Archive for Oktober 16th, 2016

 

Sieben Todsünden: Luxuria – Lust – Venus

Die Sieben Todsünden:

Superbia
1. Hochmut (Eitelkeit, Übermut), Übermass an Sonne
Avaritia
2. Geiz (Habgier), die dunkle Seite des Saturn.
Luxuria
3. Wollust (Ausschweifung, Genusssucht, Begehren), Thema des vorgestellten Fraktalbilds zum Schattenaspekt der Venus.
Ira/Furor
4. Zorn (Wut, Rachsucht), Schatten des Mars
Gula
5. Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht)
Invidia
6. Neid (Eifersucht, Missgunst), Dämon des Merkur
Acedia
7. Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Trägheit des Herzens), negative Form des Mondes
  • Die planetaren Prinzipien in der Darstellung der Todsünden sind hier zu finden.
  • Der Schatten der Venus zeigt sich in ausgeprägter Genusssucht, Gefallsucht, Opportunismus und Entscheidungsschwäche, sowie in übertriebener Eitelkeit. Eine elevierte schlecht gestellte Venus hatte Heinrich der VIII. Eine dominante schlecht gestellte Venus prägte Adolf Hitler. Es gilt das eigene Lustprinzip in den Mittelpunkt zu stellen und alles andere ihm zu unterwerfen. Beziehungen können zu Abhängigkeit führen, Soziopathie ist ebenso ein Schattenthema der Venus.
  • Venus Pandemos (im Stier)  bringt das Verhaftetsein in allen weltlichen Dingen, so dass eine körperliche Genuss-Sucht entsteht, wobei nicht so sehr das Verschlingen, sondern die Maximierung des Empfindens (Venus regiert Geruchs- und Geschmacksempfinden) im Mittelpunkt steht. Auch die übersteigerte Libido, bei der der rein körperliche Akt in den Vordergrund rückt, wird von Venus Pandemos regiert. Der Schatten dieser Venus ist besonders in der Sucht nach immer mehr sinnenfrohen Belohnungen zu sehen, die Lust wird zur Last.
  • Venus Urania (in der Waage), hier zählt die Dekadenz zu den Gefahren, eine Überhöhung der Verfeinerung, der Verkünstelung. Hier drängt weniger die Lust am Körperlichen ins Bewusstsein, eher ein unstillbares ästhetisches Geschmacksempfinden, das nie vollständig befriedigt werden kann. Das Lustempfinden kommt aus der Perfektion, der Unterwerfung unter den Kult des vollständig Schönen.
Luxuria

Luxuria, Asmodeus – Dämon der Venus – Wollust
Voluptas ©scrano 2014

Die Symbolik der “Sieben“. gibt es schon im Zusammenhang mit Lastern in der babylonischen und persischen Zeit. Es wird vermutet, der Ursprung der Todsündenlehre liege im Motiv der vorgeburtlichen Seelenreise. Bevor die Seele in die Welt der Materie  eintritt, müsse sie sieben Himmelssphären durchwandern. In jeder nehme sie einen guten Geist in sich auf, aber auch einen schlechten. Gebräuchlich war auch eine Zuordnung der Todsünden zu den Wochentagen: Am Sonntag bedrohe Stolz den Menschen, wenn er sich in der Messe Gott nicht unterwerfe. Tag des Neids sei der Montag, des Zorns der Dienstag. Die Trägheit, speziell die spirituelle, bedrohe den Menschen am Mittwoch, weil er zeitlich am weitesten vom Sonntag entfernt ist. Wenn der Mensch seine Gottnähe verloren habe, sei er am Donnerstag gefährdet, nach materiellen Gütern zu gieren, und sich am Freitag, wenn er dem Fasten verpflichtet wäre, der Völlerei hinzugeben. Wollust ist die Sünde des Samstags. Diese Form einer Korrespondenz-Lehre steht aber im Widerspruch zu der Hermetischen Zuordnung der Sünden zu den Tagen und ihren Planetenentsprechungen. Sowohl in der gnostischen, der hermetischen als auch gemäss der klassischen Moraltheologie sind die “Sieben Todsünden” weniger in Handlungen begründet, sondern Dispositionen: Persönlichkeitsstörungen oder Charakterdefizite. Deshalb kann man sie auch nicht beichten. Sie legen erst den Keim der Unmoral und sind die Ursache der späteren verwerflichen Akte. Astrologisch und psychologisch stellen sie die Schattenthematik der entsprechenden planetarischen  Archetypen dar.

Luxuria, Jaques del Ange.quelle wiki.

Luxuria, Jaques del Ange.
Ashmolean Museum. quelle wiki.

 

Posted by on Oktober 16th, 2016 2 Comments