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Einmal Kailash, bitte!

Heiliger Berg KailashSitz von Shive Hort der kosmischen Erleuchtung

Heiliger Berg Kailash
Sitz von Shiva
Hort der kosmischen Erleuchtung

Der Kailash oder Kailas (Gang Rinpoche, tib.: gangs rin po che, tibetisch: Kangrinboqê) ist ein seine Umgebung deutlich überragender Berg im Gangdisê-Gebirge, dem westlichen Teil der Gebirgszüge des Transhimalaya im Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China. Seine Spitze hat eine außergewöhnlich symmetrische Form und gleicht einer Pyramide, die ganzjährig mit Schnee bedeckt ist. Er gilt insbesondere den Tibetern als heiliger Berg. Seine Höhe, neueren Quellen zufolge, beträgt 6638 m.

Er spielt in allen drei grösseren Religionen seines Einzugsgebiets eine im realen Wortsinn herausragende Rolle. Er gilt ähnlich wie der Olymp für das griechische Pantheon als Weltenthron der Götter im Hinduismus, besonders aber von Lord Shiva Aber ebenso Jainisten und tibetische Anhänger sowohl des Buddhismus als auch der alten schamanistischen Bön-Religion sehen ihn ihm den Nabel der Welt. Er wird daher häufig als solcher im Zentrum von Mandalas abgebildet. Er gilt quasi als die weltliche Form des mythischen Berges Meru, welcher ausser in Indien auch in Asien als heilig verehrt wird. Selbst auf den berühmten Reliefs von Angkor Wat in Kambodscha kann man ihn finden.

Es finden unzählige Pilgerfahrten zum Kailash statt, für Buddhisten ist diese Erfahrung besonders wichtig: Wer 108 mal die ca. 53 km einer vollständigen Umrundung schafft, wird spontan in den Zustand der vollständigen Erleuchtung versetzt.

Interessanterweise umrunden die Anhänger der alten Bön-Religion den Berg entgegen dem Sonnenlauf (widdershins) , alle anderen Gläubigen vollziehen die Circumambulation mit dem Tagesgestirn, also deosil.

Das pyramidenförmige Bergmassiv spricht wohl in einer Art archetypischen Resonanz Menschen der unterschiedlichen Kulturen an: Auch Besucher aus dem Westen berichten von einem eigenartigen Zauber, der von dem Anblick ausgeht. In der regelmässigen Form liegt auch für uns eine mächtige Symbolkraft: Das nach oben gerichtete gleichseitige Dreieck gilt den Alchemisten als Symbol des Elementes Feuer, der Inspiration und geistigen Schöpfung. Es steht für das männliche Prinzip oder Yang. Im Christentum findet man es als Sinnbild für Gott, den Vater. Auch die alten Ägypter kannten einen Berg der Schöpfung, den ebenfalls pramidenförmigen Benben Stein, welcher auch die Spitze von Obeliken ziert.  Als machtvolles Monument in Übergrösse, eine Art Auferstehungsmaschine, sichert der Benben die Göttlichwerdung des Pharaos im Totenreich. An den drei Stein”Bergen” auf dem Gizeh-Plateau kann man das heute noch eindrucksvoll erleben.

Für die Freimaurer haben Dreieck und Pyramide ebenfalls eine besondere Bedeutung als Symbole im Ritual z.B. in Form  des sogenannten “Allsehenden Auges”, oder des Hexagramms. Dieser sechszackige Stern, auch als Sigillum Salomonis bekannt, vereint die beiden Lebensprinzipien von männlich und weiblich, Feuer und Wasser, Verstand und Gefühl in Form zweier einander durchdringenden Dreiecke. Ein westliches Yin/Yang Symbol also, im alchemistischen Sinn auch ein Abbild des Kosmos.

Nordwand des Kailash, quelle: wiki License CC-BY-SA via wikimedia commons

 

 

Posted by on Juni 8th, 2016 Kommentare deaktiviert