Archive for Juli 18th, 2016

 

Heilpflanzen im Juli: Signatur des Mondes

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Im Krebs, jetzt im Juli herrscht die Mondin.
Mond-Wiege ©scrano 2014

Signaturen in der Pflanzenastrologie:

Alle Lebendige aber auch sonstiges Dingliches teilt sich mit. Pflanzen kommunizieren mit ihren Farben, ihrem Geruch oder Duft, in der Ausformung ihres Wurzelgeflechts, Anzahl, Form und Stellung von Blättern, Erscheinungsform und Symmetrie der Blüten, Eigenschaften ihrer Früchte, Samen oder Sporen, ihrer kompletten Erscheinungsform, ja sogar einer Art “Ausstrahlung”. Bei der Interpretation der Pflanzen muss man aber bedenken, dass sie sozusagen verkehrt herum leben: Ihr Kopf oder “Gehirn” steckt im Boden, ihre Fortpflanzungs- und Bewegungsorgane (z.B. Ranken) sind nach oben, dem Licht entgegengestreckt.

  • Hinweise für Signaturen finden sich auch darin, wie, wo und wann eine Pflanze wächst, blüht oder fruchtet  in welchen Gemeinschaften und unter welchen Randbedingungen.
  • Namen, besonders die ortsüblichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle. Auch Bezeichnungen aus dem Volksmund sind eine interessante Quelle, wobei man aber Heilwissen, Brauchtum und dummen Aberglauben manchmal nicht trennen kann.

Diese Erscheinungsbilder und Ausdrucksformen lassen sich in die Sprache astrologischer Archetypen übersetzen, sie bilden dann eine sogenannte Signatur.

In der klassischen Signaturenlehre werden meist nur die einseitigen Prinzipien der hermetischen Polarität herangezogen, ausserdem verwendet man nur die 7 Himmelskörper der Antike: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Ich ziehe aber die Trans-Saturnier durchaus mit heran, da es mittlerweile einige Erfahrung damit gibt. Bei allen hermetischen Korrespondenzen muss man immer bedenken, dass durch das symmetrische Achsenprinzip der Gegenpol immer mit zum Tragen kommt. In allen Dingen oder Wesen, welche die Erde oder der Kosmos hervorbringt ist zudem auch jedes archetypische Wirkprinzip vertreten, wenn auch nicht in gleichem Aussmass oder in allen Stadien oder Phasen ihrer Existenz. Manche Wirkungen z.B. bei Pflanzen sind nur auf einen Teil, wie Früchte oder Wurzeln beschränkt, manche muss man erst durch Zubereitung und Anwendung erschliessen. Zum Teil kann man eine Rückbeziehung durch die Funktion der Inhaltsstoffe für die Pflanze selbst herstellen.

Dazu kommt: Nicht alles was aus dem planetaren Entsprechungen stammt, ist dem Menschen dienlich – es ist in erster Linie für die Pflanze lebensnotwendig und prägt IHR Wesen. Wir nutzen nur den Anteil, der uns hilfreich ist.

Der Mond durchwandert den gesamten Tierkreis in 28 Tagen und spiegelt so den Zyklus von Saturn, der dies in etwa derselben Zahl an Jahren bewerkstelligt.  Er ist der uns am nächsten kommmende grosse Himmerlskörper, der Saturn war der fernste in der klassischen HImmelslehre. So verkörpert das Duo auch das hermetische Gesetz “wie im äusseren – so im inneren”. Das zweite grosse Himmelslicht ist das Symbol der Magna Mater*** als Mondin, die auch die dunklen und unbewussten Seiten unserer Seele beherrscht. Es beinhaltet alle  mütterlichen, beschützenden (Vollmond) genauso wie die wilden, freien Elemente des eigenen Wesens, die aber nie zerstörerisch, sondern eher kindlich unbeschwert sind. Wie bei Diana oder Artemis, dem Jungfrau-(Neumondsichel) Aspekt der Grossen Mutter. Ebenso verkörpert er unseren Instinkt, die Intuition, die magischen und geheimnisvollen Seiten (abnehmende Sichel) unseres Lebens. Die dunkle Phase des Schwarzmondes war für die Menschen besonders furchteinflösend, daher wurde diese Seite der Mondin mit dem Jenseits und der Todeserfahrung assoziiert. Hier findet wieder die Achse Mond/Saturn ihren Ausdruck, welche Geburt, Tod und Reinkarnation (Karmazyklen, wenn man den Ausdruck mag) im Zodiak darstellen. Das Element der Mondin ist jegliches Wasser unseres Planeten, der Ozean, das Fruchtwasser, der Quell, aber auch das Eis (+Pluto/Saturn) und die Wolken (+Neptun/Jupiter).

Die Mondphasen bestimmen nicht nur äussere Rhythmen der Natur, sondern auch unsere eigenen inneren Taktgeber, so  beeinflussen sie körperliches und seelisches Wohlbefinden. Interessanterweise regiert die Mondin Magen und Hirnmasse, wer schon mal Höllenkopfweh wegen einer Magenverstimmung oder Schwindelgefühle vom “Ballon im Bauch” hatte, wird den Zusammenhang wohl bestätigen. Auch das “gut feeling” – das sich durchaus als direkte körperliche Manifestation der eigenen Intuition äussert, kommt von der Mondin.

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Valeriana officinalis – Grosser Baldrian.
quelle:wiki

Besonders viele Mondpflanzen gehören neben den Neptunkräutern zu den traumfördernden Mitteln. Allerdings wirken sie eher nicht direkt psychoaktiv. Träume sind nach Freud und Jung die Schlüssel zum Unterbewusstsein.  Jeder von uns träumt nachts, aber die Erinnerung daran geht morgens meist wieder verloren. Im einfachsten Fall wird nur die Datenbank entrümpelt, im schlimmsten Fall werden es Alpträume, aber auch prophetische, beglückende oder kreative Erfahrungen sind während der Traumphase möglich. Ein wesentlicher Beitrag zu körperlich-seelischen Ganzheit ist der Traum sicher, und damit auch notwendig.  Stress, Hektik, Angst und Sorgen hindern uns in dieser verrückten Zeit oft überhaupt erst in Morpheus’ Arme zu kommen oder durchzuschlafen, geschweige denn wegen des gestörten Schlafrhythmus in eine längere, konsolidierende Traumphase zu fallen.

Vielleicht kann hier das eine oder andere Mondkräutlein dazu verhelfen, in den Schlaf zu finden und so auch eine Art geistige Hygiene zu gewährleisten.

Vor allem der Baldrian zählt zu den Pflanzen, die Alpträume besänftigen können und auch Einschlafstörungen zu beheben.  Die Mondwurz oder das Elfenkraut, wie der Baldrian auch genannt wird, schützt viele Menschen vor dem “Dämon der Schlaflosigkeit”. Er wirkt vor allem angstlösend – was seiner Haupt-Doppelsignatur Mond/Neptun geschuldet ist.

Neben diesen Zuordnungen besitzen etliche Mondpflanzen auch uteruswirksame oder hormonähnliche Inhaltsstoffe, die man in der Schwangerschaft und in der Geburtshilfe einsetzt. Da die Saturnachse dazugehört, sind auch etliche Abortiva darunter, die von Frauen und deren Hebammen in alten Zeiten verwendet wurden.

Räucherpflanzen, die die Mondaspekte unterstützen, sind z.B. B, Beifussblüten, Baldrianwurzel, Frauenmantel, Holunderblüten, Iriswurzel, Jasminblüten, Kalmuswurzel, Mädesüssblüten, Mohnblüten, Patchouliblätter, unterstützend wirken Myrrhe und Kampher.

Salvia sclarea - Muskatellersalbei©beast666 2016

Salvia sclarea – Muskatellersalbei
©beast666 2016

Der Standort von Mondpflanzen ist häufig feucht, oft regelrecht sumpfig, es sind Schattengewächse, neigen zur Ausbildung von Kindeln.  Weichtriebige, saftige oder schleimige Pflanzen, typisch ist Milchsaft. In den Abendstunden öffnende blassfarbige oder weisse, schnell vergängliche Blüten. Oft regelrechte Nachtblüher- und Dufter -  gerne von Nachtfaltern umschwärmt. Einlullender, traumfördernder aber auch betäubender, muffiger und penetranter Geruch (Pheromonwirkung), Blätter oft weiß oder silbrig schimmernd (z.B. Weide unterseits weiss).

  • Apfel, Birne (Venus),
  • Bachbunge (Merkur),
  • Baldrian (Merkur/Neptun),
  • Basilikum (Merkur,Jupiter)
  • Beifuß (Merkur, Neptun),
  • Birke (Venus/Mars),
  • Blasentang,
  • Brunnenkresse,
  • Fieberklee (Venus, Sonne),
  • Frauenmantel (Venus),
  • Hirtentäschel (Saturn,Merkur),
  • Holunderblüte (Beeren zu Saturn/Pluto)
  • Kalmus (Merkur, Saturn),
  • Kamille (Saturn, Sonne/Uranus)
  • Königin der Nacht, und viele andere Sukkulenten bzw. Kakteen
  • Jasmin, echter und falscher
  • Labkraut, Merkur/Jupiter.
  • Mädesüß (Jupiter/Merkur)
  • Mistel (Uranus, Sonne, Saturn),
  • Madonnenlilie, Satrun, Merkur/Jupiter
  • Maiglöckchen (Merkur/Neptun),
  • Muskatellersalbei (Neptun/Merkur)
  • Nachtkerze, Mond/Saturn, Merkur/Jupiter
  • Patchouli (Saturn), Venus/Pluto
  • Sauerklee, (Jupiter/Merkur)
  • Schlafmohn (Saturn, Neptun/Merkur)
  • Silberweide (Merkur),
  • Sonnentau, Kannen- und Fettpflanzen, sie haben neben Mond/Saturn noch Venus/Pluto-Signatur
  • Taubnessel, weisse – Saturn, Merkur/Neptun
  • Vanille, Merkur/Neptun
  • Vogelmiere, Saturn
  • Waldmeister, Saturn
  • Weissdorn, Saturn (Mars/Venus).
  • Bei den Früchten und Gemüsen: Gurke, Kürbis, Melone – Kaktusfeige, Kirschen, Kokosnuss, Spargel, Gemüse-Fenchel.

Dem Mond untersteht das Pflanzenwachstum; deswegen AUCH die Pflanzensäfte. Mondpflanzen beruhigen, fördern den Schlaf, die Fruchtbarkeit und die Regeneration. Allgemein kühlend, daher entzündungswidrig; besonders gut mit Venus -pflanzen zu kombinieren.

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Filipendula ulmaria, das pflanzliche Aspirin mit feinem Duft.
Mondpflanze Maedesuess ©beast666 2016

Mädesüssblüten verfeinern auch Gelees mit einem zarten Mandelaroma, die Kelten und Germanen fügten sie dem Met bei – als Vorbeugung gegen den Kater …? Im Erkältungstee wirken sie fiebersenkend.

Der Name kommt entweder von Wiese (meadowsweet), da die Pflanze im Heu durch das Welken aromatisch riecht – oder wirklich von Met-Süsse. Für letzteres spricht das genannte überlieferte Brauchtum als Aromazutat für Wein, Bier und Met.

***Gaia/Stiervenus ist der körperbehaftete Aspekt der Magna Mater

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des  6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter Mondaspekt -> Ursache, nächster Mondaspekt -> Heilungschancen und Dauer.

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

Posted by on Juli 18th, 2016 Kommentare deaktiviert