Archive for August 21st, 2016

 

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Posted by on August 21st, 2016 Kommentare deaktiviert

Keine alte Jungfer: Asträa, Mythologie der Sternzeichens Jungfrau und Waage

Demeter/Ceres, ein Aspekt der Sternjungfrau-Mythologie.

Demeter/Ceres, ein Aspekt der Sternjungfrau-Mythologie.

Die Gestalt der Astraea ist ein komplexes Thema.

In der Antike war sie die Sternkonstellation Jungfrau + Waage, und verkörperte wie die ägyptische Maat, das Prinzip der göttlichen Ordnung und des Ausgleichs (wie oben so unten), daher war sie in Ägypten auch die Göttin mit der Waage des Totengerichts. Ursprünglich war sie in Griechenland aber Astraia (Astraea) die jungfräuliche Göttin des Naturrechts, die nachdem die Menschheit immer schlechter wurde, enttäuscht in den Olymp zurückkehrte. Seither ist das Rechtsempfinden nicht mehr natürlich im Menschen vorhanden, sondern muss von aussen erzwungen werden. Erst ihre Rückkehr läutet eine neue Periode des Friedens, ein neues “Goldnes Zeitalter” ein. In der Erzählung Hesiods wird sie von einer ursprünglich kraftvollen Figur, einer Vereinigung der Titanin Themis und der formidablen Nemesis zu einer schmollenden Tochter, die zu ihrem Vater flüchtet. Zeus wurde so zum Bewahrer des Rechts, der Gerichtsbarkeit, Astraia/Dike, zu seiner Tochter geworden, war nicht mehr unabhängig. Also Gerechtigkeit von nun an als Teilaspekt des männlichen Himmelsgottes Zeus, bei dessen Namen auch der Eid abgelegt werden musste. Dies kann man wohl als Übergang einer matriliniear/egalitären Kultur zu einer patriarchalischen werten. Das deutet auch die Abfolge Goldenes, Silbernes, Ehernes (bronzenes+eisernes) Zeitalter an. Zu Beginn der Eisenzeit war der Übergang zur patriarchalischen Gesellschaftsform im griechischen Sprachraum vollzogen (Einwanderung der kriegerischen Dorer in das mykenisch-pelasgische Griechenland).

Raffael: . Quelle Wikimedia Commons.

Raffael: Astraea, Quelle Wikimedia Commons.

Das Attribut der Jungfräulichkeit gehörte deshalb zum Richteramt, da sie in der Antike nichts mit Keuschheit, sondern mit Unabhängigkeit von der Pflichten einer Mutter zu tun hatte. Eine jungfräuliche Göttin war für alle da, und unparteiisch: Daher rührte auch der Mythos der jungfräulichen Königin für Elizabeth I. (Sonne in der Jungfrau, Aszendent Steinbock, dominanter Planet Pluto) von England, die sich das Charisma einer solchen Figur zu Nutze machte – sie hatte ja auch den grossen Lehrmeister der Alchemie (John Dee) als Berater.

Astraea heist also auch: Unabhängigkeit im Denken ohne Beeinflussung (Reinheit). Justitia im modernen Sinn ist eher eine Allegorie, der Gerichtsbarkeit, einer Institution, Astraea entspricht einem Archetyp (nach C.G. Jung). Astraea war auch keinesfalls blind, wie Justitia im der modernen Auffassung, sondern hatte in ihrer Form als Nemesis eine strafende Funktion. Ihr zugesellt waren auch die 3 Eumeniden (Erinyen, Furien) Tisiphone, Megaira, Alecto, (= das Gewissen) die bei besonderen Vergehen, die als widernatürlich angesehen wurden, die Bestrafung übernahmen. Insbesondere war dies der MUTTERmord, wie in der Orestie bezeugt. Daher findet Asträa ihre Repräsentation als “Die Gerechtigkeit” in den ebenfalls archetypischen “Grossen Arkana” des Tarot (astrologische Symbolik der Trumpfkarten)  auch OHNE Augenbinde, mit Krone und mit erhobenem Schwert.

Das Schwert symbolisiert auch den Verstand (zweischneidig). Mit dem Sternbild Jungfrau war ursprünglich im altbabylonischen Zodiak die Göttin Astarte=Inanna (hebr. Aschera, die Gattin Jahwes!) (im griechischen wohl zu Astaria –> Asträa abgewandelt) bezeichnet. Diese war eine kriegerische Fruchtbarkeitsgöttin mit jungfräulichem Aspekt (kein Widerspruch! s.o.), ähnlich der griechischen Artemis (wilde Natur, Tiere, Jagd) oder wahrscheinlich auch der Urform der Hekate. In ganz alten Texten heisst das Sternbild Virgo „Die Ackerfurche (Mutterschoss)“.

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Fernando Gallego-Boveda: Virgo. Quelle Wikimedia Commons.

In Griechenland wurde auch noch der Mythos der Eleusinischen Mysterien mit dem Sternbild Virgo verbunden, weil dieses nur in den Monaten August/September heliakalisch aufgeht. Heliakalischer Aufgang von Sternen und Planeten war ein wichtiges Kalenderwerkzeug der Antike. Gleichzeitig stand Demeter, die Kornmutter (Ernte im Spätsommer), in ihrer Dreigestalt (Kore, Demeter, Persephone) im Zentrum der wichtigsten Mysterienspiele der Antike. Bedeutsam war auch die Tatsache, dass der helle Hauptstern Spica in der Konstellation Virgo zur Zeit der Aussaat gerade über dem nächtlichen Horizont steht.

Man sieht also, Asträa kommt in vielerlei Gestalt daher  und hat auch viele Wandlungen hinter sich – ihre Mythologie spiegelt auch Entwicklungsphasen der Menschheitsgeschichte, unterschiedliche Stufen der Sozialisierung und der Rechtsauffassung. Die Sternjungfrau hat aber auch immer eine Beziehung zu einer Form des Archetyps „Die grosse Mutter“/Himmelskönigin..

Ackerfurche (Mutterschoss) -> Fruchtbarkeits/Erntegöttin, -> Lehrerin der Menschheit — Mutter Gottes im Christentum.

Als kosmischer Mutter-Archetyp hatte Asträa immer schon mit der Aufrechterhaltung der natürlichen Weltordnung zu tun (natürliches Recht). Maat ist das weitere typische Beispiel. Die dunkle Seite davon ist das Ausgleichsopfer: Alle Söhne der grossen Mutter müssen im Jahreskreislauf (der Natur) sterben, um dann wiedergeboren zu werden: Adonis, Tammuz, Dumuzi, Jesus.

Übrigens – die Waagschalen des Sternbildes Waage waren in der Antike als Zangen des Sternbildes Skorpion betrachtet worden, der versinnbildlicht zwar die Rache (Strafe) in seiner niedrigsten Form, aber auch die Läuterung und Transformation zur Weisheit –> Also von der natürlichen Rechtsordnung (Jungfrau, mit ihrem sprichwörtlichen Ordnungssinn) zur Abwägung der Taten eines Menschen, Bemessung der Strafe + Läuterung (Waage+Skorpion) zur Weisheit (Schütze=Zentaur, Zentauren standen zwischen der wilden Natur (Pferd) und der kosmischen Weisheit (Menschenkörper) –> Prometheussage, Zentaur Chiron !) -> Übernahme von Verantwortung und Perfektion der Materie (Steinbock)  ->  Menschenliebe und Idealismus (Wassermann) – > Erlösung (Fische).

Zur Ikonographie des Sternbildes der Astraea/Nemesis/Virgo/Demeter : Das Sternenkreuz mit dem Hauptstern Spica  in der Konstellation wird entweder als Kornähre (Demeter, Virgo) oder als (gesenktes) Schwert (Dike, Libra) gedeutet. Das gibt doch dem Spruch „ … macht Schwerter zu Pflugscharen“ eine ganz neue Bedeutung … Das Richtschwert wird aber auch statt einer Fackel oder eines Ölzweigs erhoben in der rechten Hand dargestellt (Nemesis), dann in Verbindung mit der Waage.

justitia

Die Gerechtigkeit – Ausgleichung:
Karte 8 (alt, Crowley) oder 11 (Golden Dawn).

Tarotkarte:  ”Die Gerechtigkeit”, “Die Ausgleichung”

Nummer: 11 oder 8, ich tendiere zu Crowleys Auffassung, die auch der ursprünglichen Zahlenfolge entspricht: 8, und teile auch seine Interpreation der Asträa als Ausgleichung, wie Maat.

Astrologisch: Libra, Waage, Venus

Element: Luft

Zeitqualität: Herbst, Monate September, Oktober

Farben: Grün

Schlüsselworte: Fairness, Verantwortung, Entscheidung, Ursache und Wirkung, Pendulum, Anubis, Zurechtrücken, Zentrierung, Karma, Gleichgewicht,  Gerechtigkeit, Vernunft.

Den  Aspekt der Demeter mit der Ähre trägt die andere gekrönte Figur im Tarot: “Die Kaiserin”, Venus des Erdelements, sie herrscht über die Vegetation.

Astraea = Virgo/Demeter/Nemesis/Astarte/Maria ……. und mehr. Nicht vergessen darf man auch den Zusammenhang mit Hekate, auch einer Sternenjungfrau, die in ihrer ursprünglichen Heimat Karien eine  triforme “Magna Mater” war.

Die Sternenjungfrau (Virgo) mit Krone war im schon im frühen Christentum mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht worden (siehe Abschnitt: “Die Mythologie”)

LITURGISCHES Geburtsdatum der Maria am 8.September heisst Sonne in der Jungfrau (wie Elizabeth I. die sich Ikonographie der Gottesmutter und des Zeichens Virgo zu eigen machte ). Maria wird, wie die Fruchtbarkeitsgöttin der Antike, als Himmelskönigin bezeichnet, wie Asträa trägt auch sie eine Krone aus Sternen. Der Beiname gotischer Münster: “Unserer Lieben Frau” ist der Gottesmutter gewidmet, fast alle gotischen Münster sind Marienkirchen, die Marienverehreung hatte in der Gotik einen Höhepunkt, zusammen mit der Vorstellung von Christus als „Sohn und Schmerzensmann“ , nicht als Triumphator, wie noch in der Romanik. Das weibliche Element kommt in der Gottes-Verehrung stärker zur Geltung.

Nicht zuletzt gilt Asträa als mythologische Figur in der Tradition der Aufklärung und der Menschenrechtsbestrebungen als ein Leitsymbol. Deshalb gibt es etliche Logen vor allem aus der Gründerzeit des Freimaurertums, die dieses Symbol für ihre Loge wählten. Was fanden diese Brüder der ersten Stunde so besonderes an ihr? Sie wird wie Maria als Licht der (reinen) Wahrheit gesehen –> Lichtsymbol. Die reine Wahrheit im Verständnis der Aufklärung steht auch für die Vernunft und Vorurteilslosigkeit. Das hat wieder Rückbezüge zur antiken Asträa. Vernunft oder das natürliche Recht (Menschenrecht !!) war wie die natürliche Religion (Ethik, Gottesliebe) den frühen Freimaurern sehr wichtig. Auch die reine (=unbeeinflusst) Vernunft gilt als ein Lichtsymbol. Siehe Thomas Paine: “Common Sense”, “The Origin of Freemasonry”. Daher war der Name Asträa als Bestandteil von Logennamen beliebt:”Asträa zur Grünenden Raute in Dresden”, Grossloge von Russland: “Asträa” (1815 in Petersburg). Siehe: Asträa für Freimaurer. Auch in der “Lady Liberty” des freimaurerischen Bildhauers Bartholdi aus Colmar steckt ein bisschen Asträa. Eine frühe Form der Freiheitsstatue krönt bereits die Kuppel des Capitols in Washington, auch sie ziert ein Sternen-Diadem. Pikanterweise trägt sie Gesichtszüge, die an die amerikanischen Ureinwohner erinnern. Ich finde die Skulptur hässlich, beonders wegen des seltsamen Adlers auf dem Helm der Figur. Eine ähnlich geschmacklose Kopfbedeckung kenne ich nur noch von Kaiser Wilhelm II. Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen der amerikanischen Staatengemeinschaft – “e pluribus unum”, unter einem gemeinsamen Ideal vereint. So steht es auf dem Sockel – ein frommer Wunsch, aber das war es schon bei der griechischen Ur-Asträa. Interessanterweise haben die amerikanischen Ureinwohner aus der Gegend der amerikanischen Kapitale auch eine Sternenjungfrau-Legende als Teil ihres eigenen Schöpfungsmythos.

 

Lady Liberty in ihrer Urform - auch der Umhang sieht eher indianisch aus.quelle:wiki

Lady Liberty in ihrer Urform – auch der Umhang
sieht eher indianisch aus.
quelle:wiki

Die Mythologie: (Quelle der Kurzfassung: Wikipedia:Asträa)

Astraea oder Astraia (griechisch Ἀστραíα) ist eine Gestalt der griechischen und römischen Mythologie, die in Zusammenhang steht mit dem Mythos von den Weltaltern, der erstmals in Hesiods Gedicht Werke und Tage erscheint. Dort beschreibt der Dichter das letzte, das eiserne Geschlecht, das keine Achtung für Gerechtigkeit und Gesetz mehr kennt, keinen Respekt vor den Eltern oder der Heiligkeit des Gastes, wodurch deren Verkörperung schließlich die Erde verlässt: Aidos, die Personifikation der Scham (vor allem der Scheu vor Schande und der Scham wegen begangenen Unrechts), und Nemesis, die Verkörperung der strafenden göttlichen Gerechtigkeit, kehren einer hoffnungslos verderbten Menschheit den Rücken und markieren so den Rückzug des Göttlichen aus der Welt.Was von Hesiod nur knapp angesprochen wird, wurde von Aratos von Soloi im 3. Jahrhundert in dessen Phainomena zu einem eigenständigen Mythos erweitert.In diesem astronomischen Lehrgedicht erzählt er die Geschichte der Entstehung des Sternbilds der Jungfrau.

Diese Jungfrau war die Dike, die Verkörperung der Gerechtigkeit (entsprechend der Nemesis bei Hesiod), die ursprünglich, im Goldenen Zeitalter mitten unter den Menschen wohnte und sichtbar in den Versammlungen erschien, um das Gesetz zu verkünden:

Vor dem nächsten, dem silbernen Menschengeschlecht, das schon zur Gewalttat sich neigte, zog Dike sich in ferne Berge zurück, von denen sie nur noch selten unter die Menschen kam, und dann nur, um Verfall anzuklagen und vor einer noch schlimmeren Zukunft zu warnen. Diese trat dann auch ein mit dem Erscheinen des dritten, des ehernen Menschengeschlechts (in der Version der Weltalter des Aratos gibt es weder ein eisernes Menschengeschlecht, noch ein Geschlecht der Heroen; das dritte, eherne, ist bereits das verderbteste). Unter diesen Mördern und Räubern, die den Pflugstier schlachten und fressen, ist für Dike kein Weilen mehr, sie fährt auf zum Himmel und wird dort zum Sternbild der Jungfrau.

Traditionell war Dike die Tochter des Zeus und der Themis, bei Aratos aber wird als Vater der Jungfrau Astraios genannt, bei Hyginus wird dann noch Eos als Mutter ergänzt.

Ovid schließlich gibt der Nemesis/Dike/Jungfrau den eigenen Namen, Astraea, oder griechisch Astraia. Er lässt in seiner Version des Mythos wie Hesiod die Jungfrau nur am Ende auftreten, als sie die blutbesudelte Erde des eisernen Zeitalters verlässt: Achtende Scheu ist dahin, und von blutbefeuchteten Ländern Kehrte die Jungfrau heim, Astraia, der Himmlischen letzte.

In Vergils berühmter prophetischer 4. Ekloge zeigt umgekehrt das Erscheinen der Jungfrau die bevorstehende Wiederkehr des Goldenen Zeitalters an: Schon ist das Ende der Zeit nach dem Lied von Cumae gekommen. Und großartig beginnen den Lauf ganz neue Geschlechter. Schon kehrt wieder Astraea, es kehrt Saturnus’ Regierung: Neue Geburten entsteigen nun bald dem erhabenen Himmel.Unmittelbar anschließend spricht Vergil von der Geburt eines Kindes, eines Heilsbringers, was die Zeitgenossen auf Augustus (aber auch auf andere möglicherweise gemeinte Personen) bezogen, Vergil unterstützte eine Deutung auf Augustus, indem er in der Aeneis bei der Unterweltsfahrt des Aeneas dessen Vater Anchises von der Rückkehr des Goldenen Zeitalters künden lässt, diesmal unter ausdrücklicher Bezugnahme auf Augustus. Im Christentum wurde Vergils 4. Ekloge auf die Geburt von Jesus gedeutet, wodurch wiederum Vergil eine Art vorweggenommener Heiliger wurde. Naheliegender Weise wurde die mythische Jungfrau der Prophetie mit der Jungfrau Maria identifiziert, erstmals durch Kaiser Konstantin in seiner „Rede an die Versammlung der Heiligen“.

Im England Elisabeths I. wird dieser Mythos, wie schon erwähnt,  erneut aufgegriffen. Die Königin wird selbst zu Astraea, die Gerechtigkeit und die Rückkehr zur ursprünglichen Religion verspricht (sie bzw. ihre Hofpoeten beziehen sich hier auf die anglikanische Kirche). Das Goldene Zeitalter erlangt eine neue Realität durch die Entdeckung und Besiedlung der Neuen Welt. Es ist nun nicht mehr lediglich ein Reich des Glaubens, sondern ein  weltumspannendes Imperium, das durch die Herrschaft einer gerechten, tugendhaften Königin vereint ist.

Posted by on August 21st, 2016 2 Comments