt. Auch dies ein Mars-Bezug. Die Heckenrose als Sinnbild des Mädchens an der Schwelle zur erwachsenen Frau, dessen schlummernde Sexualität durch die Eroberung des Mannes geweckt werden muss, ist Thema des Märchens vom Dornröschen. Die Dornenhecke ist ein typisches Mars-Symbol, die zartrosa Heckenrosenblüte stellt die erwachende Venus dar.

Zur Venus-Signatur der Rose gehört natürlich der herrliche Duft, den schon der persische Dichter Hafis beschrieb.

Henri Matisse, eine Malerrose. ©beast666 2016

Henri Matisse, eine Malerrose. ©beast666 2016

Auch dass viele Rosengewächse köstliche Früchte hervorbringen, wie schon der eingangs erwähnte Apfelbaum ist ein Indiz für den Einfluss der Liebesgöttin. Der Apfel diente in der Bibel auch als Symbol der Sündhaftigkeit, wobei aber durchaus der Granatapfel in Wirklichkeit das sündige Obst gewesen sein könnte. Denn auch in ihm schlummern die Kräfte von Mars und Venus, sogar ein wenig Pluto ist hier mit im Spiel. Ausserdem ist er dort, wo die mythologischen Wurzeln der “Paradiesgeschichte” herkommen, beheimatet.

Rosenzucker:

  • Frische Rosenblütenblätter einer Duftrosensorte auf einem sauberen Tuch 2 Tage trocken lassen.
  • Mit Feinzucker (Demerara) in ein Marmeladeglas einschichten.
  • Gestossene Vanilleschote oder 1 Pkg Bio Vanillezucker zugeben.

Verschliessen und sechs Wochen stehen lassen. Dann im Mörser noch etwas feiner zerstossen. Das Rezept eigent sich auch für Lavendelzucker.

Rosenlikör:

  • 1 Fl. weissen Rum (Bacardi)
  • 15 Duftrosenblüten
  • 1 Vanilleschote
  • 150 g weisser Krümel-Kandis

Alles in ein gut verschlieessbares Gefäss (Weithalsflache) geben und an einem warmen Ort 4-6 Wochen ziehen lassen. Dann abseihen. In einer hübschen Flasche gut als Geschenk geeignet.

Rosenblütenblätter sind frisch eine duftende Zugabe zu Erdbeerbowle, getrocknet verfeinern sie Kräutertee und grünen Tee.

  • Die Rose wirkt entzündungshemmend, immunstimmulierend und verjüngend.
  • Rosenöl gehört zu den teuersten ätherischen Ölen, neben echtem Melissenöl und Jasminöl.

In der Duftlampe entfaltet sie stimmungsaufhellend und harmonisierend ihr feines Aroma. Rosenduft ist ein Aphrodisiakum.

Rosenbowle

  • 2 l  trockener Roséwein
  • 20 Duftrosenblüten
  • 150 g heller Demerara-Zucker
  • 2 Gläschen Rosenlikör, selbstgemacht
  • 1 Flasche rose Sekt oder Cava (Freixenet)
  • weites Bowlengefäss mit Deckel

 Blütenblätter der Duftrosen waschen, den gelben Blütengrund abschneiden. Auf Küchenpapier abtropfen lassen, dann in ein Bowlengefäss geben und mit dem Wein übergießen. Den Zucker hinzufügen und Deckel aufsetzen. 5 bis 6 Stunden ziehen lassen. Anschließend Blütenblätter mit einem Schaumlöffel herausfischen, Sekt und Likör zugeben. Zur Dekoration frische Rosenblütenblätter hinzugeben.

Prächtige Hagebutten:

Auch die Früchte der Rose, die Hagebutten haben es in sich: Vitamine, vor allem C, Anthocyane, Flavone und Fruchtsäuren, Pektin, Gerbsäure sowie Vitamin B-Komplex. 100 g frische Hagebutten enthalten 400 – 500 mg Vitamin C. In alten Zeiten war sie ein wichtiges Mittel gegen den Vitamin C-Mangel des Winters mit der Gefahr des Skorbut. Sie wirken ebenfalls immunstimulierend und harntreibend, eine gute Kombination von Mars und Venus. Sie hilft gegen die stechenden und brennenden Schmerzen (Mars) der Arthritis und ist ebenfalls entzündungshemmend. Tee aus Hagebutten wirkt gegen Übelkeit, Hebammen empfahlen ihn gegen Schwangerschaftserbrechen. Der Mars zeigt sich auch in den Kernchen mit ihrem hautreizenden Flaum, den man als Kinder gerne zu selbst gemachtem Juckpulver verarbeitet hat. In diesen Nüsschen der Hagebutte ist ein fettes Öl enthalten, das viel Vitamin A enthält und gut gegen Falten und zu Massage alter Narben (Venus, Mars) geeigenet ist. Wer sich die Mühe macht, die Kernchen oder Nüsschen zu verarbeiten, kann sie trocknen und im Mörser zerstossen: Es entfaltet sich ein angenehmer Vanille-artiger Duft.

  • Ein Tee aus den getrockneten Nüsschen hilft bei Blasensteinen und Gallenproblemen: Für eine Teezubereitung die Kernchen in Wasser eine halbe bis Dreiviertelstunde! leicht simmern lassen.

Aus den Hagebutten kann man ein Mus oder Mark herstellen, oder sie zu Marmelade verarbeiten. Getrocknete Hagebutten (auf Fäden aufziehen oder in dünnen Lagen im Schatten trocknen) behalten ihre Wirkkraft ca. 1 Jahr.

Als Räucherwerk sind weder getrocknete Hagebutten noch Rosenblätter gut geeignet, allenfalls zu ritualmagischen Zwecken, nicht zur Beduftung: Der Rauch riecht leicht bitter. Als aromatische Zugabe zu Kräuter oder Früchte-Tee hingegen schmecken Hagebutten und wie oben schon erwähnt, Rosenblüten ausgezeichnet.

Die Rose gehört auch zur freimaurerischen Symbolik: In der Freimaurerei steht die Rose für die Wandlung und die Sehnsucht nach höherem, vollkommenen Leben. Mit einer Rose aus Stein krönten die Steinmetze des Mittelalters den Bau als Zeichen der Vollendung. Drei Rosen erhält der Kandidat nach seiner Aufnahme:

  • Weiss symbolisiert Reinheit
  • Rot steht für Stärke oder Mut
  • Rosa ist das Sinnbild der Schönheit oder Harmonie

Diese drei Rosen begleiten auch als letzter Gruss dem verstorbenen Bruder auf seiner Reise in den ewigen Osten.

Ein Trio von Rosen ziert auch den Meisterschurz: Licht, Liebe und Leben. Und natürlich die Tugend der Verschwiegenheit.

Die Erkenntnisse über die Destillation von Rosenöl kamen aus Persien. Schon im Jahr 810 erhielt Bagdad aus der Provinz Faristan ca. 30.000 Flaschen mit Rosenwasser. Die Kenntnisse der Destillation von Rosenöl erreichten Europa um 1000 n. Chr.

Gewonnen wird Rosenöl hauptsächlich aus den folgenden Rosenarten:

  • Rosa centifolia
  • Rosa damascena

Die Gruppe der Damaszener-Rosen, Rosa × damascena ist eine Zuchtform mit schwerem, betörendem Duft aus Kleinasien, die schon seit der Antike kultiviert wird. Mit den Kreuzrittern des 13. Jahrhunderts kamen die Damaszener-Rosen über Frankreich in die europäischen Gärten.

Rosa Centifolia, Köhlers Arzneipflanzen.

Rosa Centifolia, Köhlers Arzneipflanzen.

Rosa centifolia, die “Hundertblättrige” entstand – wie man durch genetische Untersuchungen herausgefunden hat – als Kreuzung aus Rosa gallica, Rosa moschata, Rosa canina und Rosa × damascena. Sie wurde bereits im Holland des 16. Jhd. gezüchtet. Der Wuchs der Rosa × centifolia ähnelt der Wildrose Rosa gallica. Die stark gestachelten Sträucher werden bis 2 m hoch, ihre Blüten sind üppig, leider etwas “kopflastig” und stark gefüllt. Zentifolien wurden oft von flämischen und niederländischen Malern in Stillleben abgebildet, weshalb sie auch als Malerrosen bekannt wurden. Die Zentifolien zählen zu den alten Rosen und sind in Bauerngärten sehr beliebt, wegen ihres starken Duftes und der guten Winterhärte. Sie sind, im Gegensatz zu aus den ihnen hervorgegangenen modernen “Englischen Rosen” nicht sehr regenfest. Die englischen Rosen sind nicht zur Ölgewinnung geeignet, wohl aber zur kulinarichen Verwendung im Haushalt, zur Herstellung von z.B. Konfitüre, Likör oder Bowle.

Die Ausbeute bei der Gewinnung des Öls ist ohnehin gering: Sie beträgt lediglich 0,02 bis 0,05 %. Aus drei Tonnen Blüten wird ca. ein Liter Rosenöl destilliert. Der Preis ist entsprechend hoch und Verfälschungen z.B. mit billigem Geraniumöl sind daher nicht selten. Bestandteile des Rosenöls sind hautsächlich Geraniol, Nerol und Citronellol, sowie Farnesol in geringen Mengen.

Doch Bestandteile hin oder her, die Magie der Rose liegt in ihrer Vollkommenheit, nicht in ihren profanen Einzelteilen. Wie schon William Shakespeare meinte: Es liegt in ihrer Natur, ihre Schönheit ist ihre Bestimmung.

Das Sinnbild einer perfekten Blume, entstanden aus der Hochzeit der scheinbaren Gegensätze von Venus und Mars, wie ihre liebliche Tochter, die Göttin Harmonia.

Zierliche Nostalgierosen - True Love.©beast666 2015

Zierliche Nostalgierosen – True Love.
©beast666 2015

 

Posted by on Mai 3rd, 2016 Kommentare deaktiviert