Archive for September 30th, 2016

 

Credo der postmodernen Gesellschaft: “Trends statt Werte”

Jedes Leben: Ein eigener einzigartiger Kosmos.

Jedes Leben: Einzigartig im Universum.

Ein Menschenleben, verschwendet für die Gier und Hybris einiger Weniger, verblendet durch den fadenscheinigen Glanz des Konsumwahns.

Wir werden in relativer Sicherheit geboren und wachsen einigermassen behütet auf, wenn die Eltern nicht gerade selbst Probleme haben, wie Arbeitslosigkeit oder Sucht. Schon in der Schule wird uns im Religionsunterricht erklärt, dass wir das höchstentwickelte Wesen auf unserer Erde sind und  deshalb über der restlichen Schöpfung stünden. Wir lernen auch, dass der technische Fortschritt die Welt in allen Bereichen dominiert.  Alles ist wohl heute mit dem Einsatz der Technik machbar, lautet der moderne Glaubenssatz. Wir träumen davon, das Wetter zu beeinflussen, Vulkanausbrüche vorherzusagen, vor Tornados und Tsunamis rechtzeitig zu warnen. Wir haben mit unserer Technik scheinbar alles im Griff.  Ein stetiges Wachstum in allen Belangen ist ein MUSS. An diesem Selbstverherrlichungs-Dogma darf nicht gerüttelt werden. Wir sollen fleissig konsumieren und kaputte Sachen müssen entsorgt werden. “Ending is better than mending …. wer kennt den Slogan nicht aus “Brave New World”. Reparaturen lohnen sich nicht mehr, selbst bei einfach zu behebenden Fehlern. Die Abfallhalden werden immer größer. Lebensmittel, deren Ablaufdatum erreicht wurde, die aber dennoch genießbar sind, müssen in unserer Überflussgesellschaft ebenfalls entsorgt werden. Oder Agrar-Überproduktionen, die den Preis drücken.

Versorgt mit all den Produkten der letzten IFA,  ist man dann angesagt, das appelliert an die Eitelkeit. Mit den neuen Geräten spart man ja auch Energie, das beruhigt das grüne Gewissen. Reicht der Einzelverdienst nicht aus, die eigene Familie mit allem Schnickschnack zu versorgen, der zum Status gehört, muss eben der Ehepartner mitarbeiten. Elektronische Babysitter, TV und PC, oder günstigenfalls die Oma werden es schon richten. Die Grosseltern chillen aber lieber auf Mallorca, als die verwöhnten Blagen ihres Nachwuchses zu betreuen. Wir haben kaum noch Zeit für unsere Familien und Freunde. Wie in Trance durchleben wir unsere Tage, den Verstand vernebelt von all den Zerstreuungen und Notwendigkeiten eines nicht selbstbestimmten Alltags.  Im Alter kommt dann der große Frust, wenn man erstaunt aufwacht und feststellt:  Was habe ich eigentlich mit meinem Leben angefangen? Diese Frage stellt sich früher oder später wohl jeder Mensch. Vielleicht fängt man zu überlegen an:

  • Was ist der Sinn des Daseins?
  • Was habe ich im Leben erreicht ?
  • Welche Chancen habe ich vertan ?
  • Was war mir früher immer wichtig?
  • Wie hätte ich mich in der Gesellschaft engagieren sollen ?
  • Was habe ich bewirkt ?

Sicher, solche Gedanken drängen sich uns typischerweise zum ersten Mal in der Midlife-Krise auf, oder später wieder im reiferen Alter. Doch wie sind wir darauf vorbereitet worden, von unserer Religion, unseren Eltern , der Schule, der Gesellschaft?  Die alte Maxime: “Einen Baum pflanzen, einen Sohn zeugen und ein Haus bauen”, mutet eher patriarchalisch verstaubt an, und ist von “.. mein Haus, mein Auto, mein Boot …” verdrängt worden. Wobei das Pflanzen eines Baumes mittlerweile noch der sinnvollste Teil solcher Aufzählungen ist. Die Kinderfrage ist eher kompliziert geworden, obwohl es nun nicht mehr der Stammhalter sein muss. Häusle bauen ist wohl mehr was für Schwaben, mit Hypotheken für drei Generationen, und bei unverschämten Grundstückspreisen. Wenn Menschen dann ein gewisses Alter erreicht haben, wird ihnen schmerzlich bewusst, dass sie nicht das ewige Leben gepachtet haben. Die ersten Zipperlein machen sich bemerkbar, und lassen sich nicht wegleugnen. Jetzt soll noch in der verbleibenden Zeit das nachgeholt werden, was in 50 Jahren versäumt wurde. Was ja meist nicht mehr möglich ist, und deshalb zum sogenannten Rentner-Frust führt. Zudem ist unsere Gesellschaft mit ihrem “Ewige Jugend” Kult auch nicht in der Lage Ressourcen zu nutzen, die auf dem Erfahrungsschatz und Wissen älterer Mitbürger beruhen. Heute ist man zumindest äusserlich um Alterslosigkeit bemüht, das verhindert aber den menschlichen Reifungsprozess. Es wird ein Leben voller Trends, die andere setzen, und ohne echte Individualität. Das Kleid wird häufiger gewechselt, aber darunter kommt nicht wie bei der Schmetterlingspuppe ein neues Wesen hervor, sondern nur eine plappernde Schaufensterpuppe. Weshalb sind wohl Zombie-Filme so populär geworden? Sie spiegeln die zunehmende Angst vor Seelenlosigkeit und Sinnentleerung wieder, wie sie der Einzelne immer mehr verspürt.

Bei Naturvölkern liegen die Dinge noch anders. Da muss ein junger Mensch Prüfungen bestehen, um in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen zu werden. Da geht es darum, mit der Mitwelt auszukommen, auf die Natur zu vertrauen, und seinen eigenen Status in einer Gemeinschaft zu definieren.  Als vollkommen natürlich begriffene Lebensstadien werden von Ritualen begleitet, die solche Transformationsprozesse besser erfahrbar und auch erträglicher machen. Gerade alte Leute haben in diesen Kulturen noch ihre Daseinsberechtigung und sind vollwertige, geschätzte Mitglieder der Gemeinschaft. Werte und Richtlinien sind von sinnvollen Inhalten bestimmt, die sich an der Lebensrealität messen lassen.

Auch bei uns könnten schon im Kindesalter solche ethischen Grundwerte vermittelt würden, wie fairer Umgang mit dem Mitmenschen und der Natur. Und nicht nur als blosses Wortgeklingel.  Aber dazu gehört aber zuallererst die Herausbildung eines echten individuellen Charakters.  Realistische Selbsteinschätzung und Selbstwertgefühl ohne die Notwendigkeit zur Selbstdarstellung, bedeutet eigene Standpunkte zu den Dingen des täglichen Geschehens zu entwickeln. Vor allem aber eine gesunde Skepsis vor den Manipulationen und Täuschungen anderer.Wenn man sich nicht mehr einlullen lässt von den Werbetrommlern, fällt man weder dem Konsumterror noch Heilspredigern mit zweifelhaften Absichten zum Opfer. Auch Gruppendruck, der Mörder von Zivilcourage und ethischem Verhalten, hat dann wenig Chancen Unheil anzurichten. Unsinnige Trends, mit denen sich leicht Geld scheffeln lässt, sind dann aber nicht mehr so leicht unter das Volk zu bringen. Dies wäre natürlich der Tod unseres Wirtschaftssystems, das gerade von all diesen negativen Einflüssen und dem Rausch der Vielzahl an Ablenkungen lebt. Wobei man uns soviel an Annehmlichkeiten  zugesteht, dass wir nicht murren, aber ein deutlicher Abstand zu denen bleibt, die sich als herrschende Elite selbst definiert haben. Denn das schafft natürlich wieder Begehrlichkeiten und kurbelt den Konsum weiter an. Ausserdem fördert es den Bestand an stromlinienförmigen Ja-Sagern.  Das wussten schon die alten Zyniker, wie Diogenes, der um der Freiheit des Denkens willen lieber in einer Amphore am Strand lebte. Aber gewiss ist es nicht einfach einer Gesellschaft, die “Gier ist gut” und “Geiz ist Geil” auf ihren Fahnen stehen hat die Abkehr von Egoismus, von Macht- und Besitzstreben zu predigen. Denn es ist in erster Linie eine NEID-Gesellschaft. Dazu trägt auch bei, dass sich die selbsternannten Eliten immer gerne sehr weit vom Geschehen fern halten, wenn es zum Beispiel um Quartiere für Flüchtlinge oder ähnlich unangenehme Dinge geht. Die halst man dann völlig unvorbereiteten Gemeinden auf und Bürgerproteste landen dann schnell im rassistischen Lager, auch durch eine entsprechend manipulierte Presse (wer hat’s bezahlt …?).  Da kann man sich dann entspannt zurücklehnen und zusehen, wie die Normalbevölkerung “da unten” mit weiterer Alltagsproblematik belastet wird. Wenigstens kann das Wahlvieh, äh der Bürger bei so viel Stress nicht darüber nachdenken, ob es nicht besser wäre sich von solchen parasitären  Existenzen zu befreien, wie sie immer mehr in den Regierungs-und Wirtschaftskadern zu finden sind. Diese haben sich nämlich längst  verschworen, uns, die Bürger , aus allen Entscheidungsprozessen draussen zu halten, bei denen es um einseitige Wirtschaftsinteressen geht. Das letzte unrühmliche Beispiel, das unsägliche EU/US-Freihandelsabkommen spricht wohl Bände. Allerdings – der Schuss kann auch nach hinten losgehen – warum denken Sie dass die sogenannte Protestpartei AfD*** so erfolgreich ist?  Nicht einmal interner Parteizank  konnte sie bremsen, da sie wohl hauptsächlich als Regierungs-ABWAHL-Partei fungieren.  So “alternativlos” wie unsere Bundesmutti sich immer fühlt, ist sie jetzt wohl nicht mehr … auch wenn es keine glückliche Wahl ist, zurück zu mehr Nationalismus und Wirtschaftsliberalismus zu wollen. Wir bräuchten stattdessen mehr globale Solidarität von kleinräumigeren Gebieten. Das würde auch die Dezentralisierung von Macht fördern, lokalen Gegebenheiten gerechter werden und Ressourcen schonen. Lobbyisten hätten es dann auch schwerer. Aber viele würden jetzt wohl bei Luzifer persönlich ihr Kreuz machen, nur um Frau Staatsratsvoritzende loszuwerden.

Zum Schluss noch ein Vorschlag.

Wir füttern nur allzu gerne die, welche uns dann veräppeln. Dabei haben wir, die sogenannten Konsumenten (“WIR sind der Markt!“), den Schlüssel zu einem Paradigmenwechsel in unserer Hand. Nicht nur hier in Europa, sogar global. Wenn wir plötzlich unsere Autos nicht 5 Jahre, sondern 15 Jahre fahren würden, wenn wir nicht das neueste elektronische Gadget erwerben, wenn wir unnötigem Luxus entsagen und nur noch das kaufen, was wir wirklich brauchen, wären wir schon einen grossen Schritt weitergekommen. In unserem deutschen Lande , wie in vielen einstigen Produktions-Hochburgen in Europa, wird immer weniger hergestellt. Also Arbeitsplätze werden wir hier damit nicht gefährden, höchstens den “Share Holder Value” der Gross-Konzerne, die mit ihrem Globalisierungswahn uns um dieselben gebracht haben. In deren Firmen, teilweise am Hintern dieser Welt, jetzt Kindersklaven schuften. Vielleicht gibt es Umdenken nur durch Abstimmung mit den Füssen. Protestiert damit gegen eine entsolidarisierte Gesellschaft, wo man nur als Konsument was gilt! Oder gegen eine verfehlte Politik unreflektierter Zuwanderung, bei der es nur darum geht über die Kopfzahl einen gewissen Druck aufrecht zu erhalten, sei es am Arbeitsmarkt oder bei der Mietpreisgestaltung. Damit eine kleine Gruppe kräftig absahnen kann. Oder dagegen, dass wir Europäer die Prellböcke und das Auffangbecken für die Vertriebenen aus Konflikten sein sollen, die  unsere “Freunde” aus den USA eingefädelt haben, um in den Krisengebieten die Ressourcen ungestört auszubeuten. So wie Immobilienhaie Mieter aus Luxussanierobjekten vertreiben lassen.  Solidarität gegen Ausbeutung – wie wäre das mal zur Abwechslung? Hilfe für die Menschen in den Gebieten mit der höchsten Fluchtrate, wobei wir unseren transatlantischen Bruder kräftig mit zur Kasse bitten? Es gilt doch eigentlich das Verursacherprinzip! Und beerdigen wir CETA/TTIP oder wie auch immer die Konzernverschwörungsprogramme gegen uns Bürger heissen mögen.

Hier können wir den Hebel ansetzen: Eigentlich einfach – überlegen wir,  statt uns gegenseitig zu zerfleischen, ob wir mit der Negierung vieler dieser angepriesenen Glücklichmacher wirklich so viel verlieren !  Öfters mal NEIN zu all den Marktschreiern zu sagen, ist wirklich sehr befreiend.  Darin sind sich sogar viele Religionen einig: Das Christentum predigt Verzicht, der Buddhismus sieht im Begehren die Ursache von Leid. Die Verlierer einer solchen Abwäge-Strategie sind die Gruppen, die ihre Macht gegenüber anderen ausnutzen, die Menschen als “Human Resources” und als Konsumvieh ansehen, die Natur ausplündern und dabei immer reicher werden. Der Motor des Globalisierungs-Molochs kann trockengelegt werden: Schon Gandhi wusste um die Wirkung des Konsumverzichts. Letztlich erstritt er die Unabhängigkeit Indiens durch den Aufruf zum Verzicht importierter britischer Waren, vor allem BILLIGER Textilien.

Schaffen wir also eine “win-win Situation, bei der auch die Erde gewinnen kann: Wie haben nur die EINE. Stoppen wir diese Wachstums-Eskalationsspirale endlich ! Vielleicht können wir befreit von unnötigem Ballast, und mit der Fähigkeit zum Innehalten und Nachdenken, auch wieder erkennen was wichtig ist. Dann wirken die eingangs gestellten Fragen auch nicht mehr so bedrohlich. Wir haben nämlich eine Antwort.

 Exkurs:

****Nein, AFD-Wähler sind wohl keine Nazis – für viele ist es wie gesagt, eine Art Verzweiflungsakt, hier ihr Kreuz zu machen. Angela endlich abwählen – das ist eher ihr Credo. Nur ein Tipp – wenn man eine echte Alternative sein will, dann bitte meine Argumentationen beachten – Neoliberalismus wird uns nicht helfen. Aber natürlich dürfen wir uns wehren, wenn man uns mit Heerscharen ungewollter Zuwanderer mit einem anachronistischen und auch gewalttätigen Weltverständnis überflutet. Vor allem, wenn dies auch noch vollständig chaotisch und ohne Rücksicht auf soziale Verhältnisse oder Gefährdungspotentiale der eigenen Bevölkerung geschieht.  Denn diese stellt Eure Schutzbefohlenen mit erster Priorität, auf deren Verfassung habt Ihr einmal einen Eid abgelegt, liebe Politiker.

Das Problem mit Gruppierungen wie der AfD sind rechte Trittbrettfahrer, die Antisemitismus und anderes unerfreuliches Gedankengut in eigentlich eher konservative Parteien tragen. Antisemitismus ist aber auch ein Problem der Linken und der Grünen – sie tarnen dies lediglich als politischen Antizionismus.  “Pot calling the kettle black” ist wohl da die Devise. Und von den Linken ist ausser BRAUNEN Torten und unterirdisch gebildeten bis grenzdebilen AntFa wohl nichts Sinnvolles mehr zu erwarten. RIP. Bürgernähe sieht anders aus. Über die Gedankengänge meiner einstigen Präferenz-Partei, den Grünen nachzusinnieren, halte ich mittlerweile für Zeitverschwendung – da trifft man auf ein Vernunftsvakuum. Nicht zuletzt sind die von ihnen gepäppelten Dumpf-Moslems  (Kinderehen, Burka ist ein Zeichen von Religionsfreiheit …??)  die glühendsten Antisemiten. Gebildete Moslems sind mit dem Gedankengut der Aufklärung durchaus vertraut – nur sie sind leider eher in der Minderzahl, und schütteln über solche “grünen” Aussprüche den Kopf.

Eins noch: Eine Groko oder eine Mehrparteienregierung ohne echte Opposition  ist kein Weg einer echten Demokratie. So was gab es in der DDR, da hiess das Gebilde SED, wobei die Betonung nicht auf sozialistisch, sondern auf EINHEITSPARTEI lag. Direkte Demokratie, wie in der Schweiz wäre schlussendlich die Konsequenz aus dem fortdauernden Politikerversagen.

 

 

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