Heil- und Zauberpflanzen im November: Signatur des Pluto

Kleinod im schwarzen Lotos: Plutonische Pflanzen wirken oft segensreich und schrecklich zugleich.Mnemosyne ©scrano 2013

Kleinod im schwarzen Lotos: Plutonische Pflanzen wirken oft segensreich und schrecklich zugleich.
Mnemosyne ©scrano 2013

Da sich das Jahr im November dem Ende entgegen neigt und wir Samhain bereits hinter uns gelassen haben, das endgültige Verlöschen des Sommers, gibt es diesmal eine Aufstellung von Heil- und Zauberpflanzen, die diese jahreszeitliche Prinzip widerspiegeln.

Es sind dies Gewächse mit der Signatur des Pluto, bzw. Mars in seinem wässrigen Nachthaus mit der Zodiakposition VIII, des Ausdrucks der Unausweichlichkeit des Endes und der Veränderung. Hier herrscht das Skorpionprinzip, das von Abschiednehmen, Loslassen, dem Ende und dem Neuanfang handelt. Auch regenerative Kräfte und die verborgenen Ressourcen von Mutter Gaia und anderen, chtonischen weiblichen Archetypen sind hier Thema. Deshalb sind viele dieser Gewächse auch mit der Hekate oder der dunklen Mondin assoziiert. Plutonische Pflanzen teilen mit dem Saturnprinzip die acht-zählige Symmetrie (bei Saturn findet man auch die 10, wie beim Mohn, der stark von Saturn/Mond geprägt ist), wie überhaupt eine starke Affinität zwischen den beiden Archetypen Saturn und Pluto zu finden ist. Auch mythologisch sind sie verbunden. Saturn, eigentlich ein römischer Erntegott (Schnitter) etruskischen Ursprungs (Sartre) verschmolz mit dem hellenischen Titanenherrscher Kronos zu einer Gottheit, wobei die positiven Eigenschaften erhalten blieben. Der römische Saturn wurde auch nicht in den Tartaros gestürzt, sondern zog sich in eine Art Altersexil zuerst nach Latium zurück, wo er den Römern half ihre Kultur aufzubauen, um dann im Hades auf der Insel der Seligen für immer zu herrschen. Er galt als gerechter König des Goldenen Zeitalters. Zeus/Jupiter wurde von der römischen Bevölkerung immer als eine Art Oberschichtsgottheit angesehen, der bäuerliche Saturnus war ihnen lieber. Auch die wichtigsten römischen Feste, die Saturnalien waren eine Huldigung an den Winterherrscher, und Patron der ehrlich erarbeiteten Ernte.

Dem Pluto wurde nicht gehuldigt, er verrichtete sein Aufgabe eher im Stillen – Hades-Schreine gab es eher selten. In ihnen wurden Orakelrituale abgehalten, sie spielten eine Rolle bei Mysterienweihen. Immerhin wurde ihm die Herrschaft über die unteridischen Schätze zugestanden, daher auch sein Beinahme der “Reiche”.

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Reichtum im Inneren oder Wächter im Unbewussten?
Plutos Schätze ?

Klassisch herscht im Skorpion und dem achten Haus bereits Mars, in seiner Yin-haften Form, dem Nachthaus. Modern wird dies durch das Pluto-Prinzip ergänzt, wobei dieser sphärenharmonisch als höhere Oktave des Kriegerarchetypen angesehen wird.  Mars+Yin = Pluto? Man darf nicht vergessen, dass Mars parthogenetisch aus Hera, der weiblichen Verkörperung von Mond/Saturn geboren wurde,  und dass auch das Saturnprinzip (im Steinbock) bereits Yin-haft ist. Es verkörpert Mutter Gaia und ist der chtonische Gegenpol der Mondin im Krebs. Der Mars ist also nicht rein männlich, auch Pluto besitzt weibliche Züge, die ebenfalls von der alten Erdmutter, aber auch der dunklen Mondin stammen. Daher auch seine Assoziation mit Schlangen und allerlei Nachtgetier. Dieselben Embleme, auch den Schlüssel findet man dann bei Hekate wieder, der Göttin des dunklen Neumondhimmels. Wie der schwarze Mond wieder einen neuen Zyklus beginnt, stellt Hekate die Eintritts und Abschiedspforte des Lebendigen in die Welt dar. Sie ist die universelle Hebamme. Damit ist auch sie mit dem Pluto und dem Prinzip Mond/Saturn, das als „Tor des Menschen“ bezeichnet wird, verbunden.  Im 4.Haus/ Krebs+Mond wird der Mensch geboren und beseelt, im 10. Haus/Steinbock+Saturn erhält er die irdische Vollendung, und hebt sich über die Materie. Das Pluto-Prinzip steuert hierzu die transformatorischen Kräfte bei.

Pluto galt als Herr der unterirdischen Schätze, der Totenreiche und der unterirdischen Mysterien. Er regiert aber auch die Ausdünstungen und unsichtbaren Kräfte, die aus der Erde dringen: Radioaktivität, Faulgase, Magnetismus, Vulkangase. Er herrscht auch über das flüssige Feuer der Erde, das Magma.
Nach dem Glauben der Alten ist Gott Pluto finster, erfüllt seine notwendige Pflicht akribisch und lässt keine Verhandlungen zu. Er ist aber nicht gefühllos: Bei Orpheus Bitte um Euridikes Erlösung aus der Totenwelt, kann der Barde sein Herz rühren. Er erinnert ihn an seine verzehrende Liebe zu Persephone. Pluto ist im Besitz einer unsichtbar machenden Tarnkappe aus Hundefell, Hermes/Merkur gab sie ihm, damit er unter den Menschen wandeln kann, ohne dass diese in Panik fliehen. Merkur dient dem Pluto auch als Seelenführer und der olympische Bote darf als “grosser Kommunikator” auch als Einziger zwischen der Oberwelt und dem Orcus pendeln. Bei Aristophanes trägt Pluto eine von Gold und Edelsteinen schimmernde M a s k e , um seine angsteinflössende Erscheinung zu verbergen. Der schwarze Hund ist auch ein Totem der kulturgeschichtlich älteren Hekate, die Dreizahl ist ihr ebenfalls heilig. Nur noch Zeus/Poseidon/Hades besitzen die Drei als ihre Zahl, was darauf hindeutet, dass eine ursprünglich weibliche Trinität (des Mondes) partriarchalisch überformt wurde.

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Passagen in andere Welten. Transformation.
Dune Passages ©beast666 2008.

Grundzüge der Signaturlehre in der Astrologie: Alle Lebendige aber auch sonstiges Dingliches teilt sich mit. Pflanzen kommunizieren mit ihren Farben, ihrem Geruch oder Duft, in der Ausformung ihres Wurzelgeflechts, Anzahl, Form und Stellung von Blättern, Erscheinungsform und Symmetrie der Blüten, Eigenschaften ihrer Früchte, Samen oder Sporen, ihrer kompletten Erscheinungsform, ja sogar einer Art “Ausstrahlung”. Bei der Interpretation der Pflanzen muss man aber bedenken, dass sie sozusagen verkehrt herum leben: Ihr Kopf oder “Gehirn” steckt im Boden, ihre Fortpflanzungs- und Bewegungsorgane (z.B. Ranken) sind nach oben, dem Licht entgegengestreckt.

  • Hinweise für Signaturen finden sich auch darin, wie, wo und wann eine Pflanze wächst, blüht oder fruchtet  in welchen Gemeinschaften und unter welchen Randbedingungen.
  • Namen, besonders die ortsüblichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle. Auch Bezeichnungen aus dem Volksmund sind eine interessante Quelle, wobei man aber Heilwissen, Brauchtum und dummen Aberglauben manchmal nicht trennen kann.

Diese Erscheinungsbilder und Ausdrucksformen lassen sich in die Sprache astrologischer Archetypen übersetzen, sie bilden dann eine sogenannte Signatur.

In der klassischen Signaturenlehre werden meist nur die einseitigen Prinzipien der hermetischen Polarität herangezogen, ausserdem verwendet man nur die 7 Himmelskörper der Antike: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Ich ziehe aber die Trans-Saturnier durchaus mit heran, da es mittlerweile einige Erfahrung damit gibt. Bei allen hermetischen Korrespondenzen muss man immer bedenken, dass durch das symmetrische Achsenprinzip der Gegenpol immer mit zum Tragen kommt. In allen Dingen oder Wesen, welche die Erde oder der Kosmos hervorbringt ist zudem auch jedes archetypische Wirkprinzip vertreten, wenn auch nicht in gleichem Aussmass sichtbar, oder in allen Stadien oder Phasen ihrer Existenz gleichzeitig. Manche Wirkungen z.B. bei Pflanzen sind nur auf einen Teil, wie Früchte oder Wurzeln beschränkt, manche muss man erst durch Zubereitung und Anwendung erschliessen. Zum Teil kann man eine Rückbeziehung durch die Funktion der Inhaltsstoffe für die Pflanze selbst herstellen, um die Leitsignatur zu bestimmen.

Dazu kommt: Nicht alles was aus dem planetaren Entsprechungen stammt, ist dem Menschen dienlich – es ist in erster Linie für die Pflanze lebensnotwendig und prägt IHR Wesen. Wir nutzen nur den Anteil, der uns hilfreich ist.

Stacheliges Rauchmittel: Der stark giftige Stechapfel, Datura stramonium.Deceptive Beauty ©beast666 2014

Stacheliges Rauschmittel: Der stark giftige Stechapfel, Datura stramonium.
Die Kapseln erinnern an Igel. Deceptive Beauty ©beast666 2014

Signaturen des Pluto

Im Pluto verkörpert sich die “andere” Welt besonders eindrucksvoll. Als Herr der Unterwelt (= Erde) sind seine Pflanzen meist düster. Manche Plutopflanzen wie Lebensbaum oder Zypresse sind zudem beliebte Friedhofspflanzen, die, richtig dosiert, zu den besten Immunstimulantien und lebensverlängernden Mittel gehören. Sogar die extrem toxische Eibe ist ein potentes Krebsmittel. Der Gegenpol des Pluto ist Venus Pandemos, die Stier und zweites Haus beherrscht. Daher tragen bereits viele Venuspflanzen stärker zutage tretende Pluto-Signaturen.  In der folgenden Aufstellung geht es daher hauptsächlich um die dominierende astrologische Zuordnung zu Pluto: Darunter sind Gewächse mit starker Regenerationskraft (da steckt der Wasser-Mars), also solche, denen es nichts ausmacht, stark zurückgeschnitten zu werden. Kletter-Rosen, Wein, Efeu, Eibe, auch der venushafte Flieder bezieht hier seine Unverwüstlichkeit. Dunkle Farben und rostrote Töne, zwiebelartige Knollen, unheimliche Ausstrahlung. Wegen der Überschneidung mit dem Mars-Prinzip enthalten auch Plutopflanzen Phytosterine und Eiweiss oder Eisen.

  • Blüte sitzt direkt am Zweig oder sogar Stamm: Sterkuliengewächse, wie Kakao, Colabaum. Sie gehören zu den Malven, die auch eine Venus/Pluto Signatur aufweisen.
  • Blütezeit oder Frucht im späten Herbst,  oft dann, wenn Sonne im Skorpion steht und die Spinnenfäden sichtbar werden  (Wein, Kürbis, Herbstzeitlose, Eisenhut, Äpfel – sie gelten nicht umsonst als Totenspeise.)
  • betäubende Düfte oder sogar Verwesungsgeruch
  • Bestäubung durch Aasfliegen (Stapelia, Arum, Orchis)
  • fleischfressende Pflanzen (Drosera, mit Mond/Saturn)
  • Gifte aller Art: Hier muss man aufpassen, Pluto heisst noch nicht gleich Gift, manche Uranussignatur (bzw. Saturn im Wassermann) bringt ebenso toxische Gewächse hervor Goldregen z.B. oder Ginster mit ihrer Merkur/Jupiter und Uranus(Saturn)/Sonne-Prägung). Giftige Pilze unterstehen ebenfalls neben dem Neptun/Merkur-Prinzip auch noch Mond/Saturn. Dazu kommt bei Plutogewächsen der häufig gleichzeitig vorhandene Mond/Saturn-Einfluss.
  • Atropopäische Pflanzen oder Pflanzen, die für magische Zwecke eingesetzt werden (Hexenpflanzen, Bannpflanzen),
  • Pflanzen, die zum Totenbrauchtum gehören (Thuja, Zypresse, Eibe)
  • Würgepflanzen, Schlingpflanzen, Windepflanzen mit linksseitiger Drehung oder schlangenartigen Ranken.
  • Achtzählige und dreizählige Symmetrie, oft fünfzählige Blüten (Venus-Pol)
  • Genverändernde Substanzen, krebserregend, mutagen, fötusschädigend , andererseits Krebstherapeuthikum oder Antiparasitenmittel.
  • Tierhaftes Äusseres: Daturakapseln sehen z.B. aus wie Igel, schlangenartige Wurzeln, Ranken, insekten- oder spinnenartiges Aussehen
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Aronstab-Beeren – verlockend rot, aber giftig.

Pflanzen des Pluto

  • Alraune, Mandragora officinalis, (Mond/Saturn), ein Rauschmittel, Schmerzmittel, Zauberwurzel für Fetischmagie, Heilmittel gegen Fieber, auch giftig
  • Aarum, der Aaronsstab, giftige Zauberpflanze, Mars-Pluto Kombination: Gifte und Scharfstoffe, daneben Saturn/Mond -> Oxalat-Kristalle. Aaronsstabbeeren sind für Kinder kritisch, da einladend rot und süss schmeckend.
  • Bohne – Gartenbohnen (Venus, Merkur/Jupiter) besitzen einen embryoartigen Keim, ausserdem sind sie roh giftig. Sehr eiweisshaltig. Bohnenschalentee wirkt harntreibend (Venus). Bohnen galten wegen ihrer Embryo-Form bei den Pythagoräern als Seelengefäss.
  • Brennessel, Urtica spp. (Venus, Merkur/Jupiter, Mond/Saturn), Pluto-Mars Kombination
  • Bilsenkraut, Hyoscyamus niger (Venus, Mond/Saturn) – Herakles brachte es aus der Unterwelt mit ans Tageslicht und im Orakelkult vieler Völker spielte es eine wichtige Rolle, da es die Augen für eine Welt jenseits aller Vorstellung öffnet. Ein Bierzusatz in Schankstuben mit schlechtem Ruf, sehr giftig – Hamlets Vater wurde laut Shakespeare so ums Eck gebracht.
  • Eibe, Taxus baccata (Venus, Mond/Saturn) Die Eibe zeigt den Pluto in besonders reiner Form: Vielleicht war sie sogar der Weltenbaum, der bekanntlich immergrün gewesen sein soll. Der Samenmantel (Arillus) der roten Frucht ohne den grünen Kern (Samen) ist ungiftig – das einzige an der Pflanze! Eiben sollen in der Sommerhitze gefährliche rauscherzeugende Ausdünstungen absondern. Schon in der Antike wurde davor gewarnt, in der Mittagszeit unter Eiben zu ruhen oder gar zu schlafen. Bannpflanze: Vor Eiben kann kein Zauber bleiben …
  • Eisenhut, Aconitum napellus (Merkur/Jupiter) die Plutopflanze schlechthin, auch ein Symbol der Hekate – aus dem Geifer des Cerberus entstanden., extrem giftig, schon den Hautkontakt vermeiden.
  • Fingerhut , Digitalis Purpurea (Merkur/Jupiter), Herzmittel, giftig und auch als Arznei schwer dosierbar.
  • Granatapfel, Punica Granatum (Merkur/Jupiter), mit Pluto durch den Raub der Persephone verbunden. Enthält Phytosterine – Venus/Pluto für Mann und Frau, Immunmittel.  Ein Machtsymbol – Reichsapfel, mit sakraler Bedeutung: Im Salomonischen Tempel waren die Säulen von Jachin und Boaz von Grantaäpfeln bekrönt.  Eine Abkochung der Rinde und der Fruchtschale wirkt gegen Darmparasiten
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Schlafmohnkapsel – ihr Milchsaft liefert Opium: Segen und Fluch.
Für unheilbar Kranlke oft letztes Mittel, für Süchtige der Ruin.
Die Samen sind ein Öllieferant und wichtiges Nahrungsmittel.
Pluto’s Gift ©beast666 2015

  • Haselwurz, Asarum europaeum (Merkur, Neptun) ein toxisches Rauschmittel und Abortivum.
  • Herbstzeitlose, Colchicum autumnale (Venus, Merkur/Neptun) Zauberpfanze der Medea aus Colchis, ein Hekategewächs, gegen Gicht, ein Zellteilungsgift, sehr gefährlich für KInder, da Blüten sehr hübsch aussehen.
  • Knabenkräuter, Orchis (Merkur, Jupiter) – tiergestaltige Blüten, manchmal Aas- oder Tiergeruch (Bocksriemenzunge)
  • Kürbis, Curcubita pepo (Merkur/Jupiter, Mond/Saturn,)
  • Minzen, Mentha spp. (Merkur/Neptun), hierzu gibt es die Sage von Minthe, einer Nymphe die dem Pluto zu sehr gefiel – seine eifersüchtige Gattin Persephone verwandelt das arme Mädchen in eine Pflanze. Poleiminze trägt hier die deutlichste Signatur, sie ist stärker toxisch und wurde als Abortivum gebraucht.
  • Nachtschattengewächse, Solanaceen tragen alle eine Grundsignatur von Venus/Pluto.
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Haselwurz, europäischer Ingwer. Scharfstoffe, psychoaktiv und toxisch.
Asaraum europaeum ©scrano 2015

  • Osterluzei, Aristolochia (Merkur,Neptun) eine toxische Liane, neben der Haselwurz einzige heimische Variante der Aristolochia-Arten: Aasgeruch, cancerogen
  • Pfingstrose, Paeonia (Merkur/Jupiter, Venus). Die Pfingstrose wird bereits seit der Antike für Heilzwecke genutzt. Durch einen Mythos ist diese eher Venusisch daherkommende üppige Blume mit Pluto mit folgenden Mythos verbunden:
    Paeon, ein Arzt der Götter, heilte den nach einem Kampf mit Herkules verwundeten Pluto mit der Pfingstrose. Asclepius (Aesculap), der Lehrer von Paeon,  liess seinen Schüler wegen dessen Erfolg töten. Als Pluto den toten Paeon sah, nahm er dessen Leichnam und verwandelte ihn in eine Pfingstrose und gab ihr fortan den Namen Paeonia.  Irgendwie scheint diese Pflanze einen Ruf als Panacea bei vielen Heilkundigen der Antike und des Mittelalters zu geniessen. Neben vielerlei Beschwerden, die mit der Pfingstrose geheilt werden können, wird auch immer ihr Einsatz bei Epilepsie empfohlen. Die ursprüngliche ungefüllte Päonie zeigt Mars/Pluto deutlicher in ihrer dunklen Blütenmitte mit vielen Staubgefässen, wie bei einer Anemone oder dem Mohn.
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Üppige Päonie: Liebling von Paracelsus und St. Hildegard.
Peonies ©beast666 2015

  • Rhizinus communis, Palma Christi (Merkur, Jupiter, Venus): Der glänzende Samen enthält Rhizin, ein extrem starkes Gift, welches gerne als Mordwaffe in Spionagekrimis vorkommt.
  • Ringelblume, Calendula officinalis (Sonne/Uranus, Mond/Saturn, Venus) – Panacea
  • Schlafmohn (Mond/Saturn, Merkur/Neptun) – Panacea (Laudanum, eine Opiumtinktur, das Paracelsus im 16. Jhd. entwickelt hatte, galt lange Zeit als Allheil), Man könnte den Mohn auch unter Saturn aufführen. Zu Pluto passt auch die Wirkung aud den End- bzw. Dickdarm: Es verursacht Verstopfung.
  • Stechapfel, Datura stramonium (Mond, Saturn), starkes halluzinogen, kann irreversible psychische Störungen verursachen, stark giftig, früher als Asthmamittel gebraucht, wegen der üblen Nebenwirkungen aufgegeben. Im Vooodoo ein Mittel während der Zombiefizierung durch das Gift des Kugelfisches: Erweckungspulver, das der Bokor dem Opfer verabreicht, um es “wiederzubeleben” und gleichzeitig gefügig zu machen.
  • Sumach (Jupiter, Merkur) enthält Urushiol, das auch zum Totenbalsamieren benutzt wurde, auch für den hübschen Chinalack und das makaber erscheinende Ritual der Selbstmumifizierung bei einem japanischen Mönchsorden. Fünfzipfelige Blüten deuten auf Venus, der embryoartige Kern von der auch zur Pflanzenfamilie gehörenden Mango und Cashewnuss verraten Pluto. Alle Sumachgewächse enthalten mehr oder weniger hautreizende Substanzen.
  • Stapelia (Venus, Merkur/Jupiter) Aasblume, Leuchterblume, Wachsblume duften entweder betäubend oder stinken nach Verwesung. Schlangenblume ist auch ein bezeichnender Name. Ihre fünfzipfelige Blüte verrät die Venus.
  • Thuja occidentalis (Mond Saturn) enthält Thujon, ein Nervengift und wurde als Abortivum gebraucht. Totenkult, zusammen mit Zypresse.
  • Tollkirsche, Atropa belladonna (Venus, Mond/Saturn), Belladonna wurde als pupillenerweiterndes Schönheitmittel seit der Antike gebraucht – sehr giftig, gefährlich für Kinder, da die schwarzen Beeren süsslich schmecken.
  • Vinca minor, Immergrün (mit Neptun/ Merkur): giftig, enthält Vincamin -> früher ein potentes Mittel bei Schlaganfällen. Als Kränze im Totenkult gebräuchlich.

Wegen der Toxizität der meisten Pluto-Pflanzen werden sie zu Heilzwecken entweder schulmedizinisch standardisiert verabreicht, sind verschreibungspflichtig oder nur homöopathisch ab D3/D4 oder höher erhältlich.

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Blaue Gefahr: Eisenhut – Aconitum napellus blüht erst im Oktober.
Er ist ein wichtiger Nektarspender für Hummeln. Typisch Pluto:
Düstere Ausstrahlung, sehr giftig und fratzenhaft aussehende Blüten.
In der Homöopathie (D12) als Mittel gegen Fieber und Panikattacken.

Plutopflanzen stellen oft einen wesentlichen Bestandteil von sogenannten Flugsalben dar, sie wurden auch zu schamanischen Ritualen verwendet – auch das ist ihrer (gefährlich) transformatorischen Kraft zuzuschreiben. Flugsalben waren wohl ursprünglich Schlaf- oder Fiebersalben, deren Gehalt an psychoaktiven (toxischen) Wirkstoffe man im Lauf der Zeit erhöht hat. Alle überlieferten Flugsalben enthalten extrem giftige Substanzen, selbst Ethnologen schrecken davor zurück, derlei Rezepturen auszuprobieren. Bei so einem Selbstversuch kam der Hexenforscher Carl Kiesewetter ums Leben.

Typische Bestandteile:

  •  Radix Belladonna
  •  Aconitum napellus
  •  Folia Malvae
  • Hyosyamus niger
  • Solanum nigrum
  • Potentilla reptans
  • Papaver somniferum
  • Conium maculatum
  • Helleborus niger

Die Pflanzen wurden kleingeschnitten und in Schweinefett gesotten. Die Einreibung erfolgte auf der Brust oder der Arminnenbeuge bzw. in der Achselhöhle. Durch die hauterregenden Wirkstoffe, die Kribbeln oder ähnliche Missempfindungen auslösen, glaubte man im Stadium des Rausches vielleicht an eine Gestaltwandlung in Tiere: Bären oder Wölfe. Gerade der Eisenhut oder Schierling, die auch als äusserliche Schmerzmittel eingesetzt wurden, spielen in Werwolfssagen eine Rolle. Quelle: Dr.Wilfried Weustenfeld: “Die Rauschdrogen der Hexen und ihre Wirkungen”.

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Vinca minor – Symbol des Lebens nach dem Tod. Ein heimisches Oleandergewächs.
Heilpflanze, und giftig, wie alle Apocynaceae. ©beast666 2012.

Räuchermittel für Pluto-Rituale:

  • Oppoponax, Styrax, Myrrhe, Eisenkraut, Minze, Malve … ohne atropopäische Komponeneten – z.B. für Ahnengedenken zu Samhain.

Atropopäische Bannräucherung:

  • Chili, Copal schwarz, Fichtenharz, Wermut, Minze, Thuja, Tabak, keine Räuchermischung für zuhause und auch im Freien nicht einatmen!!

Das Elektions-Horoskop als Diagnose-Instrument:

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des  6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter (separativer) Mondaspekt zum AC-Herrscher-> Ursache, nächster Mondaspekt – Verlauf, letzter im Zeichen : Ausgang.

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  nachfragen.

 

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This entry was posted on Montag, November 21st, 2016 at 01:34 and is filed under Galerie, Kräuterhex, magisch, Mars, Pluto, Ritual, Signaturen, Venus. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

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