Archive for Juni 9th, 2016

 

Was summt denn da im Blütenkelch? Windengewächse in Flur und Garten

Wespe oder Biene?Nein, nur eine Schwebfliege !

Wespe oder Biene?
Nein, nur eine Schwebfliege !

Mimikry: Ein harmloses Insekt täuscht Wehrhaftigkeit vor …

Eine richtige Biene, allerdings mit Landeschwierigkeiten …

Eine richtige Biene, allerdings mit Landeschwierigkeiten …

Die Blaue Mauritius, ein Windengewächs ist ein richtiger Insektenmagent! Wie viele Ranker ist sie eine Merkurpflanze, mit dem Gegenpol im Neptun/Jupiter. Zu dieser Gattung gehören auch die einheimische Acker-und Zaunwinde mit ihren rosa gestreiften oder reinweissen Trichterblüten. Das Neptunische zeigt sich in den Samen: Viele haben eine psychoaktive Wirkung, besonders bei den Prachtwinden aus den Tropen. Ein wenig Mond/Saturn ist auch dabei: Winden bilden oft Rhizome oder Speicherwurzeln aus und die Blüten vergehen schnell und öffnen sich morgens bis zum Mittag.  Ein gutes Beispiel, das lecker schmeckt ist die Batata oder Süsskartoffel mit ihren essbaren Knollen. Hier zeigt sich die Verwandschaft mit den Solanaceen, den Nachtschattengewächsen. Dort haben wir statt Merkur/Neptun dann Venus/Pluto Signaturen: Ihre berauschenden Wirkstoffe sind oft gleichzeitig tödlich giftig, die Blüten und Pflanzen wirken üppiger und fleischiger, ohne den Drang zu luftigen Höhen, wie bei den Winden.

Prunkwinde oder Morning Glory, was auf ihre Blühgewohnheiten hinweist.

Ipomoea tricolor, Prunkwinde oder Morning Glory, was auf ihre Blühgewohnheiten hinweist.

Die Windengewächse (Convolvulaceae) stellen tatsächlich eine Familie in der Ordnung der Nachtschattenartigen (Solanales) dar. Typisch für die Vertreter der Gattung sind ihre Blüten mit fünf trichterförmig verwachsenen Kronblättern und die meist windende, manchmal hängende Wuchsform. Die artenreiche Pflanzenfamilie kommt weltweit vor allem in Tropen vor, sind aber auch in den subtropischen und gemässigten Regionen zu finden. Einige schön blühende Vertreter werden als Zierpflanzen gezogen. Die Süsskartoffel wird feldmässig angebaut. In Windengewächsen wurden bisher als einziger Familie der höheren Pflanzen Mutterkornalkaloide nachgewiesen. Sonst kommen diese pharmakologisch wirksamen Inhaltstoffe nur in Pilzen vor. Ergotamin-Derivate haben einen starken Einfluss auf den Uterus (Mond): Dort wirken sie zusammenziehend (Saturn), was im Fall von Geburtsblutungen bei Frauen eine lebensrettende Eigenschaft ist. Diese Droge war den Hebammen schon im Altertum bekannt. Der Fruchtkörper (Sklerotium) des Mutterkornpilzes Claviceps prupurea  ist z.B. auf keltischen Münzen abgebildet, über seine rituelle Verwendung bei den eleusinischen Mysterien  zu Ehren der Getreide-Göttin Demeter wird spekuliert. Ergotamine aus am Roggen parasitierenden Mutterkornpilz verursachten im Mittelalter das Antoniusfeuer***, eine epedemieartige Vergiftungswelle durch verseuchtes Mehl. Da das Pilz-Gift gegen Erhitzen relativ unempfindlich ist, verbreitete sich die Erkrankung durch den Verzehr von Roggenbrot. Wegen des ausschliesslichen Konsums von Weizenerzeugnissen war in der Antike und im Mittelmeeraum die auch als Ergotismus bezeuchnete Seuche nicht bekannt. Deren Symptome äussern sich in Massen-Psychosen, Krämpfen, brennenden Schmerzen in den Extremitäten, schliesslich Nekrosen wegen der fehlenden Blutzufuhr in den kontrahierten Gefässen. Letzteres führte oft zum Verlust von Gliedmassen, wie Fingern oder Zehen. Als regelrechtes medizinisches Präparat in die Geburtsheilkunde wurde Ergotamin ab dem 17. Jhd. eingeführt.

Einheimische Ackerwinde: Weiss-rosa Form.

Einheimische Ackerwinde: Weiss-rosa Form. quelle:wiki.

Die erwähnte Massenhysterie könnte  durch die im Mutterkorn und ebenfalls den Windensamen enthaltenen Lysergsäuren (LSD) ausgelöst wurden sein:  Sie verursachen extrem starke rausch- und wahnhafte Erscheinungen.  Im Mutterkorn findet man unterschiedlich hohe Anteile des Halluzinogens, die toxischen Ergotamine überwiegen aber bei weitem.  In den Samen der Convulvulus-Gattung sind dagegen weniger gefässwirksame Substanzen enthalten, hier dominieren die Lysergsäure-Derivate. Diese haben neptunische Qualitäten, ähnlich wie die entheogenen Psilocybine, diese staammen auch aus einer Pilzart. Als im Zwischenreich von Tier und Pflanze lebende Art mit starker Affinität zum Wasser und wegen ihrer Funktion als Recyclingfabrik (8.Haus,Skorpion) sind Pilze dem Mond-, Neptun- (und Pluto-)Archetyp unterstellt. Daher ist interessant, dass sogar eine höhere Pflanze mit entsprechenden Signaturen (Neptun/Fische/12. Haus) wie die Winde ebenfalls solche Inhaltsstoffe bilden kann. Eine weitere neptunische Gemeinsamkeit der Pflanzenfamilie Convolvulus mit den parasitierenden  Mutterkornpilzen stellt die Tatsache dar, dass es auch schmarotzende Winden gibt: Invasiv ist bereits die Zaunwinde, die alles mit regelrechten Vorhängen überwuchern kann, aber auch die Gattung der Seiden (Volksname Teufelszwirn), die  z.B. in der Heidelandschaft der Bretagne ganze Flächen überspinnt gehört zu den Winden. Sie ist ein Vollschmarotzer und enthält daher kein Chlorophyll. Claviceps hingegen lebt auf Getreide, das eine Merkursignatur aufweist, wie alle Grasarten (Jungfrau-Merkur, Demeter!) Neptunpflanzen verhalten sich eher subversiv (12.Haus) als kriegerisch, anders als etwa Marspflanzen die sich durch Vermehrungsfreude und viele Dornen zur Abwehr von Fressfeinden auszeichnen. Manchmal helfen eben auch Nebelkerze und Täuschungsmanöver.

Wobei wir wieder bei unserer Schwebfliege sind: Mimikry ist auch eine neptunische Verhaltensweise.

Die schönen Prunkwinden gehören zur Gattung Ipomoea:

  • Ipomoea tricolor  – psychoaktiv – knallfarbig, wie auf dem Foto
  • Ipomoea violacea – stark psychoaktiv – himmelblau oder veilchenblau
  • Ipomoea batatas – Süsskartoffel, blüht weiss-rosa

Einheimische Winden:

  • Convulvulus arvensis – Ackerwinde, weisse oder weiss-rosa Blüten
  • Immerhin so psychoaktiv, dass sie in Hexensalben gemischt wurde. Mittel gegen Durchfall und Blähungen. Sie soll auch leberanregend sein.
  • Copnvulvulus sepium – Zaunwinde, sehr ähnlich der Ackerwinde, aber grossblütiger
  • Wirkt ähnlich wie die Ackerwinde, enthält aber zusätzlich noch Herzglykoside, keine psychoaktive Wirkung bekannt. Sie ist ein Nachtblüher
weisse Süsskartoffel

Ipomoea batatas: Knolle der weissen Süsskartoffel
Es gibt auch rotfleischige Sorten. Quelle:wiki

Ipomoea batatas Blüte

Ipomoea batatas: Blüte quelle:wiki

Die Nachtschatten-Verwandschaft bringt auch essbare Speicherknollen hervor: Kartoffeln, beispielsweise, aber auch etliche Fruchtgemüse: Tomaten, Auberginen. Doch hier domineren Venus/Pluto, so dass dies zu eher saftigen, weichtriebigeren Gewächsen ohne Höhendrang führt. Die enthaltenen pharmakologischen Substanzen sind ebenfalls aggressiver als die von Windengewächsen. es handelt sich um oft toxische Alkaloide.

*** Der heilige Antonius durchlebte als Einsiedler in der Wüste heftige Anfechtungen durch Teufels-Besessenheit und Dämonenattacken, die von schmerzhaften Anfällen begleitet waren.  Na auf was der wohl drauf war ?

Alle Bilder ausser wiki-Beiträgen ©beast666.

 

 

Posted by on Juni 9th, 2016 Kommentare deaktiviert