Samhain Night: The Morrigan cometh …

The Morrigan ©scrano 2016

The Morrigan ©scrano 2016
Referenzen beim Original.

Zu Samhain lüften sich die Schleier zur Anderswelt, Kontakte zu den eigenen Ahnen und den familiären Wurzeln gestalten sich leichter. Allerdings werden dadurch auch archteypische Figuren hervorgelockt, die recht beängstigend sein können:

Der finstere Pluto, die noch vergleichswiese freundlich erscheinende Hekate, Gwyn Ap Nudd, der keltische Feenkönig oder Schreckgestalten wie die dreigestaltige Morrigan, sie haben alle etwas mit Passagen zu tun: Lebensphasen, dem Schicksal, familiären Altlasten, Grenzsituationen oder der letzten Reise.

Die Morrígan (“Phantom Queen”) oder Mórrígan (“Grosse Königin”),stammt aus dem alten Irland. Sie wird einerseits mit dem Schlachtfeld, dem Krieg und dem dabei anfallenden Blutzoll assoziert. Ihr anderer Aspekt ist der des Schicksals, sie vereint damit die drei Moiren und die Ananke (Schicksalszwang) der alten Griechen in einer Göttin. Sie besitzt die Gabe des Allsehens (Prophetie), wie bei Odin sind ihre Boten Raben. Hier ist auch eine weitere Verbindung – mit den Walküren, die ebenfalls mit gefallenen Kriegern, Raben und Odin als Anführer eines Geisterheers zusammenhängen. Wie Odin bestimmt die Morrigan das Schlachtenglück.

Die schicksalhafte Dreizahl, die vielen indoeuropäischen Gottheiten zu eigen ist, findet man auch bei Hekate, Persephone, Pluto, den Moiren, Nornen und eben auch der Morrigan.

Das irische Dreigestirn besteht aus drei Schwestern:

  • Macha
  • Babd
  • Nemain

Ihr Titel “Grosse Königin”, und ihre Verbindung mit dem Wohl der Viehherden und der Fruchtbarkeit des Landes deutet darauf hin, dass in der Morrigan nur der dunkle Teil einer sogennnaten “Schrecklichen Mutter” vom Typ “Magna Mater” übriggeblieben ist. Die Morrígan zeigt sich als schöne junge Frau mit roten oder schwarzen Haaren, sowie als hässliche Alte und auch in Gestalt einer Rabenkrähe. Sie beherrscht Grenzregionen und Übergänge: Als “Wäscherin an der Furt” erscheint sie Kriegern, die in der Schlacht fallen werden, um ihnen ihr blutiges Totenhemd zu zeigen. Sie wird auch mit den sogenannten “Kessel-Göttinnen” assoziert, wie sie in der keltischen Götterwelt häufig zu finden sind. Diese, zu Hexen mutiert, tauchen sogar in Shakespeares Macbeth auf. Hier sagen sie ebenfalls das Schlachtenglück vorraus (“… keiner den ein Weib gebar, wird Macbeth besiegen“).

An Samhain vereinigt sich die Morrigan in einer heiligen Hochzeit mit Dagda, dem Führer der Tuatha De Danann, um die Fomori (Urzeitriesen) zu besiegen, sie ins Meer zu treiben. Anschliessend weissagt sie Irlands Zukunft und prophezeit das Ende der Welt. Nach dieser Mythologie  ist sie, wie Hekate oder die Moiren, wohl eine ältere, ursprünglichere Göttin, als der Rest der Tuatha de Dannan. Von manchen Mythenforschern wird Morrigan auch mit Perchta/Holle verglichen – letztere ist wahrscheinlich auch aus einem Trio hervorgegangen: Freya-Frigg-Hel. Freya führt die Walküren und auch Odins Einherier (Geisterkrieger) in die Schlacht an Ragnarök, dem Weltenbrand. Auch Freya kann weissagen und kocht ihre zauberkräftigen Süppchen in einem Kessel – ihre Magie heisst dehalb auch Seidr (von sieden).

Als Gottheit im Mythenkreis um die sagenhaften Tuatha de Danann wird Morrigan mit dem irischen frühen Bronze-Zeitalter in Verbindung gebracht, bevor das ebenso sagenumwobene Volk der Milesier das Eisen auf die Insel brachte. Die magiebegabten Tuatha de Danann gingen daraufhin in den Untergrund, wo sie als Sidhe (ähnelt dem seidr) bis heute überdauern. Die Milesier werden mit den Kelten gleichgesetzt, obwohl die Geschichte der vier Invasionen als geschichtlicher Hintergrund der Besiedlung Irlands eher mythischen als historischen Charakter aufweist. Zudem ist sie durch das Einfliessen von biblischen Geschichten, wie beispielsweise Noah und der Sintflut, zusätzlich verzerrt. Die Mythensammlungen der Iren ähneln auch dem germanischen Pantheon von Wanen und Asen, erstere waren ebenfalls Magier, wie eben Freya, die auch eine Vanadis war. Oder wenn man auf frühe Formenkreise von Göttermythen indoeuropäischer Kulturen zurückgreift, landet man auch bei den Griechen, mit der Gigantomachie, Titanomachie und Theogonie. Auch hier gibt es Urzeitriesen, ältere und jüngere Göttergeschlechter, die einander verdrängen, und das griechische Götterdrama wird auch an den Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit verlegt.

Als Ursprungsgebiet der bronzezeitlichen Einwanderung und des Sagenkomplexes um die Tuatha de Danann wird eventuell Osteueropa (Glockenbecherleute aus dem Donauraum) bei einer bereits vorhandenen einheimischen, neolithischen Gruppe angenommen. Die Milesier ensprechen einer Mythenumschreibung der tatsächlichen keltischen Migration vom Festland nach Irland zu Beginn der Eisenzeit.

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This entry was posted on Dienstag, Oktober 25th, 2016 at 12:39 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

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