Archive for Dezember 4th, 2016

 

Altersdiskriminierung – nein Danke!

http://www.athanor-und-alembik.de/2016/12

Leben und Tod als natürlicher Kreislauf. Heute will man das am liebsten verdrängen. Typisch für die kindlich gewordene Gesellschaft.
Abtei Wiblingen ©beast666

Mediziner der Gattung Neurobiologe und Lern-Psychologen kennen die Stärken älterer Mitarbeiter:

  • Uni-Wissen ist ganz nett … Erfahrung macht Experten.
  • “Veteranentricks” bringen schneller Lösungen als jugendlich nassforsches Herumspielen.
  • Nicht alles steht irgendwo geschrieben, so dass man es problemlos abkupfern kann.
  • Heuristik sollte kein Fremdwort sein.
  • Man hört nie auf zu lernen.
  • Synergien wachsen mit dem Alter exponential.

Früher wussten das auch Personaler – nein, stimmt so nicht, Personaler hatten früher über die fachliche Qualifikation von Bewerbern nicht zu urteilen, das war Sache des Leiters der Abteilung, welche eine Einstellung vornehmen wollte. Aber heute gelten naseweise Pseudopsychologen mehr als die Bedürfnisse der Fachabteilung, die einen neuen Mitarbeiter benötigt. Dazu noch das “Streamlining” und die unsägliche Political Correctness, welche sich  als  Arbeitsklima in der Firmen breitgemacht haben. “Er/sie passt hier rein” ist wichtiger als die fachliche Kompetenz eines Bewerbers. Und wie im Profitcenter Germany immer, die Frage des Gehalts. Das spricht natürlich gegen erfahrene MA.

Deshalb an alle aus Altersgründen verschmähten Träger von wertvollem Wissen, die man gegen folgsame, billigere aber meist weniger kompetente oder zumindest unerfahrene Rädchen im Getriebe ausgewechselt hat, der Aufruf:

DON'T DUCK AND COVER ! Poster

Nicht den Kopf einziehen: Stand tall and keep a stiff upper lip!

Mehr zu offensiven Kampagnen, dieser Diskriminierung entgegenzuwirken und die Augias-Ställe des Jugendwahns in der Personalpolitik endlich auszumisten, demnächst in unserem Blog!

Anderswo wacht man langsam auf … und hier hat man sich durchsetzen können:

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Logo der Senioreninitiative in Neuseeland.

Vor allem auch an den Universitäten macht sich Altersdiskriminierung breit – dabei haben ältere Semester nachweislich höheren Studienerfolg und das Märchen vom Jung-Genius in den MINT-Fächern ist schon lange überholt, selbst in Mathematik. Eine nette “urban legend”, mehr nicht. Die gab es vielleicht mal in UNSERER Generation, weil wir als Studenten nicht mit allen Mitteln der Zeitvertreibsgesellschaft ausgerüstet waren und noch TATSÄCHLICH in der Garage bastelten. Und auch meistens nur in den USA, da man es dort mit einer von selbsternannten Eliten beherrschten formalen Ausbildung nicht so ernst nahm.

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Grau – und stolz darauf!

Doch zurück zum Grauwerden: Wie das Rätsel der Sphinx es ausdrückt – jeder muss sich mit dem Alterungsprozess abfinden – dann ist Schluss mit rosa Brille, Licht und Liebe und sonstigem Eskapismus-Torheiten. Da hilft auch kein Pseudo-Schamanentrip mit Ayahuasca-Session in irgend einem verlausten Dschungelcamp. Auch Botox und das Festtackern der Gesichtshaut hinter den Ohren sind irgendwann überstrapaziert. Und bei Brüsten, liebe Mit-Genossinnen, ist die Schwerkraft nun einmal unerbittlich. Die Realität holt jeden ein – davor kann man auch nicht in virtuelle Welten flüchten, trotz der Flut von sinnlosen Zerstreuungsmöglichkeiten, die es gerade bei den elektronischen Medien gibt, und mit denen uns ein rosa Schleier über die traurige Wirklichkeit gebreitet wird. Den Gipfel des Ablenkungs-Schwachsinns stellt gegenwärtig der Pokemon-Go Hype dar – jetzt müssen Unternehmen schon MA anweisen, in Gefahrenzonen das Fangen virtueller Monster zu unterlassen! Was für eine Welt von ERWACHSENEN haben wir da mit unseren gut gemeinten, aber mittlerweile als fragwürdig geltenden, libertären Erziehungsmodellen geschaffen? Wenn früher jemand unsichtbare Ungeheuer fangen wollte, hat man ihn in eine Zwangsjacke gesteckt – und das vollständig zu recht!

Wehrt Euch, liebe Silberfüchse- und Innen, wir sind bald in der Mehrheit – dann lassen wir uns nicht mehr gängeln oder abschieben! Statt Spassgesellschaft mit dem Augenmerk auf “work-life” Balance soll wieder Einsicht, Weitsicht und Verantwortungsbewusstsein über Ego-Posieren und dreiste Spiegelfechterei siegen! Bekämpfen wir den Jugendwahn! Die Welt ist kein Spielzimmer.

Lieber Anstand und Verstand als einen kulturellen und sozialen Notstand, wie wir ihn gerade erleben!

Ein Nachtrag:

Zum Thema Personalien bei Bewerbungen und dem Argument, dass aus Gründen der Vermeidung von Diskriminierung das Geburtsdatum (bei einigen wenigen Jobportalen) nicht mehr angegeben weren muss:

Ist doch totaler Unsinn, da im CV eine CHRONOLOGISCHE Aufstellung mit Datum des z.B. Hochschulabschlusses erwartet wird – also was soll’s. Schmäh, Zynismus und Hohn allenthalben.

Neueste Blüte: Schulungsmassnahmen für ältere hochqualifizerte Arbeitslose.

  • Vielleicht kann man ja bei dem hier eine Fortbildungsmassnahme buchen … Thanatophobie hat er jedenfalls nicht.
Brücke über den Fluss des Lebens: Der Abschied sollte sollte golden sein - nicht drch Frust und Abschiebung erniedrigt.

Brücke über den Fluss der Zeit: Sie führt NICHT aufs Abstellgleis.
Der Lebensabend sollte sollte golden sein – nicht durch Frust und Abschiebung erniedrigt.

Posted by on Dezember 4th, 2016 Kommentare deaktiviert