Archive for September 3rd, 2016

 

Pflanzzeit für Stauden: Mehr Bienenweiden statt “Plastik”-Exoten!

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Honigdistel mit Bienen.
Eine dekorative Pflanze für den Staudengarten.

Auch aufgrund der alarmierenden Nachrichten über das Bienensterben haben wir uns bei der Gartengestaltung bereits hin und wieder damit beschäftigt, wie man sein grünes Refugium auch für Bienen, Hummeln und andere Insekten gestalten kann. Honigbienen und Wildbienen leiden durch die Klimaverschiebung an Nahrungsmangel, besonders im Spätsommer und Herbst. Von den Wildbienen sind Hummelarten genauso stark betroffen, da sie wie die fleissige Maja ihre Brut mit Pollen als Eiweissträger füttern. Hornissen und Wespen tun dies mit erbeuteten (Schad-)Insekten.

Auch der Hang vieler Gärtner zu den zugegebenermassen prächtiger aussehenden gefüllten Blüten der Zuchtformen von Sträuchern und Stauden sorgt für eine Futter-Verknappung. Ungefüllte Varianten haben oft einen ganz eigenen Reiz und mit der Anzahl der Blütenblätter gehen die Duftorgane der Blüten zurück.

Welche Bienenweidepflanzen kann man empfehlen?

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Obsthaine – hier Birnen: Ohne Bienen keine Frucht! 

Insbesondere unter dem Aspekt der jahreszeitlich unterschiedlichen Versorgung mit Nektar und Pollen und daraus resultierendem Mangel im Frühjahr und späteren Sommer würde ich bei der Auswahl von Bienenweidepflanzen den Schwerpunkt auf Früh- und Spätblüher legen. Im Frühjahr sind hier Krokus und alle Weidenarten zu nennen. Im Sommer übt ein Kräuterbeet mit den gängigen Küchenkräutern wie Thymian, Ysop, Bohnenkraut, Oregano, Lavendel, Minzen, Salbei und natürlich der wunderschön himmelblaue Borretsch eine magnetische Anziehungskraft auf Insekten aus. Als Unterwuchs für Ziergehölze sind Goldtaubnessel und die zierliche, rosablühende Bergminze geeignet. Beide Pflanzenarten liefern ausserdem einen Heiltee.

Borretsch zeigt das ganze Jahr über seine leckeren Blüten. Die jungen Blätter passen zu Gurken.

Borretsch zeigt das ganze Jahr über seine leckeren Blüten.
Die jungen Blätter passen zu Gurken. Der Nektar soll Mut geben.
Eine Jupiter-Merkur Pflanze.

Wer sich einen  Eye-Catcher für seinen Garten wünscht und die Mühe nicht scheut, legt das Beet als Kräuterspirale an. Später blühen dann Efeu, Sonnenblume, Fetthenne (Sedum-Arten), Schneebeere und Herbstastern, auch die Herbstanemone wird gerne besucht, gleich zusammen mit Goldruten pflanzen.  Heidekraut gibt es als Schnee- und Sommerheide, beide sind exzellente Bienenweiden, pflegeleicht und blühen zur rechten Zeit. Hier auch auf ungefülte Blüten achten.  Hilfreich sind auch die einjährigen Sommerblumen wie Ringelblume, Kapuzinerkresse, Tagetes und Zinnien.

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Hummel auf Centaurea cyanus:
Kornblumenarten sind beliebt.
Quelle: wikimedia.

Auch der Gemüsegarten hat etwas zu boieten: Die gelben Blüten unserer Hokkaido-Kürbispflanzen sind eine regelrechte Bienentankstelle.

Tropische Zierpflanzen, die bis den Herbst blühen: Prunkwinde, Schwarzäugige Susanne, Oleander, Zitrus.

Am Feldrain sind alle Distelarten gefragt, z.B.  die Honigdistel, oder die ähnlich aussehende wilde Karde, eine Skaibiosenart,  ebenso die Flockenblumen, zu denen auch die Kornblume gehört. Asternartige Wildblumen wie Habichtskraut und Pippau oder Rainfarn gehören auch zu den Bienenpflanzen. Dazu noch Johanniskraut, Acker- und Zaunwinde, sowie die lichtblauen Blütensterne der Wegwarte.

Also mal dran denken: Auskunft bekommt man auch bei den Seiten von Imkerei-Betrieben im Internet und beim Bienenzüchterverband.

Purpurne Kornblume

Es muss nicht immer Blau sein: Purpurne Kornblume

Wir haben vor allem in Sonnenblumenfeldern viele der günstigen Wildpflanzen gefunden. Ein solches Flurstück war offenbar neben Heliantus-Arten gezielt mit Bienenweiden, vor allem Borretsch, Flocken- und Ringelblumen bepflanzt worden. Sehr einfach, da sie leicht und viel aussamen. Eine Möglichkeit, auch das giftige Jakobsgreiskraut und andere bedenkliche Greiskräuter  aus den Brachflächen zu verdrängen und den Imkern und uns Honigfreunden eine Freude zu machen. Also: Samentütchen her und fleissig ausgestreut, im Garten und auf freier Wildbahn.

Ein Vorbild war für uns hier die Bretagne: Jede Brachfläche war mit Wildblumen übersät, die wohl gezielt ausgesät wurden.

Biene nascht auf kleinköpfiger Sonnenblume.

Biene nascht auf Greiskraut-Art.

Zum Thema giftige Greiskräuter:

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Hummeln lieben den Grossen Alant – eine Zier- und Heilpflanze.

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Biene mit Pollenpäckchen auf Asternblüte. Pollen sind die wesentliche Proteinquelle der Biene.

Auch Winden wie die Prunkwinde, Blaue Mauritius und die einheimische Acker- bzw. Zaunwinde werden gern von Nektarsuchern angenommen. Im Herbst sind noch Sedumarten und Astern geeignete Blumen bzw. Stauden. Viele Bienen und Wildbienen finden sich auch auf der schon erwähnten Goldrute und dem spätblühenden Eisenhut, sowie der Herbstaster und Feinstrahlaster (Erigeron, ein Berufkraut).

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Fotos (1-3, 5-8) ©beast666 2013-16

“Hummel auf centaurea” (By Brunswyk (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons)

 

Posted by on September 3rd, 2016 Kommentare deaktiviert