Mandala im Oktober: A Tale of Two Kitties …

Der Herbst kommt mit Macht!A Tale of Two Kitties ©scrano 2015

Der Herbst kommt mit Macht!
A Tale of Two Kitties ©scrano 2015

Ein bisschen Dickens … und der Herbst unserer abendländischen Kultur? Opfer müssen gebracht werden für eine angeblich goldene Zukunft? Das ist es doch, was unsere Oberhäuptlinge uns weissmachen wollen … Da würde es doch lohnen, für alle Betroffenen, uns, die Staatsbürger, aber auch die so selbstverliebten Eliten, ein wenig in den Archiven der noch nicht so fernen Geschichte zu stöbern:

Wer im Englischuntericht aufgepasst hat, kennt sicherlich “Geschichte zweier Städte” von Dickens, seinem eher düsteren Historienroman. Dieser thematisiert die Zeit der französischen Revolution und beinhaltet eine Menge schicksalhafter Wirrungen und eine Art Erlösergeschichte.

Mir ist immer Mme Defarge unvergesslich geblieben, mit ihrem Strickzeug in der ersten Reihe unter der Guiliotine sitzend, ist sie die Inkarnation aller 3 Moiren in einer Frau:

Sie hält, wie Lachesis das Gewebe, in dem die Namen der Todgeweihten ihrer neuen glorreichen Republick verzeichnet sind.  Die Konsequenzen von radikalen sozialen Umwälzungen sind meistens bitter, zu tragen haben sie zunächst selten die Angehörigen der Oberschicht. Allerdings, wenn der Druck zu gross wird, werden diese von der ausbrechenden Revolution schliesslich doch gefressen – sie bilden den ersten Teil von Mme Defarges Todesliste.

Am Ende verstricken sich die ursprünglich sozial motivierten Anführer des Aufstands aufgrund ihrer menschlichen Schwächen auch im Netz der Strickerin: Aus den ehemaligen Idealisten, die das goldene Zeitalter hervorbringen wollten, werden gerne Tyrannen … siehe Robespierre oder Marat, die nun ebenfalls eine Todesliste mit angeblichen Verrätern aufstellen. Eine “Bewegung des Volkes” wird zum Terrorinstrument der nun Herrschenden: Das “Goldene Zeitalter” kommt wieder nur für eine neue Oberschicht. In Frankreich gab es bald eine neue Aristokratie unter Napoleon I.

Dickens, am Beginn der Romantik, war noch ein Autor der Aufklärung, aber auch ein Mann der neptunischen Symbolik – die Geschichte zweier Städte (1859) ist vollständig davon durchdrungen. Sein Historienroman ähnelt im Grundmotiv auch Victor Hugo’s “Les Miserables”*** von 1862. Bezeichnenderweise passen viele Kunstwerke und die Literatur der Romatik sowie die Herausgabe des kommunistischen Manifests (1848) durch Karl Marx sehr gut zur Entdeckung des Planeten Neptun durch Galle (1846) und seiner astrologischen Klassifizierung als modernen Herrscher der Fische.

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Charles Dickens’ Radix ist geprägt von dynamischen Spannungsaspekten.

Im Zentrum seines Schaffens: Neptun/Mond konjunkt im Schützen, zusammen mit Uranus in Haus 3/Skorpion der Kommunikation und Jupiter im Haus 10 der beruflichen Ambitionen in den Zwillingen.
Eine typische Schriftsteller-Kombination, wobei der sozialrevolutionäre (ASC Jungfrau, Uranus im Skorpion) und empatisch-emotionale (Neptun/Mond), fast religiöse (Schütze) Aspekt sich die Waage halten. Einen weiteren Wasserman-Einfluss bringt die Sonne im 5. Haus des kreativen Schaffens, konjunkt mit Vesta und Chiron, was einen zusätzlichen, wenn auch konfliktbeladenen Fokus schafft.
Ein streitbarer Mensch mit Mars in Haus 7 und Domizil im Widder. Ein Parteigänger für die Benachteiligten zu sein, ist durch die Mondknotenstellung in Haus 12/Jungfrau ein wesentlicher  Teil seiner Lebensaufgabe.

  • Die schicksalhafte Mme Defarge ist wohl Venus/Pluto am DSC in den Fischen geschuldet.

Seine Wahl eines fast christlichen Erlöserthemas als Ende seines Romans zeigt den zuversichtlichen Schütze-Einfluss: Es gibt eine Wiederauferstehung allenthalben, für die erlöste Seele und die neue Gesellschaft.

Caveat: Der Fluch des Neptun/Schütze Einflusses ist immer die Generierung einer Religion oder Ideologie, die Massenmanipulation im grossen Stil beinhaltet, auch auf Kosten der Wahrheit. Verblendung und Propaganda sind seine Begleiter, weil oft Wunschdenken statt Fakten die Handlungen beherrschen.

“Multikulti über Alles” ist auch so eine Utopie, die von Eliten den Bürgern aufgedrückt werden soll, und ebenfalls zu deren Lasten und sozialökonomischen Nachteil. Für ein angebliches “Goldenes Zeitalter”. Aus den “Bürgerbewegungen” (oft wird Engagement schon auf diesem Level missbraucht, ausser in lokalen Protesten, z.B. in Wackersdorf) sind lukrative Pfründe für gestrandete Existenzen mit eigentümlichen ethischen Vorstellungen geworden, als sie in der “Grossen Politik” Fuss fassten. Nicht anders als in den damals beschimpften “etablierten” Parteien. Dazu kommt noch eine ideologische Verblendung und eine Abneigung gegen alles, das von einer Mehrheit als Werte geschätzt wird. In einer Demokratie zählt aber das zuerst, nicht die eigenen Ideologien. Wenn man hier glaubt, richtig zu liegen, kann man das kommunizieren, aber nicht mit der Brechstange. Dabei sind oft “avantgardistische” Vorstellungen von einst mittelerweile auch schon wieder ein alter Hut, und gesellschaftstheoretisch längst widerlegt. Aber Ersatzreligionen sind in ihren Dogmen genauso zäh wie etablierte Kulte. Das grüne Mäntelchen ist leider auch nur noch da, um sich noch ein bisschen bürgernah zu geben, oder noch vernunftorientiert zu erscheinen. Ich fürchte aber, die Mme Defarges sind hier tonangebend geworden.

***Victor Hugo: Sonne in den Fischen, ASC Skorpion, Mond Schütze.

Wer sein Wissen vertiefen möchte, darf gerne einen meiner Workshops besuchen.

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This entry was posted on Donnerstag, Oktober 6th, 2016 at 05:24 and is filed under Fraktal der Woche, Galerie, Geschichte, Literatur, Seasons Greetings, Signaturen. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

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