Archive for Juli 9th, 2016

 

ABI 2016 … 17 … ??

abituz

Oh Gott – PIEESA droht!
©scrano 2016

Beliebtes News Ticker Thema: Zuviel Handy-oder Game-Gedaddel lenkt ab und macht unkonzentriert oder nervös, weil man sich nicht mehr bewegt. Dafür gibt es dann Pokemon – Go, um die Couch-Potaos von der Spielekonsole wegzulocken.

Auch gern im News Ticker: Das Acht-Klassen Abi überfordert Jugendliche und macht Kopfschmerzen … die Kids haben gar keine Zeit mehr für Hobbys. Was denn nun? Freizeit für Gameboy, SMS und sich gegenseitig per Handy-Cam bei irgendeinem Schwachsinn abzulichten ist ja wohl da ….

Dann liest man am Auto eines zukünftigen Hoffnungsträgers stolz: ABI 2016 … 2017 etc …! Voller unangebrachter Hybris, mit Selfie und dem Rest der “Geistesriesen” ihres Jahrgangs wird dann gefeiert.

Oh Himmel, das Abitur war zu unserer Zeit einfach ein Mittel zum Zweck um dem Elternhaus zu entfleuchen und ein Studium anzufangen, keine besonders grosse Sache. Ach ja und wir hatten auch schon den Numerus Clausus. Der war aber strenger, und es gab trotzdem mehr erfolgreiche Studenten. Das Schürzenband ist wohl zu zäh oder das Werkzeug zum Durchtrennen zu stumpf geworden.

Dazu eine allgemeine Vogel-Strauss-Politk. Besser niemand merkt, dass das Bildungsniveau und der Leistungsanspruch an unserern Schulen sowieso dem absoluten Nullpunkt zustreben. Die weiterführenden “Bildungsinstitutionen” entlassen heute nach dem Abitur nicht mündige Bürger, sondern Spätpubertierende, häufig antriebslos oder in einer “Findungsphase”. Was auch immer dies heißen mag.

Schuld an der Fehlentwicklung sind auch die Jugend-Psychologen, die am liebsten die “Kleinen” möglichst bis ins Alter von 20 jahren nicht überfordern wollen, damit sie länger in einer Spielphase verweilen können. Das grosse Spiel des Lebens geht unterdessen vorbei, oder man will erst gar nicht mitspielen, zu real, zu langweilig zu UNCOOL.

Was daraus geworden ist, zeigen die diversen PIESA-Studien, die man aber mittlerweile besser zu manipulieren gelernt hat. Und trotzdem bloss im Schnitt Platz 16 – in den MINT-Fächern sieht es noch übler aus. Die Mädchen-Initiative – eine einzige Pleite.

Sind die angehenden Akademiker erst einmal an der Universität, geht dieser Trend weiter.  Thema: Noten-Inflation. So werden Arbeiten nach einem “neuen” Benotungschema beurteilt. Die schlechteste Note ist dann eine 2-. Da werden Veteranen des akademischen Bildungsganges aufhorchen – “Wie Bitte?”

Ganz einfach, ein Professor kann doch keine schlechtere Note vergeben, denn dann würden ja keine Studenten mehr zu ihm kommen. Wenn sich erst einmal herumspricht, dass er schlechte Noten erteilt. Und Studenten, die ihre Masterarbeit oder Doktorarbeit machen,  sind nun mal billiges und williges Arbeitsvieh, auf das der Herr Professor nicht verzichten kann. Falls sie sich dann doch als  totale Nieten erweisen, kann man sie ja den Stabsmitarbeitern aufbürden, die werden dann schon eine Art “Abschlussarbeit” zusammen basteln. Bei manchen dieser Kandidaten wirkt wohl eine Mischung aus Kindchenschema und Mitleidseffekt bei ihren Betreuern. Allerdings  kann man so leider gute junge Akademiker, die wirklich etwas können, und schlechte, denen fast noch die Arbeit geschrieben wurde, nicht mehr unterscheiden. Für in diesem Umfeld entstehende Doktorarbeiten gilt dann leider oft die Devise: “Nichts sagen, nichts fragen“. Zehn Jahre Bearbeitungszeit bei vollen Bezügen – keine Seltenheit, eine weitere Findungsphase und mehrere Themenwechsel eingeschlossen. Kein Problem: Im CV kann man das als Forschungstätigkeit tarnen, der Lehrstuhlchef hilft dann schon mit entsprechenden Empfehlungen bei der Bewerbung.

Ich habe letztens die Lehrmittel zum Thema “Mathematik für angehende Ingenieure” in einer Unibbuchhandlung bewundern dürfen: Da wendet sich der Gast mit Grausen!

Aber das zählt vielleicht bei Bewerbungen sowieso nicht mehr, da muss der Mitarbeiter zu uns passen, sein fachlicher Hintergrund ist eher unwichtig. So der O-Ton eines HR Fachmanns einer grösseren Automobilfirma in einem TV-Interview.  Papis oder Mamis Beziehungen (…äh Netzwerke) werden es schon richten.

Dazu gilt: Ein Lebenslauf, der auf Dauerschürzenband und stromlinienförmige Anpassung schliessen lässt (sogenannte Kontinuität, man könnte auch sagen: Eingleisigkeit), wird heute als Zeichen von ZIELSTREBIGKEIT gedeutet! Liebe Personaler: Von Mami und Daddy bezahlte Auslandsaufenthalte zeugen nicht von interkultureller Selbstständigkeit. Da waren mein Urgrossonkel und sein Freund aus anderem Holz geschnitzt, beides Abiturienten, die 1914 kurz vor dem WWI, gegen den elterlichen Willen, daher ohne nennenswerte Mittel, nach USA ausgewandert sind, wobei die Passage auf einem Frachter abgearbeitet werden musste. Das macht selbsständig! Beide wurden sehr erfolgreiche Geschäftsleute.

Na, dann weiter so: Viel Erfolg beim Rückruf und Patente ade!

Aber die haben sowieso schon die Chinesen, in Zukunft (Industrie 4.0 und IoT) besorgen das die Roboter, vieleicht ist deren bisschen KI dann grösser als die natürliche Intelligenz der Jungakademiker.

Posted by on Juli 9th, 2016 Kommentare deaktiviert