Archive for Juni, 2016

 

Shiva tanzt auf dem t-Shirt

tshirt-print

Macht sich gut als Yoga-Shirt: Shiva Dancing …

fetshirt

Hier in Grösse M, t-Shirt print von photofancy.
Wäscht sich ganz gut und ist schön weich,
auch am bedruckten Brustteil.

Shiva ist ein Bild in digitaler Maltechnik : Es wird mittels eines Mal-Tabletts manuell erstellt, wie ein normales Gemälde. Es ist daher ein Unikat. Allerdings ist das Ergebnis speicherbar und daher vielseitiger verwendbar, ohne dafür extra eingescannt zu werden. Beispielsweise auf Tassen oder als Shirt/Poster etc.

 

Posted by on Juni 30th, 2016 Kommentare deaktiviert

Heimat – zwischen Second Life und Heidedichtung

bunmi

Heimat-Idyll – ein typisches Klischee?
Kloster St.Felix ©beast666 2014

Rückschauend auf die Entwicklung der letzten Jahrzehnte stellt sich die Frage, „Ist es überhaupt noch zeitgemäss, den Begriff „Heimat“ in den Mund zu nehmen ? Welche Vorstellungen verbinden wir überhaupt noch mit diesem Wort? Gibt es überhaupt einen kultur- oder geschichtsübergreifenden Heimatbezug ? Zu den Vorstellungen aus früheren Epochen habe ich einige Zitate zusammengetragen:
Im ubi bene, ibi patria des römischesn Imperiums wird der pragmatisch-abstrakte, nicht ortsfeste  Heimatbegriff einer globalisierten Gesellschaft schon vorweggenommen.
Auch Goethe stimmt damit überein in seinem kosmopolitischen Ausspruch:

  • Alle diese vortrefflichen Menschen, zu denen Sie nun ein angenehmes Verhältnis haben, ist es, was ich Heimat nenne“.

Ganz anders national denkende Dichter wie Gustav Freytag oder Herz-Schmerz Schriftsteller wie Ludwig Ganghofer, die mit Heimat eher die heimische Scholle oder Kultur- bzw. Sprachgemeinschaft meinen, und den romantischen Heimwehgedanken besingen. Oft werden auch idealisierende Wunschvorstellungen oder Sehnsüchte zum Ausdruck gebracht.

  •  Wer aus seiner Heimath scheidet, ist sich selten bewußt, was er alles aufgiebt; er merkt es vielleicht erst dann, wenn die Erinnerung daran eine Freude seines späteren Lebens wird.” (Gustav Freytag)

Gleichzeitig gibt aber auch kritische Auffassungen wie das Zitat von Oscar Wilde:

  • England ist die Heimat abgestandener Ansichten“.

Betrachten wir nun die Wandlungen des Begriffs  „Heimat“ durch die Geschichte:
Eingangs habe ich schon die Römer mit ihrer globalisierten Sicht angeführt. Sie ist typisch für ein polyglottes und koloniales Imperium. Auch die Griechen und Phönizier, an Handel und Wandel interessiert, hatten einen ähnlichen Bezug zu diesem Thema. Hier standen die Personen, vor allem die Familie, der Clan als Bezugspunkt, zu dem man heimkommen konnte, im Vordergrund. Heimat im weiteren Sinn war Kulturgemeinschaft. Dies galt wohl auch für die ebenfalls in Stammestraditionen lebenden Kelten und Germanen.
Wandlungen dieser Auffassungen brachten in unserem Kulturraum der Zusammenbruch des römischen Reiches und das Chaos der Völkerwanderung, vor allem im frühmittelalterlichen und im spätneuzeitlichen** Mitteleuropa.

  • Das Wort Heimat stammt vom germanischen haima gleichbedeutend mit  Liegen ab, das man auch im englischen Wort home wiederfindet.

In den Zeiten vor dem 19. Jahrhundert war das ein nüchterner Begriff, der  amtssprachlich verwendet wurde, und ein Aufenthalts- oder Bleiberecht definierte. Ausserdem diente er zur Definition der Herkunft einer Person. Heimat hing vor allem mit dem Recht auf soziale Versorgung durch eine lokale Gruppe, der man zugehörig war, zusammen. Heimatlos hiess, gleichzeitig besitzlos sein, wer keinen Heimatschein einer Behörde aufweisen konnte, durfte auch nicht heiraten. Aus solchen Gesetzen leitet sich auch der Brauch sogenannter „Eh-Häusl“ in Bayern her, die Brautleute erwerben das meist winzige Häuschen vor der Eheschliessung für einen symbolischen Preis, um Grundbesitz=Heimat nachzuweisen.

  • Das Ehhäusl in Amberg ist in ein nettes, historisches Mini-Hotel für Flitterwöchner umgewandelt worden, um an dieses Brauchtum touristisch anzuknüpfen. Wir haben selbst schon ein Wochenende dort ausprobiert, sehr hübsch.  Jetzt ist allerdings ein wenig zu sehr luxus-saniert worden – die früher mittelterlich-rustikale Gemütlichkeit ist einem eher gezierten Pseudo-Rokokko-Ambiente gewichen (wie in Las Vegas oder Dubai denkt man wohl, das sein das Nonplusultra – dabei ist es ein gesichtsloses Einheitsdesign). Naja, dafür gibt es jetzt einen Whirlpool – wer’s mag. Für erotische Turnübungen sind derlei Möbelchen auch eher ungeeignet, also Honey-Mooner aufgepasst – ROFL!

An die Heimat war auch die Erwerbsmöglichkeit gebunden, eine Gewerbefreiheit gab es nicht. Nur manche Zünfte hatten Reisefreiheit, die durch behördliche Erlässe bzw. Schutzbriefe gewährt wurde. Hatte man keinen solchen und wurde aufgegriffen, war man vogelfrei – sprich rechtlos. Zu diesen freien Zünften gehörten auch die Steinmetze. Hier war die Zunft vor allem auch Heimat, die Bauhütte mehr als ein Arbeitsplatz. Wer Reisefreiheit hatte, durfte auch Waffen tragen – zum Selbstschutz, es waren schliesslich finstere Zeiten.
Auch Freisassen, d.h. Bauern die nicht in Leibeigenschaft gebunden waren, hatten ein gewisses Reiserecht (zu den Märkten) und konnten Waffen (Dolch und Stock) besitzen. Allerdings mussten sie ihre Heimat verteidigen und mit ihren Landesherren in den Krieg ziehen, auch in den heiligen. Die Legende von Robin Hood oder die Geschichte von William Wallace  beschreiben solche Freilassen, (in Grossbritannien als yeomen bezeichnet, der Vorläufer des freien Bürgertums). Hier ergaben sich schon Ansätze für den späteren Vaterlandsbegriff, welcher der unmittelbaren Heimat überlagert wird und sie in den Nationalstaaten oft ersetzt.
Die höheren Stände besassen einen weiter gespannten Heimatbegriff, der  fast schon ein wenig kosmopolitisch ist und das Zuhause dorthin legt wo höfische Kultur und gebildete Sprache zunächst Latein und später französisch gepflegt werden. Dieser erweiterte Heimatbegriff wird durch die Aufklärung im 18. Jahrhundert auch in das aufstrebende Bürgertum getragen. Auch dort wird Heimat mehr als Kulturbegriff und gemeinsame Lebensart gedeutet.
In der beginnenden industriellen Revolution wird für die in einer Art neuer Völkerwanderung in die wachsenden Städte strömende Landbevölkerung Heimat nur eine wehmütige Erinnerung an eine vertraute, von sozialer Sicherheit geprägte Umgebung werden.Generell wecken die zunehmende Technisierung, die Säkularisierung und das Zusammenbrechen alter Sozialstrukturen eine fast religöse Rückschau auf besonders das Mittelalter mit seiner überschaubaren Welt. Diese immer mehr gefühlsbesetzte Auffassung bringt eine neue Heimatsehnsucht hervor. Sie ist getragen von den Verlustgefühlen der gesellschaftlichen Umbrüche , und findet einen ersten Höhepunkt im Zeitalter der Romantik. Dichter wie Eichendorff, und Hölderlin singen das Hohelied des verloren Paradieses. Erste Heimatschutzvereine werden gegründet, auch als Antwort auf die zunehmende Naturzerstörung. Im späten 19. Jahrhundert dominieren dann Historismus und aufkeimender Nationalismus Musik, Literatur und Kunst:

  • Zum Beispiel : Wagner-Opern, die Ritter-Romane Sir Walter Scotts, der Präraffaelismus in der Malerei.
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Romantisches Heimatbild und idealisierender Naturbegriff
beherrschen im 19. Jhd.Kunst und Literatur. Sundown ©beast666 2016

Der vorher überwiegende kleinräumige und kulturelle Einheit beschwörende Heimatbegriff der Romantik weicht dem Wunsch des nach französischem Vorbild gestalteteten Nationalstaats. Im preussischen Kaiserreich wird die ursprüngliche Kulturnation zur Staatsnation, die Heimat wird zum Vaterland, koloniales Machtstreben zur Zielvorstellung. Diese in ganz Europa verbreitete  Haltung gipfelt  im I. Weltkrieg.
Die wilden 20-iger Jahre der Weimarer Republik sind geprägt von den ersten „grünen“ Bewegungen, stärkerem Rückzug von der als fremd empfundenen urbanen Kultur  und stärker esoterisch ausgerichtetem Natur- und Heimatenthusiasmus. Viele dieser Gruppierungen haben Wurzeln, die wieder bis in die Romantik zurückreichen. Auf diese Strömungen baut das dritte Reich seinen biologistischen Heimatbegriff von Rasse, Blut und Boden, mit durchaus religiösen Bezügen z.B. in „Mein Kampf“ , oder  Rosenbergs „Mythus des 20. Jahrhunderts“ . Auch diese xenophobe (fremdenfeindliche) Form des Heimatempfindens führt in einen Krieg.
Nach der Desillusionierung durch einen weiteren verlorenen  Weltkrieg ist der Begriff Heimat zunächst sehr negativ besetzt. Der Nationalstaat existiert nicht mehr, statt  dessen gibt es Besatzungszonen. Flucht und Vertreibung setzen eine kleine Völkerwanderung in Gang, Integrationsprozesse sind gefordert. Heimat findet eine Renaissance der zweifelhaften Art im süsslich-kitschigen Heimatfilm, der TrivialliteraturVariante Heimatroman und der sogenannten Heimatmusik, die heute noch in TV-Volksmusiksendungen das Ohr quälen darf.

  • Ich nenne diese Art Sendung immer heimlich Mutantenstadl, als so abartig empfinde ich den dort  aufgetischten Heimatbegriff.

Hier wird Heimat von der Stange kolportiert und (wie in der Klatschpresse) sämtliche Klischees werden bedient.
Als Gegenbewegung folgt in den 60-igern die betont urbane, kosmopolitisch oder europäisch geprägte Haltung der nachwachsenden Generation, für die Heimat gleichbedeutend war mit Almrausch, Trachtenverein und muffiger Spiessigkeit. Die 70-iger bringen im Ausklang der Hippiebewegung eine neue „zurück zur Natur Haltung“, die die Aufmerksamkeit auf den Nahraum, gleichbedeutend mit Lebensraum, richtet und in den Umweltbewegungen und Bürgerinitiativen auch einen politischen Ausdruck findet. Hier hat ein Teil der 68 -iger Generation ihr Zuhause, ihre Heimat gefunden.
Die zunehmende Globalisierung der letzten zwei Jahrzehnte hat wohl nach der Industrialisierung die stärkste gesellschaftlichen Umwälzung seit der römischen Eroberung zustandegebracht. Die Umbrüche sind noch stärker und kulturelle Vermischungen wesentlich weiträumiger als in den beiden erwähnten Ereignissen.  Multikulti und Internet, beides freudig begrüsst, zeigen auch ihre Schattenseiten. Angst vor Verlust bzw. Verletzung der Privatsphäre oder der eigenen Unverwechselbarkeit, vor fremdartigen Parallelgesellschaften und Subkulturen geht um. Der eigene kulturelle Bezugspunkt gerät ins Wanken.  Die Überschaubarkeit ist dahin. Mobiltät wird zum Zwang. Soziale Kälte breitet sich aus, zusammen mit der Angst vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch Europas.

Wo in diesem von Unsicherheit gebeutelten globalen Dorf steht der Einzelne ? Als was sieht er sich ? Heimat hat auch mit Identität zu tun, mit sozialen Kontakten.
Im antiken Globaldorf  Rom waren es Sprache und gemeinsame Werte, ein verbindliches Rechtssystem die für die Zugehörigkeit als römischer Bürger sorgten, dazu die immer gleiche Infrastruktur und Bauweise auch der Provinzstädte bis hin zur Villa Rustica (röm. Bauerngut) , die verbindend wirkte. Eine hohe Mobiltät förderte das Zusammenwachsen. Allerdings trachtete man auch danach, die früheren Kulturen der Eroberten zu zerstören und durch den eigenen „way of life“ zu ersetzen, um diese Einheitlichkeit zu erschaffen. Heimat war die imperiale Zivilisation, draussen waren die Barbaren.
Diese Vereinheitlichung und Aufgabe der früheren kulturellen Wurzeln versuchte man in der westlichen, globalisierten Welt zu vermeiden, sozusagen zweierlei Heimat, eine der kulturellen Herkunft und eine der gemeinsamen Zukunft zu begründen, die friedlich koexistieren. Diese integrative Zielvorstellung ist jedoch schwer umzusetzen, Toleranz ohne Grenzen führt schnell zur Errichtung eben derselben. Die jüngste Entwicklung, die in Dänemark zur Wiedereinführung von Grenzkontrollen führte, und mit der Flüchtlingskrise zusehends eskaliert zeigt das Problem von überschwenglicher Toleranz gegenüber Menschen, die zu dieser Geisteshaltung keinerlei eigenen Bezug haben. Ein gemeinsames neues Wertesystem, eine globalisierte Ethik ist noch nicht vorhanden oder nicht spürbar. Viele fühlen sich überrannt, die eigene Kultur als der neu anzunehmenden unterlegen. Der fremde  Lebensstil amerikanisch-westlicher Prägung wird zur Bedrohung der eigenen Identität in z.B. muslimischen Ländern. In unseren westlich-liberal orientierten Gesellschaften fürchten wir im Gegenzug den zunehmenden Einfluss des Islam. Insofern gleichen sich ironischerweise „pax romana“ und „american way of life“ in der Wahrnehmung.
Man darf auch nicht vergessen, dass die erhöhte Mobiltät oft aus wirtschaftlichen Zwängen stattfindet, und sich Menschen die sich dem unterwerfen müssen, in dem Land oder der Örtlichkeit ihrers Broterwerbs nicht automatisch eine Identifikationsgrundlage finden. Die dort bereits Ansässigen fühlen sich dann oft auch verdrängt, Konkurrenzsituationen um Arbeitsplätze, Wohnungen, soziale Zuwendungen entstehen. Dies war schon so in der Flüchtlingssituation des 2. Weltkriegs festzustellen. Gegenseitiges Misstrauen ist die natürliche Folge. Manche Menschen klammern sich deshalb an das Alte, Vertraute, sei es im sozialen Eingebundensein in Vereine oder der eigenen Religionsgemeinschaft. Dort lässt sich aber auch gut ausgrenzen. Finden sich hier Brandstifter, wird das Fremde schnell zur Gefahr, die man ausschliessen muss – oder gewaltsam bekämpfen. Trotzdem, die Sehnsucht nach Geborgenheit ist vorhanden, Heimat boomt, dem muss man Rechnung tragen, und gerade nicht in einer Neuauflage der Unkultur des 50-iger Jahre Heimatkitschs oder der Überhöhung religiös motivierter, anachronistischer Traditionen.
Auf der anderen Seite wird die globalisierte Welt auch immer mehr die Welt des Individuums und der vielen Heimaten, die zunehmend mehr in virtuellen Räumen, wie “und Life”, Fantasy-Rollenspielen wie “World of Warcraft” oder neuen sozialen Netz-Versionen wie facebook und ähnlichen communities gefunden werden. Eskapismustendenzen (Flucht vor der Realität) dieser Art finden sich vor allem unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen der gebildeteten Mittelschicht. Hier wird das Internet zur Zuflucht, die jeweilige User-Gemeinde zur sozialen Heimat.

  • Wo steht  das Freimaurertum in dieser Vielfalt, der positiven oder der negativen ?
  • Kann es eine Alternative bieten ?

Ich würde meinen ja, im globalen Sinn der Weltbruderkette als eine Art Netzwerk mit ethischem Konzept, der Toleranz aber auch der Pflicht des einzelnen ein besserer Mensch werden zu wollen.  Sie bietet eine Geistesgemeinschaft ohne Überfremdung und Aufgabe des Individuellen und kann damit Vorbildfunktion für die zunehmend problematischer werdende Integration erhalten. Heimat hat auch eine zeitliche Dimension, über die Kontinuität vermittelt wird, das bezeichnet man als Tradition.

  • Gerade hier hat das Freimaurertum ein Alleinstellungsmerkmal, das nicht zuletzt im Ritual gegründet ist.

Keimzelle der freimaurerischen Heimat ist die Loge, die im eigentlichen Sinn kein Ort sondern eine Gemeinschaft von Menschen mit einem Fokus oder Ziel darstellt. Das war schon so zu Zeiten der Bauhütten, die ebenfalls ortsungebunden waren, und auch einen Schutzraum boten. Heimat bedeutet auch Zuflucht.
Heimat ist auch ein Ort, wo man verstanden wird und man sich wohl fühlt, womit wir wieder auf das “ubi bene …” der Römer zurückkommen. Es verbindet die Brüder eine echte Freundschaft, auf die man bauen kann, die von einer gemeinsamen Ethik getragen wird. Brüderlicher, fairer und respektvoller Umgang ist eine weitere Tugend, die es uns in der Loge leicht macht, sich wohl zu fühlen, sich einem Bruder anzuvertrauen oder auch unterschiedlichen Meinungen zu tolerieren.  Rasse und Religion spielen bei uns ebenso keine Rolle.  Nicht umsonst wurden in den frühen Logen die Spielregeln der späteren Demokratien geübt. Dieses Fehlen von Ausgrenzungen und Dogmatik, das sich als Mensch angenommen fühlen, bei doch klaren Umgangs-Regeln war und ist auch ein Modell für eine offene Gesellschaft, wie sie sich weltweit immer mehr entwickelt.

  • Auch die Arkandisziplin (das Verborgene) hat da ihren Platz: Es ist ein Tabu ,Gespräche, die in den Logenräumen geführt wurden, nach außen in die profane Welt zu tragen.

Besonders dieser Kreis des Vertrauens bietet im Zeitalter der facebooks, twitters, BigBrothers und anderen exhibitionistischen multimedialen Mitteilungsformen und deren Missbrauch eine wohltuende Oase.
Beim Thema Ausgrenzung fällt bei Kritikern immer das Schlagwort: Frauen – die sind wohl kein Teil der Bruderseeligkeit ? Zum einen finden etliche Schwestern, nicht umsonst spricht man so vom weiblichen Teil der Freimauerfamilie, ihren Platz in der femininen Freimaurerei. Zum Anderen waren und sind die Schwestern immer ein wichtiger Teil des Logenlebens der regulären Maurerei, wenn auch nicht des Rituals.**** In den Rosen- bzw. Lichterfesten werden sie geehrt und auch in der Witwenfürsorge drückt sich diese Haltung aus. In der heutigen Zeit, in der sich viele Menschen heimatlos fühlen, bietet die Freimaurerei mit den ihr zugrundeliegenden modernen Formen des menschlichen Zusammenlebens und trotzdem geschützten Räumen der Logen, gerade mit den dort gepflegten Traditionen eine echte Alternative.
Hierzu habe ich folgenden Wahlspruch über einem Tempeleingang in der Hansestadt Lübeck gefunden:

„Welcher Orient dich sendet, in der Heimat bist Du hier“

Lüneburger Loge  „Zu den drey Thürmen“
 
** Am Ende des Dreissigjährigen Krieges setzte eine Rebesiedlung der menschenleer gewordenen, verwüsteten Kriegszonen ein. Auch “cuius regio, eius religio” führte zum Exodus, bzw. der Einwanderung der beiden zerstrittenen konfessionellen Gruppen in den jeweilig betroffenen Landesteilen.
 
****Mit der sogegenannten weissen Arbeit, einer Art freimaurischem Festakt, gibt es eine Sonderform des Rituals für Schwestern und Familienangehörige, sowie Brüder aus anderen Obödienzien, z.B. dem “Grand Orient de France”. Es enthält die wesentlichen Grundelemente einer Tempelarbeit , das Bekenntnis zur humanitär-ethischen Grundeinstellung, aber keine gradspezifische Symbolik.

Posted by on Juni 29th, 2016 Kommentare deaktiviert

Jageteufel, Hartheu: Das Johanniskraut in der Signaturlehre

hypericum

Hypericum perforatum, Johanniskraut, Hartheu.

Ein Paradebeispiel für die Signaturlehre in der Pflanzenheilkunde oder Pflanzenalchemie, die vor allem von Paracelsus praktiziert wurde und durch seine medizisch/pharamzeutischen Abhandlungen überliefert ist. Signatur bedeutet Auswahlkriterien zu bestimmen, für welche Krankheiten ein jeweiliges Heilmittel geeignet ist. Dabei lässt man sich von Aussehen, Geruch, Geschmack, Blütezeit und Standort einer Pflanze leiten. Das übergeordnete Leit-Prinzip bildet die astrologische Signatur, d.h. es gilt Übereinstimmungen der Krankheits-Symptome zu der korrespondierenden Planetensignatur und der Heilmittelsignatur zu finden. Häufig nutzt man hier das Ähnlichkeitsprinzip, das vor Allem durch die Homöopathie Hahnemanns eine weitere Verbreitung erlangt hat. Aber im Gegensatz zu letzterer das ist keine absolute Regel in der Pflanzenalchemie: Eine z.B. als saturnisch bezeichnete Gewebsverhärtung wird man eher mit einer mondhaften Pflanze zu erweichen versuchen: Der Mond ist der Gegenpol zu Saturn, tatsächlich haben Gewächse mit Mondsignatur häufig eine erweichende, auch schleimbildende Wirkung. Es hängt davon ab ob man eine Körperfunktion unterstützen möchte, oder einem Zuviel entgenwirken will. Die Signaturlehre basiert auf der Naturbeobachtung und ist eine erste Klassifizierung von Heilmitteln nach Krankheiten und Symptomen.Die sogenannten Planetenzuordnungen entsprechen hier Wirkprinzipien, denen die klassische Elementelehre des Empedokles zugrunde liegt. In der darauf aufbauenden medizinischen Alchemie (Spagyrik) verwendete man oft eine Kette von Heilmitteln einer bestimmten Signatur aus dem Tier-, Pflanzen- und Mineralreich (Metalle) zur Verstärkung der Wirkung. Sie bildete die Basis einer Frühform der “Kombi-Präparate”. Derlei Zusammenstellungen sind heute auch noch beliebt: zB. Hypericum, Aurum (Gold), Apis mellifera (Biene), alle drei Träger einer Sonnensignatur. Ein Mittel zur Kräftigung der Nerven und bei Stimmungstiefs.

Zum Johannistag: Pünktlich blühendes Hartheu am Heimenstein.

Zum Johannistag: Pünktlich blühendes Hartheu am Heimenstein.

Viele Beschreibungen der Signaturen des Hartheu gehen bereits auf Paracelsus zurück.

  • Lichtsamer:  Schon die Samen keimen nur im Hellen, von der Erde unbedeckt. Ein erster Hinweis auf den sonnenverwandten Charakter. Auch die als Nachteil empfundene Lichtsensibilisierung ist ein Anzeichen.
  • Gelbe Blüte: Nach alter Vorstellung sind gelbe Blüten oder Pflanzensäfte ein Hinweis auf Heilpflanzen für Gelbsucht, bzw. Zeichen für eine Leberwirkung. Solche Pflanzen werden daher auch dem Jupiter=Leber oder Mars=gelbe Galle unterstellt. Johanniskraut hat eine gewisse galletreibende Wirkung. Die Leberclearance von Medikamenten kann beschleunigt werden: Der Leberstoffwechsel wird angeregt, besonders bei höheren Dosen von Johanniskraut.
  • Das kräftige Goldgelb von Johanniskrautblüten mit Staubfäden, die aussehen wie sprühende Sonnenfunken, zeigt wiederum den sonnenhaften Stimmungsaufheller. Die antidepressive Wirkung hypericinhaltiger Zubereitungen  gilt heute als erwiesen.
  • Wobei auch eine Leberentlastung schon stimmungsaufhellend sein kann: Leber und Galle, bei den Alten auch Zeiger von Stimmungen. Die übergelaufene Galle (Cholerik = Mars = gelbe Galle), oder die Laus auf der Leber (gestörter Jupiter = Melancholie/Saturn = schwarze Galle) … nicht umsonst gibt es diese Anspielungen. Alkohol, ein Leberschädiger ist ein starkes Depressivum!
  • Haupt-Blüte ab Mittsommer: “Die Blüte ist eine Zeigerpflanze der  Johanniszeit, dem solaren Höchststand des Jahres. In ihr wohnt die pure Sonnenkraft (eingefangener Sonnenschein). Im warmen, trockenen, leicht bitteren Geschmack bestätigt sich die aufhellende und seelenerwärmende Sonnennatur nochmals. Johanniskraut liebt sonnige, trockene Standorte – auch darin zeigt sich die Sympathie zum Sonnenprinzip. Auch die Hitzverträglichkeit der Pflanze ist ein Indiz: ”Es (das Rotöl, ein Ölauszug aus den Blüten) lindert Schmerzen, vor allem bei Verbrennungen (Sonnenbrand) , da das Kraut zur Zeit des längsten Tages und der ärgsten Hitze blüht” (Hans Fink). Das heisst aber, neben einer Sonnensignatur noch eine Zuordnung zum Element Feuer.

    Johanniskraut - Hartheu, Jageteufel

    Johanniskraut – Hartheu, Jageteufel
    quelle: wiki

  • “Perforiertes” Blatt: “die lochartigen Öldrüsen, die in den Blättern sind, bedeuten, daß das Kraut für alle inneren und äußeren Öffnungen der Haut eine Hilfe ist” (Paracelsus). Hält man ein Blatt gegen das Licht, dann sehen die Ölbehälter wie kleine Löcher aus. Das “Tausendlöcherlkraut”, wie der Namenszusatz perforata schon andeutet,  galt daher vor allem als ein Heilmittel für Stichverletzungen und Insektenstiche. Die Blut und Stichsymbolik weist auch auf eine Mars-Signatur, die auch zum Feuerelement passt, und sich ebenfalls bei Wundmitteln bewährt.
  • Roter Pflanzensaft, ebenfalls eine Mars-Zuordnung: Zerdrückt man eine Blüte zwischen den Fingern, so tritt blutroter Saft aus, als “Johannis-” oder “Herrgottsblut”  bezeichnet. Wegen dieser Ähnlichkeit mit  Blut erkannte  man im Johanniskraut einen Kraftspender (Mars=Lebenskraft), ein Heilmittel für Blutarmut .
  • Paracelsus schätzte Johanniskraut auch als “die beste Wundarznei“. Das Rotöl fördert die saubere Verschorfung vor allem bei Abrasionen und bewährt sich zur Behandlung von altem und neuen Narbengewebe von flächigen oder Schnitt/Risswunden.  Bei nässenden Wunden kann es zur Säuberung als Waschung (verdünnte Tinktur, Tee) verwendet werden. Hier ähnelt seine Signatur der Calendula.
  • Nervig Geädertes Blatt: “Die Adern auf den Blättern sind ein Zeichen, daß Perforata alle Phantasmata austreibt” (Paracelsus).
  • Die betonten “Blattnerven” werden manchmal als Nervensignatur gedeutet, oft zeigen sie auch Venenheilpflanzen an (Weinlaub, Kastanienblatt). Das Rotöl hilft auch tatsächlich  bei Neuralgie und Venenbeschwerden, eine Venus-Signatur, Gegenpol zum Mars.
  • Nomen est Omen: Das  ”Hartheu” liefert aufgrund seiner harten Stengel schlechtes Heu. Es wird auch als grünes Kraut nicht gern gefressen. Dies ist ein Zeichen dafür, daß das Kraut das Bindegewebe kräftigt, eine Saturn-Signatur : Gegenpol zum Mondprinzip, das erweichend und feucht wirkt. Auch die gute Wirkung gegen Narbenwucherung (Keloid) hängt wohl damit zusammen. Saturn im Wassermann ist auch der Ausgleich zum solaren Feuer des Löwen oder 5. Hauses. Hier wirkt Johanniskraut strukturierend und stärkt die Ratio.
  • faulig/schleimig beim Verblühen: Ein bisschen Mondsignatur ist auch dabei, da immer die gesamte Achse vertreten ist: Sonne/Saturn(Uranus) ->(Löwe-Wassermann), Mond/Saturn ->(Krebs-Steinbock). So helfen Massagen und Umschläge mit Rotöl gegen Gewebsverhärtungen und alte Narbenstränge. Auch gegen Menstruationsbeschwerden und Wechseljahresprobleme (Venus/Mond als Gegenpol zu Mars) wird Johanniskraut eingesetzt. Es wirkt östrogenartig=Venus.
  • Verschiedene Arten von Boden-Würmern vertreibt das Kraut: “So gibt es auch Würmer, die vor Hypericum fliehen. “Es geschieht nicht nur wegen des Geruches, sondern auch, weil in der Perforata der Spiritus ist, der die phantastischen Geister vertreibt” (Paracelsus). Nicht nur Eingeweidewürmer und Bodenparasiten: Auch Gedankenwürmer –> Zwangsgedanken wie bei OCD, Depression werden verscheucht.
  • Die Beobachtung, daß das Johanniskraut kaum von Parasiten heimgesucht wird, hat wohl dazu beigetragen, daß man das Kraut zwischen den Käse legte, um Madenbefall zu verhindern. Der Preßsaft aus dem Kraut wurde gegen Wurmbefall bei Pferden eingesetzt (Tabernaemontanus).
  • Man sah es als Fingerzeig, daß eine Pflanze, die sich vor Schädlingsbefall schützen kann, auch uns vor Parasiten schützt. Johanniskraut ist stark gerbstoffhaltig (zusammenziehend, lebensfeindlich=Saturn). Bis zu 16% Gerbstoffe machen Fäulnisbakterien oder Hefepilzen (z.B. bei Montezuma’s Rache oder schlecht heilenden Wunden) das Leben schwer.
  • Es ist auch ein Berufkraut – das heisst, man hing es in die Ställe und an die Haustür. um sich gegen üble Einflüsse und Hexerei zu schützen. Da es eine beruhigende und angstlösende Wirkung hat (es vertreibt die phantastischen Geister), ist dieser Volksglaube  wahrscheinlich auf erfolgreiche Anwendungen bei sogenannter Besessenheit zurückzuführen. Man soll es auch den verurteilten Hexen gegeben haben, um sie vor dem Einfluss des Teufels abzuschirmen, wenn sie zum Scheiterhaufen geführt wurden.
  • In den Raunächten wurden die Johannisbuschen des Sommers dann oft stückweise dem Kamin- oder Ofenfeuer beigegeben zusammen mit anderen Kräutern aus den geweihten Kräutersträussen. Dies soll vor der wilden Jagd schützen, im Sommer auch vor Hagel und Blitz.
  • Auch die Ställe werden in den Rauhnächten mit Johanniskraut und Salbei ausgeräuchert.
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Johanniskraut am Feldrain. Juli 2016, Schwäbische ALb.
©beast666

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

Posted by on Juni 27th, 2016 Kommentare deaktiviert

Sieben Todsünden: La Paresse – Trägheit, der Mond

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La Paresse – Trägheit des Herzens, der Mond – Quicksand of my thoughts …
©scrano 2013

  • Luzifer – Stolz – Sonne
  • Mammon – Geiz – Saturn

  • Leviathan – Neid – Merkur

  • Satan – Zorn – Mars

  • Asmodeus – Wollust – Venus

  • Beelzebub – Völlerei – Jupiter

  • Belphegor – Faulheit – Mond

Die Symbolik der “Sieben”. gibt es schon im Zusammenhang mit Lastern in der babylonischen und persischen Zeit. Es wird vermutet, der Ursprung der Todsündenlehre liege im Motiv der vorgeburtlichen Seelenreise. Bevor die Seele in die Welt der Materie  eintritt, müsse sie sieben Himmelssphären durchwandern. In jeder nehme sie einen guten Geist in sich auf, aber auch einen schlechten. Gebräuchlich war auch eine Zuordnung der Todsünden zu den Wochentagen: Am Sonntag bedrohe Stolz den Menschen, wenn er sich in der Messe Gott nicht unterwerfe. Tag des Neids sei der Montag, des Zorns der Dienstag. Die Trägheit, speziell die spirituelle, bedrohe den Menschen am Mittwoch, weil er zeitlich am weitesten vom Sonntag entfernt ist. Wenn der Mensch seine Gottnähe verloren habe, sei er am Donnerstag gefährdet, nach materiellen Gütern zu gieren, und sich am Freitag, wenn er dem Fasten verpflichtet wäre, der Völlerei hinzugeben. Wollust ist die Sünde des Samstags. Diese Form einer Korrespondenz-Lehre steht aber im Widerspruch zu der Hermetischen Zuordnung der Sünden zu den Tagen und ihren Planetenentsprechungen. Sowohl in der gnostischen, der hermetischen als auch gemäss der klassischen Moraltheologie sind die “Sieben Todsünden” weniger in Handlungen begründet, sondern Dispositionen: Persönlichkeitsstörungen oder Charakterdefizite. Deshalb kann man sie auch nicht beichten. Sie legen erst den Keim der Unmoral und sind die Ursache der späteren verwerflichen Akte. Astrologisch und psychologisch stellen sie die Schattenthematik der entsprechenden planetarischen  Archetypen dar.

Die Mondin, Archetyp der Mutter und Sitz der Seele. Dort wo Intuition, Verbundenheit mit den eigenen Wurzeln und Empathie herrschen sollten. Symbol des ewigen Wandels, der ausgereiften Anima, aber auch des unvermeidlichen Kreislaufs Geburt/Altern/Tod im der Natur, wo der Glanz des Individuellen schnell vergeht. Deshalb besitzt diese Zentralinstanz der Sensitivität ebenfalls ihre problematischen Seiten, da Resignation und Verweigerung als Konsequenz dieser Schicksals-Erkenntnis resultieren können, ebenso eine Flucht in die Materie des Gegenpols Saturn. Im Treibsand seiner Seelenzustände verharren, in der Aussenwirkung verwandt mit der Melancholia des Steinbockherrschers, wurde diese Haltung in die Liste der Todsünden mit einbezogen. Nicht nur im Christentum galt eine derartige Einstellung als tadelnswert, schon in der Antike wurden solche Menschen als von den Göttern abgewandt verurteilt. Die Beziehung zwischen Melancholia und seelischer Trägheit (Gleichgültigkeit) besteht nicht von ungefähr: Sie stellen beide die gegensätzlich erscheinenden Pole desselben astrologischen Prinzips dar, ausgedrückt durch die Achse 4/10 – Mond/Saturn oder Krebs und Steinbock und die Verbindung der Rotationsperioden 28 Tage/28 Jahre für die beiden Regenten.

Schatten: Überempfindlichkeit, Passivität, Fatalismus, Manipulation, Klammern. “Living in denial” oder Sicherheit durch Kontrolle der Mitwelt.

Problematischer Mond: Harte Aspekte mit transpersonalen Planeten oder den klassischen “Übeltätern” (Saturn/Mars) werden häufig als anstrengend empfunden, besonders wenn diese Planeten selbst in weitere harte Aspekte einegbunden sind. Beim Mond sind Störungen besonders wirksam, da es sich hier um eines der “Grossen Lichter ” handelt, einen zentralen Archetyp der Persönlichkeit.

Konjunktion: Auch die Konjunktion kann schon als Spannungsaspekt auftreten, nicht nur Quadrat oder Opposition.

  • Mars: Eifersucht, Cholerik, Unausgeglichenheit.
  • Uranus: Stimmungsschwankungen, Kühle, exzentrische Mutter, wenig Nestwärme.
  • Saturn: Melancholie, Probleme mit der Mutter, Einstellung zu Kindern, eingrenzende Mutter, entweder ängstlich oder streng.
  • Pluto: Manipulative, dominante Mutter, emotionale Machtkämpfe, Kindheitstrauma, düstere Familiengeheimnisse, Rachsucht.
  • Neptun: Hörigkeit, Hysterie, moralische Erpressung, Märtyrerkomplex, Süchte, abhängige Mutter.

Mond in 12: Verdrängte Gefühle, Angst vor Gefühlen.Bei einem schwierigen Mond in den Fischen, dem Zeichen von Neptun und dem 12.Haus  können seltsame Kombinationen der Themen des 12. Hauses und Wirkungen ähnlich einem harten Neptunaspekt zusstandekommen.

Quadrat:
Konflikt zwischen Gefühlen, innerer Stimme und dem Thema des jeweiligen Aspekt-Planeten. Aufgabe eines der Prinzipien für das Andere. Aufbrechen des Konflikts durch Transite.
Opposition:
Schwanken zwischen innerer, emotionaler Welt und Thema des Oppositionsplaneten, Rivalität, Tauziehen oder Patt-Situation. Emotionale Unausgeglichenheit, die besonders durch Transite ausgelöst werden kann.

Ein harter Radix-Aspekt des Mondes mit der Sonne (besonders Quadrat), dem Animus-Zentrum der Individualität, der rationalen inneren Mitte, kann  eine schwierige Beziehung der Eltern anzeigen. Je nachdem welcher Haupt-Archetyp die Oberhand erhält, wird der andere oftmals unterdrückt, so dass entweder Animus oder Anima nicht zur höheren Reife gelangt. Das Individuum fühlt dann einen inneren Verlust, einen Mangel oder wie bei harten Chiron-Aspekten zu Sonne oder Mond einen ewigen Drang nach etwas, das nie zur Vervollkommnung gelangt oder sich frei entwickeln kann. Im Falle einer Schwächung des Mondes (besonders wenn dieser in Luft- oder Feuerzeichen steht) zeigt sich oftmals eine Wegrationalisierung der Gefühlswelt oder Ablenhnung der instinktiven Anteile der menschlichen Natur. Da steht man dann “über den Dingen”, die vielleicht als bedrohlich empfunden werden, oder als zuwenig glanzvoll.

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Posted by on Juni 25th, 2016 Kommentare deaktiviert

Sonnwende – Solstitium – Mitternachtssonne

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Sonnwende, in nörlichen Breiten der Tag von Midsommer, an dem die Mitternachts-Sonne gefeiert wird.
Midnight Sun ©scrano 2016

Ein freies Fraktal-Wallpaper, in besserer Auflösung bei Ambrosia erhältlich.

 Mittsommer
Nun die Sonne soll vollenden
Ihre längste, schönste Bahn,
Wie sie zögert, sich zu wenden
Nach dem stillen Ozean!
Ihrer Göttin Jugendneige
Fühlt die ahnende Natur,
Und mir dünkt, bedeutsam schweige
Rings die abendliche Flur.

Nur die Wachtel, die sonst immer
Frühe schmälend weckt den Tag,
Schlägt dem überwachten Schimmer
Jetzt noch einen Weckeschlag;
Und die Lerche steigt im Singen
Hochauf aus dem duft’gen Tal,
Einen Blick noch zu erschwingen
In den schon versunknen Strahl.

von Ludwig Uhland (1787-1862)

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Blumenmonat Juni: Rosenträume

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Augusta Louise – Herbstblüte, wohlriechende Nostalgierose, auch für Rosenbowle.

Über die Eigenschaften des Faszinosums Rose habe ich schon an anderer Stelle geschrieben, hier gibt es auch Rosenrezepte zum ausprobieren!

Selbst auf dem Müll bleibt eine Rose eine Rose.

Jean de Chalon

(1301 – 1335), auch Johann von Chalon, Bischof von Langres

Keine Rose ohne Dornen. – Aber manche Dornen ohne Rosen.

Arthur Schopenhauer
(1788 – 1860), deutscher Philosoph
 
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Henri Matisse, eine Malerrose.
Besonders robust und blühfreudig.

Jede schöne Rose wird einmal eine Hagebutte.

Aus Frankreich
Französische Malerrose

Vintage Rose ©Scrano 2013,
Französische Malerrose:”Cezanne”

Der Brennnessel ganz nah ist oft die Rose (…auch Signatur von Venus und Mars)

Ovid
(43 v. Chr. – 17 n. Chr.), eigentlich Publius Ovidius Naso, römischer Epiker
 

Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften.

William Shakespeare
(1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter
 

Eine Rose riecht besser als ein Kohlkopf,
gibt aber keine bessere Suppe ab.

Molière
(1622 – 1673), eigentlich Jean-Baptiste Poquelin, französischer Komödiendichter und Schauspieler
 

Für die Liebe einer Rose macht sich der Gärtner
zum Sklaven von tausend Dornen.

 Sprichwort aus der Levante
Summer Candlelight ©Scrano 2013

Summer Candlelight ©Scrano 2013

 

Heidenröslein

Sah ein Knab’ ein Röslein steh’n,
Röslein auf der Heiden,
War so jung und morgenschön,
Lief er schnell, es nah zu seh’n,
Sah’s mit vielen Freuden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Knabe sprach: Ich breche dich,
Röslein auf der Heiden!
Röslein sprach: Ich steche dich,
Daß du ewig denkst an mich,
Und ich will’s nicht leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Und der wilde Knabe brach
‘s Röslein auf der Heiden;
Röslein wehrte sich und stach,
Half ihm doch kein Weh und Ach,
Mußt’ es eben leiden.
Röslein, Röslein, Röslein rot,
Röslein auf der Heiden.

Johann Wolfgang von Goethe
(1749 – 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann

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Echtes Heideröslein mit Besucher – kein wilder Knab,
nur ein schillernder Rosenkäfer. ©beast666 2016

 

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Nochmals meine Favoritin: Prächtige Augusta Louise im Sommer:
Neben üppigen Barockformen besticht sie durch wunderbaren
Duft und Blühfreudigkeit.

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21.6. – 24.6: Sommersonnenwende und Johannistag

Sulis: Leuchtende Sonne zum Höhepunkt des Jahres.

Leuchtende Sonne zum Höhepunkt des Jahres.
Sulis ©scrano 2014

Sommersonnenwende – Alban Heruin (keltisch) – Johannis – Mittsommer

Am 21. Juni wird Sommersonnwende gefeiert. Die Kelten nannten es Alban Heruin, dieses keltische Wort (gesprochen: Alwan Eru-in) bedeutet übersetzt “Licht der Küste”, denn bei den Kelten ging es bei diesem Fest um den Kreislauf des Wassers, das um die Küsten herumfließt, die Abgrenzung zwischen Wasser und Erde. Bei den Germanen war es das Mittsommerfest. Die katholische Kirche machte daraus das Fest zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers.

Die Sonne als alles dominierender Himmelskörper wurde von den Menschen sehr wahrscheinlich sehr früh beobachtet, weswegen man in den Sonnenwenden die ältesten Feste der Menschheit vermutet. Die erste überlieferte menschliche Aufzeichnung überhaupt befaßt sich mit dem Sonnenzyklus. Es handelt sich um ein geschnitztes Stück Hirschgeweih aus Le Placard bei Charente (bekannter Landstrich mit paläolithischer Höhlenmalerei in Frankreich). Es ist ca. 20.000 Jahre alt und trägt Ritzmarkierungen, die mit dem Jahreszyklus der Sonne in Verbindung gebracht werden.

Europas bekannteste megalithische Stätte der Sommersonnenwende ist natürlich Stonehenge. Hier wurde die Wintersonnenwende zelebriert, wahrscheinlich mit einem Ahnenkult verbunden. Auch die Synchronisation von Mond-und Sonnenkalender kann man an dem berühmten Bauwerk ablesen. Heute feiern moderne Druiden dort ihr Sonnwendfest – die einzige Gruppe, die das darf!

Eine Sonnenwende oder Sonnwende (lateinisch solstitium, griechisch ἡλιοστάσιον hēliostásion “Stillstand der Sonne”) findet zweimal im Jahr statt. Zur Wintersonnenwende – auf der Nordhalbkugel der Erde am 21. oder 22. Dezember – erreicht die Sonne die geringste Mittagshöhe über dem Horizont, während der Sommersonnenwende am 20., 21. oder 22. Juni (an Orten nördlich des nördlichen Wendekreises) ihren mittäglichen Höchststand über dem Horizont. Auf der Südhalbkugel sind die Verhältnisse umgekehrt, während des dortigen Winters ist auf der Nordhalbkugel Sommer. Bei einer Sonnenwende erreicht die Sonne im Lauf eines Sonnenjahres den größten nördlichen oder südlichen Abstand vom Himmelsäquator. In diesem Augenblick kehrt die Sonne ihre durch die Schiefe der Ekliptik bewirkte Deklinationsbewegung um und nähert sich wieder dem Himmelsäquator. Diese maximale Deklination erreicht sie jedes Jahr zweimal: Einmal nördlich und einmal südlich des Himmelsäquators.  Je nach betrachteter Erdhalbkugel spricht man dabei jeweils von der Sommer- oder Wintersonnenwende. Die astronomische Sommersonnenwende findet in Mitteleuropa meist am 21. Juni statt, doch nach dem Julianischen Kalender war es der 24. Juni, also das Fest der Geburt des hl. Johannes. Nun wurde die altertümliche Tradition des Sonnwend-Feuers mit der kirchlichen Feier verknüpft  – so entstand dann der Brauch des “Johannisfeuers“

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Tageslängen auf der Erde am 21. Juni.

Das Feuer ist eine natürliche Lichtquelle neben Sonne, Mond und Sternen. Es steht auch in Verbindung mit Reinigungsvorgängen, einer Läuterung vom Unedlen.  Mit der Hitze des Feuers wurde beispielsweise das Silber von Verunreinigungen befreit: Schon bei den Alchemisten galt daher “Feuer” als Bildwort für eine Läuterung , auch eine geistliche. Das wurde vom Christentum übernommen:  z.B. im “Fegfeuer”. Auch das Autodafe, die Verbrennung von Ketzern und Hexen ist neben der abschreckenden Wirkung auch als Reinigung des Sünders und der Gemeinde vom Bösen zu sehen. Die Kirche drückte  nach einem zeitweiligen Verbot der alten naturreligiösender Sonnenwendfeier einen christlichen Stempel auf.  Ab dem 12./13. Jahrhundert wurde das Fest Johannes des Täufers auf die Sommersonnenwende gelegt und diese in das Johannisfest umbenannt.  Der mit der Sommersonnenwende verbundene heidnische Brauch des Sommerfeuers wurde zum Johannisfeuer.
Die Sommersonnwende ist eines der vier Sonnenfesten im achtspeichigen Jahresrad.  Ihr Gegenstück ist die Wintersonnwende. Daneben gibt es noch die Frühjahrstagundnachtgleiche und die Herbsttagundnachtgleiche. Die anderen vier sind Mondfeste: 3 Vollmond- und ein Neumondsfest (Samhain). Der Johannistag wird auch heute noch als ein Fest des Sommerhöhepunktes gefeiert. Die Johannisnacht am 24. Juni gilt als die kürzeste Nacht des Jahres, in der allerlei magische Dinge passieren können. Viele Märchen handeln auch von Naturwundern, vor allem im Zusammenhang mit Pflanzen, die in dieser Zeit auftreten: Zum Beispiel die Sage von den Beifusskohlen, oder der Farnblüte. Die Sonnwende galt als weitere Nahtstelle zwischen den Welten, in der sowohl die Götter als auch die Naturgeister den Menschen nahetreten konnten. Man konnte die Götter mittanzen sehen, verlor seinen alltäglichen Verstand und wurde “ver-rückt”.
Von solchen “Johanniswundern” sprachen auch noch die Bauern im Mittelalter. Daher hat die Kirche den ursprünglich heidnischen Überlieferungen bezüglich Fauna und Flora durch Umbenennungen von Pflanzen der Sonnwendsbräuche den Namen von  Johannes dem Täufer aufgeprägt

Wenn Johannis ist geboren,
gehen die langen Tage verloren.

Wenn die Johanniswürmer glänzen,
darfst du bereiten die Sensen.

Wenn kalt und nass Johannis war,
verdirbt er meist das ganze Jahr.

Der Johannistag als Lostag in der bäuerlichen Welt:

Johanni ist als Lostag in der Überlieferung für die Landwirtschaft und Wetter von zentraler Bedeutung. Die Sommersonnenwende leitet meist mit dem Ende der Schafskälte die Erntesaison ein. Zeigerpflanzen und Tiere der Phänologie sind daher traditionell nach diesem Tag benannt:

  • Die Schwärme der Johanniskäfer (Glühwürmchen) entfalten ihre Leuchtkraft in der Zeit rund um die Johannisnacht besonders intensiv.
  • Zeigerpflanzen: Johannisbeeren werden reif, Johanniskraut beginnt zu blühen.
  • Wegen der vermehrten Produktion von Oxalsäure sollte man nach Johanni keinen Rhabarber mehr ernten.
  • Volkstümlich wird der Johannistag in Deutschland auch „Sommerweihnachten“ oder „Spargelsilvester“ genannt: Der Johannistag markiert auch das Ende der Spargelzeit. So haben die Pflanzen genügend Zeit, Kraft fürs nächste Jahr zu sammeln.
  • Der 24. Juni spielt bei den Freimaurern eine wichtige Rolle. Für sie endet und beginnt an diesem Tag der Lauf des Jahres

Für alle Kräutersammler ist die Johanniszeit der Höhepunkt im Heilpflanzenkalender. Die Sonnenenergie wirkt nun besonders deutlich in ihnen, und in ihren Inhaltsstoffen können wir etwas von Wärme und Licht der sonnendurchfluteten Sommerzeit in den kalten, dunklen Winter hinüberretten.  Zu den Pflanzen gehört an erster Stelle das  Johanniskraut, der eingefangene Sonnenschein, das vor allem antidepressiv wirkt und entzündungshemmend. Desweiteren Arnika, Christophskraut, Beifuß, Holunderblüten, Schafgarbe, Odermennig, Blutwurz, Ringelblume, Königskerze. Zum Volksbrauchtum dieses Festes gehören auch Kräuterkränze, mit denen Wegkreuze und Heiligenbilder geschmückt wurden. In meiner Heimat in Ostbayern wurden eigene Sonnwendbuschen aus verschiedenen Kräutern (sieben oder zwölf) hergestellt. Mädchen bekamen Blumenkränzchen aus Margeriten. Die Frauen haben für uns Kinder  “Holunderküchlein”  (die Blütendolde des Holunders in Bier-Pfannkuchenteig) ausgebacken. Deshalb heißt der Johannistag auch oft “Holdertag”. Der Holunder gilt auch als aphrodisierend:

Zu Johanni, da blüht der Holler, da wird die Liebe noch toller !

Dank- und Freudenfest

Bei den Kelten wurde die Sommersonnwende zwölf Tage lang gefeiert. Das erinnert an die Raunächte zu Weihnachten, der Wintersonnwende. Alban Heruin ist das keltische Eichenfest, das den Vorabend des längsten Tages markiert. Die Sommersonnenwende (kelt.: Heulsaf Yr Haf) markiert den höchsten Stand der Sonne im Jahreskreis und leitet so den Sommer ein. Auch die Eiche, als höchstes druidisches Symbol ist auf dem Gipfel ihrer Energie. Die zu Alban Heruin verehrten keltischen Götter sind Bel, der  Sonnengott, sowie Danu, die keltische Mutter des Landes, die Reichtum und Überfluß verkörpert. Die zu Beltane geknüpften “zarten Bande” werden nun in Hochzeiten “gefestigt”.

Auch bei den ehemals germanischen Völkern Mitteleuropas und Skandinaviens ist das Mittsommerfest heute noch ein Fest der Freude und des Dankes. Und auch das Mittsommerfeuer stellt ein Dankes- und Freudenfeuer dar. Wie beim keltischen Beltane oder zu Walpurgis findet man ein Brauchtum mit Tanzriten und Feuersprüngen. Es wurden Teiche und Brunnen geschmückt, zu Ehren der Götter des Wassers und der Weisheit. Die Germanen feierten zu Midsommer ebenfalls die Muttergottheiten, so auch Balders Mutter Frigg. Das Thing (Parlament) wurde einberufen  und es wurde Gericht gehalten.

An Alban Heruin, liegt bereits der Zeitpunkt im Jahreskreis, wo der Sonnengott des Frühlings, oder auch sein Stellvertreter, bei den Kelten z.B. der sogenannte “Eichenkönig”, einen rituellen blutigen Tod erleidet. Hier stirbt jedoch nicht die Sonne an sich, sondern der milde Schein der Frühlingssonne, wie etwa durch Baldur oder Belenos verkörpert, weicht der harschen Glut des Sommers, verkörpert durch Lugh oder Loki. Deren Zeit bringt dann den Erntesegen.
Das Opfer des Eichenkönigs vollzieht sich oft als (symbolische) Enthauptung. Auch der berüchtigte Kopfkult der Kelten geht auf eine solche Legende zurück: “Bran der Gesegnete“.
Im Orient gibt es im Zusammenhang mit dem Kult der “Magna Mater” ebenfalls solche Beispiele: Ichtys, Attis, Tamuzi oder Dumuzi, Nimrod, Enkidu. Dann gab es noch den babylonischen Kulturbringer namens “OANNES”. Klingt ja tatsächlich ähnlich wie “JOHANNES”.  Auch er war ein solares Wesen (eine Form des Sonnengottes Dagon), wie die Sonne tauchte er aus dem Ozean auf um am Abend dort wieder zu versinken. Oannes wird auch “Fischgott” genannt, er hatte ein Menschenhaupt auf einem Fischleib. Diese Parallele: Wasserelement und Sonne finden wir auch beim Täufer. Jesus, dessen Ankunft er predigte war ebenfalls sowohl “Geopferter Sohn” als auch solarer Heros, dessen Symbol wiederum der Fisch war; auch wurde er als Menschenfischer bezeichnet, seine Anhänger als Nasrani, kleine Fische. Und  Johannes der Täufer, wurde ja letztendlich ebenfalls enthauptet, wie seine vielen mythologischen Vorgänger. Salome, Tochter des Herodes verlangte nach einem überaus erotisch-ekstatischen Tanz (der sieben Schleier – eine solare Zahl!)  als Belohnung den Kopf des Johannes auf einem goldenen Tablett – beides Sonnensymbole.

Oannes - Weiser aus zwei Welten.

Oannes – Weiser aus zwei Welten.

Die Sonne als weibliche Göttin

Nach all dem männlichen Glanz und Gloria, auch bei den lichtkult-begeisterten Männerbünden:  Nicht immer war die Sonne männlich! Bei den nördlichen Völkern, Kelten, Germanen, Slawen  und interessanterweise den Japanern auf der anderen Seite des Globus ist sie eine Frau.  Sul(is), Sol (Sunna), Saule und Amaterasu.  In diesen kalten Weltgegenden, die Japaner stammen usrprünglich aus der Himalaya-Region, tritt die lebensspendende Wärme wohl als mütterlich assozierte Kraft in den Vordergrund.  Bei der heilspendenden Sulis aus dem englischen Bath ist auch, typisch keltisch, ein Kopfkult bekannt. Die goldene Sonnenscheibe als Himmelshaupt. Sul ist auch noch in “IRMINSUL” enthalten, der germanischen Weltensäule, einer Form des Lebensbaums. Die Sonne wurde als ein auf dieser Himmelsachse ruhendes Haupt gesehen.
Eine Sonnengöttin wurde verehrt vor allen in matriarchalen Kulturen, wo die Frau noch ihren Platz als geachtete Heilerin, Kriegerin, Seherin und Schamanin hatte. Gruppen von Frauen und Mädchen tanzten an diesem Fest auf den höchsten Bergen und hatten dort natürlich auch ihre Freudenfeuer. Wie der Beiname Hekatos für den griechischen Sonnen-und Lichtgott Apollon belegt, war auch Hekate ursprünglich nicht nur für die Nacht zuständig, ein paar Aspekte der allumspannenden Weltgöttin sind selbst hier noch zu finden.
Die ebenfalls zur indo-europäischen Ur-Familie zählenden Inder hatten zuerst eine weibliche Sonnengöttin namens SURYA, die später zum männlichen Sonnengott SURYA wurde, wie das oft der Fall war im Zuge der Patriarchalisierung.

Feuer und Wasser, Tag und Nacht: Johannisfeuer an der Grenze zwischen den Welten.

Feuer und Wasser, Tag und Nacht: Johannisfeuer an der Grenze zwischen den Welten.

Das Litha-Fest im Neuheidentum

Hier wird die Sommersonnwende in keltischer Tradition oft Eichenfest genannt, aber auch die Bezeichnung Blumenfest findet man. Der Name Litha geht auf die gleichnamige keltische Mondgöttin zurück, die für Überfluß und Fruchtbarkeit, Macht und Ordnung steht. An diesem längsten Tag im Jahr gibt es Licht und Leben im Überfluß. Zum einen ist es ein Feiertag der die volle Kraft des Lebens darstellt, auf der anderen Seite ist es auch der Zeitpunkt,  nach dem die Tageslänge wieder schwindet. Man feiert im Bewußtsein, daß alles im Leben seine Zeit hat, und Höhepunkte unweigerlich überschritten werden. Das Alte muss dem Neuen weichen. Man erfreut sich an der vollen Kraft des Lebens, aber gedenkt auch der Sterblichkeit seiner Existenz.

Natur:
Die Tage werden jetzt zwar wieder kürzer, aber der Hochsommer beginnt gerade erst, ebenso die Reife- und Erntezeit. Die Hitze der Hundstage (nach dem Sternbild “Grosser Hund”  mit seinem Hauptstern Sirius benannt) steht uns noch bevor,  Walnüsse wachsen unter dem nun dunkelgrünen Blätterdach, die Beeren der Eberesche beginnen sich röten. Die Kinder freuen sich über die Kirschenzeit, auch Himbeer- und Heidelbeersträucher tragen jetzt überreich, laden zur Ernte ein. Es ist Mittsommer, und noch einmal wallt die Lebenskraft jubilierend auf.

Jahreskreis
Zur Sommersonnenwende an Litha hat die Sonne mit dem längsten Tag und der kürzesten Nacht den Höhepunkt ihrer Bahn im Wendekreis des Krebses erreicht. Die Sonne ist als gehörnter Vegetationsgott auf dem Höhepunkt seiner Kraft. Aber er weiß auch, daß seine Kraft von nun an langsam schwinden wird. So lässt er all seine gespeicherte Lebensenergie in der Erde aufgehen, was den Erntezyklus für Mensch und Tier einläutet. Was an Strahlkraft schwindet, wird durch Wärme mehr als wettgemacht, was man merkt, wenn man im Juli oder August die nun dichten Blattdächer der Bäume auf der Suche nach Schatten aufsucht.  Die Erd-Mutter empfängt diese Kraft, die der Sonnengott ihr opfert, um damit die Frucht, die sie im Leibe trägt zu nähren: Die nächste Inkarnation ihres nun sterbenden Gemahls und mit ihm zusammen die Früchte des Bodens, Nahrung für Mensch und Tier.  Auch diese tragen in ihren Samen die nächste Generation der Pflanzenwelt. Die Göttin ist immer noch die fruchtbare, jetzt schwangere “Grosse Mutter”  in der Lebensfarbe Rot. Der solare Aspekt des Gottes wird mit der Bitte angerufen, besonders große Fruchtbarkeit über das Land zu bringen. Zum Ausgleich zur sommerlichen Hitzeglut wird innerhalb des Litha-Festes die Göttin in ihrem mondhaften Aspekt des Wassers angerufen. Ohne das ebenfalls lebensspendende Nass würde die Natur trotz der solaren Lebensenergie kein Wachstum hervorbringen. Die Erde bliebe unfruchtbar.

Volks-Brauchtum:
Vor allem in Bayern und im Alpenraum ist die Tradition des Sonnwendfeuers noch sehr lebendig. Das Feuer symbolisiert die Macht der Sonne. Man verbrennt alle schlechten Gedanken und Erfahrungen am Feuer und stärkt sich an ihm.  Die Mächte der Finsternis und des unweigerlich kommenden Winter sollen von den Flammen noch zurückgehalten werden. Die beissenden Rauchschwaden sollen sich nähernde Unholde verscheuchen. In Tirol und in der Steiermark legte man aus diesem Grund großen Wert auf eine kräftige Rauchentwicklung der Feuer, denn das “Sonnwendra(u)chen” sollte traditionsgemäß die Luft von bösen Gewalten reinigen und gutes Wetter für eine reiche Ernte erwirken.

Christliches Keltenkreuz : Jesus als solarer Heros.

Christliches Keltenkreuz : Jesus als solarer Heros.

Entsprechend glaubte man auch, daß die Felder, über welche die Rauchschwaden hinwegstrichen, besonders ertragreich ausfielen. Im Norden waren die Feuer dem Gott Balder geweiht. So kennt man in Schweden,  noch heute den Ausdruck “Baldur’s Balars” für “Scheiterhaufen” und glaubte, daß man mit Hilfe der Flammen die Macht der Trolle und anderer böser Geister, die ihr Unwesen in der Dunkelheit trieben, zunichte machen konnte.

Das Feuerspringen war und ist zentraler Bestandteil der Feierlichkeiten, soll verjüngende Wirkung besitzen und Liebesverbindungen festigen – förmlich “zusammenschweissen” wollte sich das Paar, das wie Siegfried und Brunhild durch die Flammen sprang. Auch sakrale oder für Rituale verwendete Gegenstände, die man ansonsten ungern alltäglichen Feuern übergab, zum Beispiel Totenbretter oder Fronleichnamskränze, wirft man ins Sonnwendfeuer. Brennende Stohräder, die schon aus dem Raunachtstreiben und Festen zu Imbolc bekannt sind, werden Berghänge hinuntergerollt. Die Verwendung glühender oder brennender Scheiben als Sonnensymbol in verschiedenen ritualartigen Spielen zur Sommersonnenwende ist auch aus England bekannt. Das drehende vierspeichige Rad versinnbildlicht den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen.

In den keltischen Hochkreuzen wurde es auch ins Christentum übernommen.

Und last but not least: Die Sonne wechselt jetzt in das Zeichen Krebs. Hier herrscht allerdings die Mondin, so dass sich auch hier wieder Sonne und Mond, Feuer und Wasser vereinen. Hieraus lässt sich  eine magische Übung zur Sonnenwende ableiten: Mitten im Jahr das innere Zentrum wiederzufinden, Intergration und Harmonie zu erlangen. Ein Räucherrezept findet ihr hier.

 Johannisfeuer sei unverwehrt,
Die Freude nie verloren!
Besen werden immer stumpf gekehrt
Und Jungen immer geboren.

Goethe
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Keltenkreuz als Fraktalbild
Formori ©scrano 2013

 

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Mandalas und Wallpaper zu Litha

Sonnenwende © srano 2015

Midsummer Sun © scrano 2015

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Schwalbensommer (achtet auf den Rand!) ©scrano 2013

Sun Wheel ©scrano 2015

Sun Wheel ©scrano 2015

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Kosmische Zyklen der Gestirne bestimmen die Zeitabläufe.
Maya Zählung ©scrano 2014

 

Wir wünschen Euch ein erleuchtendes
Litha /Sommersonnenwende / Midsommar

Blessed be!

TPaintedPent

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21.Juni: Midsommer – Litha

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Das Blumenfeuer: Mohn, Symbol der Vegetationsgöttin Kore,
in ihrer Winter-Form als Persephone.

Mit dem Höhepunkt des solaren Jahres kommt bereits die Vorahnung der dunklen Jahreszeit: Es beginnt die Wandlung der Kore zu Persephone: Im Herbst verschwindet diese wieder in den Hades um dort mit ihrem Gemahl zu herrschen. Der um die Sonnenwende blühende Mohn ist ein Symbol von Persephone, Hekate und Pluto. Die feurige Glut der schnell vergänglichen Blüten lässt zunächst nichts ahnen von der berauschenden und beruhigenden Wirkung seiner Alkaloide. Im Mohn vereinen sich die Signaturen von Mond und Venus (Milchsaft und essbare Samen, kurzblühende prächtige Blüten) und Saturn/Pluto (giftige Alkaloide). Aber auch Merkur und Neptun sind vertreten  (hustenlindernd und schmerzstillend, berauschend).

Klatschmohn-Sirup

  • Etwa 200 Gramm frische Mohnblüten in warmes Wasser geben und ein bis zwei Tage ausziehen lassen.
  • Abfiltern und mit ½ Kilogramm Zucker zu einem Sirup einköcheln.
  • Bei Husten oder Unruhe bis zu dreimal täglich einen Teelöffel einnehmen.

Der Klatschmhn ist der einjährige, wilde kleine Bruder des prächtigen Türkenmohns, einer ausdauernden Staude in unseren Blumenrabatten.

Litha/Midsommer ist eines der acht Eckfeste, die bei den vorchristlichen, europäischen Völkern mit Feuerzeremonien in Verbindung standen:

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Die Nacht ist dunkel und voller Schrecken:
Johannis-Feuer zur Abwehr übler Einflüsse.

 Das Feuer zur Sommersonnenwende gibt den Menschen einen Abglanz der solaren Glut, die man heraufbeschwört,um sich gegen das beginnende Dunkel der zweiten Jahreshälfte zu wappnen. Zu einzelnen Bräuchen werde ich zu Johanni, am 24.6. einen extra Beitrag einstellen.

Ein kleines Räucher-Ritual:

  • Thymian, Rosmarin, Königskerze, Kalmus, Beifuss, Weihrauch, Johanniskraut, Orangenblüten, Lorbeer.
  • Eine Prise aller neun Ingredienzien in einen Mörser geben und zu Pulver verarbeiten.
  • Auf Kohletabletten verräuchern.

Dazu passen goldene und grüne Kerzen, frische Blumen: Holunderdolden, Rosen und Pfingstrosen, alles was die jetzt üppig blühenden Gärten und Wiesen hergeben. Ich habe für solche Gelegenheiten ein All-Jahreszeiten Blumenbeet im englischen (naturnahen) Stil in meinem Garten.

  • Eine Schale für ein Feuer (nur im Freien!) und ein Gefäss mit Wasser.
  • Schön sind auch Beerenfrüchte in einer Keramikschüssel zusammen mit essbaren Blüten.

Ritualideen:

  • Das Licht verabschieden und ein wenig davon in die kältere Jahreszeit mitnehmen.
  • Den Meditationsplatz mit frischen (Wiesen)-Blumen schmücken
  • Für die Gaben der Sonne und des Sommers danken
  • Feuerrituale (Feuerreinigung, Wunscherfüllung, Heilung, Kraft): Feuersprung und Kreistanz
  • Kräuter sammeln: Die ideale Zeit dafür, Heilkräuter sind jetzt so zahlreich und wirksam wie zu keiner anderen Jahreszeit!
  • Jetzt werden auch die Misteln für medizinische Zwecke geschnitten
  • Blumenkränze flechten: Besonders für Kinder, aus Margeriten z.B., oder einen Johannisgürtel aus Beifuss anfertigen.
  • Wie an allen Eckfesten – die Tore zur “Anderswelt” sind offen, bester Zeitpunkt für eine spirituelle Begegnung mit den Kräften der Natur,

Doch später mehr zum Brauchtum.

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Jakobsweg, die zweite: Zum Stuifen und zum Kalten Feld

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Staufische “Drei Kaiser Berge” – Blick vom Randecker Maar.
©beast666

Wählt man die lange Tour, dann ist der Ausgangspunkt der Wanderung Hohenrechberg: Hat man den Kreuzweg des Kalvarienbergs bis zur Wallfahrtskirche geschafft, führt links daran vorbei der Wanderweg zum Stuifen.

Nach dem Abstieg und Durchquerung der Teil-Ortschaft Vorderweiler über ein Stück an der Landstrasse nach Süssen (Schw. Gmünd) führt der Abzweig “Braunhäusle” auf einen Feldweg zum Stuifen (Wegmarkierung “roter Strich”). Die Route durchquert in Kehren den Wald, an einem Steinbruch und einer Schutzhütte mit Grillplatz vorbei und endet auf dem Gipfel (757m). Dort ist auch eine Wegmarkierung mit Richtungshinweis “Zur Reiterleskapelle” angebracht. Im Gegensatz zu den beiden anderen Kaiserbergen ist der Stuifen nicht bebaut, sondern fast vollständig bewaldet. Im September 2011 wurde auf einer Freifläche an der Westseite des Stuifen ein zwölf Meter hohes Holzkreuz in 718 m Höhe errichtet. Es ist den beiden anderen Kaiserbergen (Rechberg und Hohenstaufen) zugewendet. Es gibt dort eine Rast mit Bänken und einen Aussichtspunkt nach Wissgoldingen. Vom Kreuz aus verläuft der Weg entlang des Bergkamms ca 3km im Wald. An lichten Stellen wachsen ganze Felder der echten Katzenminze. Man hält sich in Richtung Weilerstoffel um den Hang hinunter, um den Schönberg herum und auf den Pfad zur Reiterleskapelle zu gelangen. Hier trifft man auf einen Wanderparkplatz mit dem Hinweisschild für die Strecke. Diese führt leider auf eine geteerte Strasse, auch die allgegenwärtigen Mountainbiker nerven, wie schon beim ersten Teilabschnitt dieser Wanderung: Vom “Staufen zum Rechberg”.

Es gibt allerdings weitflächige Wiesen, die das ganze Jahr über die unterschiedlichsten Blumen hervorbringen – z.B. verschiedene Formen des Geranium pratense, Primeln, Wiesenbocksbart, Hahnenfuss, Witwenblume oder den blauen Wiesensalbei. Vom Abzweig zum Waldweg zur Kapelle (Parkplatz und Festplatz am Schwarzhorn) am hat man einen schönen Blick auf von Wachholderheiden bedeckte Hügel.

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Geranium Pratense am Wegrand.

Die sogenannte Reiterleskapelle ist dem heiligen Leonhardt geweiht und wurde der Legende nach von einem ortsansässigen Bauern vom “Reuterleshof” in Tannweiler errichtet, dem hier ein wilder Reiter (wie bei Sleepy Hollow, allerdings mit kopflosem Pferd) erschienen war. Um den Spuk zu bannen liess der erschrockene Bauer die Kapelle errichten. Der wilde Reiter ziert heute als goldene Wetterfahne das Dach der Kapelle. St.Leonhardt  war der passende Heilige und Nothelfer, gilt er doch als Schutzpatron von Ross und Reiter, daher gibt es in Baden-Württemberg immer noch “Pferdewallfahrten” zum Ehrentag des Leonhardt im November, oder auch zu Christi Himmelfahrt, wie auch in Bayern beim sogenannten Leonhardiritt.

Die kleine, aber trutzig wirkende Kapelle wurde schön restauriert und ein Ort der Ruhe mit Bänken und wunderbarer Aussicht geschaffen. Letzteres liegt an der einzigartigen Lage des Kirchleins auf einem Sattel im Christental, dem Paß zwischen Schwarzhorn und Graneggle.

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Leonhardtskapelle mit alter Zeiglinde.
Sie ist als besonderes Naturdenkmal im Gebiet des Kalten Feldes ausgewiesen.

Laut der im Türsturz angebrachten Jahreszahl wird die Erbauung der Kapelle für das Jahr 1714 angenommen. Für eine frühere Entstehung der Kapelle in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts spricht das geschätzte Alter von 350 Jahren für die neben der Kapelle stehende Sommer-Linde, sowie die Spukgeschichte vom wilden Reiter. Ob der Name Reiterleskapelle nicht doch vom “Leonhardiritt” abstammt ist nicht gesichert. Der Innenraum ist sehr schlicht, mit der Statue des Heiligen und wenigen anderen Figuren aus Holz . Das liegt auch an einem dreisten Diebstahl, weswegen der Altarraum jetzt vergittert ist. Die Kapelle steht am Schnittpunkt mehrerer Wanderwege des Schwäbischen Albvereins. Sie ist auch eine Station des 2003 eingerichteten regionalen Wanderwegs Glaubenswege und des 2008 eröffneten Jakobswegs Göppingen, so dass man auch eine Stempelstelle vorfindet.

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Schnapswurzel: Gelber Enzian, Gentiana lutea – eine Heilpflanze.

Hinter dem Bauwerk  ist ein Abstecher hinauf zum Schwarzhorn, auch “Rechbergle” genannt, möglich, der an Hängen mit artenreichen Magerrasen vorbeiführt. Auf dem Gipfel gibt es ein christliches Jugendhospiz, das traumatisierten Kindern Schutz und Ruhe in der Natur bietet. Eines der Gebäude ist ein altes Schulhaus aus dem Schwarzwald, das man abgetragen und auf dem Gelände wieder errichtet hat. Sieht ein bisschen aus wie aus der Serie “Little House on the Prairie” nach den Kinderbüchern von Laura Ingalls.

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Altes Schulhaus mit Glocke aus dem Schwarzwald auf dem Schwarzhorn.

Überquert man die tiefe Einkerbung des Passes unterhalb der Kapelle, gelangt man auf den Weg zum Kalten Feld, der zunächst steil bergauf führt – teilweise gibt es Stufen. Das Kalte Feld ist mit 780,9 m die höchste Erhebung in der Ostalb. Die Hochflächen aller drei Teilberge inklusive Graneggle und Hornberg werden landwirtschaftlich genutzt, daher der Name des Bergrückens in einer eher klimatisch rauhen Region.

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Entscheidungen:
Zwillingsbaum auf dem Weg zum Kalten Feld.

Auf der Hochebene des Kalten Feldes steht ein Bergwacht-Haus, die Gaststätte Knörzerhaus sowie an der höchsten Stelle das ebenfalls bewirtschaftete Franz-Keller-Haus, ein Wanderheim des Schwäbischen Albvereins, das nach dem sogenannten Rosensteindoktor Franz Keller benannt wurde.

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Albvereinshaus mit einfacher Übernachtung:
Franz Keller Haus auf dem Kalten Feld.

Hier steht auch noch die alte steinerne Schutzhütte – jetzt liebevoll “Villa Maus” genannt. Auf ihr Dach führt eine Treppe – ein kleiner Aussichtsturm. Das Plateau wirkt moorig ist von Birken umgeben.

Für den Rückweg bietet sich ein Abstecher zum Hornberg und seinem Aussichtspunkt “Luginsland” an: Auf dem Plateau liegen ein Höhenrestaurant sowie ein Segelflugplatz. Am westlichen Bergsporn Graneggle befinden sich Mauerreste der Ruine Granegg.
Streckenführung und Dauer:

  • Es handelt sich, je nach Ausgangsort um eine Strecken- oder Rundwanderung, die man auch in Teilabschnitten begehen kann. Start ist entweder Hohenrechberg (Strecke), Wissgoldingen oder Waldstetten (Rundkurs). Wer die lange Tour von Rechberg aus wählt, sollte an eine Rückfahrt mit dem Bus denken, oder ein zweites Fahrzeug abstellen. Auf jeden Fall gutes Schuhwerk und diesmal sind auch Stöcke empfehlenswert. Genug Trinkflüssigkeit mitnehmen. Die Wanderung kann während des Hochsommers unternommen werden, da grössere Strecken (bis auf das Teilstück bei Weilerstoffel) im Wald verlaufen. Die lange Steckenwanderung vom Rechberg aus dauert wenigstens 5 Stunden ohne Einkehr und geht über 22 km, wobei einige deftige Steigungen zu überwinden sind.

Einkehrmöglichkeit besteht an der Ruine Hohenrechberg, an der Wallfahrtskirche Hohenrechberg, in Waldstetten (schöne alte Kirche St.Laurentius, wer noch ein bisschen Zeit mitbringt), Wissgoldingen oder natürlich im Albvereinshaus am Kalten Feld. Zusätzlich gibt es noch die erwähnten Höhenrestaurants.

Die Teilabschnitte lohnen einen zweiten Blick, da werde ich noch posten, auch was die interessante Pflanzenwelt anbelangt.

 

Posted by on Juni 20th, 2016 Kommentare deaktiviert