Archive for Juni 29th, 2016

 

Heimat – zwischen Second Life und Heidedichtung

bunmi

Heimat-Idyll – ein typisches Klischee?
Kloster St.Felix ©beast666 2014

Rückschauend auf die Entwicklung der letzten Jahrzehnte stellt sich die Frage, „Ist es überhaupt noch zeitgemäss, den Begriff „Heimat“ in den Mund zu nehmen ? Welche Vorstellungen verbinden wir überhaupt noch mit diesem Wort? Gibt es überhaupt einen kultur- oder geschichtsübergreifenden Heimatbezug ? Zu den Vorstellungen aus früheren Epochen habe ich einige Zitate zusammengetragen:
Im ubi bene, ibi patria des römischesn Imperiums wird der pragmatisch-abstrakte, nicht ortsfeste  Heimatbegriff einer globalisierten Gesellschaft schon vorweggenommen.
Auch Goethe stimmt damit überein in seinem kosmopolitischen Ausspruch:

  • Alle diese vortrefflichen Menschen, zu denen Sie nun ein angenehmes Verhältnis haben, ist es, was ich Heimat nenne“.

Ganz anders national denkende Dichter wie Gustav Freytag oder Herz-Schmerz Schriftsteller wie Ludwig Ganghofer, die mit Heimat eher die heimische Scholle oder Kultur- bzw. Sprachgemeinschaft meinen, und den romantischen Heimwehgedanken besingen. Oft werden auch idealisierende Wunschvorstellungen oder Sehnsüchte zum Ausdruck gebracht.

  •  Wer aus seiner Heimath scheidet, ist sich selten bewußt, was er alles aufgiebt; er merkt es vielleicht erst dann, wenn die Erinnerung daran eine Freude seines späteren Lebens wird.” (Gustav Freytag)

Gleichzeitig gibt aber auch kritische Auffassungen wie das Zitat von Oscar Wilde:

  • England ist die Heimat abgestandener Ansichten“.

Betrachten wir nun die Wandlungen des Begriffs  „Heimat“ durch die Geschichte:
Eingangs habe ich schon die Römer mit ihrer globalisierten Sicht angeführt. Sie ist typisch für ein polyglottes und koloniales Imperium. Auch die Griechen und Phönizier, an Handel und Wandel interessiert, hatten einen ähnlichen Bezug zu diesem Thema. Hier standen die Personen, vor allem die Familie, der Clan als Bezugspunkt, zu dem man heimkommen konnte, im Vordergrund. Heimat im weiteren Sinn war Kulturgemeinschaft. Dies galt wohl auch für die ebenfalls in Stammestraditionen lebenden Kelten und Germanen.
Wandlungen dieser Auffassungen brachten in unserem Kulturraum der Zusammenbruch des römischen Reiches und das Chaos der Völkerwanderung, vor allem im frühmittelalterlichen und im spätneuzeitlichen** Mitteleuropa.

  • Das Wort Heimat stammt vom germanischen haima gleichbedeutend mit  Liegen ab, das man auch im englischen Wort home wiederfindet.

In den Zeiten vor dem 19. Jahrhundert war das ein nüchterner Begriff, der  amtssprachlich verwendet wurde, und ein Aufenthalts- oder Bleiberecht definierte. Ausserdem diente er zur Definition der Herkunft einer Person. Heimat hing vor allem mit dem Recht auf soziale Versorgung durch eine lokale Gruppe, der man zugehörig war, zusammen. Heimatlos hiess, gleichzeitig besitzlos sein, wer keinen Heimatschein einer Behörde aufweisen konnte, durfte auch nicht heiraten. Aus solchen Gesetzen leitet sich auch der Brauch sogenannter „Eh-Häusl“ in Bayern her, die Brautleute erwerben das meist winzige Häuschen vor der Eheschliessung für einen symbolischen Preis, um Grundbesitz=Heimat nachzuweisen.

  • Das Ehhäusl in Amberg ist in ein nettes, historisches Mini-Hotel für Flitterwöchner umgewandelt worden, um an dieses Brauchtum touristisch anzuknüpfen. Wir haben selbst schon ein Wochenende dort ausprobiert, sehr hübsch.  Jetzt ist allerdings ein wenig zu sehr luxus-saniert worden – die früher mittelterlich-rustikale Gemütlichkeit ist einem eher gezierten Pseudo-Rokokko-Ambiente gewichen (wie in Las Vegas oder Dubai denkt man wohl, das sein das Nonplusultra – dabei ist es ein gesichtsloses Einheitsdesign). Naja, dafür gibt es jetzt einen Whirlpool – wer’s mag. Für erotische Turnübungen sind derlei Möbelchen auch eher ungeeignet, also Honey-Mooner aufgepasst – ROFL!

An die Heimat war auch die Erwerbsmöglichkeit gebunden, eine Gewerbefreiheit gab es nicht. Nur manche Zünfte hatten Reisefreiheit, die durch behördliche Erlässe bzw. Schutzbriefe gewährt wurde. Hatte man keinen solchen und wurde aufgegriffen, war man vogelfrei – sprich rechtlos. Zu diesen freien Zünften gehörten auch die Steinmetze. Hier war die Zunft vor allem auch Heimat, die Bauhütte mehr als ein Arbeitsplatz. Wer Reisefreiheit hatte, durfte auch Waffen tragen – zum Selbstschutz, es waren schliesslich finstere Zeiten.
Auch Freisassen, d.h. Bauern die nicht in Leibeigenschaft gebunden waren, hatten ein gewisses Reiserecht (zu den Märkten) und konnten Waffen (Dolch und Stock) besitzen. Allerdings mussten sie ihre Heimat verteidigen und mit ihren Landesherren in den Krieg ziehen, auch in den heiligen. Die Legende von Robin Hood oder die Geschichte von William Wallace  beschreiben solche Freilassen, (in Grossbritannien als yeomen bezeichnet, der Vorläufer des freien Bürgertums). Hier ergaben sich schon Ansätze für den späteren Vaterlandsbegriff, welcher der unmittelbaren Heimat überlagert wird und sie in den Nationalstaaten oft ersetzt.
Die höheren Stände besassen einen weiter gespannten Heimatbegriff, der  fast schon ein wenig kosmopolitisch ist und das Zuhause dorthin legt wo höfische Kultur und gebildete Sprache zunächst Latein und später französisch gepflegt werden. Dieser erweiterte Heimatbegriff wird durch die Aufklärung im 18. Jahrhundert auch in das aufstrebende Bürgertum getragen. Auch dort wird Heimat mehr als Kulturbegriff und gemeinsame Lebensart gedeutet.
In der beginnenden industriellen Revolution wird für die in einer Art neuer Völkerwanderung in die wachsenden Städte strömende Landbevölkerung Heimat nur eine wehmütige Erinnerung an eine vertraute, von sozialer Sicherheit geprägte Umgebung werden.Generell wecken die zunehmende Technisierung, die Säkularisierung und das Zusammenbrechen alter Sozialstrukturen eine fast religöse Rückschau auf besonders das Mittelalter mit seiner überschaubaren Welt. Diese immer mehr gefühlsbesetzte Auffassung bringt eine neue Heimatsehnsucht hervor. Sie ist getragen von den Verlustgefühlen der gesellschaftlichen Umbrüche , und findet einen ersten Höhepunkt im Zeitalter der Romantik. Dichter wie Eichendorff, und Hölderlin singen das Hohelied des verloren Paradieses. Erste Heimatschutzvereine werden gegründet, auch als Antwort auf die zunehmende Naturzerstörung. Im späten 19. Jahrhundert dominieren dann Historismus und aufkeimender Nationalismus Musik, Literatur und Kunst:

  • Zum Beispiel : Wagner-Opern, die Ritter-Romane Sir Walter Scotts, der Präraffaelismus in der Malerei.
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Romantisches Heimatbild und idealisierender Naturbegriff
beherrschen im 19. Jhd.Kunst und Literatur. Sundown ©beast666 2016

Der vorher überwiegende kleinräumige und kulturelle Einheit beschwörende Heimatbegriff der Romantik weicht dem Wunsch des nach französischem Vorbild gestalteteten Nationalstaats. Im preussischen Kaiserreich wird die ursprüngliche Kulturnation zur Staatsnation, die Heimat wird zum Vaterland, koloniales Machtstreben zur Zielvorstellung. Diese in ganz Europa verbreitete  Haltung gipfelt  im I. Weltkrieg.
Die wilden 20-iger Jahre der Weimarer Republik sind geprägt von den ersten „grünen“ Bewegungen, stärkerem Rückzug von der als fremd empfundenen urbanen Kultur  und stärker esoterisch ausgerichtetem Natur- und Heimatenthusiasmus. Viele dieser Gruppierungen haben Wurzeln, die wieder bis in die Romantik zurückreichen. Auf diese Strömungen baut das dritte Reich seinen biologistischen Heimatbegriff von Rasse, Blut und Boden, mit durchaus religiösen Bezügen z.B. in „Mein Kampf“ , oder  Rosenbergs „Mythus des 20. Jahrhunderts“ . Auch diese xenophobe (fremdenfeindliche) Form des Heimatempfindens führt in einen Krieg.
Nach der Desillusionierung durch einen weiteren verlorenen  Weltkrieg ist der Begriff Heimat zunächst sehr negativ besetzt. Der Nationalstaat existiert nicht mehr, statt  dessen gibt es Besatzungszonen. Flucht und Vertreibung setzen eine kleine Völkerwanderung in Gang, Integrationsprozesse sind gefordert. Heimat findet eine Renaissance der zweifelhaften Art im süsslich-kitschigen Heimatfilm, der TrivialliteraturVariante Heimatroman und der sogenannten Heimatmusik, die heute noch in TV-Volksmusiksendungen das Ohr quälen darf.

  • Ich nenne diese Art Sendung immer heimlich Mutantenstadl, als so abartig empfinde ich den dort  aufgetischten Heimatbegriff.

Hier wird Heimat von der Stange kolportiert und (wie in der Klatschpresse) sämtliche Klischees werden bedient.
Als Gegenbewegung folgt in den 60-igern die betont urbane, kosmopolitisch oder europäisch geprägte Haltung der nachwachsenden Generation, für die Heimat gleichbedeutend war mit Almrausch, Trachtenverein und muffiger Spiessigkeit. Die 70-iger bringen im Ausklang der Hippiebewegung eine neue „zurück zur Natur Haltung“, die die Aufmerksamkeit auf den Nahraum, gleichbedeutend mit Lebensraum, richtet und in den Umweltbewegungen und Bürgerinitiativen auch einen politischen Ausdruck findet. Hier hat ein Teil der 68 -iger Generation ihr Zuhause, ihre Heimat gefunden.
Die zunehmende Globalisierung der letzten zwei Jahrzehnte hat wohl nach der Industrialisierung die stärkste gesellschaftlichen Umwälzung seit der römischen Eroberung zustandegebracht. Die Umbrüche sind noch stärker und kulturelle Vermischungen wesentlich weiträumiger als in den beiden erwähnten Ereignissen.  Multikulti und Internet, beides freudig begrüsst, zeigen auch ihre Schattenseiten. Angst vor Verlust bzw. Verletzung der Privatsphäre oder der eigenen Unverwechselbarkeit, vor fremdartigen Parallelgesellschaften und Subkulturen geht um. Der eigene kulturelle Bezugspunkt gerät ins Wanken.  Die Überschaubarkeit ist dahin. Mobiltät wird zum Zwang. Soziale Kälte breitet sich aus, zusammen mit der Angst vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch Europas.

Wo in diesem von Unsicherheit gebeutelten globalen Dorf steht der Einzelne ? Als was sieht er sich ? Heimat hat auch mit Identität zu tun, mit sozialen Kontakten.
Im antiken Globaldorf  Rom waren es Sprache und gemeinsame Werte, ein verbindliches Rechtssystem die für die Zugehörigkeit als römischer Bürger sorgten, dazu die immer gleiche Infrastruktur und Bauweise auch der Provinzstädte bis hin zur Villa Rustica (röm. Bauerngut) , die verbindend wirkte. Eine hohe Mobiltät förderte das Zusammenwachsen. Allerdings trachtete man auch danach, die früheren Kulturen der Eroberten zu zerstören und durch den eigenen „way of life“ zu ersetzen, um diese Einheitlichkeit zu erschaffen. Heimat war die imperiale Zivilisation, draussen waren die Barbaren.
Diese Vereinheitlichung und Aufgabe der früheren kulturellen Wurzeln versuchte man in der westlichen, globalisierten Welt zu vermeiden, sozusagen zweierlei Heimat, eine der kulturellen Herkunft und eine der gemeinsamen Zukunft zu begründen, die friedlich koexistieren. Diese integrative Zielvorstellung ist jedoch schwer umzusetzen, Toleranz ohne Grenzen führt schnell zur Errichtung eben derselben. Die jüngste Entwicklung, die in Dänemark zur Wiedereinführung von Grenzkontrollen führte, und mit der Flüchtlingskrise zusehends eskaliert zeigt das Problem von überschwenglicher Toleranz gegenüber Menschen, die zu dieser Geisteshaltung keinerlei eigenen Bezug haben. Ein gemeinsames neues Wertesystem, eine globalisierte Ethik ist noch nicht vorhanden oder nicht spürbar. Viele fühlen sich überrannt, die eigene Kultur als der neu anzunehmenden unterlegen. Der fremde  Lebensstil amerikanisch-westlicher Prägung wird zur Bedrohung der eigenen Identität in z.B. muslimischen Ländern. In unseren westlich-liberal orientierten Gesellschaften fürchten wir im Gegenzug den zunehmenden Einfluss des Islam. Insofern gleichen sich ironischerweise „pax romana“ und „american way of life“ in der Wahrnehmung.
Man darf auch nicht vergessen, dass die erhöhte Mobiltät oft aus wirtschaftlichen Zwängen stattfindet, und sich Menschen die sich dem unterwerfen müssen, in dem Land oder der Örtlichkeit ihrers Broterwerbs nicht automatisch eine Identifikationsgrundlage finden. Die dort bereits Ansässigen fühlen sich dann oft auch verdrängt, Konkurrenzsituationen um Arbeitsplätze, Wohnungen, soziale Zuwendungen entstehen. Dies war schon so in der Flüchtlingssituation des 2. Weltkriegs festzustellen. Gegenseitiges Misstrauen ist die natürliche Folge. Manche Menschen klammern sich deshalb an das Alte, Vertraute, sei es im sozialen Eingebundensein in Vereine oder der eigenen Religionsgemeinschaft. Dort lässt sich aber auch gut ausgrenzen. Finden sich hier Brandstifter, wird das Fremde schnell zur Gefahr, die man ausschliessen muss – oder gewaltsam bekämpfen. Trotzdem, die Sehnsucht nach Geborgenheit ist vorhanden, Heimat boomt, dem muss man Rechnung tragen, und gerade nicht in einer Neuauflage der Unkultur des 50-iger Jahre Heimatkitschs oder der Überhöhung religiös motivierter, anachronistischer Traditionen.
Auf der anderen Seite wird die globalisierte Welt auch immer mehr die Welt des Individuums und der vielen Heimaten, die zunehmend mehr in virtuellen Räumen, wie “und Life”, Fantasy-Rollenspielen wie “World of Warcraft” oder neuen sozialen Netz-Versionen wie facebook und ähnlichen communities gefunden werden. Eskapismustendenzen (Flucht vor der Realität) dieser Art finden sich vor allem unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen der gebildeteten Mittelschicht. Hier wird das Internet zur Zuflucht, die jeweilige User-Gemeinde zur sozialen Heimat.

  • Wo steht  das Freimaurertum in dieser Vielfalt, der positiven oder der negativen ?
  • Kann es eine Alternative bieten ?

Ich würde meinen ja, im globalen Sinn der Weltbruderkette als eine Art Netzwerk mit ethischem Konzept, der Toleranz aber auch der Pflicht des einzelnen ein besserer Mensch werden zu wollen.  Sie bietet eine Geistesgemeinschaft ohne Überfremdung und Aufgabe des Individuellen und kann damit Vorbildfunktion für die zunehmend problematischer werdende Integration erhalten. Heimat hat auch eine zeitliche Dimension, über die Kontinuität vermittelt wird, das bezeichnet man als Tradition.

  • Gerade hier hat das Freimaurertum ein Alleinstellungsmerkmal, das nicht zuletzt im Ritual gegründet ist.

Keimzelle der freimaurerischen Heimat ist die Loge, die im eigentlichen Sinn kein Ort sondern eine Gemeinschaft von Menschen mit einem Fokus oder Ziel darstellt. Das war schon so zu Zeiten der Bauhütten, die ebenfalls ortsungebunden waren, und auch einen Schutzraum boten. Heimat bedeutet auch Zuflucht.
Heimat ist auch ein Ort, wo man verstanden wird und man sich wohl fühlt, womit wir wieder auf das “ubi bene …” der Römer zurückkommen. Es verbindet die Brüder eine echte Freundschaft, auf die man bauen kann, die von einer gemeinsamen Ethik getragen wird. Brüderlicher, fairer und respektvoller Umgang ist eine weitere Tugend, die es uns in der Loge leicht macht, sich wohl zu fühlen, sich einem Bruder anzuvertrauen oder auch unterschiedlichen Meinungen zu tolerieren.  Rasse und Religion spielen bei uns ebenso keine Rolle.  Nicht umsonst wurden in den frühen Logen die Spielregeln der späteren Demokratien geübt. Dieses Fehlen von Ausgrenzungen und Dogmatik, das sich als Mensch angenommen fühlen, bei doch klaren Umgangs-Regeln war und ist auch ein Modell für eine offene Gesellschaft, wie sie sich weltweit immer mehr entwickelt.

  • Auch die Arkandisziplin (das Verborgene) hat da ihren Platz: Es ist ein Tabu ,Gespräche, die in den Logenräumen geführt wurden, nach außen in die profane Welt zu tragen.

Besonders dieser Kreis des Vertrauens bietet im Zeitalter der facebooks, twitters, BigBrothers und anderen exhibitionistischen multimedialen Mitteilungsformen und deren Missbrauch eine wohltuende Oase.
Beim Thema Ausgrenzung fällt bei Kritikern immer das Schlagwort: Frauen – die sind wohl kein Teil der Bruderseeligkeit ? Zum einen finden etliche Schwestern, nicht umsonst spricht man so vom weiblichen Teil der Freimauerfamilie, ihren Platz in der femininen Freimaurerei. Zum Anderen waren und sind die Schwestern immer ein wichtiger Teil des Logenlebens der regulären Maurerei, wenn auch nicht des Rituals.**** In den Rosen- bzw. Lichterfesten werden sie geehrt und auch in der Witwenfürsorge drückt sich diese Haltung aus. In der heutigen Zeit, in der sich viele Menschen heimatlos fühlen, bietet die Freimaurerei mit den ihr zugrundeliegenden modernen Formen des menschlichen Zusammenlebens und trotzdem geschützten Räumen der Logen, gerade mit den dort gepflegten Traditionen eine echte Alternative.
Hierzu habe ich folgenden Wahlspruch über einem Tempeleingang in der Hansestadt Lübeck gefunden:

„Welcher Orient dich sendet, in der Heimat bist Du hier“

Lüneburger Loge  „Zu den drey Thürmen“
 
** Am Ende des Dreissigjährigen Krieges setzte eine Rebesiedlung der menschenleer gewordenen, verwüsteten Kriegszonen ein. Auch “cuius regio, eius religio” führte zum Exodus, bzw. der Einwanderung der beiden zerstrittenen konfessionellen Gruppen in den jeweilig betroffenen Landesteilen.
 
****Mit der sogegenannten weissen Arbeit, einer Art freimaurischem Festakt, gibt es eine Sonderform des Rituals für Schwestern und Familienangehörige, sowie Brüder aus anderen Obödienzien, z.B. dem “Grand Orient de France”. Es enthält die wesentlichen Grundelemente einer Tempelarbeit , das Bekenntnis zur humanitär-ethischen Grundeinstellung, aber keine gradspezifische Symbolik.

Posted by on Juni 29th, 2016 Kommentare deaktiviert