Archive for Dezember, 2016

 

Sylvester 2016: Warten auf … ja auf was eigentlich?

sylvester

… mal sehen, welche Einstellung für 2016/17 die passendere sein wird ?

Ein “Glückliches Neues Jahr” unter den Auspizien der Sonne!

Laut Aussage diverser Trivial-Astroseiten***:

“2017 ist ein Sonnen-Jahr” - und Sonne bringt Glücksgefühle hervor – allerorten!

Nach den Optimismus-Parolen des Jupiterjahrs 2015 , und was dann daraus geworden ist, brachte der Mars 2016 nicht Lebensmut und Tatkraft hervor, sondern noch mehr Gewalt und impulsiv-naives Handeln seitens unserer “Führungs-Eliten”.

Also – Vorsicht vor der rosa Brille! Eine Sonnenbrille bei zuviel Glanz und Gloria und Herumposieren all der Strahlemänner- und Frauen ist vielleicht eher angebracht. Auch das gehört zur Sonne und ihrem Zeichen Löwe.

Vielleicht sollten wir gebeutelten Normalebürger lieber brüllen wie die besagte Grosskatze – aber auch Mäuse können das, wie in einer englischen Komödie mit Margaret Rutherford.

Dann, gut gebrüllt – Löwe, oder Mäuschen, damit sich die Bösen wieder in ihre finsteren Löcher verkriechen.

In diesem Sinne:

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Prosit Neujahr!

 
 ***Diese Jahreszuordnung zu Planeten ist nach einem willkürlichen 7-Jahreszyklus bezogen auf den Hundertjährigen Wetterkalender des Zisterzienser-Abtes Knauer zustandegekommen. Sie ist NICHT astrologischer – eher abergläubischer Natur. Trotzdem, ein bisschen Orakel-Spass muss sein.
 

Posted by on Dezember 31st, 2016 Kommentare deaktiviert

Achtsamkeit,Toleranz und soziale Gerechtigkeit – ein Utopia in einer Welt von Dummheit und Gier?

ulzuwey

Utopia is … an Illusion. Vision Quest ©scrano 2016

Neulich hatte ich einen Traum. Ausnahmsweise war es einer von der angenehmen Sorte.

Ich träumte, alle Menschen wären tolerant und würden auch anderen Kulturen mit Respekt begegnen, so, wie ihrer eigenen. Menschen würden nicht wegen Dogmen einer Buchreligion in den Krieg ziehen oder Andersgläubige entweder unbedingt bekehren wollen oder töten.

  • Christen und Moslems: “Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein”, immer im Namen der Liebe natürlich.

Amerikanische Hillbillies oder Rednecks  bewaffnet mit Naivität und mit “God on their side” würden nicht in andere Länder ziehen um dort „Frieden“ zu stiften. Diese Verteidiger des “American Way of Life” haben in allen Ländern, in die sie einmarschiert sind nach ihrem Abzug nur verbrannte Erde hinterlassen. Wenn sich heute ein Taliban in einer Schule voller Kinder in die Luft sprengt: Viele Grüsse an die Vereinigten Staaten, ihr habt wegen Eurer Gier nach Öl und aus Angst vor dem Kommunismus diese Abscheulichkeit erschaffen. Euer Geld hat sie finanziert und an die Macht gebracht! Auch beim Vormarsch der IS hattet ihr und Eure arabischen Verbündeten einiges zu erobern – Iraks und Lybiens Ölquellen waren wohl zu verlockend.

  • „Achtet lieber den Glauben, die Sitten und die Kultur aller Völker !“

Ich träumte, alle Menschen würden ihre Umwelt, besonders aber andere fühlende Wesen, wie die Tiere und auch sich selbst besser achten.

In der Kammer des stillen Nachdenkens wird der künftige Bruder mit der Aufforderung: “seien Sie deshalb achtsam” auf das Ritual und die Arbeit in der Loge vorbereitet. In vielen Logen entlässt der M.v.St. die Brüder nach einer Tempelarbeit mit den Worten: “Meine Brüder, seid achtsam auf euch selbst!“ Ein Beispiel aus dem Zen, einer in vieler Hinsicht freimaurerischen Idealen ähnliche Philosophie:

Ein Mann aus dem Volk fragte den Zen- Meister Ikkyu:
“Meister, wollt Ihr mir bitte die Grundregeln des Zen aufschreiben?”
Ikkyu schrieb mit dem Pinsel das Wort “Achtsamkeit”.
“Ist das alles?” fragte der Mann. “Könnt Ihr nicht noch etwas hinzufügen?”
Darauf schrieb Ikkyu zweimal das Wort “Achtsamkeit”.
Der Mann sagte: “Ich sehe wirklich nicht viel Tiefes oder Sinnvolles, in dem was Ihr gerade geschrieben habt.”
Darauf schrieb Ikkyu dreimal hinter einander das Wort “Achtsamkeit”.
Verärgert begehrte der Mann zu wissen: “Was bedeutet denn dieses Wort überhaupt?”
Ikkyu antwortete: “Achtsamkeit bedeutet Achtsamkeit”!

Nur aus Habgier und Gewinnsucht beuten wir die Natur aus. Sei es das Überfischen der Meere, das wilde Abholzen des Regenwaldes, die Massentierhaltung. Tiere werden über viele Ländergrenzen transportiert um Subventionen zu erhalten. An die Leiden der gequälten Tiere denkt keiner, Hauptsache das Fleisch ist billig. In vielen Ländern, werden arme Menschen, wie Vieh an Ihren Arbeitsplätzen in einsturzgefährdeten Gebäuden gehalten. Sie müssen direkt neben den oft gefährlichen Produktsstätten essen, schlafen und werden von Ihren Familien getrennt. Der einzige Grund ist der, billigste Arbeitskräfte zu haben, die für uns Kleidung zusammennähen, damit wir in Europa für 5 Euro ein billiges T-Shirt kaufen können und der gesamte Zwischenhandel immer noch stattliche Gewinn abschöpfen kann.

Wir sind nur Gäste auf unseren Planeten, einen anderen zu besiedeln ist in sehr weiter Ferne, deshalb habt acht auf unsere Erde, denn wir können nicht ohne die Erde, aber die Erde kann sehr wohl ohne uns auskommen.“ Deshalb mag ich diese Terraforming-Szenarios nicht. Sie vernebeln die Sicht auf die Realität, vermitteln eine Heuschreckenmentalität und gaukeln Alternativen vor, die es nicht gibt. Das ist wirklich alternativlos, Frau Merkel!

Ich träumte, alle Menschen würden der Geldgier, der Konsumsucht und dem Machtstreben entsagen.

Mitarbeiter von Banken verhökern immer noch gerne unseriöse Wertpapiere, um möglichst große Gewinne abzuschöpfen und den kleinen Sparern das Geld aus der Tasche zu holen. Werbung einmal zynisch: “Wenn’s um Geld geht Sparkasse, die einen sparen, die anderen machen Kasse”. Das soll aber die Sparkasse nicht schlechter machen als all die anderen “Geldinstitute”. Lobbyisten beeinflussen Behörden und Politiker derart, dass Sie zum Wohle der Firmen aber nicht für das Wohl des Volkes arbeiten. Getrieben durch die Werbung wird uns allen vorgemacht, dass wir bestimmte Dinge unbedingt brauchen würden, sei es das neue Smartphone oder das neue Auto usw. Alles muss neu und angeblich besser sein. Nur der Besitz dieser neuen Waren macht uns glücklich. Aber dafür muss man Geld anschaffen. Das letzte Wort ist nicht umsonst so gewählt: Einer Prostitution in Abhängigkeit kommt es gleich, da man immer mehr Kompromisse eingehen muss, mehr abnicken und zulassen, was dem eigenen ethischen Empfunden widerstrebt. Immer mehr und mehr. Eine Sucht. Auch mit dem Potential zu Beschaffungskriminalität: Da ist es doch einfacher, den Anderen zu übervorteilen, dann kann ich mir die erstrebten Güter und Statussymbole schneller leisten.

Welcher Politiker oder welcher Manager in Führungsposition hat jemals ein Stückchen Macht abgegeben? Nein, man muss auch gleich noch seine Sippe in Führungspositionen bringen, seien sie auch noch so unbegabt, wobei anderen, welche die Aufgabe besser meistern würden, der Zutritt zu diesem Netzwerk der Obszönität” verweigert wird. Dies ist dann ein doppelter Betrug am Volk, da jemand auf seine Kosten fürstlich entlohnt wird, der dann die Erwartungen, die an seine Position geknüpft sind, noch nicht einmal erfüllt. Die im Sinne der Gemeinschaft notwendige Arbeit wird nicht getan, oder nur so wie es dem “Netzwerk” gefällt.

Der Mensch zählt nur als Konsument und als billigste Arbeitskraft, wenn diese Einstellung erlahmt, importieren wir einfach “Gast-Konsumenten” aus Krisengebieten, die Kosten trägt der Steuerzahler, da kommen ganze Wirtschaftszweige an das Geld des kaufunlustigen Staatsbürgers. In Flüchtlingslagern “werben” Politiker verzweifelte Menschen mit falschen Versprechungen, das Kürzen der Rationen hilft notfalls auch, die Massen in Bewegung zu setzen. Ausserdem nutzt es den amerikanischen Verbündeten aus arabischen despotisch regierten Staaten, sozialen Zündstoff von ihrer “Haustüre” weguzuschaffen. Sie spielen mit der Stabilität unseres Landes, sogar der EU, und den Hoffnungen der Menschen, die sich auf den Weg machen. Eine echte Zukunft haben sie hier sowieso nicht.

Rente zahlen – wozu, ab in die Grube! Tja Herr Gabriel, 43% reichen nach Ihrer Aussage auch noch***. Im Müllcontainer gibt es ja immer was Leckeres zum Essen zu finden – man muss nur “flexibel”genug sein.  Aber das ist wohl die Vorstellung unserer Volksvertreter, was die Umsetzung von”Nachhaltigkeit” betrifft. Am besten ist natürlich, gleich über die Klinge springen, vielleicht gibt es bald auch keine ärztliche Versorgung mehr, ab einem gewissen Alter? Dabei bezahlen wir den fehlgeleiteten Parlamentariern für diese Form von “Demokratie” auch noch fürstliche Gehälter. In China bekommt der Arzt nur dann Geld vom Patienten, wenn er gesund bleibt – würden wir nach dieser Maxime leben, wären unsere Politiker wohl im Obdachlosenasyl.

Ein Kronjuwel der Perfidität: TTIP – es beinhaltet wohl alles, was in diesem Post an Negativem angesprochen wurde, dabei werden die wenigen verblieben Rechtsgrundsätze samt ihrer Schutzfunktion für den normalen Bürger auch noch ausgehebelt. Auch wenn das kriminelle Meisterstück jetzt von der Bildfläche verschwunden scheint – solche dunklen Angelegenheiten haben meist ein zähes Leben.

„Liebe selbsternannte “göttlich” Auserwählte, liebe Aasgeier, liebe blinde Konsumenten, liebe Machtgeile, was könnt ihr mit ins Grab nehmen? Solltet ihr in Eurer letzten Stunde, wenn das ganze Leben an Euch vorbeizieht, mit Erschrecken feststellen, dass Euer Dasein nur ein Blendwerk der eigenen Eitelkeit und Borniertheit, dass Streben nach Besitz und Status lediglich Zeitverschwendung war ?

Das letzte Hemd hat keine Taschen. Träume hingegen werden manchmal wahr, wenn auch immer weniger wahrscheinlich.

***auch wenn man jetzt aus Angst vor “Populisten”ein paar Groschen an die Menschen, die dieses Land aufgebaut haben “verschenkt” – mit verdeckten und offenen Steuern werden wir uns das schon wieder holen.

 

Posted by on Dezember 29th, 2016 2 Comments

Drei Weise aus dem Morgenland machen sich auf …

miezisanta

Drei Boten aus dem Morgenland …
©scrano 2014

Diese hermetisch gebildeten Meister, die am 6. Januar (Fest von Epiphanias) dem Jesuskind ihre Aufwartung machen, sind eigentlich eine  verspätete Multi-Kulti Zutat zum Fest der Geburt des Christkind. Ursprünglich waren nördlich der Alpen nämlich es die 3 Bethen: Ambeth, Borbeth und Wilbeth, die da zum Neuen Jahr das Licht begrüssten! Eine sehr alte, wahrscheinlich keltische oder sogar noch ältere Trinität, die als “Grosse Mutter” noch alle Aspekte des Universum und das Schicksal der Menschen beherrschte: Mond=Wilbeth, Erde=Ambeth, Sonne=Borbeth. Ein wenig klingt noch fort in den drei Matronen der alten Germanen, deren Heiligtum man bei Köln gefunden hat. Auch die alte Bezeichnung Mutternacht für das Fest der Wintersonnenwende, oder später die Nacht des 24.12. ist dafür ein Indiz. In den drei Parzen oder Moiren der römisch-griechischen Welt ist eine ähnliche Symbolik präsent: Klotho spinnt den Faden (Symbol:Rad), Lachesis webt ihn (Symbol: Schlange, Wurm), Atropos schneidet ihn ab, das Leben (Sonne) endet wieder im dunklen Schoss der Mutter Erde (Symbol:Turm). Die Germanen kannten die drei Nornen: Urd, Verdandi und  Skuld mit fast denselben Aufgaben. Aus diesen drei vielleicht sogar schon prä-indoeuropäischen Jahres- und Schicksalsgöttinen wurden dann im Christentum zunächst die drei heiligen Madel:

  • Margarethe mit dem Wurm,
  • Barbara mit dem Turm,
  • Katharina mit dem Radl,
  • sind die heiligen drei Madel.

Die drei Weisen aus dem Morgenland oder “Drei heiligen Könige”, wie sie in der katholischen Auslegung heissen, wurden eigentlich als Lückenbüsser für den freigewordenen Feiertag der Geburt Christi auserwählt: In der Ostkirche feiert man diesen noch heute am 6. Januar. In der weströmischen Welt wurde er auf den Tag von Sol Invictus gelegt, der unbesiegten Sonne, auch der Geburtstag von Mithras: 25. Dezember.  Die passenden Heiligen fand man in den Magi, eigentlich Zauberpriester des Zoroasterkultes (Mithras!), die dem neuen König Israels huldigen wollten. Über diese Magi gibt es in den Evangelien sehr widersprüchliche Angaben, nicht einmal ihre Anzahl drei steht fest. Als Möglichkeit, auch gleich ein ursprünglich heidnisches Fest einzuvernehmen eigneten sie sich aber offenbar gut: Vielleicht wegen ihrer Exotik. Da konnte man dann die alten weiblichen Gottheiten zu den Hexen und Dämonen einreihen: Salige Fräulein, wie sie in alpenländischen Sagen noch heute herumgeistern. Bestenfalls noch die Befana-Fee*** oder Frau Holle.

Also C.M.B heisst nur aufgrund patriarchalischer Paranoia Caspar, Melchior und Balthasar? Vielleicht, weil so eine exotische Zutat wie drei gelehrte, astrologiekundige Magi den VIP Status der Heiligen Familie erhöht ?  Nach der offiziellen Kirchenlehre bedeutet es sowieso nur in aller Schlichtheit:

  • Christus Mansionem Benedicat, also Christus segnet dieses Heim. Ganz ohne weibliche Zutaten, ob Befana-Fee oder Schicksals- Trinität.  Aber auch ohne exotische VIPs.

*** Die Befana-Fee, (der Name kommt von Epiphanias) eine Art weiblicher Santa Claus bringt in Italien den Kindern die Geschenke, aber erst am Dreikönigstag, also gibt es Bescherung erst am 6. Januar. Die Befana ähnelt der Percht oder noch mehr der “Frau Holle”. Wie die italienische Dreikönigsfee brachten die ursprünglichen Matronen Ambeth, Borbeth und Wilbeth oder die drei “Grossen Mütter” den Menschen Gaben und das Versprechen auf ein “Gutes Neues Jahr”.

Also nochmals Frohes Fest:

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Und hinterlasst uns ein paar Eurer Eindrücke als Kommentar … ?

 It’s a Kind of Magic …

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Winterfichte – Fraktales Pflanzenwachstum.
Winter Fir ©scrano 2015

 

Posted by on Dezember 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

Fest der Liebe … 2016

Ein Weihnachtsgruss mit einem Zitat aus einem Song-Text von John Lennon:

©Fraktal Graphik Scrano 2014.
Text: ©John Lennon, ©Winter background: ashensorrow.

John Lennons Song Christmas drückt wohl immer mehr die Gefühle aus, die einen beschleichen, wenn man um die Weihnachtszeit herum den Begriff “Fest der Liebe ” hört, und dann dazu das Kontrastprogramm der täglichen Nachrichten vernimmt. Sein Text stammt aus den frühen Achtzigern der letzten Jahrhunderts – seither ist wohl alles nicht wirklich besser geworden: Die soziale Kälte und das Säbelgerassel, auch die Verletzung der Menschenrechte, welche John Lennon anprangert, haben zugenommen. Man denke nur an die letzten Veröffentlichungen über CIA Foltermethoden, welche von der Obrigkeit einer angeblich demokratischen Nation nicht nur gebilligt, sondern sogar angeordnet wurden. Deshalb kann man den Folterern jetzt rechtlich gar nicht zu Leibe rücken. Nur auf Befehl – für uns Deutsche stellt sich da ein flaues Gefühl im Magen ein … hoffentlich! Zusätzlich noch Lügen, Verunsicherung oder Verschweigen von Tatsachen, teilweise von Regierungsseite verordnet oder der Propagandaschau der öffentlich rechtlichen Sender in vorrauseilendem Gehorsam selbst zensiert. Der jeglicher Beschreibung spottende Wahlkampf in den USA – und selbst jetzt wird noch von allen Seiten mit Dreck geworfen. Trump ist ein grosses Fragezeichen, aber Hillary Clinton eine Person, die den einzig vernünftigen Kandidaten Bernie Sanders mit üblen Tricks aus dem Rennen geworfen hat. Wohl bekomm’s – das habe ich ihr da gewünscht. Und Obama – der Friedensvorrausnobelpreisträger: Er drohte einem verbündeten Land, den Briten mit Sanktionen wegen des Brexit, verursachte den neuen kalten Krieg und den arabischen Pseudofrühling – samt Syrienkrieg. Soviel Scheisse hat ja nicht einmal Bush jr. zustandegebracht! Jetzt kochen beide voller Hass vor sich hin – kein schöner Anblick, er lässt interessante Rückschlüsse auf ihr wahres Ich zu. Beide wollten uns TTIP aufdrücken und hatten ein bis zwei Beine im Unrechtsstaat Saudi-Arabien. Israel liessen sie betont links liegen, vielleicht auch wegen zukünftiger Geschäfte mit dem Iran.

Apropos Naher Osten, da finden wir uns in einem Sumpf aus religös motivierter Brutaliät – der grössten aller Irrtümer, deren sich ein Mensch befleissigen kann. Gewalt und die Vorstellung eines allbarmherzigen Gottes: Unüberwindbare Gegensätze! Man raubt anderen vielleicht aus einem Gefühl der Selbstgerechtigkeit das Leben, der Mörder selbst verliert dabei aber seine Seele. Wer sich selbst erhöht, soll erniedrigt werden: Eine schlimmere Überheblichkeit, als selbstherrlich über Leben und Tod von anderen Lebewesen zu entscheiden, gibt es wohl nicht. Dazu die Flüchtlingsströme, die diesen Wahnsinn auf einem menschlichen Fleissband bis ins Herz Europas getragen haben  – eine neue Finsternis. Hier sollen wir die Schachspiel-Kollateralschäden der Grossmächte ausbaden. Leider muss man hier mittlerweile von naivem Gutmenschentum absehen: Nicht alles was sich Flüchtling nennt, ist auch einer, die meisten kommen, weil es eine Gelegenheit gibt, ihrer Armut zu entkommen. Aber wir haben hier auch bereits genug Menschen, die unterhalb der Armutsgrenz leben. Solange hier Rentner ihr Essen aus Mülltonnen suchen müssen, haben wir nichts zu verschenken – ausser an die wirklich Gefährdeten. Aber sich für no-go Areas und Sozialrentner zu engagieren ist nicht so profilwirksam, wie sich mit niedlichen braunen Babies ablichten zu lassen. Allerdings werden diese auch einmal erwachsen – und wo sind dann Jobs und Integration? Es ist wie beim Welpen unterm Weihnachtsbaum – ist einmal ein Hund draus geworden, setzen wir ihn aus, wenn es in die Ferien geht. So geschehen beim privaten Sozialprojekt einer Flüchtlingsversteherin in Köln, die pikanterweise auch noch zum Dunstkreis von “eine Armlänge” Bürgermeisterin Reker gehört. Das nenne ich echtes Pharisäertum!  Nur, diese Menschen werden sich wehren, auch mit Gewalt und radikaler Religionsauslegung. Sie sind nicht in unserer Kultur sozialisiert oder so duldsam wie unsere eigene Bevölkerung, das sollten Obergrenzenverneiner der Völkerwanderung einmal bedenken. Auch werden ausländische Mitbürger, die schon jahrelang, manche bereits in zweiter oder sogar dritter Generation hier leben, vermehrt auf Ablehnung stossen. Ein Klima des Mistrauens entsteht, nur weil hier ohne Mass und Ziel gehandelt wird. Radikale Rattenfänger werden hocherfreut sein, bei den Islamisten genauso wie bei den Rechten.

Dann die Klima(kteriums)-Konferenz: Nichts Neues, ausser Geschwätz. Selbst der Papst spricht schon von Lemmingen und Selbstmord … tja Papa Franzl: Kein schönes Erbe dass Dir Hardliner-Bene und Vermehrungs-JeanPaul II hinterlassen haben!

Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt, dafür hat Zeus mit seiner Büchse der Pandora ja gesorgt, als letztes der unseligen Geschenke blieb sie uns erhalten, schlummernd sozusagen, während all die anderen Plagen auf uns losgelassen wurden. Nicht wegen UNGEHORSAM, sondern wegen Hybris!

Versuchen wir daher, wie John Lennon, diesen letzten Funken zu einem wärmendem Feuer zu entfachen:

Ein besinnliches und erholsames Weihnachtsfest! 

wünschen Euch

die Autoren.

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Posted by on Dezember 23rd, 2016 1 Comment

Nachtfahrende und Wütis Heer: Volksbrauchtum und Aberglauben zu den Losnächten (Raunachtsbrauchtum)

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Magische Polarlichter erhellen den arktischen Winter nd führten zu Spekulationen über Geistwesen.
Northern Lights ©scrano 2014

Orakel, Tabus und Vorkehrungen gegen die Geister der Wilden Jagd. Oder Verführung zum Ausflug mit der Hexenkönigin Diana?

  • An den 4 wichtigsten Raunächten sollte man Räuchern, mit einer Mischung aus Wacholder, Lorbeer, Fichtenharz und Weihrauch. Die Stallungen räuchert man auf dem Land mit Johanniskrautbuschen aus, die aus dem um die Sommersonnwende herum gesammelten Hartheu gebunden wurden, oder mit Stücken aus dem Kräuterbuschen von Maria Himmelfahrt, dem 15. August.

    Dürer: Hexe

    Dürer: Hexe, 1502.
    Man beachte die Putti/Genien!

  • In den Rauhnächten bewegt sich das Chaos in eine neue Ordnung hinein:
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    Heiliger Rauch: Zu keiner Zeit der Jahres wurde so viel geräuchtert wie in den Rau(ch)nächten.
    Häufig auch mit psychoaktiven Pflanzen oder Pilzen.

    Alle Räder sollten stillstehen.

  • So wurde in dieser Zeit nicht gesponnen, gewaschen oder gemahlen. Alle Räder, die sich normalerweise drehen, werden abgestellt, weil sich in dieser Zeit das Schicksalsrad dreht. Manche Menschen halten  daher die Uhr kurz vor zwölf an und setzen sie nach dem letzten Schlag der Kirchturmuhr wieder in Gang.
  • Zwischen Weihnachten und Neujahr soll nicht gewaschen und ausgemistet werden. Das kann Unglück und Tod bringen, Bettlaken symbolisieren ein Leichentuch.
  • Kinder, die an einem Samstag oder Sonntag während der Rauhnächte geboren werden, sollen magische Fähigkeiten besitzen. Sie sind hellfühlig und medial, haben das “Zweite Gesicht”, bringen Glück und können sehr reich werden.
  • In den Raunächten ist es auch keinerlei Glücksspiel erlaubt, besonders verteufelt ist das Kartenspiel. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um Menschen, die das Spielverbot missachteten und dadurch unheimliche Begegnungen hatten, die ihnen fast den Verstand raubten. Vor allem der Boandlkramer, oder der Klaubauf können einen dan heimsuchen: Das Theaterstück “Der Brandner Kasper schaut ins Paradies” thematisiert die Folgen so eines Kartenspiels in der Freinacht.

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    Freiya mit Katzen und Engeln/Genien!
    Zur Anführerin der Wilden Jagd in ihrer winterlichen Gestalt
    Frau Holle, wird sie zur Zeit der Hexenverfolgung
    in Personalunion mit der römischen Diana.

  • Wer die Türen zuknallt, hat im neuen Jahr mit Blitz und Streit im Haus zu rechnen.
  • Wer Bettzeug und Wäsche im Freien lüftet, hat mit Krankheiten zu rechnen, da sich die Unholde und Geister, die in diesen Nächten umherziehen, in der Bettwäsche verfangen.
  • Wer sich in den Rauhnächten die Haare und Nägel schneidet, muss im Neuen Jahr mit Kopfschmerzen und Nagelbettentzündungen rechnen.
  • Wer sich Dinge geliehen hat, sollte diese bis zu den Rauhnächten zurückbringen und wer etwas verliehen hat, sollte es zu den Rauhnächten wiederbekommen. Ansonsten ist im Neuen Jahr mit Energieverlust und Krankheiten zu rechnen.
  • Jeder Tag der Zeit der Losnächte symbolisiert einen Monat des kommenden Jahres: Daher orakelt man in diesem Zusammenhang gerne:
  • Träume gehen in Erfüllung. Werden sie in der ersten Nachthälfte bis Mitternacht geträumt, so erfüllen sie sich in der ersten Monatshälfte des jeweiligen Rauhnachtsmonats. Träume der zweiten Rauhnachtshälfte beziehen sich auf die zweite Monatshälfte.
  • Unordnung und Dreck ziehen die Nachtfahrenden an und verursachen Krankheit und schlechte Gefühlempfindungen. Vor dem Beginn der Rauhnächte sollte man daher gründlich aufräumen und saubermachen. Der Sage nach gehen Odin oder Frau Holle/Perchta um, in Italien die Befana-Fee, und belohnen Menschen in ordentlichen Häusern. Die Schlampigen werden im kommenden Jahr abgestraft.
  • Stirbt jemand in dieser Zeit, wird es im darauffolgenden Jahr zwölf weitere Sterbefälle in der näheren Umgebung geben.
  • Wenn Hunde in den Rauhnächten bellen, ist diese eine Bestätigung, dass der Gedanke, der gerade gedacht wurde, richtig ist. Bellt ein Hund allerdings um Mitternacht, so wird jemand sterben.
  • Viel Wind in den Rauhnächten kündigt ein unruhiges Jahr an. Viel Nebel steht für alte Dinge, die bereinigt werden wollen und kündigt ein nasses Jahr an. Helles und klares Wetter, bedeutet warme, trockene und gute Zeiten.
  • Viele Eisblumen an den Fenstern, Reif oder Schnee auf den Bäumen deuten auf ein ertragreiches Jahr hin.
  • Besen sollten in den Rauhnächten gebunden werden, weil man mit ihnen Krankheitsdämonen und böse Geister aus dem Haus fegen kann.
  • Heilkräuter wirken in dieser Zeit besonders stark und sollten verstärkt zum Einsatz kommen.

Mythologie der Wilden Jagd:

In den oft stürmischen Winternächten in früheren Zeiten … gibt es sowas heute noch, Klimawandel sei Dank?  Also, es ächzte und krachte ganz schön bei den Winterstürmen meiner Kindheit, und man konnte das Brechen von Ästen unter Schneelasten durchaus hören. Das ist die Zeit der “Wilden Jagd” oder von Wütis Heer, ein Begriff, der aus der germanischen Mythologie stammt. Über das Aussehen und die Teilnehmer der Wilden Jagd gibt es verschiedene Traditionen.

„Åsgårdsreien“ von Peter Nicolai Arbo - http://godsbay.ru/vikings/einherjars.html. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%C3%85sg

Einherjer: Wilde Jagd Odins

In einer der Überlieferungen wird die Wilde Jagd vom germanischen Gott Wotan/Odin, der auch “Wilder Jäger” genannt wird, und seiner Frau Holle, der Frigga in der Verkörperung der Totengöttin Hel, angeführt. In ihrem Gefolge befinden sich die Seelen der Toten. Das Geisterheer braust durch die Lüfte mit starkem Wind, und enormem Lärm. Dieses Totenheer, das hauptsächlich aus gefallenen Kriegern besteht, bezieht sich in der nordischen Mythologie auf Ragnarök, den Weltuntergang, für dessen Bekämpfung Odins Krieger trainieren müssen. Ein Augenzeuge der das Treiben am Himmel beobachtet, wird von der Wilden Jagd erfasst und mitgerissen. Deswegen sollte man sich in den Rauhnächten besser im Haus verstecken bis das Geschehen vorüber ist. Im hohen Norden war die Wilde Jagd wohl auch eine Erklärung der in den langen Nächten besonders gut sichtbaren Nordlichter. Odin und Frau Holle kann man während ihrer Jagd aber auch gütlich stimmen und ihnen Reste vom Weihnachtsessen als Opfer bringen. Diese sind entweder vor die Tür oder – sofern vorhanden – unter den Obstbäumen im Garten bereitzulegen. Ähnlich den Opfern bei den schamanischen Tuva des Altai, oder in anderen Naturreligionen, sind das Kuchen, Gebäck, Milch aber auch Schnaps und Tabak. Den eigenen Ahnen kann man ein Licht ins Fenster stellen. Sogar Hafer für Odins Pferd Sleipnir wurde früher bereitgestellt.

Wegen der Gefahr einer “quasi- Zwangsrekrutierung” blieb man also im Haus, später galt das hauptsächlich für Mädchen und Frauen, da durch den zunehmenden Hexenglauben man diese als besonders gefährdet ansah. Das wilde Heer wurde jetzt von Herodias oder Diana, wahlweise auch noch Frau Holle angeführt. Auch wurde die Gefolgschaft der Nachtfahrenden zunehmend dämonischer. Aus Naturgeistern und Kriegerseelen wurden Hexen, Teufel und Unholde.

Eine andere Erklärung solcher Vorstellungen von fliegenden Geistern in der “Zeit zwischen der Zeit” liegt vielleicht im Brauchtum des Weissagens und Orakelns, dessen Ergebnisse dann als besonders  aussagekräftig galten. Unterstützt wurden diese Praktiken durchaus mit dem Einsatz psychoaktiver Substanzen, vom Met-Vollrausch über Fliegenpilzsüppchen und Schamanenurin wurde alles mögliche kosumiert. Auch die als Hexenflugsalben verrufenen “Schlaf-und Fieberschmieren” mit ihren potenten Alkaloiden könnten gebraucht worden sein. Auffällig erinnern die Darstellungen der “Wilden Jagd” an die Schilderungen der Ausfahrt zum Hexen-Sabbat von Frauen, die wegen Hexerei angeklagt und gefoltert wurden. Vielleicht hat die Vorstellung der “Wilden Jagd” auch noch ältere,  schmanische Wurzeln, wie etwa bei den Benandanti des Friaul, die noch bis in die Neuzeit einen Fruchtbarkeitskult ausübten, bei denen religiöse Ekstasepraktiken mit Flugvorstellungen und Kämpfen gegen Dämonen üblich waren.

Die genauen Formeln der Flugsalben sind nicht überliefert, Ethnologen, Botaniker,  Mediziner und selbst Alchemisten haben sich um Rekonstruktionen bemüht. So eine Flugsalbe war etwa folgendermassen zusammengesetzt:

Hexensabbat, schamanische Reise, Wilde Jagd schöpfen wahrscheinlich aus einer Quelle.

Hexensabbat, schamanische Reise, Wilde Jagd schöpfen wahrscheinlich aus einer Quelle.

Diese Art Rausch dürfte nicht sehr angenehm gewesen sein: Extremes Hitzgefühl, Mundtrockenheit, Atemdämpfung, Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit, Tremor sind typisch für Alkaloid-Drogen. Keine Selbstversuche mit solchen Rezepturen, vor allem bei Hexenschmieren: Die Bestandteile sind wesentlich giftiger als übliche Drogen, wie Cannabis oder Mushrooms und ähnliches. Falsch dosierte Alkaloide führen zum Exitus und nicht zur Ekstase! TODsicher!!

 

Posted by on Dezember 22nd, 2016 Kommentare deaktiviert

God Jul!

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Yule in Asgard: Nein diesmal bleibt das Pferd im Stall,
soll der andere Kerl doch sein Rentier satteln!
©scrano 2015 Frigg:jlior, Odin:skydancer

Zoff im Hause Odin: Ausgerechnet vor dem Julritt! Sleipnir ist im Streik, wegen Nichterhöhung seiner Hafer-Ration! Der eine Wolf macht Party – der andere ist sauer über die Pflichtvergessenheit seines Partners. (Geri und Freki, Odins Wolfspaar). Die Raben Hugin und Munin haben sich wegen der dicken Luft verzogen und lassen nur ein Federgeriesel zurück.

Und Papa Odin? Der hasst seinen Feiertagsdress, seit der in der Elfenreinigung eingegangen ist … Nur Frigg hofft noch auf ein friedliches Fest …

Na dann, God Jul, ihr Vanen und Asen, kommt mal zu Potte ! Sonst lassen wir den Loki raus !

©kmygraphic ©kmygraphic

yule_blessings__by_scrano-d9i6yvi

Ach hier ist der andere Wolf! Oder ist’s der Fenrir?
Yule Blessings! ©scrano 2015
modeljlior

yule_greetings__by_scrano-dap1ie1

Nein, hier! Gute Wünsche und mehr Licht !
God Yul ©scrano 2016

Ein gesegnetes Jul-Fest!

magicnights_by_kmygraphic-d9jqe79©kmygraphic

Referenzen “God Yul”
wolf: itsdura.deviantart.com
ivy girl: fran-photo.deviantart.com
cat:free ping black kitten
ravens: fairiegoodmother.deviantart.co…
cauldron: hb593200.deviantart.com
bg: my own

 

Posted by on Dezember 21st, 2016 Kommentare deaktiviert

Solar Fire: Räucher-Ritual zur Wintersonnenwende

Sonnenfeuer - Winterglanz

Sonnenfeuer – Corona
©scrano 2015

Prolog im Himmel, Goethe: Faust I

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

Flammenfraktal im Wortsinn, das die Sonne mit der brüllenden Kraft ihrer Magnetosphäre darstellt. Ohne Sonne kein Leben, daher sehnen wir uns nach der langen winterlichen Dunkelheit instinktiv nach ihr.

Ein bisschen Sonne ins Haus holt uns jetzt eine Räucherung beim warmen Licht echter Bienenwachskerzen. Die Biene vereint lunare*** und solare Elemente in echter Harmonie. Sie schenkt uns das Wachs mit seiner Heilwirkung und dem Licht, das es uns als Material für Kerzen spendet.  Das regelmässige Sechseck der Wabe: Ein Sonnensymbol, wie das Zentrum des Hexagramms, dem sechs-Stern, der das klassische Sonnensystem der Alchemie darstellt. Und erst der Inhalt: Der Honig in seiner goldenen Pracht wirkt schon wie eingefangener, flüssiger  Sonnenschein, darin gleicht er dem Bernstein, ebenfalls ein solares Naturprodukt, das vom Harz schon längst fossilierter Nadelwälder stammt. In diesem ebenfalls goldenen klebrigen Saft steckt die Essenz der Bäume, die einen sehr effektiven, lebendigen Speicher der Sonnenenergie darstellen.

  • Daher gehört der Bernstein zu einer solaren Räuchermischung hinzu, ebenso der Weihrauch, auch ein Harz.
  • Dazu kommen Rosmarin und Zeder, Zitrusschalen, Calendulablüten, Gewürznelken, Zimt und Calmuswurzel, welche als belebend und erwärmend gelten. Auch der Ingwer zählt zu den solaren Mitteln, aber eher als Süssigkeit oder im Tee. Der Rauch ist unangenehm scharf, da zeigt sich Mars. Daher eignet sich Ingwer, wie auch das ebenfalls solar-marsische Johanniskraut eher für Rituale im Freien, bei denen der Winter ausgetrieben werden soll.
  • Pflanzen mit einer Sonnen- Signatur besitzen häufig fette Öle, z.B. Sonnenblume oder  Lorbeer, der Sonnenpflanze der alten Griechen: Wahrzeichen des Apollon. Lorbeerblätter kann man auch verräuchern, zusammen mit Weihrauch, Fichtenharz  und Wacholderbeeren, die marsisch-abwehrend wirken. Eine Vielzahl an solaren Gewächsen sind auch Herzmittel, wobei sie verstärkt tonisierend wirken: Korrespondenz zum Zeichen des Löwen und den Eigenschaften des 5. Hauses.

Die Sonne steht in unser aller Zentrum, ihre Symbolik sollte daher verbinden und nicht trennen: Mit einem solaren Räucher-Ritual kann man alle Aspekte des Mittwinterfestes, der Zeit der Wintersonnenwende recht gut vereinen. Die alte naturreligiöse Tradition nördlich der Alpen und die römisch-christliche Feier des Jesus-Kindes als Licht der Welt, Sol Invictus. Religion heisst nicht umsonst Rückverbindung. Allerdings sollte hier den positiv spirituellen Elementen von Licht und Wärme gehuldigt werden, und nicht den verknöcherten Dogmen. Die braucht keiner. Die lässt man am Besten von den Perchten der ebenfalls am Sonnwendstag, dem 21. Dezember , beginnenden Raunächte verscheuchen.

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©kmygraphic
 
**Lunares Element des Bienenvolkes ist ihre Gesellschaftsform als matriarchales Kollektiv, daher ist auch der saturnische (Struktur, Gegenpol des Mondes) und der neptunische (Aufgabe der Individualität, Gegenpol des Merkur- fliegende Geschöpfe) Archetyp vertreten. Wie bei den Borg, die allerdings mit ihrem kriegerischen Expansionsdrang eher den Ameisen gleichen, bei denen das Mars-Element ebenfalls mehr in den Vordergrund tritt. Die Biene hat zwar einen marsischen Stachel, stirbt aber wenn sie ihn einsetzt, ein allerletztes Mittel also. Bienen besitzen marsische und  venerische Züge, da sie Blüten befruchten.  Pollen=Mars, Frucht=Venus.
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Bernsteingold: Fraktales Weihnachtsbäumchen -
Fichtenharz ist ein beliebtes Räuchermittel – Sonne/Uranus, Mars/Venus.

 

Posted by on Dezember 20th, 2016 2 Comments

Mitten im kalten Winter: Yule – Rauhnacht – Sonnenkind

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.
Yul Embers ©scrano 2014

When the Wheel begins to turn, let the Beltane fires burn.
When the Wheel has turned a Yule, light the Log and let Pan rule.

WINTER SONNWENDE – YULE

Im nordisch-germanischen Neuheidentum (z. B. Asatru) ist das altgermanische Julfest eines der drei Eck-Feste im Jahr und man versucht auf das Brauchtum zurückzugreifen, das man aus den Überlieferungen noch rekonstruieren kann:  z. B. Wilde Jagd oder Raunächte, um die Julzeit und das Mittwinterfest zu begehen. Als Datum kommt hierfür entweder direkt die astronomische Sonnwende am 21.12. oder der Tag des ersten Vollmonds danach in Frage, welcher Julmond heisst. Deneben gibt es noch das Haakon dem Guten zugeschriebene Datum am 25.12.  Daher ist das Julfest wohl nicht nur dem solares Kalender zuzuordnen. Unter Umständen ist die Zeit der Raunächte auch ein Versuch den Sonnen- und den Mondkalender zu synchronisieren, wie man es auch schon jungsteinzeitlichen Bauten wie Stonenhenge als ein möglicher Verwendungszweck zuschreibt. Ein Jahr aus zwölf Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Wie in allen einfachen, „nicht-interkalierenden Lunisolarkalendern“ (also allen Mondkalendern ohne Schaltmonate, wie man sie in bäuerlichen Kulturen findet), werden die auf die 365 Tage des Sonnenjahres fehlenden elf Tage – beziehungsweise zwölf Nächte – als  Tage „außerhalb der Zeit“, eingeschoben. Von solchen Tagen wird in der zugehörigen Kosmologie angenommen, dass die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt seien und daher die Grenzen zu anderen Welten durchlässig würden. In vielen Kulturen, die so ein Kalendersystem verwenden, verbindet sich diese Zeitspanne oftmals mit Tabus, Ritualen und Volksmythen. Es wird auch vermutet, dass die Bräuche um die „Winterauskehr“ am Ende des Faschings in diesem Zusammenhang stehen: Sie simulieren eine Interkalation bezüglich des Jahresbeginns mit dem Frühlings-Äquinoktium. Besonders deutlich findet sich das in den römischen Saturnalien und Lupercalien.

Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne und das Längerwerden der Tage, da dieser Wechsel seit Menschengedenken überlebenswichtig ist, vor allem für die Saat und Ernte. Der Julmond, der auch Nytungl (Neuer Mond) oder Nykung (Neuer König) heißt, wird mit dem rituellen Jultrinken begrüßt. In der christlichen Weihnachtsliturgie war früher die sogenannte Johannisminne, ein rituelles Zutrinken, üblich, am 27. 12., dem Feiertag des Evangelisten Johannes.  Zu den verwandten Bräuchen kann man auch den Wassail rechnen, wie er in Schottland noch üblich ist, oder auch in Teilen Bayerns als Flursegen angewandt wird. Dort besprengt man die Flur bzw die Apfelwiesen mit Milch oder Most aus der vergangenen Ernte. Der Julmond im Januar kennzeichnet den Beginn des neuen Jahres. Man sieht die Rauhnächte zwischen Wintersonnenwende (Mütternacht) und Dreizehnttag (Perchtennacht) als eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder geschmückt werden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt. Das Haus wird geräuchert mit den Worten „Glück ins Haus – Unglück hinaus,“ oder “Evil shall leave and not enter”, wie es im Original heisst.  Der „Julbock“, wird aufgestellt, sehr zur Freude der Kinder: Ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen. Er bringt auf seinem Rücken noch heute in Skandinavien die Geschenke. Gastfreundschaft soll schon früher ein wichtiges Element der Julzeit gewesen sein, so soll das Haus den Gästen offengestanden haben, die ein und aus gingen und reich bewirtet wurden. Zudem ist es ein Brauch, einen großen Holzklotz – den Julklotz – aus dem Wald zu holen, und ihn zwölf Tage und Nächte brennen zu lassen. Vergleichbar mit dem Volksbrauch, Feuerräder bzw. Osterräder von Bergen abzurollen, werden von Anhöhen brennende Sonnenräder, mit Stroh bespanntes Holz oder geflochten, herab gerollt. Als Kinder haben wir kleinere solche brennende Reifen mit Hilfe von Haselstöcken durch den Ort gerollt, im schwer katholischen Bayern! Überhaupt sind hier die Raunachtsbräuche noch sehr lebendig. Perchtenlauf, Räuchern und etliche Tabus in der Zeit zwischen der Zeit werden hier noch in breiter Vielfalt und grosser Selbstverständlichkeit praktiziert. Nicht erst als neuaufgelegte Touristen-Folklore oder als ärgerliches Rudiment aus der Nazi-Zeit. Die enorme Vielfalt des lokalen Brauchtums legt ausserdem die Annahme vorchristlicher Ursprünge nahe, leider ohne dass heute noch feststellbar wäre, wo die jeweiligen kulturellen Wurzeln tatsächlich liegen. bzw. wie weit sie zurückreichen. Germanische Bezüge vieler Raunachtsvorstellungen sind aber naheliegend, denn zu dieser Zeit soll sich nämlich in der germanischen Vorstellung auch Wodans alljährliche Wilde Jagd abgespielt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin/Woden/Wotan über das Land ziehen sollten:

Im Zentrum der  Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, steht dann Woden’s “Wilde Jagd”. Zu dieser Zeit stehe die “überirdische Anderswelt” endgültig in Verbindung mit der Menschenwelt und die Seelen der Verstorbenen dürfen Kontakt aufnehmen. Dieser Glaube, dass zu sich zu dieser Zeit das Tor zum Geisterreich öffnet, zog Bräuche wie das Stehenlassen von Essen für die Geister (dumb supper) oder das Verbringen von Essen in die Megalithanlagen z.B. Bretagne, britische Inseln, mit sich. Auch für Odins Pferd Sleipnir stellte man Nahrung vor die Tür. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle (Berchta, Perchta), die eine deutliche Verwandschaft zur germanischen Totengöttin Hel hat. Aber nicht nur in Regionen nördlich der Alpen wurden solcherlei Glaubensvorstellungen gepflegt: Auch die Römer kannten entsprechendes Brauchtum, ebenso verbreitet ist es in Griechenland oder Osteuropa, also in grossen Teilen des  indoeuropäischen Sprachraums. Erdhafte und unterweltliche Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd einherziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Ost-Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten. Die Bräuche zu den verschiedenen “Zwischenzeiten” des Jahres ähneln sich sehr: Es existieren Übereinstimmungen z.B. zwischen dem Rauhnachtsbrauchtum und dem von Samhain oder All Hallows Eve” und den graeco-römischen Feiern der Erntefeste, an denen auch “Mundus Cereris Patet“: Saturnalia, Lupercalia.

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Krampus, auch ein Weihnachtspercht,
der manchmal schon mit dem Nikolaus kommt.
Er ähnelt dem Habergoas. quelle:wikimedia

Diese Umsetzung solcher Vorstellungen spiegelt sich besonders in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Dort gibt es allerlei teuflisch erscheinende Gestalten, die Schiechperchten, zum Beispiel den Habergoas, eine Mischung aus Pferd und Ziegenbock, ersteres ein Symbol Wodens, der Bock ein Tier des Thor. Die sogenannten Holzperchten schlagen besonders die Mädchen mit Haselzweigen, wohl eine Variante des “Quickens“, ein Fruchtbarkeitsritual. Auch die Hasel gehört zu Thor, der als Fruchtbarkeitsgott der Feind des Winters war: Im hohen Norden beteten die Menschen zu ihm, dass er die grimmigen Eisriesen mit seinem Hammer möglichst bald zerschmettert.  Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die schellenbehängten Schepperer oder Glöckler. Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen (Silvesterfeuerwerk), sollte die Unholde fernhalten, im Alpenraum wird in allen Rauhnächten auch geböllert. Wobei nicht nur der Lärm, sondern auch der Schwefeldampf des Schiesspulvers die üblen Geister vertreiben soll.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

  • 21./22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende) (längste Nacht des Jahres)
  • 24./25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten)
  • 31. Dezember/1. Januar (Silvester)
  • 5./6. Januar (Epiphanias, Erscheinung des Herrn)

In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt, obwohl hier der alte heidnische Bezug noch extrem deutlich ist:

“Der Thama mit’m Hamma”

Die Nacht vor Thomas (21. Dezember) ist eine der wichtigsten und eigenartigsten Losnächte. Er ist recht volkstümlich, der “Thama mit’m Hamma”. Er erinnert deutlich an den hammerschwingenden, wetterbeherrschenden Gott der Germanen Thor/Donar, der mit seinem Hammer Mjölnir an die Wolken schlug und damit den Donner erzeugte. Der blutige Thamerl, wie er bei uns genannt wurde, war besonders als Kinderschreck gefürchtet.

Auch die seltsame Luzier: Hl. Lucia, am 13. Dezember gefeiert, gehört eigentlich noch zu den Raunachtsgestalten. Der 13. Dezember war früher ein wichtiger Tag für die traditionellen Feierlichkeiten der Sonnenwende, denn bis 1752 fand die Wintersonnenwende (z.B. in Schweden) an diesem Tag statt. Die Sichel der St.Lucia, als Symbol ihres Märtyrertums,  wird nun zum Drohwerkzeug für unartige Kinder, wie der Thorshammer des “Thamerl”. Diese Sichel kann man auch als Symbol des Saturn, als Herrn der Zeit und Schnitter Tod interpretieren, oder als Mondsichel der “Grossen Göttin”. Zur Deutung als Saturnsymbol kommen noch Janus und Terminus dazu, die in der Römerwelt für die räumlichen und zeitlichen Grenzen zuständig waren. Beide Gottheiten standen mit Saturn in Verbindung. Besser kommt Lucia in Schweden weg, hier wird ihr Gedenktag als Lichterfest gefeiert, vor allem für die Töchter der Familien ein Spass: Die älteste Tochter weckt weiss bekleidet, mit einer Lichterkrone auf dem Kopf, morgens die Familie und serviert ihnen Frühstück bei Kerzenschein: Vor allem Safrangebäck, ein Symbol der Sonne. Diese süssen Kringel, auch als Lussekatter=Luciakatzen bezeichnet, können auch ein Hinweis auf aur nordische Göttin Freya sein, deren Himmelswagen ein Katzengespann zog. An diesem Tag wird das berühmte Lucia-Lied gesungen, das von der Wiederkehr des Lichtes handelt, auch ein Bezug zum alten Datum der Sonnwende.

Die Etymologie, also die sprachliche Wurzel,  des Wortes Rauhnacht ist umstritten. Eine Möglichkeit stellt das mittelhochdeutsche Wort rûchhaarig‘ dar,  das es in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzwaren heute noch gibt. Es würde sich dabei auf die mit Fell bekleidete Schmutz- oder Schiechperchten beziehen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben, oder aber vielleicht auf Rituale rund um das Nutzvieh. Wie zum Beispiel das Räuchern der Ställe mit dem Johannisbuschen des Sommers. Das würde aber auch die andere Herleitung des Wortes liefern: Rauch-Nacht, vom Haus-und Hof -Räucher-Ritual abgeleitet, das von der Bäuerin ausgeführt wird. Die alternative Bezeichnung Glöckelnächte bezieht sich auf das „Glöckeln“, von Tür zu Tür gehen und anläuten, einen Einkehrbrauch, der auf der Sage beruht, dass entweder Thor oder Odin zu dieser Zeit die Gastfreundschaft der Menschen überprüfe, und je nach Ausübung oder Verweigerung belohne oder bestrafe. Wie auch Frau Holle im Märchen.

Die Rauhnächte als Quasi-Niemandszeit sind auch für das Befragen von Orakeln geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube – wenn gleich mehr aus Spass und Geselligkeit – in Form des Bleigießens (das Metall Saturns, des Herrn der Grenzen und der Zeit)  bis heute weiter gepflegt. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Ein bisschen blitzt da noch das sprechendes Odinspferd, der achtbeinige Sleipnir, oder Fallada aus dem Märchen “Die Gänsemagd” durch.  Mancherorts dürfen sich die Tiere bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. Heinzelmännchen, Laren und Manen lassen grüssen!

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die wilden Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Wohl eine Art Angst vor “Incubi” oder Besessenheit.  Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Beide galten als besonders anfällig für Hexerei, als Opfer und Täter. Darüber hinaus darf nicht Karten gespielt werden. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.

Diese Tabus sind wohl der Dämonisierung des älteren Brauchtums durch die Christianisierung zuzuschreiben: Die Götter der alten Religion sind häufig die Teufel der neuen. Vor allem weil einige Yul- oder Raunachtsbräuche mit Fruchtbarkeit zu tun haben, oder auch mit Orakelbräuchen, die vielleicht mit dem Genuss von Pilzdrogen, wie der Amanita muscaria einhergingen: Das mochten die sittenstrengen Kirchenlehrer wohl gar nicht dulden.

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Wintersonnenwende – Mutternacht. Das Leben kehrt zurück.
Modranecht ©scrano 2015

Doch zurück zum Neuheidentum:

Auch in der teilweise auf keltischen Überlieferungen*** basierenden Wicca-Religion ist das Julfest eines der 8 Feste des Jahreskreises, an dem mit der Wintersonnenwende die Wiedergeburt des an Samhain gestorbenen gehörnten Gottes bzw. der Tod des Winter- oder Holly Kings (Winterhalbjahr) und dessen Ablösung durch den Oak King (Sommerhalbjahr) gefeiert wird. Holly (Ilex, Stechpalme) und Oak (Eichenlaub) stehen auf den britischen Inseln als Symbole für den Winter und Sommer. Das sieht man auch an den vielfältigen Darstellungen der sogenannten “Green Men”, welche die Vegetation oder Herne, den Geist des Waldes, einer Art Kreuzung aus Odin, Cernunnos und Jennerwein***, versinnbildlichen.

Die Nacht dieses Wechsels wird als in der Zeit gefrorener Moment begriffen: Die Welt hält einen Moment den Atem an. Im Kessel der “Grossen Mutter” wird das Licht neu geboren, aus dem “Dunklen Winterkönig” wird das Sonnenkind.  Dieses Symbol der zunehmenden Tageslänge ist das Versprechen auf einen neuen Sommer voller Licht und Wärme. Die Göttin beginnt einen neuen Zyklus im ewigen Kreislauf, wobei sie sich wieder zu ihrer “jungfräulichen” Form transformiert.  Auch hier spielt das Feuer, z.B. der Jul-Block (nicht Bock!) und das Räuchern im Ritual eine zentrale Rolle. Die traditionellen Weihnachtsfarben: Gold, Grün und Rot kommen ebenfalls zum Einsatz, sie repräsentieren Licht und Leben.

Zum Räuchern als Ausleitung des alten und Einleitung eines neuen Lebenskreislaufs werden Pflanzen mit Korrespondenzen zum Feuerelement oder der Sonne verwendet:

  • Zimt, Nelken, Weihrauch, Myrrhe aber auch Zedernholz und vor allem Lorbeer für den Gott in seiner Form als Sonnengott und Lichtgott Apollon oder Bel/Balder und Rosmarin für die Göttin in ihrer Repräsentation als Artemis/Brigid/Freya.
  • Der Lorbeer hat als heilige und heilende Pflanze eine lange Tradition: Schon die Orakelpriesterinnen in Delphi verwendeten ihn, wahrscheinlich schon in der Zeit der alten Erdgöttin Python, bevor Delphi zum Orakeltempel des Apollon wurde. Zu Heil- und Reinigungszwecken eingesetzt wurde Lorbeer  im Heiligtum des Asklepios und bei Ritualen zu Ehren der Göttin Ceres oder der keltischen Cerridwen. Der Rauch des Lorbeer hat eine erdhafte und eine sprirituelle Note.
  • Auch mit Salbei wurde und wird in der Zeit geräuchert, ein Brauch, der ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammt. Nicht verwechseln mit “Sage” dem Steppenbeifuss der amerikanischen Ureinwohner.

Viele der anderen genannten Düfte sind uns bereits aus dem allgemeinen Weihnachtsbrauchtum vertraut. Sie wirken stimmungsaufhellend und vertreiben die Schatten des Winterblues. Es ist die Zeit der Neuanfänge und um die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Jetzt wird das Samenkorn für ein gutes neues Jahr gepflanzt. Wir können Bernstein oder Tigerauge als Glücksbringer verschenken, die sowohl die Sonne als auch den glücklichen Wechsel versinbildlichen.

In allen Traditionen, sei es nun historisch oder neuheidnisch, aber auch traditionell christlich wird in dieser Zeit gefeiert und die Hoffnung auf gute Zeiten ausgedrückt.

Häufig auch durch Geselligkeit bei gutem Essen:

  • Truthahn, Gans, reichhaltiges Gebäck wie Stollen und Früchtekuchen, Glühwein oder Punsch.
  • Und natürlich darf der sonnenhafte Met aus dem Honig des Sommers nicht fehlen, am Besten als Heissgetränk.

 

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***Die herrschende Vorstellung der kosmischen Eltern, einer Allmutter (der mondhaften Göttin) und eines solaren Jahresgottes (der Vegetation) ist relativ generisch. Viele Wicca haben ihr individuelles Götterpaar, wobei auf unterschiedliche Kulturen zurückgegriffen wird: Graeco-Romanische, Nordische, Keltische oder Slawische Traditionen, beispielsweise. Sogar eine christlich geprägte Variante mit Maria und Jesus als Mutter/Sohn Paar gibt es in den USA. Da Maria oft mit der Mondsichel abgebildet und Jesus als wiedererstehendes Licht gefeiert wird – für naturreligiöse Christen erscheint diese Tradition nicht abwegig.
  • “Alle Göttinnen und Götter sind eine Göttin und ein Gott”.
Somit handelt es sich beim Wicca um naturreligiös motivierten Pantheismus. Die Ritualistik hat allerdings deutliche Bezüge zum inselkeltischen Brauchtum, aber auch zum Freimaurertum und zu hermetischen Orden, wie “Golden Dawn”.
***Herne,the Hunter aus Shakespeares “Merry Wives of Windsor” hat wohl Wurzeln sowohl in einer historischen Figur, dem berüchtigten Wilderer Richard Horne, aber auch bei mythischen Gestalten wie Odin mit der Wilden Jagd. Er ähnelt damit Robin Hood, oder Figuren des Nibelungenliedes und der Artus-Sage. Odin als Waldgeist kennen wir im Märchen in der Gestalt des Rübezahl.
 

christmas_flower_by_kmygraphic-daroyvx Animation: ©kmygraphic

Posted by on Dezember 19th, 2016 2 Comments

Magie des Kreises

Im Magischen Kreis

Tanz im Magischen Kreis
Circle of Friends ©scrano 2014

Through the power of my wand
is the magic circle cast.
A place protected, a sacred room,
Safely within the Great Mothers’ womb,
from the profane world set apart.
With Air and Fire this Circle I start
With Water and Earth, my Circle is complete,
Where we come together
To will, to dare and keep silent after we meet.
 

In der Welt der Magie gilt häufig: Ohne Kreis kein Ritual. Aber nicht nur in der Welt des Okkulten oder Arkanen findet man ihn. Der Sinn eines magischen Kreises, ist es einen Schutzraum zu schaffen, aus dem Faktoren ferngehalten werden sollen, welche die Vorgänge innhalb des Zirkels stören würden. Weiterhin soll er das fokussieren, was in einem solchen Kreis gewirkt wird.

Der Kreis dient als Portal zum Reich des Spirituellen, als Schutz vor negativen Kräften und einfacher als psychologisches Werkzeug, um sich in den richtigen Seelenzustand zu versetzen. Daher empfiehlt sich auch vor ausgedehnten Meditationsübungen ein Ritual zum Schaffen eines  magischen Raums – man kann diesen durchaus als eine Art Blase oder Sphäre visualisieren. Schamanen errichten ebenfalls einen schützenden Kreis vor Heilzeremonien oder heiligen Ritualen. Das sogenannte indianische Medizinrad ist auch nur ein magischer Zirkel, wobei ich nicht sagen kann, wieviel daran noch authentisch ist, oder was von den New Age Gurus dazugedichtet wurde.

Ein wichtiger Teil der Kreis-Einberufung ist der Umgang mit dem Sonnenlauf: Deosil ist die Richtung für die Invokation. Etwas, dass auch Circumambulation genannt wird, und auch Freimaurern bekannt vorkommen dürfte. Löst man den Kreis am Ende wieder, so geht man widdershins, also entgegen dem Sonnenlauf.

Ein einfaches Kreis-Ritual, wie das Anrufen der vier Elemente und des Geistes genügt meistens. Hierbei fängt man mit dem Osten an, ruft das Element der Luft, geht zum Süden und den Feuer, wendet sich dann nach Westen zum Wasser und endet im Norden, bei der Erde. Letzteres dient auch zum Zentrieren. Zum Schluss wird das Element des Geistes angerufen. Wer es komplizierter braucht, kann beim “Lesser Banishing Ritual of the Pentagram” nachlesen.

Statt an die Elemente kann man sich auch an die vier Winde oder Himmelsrichtungen wenden, wie es heute noch bei den Nomaden der mongolischen Steppe Brauch ist. Auch das Anrufen von Erzengeln als Wächter des Kreises war besonders in der Renaissance-Magie üblich. Raphael im Osten, Michael im Süden, Gabriel im Westen, Uriel im Norden. Diese Vorstellung ist auch in die Bildwelt des Tarots eingeflossen, z.B. in den Karten “Die Liebenden” oder “Das Gericht”, die jeweils Raphael und Gabriel zeigen.

An sich genügt es bei der Circumambulation den Kreis zu visualisieren, ihn symbolisch mit der Hand oder einem Zeigeinstrument (Stab) zu zeichnen. Häufig kommen zum Markieren des Kreises trotzdem Materialien wie Salz (Reinheit, Schutz) oder einfach weisses Mehl zum Einsatz. Auch mit Kerzen, z.B. vier für die Elemente oder 13, wie die Zahl der Mondzyklen, entlang des Umfangs werden magische Räume geschaffen. Man kann auch ein Pentagramm auf den Boden zeichnen, dieses symbolisiert neben den Elementen zusätzlich den Menschen und das Leben allgemein (Geist+dingliche Welt). Auch die VeVe des Voodoo werden als Schutz- und Invokations-Sigillen verwendet, zusammen mit einem oder anstelle eines Kreises. Beim Aufheben eines magischen Kreises wird den herbeigerufenen Schutzmächten gedankt, man verabschiedet sie höflich und respektvoll.

Die beliebten Rundtänze im Volksbrauchtum von Völkern auf er ganzen Welt haben ebenfalls ein wenig vom magischen Kreis: Oft spiegeln sie den Sonnenlauf, oder Zyklen des Lebens wieder.

Der Kreis an sich ist schon ein solares Symbol, in Alchemie und Astrologie steht er für den Geist, den Wesenskern, das Zentrum. Die geschlossene Form des Kreises übt von jeher eine Faszination aus, sie vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit. Schon bei den beliebten Keramik-Kerzenleuchtern aus Mexico: “Circle of Friends” kann man das sehen. Besonders die Steinsetzungen aus der Megalith-Zeit sind oft in Kreisform angeordnet, bei Stonehenge haben wir quasi eine Art überdimensionalen “Circle of Friends” vor uns, vielleicht um den Schutz der Ahnen anzurufen? An den antiken Rundtanz erinnert die volkstümliche Bezeichnung “Giants Dance” für das neolithische Monument. Im Inneren der Anlage befinden sich weitere Steinkreise in konzentrischer Anordnung. Gemeinsam bildeten sie auch einen Kalender für Sonnen- und Mondfinsternisse. Im zentralen Bereich stehen die Preseli-Bluestones, die mit Heilritualen in Verbindung gebracht werden, da sie vom Ort einer uralten Heilquelle in den walisischen Bergen extra hergebracht wurden – unter beträchtlichen Mühen, eine unglaubliche Leistung.

Den Kreis kann man auch als  Abbild des ewigen Kreislaufs von Werden und Vergehen begreifen, und damit wie die Lemniskate, als ein Sinnbild für Unendlichkeit. Eine Lemniskate im 3-dimensionalen Raum ist ein verdrillter Kreis, ein sogenanntes Möbius-Band, dessen Enden man durchtrennt und um 180° gedreht wieder verbunden hat. Mit dieser mathe-magischen Figur hat sich vor allem der niederländische Graphiker M.C.Escher beschäftigt.

Und hier noch ein klassischer Hexen-Kreis, wie ihn sich Maler im 19. Jhd. vorgestellt haben:

Die Frau auf dem Bild scheint Medea zu sein, die kolchische Zauberpriesterin, oder auch Circe, sie ist wie die Landschaft ein mediterraner Typus, auch das Kleid trägt Abbildungen von attischen Vasen als Verzierung. Allerdings gehört zu ihrer magischen Ausrüstung eine Sichel, wie sie sonst nur Druiden besitzen. Die Raben, in der griechischen Mythologie mit der Unterwelt assoziert (Kronos, Pluto, Hekate), verharren vor der magischen “Spur”, sie können nicht in den Zauber-Kreis vordringen. Im Hintergrund sieht man eine Höhle, wie von den Sybillen bekannt, vielleicht ist sie auch ein Portal zum Hades …? Es könnte sich um Nekromantie  – Beschwörung der Schatten der Unterwelt (Gestalten in der Höhle) zum Zwecke der Zukunftsdeutung handeln. Die Wächterfigur am Höhleneingang wäre dann Hekate.

The Magic Circle, John William Waterhouse [Public domain], via Wikimedia Commons

The Magic Circle, John William Waterhouse
quelle:wiki

Salamander glühe,
Sylphe verschwinde,
Undine sich winde
Kobold (Gnom)  sich mühe !

Wer sie nicht kennte,
Die Elemente,

Ihre Kraft und Eigenschaft,
Wäre kein Meister
Über die Geister.

Eine eher humorvolle Element-Anrufung, aus Goethes Faust.

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Posted by on Dezember 18th, 2016 Kommentare deaktiviert

Jamilla sagt: Sweet Dreams are made …

White Christmas by scrano

Jamilla träumt von weissen Weihnachten …
@beast666

I’m dreaming of a white Christmas

Andererseits – so als Miezekatze mag ich natürlich lieber eine warme Ofenbank … Ein paar virtuelle Schneesterne dürfen es dann schon sein!

Und was Bing Crosby anbelangt … der soll ja ein ziemliches Ekel gewesen sein. Zumindest laut der Aussage seines ältesten Sohnes. Wohl so eine “herzliche” Beziehung zur Familie wie bei “Rabenmutter” Joan Crawford. Aber man soll ja von den in der Anderswelt Weilenden nicht schlecht reden. Cool finde ich dagegen Frankieboy Sinatra, wenigstens ein offizieller Mafioso, und kein Pseudo-Saubermann. Ausserdem hat er fast so schöne blaue Augen wie ich …

Jetzt zu den wirklich süssen Dingen: Letzte Chance zum Backen für alle Leckermäuler!

Hmmm … ich hatte ja versprochen, Euch die Rezepte zu verraten … oje, ich glaube ich habe es verschlafen!

Trotzdem:

Süsse Träume:
Viel Spass beim Backen und Probieren!

Ach ja, fast vergessen: Eine Schneeflocke ist natürlich auch ein Fraktal, sehr ähnlich wie der Koch-Stern“.

Was hassen wir Katzen noch mehr als Schnee? Annie Lennox verrät es Euch!

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Doch statt dessen … Feenglanz!
A Magical Christmas ©scrano 2016

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Posted by on Dezember 17th, 2016 Kommentare deaktiviert