Archive for November 14th, 2016

 

Mandala im November: Kissed By Fire

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Kissed by Fire, wie das Innere einer Chlilischote.
©scrano 2015

Chili con Carne, Zutaten für 4-6 Personen:

  • 200 g rote Zwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • 5 EL Raps-Öl
  • 500g  Hüftsteak vom Rind
  • 250g Schweineschulter
  • 500g San Marzano Tomaten, frisch oder gefroren**
  • 1 gr. Dose Kidneybohnen
  • 2 Chilischoten frisch oder eingelegt ***
  • 1 EL Agavensirup
  • 2 TL Kreuzkümmel
  • 1 grosse Karotte
  • 1 Stange Lauch
  • 1 kleine Dose Maiskörner
  • Gemüsebrühe

Zubereitung: Zwiebeln und Knoblauch abhäuten, fein hacken. Öl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch bei kleiner Hitze darin glasig dünsten. Fleisch abspülen und in etwa 2 cm grosse Würfel schneiden oder vorgeschnitten bestellen. Zu den Zwiebeln geben und anbraten. Tomaten vierteln oder küchenfertige Gefrierware zum Fleisch geben. Karotte in Scheiben schneiden, Kidneybohnen in ein Sieb geben und gründlich mit kaltem Wasser abspülen. Abtropfen lassen und zusammen mit den Möhrenscheiben unterheben. Chilischoten entstielen und entkernen, dann fein zerkleinern****.  Sirup  und Kreuzkümmel zugeben. 90 min  bei geringer Hitze sanft schmoren. Lauch putzen, waschen und abtropfen lassen. In sehr dünne Ringe schneiden zum Chili geben und nochmals 15 min. garen. Mit Gemüsebrühe abschmecken. Maiskörner unterheben, kurz erhitzen, dann  servieren.

Dazu passt Fladen-Brot, in Mexico isst man bittere Schokoplätzchen zum Chili.

**Ich friere meine Tomaten küchenfertig in Stücken ein. Notfalls kann man frische San Marzano Tomaten mit italienischer Dosenware ersetzen: Es ist dieselbe Sorte. Gefrorene haben noch ihre Haut, das macht aber nichts, hier stecken wertvolle Inhaltsstoffe. Die in der Kochhitze zusammengerollten Schalenstückchen kann man sehr leicht herausfischen. Bei pürierten Speisen spielt es ohnehin keine Rolle, im Gegenteil, die Farbe wird kräftiger.

*** je nach Höllenbedarf von grün und mild bis Habanero

****beim Verarbeiten von Chilis empfehlen sich dünne Schutzhandschuhe! Auf keinen Fall ins Gesicht oder gar die Augen fassen. Auch bei Kindern und Haustieren kommen Chili-Streicheleinheiten nicht so gut an.

Capsaicin - Scharfstoff der Chilis. quelle:wiki


Capsaicin – Scharfstoff der Chilis. quelle:wiki

  • Chilis und rotes Fleisch tragen die Signatur des Mars, ebenso Zwiebeln und Knoblauch. Bohnen unterstehen dem Merkur/Jupiter aber auch Mars und Venus. Tomaten als Solanaceen besitzen eine Venus/Pluto Charakteristik, mit ein wenig Saturn/Mond.
  • Chilis enthalten den Scharfstoff Capsaicin, das eine schmerzlindernde Wirkung hat: Durch den durchblutungsfördernden Effekt werden Muskelverspannungen gelindert und Entzündungsstoffe aus dem Gewebe abtransportiert. Zudem erfolgt durch die starke Reizwirkung eine Ausschüttung von Endorphinen. Es gibt Schmerz-Salben mit dem Wirkstoff auf Vaseline-Basis: Finalgon etwa, leider nicht mehr in der Variante  “extra stark“. Allerdings sind sie nichts für Empfindliche – sie brennen anfangs heftig. Wärmepflaster enthalten ebenfalls Capsaicin.
  • Habaneros gehören zu den schärfsten Chilis. In den Samen und Samenleisten können Konzentrationen von bis zu 1500 ppm Capsaicin vorkommen. Die auf der Scoville-Skala (Schärfe-Index für Speisen) gemessenen Werte für Habaneros betragen bis zu 577.000 Einheiten. Der Geschmack ist, wenn man noch was wahrnimmt, tropisch-fruchtig. In Mexiko, Brasilien und Peru sind Habaneros fester Bestandteil der Küche. Durch ihre bakterizide und wurmtreibende Wirkung helfen sie auch  bei den in den Tropen häufigen Darmparasiten und Durchfallerkrankungen wie Montezumas Rache. Da scharfe Speisen schweisstreibend sind, erfolgt auch eine wohltuende Abkühlung des Körpers in dem heissen Klima Mittel- und Südamerikas.
  • Chili gehört zu den Aphrodisiaka, besonders in Verbindung mit Kakao, entweder als Heissgetränk oder in Form leckerer Pralinen: Man denke an Juliette Binoches kulinarische Verführungskünste im romantischen Film “Chocolat“.

 

Aus Köhler's Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. (1887).

Aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen
mit kurz erläuterndem Texte. (1887).Chilipaprika-Pflanze

Der Ursprung aller Paprikasorten ist Mittel- und Südamerika, mit einem Verbreitungszentrum in Brasilien und Bolivien. Der Ursprung der Kultivierung lag dabei je nach Art vermutlich in unterschiedlichen Regionen, in Mexico, den Anden oder am Amazonas.  Der Anbau ist schon sehr alt, es konnten archäologische Belege gefunden werden, die beweisen, dass Paprika bereits um 7000 v. Chr. als Nutzpflanzen dienten. Auch die regelrechte Sortenzüchtung schätzt man auf wenigstens 5000, erste grossflächigere Anbauversuche sogar auf 6000 Jahre.
Im Laufe der Zeit wurden immer mildere und fleischigere Sorten selektiert, die dann unseren heutigen Gemüsepaprika entsprechen.

***”Finalgon extra stark” ist in österreichischen Apotheken noch online erhältlich – also für Rückenschmerzgeplagte gibt es doch Hoffnung! Das normale Finalgon ist so läppisch, das kann man glatt in die Tonne treten. Auch als Aufwärmsalbe für Sportler zu verwenden – allerdings: Keine heissen Duschen auf die behandelten Stellen!

 

Posted by on November 14th, 2016 Kommentare deaktiviert