Archive for Oktober 14th, 2016

 

Heilpflanzenwelt im Oktober: Signatur der Venus

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Rosenblütenblätter und Goldener Schnitt – typisch Venus
Passion Dance ©scrano 2013

Die Venus ist der hellste Stern am Himmel und hat eine Umlaufzeit um die Sonne von 225 Tagen. Sie ist das Symbol der Körperlichkeit, der Ausgleichung und das erotische weibliche Prinzip.

Venus finden wir in unserem Sinn für Ästhetik, Schönheit und Balance und sie trägt dazu bei, dass wir geniessen können, unsere Sinnlichkeit entdecken. Sie hält den Spiegel, nicht aus Eitelkeit, sondern um uns das Du erleben zu lassen: So sehen Dich die Andern!  Venus ermöglicht uns, Beziehungen zu Mitmenschen aufzubauen, uns zu sozialisieren, zuerst mit dem Partner, dann in einer Gemeinschaft. Sie ist aber auch die sanftere Seite des Marsischen Begehrens, sie lockt und verführt. Und sie kann auch gefühllos erscheinen und materialistisch. Wer Romantik will, muss sich nach der Mondin umschauen – sie ist die Seelenvolle, Venus herrscht auch über den Ehevetrag (Stier)  und kennt Paragraphen und Gerichtsaal (Waage). Ihre Elemente sind Erde und Luft – ohne Wasser sind sie unfruchtbar, ohne Feuer kalt.

Pflanzen, welche hauptsächlich eine Venussignatur tragen, haben üppige Blüten- oder Fruchtbildung, süßen oder milden Geschmack und man findet sie in sanften, fruchtbaren und harmonischen Landschaften. Von eleganter und einladender Gesamtwirkung, regelmäßig gezahnte Blätter (Nierenform, Herzform), saftige Blätter, Blattrosetten, üppige Blütenausbildung, Blütenfarbe von weiß-rosa bis rosenrot, samtig oft mit sinnlich betörendem Duft. Kennzeichnend ist auch die 5-zählige Blüte.

Nelkenwurz - ein Rosengewächs. Jakob Sturm 1796.

Nelkenwurz – ein Rosengewächs. Jakob Sturm 1796.

Ihr Gegenpol sind Mars, wie man besonders leicht in der Rose, aber auch der Brennessel erkennt, und Pluto, der eher subtil daherkommt, wie in den Minzen oder Solanaceen. Während der Widderherrscher oft schon mit Stacheln oder reizenden Scharfsubstanzen auf sich aufmersam macht, liegt Plutos Macht eher in Giften.

  • Alpenveilchen (Pluto, Mond/Saturn)
  • Alraune (Pluto, Mond/Saturn)
  • Anemone – Windröschen  (Mars, Merkur/Jupiter) Der Saft der Pflanze ist ätzend und verursacht Rötungen und Blasen auf der Haut. Die Blätter wurden früher aufgelegt, um Haarausfall und Krätze zu heilen. In der Homöopathie wird Windröschen vereinzelt bei Frauenleiden als auch bei Gelenkrheumatismus und Magenleiden verwendet.
  • Bärentraube (Mars, Saturn/Mond), gegen akute Nieren und Blasenleiden
  • Tollkirsche (Atropa belladonna)  (Pluto, Mond/Saturn), als Schönheitsmittel äusserlich verwendet, als Rauschdroge wirkt sie plutonisch – auch ein atropopäischer Zauber und reichlich giftig. Vorsicht, die schwarzen Beeren schmecken süsslich, daher Kinder vor dem Verzehr warnen.
  • Bergminze (Pluto, Merkur/Neptun), sie wirkt ausgleichend und mild erfrischend, auch andere Minzen haben diese Signatur – sie sind auch Kräuter der Hekate.
  • Birke (Mond/Saturn, Mars), herzförmige Blätter weisen auf Venus, der Marsanteil zeigt sich in den vielen allergenen Pollen der männlichen Pflanze (zweihäusig), und dem belebenden Elixir aus dem Birkensaft, Mond/Saturn in der schwarz-weissen Rinde.
  • Blutweiderich (Merkur/Neptun)
  • Brennessel (Mars),
  • Buche und Maronenbaum (Mars, Merkur/Jupiter)
  • Dachwurz (Mars, Sonne/Uranus) – hübsche Blatt-Rosetten
  • Damiana ( Merkur/Jupiter),
  • Eisenkraut (Mars, Jupiter/Merkur), heilige Pflanze der Kelten, aber auch die Griechen und Römer reinigten damit ihre Altäre.  Im alten Ägypten wurde die Träne der Isis genannte Pflanze in kultischen Zeremonien eingesetzt. Es galt als besonders stark atropopäisch. In Wales trägt das Eisenkraut daher den Namen Devil’s bane – Teufelsbann. Auch der Name Eisenkraut selbst lässt sich auf die magische Verwendung dieser Pflanze zurückführen: Sie sollte das beste Mittel gegen Verwundungen durch Eisenwaffen sein, und sie wurde bei der Eisenverhüttung zugesetzt. Echtes Eisenkraut hat zudem in der Pflanzenheilkunde eine lange Tradition, die bis ins Altertum zurückreicht. Es wurden ihm harntreibende (Venus), Gallenfluss (Mars) anregende und antirheumatische Wirkungen nachgesagt. Inhaltsstoffe sind die Iridoid-Glykoside Verbenalin, Hastatosid und neben einer Reihe anderer Verbindungen auch Verbascosid.  Eine schulmedizinische Wirkung konnte nicht gezeigt werden. Eisenkrautpräparate werden heute, wenn überhaupt, nur noch in der Volksmedizin eingesetzt. Trotzdem ist Eisenkraut ist wohl aber ein wesentlicher Bestandteil handelsüblicher Erkältungsmittel. Neuere Untersuchungen belegen allerdings eine schlaffördernde sowie neuroprotektive Wirkungen der Inhaltsstoffe.
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Unscheinbar, aber göttlich – dazu auch heilkräftig: Echtes Eisenkraut.
Venus/Mars, Jupiter/Merkur. quelle:wiki.

  • Erdbeere, (Mars, Merkur/Jupiter) – ein Rosengewächs
  • Feige (Pluto, Mond/Saturn)
  • Frauenmantel (Mond/Saturn),
  • Gamander Echter (Merkur/Jupiter),
  • Geranie (Mars, Merkur) und Storchschnabel
  • Granatapfel (Pluto)
  • Gundermann (Merkur/Neptun),
  • Haselwurz (Pluto, Merkur/Neptun)
  • Haselnuss (Mars, Merkur/Jupiter)
  • Himbeere, Brombeere, (Mars, Merkur/Jupiter),
  • Hirtentäschel, mit Saturn/Mond, ein Frauenkraut gegen zu starke Mensis (Venus/Mond), mit typisch herzförmigen Frucht-Täschchen, es wirkt auch blutstillend bei Wunden (Mars, Saturn) und wurde früher gegen Nierensteine angewendet (Venus/Saturn)
  • Huflattich (Mars, Sonne/Uranus)
  • Kastanie (Jupiter/Merkur, Mars)
  • Linde, mit Pluto als Gegenpol, die Linde hat etwas chtonisches, eine Ausstrahlung von der alten Erdmutter – das lässt auch der Name Lindwurm für Drachen vermuten. Interessanterweise hat Lindenhonig ein feines Minzaroma – Menthe, die Minze trägt ebenfalls eine Venus/Pluto-Signatur.
  • Malve, (Pluto, Mond/Saturn), ihre Schleimstoffe nach einem Kaltauszug helfen gegen Entzündungen, auch innerlich – deutliche Mondsignatur (die stärkere), auch dass man damit eine Art Volks-Schwangerschaftstest durchführte: Eine Malvenpflanze wurde mit Urin begossen, verdorrte sie danach, war man nicht guter Hoffnung. Eine Marienpflanze, eine weitere Mondsignatur. Venushaft wirkt sie gegen Halsschmerzen, Heiserkeit, als Schönheitsmittel und aromatischer Blüten-Tee, der fruchtbarkeitfördernd sein soll, sowie als Zauberamulett: Büschel von Malven hängte man späten Mädchen über das Bett. Malven sind komplett essbar, auch eine Venuseigenschaft – daher der Name Käsepappel. Knospenund junge Triebe  liefern eine Art Pesto, Blätter und Blüten eine dekorative Salatzutat. Junge Samen können auch genascht werden.  Und der Pluto … nun ja, Malvenauszüge lindern auch sehr gut Hämorrhoiden-Beschwerden. Muss ja nicht immer ein Spielverderber sein, der Unterweltboss.
  • Melisse (Pluto, Mond/Saturn, Merkur/Neptun) eine Panacea
  • Nelkenwurz (Mars, Jupiter/Merkur), sie ist ein Rosengewächs, ihre Wurzel riecht tatsächlich nach Gewürznelke. Sie wurde als Aphrodisiakum für Männer eingesetzt. Nelkenwurzöl hilft gegen Zahnfleischentzündungen. Die getrocknete, zu Pulver zermahlene Wurzel galt als Mittel gegen schwarze Magie – ein soganntes Malefizpulver, mit dem magische Schutzkreise gestreut wurden. Um den Hals getragene Wurzel galt als Potenzamulett. Also nicht gleich fluchen, wenn die Nelkenwurz im Garten siedelt.
  • Poleiminze, hier ist Pluto sehr stark aber auch Neptun/Merkur – ein Rauschmittel und eine abortive Droge – erzeugt Schwindel, Übelkeit – besonders das Öl ist toxisch.
  • Primel, das echte Himmelsschlüsselchen (Primula veris), wirkt gegen Nebenhöhlenentzündung (Nasen- und Kiefer bzw. Stirnhöhle) – das Mittel der Wahl! Sehr wirksam und trotzdem mild. Auch bei Heuschnupfen gegen die starke Verschleimung – kann ich nur bestätigen! Sogar bei der chronischen Nebenhöhlenentzündung unserer Katze (mittlerweile in ihrem zwanzigsten Lebensjahr) hat es enorm geholfen. Sie bekommt es als Fertigpräparat “Sinupret”, das es in verschiedenen Abstufungen “Baby bis extract für Erwachsene” gibt.
  • Quendel (Mars, Merkur/Jupiter), die wilde Variante des Thymians.
  • Rose (Mars, Merkur/Jupiter; Hundsrose auch Pluto), generell prägt Venus in einer Art Grundsignatur alle Rosengewächse – eine grosse Pflanzenfamilie.
  • Schafgarbe (Mond/Saturn, Jupiter/Merkur) – eine Panacea
  • Seifenkraut (Mond, Merkur),
  • Stiefmütterchen (Pluto, Merkur/Neptun),
  • Tausendgüldenkraut (Merkur/Jupiter),
  • Veilchen (Neptun/Merkur, Mars)
  • Weidenröschen, schmalblättriges aus der Gattung der Nachtkerzen, Venus/Mars, Jupiter/Merkur. Hier haben wir ein günstiges Pflänzchen gegen Männerleiden. Mars/Venus helfen gegen nächtlichen Harndrang und Prostataentzündung bzw. Schwellung. Die grosse Schwester, die Nachtkerze (Mond/Saturn, Merkur/Jupiter) hilft Frauen über das Klimakterium.
  • Weissdorn (Mars, Mond/Saturn), gutes Tonikum gegen Altersherzbeschwerden
  • Wiesenstorchschnabel (Mars, Merkur/Jupiter)
  • Zitrone und Orange, Zitrus im allgemeinen (Mars, Sonne/Uranus),
  • Gemüse: Auberginen, Tomaten, Kartoffeln, die als Solanaceen eine Venus/Pluto-Hauptsignatur tragen. Kraut, Spinat, Blumenkohl, Brokkoli.
  • Früchte: Kernobst – wie Äpfel, Birnen, aber auch Aronia und Eberesche, Steinobst – wie Aprikose, Zwetschge, Pfirsich, Kirschen, Beerenobst, wie Brombeere, Erdbeere – alles Rosengwächse.

Der Venus untersteht die Blütenbildung, insbesondere die Blütenmitte mit dem Stempel, aber auch die Frucht, besonders bei Obstbäumen und anderen Rosengewächsen.

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Malve – alle Arten unterstehen Venus, Mond/Saturn.
Man beachte die 5-zählige rosa Blüte. Dreilappige Blätter: Jupiter/Merkur.

Zu den Zier- und Duftpflanzen der Venus gehören: Schneeball, Hortensie, Flieder.

Räucherpflanzen, die die Venusaspekte unterstützen, sind Benzoe Siam, Cardamom, Damiana, Frauenmantel, Labdanum, Moschuskörner, Nelke, Rosenblüten, Sandelholz, Vanille,  YlanYlang und Tonkabohne.

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Geranium pratense, in der Volksmedizin gegen Heiserkeit eingsetzt.
Venus/Mars, Merkur/Jupiter, Wiesenstorchschnabel ©beast666 2015

Venusräucherungen sind sinnlich, verführend und aphrodisierend. Sie lassen über die Sinnlichkeit das Göttliche in uns selbst erfahren. Wir brauchen unsere Sinne, um unseren eigenen Körper, die persönliche Existenz auf der materiellen Ebene auch im Wortsinn zu begreifen, und ebenso das was um uns herum vorgeht. Venus herrscht auch über das Selbstwertgefühl, über eigene Werte und wie diese im Spiegel der Mitwelt gesehen werden. Sinnlichkeit und Eros sind auch ein Mittel des Schöpferischen, des Selbstausdrucks, daher steht Venus auch im 5. Haus erhöht. Sie dienen auch der Kommunikation, bereits im Tierreich kann man dies beobachten. Und schliesslich  befähigen sie auch zur Balance von Geben und Nehmen.

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Herbst-Anemone: Venus und Mars/Pluto – fünfzählige rosa Blüte, viele Staubgefässe.
Gegenpol: Giftigkeit und Reizstoffe entlarven Pluto und Mars.
Wie alle Hahnenfüsse trägt sie eine Nebensignatur von Merkur/Jupiter.

Aphrodisiaka sind meistens Speisen, Gewürze, Getränke und Aromen, aber auch Einreibungen und Balsame, die vom Mars und Venus-Prinzip gleichermasen durchdrungen sind. Harmonia war schliesslich die Tochter von beiden Gottheiten.

Der Venus unterstehen zweierlei physiologische Entsprechungen.

Pandemos-Stier: Alles womit wir Nahrung aufnehmen, ausser Zähne (Mars/Saturn): Mund, Speiseröhre, Zunge, Gaumen. Riechschleimhaut und Nebenhöhlen, stimmbildende Organe. Nicht die Schilddrüse, sie ein Merkur-Organ, mit ihrer Schmetterlingsform. Ausserdem regelt sie alle Botenstoffe und die Geschwindigkeit des Stoffwechsels – keine Venus-Domäne.

Urania-Waage: Nieren, Harnleiter, Gleichgewichtsorgane der Ohren – Vestibularbögen. Die Hörknöchelchen und Lagesteinchen sind wieder Sache des Saturn – der steht in der Waage erhöht, interessanterweise. Auch die Nieren können Steine bilden – alle mineralischen Ausbildungen eines Organismus  unterstehen dem Saturn-Prinzip, im Guten wie im Schlechten. Eierstöcke und weibliche Fruchtbarkeit, der Uterus als Hohlorgan untersteht der Mondin. Brüste als erotisches Organ und Milchquelle werden von beiden Prinzipien beherrscht. Die Mondin steht im Stier erhöht, da der nährende Aspekt des Weiblichen und das orale Bedürfnis des Kindes dort realisiert sind.

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Apfelbaum in voller Blüte – Venus in Reinkultur,
Im Herbst trägt er leckere Früchte, deren Kernchen Spuren
von Blausäure enthalten – ein bisschen Pluto muss wohl sein.

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des 6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus und dessen Herrscher
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter Mondaspekt des Dekumbitur zum Mond in der Radix -> Ursache, nächste Mondaspekte -> Krisen, Heilungschancen und Dauer.

Bilder: ©beast666

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

Posted by on Oktober 14th, 2016 Kommentare deaktiviert