Archive for August 2nd, 2016

 

Magischer August: Kornmond

August

Sonnenglanz und Pünktlichkeit, grosser Aufritt und Gesundheitselixir.
August ©scrano 2016, Alle credits beim Original,
model:  jlior staircase:Marcus Ranum.

Der August hat 31 Tage, hiess im römischen Kalender ursprünglich Sextilis und wurde im Jahre 8 v. Chr. nach dem römischen Kaiser Augustus benannt. Als Grund für die Wahl dieses Monats anstelle von Augustus’ Geburtsmonat September wurde angeführt, dass er im Sextilis erstmals Konsul geworden sei und drei Triumphe gefeiert habe. Ein anderer Grund könnte aber gewesen sein, dass der Sextilis direkt auf den nach Caesar benannten Juli folgte. Ausserdem war der neue Monat nach der Verlegung des Jahresbeginns vom März in den Januar nun Nummer Acht. Dies passte zu Augustus eigentlichem Vornamen Octavius (der Achte).

Am 22. August wechselt die Sonne vom Löwen in das sechste Zeichen des Zodiak, die Jungfrau, die auch das sechste Haus regiert. Diese Einteilung spiegelt noch die alte Zählung der Monate nach dem Frühlingspunkt im März.  Nach dem Sonnenglanz und Glamour des Löwen kehrt nun Mässigung und Vernunft ein. Spitzfindig könnte man meinen, nach dem Feiern kommt jetzt der Kater mit der Ernüchterung. Jungfrau herrscht über Vernunft, Gesundheit und den Lebensalltag, Löwe über “das innere Kind”, Lebensfreude, Kreativität, Selbstverwirklichung.

Da jetzt die Hauptmenge des Getreides geerntet wird, hiess der August nördlich der Alpen auch Kornmonat.

Antike Feiertage
- religiöse, staatspolitische, meistens für Cäsar & Co, habe ich weggelassen:

  • 12. August – Herkules – ein echt solarer Heros, seine 12 Arbeiten symbolisieren Zodiak und Lebensreise
  • 13. August – Tag der Diana – später als Marienfeiertag am 15.8.
  • 19. August – Vinalia Rustica zu Ehren von Venus
  • 23. August – Vulcanalia, zu Ehren von Vulcanus – er herrscht über die Jungfrau
  • 25. August – Fest der Ops, Erntesegen
  • 27. August – Volturnalia, zu Ehren von Volturnu

Augustwetter und Lostage:

  • Augustregen wirkt wie Gift, wenn er die reifenden Trauben trifft – bei zuviel platzen sie!
  • Je dicker die Regentropfen im August, je dicker wird auch der Most.
  • Der Tau tut dem August so not, wie jedermann das täglich Brot.
  • Nasser August macht teure Kost.
  • Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß.
  • Bringt der August viel Gewitter, wird der Winter kalt und bitter.
  • Was der August nicht vermocht, kein September mehr kocht.
  • Im August ziehen die Gewitter heim.

Der August bringt häufig unstetes Wetter mit extremer Hitze und/oder Unwettern – beides gefürchtet bei den Bauern und Winzern. Allerdings ist jetzt Badespass angesagt: Freibäder und Urlaub am Wasser haben Hochkonjunktur.

1. August:

  • An Petri Kettenfeier von diesem Ort ziehen jetzt die Störche fort.

10. August:

  • Sankt Laurenz mit heißem Hauch, füllt dem Bauern Fass und Schlauch.
  • Ist’s von Petri (1. August) bis Lorenzi heiß, dann bleibt der Winter lange weiß.

13. August:

  • Wie das Wetter an Hippolyt, so es mehrere Tage geschieht.
  • Wie das Wetter zu Kassian, hält es viele Tage lang.

15. August:

  • Um Maria Himmelfahrt, das wisse, gibt es schon die ersten Nüsse.
  • Wer Rüben will recht gut und zart, sä’ sie an Mariä Himmelfahrt.
  • Mariä Himmelfahrt im Sonnenschein, bringt viel und guten Wein.
  • Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so es noch zwei Wochen bleiben mag.
  • Maria Himmelfahrt, ein alter Feiertag der Muttergöttin als Mondin – daher werden jetzt Heilkräuter gesammelt und geweiht

20. August:

  • Wie der Sankt Bernhard ist, man auch den September misst.

24. August:

  • Wie Bartholomäus sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt.
  • Sind Lorenz (10. August) und Bartel schön, bleiben die Kräuter noch lange stehn.
  • Bartholomä voll Sonnenglut macht Wein und Reben stark und gut.

28. August:

  • Um Augustin ziehn die Gewitter hin.
  • Um die Zeit von Augustin gehn die warmen Tage hin.

30. August:

  • Bischof Felix zeigt an, was wir 40 Tag’ für Wetter han.

31. August:

  • Sankt Raimund treibt die Wetter (Gewitter) aus.
Blutpflaumen sind nicht nur eine optische Zierde - ihre Früchte sind essbar.

Blutpflaumen sind nicht nur eine optische Zierde – ihre Früchte sind essbar.
©beast666

Magischer August – Korrespondenzen

  • Pflanzen:  Dachwurz mit der Haupt-Signatur von Sonne/Uranus. Fingerhut (Venus/Pluto, Jupiter/Merkur), Lilien (Merkur/Jupiter, Venus/Mars). Sonnenblumen und gelbblühende Korbblütler (Sonne/Uranus), Ringelblumen, Sonnenhut. Pflanzen mit fetten Ölen oder Harz (Olive, Lorbeer, Weihrauchstrauch) – Sonne. Merkur in der Jungfrau prägt alle Getreide und den Hopfen. Minzen, Salbei, Disteln, auch die Artischocke.
  • Baum: Eberesche, Merkur, Jupiter – aus den Beeren lassen leckere Marmeladen herstellen. Holunder, auch hier reifen jetzt die Früchte.
  • Duft:  Olibanum (Weihrauch), Zedernholz, Lorbeer (Sonne), Lavendel, Minze, Salvia, Heliotrop.
  • Gottheiten: Helios, Lugh, Grannus, Hephaistos, Ops, Demeter, Diana, Merkur, Thot,
  • Zodiak:  Löwe mit Sonne, Jungfrau mit Merkur
  • Steine: Rubin, Diamant, Karneol (Löwe), Peridot, grüner Turmalin (Jungfrau)
  • Metall:  Gold – Sonne, Quecksilber – Merkur
  • Kristalle:  Feueropal, Goldfluss, Bernstein, Pyrit, Goldtopas (Sonne), Peridot, Olivin, Achat, Katzenauge, Jaspis (Merkur)
  • Farben:  golden, orangegelb (Löwe), ockergelb, lavendelblau (Jungfrau)
  • Elementale:  Salamander (Feuer), Gnome (Erde)
  • Tiere:  Gottesanbeterin und andere Heuschrecken/Grillen, Falke & Schlange (Tiere des Apollon). Die Schlange ist ein Symbol der chtonischen Urmutter und gehörte, nachdem Apollon das Heiligtum von Delphi, das der Erd-Python geweiht war, für sich eroberte, auch zu seinen heiligen Tieren. Schlangen zieren auch den Caducceus bzw. Äskulapstab. Daher gehören sie, wie der eigentlich solare Hahn auch zum Merkur.
  • Mythologische Tiere: Sphinx (Jungfrau), Löwe

August-Rituale – ausser Grillen!

  • Im August ist auch wieder Sternschnuppen-Zeit, die Perseiden schauen vorbei: Starke Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 29.07.2016 (12.07.2016 – 23.08.2016) – eigentlich durchquert die Erde einen Partikelschwarm auf ihrer Bahn um die Sonne. Gelegenheit zum Staunen und Feiern mit Familie und Freunden. Und natürlich zum Wünschen !!

Lammas, Breadmass oder Lughnasa – das erste Erntefest des Jahres steht an.

  • Nach irischer Überlieferung ist jetzt die Zeit, wo die Kraft der Sonne voll in das Getreide übergegangen ist – der Sonnengott stirbt einen symbolischen Tod, wenn die Ernte eingebracht wird. Im Verlauf der Jahreszyklus hat die solare Gottheit in ihrer Manifestation als Vegetation sich selbst aufgeopfert, um im kommenden Frühling wieder zu erstehen, damit wir Menschen und anderen Geschöpfe dieser Erde leben können. Diese Art Erlösergeschichte ist ein uraltes Menschheiterbe, das es so in vielen Religionen gibt, in direktem Bezug zur Landwirtschaft oder auch losgelöst und mehr transzendent. Auch die griechischen Mysterien von Eleusis und der Osiris-Mythos sind letztlich auf diesen Ursprung zurückzuführen.
  • Jetzt wird das kostbare Saatgetreide gewonnen und das erste Brot aus dem neuen Korn gebacken. Auch eine christliche Version der “Brotmesse” gibt es – Laibe werden auf den Altar gelegt und geweiht. Rituale, um wieder in den natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten zu kommen – weg vom seltsam zeitlosen Angebot der Supermärkte.
  • Für Mutter Erde kann man Corn Dollies aus Stroh flechten und das Heim damit schmücken – ein selbstgebackenes Brot – ohne Fertigmischung, versteht sich – bereichert den Frühstückstisch. Sonnenblumensträusse verabschieden die heisse Zeit des Sommers.
  • Augusträucherung:
    • Kamille, Johanniskraut, Lorbeer, Engelwurz, Fenchel, Weinraute, Orangenschale, Weihrauch, Heliotrop
  • Einen Kräuterbuschen binden – der Diana oder Maria weihen:
  • Für die Mondin nimmt man 13 Kräuter, oder 7 für die Sonne, bzw. die Planetensignaturen. Nach christlicher Überlieferung 7 oder 9 Pflanzen.  Je nach Region ist die Auswahl unterschiedlich – Königskerze gehört aber unbedingt dazu, Arnika, Angelica, Pfefferminze, Wermut, Beifuss, Liebstock, Johanniskraut , Schafgarbe – die Kräuter sollten gut zu trocknen sein. Dazu noch eine Kornähre und Hagebutten – egal ob Maria oder “Grosse Mutter”, diese Zutaten erinnern uns an die Gaben für die wir dankbar sein sollten. Den fertigen Buschen segnet oder weiht man und stellt oder hängt ihn in eine besondere Ecke des Heims.
  • In Bayern ist der 15.8. ein Feiertag – und bietet Gelegenheit zu einer Wallfahrt zu einer der vielen Marienheiligtümer. Da kann man seinen Kräuterbuschen gleich von der “Grossen Mutter und Himmelskönigin” segnen lassen. Eine meditative oder kontemplative Übung und spirituelle Rückverbindung mit der Natur bietet eine Fusswanderung zu einem Ort besonderer mystischer Ausstrahlung jedenfalls an diesem Datum. Viele Marienheiligtümer stehen ohnehin an alten Kultplätzen der “Grossen Göttin”.
  • Es gibt erste Zwetschgen, Ebereschenbeeren und Hagebutten – auch die Blutpflaume liefert essbare Früchte für Gelees, Marmeladen, Kompott. Frühe Apfelsorten, wie Klarapfel (Kornapfel) kann man auch schon zu Kuchen und Apfelmus verarbeiten. Brombeeren haben Hochsaison – wie wäre es mit Brombeerlikör?

Brombeerlikör:

  • 200g reife Brombeeren
  • 100g brauner Krümel-Kandis
  • 1 Stück Vanilleschote
  • 1 Weithalsflasche 1Liter
  • weisser Bacardi

Brombeeren waschen, sehr gut abtropfen. In die Flasche füllen, Kandis dazugeben und mit Rum auffüllen.

  • Mindestens 12 Wochen stehenlassen, über Kaffeefilter abziehen. In einer dekorativen Flasche in gerngesehenes Mitbringsel.
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Ebereschenfrüchte locken mit ihrer orange-roten Farbe.

Die heilige Eberesche ist der Baum des Monats, sie steht unter der Signatur von Mars/Venus und Jupiter/Merkur. Bei den Germanen war sie dem Thor (Mars) und dem Odin (Merkur/Jupiter) geweiht. Der Baum wächst eher hoch und schlank, aber in Blüte und Blattform ähnelt er erstaunlich dem Holunder. Wie dieser gilt auch die Eberesche als Zauberbaum und wird zu schutzmagischen Ritualen verwendet, besonders im angelsächsischen Raum – Rowan, wie die Eberesche auf englisch heisst, solle in keinem Garten fehlen.

Man kann neben den vielerlei Gelee- Chutney, Mamelade, Kompott-Rezepten auch einen teueren Edelbrand aus den roten Beeren gewinnen. NEIN, Vogelbeeren, oder Ebereschfrüchte sind nicht giftig - noch nicht einmal wie rohe Holunderbeeren. Sie enthalten allerdings eine magenreizende Substanz, die mit dem Zuckeraustauschstoff Sorbitol verwandt ist. Wie die Oxalsäure beim Rhabarber oder Spinat zerfällt diese aber beim Kochen. Es gibt sogar Kulturformen der Eberesche, bei denen der Reizstoff weggezüchtet wurde. Die Giftigkeit wurde von frühen christlichen Missionaren in die Welt gesetzt, welche die mit dem Baum verbundenen heidnischen Bräuche unterbinden wollten. Schlecht für die Bevölkerung, da Ebereschenbeeren sehr viel Vitamin C enthalten, und als Skorbutverhinderer während er langen Winter wichtig waren.

Eberesch-Konfitüre:

  • 200 g Hagebutten
  • 200 g Holunderbeeren
  • 600 g Ebereschfrüchte
  • 1 Vanilleschote
  • 1 kg Gelierzucker 1:1

Früchte waschen, abtropfen, in einem Topf geben. Aufkochen, mit Mixstab pürieren und durch eine flotte Lotte passieren – in einen grossen Topf. Gelierzucker und zerschnipselte Vanille-Schote zum Mus geben und aufkochen – 3 min. köcheln, dabei abschäumen. In twist-off Gläser füllen, auf den Kopf stellen.

  • Nach diesem Rezept lässt sich auch Holunder-Blutpflaumenmarmelade herstellen:
  • 500g Holunderbeeren und 500g Blutpflaumen (lassen sich leider schlecht entsteinen). Bei eher süssen Pfläumchen etwas Zitronensaft zugeben.
Eberesche mit Blüte und Fruchtstand. quelle:wiki.

Eberesche mit Blüte und Fruchtstand.
quelle:wiki.

Für Erdbeerliebhaber mit eigenem Beet: Jetzt Kindel für die Verjüngung gewinnen! Nach unserer Erfahrung entwickeln sich selbstgeschnittene Ableger besser als gekaufte Pflanzen, vor allem wenn man schon starke Mutterpflanzen hat. Die eigenen Jungpflänzchen sind nämlich schon an den Standort gewöhnt und wachsen viel besser. Manche Sorten fruchten jetzt noch einmal, wie unser Liebling die Aroma-Erdbeere “Korona”.Alle anderen müssen jetzt auch von den Ausläufern befreit werden, sonst tragen sie im nächsten Jahr nicht ordentlich. In dieser raumgreifeneden, rankenden Eigenart zeigt die Erbeere ihre Nebensignatur Merkur/Jupiter – ein Hinweis sind bereits die dreilappigen Blätter. Daher gilt die Erdbeere (Tee aus den Blättern) als Lebermittel. Als Rosengewächs untersteht sie hauptsächlich Venus/Mars.Manche Sorten, wie Korona fruchten bei guter Pflege und ausreichend Sonne Ende August/Anfang September ein zweites Mal.

 

Posted by on August 2nd, 2016 Kommentare deaktiviert