Von der Hohenurach nach Güterstein: Bannwald, Tuffstein und Wasserzauber

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Zauber des Wassers: Bad Urach und Güterstein
Mistress of Dragons, ©scrano 2016, model:black magic by liam stock.
Dragon: free_stock_by_wayne

Eine Teilstrecke der grossen Uracher Runde, jetzt geadelt zur “Grafensteige” – wer’s mag. Man parkt am besten am Wanderparkplatz Wasserfall, kostenpflichtig, 3€/Tag, allerdings ergattert man mit Glück ein schattiges Plätzchen. Von dort aus geht es entweder zur Ruine Hohenurach und direkt zur Wasserfallwiese über die Kreuzhütte, die sogenannte obere Wasserfallstrecke. Der Abzweig zur Hölle und nach Güterstein liegt dann auf etwa halber Höhe des Abstiegs zum Maisental an der Steintreppe. Wählt man den unteren, gegenläufigen Wasserfallweg an den Kaskaden und kleinen Fällen des Brühlbachs, gelangt man ebenfalls zur Wasserfalltreppe aus groben Granitsteinen und der Gabelung nach Güterstein/Hölle. Am Steilhang entlang durch feuchte Waldstücke und über keine Felsen führt er auf eine Forststrasse.

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Hohenurach – Altersitz und Gefängnis einiger Württemberger Herrscher.
Brand durch Blizschlag (1694) und Ende als Steinbruch ©beast666 2014

Diese Hangquerung bietet einiges für Pflanzenfreunde: Maiglöckchen, Salomonssiegel, Aaronsstab, interessante Farne, vor allem die seltene Hirschzunge bildet dichte Teppiche. Dazu moosbedeckte Kalksteinblöcke, einen tollen Steilhang und mittendrin eine Bank mit der besten Sicht auf die Burgruine! Wegen der schlechteren Begehbarkeit ist diese Strecke nicht so überlaufen, besonders an Wochenenden ein guter Tipp. Von dem Wirtschaftsweg geht es nach links wieder über eine Serpentine steil aufwärts, schliesslich endet die Kraxelei an einem Grillplatz mit kleiner Schutzhütte. Ermüdet von den Strapazen des Aufstiegs bietet sich jetzt eine kleine Rast an. Nach der Verschnaufpause wendet man sich nach links und hat bald wieder eine Forststrasse vor sich. Diese führt eine geraume Zeit geradeaus und abwärts, dann zweigt der Waldweg zu den Gütersteiner Fällen ab und man gelangt zur Einsiedelei Güterstein, einer kleinen Kapelle mit Passions-Altar-Triptychon und Bank. Dahinter sprudeln zahlreiche kleine Bäche direkt aus der Felswand.

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Klause Güterstein – ehemalige Einsiedelei.
Einkehr ©beast666 2015

Der Andachtsraum musste leider hinter Gitter, das Altarbild ist schon lange nur noch eine Kopie, wegen Vandalismusgefahr und Diebstahl. Trotzdem werden Blumen in Gefässen und Kerzen aufgestellt. An der Kapelle lässt sich gut ausruhen, rings herum rauschen zahllose kleine Rinnsale und Kaskaden ins Tal. Der gesamte Hang ist voller Wasserläufe. Eine steilere Steintreppe gegenüber der Klause endet dann am Becken der eigentlichen Gütersteiner Fälle. Diese bauen sich im Laufe der Jahre eindrucksvolle Aquädukte aus Moos und mineralischen Ausfällungen des Karstwassers. Diesen Kalktuff, er erinnert an den italienischen Travertin sieht man in Bad Urach auch als Baumaterial.

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Brühlbach im Maisental: Malerische Kaskaden.
Wasserspiele ©beast666 2015

Neben dem Wasserbecken  befindet sich das alte Wasserwerk Güterstein aus dem 19. Jhd., das erste der Alb-Wasserversorgung. Der Mörikebrunnen neben dem Gebäude ist zur Zeit ausser Betrieb. Er führt Trinkwasser, im Gegensatz zu dem nicht geniessbaren Nass der Fälle.

Auch der untere Teil des Pfades führt an bizarren Gebilden aus natürlichen Tuffwasserleitungen vorbei, die ihtre glitzernden Kaskaden speien. Dazu rauscht das Wasser auch noch frei über die Hänge. Die Wege sind daher häufig nass oder sogar überschwemmt, das Schuhwerk darauf abstimmen!

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Urwald am Gütersteiner Wasserfall.
Aquädukt ©beast666 2015

Am Fuss des Abhangs verläuft der Pfad dann nach dem Hofgut Güterstein und über die Viehstelle (Löschteich) wieder zurück ins Maisental bzw. dem Wanderparkplatz “Wasserfall”. Wenn man noch gut im Laufen ist, es gibt noch einen Abstecher auf einen Obstlehrpfad.

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Arum maculatum, Aaronstab.
Drachenwurz @beast666 2014

  • Wegstrecke: 2h ohne Rast, Trittsicherheit erforderlich
  • Schuhwerk: Bergstiefel oder sehr gute Trekkingstiefel
  • Einkehr: Maisenstüble, Wasserfallkiosk, Selbstversorgung mit Getränken ist empfehlenswert.

Mückenschutz und Kopfbedeckung nicht vergessen, im Frühsommer auf Zecken im hohen Grass achten. Stöcke sind definitiv ein Plus.

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This entry was posted on Sonntag, Juni 12th, 2016 at 09:30 and is filed under Allgemein, Galerie, magisch. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

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