Heilpflanzen im August: Here Comes the Sun …

Apollon, solarer Archetyp und Heiler der Antike.Schwetzingen Apollontempel 2015

Apollon, solarer Archetyp und Heiler der Antike.
Schwetzingen Apollontempel 2015 ©beast666

Signaturen in der Pflanzenastrologie:

Alle Lebendige aber auch sonstiges Dingliches teilt sich mit. Pflanzen kommunizieren mit ihren Farben, ihrem Geruch oder Duft, in der Ausformung ihres Wurzelgeflechts, Anzahl, Form und Stellung von Blättern, Erscheinungsform und Symmetrie der Blüten, Eigenschaften ihrer Früchte, Samen oder Sporen, ihrer kompletten Erscheinungsform, ja sogar einer Art “Ausstrahlung”. Bei der Interpretation der Pflanzen muss man aber bedenken, dass sie sozusagen verkehrt herum leben: Ihr Kopf oder “Gehirn” steckt im Boden, ihre Fortpflanzungs- und Bewegungsorgane (z.B. Ranken) sind nach oben, dem Licht entgegengestreckt.

  • Hinweise für Signaturen finden sich auch darin, wie, wo und wann eine Pflanze wächst, blüht oder fruchtet  in welchen Gemeinschaften und unter welchen Randbedingungen.
  • Namen, besonders die ortsüblichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle. Auch Bezeichnungen aus dem Volksmund sind eine interessante Quelle, wobei man aber Heilwissen, Brauchtum und dummen Aberglauben manchmal nicht trennen kann.

Diese Erscheinungsbilder und Ausdrucksformen lassen sich in die Sprache astrologischer Archetypen übersetzen, sie bilden dann eine sogenannte Signatur.

In der klassischen Signaturenlehre werden meist nur die einseitigen Prinzipien der hermetischen Polarität herangezogen, ausserdem verwendet man nur die 7 Himmelskörper der Antike: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Ich ziehe aber die Trans-Saturnier durchaus mit heran, da es mittlerweile einige Erfahrung damit gibt. Bei allen hermetischen Korrespondenzen muss man immer bedenken, dass durch das symmetrische Achsenprinzip der Gegenpol immer mit zum Tragen kommt. In allen Dingen oder Wesen, welche die Erde oder der Kosmos hervorbringt ist zudem auch jedes archetypische Wirkprinzip vertreten, wenn auch nicht in gleichem Aussmass oder in allen Stadien oder Phasen ihrer Existenz. Manche Wirkungen z.B. bei Pflanzen sind nur auf einen Teil, wie Früchte oder Wurzeln beschränkt, manche muss man erst durch Zubereitung und Anwendung erschliessen. Zum Teil kann man eine Rückbeziehung durch die Funktion der Inhaltsstoffe für die Pflanze selbst herstellen.

Dazu kommt: Nicht alles was aus dem planetaren Entsprechungen stammt, ist dem Menschen dienlich – es ist in erster Linie für die Pflanze lebensnotwendig und prägt IHR Wesen. Wir nutzen nur den Anteil, der uns hilfreich ist.

Wie die Sonne auf die Erde wirkt, so wirkt das Herz auf den Leib” (Paracelsus). Für die antiken Ärzte und Iatromediziner  galt das Herz als das Sonnenorgan: Es bildete den Mittelpunkt im Mikrokosmos Mensch. Entsprechend der astrologischen Bedeutung der Sonne, dem zugeordneten Zeichen Löwe und dem 5.Haus des Zodiak, wird das Herz auch als “Organ des Selbst” oder der Lebensfreude bezeichnet. Es wird geschwächt, wenn die äußeren Rahmenbedingungen des Individuums nicht mit seiner inneren Wahrheit überlappen. Die Sonne gilt als Lebensspenderun, die mit ihrer Wärme alles Seiende durchflutet.  Im Menschen verkörpert sie sich daher in allen Zentrierungs- und Wärmeprozessen.

Sonnenpflanzen tonisieren den Organismus, vor allem wenn zusätzlich Kälte körperlicher oder seelischer Natur den Krankheitsprozess beherrscht. Mit ihrer wärmespendenden und lichten Natur erhellen und erwärmen die Heilmittel der Sonne die frierende und verdunkelte Seele (Johanniskraut, Engelwurz). Sie verbessern auch das Selbstwertgefühl (besonders mit Venusmitteln wie Rose) und helfen bei Melancholie sowie Angstzuständen. Mit der zodiakalen Stellung der Sonne ist untrennbar die Selbsterkenntnis verbunden. “Erkenne Dich selbst” stand auf den Toren Delphis geschrieben, der Orakelstätte des Sonnengottes Apollon. Für C.G.Jung (Sonne Löwe) war der solare Archteyp Ausdruck der höheren Form des Animus, wenn dieser von den negativen Elementen der primordialen Mars-Natur befreit wird. Auch der Nabel der Welt – der Omphalos, der als Ende der Axis mundi gedeutet wurde, befand sich im Tempelbezirk von Delphi. Allerdings – wie schon bei Jung angedeutet wird – auch der solare Heros hat seine Schatten: Daher war am Apollontempel auch zu lesen: “Und nicht im Übermass!” Das Geheimnis von solaren Pflanzen  liegt wohl auch darin – wie auch bei Merkurgewächsen in Rezepturen die Bestandteile zusammenzubinden, wobei die Sonne eher einen Fokus setzt, der Merkur hingegen vermittelt.

Heilsame und zauberische Gewächse der Sonne:

Heilpflanzen mit sonnenhafter Natur sind vor allem Bestandteile von tonisierenden (die Lebensgeister stärkenden) Lebenselixieren, z.B. das Allheilittel Theriak (Engelwurz), Aquavit (Johanniskraut, Rosmarin), Frenette (Esche), Melissengeist (Engelwurz, Koriander). Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die viele aromatische Gewürzpflanzen mit milder, erwärmender Schärfe oder angenehmer, belebender Bitterkeit, mit Harzen oder fetten Ölen der Sonne unterstehen. Sie besitzen oft eine glänzende, vor Austrocknung schützende Haut – Saturn im Wassermann ist dann der Gegenpol.

Besonders der mit leicht entflammbaren Ölen gesättigte Lorbeer spielte im Apollonkult eine Rolle. So bestand des Innere des Tempels aus Lorbeerholz und die Orakelpriesterinnen ruhten auf Lorbeerblättern.   Um ihre Sehergabe zu stärken, war Lorbeer ein Teil ihrer Diät, im Altgriechischen nannte man die Apollonpflanze “Mantikos“, das Hellsehkraut. Auch die Priester in den Heilzentren des Asklepios, einem Sohn des Apollon, benutzten die aromatische Pflanze (im Wein), um den Krankheitsgeist besser wahrzunehmen. Zur Stärkung der Seherkraft und gegen Krankheitsgeister wurde Lorbeer auch geräuchert.

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Lorbeer Köhlers Medizinalpflanzen
quelle:wiki

Aus den Lorbeerfrüchten lässt sich ein grünliches salbenähnliches Extrakt gewinnen, das ähnlich der Arnika-Tinktur als Einreibung bei Sportverletzungen verwendet wird. Auch Blutergüsse und Rheumaschmerzen wurden damit behandelt. Leider ist es wie bei Arnika, mit ebenfalls einer Sonnen/Uranus(Saturn) Signatur: Es kann eine Hautallergie auslösen. Wegen der schwarzen Früchte, der antiparasitären Wirkung und den weissen Blüten besteht wohl eine Nebensignatur Mond/Saturn, auch die traumfördernde Wirkung ist wohl eher dieser Natur geschuldet. Das Auge (auch das innere) galt in der Antike als Organ von Sonne und Mond.

Durch ihre leuchtend-gelben Blüten oder ihrer majestätischen Gestalt (Sonnenblume, Ringelblume, Johanniskraut, Alant) sind Sonnenpflanzen in der Natur leicht zu finden.

Die Korbblüter sind eindeutig Sonnenkinder, die ihre Blüten der Sonne zuwenden. Ihr Blütenkorb ist aus vielen einzelnen Blüten zusammensetzt, ist also keine Einzelblüte, sondern ein ein harmonisch organisierter Blütenstand (oft “goldener Schnitt)”, der uns erscheint wie ein Gesicht, das die Umgebung anschaut und sich dem Himmel entgegenstreckt. Es gibt sie in allen Grössen: Gänseblümchen, Kamille, Margariten, Sonnenhut und Ringelblume bis hin zur Sonnenblume oder der Inula helenium, die mehr als 2 m hoch wachsen können.

Gewürz-Tonikum, ähnlich Charteuse jaune oder Danziger Goldwasser:

  •  1 Tl Kardamom, Koriander und Sternanis,
  • 2 El Rosenblüten,
  • 1 Stange Zimt,
  • 5 Gewürznelken,
  • 2-3  Wacholderbeeren,
  • 1 Msp. Macis-Blüte
  • 1 El getrocknete oder kandierte Zitronen- und Pomeranzenschalen,
  • 0,7 l Weinbrand
  • 170 g braunem Krümerkandis
  • Alles in eine Weithalsflasche (1l) füllen.

Den Ansatz stellt man für sechs bis acht Wochen in die Sonne; täglich schütteln, anschließend über Kaffeefilter abziehen und in eine dekorative Flasche füllen.. wer es luxuriöser mag, kann  etwas Blattgold hinzufügen.

Sonnenkraft - sie steht im Zentrum des Lebens.

Sonnenkraft – sie steht im Zentrum des Lebens.

Heil- und Zauberpflanzen, mit denen wir die Sonne ins Haus holen können, sind z.B.

  • Adonisröschen
  • Alant (Merkur/Jupiter)
  • Angelikawurzel, (Merkur/Jupiter)
  • Arnikablüten (Uranus)
  • Bromelien (Uranus)
  • Dachwurz (Uranus, Mars/Venus)
  • Fichte
  • Gelbwurz (Curcuma)
  • Galgantwurzel
  • Große Pestwurz
  • Honig und Propolis
  • Immortelle
  • Ingwer (Uranus, Venus/Mars)
  • Johanniskraut,
  • Kalmus (Mond/Saturn)
  • Kamille (Mond/Saturn, Uranus)
  • Kardamom (Venus/Mars)
  • Koriander, (Venus/Mars, Merkur/Jupiter)
  • Lärche (Uranus)
  • Mistel (Uranus, Mond/Saturn)
  • Lorbeer (Mond/Saturn)
  • Pfingstrose (Jupiter, Merkur, Venus/Mars),
  • Weinraute (Jupiter/Merkur)
  • Ringelblume (Venus/Pluto)
  • Rosmarin (Merkur/Jupiter)
  • Safran (Venus/Pluto)
  • Scharbockskraut (Uranus)
  • Sonnenblume (Uranus)
  • Sonnenhut (Mars/Venus)
  • Sternanis (Jupiter/Merkur)
  • Wacholderbeere (Mond/Saturn, Uranus)
  • Weihrauch
  • Zeder
  • Zimt (Merkur/Jupiter)
  • Bernstein als Vertreter der Edelsteine, da es eigentlich ein Harz ist.
  • Gold aus dem Reich der Mineralien

Einige sonnenhafte Heil-und Zaubermittel habe ich bereits vorgestellt: Lorbeer, Ingwer, Honig etc.

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Angelica archangelica Köhlers Medizinal-Pflanzen.

Als typische Vertreterin gilt die feuchte Wiesen liebende Angelika (Angelica archangelica), die auch “Engelwurz” oder “Erzengelwurz” genannt wird, denn der Erzengel Raphael hat sie der Sage nach auf die Erde gebracht. Sie hat auch eine kräftige Merkur-Jupitersignatur (sehr stattlicher Doldenblüher, bis 2m hoch, mit hohlem Stängel) und eine Mond/Saturnsignatur (feuchter Standort, starker Wurzelstock, weisse Blüten. Sie blüht Ende Juli und August (Sonne), besonders am Rande von Sumpfgebieten (Mond). Ihre vielfältigen Inhaltstoffe werden vor allem in Klosterlikören und Magenbittern eingesetzt.

Ich sehe hier nicht so sehr eine blosse Sonnensignatur, ausser in den erwärmenden Bitterstoffen und der Hauptblütezeit im Hochsommer, alle anderen Wirkungen sind auch schon in der Merkur/Jupiter (Verdauungsenzyme, Leber und Galle, stärkt die Zuversicht und die Nerven – wie Baldrian oder Borretsch) oder der Mond/Saturn (krampflösend, magenstärkend, angstlösend, wurmtreibend – wie Baldrian) Signatur enthalten. Klassisch untersteht Engelwurz nur der Sonne – ich finde, das ist zu wenig ausdifferenziert. Insgesamt zählt sie, wie der Begriff  “Theriak” schon zeigt zu einem der alten “Panacea”-Heilmittel, wie sie auch bei Paracelsus erwähnt werden. Dazu gehören auch Schafgarbe, Ringelblume, Brennessel und Johanniskraut.

Die Wirkstoffe des Engelwurz helfen beim „Burn-out Syndrom“ und Stressbelastung.

Engelwurz ist ein ideales Tonikum: Sie fördert die Vitaliät und  hilft Erschöpften wieder auf die Beine. Also ein klassisches Mittel bei Überbelastung. Um verlorene Energie zurück zu gewinnen, wird gerne ein Engelwurz-Wein empfohlen. Besonders der Wurzelstock, aber auch Samen besitzen eine starke Heilkraft.

Vorsicht, Engelwurz ist leicht mit dem giftigen Wasserschierling oder sogar dem kontaktallergenen Riesenbärenklauzu verwechseln, daher als Pflanzendroge in der Apotheke kaufen, nicht selbst sammeln.

Darüber hinaus heilt und wirkt Engelwurz noch bei folgenden Gesundheitsproblemen:

  • Sie fördert die Bildung von Verdauungsenzymen.
  • Engelwurz wirkt krampflösend im Bauch und Unterleib (Mensiskrämpfe).
  • Der Gallenfluss wird angeregt, das wiederum wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus
  • Engelwurz ist ein Stimmungsaufheller: Einige Tage lang täglich zwei grosse Tassen Engelwurztee mindern Ängste und stärken das Selbstvertrauen.
  • In der Duftlampe beruhigt Engelwurzöl  die Nerven.

Die Inhaltsstoffe des Engelwurz

  • Sehr viele wertvolle Bitterstoffe für den Verdauungsapparat
  • Die ätherischen Öle Furokumarine und Angelicin
  • Wichtige sekundäre Pflanzenstoffe (Farbstoffe).

Engelwurztee

  • Ein Teelöffel zerkleinerte Engelwurz-Wurzel auf eine Tasse Wasser.

Die zerkleinerten Wurzeln in kaltes Wasser geben, kurz aufkochen lassen, etwa zehn Minuten ziehen lassen. Lauwarm eine halbe Stunde vor dem Essen trinken. Hilft bei Verdauungsbeschwerden,  besonders Blähungen.

Engelwurzwein

  • 60 g feingeschnitten Engelwurzwurzel,
  • 2g Anissamen,
  • 1 Liter tockener Weisswein.
  • 1  Weithalsflasche, 1l

Die Wurzeln mit dem Wein ansetzen. Nach zwei Tagen den Anissamen hinzufügen und wieder zwei Tage stehen lassen. Dann abseihen. Jeden zweiten Tag ein Esslöffel hilft gut gegen Verdauungsbeschwerden.

Kandierte Angelica

Angelica-Stängel kann man prima kandieren, die grünen Stückchen auf Petit Fours – ja das ist meistens Engelwurz. Auch für Drinks und Garnitur von Desserts eignet sich die selbstgemachte Leckerei. Man sammelt die Stängel der Echten Engelwurz oder der Wald-Engelwurz, bevor sie Blütenstände bilden!  Da sind sie saftig und noch nicht verholzt. Ideale Zeitpunkte: Frühsommer, Frühherbst (Jungpflanze). Wer Angst vor Verwechslung hat – man kan sie auch im Garten kultivieren – braucht viel Wasser! Oder kauft sie auf dem Wochenmarkt.

  • 750g Angelica-Stängel
  • 1 kg Roh-Rohrzucker
  • 750 ml Wasser

Zubereitung

  1. Stängel in etwa 10 cm lange Stücke unterteilen, in kochendem Wasser 2 Minuten blanchieren.
  2. Über ein Sieb abgießen und sogleich mit kaltem Wasser abschrecken. Abtropfen lassen.
  3. Inzwischen in einem Marmeladentopf 1 kg Rohr-Zucker mit 750 ml Wasser 10 Minuten köcheln lassen.
  4. Engelwurz dazugeben, 3 Minuten köcheln. Anschließend zugedeckt abkühlen und über Nacht stehen lassen.
  5. Engelwurzstücke  mit einem Sieb herausfischen.
  6. Sud 10 Minuten ohne Deckel leicht eindicken, damit das Aroma intensiver wird.
  7. Stängel zurück in den Sud geben, 3 Minuten ziehen lassen.
  8. Anschließend zugedeckt auskühlen und über Nacht stehen lassen.
  9. Durch ein Sieb abschütten, dabei den Sirup in einer Flasche auffangen.
  10. Im Kühlschrank hält er sich ca. 2 Wochen und kann als Limonadengrundlage oder Aromazutat  im Tee verwendet werden.
  11.  Stängel gut abtropfen lassen, dann auf Backpapier locker ausbreiten und 2 Tage trocknen lassen, bis sie nicht mehr kleben.
  12. Alternativ: In groben Zucker wälzen und offen 1 Woche nachtrocknen.

Aufbewahrung: In Schraubgläser verschließen und dunkel aufbewahren, wenn sie trocken sind.

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Samenstand der Engelwurz – Schopflocher Moor 2016.

Das Sonnengold (Helichrysum) der Immortelle kennen viele als mediterranes Küchengewürz oder Strohblume zum Basteln haltbarer Trockengestecke.  Sie behält ihre schöne gelbe Blütenfarbe nach dem Trocknen und heisst deswegen im Volksmund  “Unsterbliche”. Das aus ihr gewonnene Öl entspannt und vermittelt Wärme, gerade bei Menschen, die innerlich wie erstarrt sind oder unter menschlicher Kälte leiden, kann sie die innere Anspannung auflösen, die innere Mitte stärken und emotionalen Frieden geben.  Ein Meditations- und Zentrierduft, der Ängste auflöst und so hilft, die eigenen Schwächen anzunehmen. Äusserlich bei Prellungen und Hautverletzungen, wie Ringelblume. Auch die Immortelle hat noch Neben-Signaturen: Merkur (lavendelartige Blätter, kleine Einzelblüten in Büscheln) und Neptun/Jupiter (holziger Halbstrauch, beruhigende, meditative Inhaltsstoffe). Immortelle sagt es schon: Saturn/Mond ist auch vertreten – das vieleseitige Helichrysum (bei uns auch Currykraut) gehört auch zu den Panacea.

  • Wundreinigung (Mond,Saturn)
  • Linderung von Husten, Bronchitis (Merkur)
  • Beschwerden des Lymphflusses (Mond)
  • leichte Depressionen (Sonne)
  • nervöse Unruhezustände (Neptun, Merkur)
  • Hautprobleme (Ekzeme) (Mond/Saturn)
  • Prellungen (Sonne/Uranus) – wie Arnika, Ringelblume

Als Küchenkraut wird es im Mittelmeerraum, aber auch bei uns zunehmend verwendet: Nudeln, Reis- und Fleischgerichten gibt es eine curry-ähnliche Note. Ich finde, es schmeckt eher wie Liebstöckel, nur nicht so penetrant nach “Maggi”. Im Garten lässt es sich leicht ziehen, es braucht ähnliche Bedingungen wie Lavendel oder Rosmarin. Imortellenzweige wirken in Kleiderschränken gegen Motten.

Die Sonnenpflanze schlechthin: Hypericum, das Johanniskraut.  Für Paracelsus war es ein Universalheilmittel mit höchster Wirkkraft, da es uns über die inneren Bilder hinweg hebt und einen sonnigen Weg aus dunklen Zeiten aufzeigt. Es ist das Sonnenstudio für die Seele, dank seiner antidepressiven Eigenschaften. Ich habe diese Pflanze schon ausführlich beschrieben.

Die wichtigsten Harze der Sonnenpflanzen  liefert wohl Boswellia, die Weihrauchpflanze, aber auch heimisches Fichtenharz ist nicht zu verachten – als Tinktur wirken sie antiseptisch, man kann sie auch wie Kaugummi kauen und innerlich verwenden, gegen Geschwürleiden und Entzündungen. Und natürlich als Aromatherapie und unterstützend bei der Meditation – die klassische Verwendung ist immer noch als Räuchermittel. Daneben liefern auch noch Myrrhe, Dammar, Mastix und Gummi Arabicum als Sonnenpflanzen heilkräftige Harze. Im Altertum wurden sie mit Gold (Metall der Sonne) aufgewogen.

Herbstsonne ©scrano 2015

Theriak ©scrano 2015

 

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des  6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter Mondaspekt -> Ursache, nächster Mondaspekt -> Heilungschancen und Dauer.

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

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This entry was posted on Donnerstag, August 18th, 2016 at 06:08 and is filed under Astronomie, Freimaurer Ecke, Galerie, Geschichte, Jupiter, Merkur, Philosophie, Physik, Sonne, Zeitgeist. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

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